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Betetieisbrud e. Verlag der Luldaer Ht* tienftr ideret tu finita- Strrlprettt Nr 9.

34. Jahrgang.

Fulda, Mittwoch den 27. Februar 1907.

M 48.

Iwelles WLall.

j s Mr -en Monat Mär;

nehmen alle Postanftalten, Landbriefträger, ZeilungSlrüger und die Expedition(Hannonie) । Bestellungen auf die ,Fuldaer Zeitung' zum Preise von 50 Pfennig (ohne Bestell- gelb und Brmgerlohn) fortwährend an.

—* Rechter Hand, linker Hand, beides vertauscht.

Seit der Auflösung deS Reichstages herrscht in der liberalen Presse eine bodenlose Hetze gegen das Zentrum und die ZentrumswShler, von der sich niemand auch nur annähernd einen Begriff machen kann, der nicht diese Blätter in die Hand bekommt. Jeder Wahlkampf ruft die Gegensätze wach und eine Auflösung des Reichstage- erhitzt die Gemüter immer noch stärker. Aber mit einer solchen Erbitterung, einer solch' unerhörten Ver­drehung und Entstellung, mit solch' unehrlichen, kleinlichen Mitteln ist wohl noch nie gekämpft worden, und zwar einzig und allein gegen daS Zentrum. Wer da die liberalen Blätter liest, sollte meinen, daS Zentrum sei der Auswurf der Menschheit, es hätte ein fürchterliches, himmel­schreiendes Verbrechen begangen, und die Männer wie Gröber, Erzberger und Roeren seien die nichtswürdigsten Geschöpfe, die gefährlichsten Verbrecher auf Gottes weiter Erde. Wir können uns nicht denken, daß die, welche so etwas wider die Wahrheit und Gerechtigkeit schreiben, selbst davon überzeugt seien, fall« sie überhaupt von Den Verhältnissen und Personen, über die sie schreiben, eine Ahnung haben. Aber die Ver­hetzung des Volkes, die Aufreizung der großen Masse gegen daS verhaßte Zentrum ist ihnen Ziel und Zweck, und dabei muß ihnen alles dienen.

Was hat denn das Zentrum verbrochen? Es hat eine Forderung der Regierung für Südwest- asrika nicht ganz annehmen wollen, sondern von 29 Millionen rund 9 Millionen Mark ab- gelehnt und gewünscht, daß die Regierung im Interesse der Sparsamkeit Vorkehrungen tref­fen möge, die Truppen in Südwestasrika bis auf schließlich 2500 Mann zu ver­ringern. DaS ist das ganze fürchterliche

Verbrechen des Zentrums. Also im Grunde nichts anderes, als eine Meinungsver,chiedenheit, wie sie in einer au5 mehreren Parteien be­stehenden parlamentarischen Vertretung jeden Tag eintreten kann. Nun aber zugegeben, daß die anderen Parteien und die Regierung über die Stellung der Zentrums ärgerlich waren, dursten sie dann mit solch unerhörten Mitteln gegen das Zentrum vorgehen? Wie hat man das Zentrum herauSgesordert? Zunächst ließ man seinen Antrag im Plenum gar nicht einmal zur Abstimmung kommen — ein bis dahin unerhörter Fall! Das war die erste Ohrfeige. Sodann lehnte man von vornherem die dritte Lesung ab. Ebenfalls etwas ganz Neuer. Und doch hätte die ganze Sache sich Vur Zufriedenheit aller regeln lassen, wenn man die dritte Lesung nach den Weihnachtsferien an- gesetzt hätte. Denn bis dahin hätte sich eine Verständigung leicht erzielen laffen, zumal mittlerweile die Nachricht von der Unterwerfung der BondelzivartS eintraf. Man bedenke, wie viel zwischen der zweiten und dritten Lesung beim Schulgesetze noch gearbeitet worden ist! Warum hätte daS nicht auch bei der Vorlage sür Südwestasrika der Fall sein können? Gerade in der Zurückweisung jeder Verständi- gung mit dem Zentrum liegt die zweite Herausforderung. Ja, man ging sogar soweit, im Grimm dem Zentrum den Stuhl vor die Türe zu setzen und es von jeder Mitarbeit au3» zuschließen. Denn, daß die Auflösung des Reichstages nichts anderes bezweckte, als das Zentrum klein zu machen, ist ja so offen ausge- sprachen worden, daß man daran nicht mehr zweifeln kann. Das war die dritte Ohrfeige.

Wir wollen eS nun dahingestellt fein laffen, ob der Abstrich von neun Millionen Mark ein hinreichender Grund war, den Reichstag ouszulösen, aber das Recht dazu hatte die Regierung offenbar, und das Zentrum hätte sich damit auch leicht abgefunden. Dagegen konnte und mußte man aber erwarte«, daß der Wahlkampf mit gerechten und ehrlichen Mitteln geführt werde. Doch wie eine wilde Meute fiel jetzt alles über das Zentrum her uno suchte seine be­währten Führer in unerhörter, bisher nie ba- gewesener Weite mit Spott und Hohn zu über­gießen. Weil aber der wirkliche Grund nicht ausreichte, um diesen Haß zu rechtfertigen, >o griff man zu den Mitteln der Verdrehuna und Entstellung. Man suchte daS Volk glauben zu machen, das Zentrum habe die na­tionale Ehre gefährdet, eS habe die deutschen Soldaten im Stiche gelassen, die Kolonien auf­geben wollen und bergt. So brachte es dann die liberale Presse fertig, die Tatsachen völlig

ans den Kopf zu stellen, nur um gegenba« verhaßte Zentrum zu Felde ziehen zu können.

Deshalb müffen wir gegen diese Berdrehungen ganz besonders protestieren. Niemand hat dem Liberalismus, den konservativen und freisinnigen Parteien etwa- zuleide getan, fonbern ba« Zen­trum ist der angegriffene Teil, und seine Führer sind es, die in diesem Kampfe fort- während ohne jeden Grund in der pöbelhastesten Weist mit Schmutz beworfen wurden. Und während man sich über die angebliche Wahl­agitation „im Beichtstuhl und in der Predigt" entrüstete, arbeiteten die sog. „Regierungsparteien" unter unerhörtem Druck von oben und unter Zuhilfenahme aller möglichen unpolitischen Vereine. Was durch die Briest des Flotten- verein« an niedrigen Machenschaften, Denun­ziation und amtlicher Agitation aufgedeckt worden ist, übersteigt ja alles Maß. Demgegenüber müffen wir immer und immer wieder darauf Hinweisen, daß das Zentrum sich lediglich in Ver­teidigungsstellung befunden hat und dabei einzig und allein auf seine eigene Kraft an- gewiesen war. Um so trauriger ist es, daß selbst Katholiken in daS Horn der Kultur­kämpfer stoßen und dem Zentrum in den Rücken fallen wollen. Wir hätten einmal daS Geschrei hören mögen, wenn man etwa wegen der Ablehnung des Zedlitz'schen Schulgesetzes oder der Kanalvorlage auch nur den 100. Teil der Angriffe gegen die liberale und konservative Partei gerichtet hätte. Nach dem Toben zu urteilen, daS sie jetzt schon zur Schau tragen, ohne daß ihnen jemand etwas ge­tan hat, hätten wir ein herrliches Schauspiel er­leben können. Man sollte meinen, nachdem die Regierung von ihrem Rechte Der Reichstagsauf­lösung Gebrauch gemacht und sich eine Majorität für ihre Kolonialforderungen geschaffen hat, würbe alles wieder in Ruhe und Ordnung nach Gerechtigkeit und Noblesse verlaufen. Aber weit gefehlt. Durch die kleinen und kleinlichen In- vektiven gegen daS Zentrum, z. B. durch Die kleinliche Vorenthaltung des Ersten Präsidenten- Postens zeigen die „Herren" eine Politik der Rache, wie man sie bei einer parlamentarischen Vertretung derjenigen Parteien, die al» die Repräsentanten von „Bildung" gelten wollen, am allerwenigsten hätte erwarten sollen. „Klein im Großen, und groß im Kleinen" — dies Wort könnte man am besten als Motto über die neu- gegründete Fraktion „Schmölze" setzen. Wenn das Zentrum eine solch kleinliche Rache üben wollte, wie sie wohl nur noch bei kleinen eigen­sinnigen Kindern vorkommt, dann würde es der Verachtung der gesamten gebildeten Welt an­heimfallen, und da« mit Recht.

Nsllvechrnnllimg der Handmrlrs- kaumer für Kchen und Waldeck.

Staffel, 26. Februar 1907. Aus dem in der gestrigen Vollversammlung der Handwerkskammer von Herrn Syndikus Thanheiser erstatteten Geschäftsbericht heben wir folgendes hervor:

Die Einbeziehung der weiblichen Lehrlinge in die Handwerkerorganisation ist am 1. Januar 1907 in Kraft getreten. Mit Hilfe der Behörden und des Magistrats sind die einzel­nen Arbeitgeber festgestellt und zur Anmeldung aufgefordert: bis jetzt sind 105 Anmeldungen ein­gegangen. Lehrlingszüchterei wurde in einem Falle festgestellt. Ein Irrtum herrsche noch viel­fach in Meisterkreisen, nämlich, daß der Meister selbständig den Lehrling von der Einhaltung der festgesetzten Lehrzeit entbinden könne, nach § 130 a Abs. 3 d. G.-O. stehe dieses Recht aber allein der Kammer zu. Von vielen Mei­stern sind Beschwerden darüber eingelaufen, daß aus der Lehre entlaufene Lehrlinge von anderen Meistern angenommen werden, ohne Lehrzeugnis, Arbeitsbuch oder Ouittungskarte zu haben. Solche Meister können von dem rechtmäßigen Lehrmeister schadenersatzpflichtig gemacht werden, außerdem sind sie strafbar. Wegen unbefugter Führung des Meistertitels mußte die Kammer in 3 Fällen ein­schreiten. Die Organisation des Handwerks schrei­tet ständig fort; es haben sich 4 neue Innungen — 2 Zwangsinnungen und 2 freie Innungen — gegründet. Ebenso gründeten die Schreiner und Konditoren je eine Genossenschaft, außerdem ha­ben sich die Glasermeister in Kassel zusammenge­schloffen. Die Arbeit der Geschäftsstelle ist wieder eine große gewesen. Es waren 1672 Eingänge und 3472 Ausgänge zu bearbeiten, besonders die gewerbliche Auskunftsstelle wurde stark in An- sprach genommen. Die Handhabung des Sub- miffionswesens durch die Baubehörden gab zu zahlreichen Beschwerden Anlaß. In letzter Zeit sind eine Anzahl Gesetze erlassen, die auf die Ar­beiten der Kammer zurückzuführen sind, so das Gesetz zum Schuh des Baugewerbes, des Urheber­rechtes für bildende Künste und Photographen, Erweiterung deS Meistertitels, Verschärfung des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb u. a. m.

Herr Runkel-Marburg bringt sodann die Abänderung deS § 12 des Statutes zur Sprache und beantragt, die früher beschlossene Resolution nochmals an den Herrn Minister ab- zusenden, was nach kurzer Debatte auch beschlossen wurde.

Herr Güntheroth - Eschwege kam auf den bereits im Geschäftsbericht erwähnten v e r ä u - dertenStandpunkt der Forstbehörde zu sprechen, wonach die kleinen Geschäftsleute bei

Holzkäufen jetzt nicht mehr wie früher das Kauf- gelb bis zum Oktober gestundet erhallen, vielmehr sofort bezahlen müssen. Dagegen würde Groß­käufern, sofern sie Wertpapiere hinterlegen, der Betrag bis zum nächsten Mürz gestundet. Durch derartige Maßnahmen würde aber das Interesse des Handwerkers und Kleinbetriebes nicht ge- wahrt, deshalb müsse Abhilfe eintreten. Nachdem noch die, Herren Nagel- Bebra, Runkel- Marburg, Anton Schwarz-Fulda, Simmer- Fulda u. a. gesprochen und für Abhilfe plaidiert haben, betont noch Herr Bang-Marburg, es muffe daraus gedrungen werden, daß diese berech­tigte historische Eigentümlichkeit in Kurhessen, deren Wahrung so häufig früher zugesichert wor­den sei, auch in Zukunft bestehen bleibe. Es wird nach abermaliger Debatte schließlich eine Reso­lution des Herrn Bäckermeisters R un k e l - Mar­burg einstimmig angenommen, wonach die Re­gierung ersucht wird, die früheren Bestimmungen über die Stundung des Kaufgeldes bei Holzversteigerungen unverändert weiter bestehen zu lassen, auch dafür Sorge zu tragen, daß fernerhin das Holz in kleinen Losen versteigert wird. .

Sodann berichtete Herr Obermeister ©tu ■ decke-Kassel über seine umfafsende und sorgfäl­tige Tätigkeit als Beauftragter im Landkreise Kastel, sowie in der Erziehungsanstalt Wabern.

Herr Hosbäckermeister ©immer- Fulda be­richtete sodann über die wiederholt in früherer Sitzung erörterte Einbeziehung der weib­lichen Lehrlinge in die Organisation, Fest- setzung der Lehrzeit auf zwei Jahre und der Höchstzahl der Lehrmädchen, sowie der nur für dm Haushalt berechneten, nicht gewerblichen Lehr- Mädchen re. Nach längerer Debatte tverden die Vorschläge des Vorstandes, dahingehend, daß ein Lehrmeister nur 3 gewerbliche Lehrmädchen (evtl. 4, wenn sie noch Gehilfinnen beschäftigen) und höchstens ebensoviel der oben erwähnten, nicht gewerblichen Lehrmädchen halten darf, einstim­mig angenommen.

Aus den Mitteilungen des Herrn Lesser- Kassel, Mitglied des Gesellen-Ausschusses, ist noch hervorzuheben, daß derselbe es bedauerte, daß der Vorstand der Kammer sich gegen die Arbeiter- Kontrolleure und das Genossenschaftswesen aus- gesprochen. Ob man eine Einkaufsgenossenschaft für Schreiner usw. ober eine Konsumvereins- Bäckerei annehme, sei doch vom genossenschaftlichen Standpunkte ganz egal. Auch daß man im Jn- nungsausschuß die Erhöhung des ortsüblichen Lagelohnes abgelehnt, sei verkehrt und könne dem Handwerk keine neuen Freunde znsühren. Herr Zimmermeister Z i m m e r m a n n-Kassel tritt dem Vorredner entschieden entgegen und führt u. a. aus, daß er deshalb gegen die Arbeiter- Kontrolleure fei, weil solche doch nicht genügend Sachkenntnis besäßen, um Unfälle und Unfall- Vorschriften richtig beurteilen zu können. Diese Arbeiter-Kontrolleure sollten auch zu ganz etwas anderem dienen, als für Unfälle »sw.

lieber die Beschlußfassung der Aufstellung des Haushaltsplans für 1907 berichtete bet Vorsitzende, Herr Obermeister S i m m e n- Kassel, und gab die erforderlichen Erläuterungen. Tie persönlichen Posten würden in vertraulicher Sitzung beraten und beschlossen. Die Beratung der einzelnen Posten ist eine sehr eingehende und gründliche und gibt wiederholt zu ausführlichen Debatten Veranlassung, an benen sich auch mehr­fach Herr Regieruilgs-Kommissar Röttger betei­ligte. Schließlich wurde der Haushaltsplan nach den Vorschlägen des Vorstandes angenommen. _

lieber die Erhöhung der Reisekosten für die Mitglieder bet Kammer usw. berichtete im Namen des Vorstandes Herr Bäckermeister Runkel- Marburg. Aus den gegebenen Erläuterungen ist hervorzuheben, daß die Erhöhung hauptsächlich mit durch die am 1. Mai d. I. eintretende ander­weitige Berechnung des Fahrgeldes der Eisen­bahnen (Wegfall der Rückfahrkarten, Einführung der Zuschläge für Schnellzüge usw.) notwendig wird. Auch sonst ist ja eine allgemeine Steige­rung eingetreten. Nach längerer Debatte wird den Vorschlägen stattgegeben und beschlossen, die Vergütung für die Eisenbahnfahrt pro Kilometer von 4 auf 5 und die Diäten für Einheimische von 4 auf 6 JK, und für Auswärtige von 8 auf 10 M zu erhöhen.

Zum Schluß der heutigen Tagesordnung er­folgte bie Beratung des Antrages über Abände- rung der Vorschriften für die Vergebung öffentlicher Arbeiten und Liefe­rungen (Submissionswesen). Die Herren Schreinermeister K n i e ft-Kassel und Zimmer- meister Z i m nt e r m a u n-Kaffel geben als Be­richterstatter die nötigen Erläuterungen. Herr Kniest tritt dafür ein, daß unbedingt die Kammer alle Mittel und Wege einschlage, um eine Aendc- rung des Verdingungswesens herbeizuführen, daß der Mindestfordernde unter allen Umständen keine Berücksichtigung finde, eine freie Auswahl unter den sodann folgenden drei niedrigsten Geboten ein­trete, ferner die Regierung ersucht wird, ihre Or­gane auf eine wohlwollendere Behandlung der Handwerker und Kleinbetriebe aufmerksam zu machen usw.

Herr Zimmerineister Zimmermann als zwei­ter Berichterstatter schließt sich den Ausführungen des Herrn Kniest im wesentlichen an und gibt auf Grunb bet 20 Eingänge, welche der Kammer in dieser Sache vorliegen, eine ausführliche Er­läuterung der einzelnen Punkte an, die zur Besse­rung des Submisfionsverfahrens führen könnten. Diese Vorschläge sollen nach Antrag des Vorstan­des als Material den Landtags-Abgeordneten, der Regierung, Bundesrat und Reichstag übermittelt werden. Nach einer kurzen Debatte, welch« sich an diese sehr sachgemäßen, beifällig aufgenomme­nen Ausführungen der beiden Berichterstatter an- schloß, wurde der Antrag zum Beschluß erhoben

und sodann nach einigen geschäftlichen Mitteilun­gen bie Sitzung gegen 7 Uhr geschlossen.

vermischter.

* Eine erfreuliche Nachricht für Markensamm ler ist es, zu hören, daß das altbekannte Schwa­neberger Briesmarken-Album aber­mals in neuer Auflage und zwar in 23. Auflage 1907 vorliegt. Worte des Lobes über dieses an­erkannt gute Album sagen, hieße Eulen nach Athen tragen, da man aber gewöhnt ist, daß der rührige Verlag nicht nur sich mit Errungenschaften zufrie- den gibt, sondern stets bestrebt ist, vorteilhafte Neuerungen einzuführen, können wir auch dieses Jahr wieder eine wichtige Neueinführung erwäh­nen. Bekanntlich ist das Album der Zukunft das Permanentalbum mit auswechselbaren Blättern und hierbei bestand bisher die Schwierigkeit, zu diesem Selbstbindealbum toirflidj praktische Ein­bände zu liefern. Das ist jetzt beim Schwaneder- ger voll und ganz geglückt, und die Permanent­ausgaben mit ihrer neuen, verblüffend einfachen Selbstbinde-Mechanik müssen geradezu als ideale Sammelbücher bezeichnet werden. Außerdem gibt es aber auch Ausgaben in Buchform von den billigsten bis zu den teuersten Preislagen, sodaß jedermann unter den mehr als 70 Ausgaben sicher etwas passendes finden wird. Die soeben er­schienene große Preisliste versendet der Verlag I. I. A r n d, Leipzig, Salomonstraße 10, kosten­los an jedermann und können wir nur jedem Markensammler empfehlen, vor Anschaffung eines neuen Albums sich diese Preisliste kommen zu lassen. Es wird sein Vorteil fein.

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Literarisches.

Der Bonifatius-Sammelverein. Vortragsmate­rial. 176 Seiten Oktav. Preis 1 JC. «er­lag der Zentralstelle des Bonifatius-Sam- melvereins (für den Buchhandel durch die Junfermannsche Buchhandlung) beide in Paderborn.

Diese auf dein Büchermärkte höchst willkoin- mene Erscheinung bietet für Predigten und Reden in Versammlungen, sowie namentlich den vielbe­schäftigten Vereinspräsides wirklich recht geeigne­tes und übersichtlich geordnetes Material zu Vor­trägen über den Bouifatius-Sammelverein in Volksvereinen, Männer-, Arbeiter-, Gesellen-, Jünglings- und Müttervereinen, in Männer­und Jungfrauen-Kongregationen. Auch rednerisch veranlagten Mitgliedern der Vereine selbst wird das Buch recht gute Dienste leisten, denn man­chem, vielbeschäftigten Präses, der mitunter mehrere Vereine leiten muß, ist es in der Tat nicht möglich, jedesmal selbständig den Vortrag, auszuarbeiten. Der Gedanke, die in verschiede­nen Versammlungen gehaltenen Vorträge über den verdienstvollen Bonifatius-Sammelverein durch den Druck weiteren Kreisen zugänglich zu machen und so Stoff zu Ansprachen und Reden über den Bonisatius-Sainmelverein zu bieten, muß als ein recht glücklicher bezeichnet werden. Aus allen Reden spricht eine warme Begeisterung für die gute Sache. Diese Vorträge sind für alle Kreise geeignet und bezwecken, die Zuhörer über die Bestrebungen des Bonifatius-Sammelverein zu belehren und sie zugleich zu ermuntern, mit Eifer für ihn tätig zu sein, damit dieser wichtige Verein sich immer weiter ausbreite und wachsende Erfolge erziele. Wir wünschen dem Werke, drs als Lektüre ebenfalls mit Nutzen zu gebrauchen ist, weiteste Verbreitung.

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