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Rotatlsnrdruck u. Verlag der.huldaer Ar« tieudrrckerei in zulda. .Fernsprecher Nr 9.
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JV3 42.
Fulda, Mittwoch den 20. Februar 1907.
34. Jahrgang.
KweiLes Wl-'crtt.
Aus den gaftenhirtenbriefen der deutschen vischöse.
i.
Der diesjährige Fastenhirtenbrief des hochw. Herrn Bischofs von Mainz stellt den leidenden Heiland in seinem Hinweis auf Gott und den Himmel, in seiner Entsagung, Denlur, Sanftmut und seinen Gehorsam der im „Hasten und Eilen, Drängen und Arbeiten" ausgehenden Welt, der Genuß- und Vergnügungsucht, dem Schwinden der Achtung vor Eltern und Vorgesetzten, Kirche, Staat und Gott gegenüber. Die innige Liebe zum Kreuze und zum leidenden Heilande sei das wirksame Mittel gegen die Gefahren unserer Zeit.
Der Erzbischofs von Köln, Kardinal Fischer, behandelt das Erlösungstverk Jesu Christi. Zunächst wird dargetan, wie das Geheimnis der Menschwerdung Jesu Christi aufs engste mit dem Geheimnis der Erbsünde zusammenhängt. Wie in vergangenen Zeiten Jrrlehrer die Erbsünde leugneten, so will der „Unglaube heutiger Tage desgleichen nichts von einer Erbsünde wissen; er predigt laut die Unversehrtheit der menschlichen Natur, spricht von einer gesunden Sinnlichkeit, scheut sich gar mehrfach nicht die niedrigsten Triebe im Menschen zu verherrlichen. Und doch ist die Tatsache einer Erbschuld unseres Geschlechtes und eines damit zusammenhängenden Verderbens hef eingeschrieben in das Bewußtsein der Völker des Erdkreises, in die Geschichte unseres Geschlechtes, sowie in das eigene Interesse des Menschen." Schuld verlangt Sühne. Schuld vor Gott verlangt Sühne vor Gott. Diese zu leisten war kein Geschöpf imstande. „Was der Kreatur unmöglich war, das leistete kraft eines Ratschlusses göttlicher Weisheit und göttlicher Liebe der ewige Sohn Gottes. Er wurde in der Zeiten Fülle Mensch, wurde Glied des Geschlechtes ohne das Erbverderben desselben; denn er ist geboren von der Jungfrau. Als Gottmensck wurde er das gegebene neue Haupt des Geschlechtes, der zweite Adam, sühnte als solcher die Schuld der Menschheit und ivurde dadurch der Vater des Lebens, wie Adam jener des Todes war. Er sühnte die Schuld durch seinen Tod am Kreuze. Und nicht bloß Sühne und Genug- tuung für die Erbsünde hat uns Christi Erlösungswerk gebracht: der Herr hat durch sein Opferlebcn und -leiden und seinen blutigen Tod dem Geschlechte auch die Güter des Urzustandes zurückerworben, hat sie im eigentlichen Sinne des Wortes für uns verdient, uns einen berechtigten Anspruch darauf verschafft, falls wir nur bereit sind zu tun, was er zu dem Behuf von uns verlangt. Durch seinen Opfertod hat er die verlorenen übernatürlichen Gaben der Gnade und das Anrecht aus die übernatürliche Seligkeit wiedergebracht, hat Kraft und Gnade gesichert, um die Sinnlichkeit zu überwinden, um Gottes heiliges Gebot zu beobachten, um die Tugend zu üben, und auch unser Leib, obwohl hienieden noch den körperlichen Gebrechen und Leiden und zuletzt dem Tode unterworfen, wird einstens unsterblich auferstchen." Zum Schlüsse des Hirtenbriefes weist der Herr Kardinal auf die erzbischöfliche Verfügung hin, daß künftig
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Eine Erzählung aus alter Zeit. Von A. M. Wi tte.
11] (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
„Wünscht Ihr etwas, Rahel? Sprecht."
Rahel gab ihren letzten Gedanken Ausdruck.
„Wahr muß man immer sein", meinte Ger- Iraud. „Wahr gegen Gott, wahr gegen sich selbst; Wahrheit ist der Anfang, und mir scheint, wer Wahrheit hat, hat auch Glauben und Religion, aber ist Euch noch etwas unklar und dunkel, sagt es getrost dem Kaplan, der wird Euch raten können."
„Vertraut Ihr alles Eurem Priester an?" Fast verwundert sah Rahel auf.
„Alles", erwiderte Gertraud, „und ist das nicht schön in unserer Kirche? Ist es doch schon im ge- wöhnlichen Leben em Trost, wenn man sich aus- sprechen kann!"
„Ich hatte nie jemand, dem ich mich so ganz hätte vertrauen können," sagte Rahel langsain und traurig.
Liebevoll faßte Gertraud Rahels Hand.
„Niemals? Armes Kind, dann laßt mich Euch Freundin sein, —- mir erleichtert es stets das Herz, wenn ich einen andern teilnehmen lasten darf an dem, was mich selbst bewegt; wie vielmehr das, was das ganze Seelenleben durchzieht; und nun noch einem Priester, dessen Mund der- siegelt ist durch heiligstes Gelübde. Das ist es ja, was einen Priester so hoch über andere Menschen erhebt, daß er schweigend hören muß; schwei- gend über das, was er vernahm, uns lösen muß von der Sünde, — er muß still in sich bewahren das Leid von so vielen."
Rahel sank in die Kissen zurück.
„Ich fühle, daß mir kein langes Leben mehr
die e r st e h l. K o m m u n i o n an einem Tage im Erzbistum gefeiert werden soll, nämlich am Weißen Sonntage. Nur für die höheren Schulen, soweit sie die Berechtigung zu dieser Feier haben, wurde dieselbe mit Rücksicht auf die eintretenden Osterferien auf den Sonntag Lätare festgelegt. In herzlichen Worten bittet der Herr Kardinal Angehörige und Vorgesetzte der Kinder, diesen bei der Vorbereitung auf den wichtigsten Tag ihres Lebens sorgfältig zur Seite zu stehen und allen „übcrflüstigen Pomp, alle Art von leerer Schaustellung und theatralischem Aufzug, allen weltlichen Tand und jegliche weltliche Eitelkeit der hehren Feier" fernzuhalten; auch „Vorsicht und weise Mäßigung zu üben inbezug auf die häusliche Feier des Tages ... in den Grenzen der Einfachheit und Bescheidenheit, wie sie an solchen Tagen sich gebieterisch nahelegcn", zu bleiben. Angelegentlich empfiehlt der Herr Kardinal schließlich die Förderung der Bruderschaft zum hl. Erzengel Michael und des Pe- terspfennigs. „Der Papst ist durch die traurigen Ereignisse in Frankreich nicht nur aufs tiefste betrübt und gekränkt; auch der Petcrspfennig, auf den der hl. Vater bei der dermaligen Lage des heiligen Stuhles fortdauernd angewiesen ist, hat dadurch bedeutend Einbuße erlitten, und es ist infolgedessen eine Pflicht der übrigen Katholiken des Erdkreises, desto reichlicher und bereitwilliger dazu beizusteuern. Die Erzdiözese Köln will und wird da nicht zurückbleiben."
Der Fastenhirtenbrief des Herrn Bischofs Dingelstad von Münster handelt über das G c- b e t. Zum richtigen Beten, so schreibt der Oberhirt, gehört zweierlei, daß wir um das Rechte bitten und in der rechten Weise bitten. Eine Anleitung, die alles in sich faßt, warum und wie wir beten sollen, enthält das Vaterunser. Die Erwägung des Vaterunsers und sein rechtes Verständnis ist die Grundlage für ein rechtes Beten des Vaterunsers. Im Anschlüsse an diese Gedanken gibt der Bischof eine Erklärung der sieben Bitten des Vaterunsers. Bei der zweiten Bitte, Zukomme uns dein Reich! führt er aus: „So mahnt uns dieses Gebetswort eindringlich, daß wir den mutigen Männern helfen, die das lichte Reich Gottes hinaustragen in die Nacht der Völker des Heidentums. Helfen wir ihnen durch opfermutige Mitarbeit, wenn jemand dazu von Gott berufen wird, jedenfalls durch Mitarbeit in Gebet und Unterstützung, wozu wir alle berufen sind. Aber auch inmitten des Christentums, ganz nahe bei uns, in unseren Familien, in unserem Umaangsk">nse, fr unseren Arbeits- und Wirkungsstätten: überall sollen wir Boten und Mehrer des Reiches Gottes fein. Ach, wie arm an wahrem Christentum ist unsere stolze Zeit geworden! Wie arm, und deshalb wie unglücklich trotz aller hochge- priestnen Kultur! Wie beengt und wie bedrängt ist Gottes Wort und Gottes Reich von so vielen Seiten, an so zahllosen Stellen, bei so zahllosen Menschen, die sich Christen nennen, in unseren Tagen! Aus tausend trüben Quellen fließt das Gift des Zweifels, des Unglaubens, der Un- sittlichkeit in die Adern des christlichen Volkes; unbesiegbares Vorurteil, falsche Wissenschaft, hundertköpfiger Irrtum sind Tag und Nacht am D>ecke, um Gottes Reich zu untergraben und zu zerstören. Bis zum Hasse steigert sich die Abneigung gegen Gott und gegen seinen Gesalbten. Im Namen der Natur wird alles Uebernatür- liche bekämpft; im Namen der Freiheit die gott-
vergönnt ist, sagt also dem Kaplan, daß keine Zeit zu verlieren sei, daß ich vor meinem Tode bekennen will, daß ich mich in meinem Herzen als Christin fühle." Gertraud hielt mit Mühe die Tränen zurück, als sie in Rahels leidende Züge blickte, drückte ihr liebevoll die Hand und verließ das Gemach, um der Kranken Wunsch zu erfüllen.
Lange weilte der Priester bei der Kranken, über deren Gemüt sich je länger je mehr ein stiller, seliger Friede niedersenkte. Am Abend desselben Tages ward sie getauft. Eberhard, seine Mutter und Gertraud waren zugegen. Nach der Taufe trat Ruben ein, ein Blick auf Rahel zeigte ihm, daß menschliche Hilfe hier nichts mehr vermöge.
„Ruben —" nur mühsam brachte Nahe! diese Worte hervor, „wird mein Vater mir vergeben?"
„Er [jat Dir vergeben, und wird nun in Sicherheit sein."
„Gelobt sei Gott, ■— und — Ruben —, wenn Du ibn wiedersiehst —, sag ihm, daß ich freudig starb im Glauben an Christum, der auch für mich gestorben. Daß ich Gott gebeten habe —, auch ihn auf den rechten Weg zu führen." Schweratmend hob sich Rahels Brust. Dann fuhr sie fort: „Dank, Tank für alles. Für Eure Liebe. Dank für alles, was Ihr so reich an einem verlassenen Mädchen getan." Noch einmal wandte sie sich zu Eberhard, der in leidenschaftlicher Liebe, schmerz- bewegt in ihre Augen sah. Der Ausdruck tiefer Trauer, den sie sonst wiedergespiegelt, war aus ihnen entschwnnden, und ruhiger Friede strahlte aus ihrem Blick. Erschöpft lehnte sie sich dann zurück. Es ward still und immer stiller in dem Gemach. Nur Gertrauds Schluchzen tönte durch das Zimmer.
Tas Abendrot warf einen verklärenden Schein auf die Sterbende, deren Bett inan näher an das Fenster geruckt hatte. Nach einiger Zeit schlug Rahel die Augen wieder auf und richtete sie gegen Himmel: „Ta ist der Stern, der mir erschienen
gesetzte Schranke der Autorität freventlich gering geschätzt oder frech durchbrochen; im Namen des Diesseits das Jenseits dem Gespötts preisgegeben. Alle Waffen sind der Verführung recht: Mißkennung, Entstellung, Lüge und Verleumdung. Wie bittere Not ist cs da, daß wir den tiefen Sinn der Gebetesworte fassen und ihnen entsprechend wirken; Zukomme uns dein Reich! Hinweg mit aller Lauheit und Gleichgiltigkeit! Hinweg mit aller Liebäugelci gegenüber dem UnglauBen, dem Irrglauben und der sittlichen Verderbnis! Durch ihr heiliges Leben sind die ersten Christen siegreiche Boten ihres hl. Glaubens geworden. Ihr Leben war ein lautes Beten um das Kommen des Reiches Gottes. So soll es auch bei uns sein Unermeßlich ist die Macht des Beispiels. Lassen wir cs hinausleuchten in die Welt! Fangen wir damit an in unseren Familien. Geben wir es überall, soweit der Kreis unseres Wirkens reichen mag. Glaubensfestigkeit, Sittenreinheit, Wahrhaftigkeit und Treue, opfermutige Erfüllung jeder Standespflicht, Gottvertraueu in allen Lagen, Arbeitsfreudigkeit, werktätige Liebe zu allen Menschen: sehet, das ist die rechte Üebersetzung dieses großen Gebetswortes aus dem Herzen aus die Lippen und hinein in unser Leben: Zukomme uns dein Reich!"
vermischtes.
* Das Gehalt einer Löwenbändigerin. Ein Prozeß, der sich vor dem Gewerbegericht in Kiel gegen den Besitzer einer herumziehenden Tierbude übspielte, läßt einen erschreckenden Einblick tun in die manchmal geradezu traurige Entlohnung der angestellten Tierbändiger. Die in der Tierbude tätige Löwenbändigerin behauptete, sie habe monatlich ein Gehalt von 60 Mk. zu beanspruchen, für die letzten neiden Monate jedoch nur je 30 Mk. erhalten, weshalb sie auf Nachzahlung von 60 Mk. klagte. Ter Beklagte vermochte jedoch den Nachweis zu führen, daß für die Zeit vom 1. November ab wegen der Einschränkung der Vorstellungen tatsächlich eine Herabsetzung des Monatsgehaltes auf 30 Mk. vereinbart worden sei, weshalb die Klage kostenpflichtig abgewiesen werden mußte.
* Gewohnheit. Frau: „Du Lump, du Saufaus, es ist eine Schande, so spät aus dem Wirkshause zu kommen." — Mann (zerknirscht): „Ja, du hast recht." — Frau: „Ruhig, widersprich mir nicht!"
Marktberichte.
* Frankfurt, 18. Festr. 1907. Am heutigen Wochen- markte waren einheimische Brotsrüchte etwas reichlicher angeboten. Bei normaler Bcdnrisfragc war Landweizen im Preise unveränöert. Landrogge» weiter etwas erhöht. Ausländische Brotsrüchte anhaltend knapp offeriert und bei ruhigem Geschäft gut beimuptet. Gerste unverändert. Hafer gut gefrag und weiter befestigt. Mais ohne Angebot. — Es notieren: Weizen hiesiger und Welterauer 18.60-18.75 Mark, kurhessischer je nach Qualität 00.00— 00.00 Mark, norddeutscher—.— bis —.— Mk., Tuff. 20.00—21.25 M., Redwinker 00.00—00.00 Mk., Kansas 20.00—21.— Mk., La Plata 00.00—00.00 M„ rumänischer 18.75-20.— Mark. Roggen, hiesiger 17.50—17.75 Mk., bat)«. 00.00-00.00 Mk., russischer 17.75-18.25 Mk. Gerste hiesige 18.25—18.65, Pfcilrer 18 50—18.75, fränkische 18.50 bis 19.—, Riedgerste 18.75—19.—, ungarische —.— bis —Mk. Haser, hiesiger, 18.00 bis 19.25 Mk., bayerischer 18.60—19.25 Mark, russischer 18 50 bis 19.25 M., runiän. 18 50—19.25 Mk., amerikanischer 00.00—00.00 M., Mais (Mixed) 00.00-00.00 M., Donaumais 60.00-00.00 M, La Plata 00.00-00.00 Mark, russischer 00.00 -00.00 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl fest. Es notiert je nach Qual.: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 27.50
bis 28.25 M., feinere Marken 28.75—29.50 M., Nr. 1 25.50-26.25 M„ fein ere Marken 26.50-27.25 Mark Nr. 2 25.00—25.50 M., feinere Marken 25.50-26.25 Mark, Nr. 3 23.50- 23.75 Mk., feinere Marken 24.25 bis 24.50 M., Nr. 4 21.50—21.75 M„ feinere Marken 22.25—22.50 M. Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 26.50 bis 27.00 M., Nr. 1 24.50—25.— M.,' Nr. 2 19— bis 20.50 M. Alles per 100 Kilo in kl. Sack. — Futterartikelunverändert. Weizenschaleu 5.05—5.15 M., Weizenkleie 5.10—5.20 M., Roggenkleie 5.50—5.75 M., Futtermehl 7.00—8.— M., Bi'ertr.ber, getrocknet, 5.40—5.70 Mk. je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.
* Frankfurt a. M„ 18. Febr. 1907. Amtliche Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Berkaus standen 399 Ochsen, 54 Bullen, 944 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 252 Kälber, 302 Schafe und Hammel und 1540 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 80—82 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 70—74 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 64-68 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: ». vollfleischige höchsten Schlachtwertes 73—75 Mark, h. mäßig genährte jüngere und gut genähtte ältere, 70—72 M., c. gering genährte 00.00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlacht- roerteS 73—75 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 70—72 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere mtb Rinder) 60 bis 64 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 00—00 M., e. gering genährte Kühe und Färsen 'Stiere und Rinder) 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollmast) u. beste Saugkälber (Hamtov.) 100—104 Pfg , b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 88—90 Pfg., v. geringe Saugkälber 65- 70 Pfg., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthäminel 82—84 Pfg., b. ältere Masthämmel 75—78 Pfg., mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe)OO—00Pfg. Schweine: a. vollsteischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen int Alter bis zu l1/« Jahren 62—00 Pfg., b. fleischige 60—61 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 55—00 Pfg., d. ausiändiiche Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: a. 60—62 Pfg., b. 52 bis 56 Pfg. Schweine: a. 49—00 Pfg., b. fleischige 48—00 Pfg. Geschäftsgang in Großvieh schleppend, Ueberstano unbedeutend, in Kleinvteh gut. Markt geräumt. Ans Oesterreich standen 91 Ochsen, 1 Bulle und 10 Stiere zum Berkaus.
Um angestrengt arbeiten zu können, muss man gute, kräftige Nahrung zu sich nehmen. Unter allen Nahrungsmitteln nimmt Quaker Oats den ersten Rang ein, denn neben seiner Leichtverdaulichkeit besitzt es alle Bestandteile, die den Körper kräftigen <und die Gehirn thätigkeit uii- 'öterstiitzen.
Was Tante Lina im Pompadour hat: ♦ eine Brille, einen Strickitrumpf^ ein Taschentuch und eine Schachtet Fays ächte »ebener Mmeral- ♦ Pastillen. Und wo einer m der Familie hustet, Hetzer und verschleimt oder sonst nicht wohl ift — gleich öffnet sie die wohltätige schachtel und teilt von den kleinen weißen Dingern aus. Denn sie weiß aus Erfahrung, wie am ge zeichnet FayS ächte Sodener bei Erkältungen wirken ▼ und sie hat mit ihrer Paftillenfpende schon viel ♦ Segen gestiftet. — Man kauft Fays ächte Sodener überall für 85 Pfg. per Schachtel.
in bangen,. trüben Stunden. Der Stern von Bethlehem, auch mir ging er aus, strahlend, funkelnd, zu erleuchten meinen Todcspfad. Weinet nicht — Gertraud — das Leben reicht — mir bis zu in Schluffe — die Blüten, die ich bis da vergebens mir ersehnt — cs lächelt mir im Tode — irdisch Glück."
Sie versuchte, Eberhard die Hand zu reichen, aber matt sank dieselbe auf die Kissen nieder. Eberhard erfaßte sie: „Vergeßt nicht — das einsame Mädchen, das Ihr gemacht — reich und glücklich — durch Eure Liebe. Rnben, folgt mir nach auf dem Wege — zunt Erlöser. Segen über alle, Eberhard . . . Sie griff mit letzter Anstrengung nach Frau von Rachows Hand —, ihr «Haupt sank zurück, ihre Seele war entflohen.
Eberhard drückte ihr sanft die Augen zu, und sank dann in wortlosem Schmerz an ihrem Lager nieder.
Am nächsten Morgen schied Ruben, um nach Berlin znrückzukehren. Trotz Eberhards Abmahnen hielt er cs für feine Pflicht, seinem ärztsichen Berufe dort weiter obzuliegen. Rahel wurde auf dem Friedhof des Dorfes bestattet. Der Kaplan sprach den Segen über ihr Grab. Von Borneck erhielt Eberhard niemals wieder eine Kunde
Eberhards Befürchtungen hinsichtlich der Judenverfolgung trafen im furchtbarsten Maße ein. Die widersinnigsten Beschuldigungen gegen sie wurden Taut; der Hostiendiebstahl sollte geschehen sein, um dem Haß gegen Christum zu genügen. Die abergläubische Menge des Volkes glaubte alles, was wider sie gesagt wurde, und auch Kur- fiirst Joachim blieb taub gegen die Vorstellungen vernünftiger Menschen. Er ließ die Angeklag- ten foltern, welchen die Onalcn natürlich die seltsamsten Geständnisse entlockten. Er erstickte darin eine Bestätigung ihrer Schuld und ließ dem Rechte freien Lauf. Auf seinen Befehl wurden alle angeklagten Juden noch Berlin gebracht. Tas Urteil wurde über sie gesprochen und vollstreckt.
Die uralte endlose Reihe im Namen des Rechts begangener Gewalttaten wurde um einen jener Brutalitätsakte vermehrt, wie wir sie immer da geschehen sehen, wo statt des Rechts die Lciden- schaftem zu Gerichte sitzen. Unwissenheit, Aberglaube, Fanatismus und Folter taten ihr Werk, und die barbarische weltliche Gerechtigkeitspflege jener Zeit übte summarisch ihr schreckliches Amt: 38 Juden wurden dem Fcuertode überliefert,, die nicht angeklagten Juden der Mark wurden auf kurfürstlichen Befehl verbannt und mutzten schwö- ren, sich niemals dafür zu rächen.
Ruben entging allen diesen Verfolgungen. Das letzte Wort der sterbenden Rahel hatte er nicht vergessen können. Es wurde ihm gewitz, datz jener Glaube, welcher sie fähig gemacht, getrost in das unbekannte Jenseits zu gehen, in einem Augenblicke, wo ihr die Erfüllung ihres heihesten Wunsches für dieses Erdenleben lächelte, doch der wahre sein müsse, und er bekannte sich zum Christentums.
Eberhard trauerte lange um die Geliebte und seine Mutter und Gertraud litten mit darunter. Besonders letztere, deren edles, warmes Herz ihren Vetter mit der Liebe liebte, die alles trägt. Sie war unglücklich, ihn leiden zu sehen und ihm den Schmerz , nicht erleichtern zu können.
Allmählich ward er jedoch ruhig und resigniert.
Nach zwei Jahren erfüllte er den Lieblings- Wunsch seiner Mutter und führte Gertraud heim in der Vereinigung mit ihr doch nach allem Leid Gluck und Frieden findend.
Es war nicht jene Liebe, welche einem Meteore gleich, wie damals, plötzlich aufgetaucht an seinem Lebenshorizont, um kurze Zeit ihu strahlend zu verklären und dann in Nacht' zu versinken, es war ein ruhiges, sicheres Glück, als sei der müde Wanderer heimaekehrt in den ruhigen Port deS Friedens, das ihm an Gertrauds Seite bereitet toar