34. Jahrgang
Fulda, Freitag den 8. Februar 1907
M 32.
Parlamentarische Nachrichten.
* Das Arbeitspensum für das Abgeord-
CJZed)6ruti verboten.)
2]
bewegten.
und ähnliche Korporationen mit Aufträgen vom Kolonialamt bedacht werden könnten, dahin, daß im Kolonialamt nicht genug Personal vorhanden sei um mit verschiedenen Lieferanten Verträge abzuschließen. Im Interesse der Handwerker wäre zu wünschen, daß genügend Organe angestellt würden, die prüfen, abnehmen und Verträge abschlie- ßen können. Bislang ist eS der Intendantur in der Tat unmöglich gewesen, Abschlüsse von verschiedenen kleinen Lieferanten zu machen. Einen interessanten Versuch nach dieser Richtung hat übrigens jetzt die österreichische Armeeverwaltung unternommen. Sie vergibt für das laufende Fahr den vierten Teil ihres Bedarfes in Leder- oaren und Arbeiten an Kleingewerbetreibende des Schuhmacher- und Sattlerhandwerks. Um diesen die Anfertigung zu erleichtern oder erst zu ermöglichen, werden ihnen auch die erforderlichen. Muster, Zeichnungen ufro. zugestellt und selbst die nötigen mündlichen Anleitungen gegeben. Auf der anderen Seite wird den Handwerkern der Abschluß eines schriftlichen Vertrages wie die Stel- lung einer Kaution erlassen. Auf die Klemge- werbetreibenden Oesterreichs entfallen werbet »twa 50 000 Paar Stiefel im Werte von etwa 500 000 Mark und Sattlerarbeiten im Wert von etwa 200 000 Mark. Man rechnet, daß dabei auf jeden Schuhmacher vielleicht sieben Paar Stiefel, auf den einzelnen Sattler Lieferungen im Wert von etwa 500 Mark kommen dürfen. Mit Recht darf man wohl gespannt sein, wie die österreichi- sche Armeeverwaltung seinerzeit mit dem Ergeb- nis dieses interessanten Versuchs zufrieden sein
sind bis zum 31. Dezember 1906 zusammen 1842521 bewilligt (30. September 1906 1791110). Hiervon entfallen an weibliche Ver- sicherte, welche in die Ehe getreten sind, 1510 074, an versicherte Personen, welche durch einen llnfaU dauernd erwerbsunfähig geworden sind 4274 und an die Hinterbliebenen von Versicherten 328178.
wesen Die schmutzige Kampfesweise der Litze- ralen in Straßburg-Stadt hätte unstreitig eine
teilen und nicht in Gemäßheit der Erläuterung zu diesem Titel eine bestimmte Anzahl von Stellen mit diesem Gehalte auszustatten. ,
v. Vom Zentrum ist am Donnerstag im Ab- geordnetenhause eine Interpellation betr. das Unglück auf der Grube Reden emgebracht worden. Dieselbe hat folgenden Wortlaut: „1) Hat die Untersuchung über das auf Grube Reden am 28. Januar 1907 vorgekommene Unglück ergeben, daß die zum Schutze von Leben und Gesundheit der Bergleute in den staatlichen Gruben erlassenen Vorschriften beim Betriebe der genannten Grube in den letzten Wochen vor dem Unglück und insbesondere an dem Unglückstage selbst beobachtet i worden sind? 2) Erscheint es nicht notwendig, ! die zur Zeit geltenden Vorschriften zu verbessern und zu verschärfen, um den vollen Schutz von Leben und Gesundheit der Bergleute zu gewähr- leisten? 3) Welche außerordentlichen Beihilsen gedenkt die Staatsregierung in Anbetracht der ungeheuren Größe und Schwere des Unglückes den betroffenen Bergleuten und den Hinterbliebenen der Getöteten zu Teil werden zu lassen?" Unterzeichnet ist die Interpellation vom Abgeord- neien Marx. Zu dem gleichen Gegenstands haben auch die beiden steisinnigen Parteien eine Inter- peüatio eingebracht. Diese lautet solgendermaßen: „Ist die Regierung bereit, Auskunft zu geben über die Ursache des Grubenunglückes in dem Redener Bezirke und was gedenkt die Regierung zu tun, um in Zukunft eine größere Sicherheit I gegen derartige Bergwerkskatastrophen zu schaffen ?“
* Stimmungsbild ans dem preußischen Abgeordnetenhause. Nach 25tägiger Pause hat das preußische Abgeordnetenhaus am Donnerstag feine Sitzungen wieder ausgenommen. Es hat I die längere Unterbrechung in Rücksicht auf die Wahlkampagne eintreten lassen. Und wer zu Beginn der heutigen Sitzung den Saal überschaute, konnte alsbald sehen, daß die Wahl- stimmung sich auch noch auf die große Landstube in der Prinz-Albrechtstraße übertragen hat. Wenigstens ging es da unten sehr lebhaft zu und der größte Teil der Unterhaltung drehte sich um den Ausgang der Wahlschlacht. Da zu- I dem daS Haus nicht schlecht besetzt war, war das Stimmengewirr so laut, daß die Glocke des Präsidenten wiederholt ertönte; die Foyer- stimmung behielt aber die Oberherrschaft. Erst dann trat liefe Stille ein, als das Haus das Andenken des in nahezu vollendetem 85. Letzens- 1 fahr verstorbenen nationalliberalen Abgeordneten , Schaffner ehrte, der im Jahre 19o3 als Alters- । Präsident fungiert hat. Anderseits ist der Abg. , Müller-Sagan von seiner Erkrankung wieder genesen und verweilte heute erstmals wieder im , | Parlament; während der Verhandlungen ließ er es an den von ihm gewohnten Zwitchenrufen durchaus nicht fehlen. Im übrigen verlief die Sitzung ohne weitere Aufregung. Mit einiger Spannung sah man der Rede des Landwirt- schastsminlsters entgegen, welche die Beratung des Landwirtschastsetats einleitete. Wie er schon im Reichstage zeigte, ist sein Redner- or an nicht besonders stark, auch feine Vortragsweise vermag nicht, allgemein zu fetseln. Dalür spricht er aber mit liebetlegung und nicht allzu lange. Seme Rede galt dem jetzigen Stand der
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In bet sich stets gleichbleibenden, eintönigen Einsamkeit und Abgeschlossenheit des Fudenboses touchs, trotz der Verfolgungen, denen ihre Glau- bensgenossen von Zeit zu Zeit ausgesetzt waren, Rahe! unterdessen still heran. Ihr Vater war der angesehenste Kaufmann Berlins; nicht nur der Vermittler aller Geldgeschäfte, da es sonder- barerweise damals nur den Juden gestattet war, Zinsen für auSgeliehene Kapitalien zu fordern, sondern er hatte durch seine zähe Tatkraft und seinen tüchtigen kaufmännischen Sinn den größten Einfluß auf alle Handelsgeschäfte. Er benutzte diesen Einfluß auf jede nur denkbare Art, er wollte die Macht sich schaffen, die einzig seinem Volke zu Gebote stand, die Macht des Geldes. Er war gehaßt als Wucherer, wurde aber trotzdem immer und immer ausgesucht. In Verkleidung aller Art schlichen sie zu ihm, die stolzen Patriziersöhne auf Wucherzinsen sich Darlehen zu verschaffen; sie brauchten ihn, obwohl sie wußten, daß es sein Grundsatz war, die Schwächen seiner Mitmenschen zu benutzen. Er wußte, daß die Edellente und die christlichen Kaufherren seiner bedurften, und je mehr Verfolgungen sein Volk ausgesetzt ward, desto hartherziger wurde er den Christen gegenüber, desto mehr zeigte er ihnen, daß in solchen Augenblicken er der Gebende, sie eie Bittenden waren. Dieser Ctzarakterziig des VoterS war Rahe! unbekannt: Sah sie auch die Herren, welck'e zu ihm gingen, so glaubte sie eilt- fach, daß c$ Geschäftsleute toären, und da sie sich für dieselben nicht interessierte, fragte sie auch niemals nach den näheren Umstünden. Einsam und freudlos warne die Jahre der Kindheit verstrichen, keine liebende Äutterhand hatte sie ae-
obaß am
(1. Oktober 1906: 147250).
wurden seit dem 1. Januar 67000 bewilligt, wovon 44901 in Wegfall gekommen sind, sodaß am 1. Januar 1907: 22099 verblieben (am 1. Oktober 1906 22297). Beitraqserstattungen
und sie war glücklich, wenn Ruben kam, wa? nicht regelmäßig geschehen konnte. Ihr junoer Lehrer war sehr bewandert in der Arzneikunde, darum ward seine Hilfe nur zu häufig von den Kranken begehrst — gab es damals doch nur wenige, welche gleichen Wissens sich rühmen konnten und auch unter ihnen waren die meisten - Quacksalber. Ruben war es geglückt, als ein Jahr nach Jo- achiius Thronbesteigung die Pest zu wüten begann, vielen zu helfen, manche noch dem Tode abzuringen, nach denen dieser schon gierig seine
kommen. ~ ...
* Straßburg, 7. Febr. 1907. Hier standen ein Freisinniger und ein Sozialdemokrat in der Stichwahl. Wie man da in der Stadt umbte Zentrumsstimmen buhlte, spottet laut ,Elsässer feder Beschreibung! Die lrberale Presse, von der perfid biedermaierischen bis zur gehässigsten, war Über Nacht katholisch geworden, die paar Vor- spannkatholiken wurden mit Ehrenbezeugungen nur so überschüttet, die „geistliche Wahlbeemftns- sung", die man bisher als das größte der Uebel hinstellte, war jetzt Plötzlich erlaubt wurde flehent- r• v- _______trtil hnn itnTrttttprnert Mit*
Ein trüber, regnerischer Sonntag war angebrochen. Rahcl saß in Gedanken versunken an dem Fenster ihres Stübchens, über dein der unsichtbare poetische Hauch weiblichen Waltens zu schweben schien, und schaute hinaus auf den eng begrenzten Raum des Judentzoses, auf dasselbe oft gesehene Bild, welches in seiner Eintönigkeit sich ewig ole-cki blieb. Auf drei Seiten umgeben von den düsteren, engen Gebäude», welche jedem Sonncnstrahle zu wehren schienen, ward es vorn durch das Hobe, eiferne Gitter begrenzt, das die Juden abschloß von der Außenwelt. Auf dieses Tor richteten sich sehnsüchtig Ratzels Augen, schien doch hinter ihm eine andere, schönere Welt zu
nicht der Fall gewesen, wenn sie etwas anderes erlebt hätte, das diesen einen Lichtpunkt ihres Lebens hätte erlöschen lassen; so wurde es für ihre zum Grübeln und Denken angelegte Natur der Kreis, um den jederzeit ihre Gedanken sich
auch in anderer Beziehung für das Kind sorgte, blieb eben eine Dienerin, welche nicht immer den richtigen Weg fand, welche Rahel nicht schützen konnte vor dem mancherlei Schlechten, das sie im Judenhof kennen lernte. Einigkeit herrschte hier nur, wenn es galt, den Christen gegenüberzutreten, sonst trennten auch auf diesem abgeschlossenen Stückchen Erde Zwietracht, Neid und Mißgunst die wenigen Personen, welcher gleicher Glaube hier vereint hatte. Aber Rahels Gemüt blieb rein, sie wuchs zur Jungfrau heran, wie eine einsame Wasserlilie im Schlamm und Unkraut
Hand ausstreckte; was nicht zum wenigsten dazu beigetragen hatte, das Haus, in dem er und Rahels Vater wohnten, vor der Verfolgung zu
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Srtirlftither: 3. Saum;
ttÄ woch-nd-iiage: „IllustrkrteSonntagrzeitung"
erblüht, doch unberührt davon. Ihr Vater sah stolz ihre auskeimende Schönheit, das Erbteil der früh verstorbenen Gattin, und er lebte sich mehr, ——......._ ..
und mehr in den Gedanken hinein, sie nun auch verborgen in ihrem Herzen, vielleicht wäre die^ reich zu machen, reich vor allen anderen. In die- sen Zukunftsgedanken vergaß er fast der Gegenwart; vergaß, daß sein Kind Ansprüche an ihn habe, daß ihr Leben öde und einsam blieb, da kein Strahl der Elternzärtlichkeit dasselbe beschien. Eine einzige Freude hatte sie: zu lernen, sich in alles das zu vertiefen, wa sibr zu wissen wünschenswert erschien, und ihre Bildung war eine selten gute für die damalige Zeit. Ein Bewohner des Jndenhofes, ein entfernter Verwandter ihrer verstorbenen Mutter, erteilte ihr Unterricht,
8rfd tint tSgUch, mit au$r.abmt bet Sonn« unbSeieitage. Viertel« jabn. Bezugspreis ebne öringerlobn nutz veitetz ield in Hulda und auswärts i Mt 50 pfg-
liegen, — eine Welt, die sich ihr vielleicht nie erschließen sollte. Siebzehn Jahre lang hatte sie täglich nur diese Aussicht gehabt, hatte täglich nur den immer mehr anwachsenden Kehrichthaufen und die um den alten Brunnen versammelten weiblichen Bewohner des Judenhofes gesehen. Erst heute früh war sie wieder geweckt worden durch die lauten, scheltenden Stimmen und war, wie so häufig, Zeuge des Haders und Streites gewesen, der um geringfügigster Kleinigkeiten willen unter ihnen ausbrach.
Ein Seufzer, fast unhörbar, stahl sich ans ihrem Herzen. Würde ihr Leben sich niemals ander- gestalten? Würde ihr Vater nte ihren Bitten Gehör geben und sie etwas anderes setzen lassen, als diese Atzgeschiebenheft? Tas Verlangen nach Jugendgliick machte sich in ihr geltend. Sollte sie niemals frei werden von den Fesseln, die sie hier festzuschmieden schienen? Warum mußte sie an diese Scholle gekettet sein?
„Wird mein Leben stets so düster, ohne Blumen, ohne Sonne vergehen, — werde ich Tag für Tag in demselben traurigen Einerlei leben und alt werden, um dann zu sterben, ebne kennen gelernt zu haben, was Jugend und ,cugend- freude heißt?" Fast vorwurfsvoll durchzog dieie i [«frage ihre Seele, und nachdenklich schaute sie | zum grauen Himmel empor. „Bin ich weniger
berechtigt zum Glück, als die, welche sich Christen | nennen? Warum mußte sie geboren werden als
Tochter eines versehmten Geschlechtes?"
Ta begann plötzlich das Geläute der Glocken, das die Christen zum Hause des Herrn rief. Zu- erst ein fernes Klingen, weiter vom Wind getragen, scholl es nur schüchtern durch die Lüfte, — die Glocken der Petrikirche, dann Voller und ernster der Ton der Marienkirche, die ersten Klange säst erdrückend; eine Stimme, die in dumpfem Baß zu erinnern schien an jenen Tag, da das Volk den Bischof von Bernau erschlagen, als er den Bannstrahl gegen die Kirchenfrevler lau schleudern drohte. Ein Priester erschlage«
Sieg bringen. , turcil. — W
f. Die Zahl der Invalidenrenten, welche b}eI eklatantere Niederlage verdient. Wir mach- eit dem 1. Januar 1891 bis einschließlich ten einmal sehen, was sie ^"tem wenn wsien 31. Dezember 1906 bewilligt wurden, beträgt gegenüber unserseits mit solchen Mitteln operiert 1403 801 Mk.; davon sind infolge Todes oder würde!
Auswanderung ufro. weggefallen 539 226, sodaß am 1. Januar 1907 blieben 814575 (1. Oktober I 1906 808432). Die Zahl während desselben Zeitraumes bewilligten Altersrente betrug ---
448 500, in Wegfall gekommen sind 322977, netenhaus für die Zeit bi§ $u ben Oiterjenen 1. Januar 1907 liefen 125 603 soll nach einem dem Seniorenkonvent vorliegenden ' Krankenrenten Plane in folgender Weise sestgesetzt werden:
' Es sind 37 Tage von den 38 zur Verfügung
stehenden Arbeitstagen für die Erledigung des Etats in Aussicht genommen. Von diesen ent- fallen 34 Tage aus die 2. Beratung und 3 Tage aus die 3. Beratung. Im vorigen Jahr nahm die Etatsberatung nicht ganz 34 Tage in Anspruch. Bei der 2. Beratung werden berechnet: bei der Justiz 2,5 Tage, Ministerium des Innern 3 Tage, kleine Etats 1 Tag, Kultusministerium 10 Tage, und zwar hiervon 3 Tage für Minister« gehalt und 3 Tage für Elementar-Nnterrichts- wesen sowie Kultus und Unterricht gemeinsam. Für den gegenwärtig zur Beratung stehenden Etat der Landwirtschaft werden in Ansatz gebracht 5,5 Tage, für die Steuern 0,5, Eisenbahnen 4,5, und zwar Perso en- und Güterverkehr 1,5, Zng- verbindungen 0,6, Beamte 1,4, Verschiedenes 1 Tag. Ferner werden in Aniatz gebracht für Ansiedlungskommiision 1,5, Finanzminisierium0,5, Zentralgenosfenschattskafse 0,5, Bauverwaltung
t. Der neugewöhlte Reichstag zeigt eine gar sonderbare Zusammensetzung: Neben zwei Frank'en und einem Normann ist ein Sachse, ein Preiß, ein Böhme und ein Siebenbürger vorhanden. Ein Hermes erinnert an die griechische Göttersage, ein David und zwei Pauli an die Bibel, ein Herold mit Pfeifer zieht dem Herzog voran. Das Handwerk, ist wenigstens dem Warnen nach, in sehr stattlicher Zahl vertreten. Drei Müller und drei Schmidt'S, zwei Becker und zwei Wagner, fernerhin ein Fleischer und ein Metzger, ein Zimmermann, ein Faßbender, ein Web er und e;n Schne ider. Die Landwirtschaft ist vertreten durch einen-
I hereinfiel, indem sie einen von der 'Straßb. Post in elfter Stunde veröffentlichten, und als Flug- blatt verteilten Auszug aus einem Hirtenbrief unseres Bischofs aus dem Jahre 1894 als von
I 1907 datierend betrachtete. Eine Handhabe, bte
WcrHeO
Eine Erzählung aus alter Zeit. Von A. M. Witte
nach wird alto der Etat im He.renhauS erst nach der Osterpause erledigt werden.
* Die Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses hielt am Donnerstag eine Sitzung ab, in der sie sich mit dem landivirnchasikicheu Etat beschäftigte. Voraussichtlich findet am Freitag eine weitere Sitzung statt.
* Der freisinnige Abg. Pel tasohn hat im Abgeordnetenhause einen Antrag emgebracht, m
Deutsches Reich.
Berlin, 7. Februar 1907.
f. Die Trauerfeier für den verstorbenen früheren Präsidenten des ReichSverstcherungS- amtes Dr. Bödicker sand am Donnerstag vormittag in der St. Hedwigskircke in Berlin statt. Es hatte sich eine zahlreiche Trauer- gemeinde eingefunden. Anwesend waren der Präsident deS Reichsversicherungsamts Dr. Kaufmann mit sämtlichen Räten, die Minister Dr. Studt, Graf Posadowsky und der frühere Minister Möller. Weiter waren anwesend der Direktor Kaspar vom ReichSamt des Innern und die Präsidenten der Handelskammer. DaS feierliche Requiem zelebrierte Probst Kleineidam. 9lach dem Requiem hielt Pater Bonaventura aus dem Dominikanerorden eine warm empfundene Gedächtnisrede.
* Vergebung von Staatslieferungen an Handwerker unb Handwerkerver- einigungen. Zu dieser Frag? schreibt bte „Deutsche Mittelstandskorrespondenz": Seinerzeit äußerte sich im Reichstag der stellvertretende 5to> lonialbireftor Dernburg zu der Frage, ob nach der Auflösung des Vertrages mit der Firma Tip- pelskrrch kleine heimische Handwerker und Gewerbetreibende sowie Handwerkervereinigungen
Letati»«»druck tu Verlag der Fuldaer Ae« _ , - , , . , ..... tiendrickerel in Hulda. Monattbeilage: „zuldaer SeschlchtMatter zentsprecher Nr 9.
** Berlin, 7. Febr. 1907. Der Kaiser besuchte heute vormittag ben Reichskanzler und hörte im Schloß die Vorträge des Kriegsministers, des Chefs des Generalstabes der Armee, des Chefs des Militärkabinetts und des Präses der Artillerieprüfungskommission. — Der Kaiser beabsichtigt, wie eine Berliner Korrespondenz aus unterrichteten Kreisen hört, Ende März M*S? SÄ» I einen Gegenbesuch abzustatten. — Das Kron- Prinzenpaar beabsichtigt, nach Beendigung der Hoffestlichkeiten Mitte Februar nach St. Moritz zu reifen, um dort einen dreiwöchigen Aufent- halt zu nehmen. — Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg ist seit einiger Zeit an einem Luftröhrenkatarrh erkrankt, der ihn nötigt, den größten Teil des Tages im Bett zu verbringen. Der Zustand des Patienten gibt jedoch zu Besorgnissen keinen Anlaß. — Der stellvertretende
. . , onfn„;nrhirpftr>r Derntzura hat am Donners« s welchem die Regierung aufgefordert wird, die
Feldmann, einen Vogt undemen ter, ®IrIau6 tiedaüen. Einer Der- im Justizetat vorgesehenen Stellen für 1908
die Feuerwehr durch eiuen Löscher, daS Der- K^Blättermeldung zufolge wird er seinen Ur- Gerichtsschreiber und Sekretäre mit kehrSgewerbe durch einen Fuhrmann; Em Uner5er$of ber£ri„gen. Zur Eröffnung des dem Gehalte von 1800 bis 4200 Mark Gehalt Jäacr mit Rören und Boltz folgt auf dem I wirb Herr Dernburg wieder in Berlin I grundsätzlich nach dem Dienst alter zu ver-
Hatzfeld dem Wilde; mit dem Kaphengst Neffen. — Im preußischen Abgeorbne->»- •- - -------------
kommt er auf den Hirschberg und zudem ten hause haben bekanntlich die Nationallibe- Biber st ein scheucht den Wolf, den Haas w;en eine Interpellation über den Studtschen unb das Eichhorn. Die Vogelwelt entsendet Bremserlaß eingebracht. Diese Interpellation
£ra@.ier einen Sani, einen Sint unb M am nächsten SnmSing lut «erhandln», einen Hahm AuS dem Pflanzenreich stammt''""'-"'' der Kirsch und der Stengel, aus dem Mute- ralreich der Goldstein, der Erzberger und der Kalkhof. Der einzige Kaufmann hat ein reichhaltiger Hornlager, vielerlei gewöhnliches „Horn", dazu ein Ahlhorn und em Blanken Horn. Bei dem gegenwärtigen Wetlerle spielen Schüler, ohne daß ihr Hofmeister sie hindert auf dem Damm, der einem Winterseldt gleichk- Manchem fueg fUMMte toar tem pioyita) eriauui, wuiuc ein Schneeball in den Nacken und er flüchtet anaerufew sollte mit den unlautersten Mit-
in das HauS. Der Hausmann und der | er,öroungen werden. Große Verwirrung mutz
Häusler roerfett in ihrem Heim manchen . m^enstück der Liberalen in manchen Kopsen
Spahn ins Feuer, um Hitze zu erzielen, ^nf ^ei haben. Man ersieht das am besten
dem Tische dampft der Brei mit Speck und daraus, daß sogar die ,Köln. Volk-ztg. daraus Kohl; auch Krebs und Quarck ist zu haben......‘ r!- Ä*~'**i
Die Bahn ist frei, hoffentlich ist das Opfer» gelt, daS die Regierung Will, nicht zu Hoch, und unter den neuen Abgeordneten auch in Wirklichkeit nicht mehr als ein Geck und ein l —■ Straßburg-Stadt anzufechten, wäre da- Fehlhauer, bann werden bte Verhandlungen I nnrf. liberalem Muster — gegeben gebe« neuen Reichstags dem Vaterland Heil unb -■ -- 1 -■ °-r—
leitet, keine gleichgestimmte Gefährtin toar mit ihr ausgewachsen, hatte die Freuden und Leiden der Jugend mit ihr geteilt. . . .
Leah, so gut sie von Herzen toar, so sehr sie sichern. In Rahels Kmdergemut hatte die Er- - • - - • - -- - 1 \ innerung jener Schreckenstage kerne bleibende
I Stätte gewonnen. Im Haus gehalten von ben Ihren, hatte sie jene Greuel nitit erlebt, ab.r deno nachhaltiger blieb der Eindruck, den damals der schöne, vornehme Knabe auf sie gemacht. Wie eines fernen, aber unendlich schönen Tranmge- bildes dachte sie noch lange jenes Tages, da er sie vor den anderen Kindern beschützt und heimgeleitet hatte. Als sie. älter werdend, so viel Schlechtes über die Christen hörte, klammerte sie sich desto fester an jene Erinnerung; denn sie konnte nicht glauben, daß alle Christen schlecht seien, weil einer doch so gut zu ihr gewesen.
Nie batte sie wieder von jener Begebenheit reden mögen, wie ein Heiligtum ruhte es still