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Rotation;druck «. Verlag der fkuidaer 21c« tienor tderei in .Hulda. Zeri jpre her lir 9.

JVä 20. Fulda, Donnerstag den 24. Januar 1907. 34. Jahrgang.

Jahrein Es tut «ns leid, w i r wollten keine kul- turfämpferifdjcn Maßnahmen, aber die Mehrheit, mit der wir regieren müssen, fordert sie. und da sind wir genötigt, ihr nachzngeben.

Also es bleibt habet: der Kulturkampf kommt sicher, wenn am 25. Januar eine liberale Mehrheit gewählt wird; deshalb heißt es: vor allem den Kulturkämp- fern, in erster Reihe den nationallibe­ralen, ein Canossa bereiten. Dazu muß der letzte Zentrumswähler anfgeboten werden. Es steht das Höchste auf dem Spiel — da müssen auch die höchsten Kraftanstrengungen gemacht werden!

Ein Canossa gehört aber auch denen, die in mutwilligster Weise, aut» den nichtigsten Gründen, rein nur aus Haß gegen das ihnen unbequeme Zentrum, die Auflösung des Reichstags herbeigeführt, dadurch den Feuerbrand der hef­tigsten Erregung und Feindseligkeit in das deut­sche Volk geschleudert und die wilden Kämpfe her- aufbefchworen haben, die jetzt den innern, nament­lich den konfessionnellen Frieden so schwer schädi­gen. Keine Verurteilung dieses verhängnisvol­len Beginnens ist scharf genug, nachdem festgestellt ist, daß die Vorgänge vom 13. Dezember vorigen Jahres nicht etwa die Folge einer augenblicklichen Laune bezw. Entschließung, sondern daß sie von langer Hand geplant und vorbereitet waren; daß man, während mit der ausschlaggebenden Partei noch in der gewohnten, scheinbar entgegenkom-- wenden Weise beraten und gearbeitet ward, die Minen legte, die das Zentrum in die Luft spren­gen sollen. Allen an diesem sauberen Werke Be­teiligten muß die Zentrumswäblerschaft im gan­zen Deutschen Reiche ein vernichtendes Canossa dadurch bereiten, daß fte das Zentrum ftärfer und geschlossener als je in den Reichstag zuriickschickt.

Krstes "gßl'aff.

Wichtige Mitteilung für Hie Reichstagswahl

Die Wahl beginnt 10 Uhr nrorgens und dauert rrrrmrter- brochen bis 7 Uhr abends.

Zenttumswähler!

kommt, wenn möglich, schon zwischen 10 und 12 Uhr zur Wah t; ver­schiebt die Erfüllung Eurer Pflicht nicht bis zur letzten Stunde! Punkt 7 Uhr wird die Wahl geschloffen, wer bis dahin von seinem Wahlrecht noch keinen Gebrauch gemacht hat, kann nicht mehr wählen, auch wenn er schon vor 7 Uhr im Wahllokal anwesend war. Taraus folgt, daß die Wähler nicht etwa in größerer Zahl kurz vor 7 Uhr abends erst zum Wahllokal gehen dürfet:, es kann dann .eicht passieren, daß sie bis 7 Uhr abends '.licht fertig werden und unverrichteter Sache wieder abziehen muffen. Also gehe man so frühzeitig zum Wahllokal, Saß man unter allen Amständen vor 7 Uhr fertig ist Wenn ein Wähler feine Wohnung ge­wechselt hat und sein Name nicht in der Liste des Wahlbezirkes steht, wo er jetzt wohnt, muß er sich in das Lokal des Wahl­bezirkes begeben, wo er früher gewohnt hat, um sein Wahlrecht-auszuüben. Der Wähler muß feinen Stimmzettel in das Wahl­lokal mitbringen. Die Wahlvorsteher sind berechtigt, von dein zur Wahl erscheinenden Personen bei Zweifel über ihre Jndentität eine Legitimation zu verlangen. Es ist deshalb den etwa hier nicht bekannten Per­sonen anzurateu, sich mit einer solchen zu versehen. Als Legitimation gilt: Militär­paß, Heimntfchein, Naturalisationsnriunde, Stemwzettel usw.

Im Wahllokal erhält umu einen amtlich abgestempelten Umschlag, man tri t damit in einen Raum, in dem er unbeachtet bleibt. steckt in diesem Raum sein n ..richtigen" wahlzettel in dar Uuvcrt(Briefumschlag), tritt aus dem Raume an den Wahltisch und übergibt nach Fest­stellung seines Namens in der Wahlliste das Kuvert mit eingelegtem Wahl- zcttel dem Wahlvorsitzendcn, der das Ku- ’ert in die Urne wirft. Für die Zenirumswahler der Diözese Fulda steht iif bei» Stimmzettel klar und deutlich der Name: „Richard Müller in Zulda-. (Nur nr d n Wahlkreis Marburg-Kirchhain - -ankcnbevg muß dec Stimmzettel auf ... gicruugsrat Klocke in Treysa" n tu.) Jeder St mmzettel, der

auf einen anderen Namen lautet, ist für das Zentrum verloren. Der ZettA Mich in das Kuvert gesteckt werden, sonst ist er ungi tig. Die Knvrrts sind nicht gumln'crt, also nicht verschließbar. Es kann nach diesem Wahlvcrsahren kein Arbeiter cdcc Beamter ron seinen Vorgesetzten be- oüach'et werden, wie er wählt, wenn er dafür sorgt, da) er den „richtigen" Wähl­et! cl irgendwo bereit hat und diesen in das Kuvert steckt und nicht etwa einen falschen Zettel, der ihm an der Tur zam Wahllokal in > ie Hand gedrückt wird. Also ausMssen. Zrntrumswähler, und früh enug, möglichst am Vorinittag oder in der ersten Stunde des Nachmittags zur Wahl ö.heu!

'.t Stadt Hulda ist in folgende

6 Wahlbezirke emgeieilt.

Der 1. Wahlbezirk ist gebildet oou den S'r ißeu: AmBachrain, Bonlsalius- p atz, Vorgiasstraße, Vnscckstraße, BuNer- martt, Dalbcrgstraße, Doll, Ftorcngaffe, Am Franzoscmväldchm, Fricdrichsmartt,

Friedrichstraße, Kaiscrplah, Kaserncngäßchcn, Künzcllcrweg, Marktstraße, Kleine Markt­straße, Nonnengaffe, Ohm, Petcrstor, Sack, Schlachthausgasse, Schloßstraße, Schulstraße, Schwcinemarkt und Steiuweg.

Wahllokal: Stadtverordneten­sitzungssaal (schloß).

Der 2. Wahlbezirk ist gebildet von den Straßen: Vrauhausstraße, Edel zellerweg, Gemüsemarkt, Hirtsrain, Juden- bcrg, Judcngaffe Kanalstraße, Kapuziner­straße, Karlstraße von Haus Nr. 1 bis cinschl. 21. Am Landkrankenhaus, Luckcn- berg, Mcistersgasse, Mitlelstraße, Mühlcn- straße, Pfandhausstraße, Nangstraße, Rilter- gaffe, Noscngaffe, Severiberg, Schildeckstraße und Truchscßstraße.

Wahllokal: Gastwirtschaft Viktoria, Kanalstraße 56.

Der 3. Wahlbezirk ist gebildet von den Straßen: Adalbertstraße, Arlillerie- straße, Bahnhofstraße, Bosestraßc, Bultlar- straße, Hohcnzollcrnstraße, Joscphstraße, Knrfürstenstraße, Leipzigerstraße, Liobastraße, Atichaelsberg, Moltkestraße, Niestgerstraße, Panknsproinenade, Panlustor, Noonstraße, Scbastianstraße, Sturmiusstraße, Vichmarkt, Au Vierzehnheiligen, An der Waides, Wald­schlößchen, Wittichstraße, Wörthstraße und Zieherserrveg.

Wahllokal: Stadtsaal.

Der 4. Wahlbezirk ist gebildet von den Straßen: Am Bahnhof, Neue Bahnhofstraße, An der Vrctterhalle, Georg- straße, Hcinrichstraße, Lindenstraße, Niko­laus straße, Petersbergeriveg, Petersgasse, Nhabanusstraße, Rhönstraße, Schröders- häuschen und am Schützenhaus.

Wahllokal: frühere Wirtschaft Gute Quelle, Schulstr. 4.

Der ». Wahlbezirk ist gebildet von den Straßen: Franksurterstraße, Feld­straße, Im Fischfcld, Gartenstraße, Am Hopfengarten, Johannisstraße, Karlstraße von Haus Nr. 22 bis zum Schluß, Jin Keffel, Königstraße, Lengsfeldergasse, Löher­straße, Hinter den Löhern, Am Pröbel, Am Rosengarten, Hint. Schleisersgaffe, Vordere Schlcifersgaffe, Simplizinsbrunuen, Wall­weg, Bei der Wiesenmühle.

Wahllokal: Waisenhaus, Löherstr.ch

Der 6. Wahlbezirk ist gebildet von den Straßen: Abtslvr, Angel, Breiter- weg, Domdechanei, Domplatz, Eichsfeld, Etisabcthenftraße, Franenberg, Haimbacher- stwße, Hinterbnrg, Horaserweg, An St. Katharin, Kronhofstraße, Langebrückenstraße, Lichtweg, Maüerzellerstraße, Marienstraße, Im Münstcrfeld, Tränke und Withelmftraße. Wahllokal: Gasthaus z. Winterburg

Auf zum Kamp;!

Tie Entscheidung naht! Am Freitag falle« die Würfel für 5 Jahre.

Birgen oder brechen!

ist die Lotung, Torwarts das sturmerprobte Son- nrr des Zentrums,

nieder mit dem sogenannten „nationalen" Misch, wasch, nieder mit der verhetzenden Sozialdemo­kratie!

nufer Feldgeschrei. Schließen wir die Reihen zur Verteidigung des Zentninesturmes.

Mau will in Berlin das Zentrum nicht mehr, Wei es nicht zu allem, was die Negierung will und fordert, blindlings und ohne Prüfung Ja und Amen faat. sondern weil cs den Taimicn auf d u Beutel hält und weil es unerschütterlich und un­entwegt die Ncch-e des Reichstags, der BolkS"er- treinug und damit des deutschen Volkes hochhält. Um was handelt es sich darum bei der Reichstags- Wahl am 25. Januar?

Vor allem kommt hier eine Frage in Betracht, die das deutsche Volk in seinen weitesten fl reifen und Schichten interessieren muß, die Frage nämlick:

Coll die bisherige Cchulden. und Pumpwirtschaft des Reiches so Weiler scheu wie bisher?

180 Millionen neuer Steuern mußte der Reichstag im Frübjvhr 1906 bewilligen, um die Finanzen des Reiches nicht ganz ins Wanken kom­men zu lassen. Tank dem Zentrum und seiner klugen und volksfreundlichen Finanzpolitik wur­den diese Steuern auf die leistungsfähigen Schul­tern gelegt.

Wehe, dem deutschen Volke,

wenn es eine der Negierung gefügige, liberalkon­servative Mebrbeit am 25. Januar 1907 in den Reichstag entsenden sollte I Welck>e ungeheueren

finanziellen Folgen

entstehen wurden, ist im Wahlkampf reichlich erör­tert worden. Das Deutsche Reich bat schon vier Milliarden Schulden. Die deutschen Kolonien, welche in der Hauptsache vielleicht Spekulations- vbsekte für Kapitalisten, aber niemals Erwerbs- quellen für weite Volkskreise werden können, ha­ben das Deutsche Reich schon rund eine Milliarde gekostet Vierhundert Millionen Mark bat allein der südwcstafrikanische Strien verschlungen, der infolge deutscher Fehler entstanden ist.

Soll das Volk kein Wörtlein mitzureden haben bei den Forderungen der

uferlosen Weltpolilik?

DaS Wohl und Wehe der Crwerbstände in der Heimat, der Handwerker, Bauern- und Arbei. terstand st.'bt uns stöber als eine phantastische Welt- und Kolonialpolitik.

Es handelt sich am 25. Januar ferner um .

Erhaltung des geheime« Wahlrechts,

dessen Abschaffung die Scharfmacher schon lauge planen. Wenn sie eine Mehrheit erlangen, ist es um dieses erste und wichtigste aller Volks­rechte geschehen.

Katholisches Volk!

Noch mehr steht auf dem Spiel. Man will der Kirche tm T-e n 11 cb e n Reich das Sck > ck- sal der Kirche in Frankreich berei­ten,

einen neuen Kulturkampf

nach Art des französischen, man will die unheil­volle Verfeindung von Staat und Kirche wie in Frankreich. Das ist das ausgesprochene Ziel des Liberalismus. Der Katholik hat die Pflicht, feine Mutter, die Kirche, zu schützen. Katholisches Volk, du bist anfgefor- dert zum unerbittlichen Kampf gegen die Bedrän­ger von Glaube und Religion l

Reichstagswählrr! Ernst ist die Lage — ernster und gefahrdrohender denn je! Hohes stellt auf dem Spiel, wenn das deutsche Volk den Ernst der Zeit und der Lage nicht erfafpn und sich am 25. Januar vom Liberalismus und den mit ihm verbündeten Regierungen den Ring durch die Nase Sieben lassen sollte!

Aber wir fürchten uns nichtk — Auch aus diesem schnüren Kampfe wird das Zentrum mt- grbruot und unrrschiittrrt als große, starke, wäch. tige Partei hervorgehen, wenn jeder Zentrums- Wähler leine Pflicht htr.

Canossa.

In der großen Zentrnmsversammlung in München hat Prälat S ch ä d I e r darauf bin- gewiesen, daß am 25. Januar der Gedenktag von Canossa ist und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Reichstagswahl zu einem neuen Canossa für unsere Gegner werde. Tas muß der Wunsch jedes treuen Katholiken fein. Ain 25. Januar müssen ihr Canossa finden zunächst unsre alten, intimsten Femde, die Kulturkämpser, dir in fast allen gegnerischen Parteien, ganz besonders aber in der ualionalliberalen und der s r c i kon­servativen, vertreten sind. Ihnen muß der Kampf bis zu vollen Vernichtung, dir sie uns so freundlich zugedacht haben, gelten. Und was die Zentrumswähler in diesem Entschluß noch bestär­ken muß, das ist die widerliche Heuchelei, mit der die Preste und dir Versammlungsredner dieser imfcrrr geschworenen Feinde glauben machen wol­len, es sei böswillige Verleumdung, wenn ihnen vachgesagt werde, st-- planten einen neuen Kultur­kampf gegen die latholrfche Kirche, und dabei weiß man doch, unb die weniger vorsichtigen Fanatiker unter ihnen plaudern es offen aus, daß fie den Zeitpunkt nicht abwarten können, da sie die Macht haben, um ihren Haß an der katholischen Kirche und deren Bekennern auslassen zu können. (Wir haben ja schon eine ganze Menge solcher Herzens­ergüsse veröffentlicht.) So sicher wie dos Tages­licht, ist es, daß, wen der neue Reichstag eine liberal kultu'.kämpferis^e Mehrheit erhielte, eine Verfolgung der katholischen Kirche und der gläu­bigen katholische» Bevölkerung nach französischem Muster alsbald ht die Wege geleitet würde. Es kann daher nrr Lächeln Hervorrufe«, wenn btc offiziösen Soldschreber Tag für Tag sich mit der Dcrsicherung abmuhen, nichts liege der Regierung ferner, als der Gedanke an einen neuen Kultur­kampf und ez fei nur ein Walllmanöver der Zen­trumspresse, trenn diese das (Segenteil behaupte. Es mag richtig sein, daß die Regierung jetzt von einem Kulturkampf nicksts wissen will, aber ebenso richtig ist, daß, wenn der Reichstag am ‘25. Januar eine kul'irrkämpfer fche Mehrheit erhielte und dies? ein Vorgehen g'grn die katholische Kirck)e for- berte, bann dieselbe Regierung, die nnS letzt ihrer wohlwollenden Absichten versichert, kalten Blutes erklären würde — genau wie in den Siebziger

Alle Mnn an Bord!

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Warum soll auch in einem aussichtslosen Wahl­kreis jeoer an die Wahlurne? Weil die Sri Ul­men der Varteien für ganz Deutsch­land gezählt werden. Es ist von hoher Wichtigkeit, daß die nationalen Parteien mit einer möglichst hohen Gesamt- ziffer aus denWalllen hervorgeben. Das gibt Schwung und Freudigkeit und erschüt­tert die Zuversicht dos Gegners.

Tas hier für die „nationalen" Parteien Ge­sagte gilt erst recht für die Zentrnmspartei, otc übri etü bie nat ona fte aller Pari eien »ft.

D i e Vernichtung der Zentrums- Partei ist das Ziel der Gegner am 25. Januar.

Darum darf kein Zentrumswäble,, der auch nur einen Funken politischen Ehrgefühls im Busen trägt, am 25. Januar von der Urne fort* bletb>*ii *

Diesesmal muß gewählt io e r b e n, tote noch niel Die Gegner müssen feben, daß das Zentrum allen Anstürmen widerstchtl

Alle Mann darum an Bord!

Keiner fehle am Wahltag! Nur tenm mir wacker zusammen batten und Mann für Mann für unsere katholische Ueberzeu* gung cintrern, erlangen wir Erfolge, bekamne-n die Gegner Achtung vor uns! „Ich habe dis Kraft des KatholizisntuS nickt ge­kannt", Hot A i s m a r ck gesagt: davon soll sich auch Fürst Bulow überzeugen. Darum auf zum fi ischcu, fröhlichen Kampfe! Au« zum Kampfe für unsere Elre, für unser Recht, für Gott, Kirche und Vaterland!

Hoch oben in den Alpen an der V'orte des KlosterS von St. Bernhard vrangeu die drei Worte: fideliter, fortiter, feliciter! Die pa s n ondi oitj das Zentrum uno das katholische Volk. Fideliter — treu bat das katholisckre Volk s-llon mehr als ein Menschenalter hindurch zum Zen- tmm gestanden, irttt wird es auch in Zukunft zu fernen Führern stehen Fortiler — mutia und un- vrrzaat wollen wir den Stürmen der Zukunft ent« gegensehen und auf den Beistand desseui^e" -bol- sen, der, über den Sternen thronend, uns bisher geholfen hat. Feliciter — eliicklich nud siegreich werden wir kämpfen, wenn wir einig bleiben und treu Unseren Gegnern zum Trotz soll b-r Zentrumsturm ai'ch in Zukunft unerschutwrr bl'k- ben zum Wehl' von Kirche und Staat, zum Wohle vc-i Volk und Vaterland.

Zur wahlbeWegung.

Herr Hengsbrrger will kein Antisemit sein. Tas ,Fuldaer Krrisbl'tf meldet: „Von dem hie­sigen Wahlausschuß wird unS geschrieben: Du hier von uns unbekannter Seite das Gerücht verbr atet wird, unser Mahlkaudidat Herr Amtsr- ijter Hengsbergcr in Schlüchtern sei Antisemit, veröffentlichen wir i'achstehendc Erklärung: ^Jch habe dem Antisemitismus immer fern gc '-den, niemals mich dasiir ausgesprochen oder mich darin betätigt. Ich billige den Antisemitismus auch nicht und was hiervon abweichend in gegenteiligem Sinn behauptet wird, ist böstvillige Lüge und Erfindung. Hengsberger, Amtsrichter, Schlüch­tern." Dem ZentruntSwählausschuß ist jedoch von kompetenter Seite die Erklärui g ab­gegeben worden, haß genannter Herr im .streife Gersfeld nicht von der konservativen, sondern von der antisemitischen Partei ausgestellt werde. Es ist doch manchmal gut, wenn die Wähler st'bst nicht recht wissen, ob sie zur liberalen, freisinnigen, konservativen aber