ft1 r ut tigli», Wit imsnaMMt ött Sonn« unc \tit.iagt viertel» ja! .. Bttugsprei * obnt vrinaerloh» >"• Be-engeUin-inMin» lusmärt«! Ni »0 pfg-
Ptraniwoi tli 6er $<hri|Ufit«: 3. »an«;
für Oie än$eicee: y Par,«»er in .<olda
ZulLaer W Zeitung
W»ch-Nbeilage:„3ll«s<rier1e§onntagrzeit«ng'' monaKbeNage: „Fuldaer Ee'chichtrblätter"
a*t einen: vfe ein« fpaltige Petit,eite ober z beten Rannt 15 Pfg. Retiamen >ie reiiijtile
25 Pfg.; bei wieder« lolunien <rir» entfpt, Rabah ceroatjrL
Rotation$otitd n. Verlag bet snlbaer Re» ttenor taerei in finite. $en fpte bet Ur 9.
M 4.
Fulda, Samstag den 5. Januar 1907.
34. Jahrgang.
(Nachdruck verdaten.)
W1
Langsam verging die Zeit: es war weit nach I St. Gohnes Wood, und Edith schlummerte endlich | müde ein. Plötzlich erwachte sie mit dem Bewußt' I sein, daß jemand bei ihr sei. Lady Helena be- I trachtete sie mit tränenvollen Augen.
»Edith!"
I »Ich glaube, ich bin eingefchlafen", sprach sie I verlegen, „aber ich war so müde und alles um I mich so ruhig. Wie geht es ihm?"
„Bester: er schläft. Der Arzt gab ihm ein Opiat. Es war lieb von Dir, daß Du kamst."
„Es war nur eine Pflicht der Menschlichkeit'’, I entgegnete Edith und erzählte kurz den Vorfall.
„Armer Junge!" rief Lady Helena mit schwerem Herzen, „gerne stürbe er. Dir einen Moment des Schmerzes zu ersparen, und mußte Dir doch das größte Leid tun. Du kannst es nicht verstehen, wenn Du aber einst alles erfährst, wirst Du ibm Gerechtigkeit widerfahren lasten. O, daß Du Inez' Anerbieten angenommen hättest, er trüge dann leichter die Trennung. So aber tötet es ihn und die Worte künden nicht, was er seit dem verhängnisvollen Hochzeitstag gelitten. Sein Herz brach, als er Dich verließ. Aber auch Du littest, liebes Kind."
„Sprechen wir nicht davon, Lady Helena, was geschehen ist, ist geschehen und das Schlimmste ist für mich überstanden. Ich bin froh, daß Sir Dtctor, indem er mich rettete, keine ernstliche Vor- letzungen sich zuzog, und hoffe, daß er sich bald erhole. Jetzt aber ist es spät geworden und die höchste Zeit, daß ich heimgehe." .
„Heimgehen? um diese Zeit? gewiß nicht. Du mußt die Nacht über hier bleiben, ich habe bereits Befehl gegeben, daß ein Zimmer für Dich bereit gehalten werde."
Edith gab nach und wurde alsbald in das betreffende Gemach geleitet.
Sie sollte die Nacht unter einem Dache mit Str Victor zubringen. Wie zornig hätte sie vor- ber den Gedanken zurückgewiesen.
Dem amerikanischen Originale der MrS. May AgneS Fleming uacheqahlt von Lina Freifrau von Berlepsch.
weiter! Tie Insel kann den FankeeS noch schwer im Maqcn liegeu!
Der dritte panamerikanische Kongreß, der Heuer stattfand, hat lediglich den Zweck verfolgt, die südamerikanischen Staaten enger an die Union zu knüpfen: einige Südstaaten haben aber doch einen Haken an der Geschichte gefunden und sind gar nicht mebr so entzückt von der Union!
China will erwachen und sich zunächst eine Verfassung geben; um nun das Gute aus Europa zu holen, hat sich eine Studienkominission auf den Weg gemacht und alle Einrichtungen besichtigt. Die Minister arbeiten jetzt ihre Vorschläge aus.
Japan erholt sich rasch vom Kriege; sein Handel hebt sich. Die schlechte Reisernte bat zwar eine große Hungersnot hervorgerufen, aber trotzdem geht das Jnselreich rasch aufwärts. Sein Parlament bat bereits die Einführung der zweijährigen Dienstzeit für alle Fußtruppen beschlossen. Bei aller Entwicklung der Industrie vcrg'ßt das Reich nie, sich neue Gebiete zu sichern. Jetzt hat es seine Agenten in Java sitzen und die Blicke richten sich auf diese reiche Insel, die für Japan den Reis liefert. Tie junae Großmacht scheint der Reihe nach allen europäischen Mächten gefährlich werden zu wollen!
* Früh am folgenden Morgen pochte Inez an Edith's Tür.
„Lady Helena wartet mit dem Frühstück auf Sie, bitte kommen Sie bald."
„Wie geht's Sir Victor?"
„Besser; et weiß nun. daß Sie im Hause find, und bittet. Sie einen Moment scheu zu dürfen. Haben Sie Mitleid mit dem Sterbenden und begeben Sie sich zu ihm."
Edith entfärbte sich.
„Daraus kann nichts Gutes entspringen, wenn er es aber sehr wünscht, will ich zu ihm gehen, verlasse ihn aber sofort, falls er eine Wiedervereinigung erstreben sollte."
„Er wird es nicht tun, er weiß, wie hartnäckig Sie sind.. Nur eine letzte Bitte will et an Sie richtend
Sie gingen hinab. Edith aß wenig; trotz ihres Stolzes, ihrer Selbstbeherrschung bangte sie vor dem Zusammentreffen. Endlich erhob sie sich bleich und ernst.
Inez führte sie an dir Tüt des Krankenzimmers und klopfte.
Edith'S Hetz pochte laut.
„Sagen Sie Sir Victor, Jamison, daß Lady Catheron ihn zu sehen wünsche."
Der Bediente verschwand.
„Sir Victor bittet Mylady, sofort einzutrrten."
Edith trat ein und stand vor ihrem Gatten. Das Gemach war nur halb erleuchtet, dennoch bemerkte sie seine blutlose Blässe.
„Sie wünschen mich zu sehen, Sir Victor?"
Kalt und förmlich sprach sie die Worte.
„Edith!"
Das Wort entrang sich voll Liebe und Angst einem Herzen, ihr selbst gegen alles Mitleid gewappnetes Wesen erzitterte.
„Ich bedauere, Sie krank zu sehen —"
Sie stockte, selbst ihr schienen die Gemeinplätze unerträglich.
4. SB te sie sich trennten.
Entsetzt dachte Edith später an die Fahrt. So diel als möglich wandte sie den Blick ab von den starren, bleichen Zügen und doch zog es sie unwillkürlich wieder hin. So hatte Miß Catheron wahrgesprochen: der Tod stand auf seinem Gesichte. Wie, wenn doch ein Geheimnis vorlag, mächtig genug, um sein Vergehen zu yechtfertigen? warum hatte er ihr dann keinen Aufschluß gegeben?
Sie erreichten das Hotel, Jamison erschrak vor dem Aussehen seines Gebieters und dem Anblick seiner Gemahlin.
„Mylady!" stammelte er, als habe er ein Gespenst gesehen.
„Ihr Gebieter hatte einen Unfall, bringen Sie ihn zur Ruhe, und senden Sie nach -inem Arzt. Sollte Lady Helena in der Stadt sein —"
„Sie ist hier, Mylady, wollen Sie nicht gefälligst eintreten und warten, bis sie kommt?"
Edith überlegte einen Moment. Jemand mußte zur Erklärung da fein, sie konnte nicht fort, ohne zu wißen, ob et sich in ihrem Dienste tödlich verletzt habe.
„Ich werde bleiben, senden Sie sofort zu ihr."
Sie folgte ihm in ein elegantes Gemach. Welch' seltsames Abenteuer! Wie oft hatte sie die Freiheit ersehnt, jetzt schien sie ihr nahe und sie erbebte bei dem Gedanken.
„Mit wird tote einer Mörderin zu Mute kein, wenn er stirbt", dachte sie. I
k. Zentrum und Landwirtschaft.
Die Kolonialpolitik, die „nationale Ehre", die „nationale Verständigung" und wie alle die schönen Worte heißen, die locken heule keinen Mann mehr zur Wahlurne! Wer hieroon spricht, überliefert sich dem allgemeinen Gelächter! Aber reden wir umsomehr von der riesigen Blamage der Minderheit-parteien! Sie sind bloSgesteüt bis auf die Änodien!
Doch im Wahlkampfe spielen auch andere Fragen eine Nolle, der RachlragSetat, wie er vorgeiegt worden ist, erscheint nicht mehr, weil die Verhältnisse sich total geändert haben; aber der Reichstag hat sich im Lause der kommenden ,ünf Jahre auch mit anderen Fragen zu be» fassen und das darf man nie auS dem Auge verlieren! Die wittschaftlichen Fragen dürsen nicht Not leiden und deshalb müssen die ein» zelnkn Stände sich die Parteien und die Kandidaten auch nach dieser Richiung ansehen. Da ! erhebt sich zunächst für die Landwirtschaft die Frage: Welche Partei hat seither unsere Inte» reffen vertreten? Und die Antwort lautet: Das Zentrum! Sliemand anerkennt dies deutlicher, als die sreisinniye Prefse, die behauptet, daß an eine Aenderung der landwirtschastsreunblichen Politik nicht mebr zu denken sei, als bis da» Zentrum geschwächt fei. Ganz zutreffend, wie das die Geschichte beweist.
Als in den 70er Jahren die Landwirtschaft immer mehr zurückging, als der Getreidebau sich nicht mehr rentierte, da war es das Zentrum, das mit dem Fürsten Bismarck sich an den Schutz der Landwittschaft machte durch Wiedereinführung der Getreidezölle. Der gesamte Freisinn und die Sozialdemokratie sträubten sich, aber auch die Nattonalstberalen. Obwohl das Zentrum einsam im Kulturkampf stand und die heiligsten Güter verteidigen mußte, hat es sich doch des Bauernstandes angenommen; es hat mit den Damm bauen Helsen, der unsere Landwirte vor dem Untergang rettete! Alle Erhöhungen der Getreidezölle sind nur möglich gewesen durch die Stellungnahme des Zentrums im Jahre 1879. Der Zoll wurde auf eine Mark festgesetzt, 1885 mit Zustimmung des Zentrums 3 Mark, 1887 : 5 Mark; ohne das
die Einkommensteuer besteht, dürsen die Cchu'den- zmsen in Abzug gebracht wer den. Die 9ku« regelunq der wmstembergischen E.nkoinmensteuer z. B., an deren Zustandekommen der Abgeordnete Grober (Zentrum) io hervorragenden Anteil halte, hat die Landwirstchast ganz gewaltig erleichtert. SM den Reichssteuern ist aus die Landwirtschaft in hervorragendem Maße Rücksicht genommen worden. Tie neuen Reichssteuern aber treffen die Landwirtschaft nur wenig; Handel und Verkehr, sowie das ganze Großkapital müssen die Hauptlast tragen; von der Fahr karten steuer zahlt die ländliche Bevöcke- rung (wie die Arbeife'fchaft) ganz wenig! Bei der Erbichastssteuer aber h't die Landwirtschaft durch das Zentrum den Vorteil erreicht, daß die Grundstücke nach dem geringeren Ertrags,nert besteuert werden, statt nach dem gemeinen Wert, mit dem die Ländereien im Grnndbuche laufen und dann werden 25% der Steuer überhaupt nicht erhoben! In der Tat eine weitgehende Berücksichtigung der Landwirtschaft.
Die Entschädigungsgelder für Einqnartie- nwgen sind auf Anlrag des Zentrums von 80 auf 1, 0 Mark erhöht worden; das kommt alles ländlichen Gegenden zugute! Im Militär- vensiousgesetz von 11)05 hat das Zeniruin verlangt, daß die Einberufung der Ree'visten zu Hebungen nicht zur Erntezeit slatifinden; auf der anderen Seile hat es wiederholt gefordert, daß die Zahl der für die Ernlearbeiten beurlaubten Soldaten erhöht wird, und daß diesen Freifahrt auf der Eisenbahn gegeben wird.
So kann man Umschau halten wie man will; man findet keine Partei, die mit so viel Erfolg für die Landwirtschaft eingetreten ist! der Landwirt würde den eigenen Ast abiägen, auf dem er sitzt, wenn er nicht für eine g^oße und starke Zentrumsfraktion Sorge tragen würde! Aber das muß er jetzt zeigen, durch eifrige Wahlagitation für das Zentrum!
Zentrum wäre der letztere Zoll nie einceffibrt worden 181'2 kamen Die Handelsverträge mit dem 3.50 Mark Zoll, für welchen das Zentrum, aber auch alle angesehenen Vertreter der Landwirtschaft stimmten. Als 19u2 der neue Zolltarif zustande kam, da war es das Zentrum, das die Aufnahme des 5,50 Mark Zoll erreichte, und den 5.0u Mark Zoll für Hafer zur An» nähme brachte. Die neuen Handelsverträge allesamt enthalten diese Sätze! Ogne das Zentrum also keine Getreidezölle und damit keine ordentlichen Gelreidepreise. Aber darin liegt kein Brotwucher, denn der Bauer muß auch Geld verdienen» und die Getreidepreise sind heute nicht höher als vor 25 bis 30 Jahren; alle anderen Artikel find im Preise gestiegen.
Denselben Schutz wie für das Getreide ha das Zentrukn auch für die anderen Ariilel des Bauern erreicht. Zunächst ist es seinem An- trage zuzufchreiben, daß der Terminhandel für Getreide an der Börse feit 1896 verboten worden ist; dieser Spckulationshandel mit noch nicht gewachsenen und noch nicht geernteten Getreiden schädigte den Bauer und Konsumenten; aber trotzdem erstrebt der Liberalismus wieder die Belettigung des Verbotes. Wenn die Liberalen Zuzug erhalte«,- hat daS Zentrum umsonst gearbeitet und der wucherische Terminhande! kommt wieder! Das muffen sich die Landwirte inerten! Im Jahre 18.17 bann brachte das Zentrum das Margarinegesetz zur Annahme, welches die Naturbutter vor ber Kunst butter schützt und auch dem Käufer die Gewißheit gibt, daß er Dlaturbutter e. hält; bis dahin ist sehr v'.el Margarine unter dem Namen Butter verkauft worden, wodurch der Landwirt rote der Konsument geschädigt worden ist. Dem Vieh- seuchengefetz von 1894 mit der Sicherung gegen die Einichleppiing fremder Seuchen hat das Zentrum zugestimmt; 1896 hat es erreicht, daß der Hausierhandel mit Lieh bei Seuchengesahr verboien werden kann, und daß der Güterhändler und Güterschlächter streng Bericht ein- halten müssen.
Die Strafgesetze gegen den Wacher hat das deutsche Volk dem Zentrum zu verdanken; die liberalen Parteien haben 1867 alle Wuchergesetze beseitigt; es waren bis 1879 für die Halsabschneider herrliche Zeiten; aber manches Bauerngut seufzt noch heute unter der Last, die damals dem Vater vom Wucherer aufgeladen worden ist. Da war es ein Antrag des Zen trumsabgeordneten Reicheneperger, der mit der Wucherfreiheit ein Ende machte. Wohl wehrten sich Freisinn und Ralionalliberale noch hiergegen, aber das Zentrum hatte Erfolg und konnte eine scharfe Bestimmung nach der anderen ,-ur Annahme bringen, bis es im B. G. B. erreichte, daß alle Wucheroerträge null und nichtig sind (§ 128 des B. G. B.) Tausende von Kleinbauern sind hierdurch vor dem Ruin gerettet worden I
Besonderen Wert hat das Zentrum stets darauf gelegt, daß die Verwaltungen des Reiches, namentlich die Heeresverwaltung, beim Landwirt selbst ankauft und somit diesem beffere Preise garantiert! um das noch zu ermöglichen, ist vom Zentrum das Genossenschaftswesen sehr befördert worden; in allen Einzelstaaten hat daS Zentrum hierfür Gelder bewilligt.
In den Steuerfragen hat das Zentrum stets auf eine besondere Berücksichtigung der Landwirtschaft ^gearbeitet; wo in Einzelstaaten
)!( Iahrerriln-schau.
IV.
Spanien hat eine Königin erhalten in der Prinzessin Erna von Battenberg, die vor der Vcr- mählung zum Katholizisntus übertrat. Ader das Hochzeitsfcst fand durch eine Schurkcntat eine schlimme Unterbrechung; als eben der Zug von der Kirche zum Schlöffe heinckehrte, warf ein der- konimcner Anarchist eine Bombe. Nur wenig hätte gefehlt, und das Neuvermählte Königspaar wäre getötet worden; der Wagen selbst wurde zertrümmert.
Mehr Glück hat das norwegische Königs p a a r, König Haakon und Königin Maud; sie sind im Lande rasch beliebt geworden und der kleine Kronprinz ist die Freude des Volkes. Die Krönungsfeierlichkeiten in Drontheim sanden unter Anteilnahme der ganze» Bevölkerung statt. Nunmehr macht das Königspaar seine Rundreise bei den europäischen Höfen.
Rußland wurde ht der ersten Hälfte des verflossenen Jahres von Revolution, Meuterei, Ausständen und Attentaten schrecklich heimgesucht; jetzt kommen solche nur noch vereinzelt vor, dafür herrscht entsetzliche Hungersnot. Sein erster Versuch eines Parlaments ist nicht gelungen; am 10. Mai trat die Duma zusammen, aber schon am 21. Juli wurde sie aufgelöst; nur ein einziges Gesetz ist in diesen zwei Monaten erledigt worden. Tie Debatten über die Amnestie und die Saub- frage nahmen fast alle Zeit in Anspruch. Da behielt die Militärvartei beim Zarm Oberhand und erreichte die Auflösung der Duma. In diesem Sabre soll sie wieder zusammentreten.
Holland ist um eine Hoffnung ärmer ge- vorden, das Volk wartete schon dos dritte Mal auf die Geburt eines Thronfolgers vergebens. Nach Ansichr der Aertte soll überhaupt sehr wenig Aussicht auf einen solchen vorhanden sein. Mit Der jugendlichen Königin hat man vielfach Mitleid.
England hat im verflossenen Jahre eine । neue Regierung erhalten, die Neuwahlen brachten j den Sieg der Liberalen, die eine solche starke Mehrheit wie nie zuvor sich holten. Freilich scheint sie nicht lange zu bestehen; denn bei den Gemeinderatswahken in London machten die Konservativen ganz gewaltige Fortschritte. Aber vorerst suchen sie ihre Mehrheit sehr auszunützen und haben zuerst ein durch und durch liberales Schulgesetz eingebracht, das den Religionsunterricht ganz aus der Schule verbannt. Im konservative« Oberhaus freilich ist es gefallen und nun soll ein großer politischer Kampf zwischen beiden Häusern entstehen, der freilich auch leicht zur völligen Nie- derlage des Liberalismus führen kann! Mit Deutschland suchte sich die neue Regierung gut I . zu stellen; es kam der Besuch deutscher Bürger-! meifter und Journalisten in London zustande; freilich wird hierdurch an der wirtschaftlichen Konkurrenz beider Länder nichts geändert.
Die Vereinigten Staaten sind daS Land der großen llnglücksfälle; ein Erdbeben hat! die Stadt San Franzisko vernichtet nnd große I Brände haben den Rest aufgezehrt. Viele Menschenleben sind zu beklagen und der Schaden gebt! hoch in die Millionen! Aber stolz — wie die I Amerikaner sind — haben sie es abgefeimt, von I allen Völkern milde Gaben anzunehmen; sie wollen für sich allein auskommen. Nun, reich genug sind sie! Aber ibr Reichtum wird auch hoch belastet. So stellt sich der Gewinn in Kuba immer zweifelhafter; erst hat Amerika dieses von der! Herrschaft der Spanier „befreit", jetzt will es I selbst die Insel in die Tasche stecken I Aber ein I Teil der Kubaner macht lustig in der Revolution
vermischter.
* Die „Studienfahrtm nach den klassischen Stätte« der Geschichte und Kunst" sollen im Jahre 1907 wiederum eine Ausdehnung erfahren. Auch entfernter liegende Ziele sollen in den Bereich derselben einbezogen werben. Ware« diese Fahrten auch ursprünglich für Archäologen, Kunsthinoriker, Lehrer, Architekten bestimmt, so sollen sich auch Angehörige anoeret Berussklassen, soweit Plätze verfügbar sind, an denselben beteiligen. Außer de« bewährten Steilen nach Italien, Venedig, Florenz, Neapel, Pompeji, Capri, Amalfi, und jenen nach Nordasrika, Tunis, Carlhago, das „afrikanische Pompeji" Timgad, Sahara und ihre Oasen, Algier, kommen noch Fahrten nach dem Wunderland Aegypten, ;owie nach Griechenland, nach Palästina und Syrien zur Ausführung. Besonders hervorgehoben ser, daß diese Studienfahrten, zu deren technischer, wie auch loissenschafllicher Lestung sich betannre Autoritäten freundlichst bereit erklärt haben, keine geschäfllichen Unternehmungen sind, wie dies nicht nur der sehr billige Gesamtpreis, sondern vor allem die Rückzahlung der sich bei einer größer« als der, der Berechnung zu Grunde liegenden Teilnehmerzahl ergebenden Ersparniffe beweist. Allen In« tertffenten teil. Herr Dr. pbiL D. Ha fsner in Freiburg i. B., Erbprinzenstr. 15, gerne näheres mit
* Scherzfrage. Weshalb kostet die leichte offene Postkarte ebensoviel wie ein schwerer Brief im Nachbarverkehr? Weil Offenheit im nächste» Verkehr immer tenrer zu stehen kommt.
„Edith!" wiederholte er in namenloser Verzweiflung, „vergib, habe Mitleid!" Tu hastest mich und ich verdiene es, aber selbst Du ließest Dich erweichen, wüßtest Du alles."
Ein Stein hätte sich dieser Stimme voll Herzensangst erbarmt.
„Ich bedauere Sie, Sir Victor", sagte Edith sanft, „aber vergeben kann ich Ihnen nicht; ich wurde behandelt, wie noch nie ein Mädchen vor mir, und ich kann es niemals vergeßen."
Er bedeckte das Gesicht mit den Händen, und sie hörte ihn schluchzeir in stummem Elend.
■ „Es wäre bester gewesen, ich wäre nicht gekommen", fuhr sie weich fort. „Sie sind krank und die Aufregung wird Ihnen schaden."
„Ich bat Dich, zu kommen, auf daß Du mir wrsprächest, zu erscheinen, wenn ich auf dem Todesbette nach Dir sende", sprach er traurig, „be* jot ich sterbe, muß ich Dir das Geheimnis sagen, )as mein Dasein vernichtet, daS im Leben zu enthüllen ich nicht den Mut fand. Wenn Du alle» weißt, wirst Du mir vergeben, Edith, o versprich, daß Du kommen wirst, wenn ich Dich rufe!"
„Ich verspreche, zu kommen und anzuhören was Sie mir sagen werde«, nun leben Sie wohl, Sir Victor."
Sie wandte sich, ohne eine Antwort abzuwarten. Als sie die Tür öffnete, rief er klagend:
»O bleibe bei mir, Edith, meine Geliebte, mein Weib!"
Sie eilte fort.
So hatten sie sich getroffen und nur bet Tob ollte sie wieder vereinen. Sie trat hinaus i« 'en glänzenden Morgen, daS Herz voll unwill» iirlichen Mitleids mit dem Manne, ben sie soeben verlassen.
Dortsetzung folgt.) <
^Drittes