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Fulda, Montaa den 24. Dezemver 1906
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(Flachdruck verboten.)
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Wegen des hl. Weihnachts- feftes wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Donnerstag ausgegebe«.
Deutscher Reich.
Berlin, den 22. Dezember 1906.
* Der preußische Landtag. Der .Staats- anzeiger^ oeiöffentiidjt die Verordnung betr. Einberufung beiderHäufer despreußi- scheu Landtags. Danach ist der Landtag auf den 8. Januar 1907 zusammenberusen worden.
* „Keine konfessionelle Politik" soll in diesem Wahlkampfe getrieben werden. Dutzendmal schon dal uns das Organ des Reichskanzlers diese Versicherung gegeben, ebensoviel mal erlebten wir aber in der kurzen Zeit des blsderigen Wadl- k-mpses schon das Gegenteil. (Rach den Feier- tagen werden wir unseren Lesern eine Blutenlese vorlegen aus den konfessionellen Wahlhetzen der Gegner. Tie Red.) In ihrer Samstags-Num-| mer kommt die.Rordd. AUgem. Ztg/ abermals darauf zu sprechen. Diesmal ist es die Ottmar k en-Politik der preußischen Regierung, welche sie zu der erneuten Beteuerung veranlaßt. Sie ist darüber aufgebracht, daß in den östlichen Wahlkreisen vielfach mit der Behauptung agitiert werde, daß die Ostmarken-Politik nicht nur politt- sche, sondern auch konfessionelle Zwecke verfolge. Den besten Beweis für das Gegenteil glaubt sie gefunden zu haben, wenn sie den Katholiken der Ostprooinzen die Aeußerung des Reichskanzlers vom 17. März 1905 ins Gedächtnis ruft, mit welcher er den Gedanken, daß die Ostmark, n- I Politik sich gegen das katholische Bekenntnis rich- ten solle, mit Entschiedenheit zurückweist. Daß der Reichskanzler in seiner Rede die von der ,Rordd. Allgem. Zig/ zitierten Worte damals gesagt hat, wird kein Mensch bestreiten. Damit hat aber das offiziöse Organ noch gar keinen «e- weis erbracht und es wird schon gnädigst gestatten müssen, daß die Katholiken der Ostprovinzen aus den nun einmal gegebenen Tatsachen ihr eigenes objektives Urteil über dre preußische Ostmarken - Politik sich bilden. Es wird ihr nicht I gelingen, die betreffenbtn Katholiken dem „nationalen" Knäuel einzuverleiben.
Gegen die Mehrheitsparteien vom 13. Dezember kämpft die .Rordd. AUg. Ztg." unaus-
„Wie ich" — sprachen die blauen Lippen wieder, „mein Gesicht, meine Größe, mein Aller. Mein Gott, wird sein Ende dem meinen gleichen?"
Entsetzen durchbebte alle. Der Sohn suchte des Vaters Hand zu fassen, er zog sie zurück.
„Wartet" sprach er schmerzlich, „berühre mich nicht, sprich nicht mit mir. Knie nicht. Du weißt nicht, waS Du hören sollst. Inez, sag' es ihm jetzt.
Mit unveränderter Miene bedeutete Inez die Besucher, sich zu setzen — es war, als könnte nichts mehr sie erregen —, küßte den Sterbenden und begann mit fester Stimme die Erzählung.
Eine halbe Stunde mochte verstrichen fein. Die Geschichte war erzähll.
Schweigen herrscht- im Zimmer. Mit der- hülltem Antlitz saß Lady Helena regungslos in ihrem Stuhle, der Sterbende starrte, seinen Sohn an, fester und fester umklammert« ihn der Tod. Inez hielt seine Hand.
Der Sohn hatte sich erhoben tmb stand bleich mitten im Zimmer. WaS hatte er gehört? wachte oder träumte er? war all das geisterhafter Spul — oder — o Himmel, war eS wahr?"
„Laßt mich hinaus", lauteten seine ersten Worte, „ich ersticke hier obe^ werde wahnsinnig."
Wie ein Betrunkener wankte et der Türe zu.
Mit tränenden Augen und auSgestreckten Armen folgte ihm die Tante.
Er machte eine abweisende Bewegung.
„Fort von mir", sprach er heiser, „laß mich allein, noch kann ich mit niemand sprechen."
Barhaupt ging er hinaus in den Garten und schritt im Legen auf und ab. Eine Stunde ver
greifen auch bei den höheren Einkommen Platz, sind aber mehr von den wirtschaftlichen Verhält- niffen überhaupt abhängig.
Schließlich seien noch die Bestimmungen über die Rechtsmittel angeführt. Darnach verliert derjenige, welche die ihm obliegende Steuererklärung nicht rechtzeitig abgibt, nicht mehr die Rechtsmittel gegen feine Veranlagung, sondern verwirkt einen Zuschlag von 5°/e zu der veranlagten Steuer. Die Frist für die Beantwortung der nochmaligen Aufforderung zur Steuererklärung ist auf zwei Wochen herabgesetzt. Die Steuerpflichtigen mit Einkommen bis zu 300O Mk. haben als erstes Rechtsmittel den Einfpruch an die Veranlagungskommiftwn und als zweites die Berufung an die Berufungs- kommi'sion. Die Entscheidung der letzteren ist endgiltig.
Das sind die hauptsächlichsten Vorschriften, welche bei der jetzigen Steuereinschätzung platz- greisen. Sie haben zwar nur für den Bereich der preußischen Monarchie Geltung, werden aber die Steuerzahler in außerpreußischrn Bundesstaaten ebenfalls interessieren.
Neugierig blickte sie aus chn. Ob er ihr die Erlebnisse mitteilte?" .
Er tat es nicht. Düster starrte er in dre dunkle Glut und wiederholte wie eine auswendig gelernte Lektion den Inhalt seines Briefes. Etwas lag darunter, das sie nicht wissen sollte.
„Bleibt Miß Catheron in Johns Wood? I fragte sie gleichgiltig, um doch etwas zu sagen.
„Vorerst ja, später beabsichtigt sie, zu reifen.
„Kommt sie nach Cacheron Royals zuruck?" Schmerzlich zuckte es um Sir Victors Mund. „Nein. Ihr Leben lang liegt fi« mtter dem Banne des Mordes."
„Und sie ist unschuldig?*
„Ja", entgegnete er ängstlich, beinahe scheu.
Sie sollte daS Geheimnis deS MordeS also nicht erfahren. __
Lady Helena ließ sich an dem Abend «rcht mehr sehen. Als sie am folgenden Morgen zum Früh-] stück erschien, erschrak Edith über ihren Anblick.! Die schöne, stattliche alte Dame hatte sich in ein i altes Weib mit unsicherem Schritt, bebender Hand und durchfurchtem Gesicht verwandelt. Wie gebannt hastete ihr Auge aus dem Neffen, ihre Stimme wurde weicher, wenn sie mit ihm sprach, sie liebte ihn sichtlich mehr, denn je.
Des Barons hatte sich eine fieberhafte Unruhe bemächtigt, die ihn wie ein ruheloser Geist von I Powys Place nach Catheron Royals und von Catheron Royals nach Powys Place trieb. Manch- mal saß er stundenlang mit gerunzelter Stirn in düstere Gedanken verloren, dann wurde er wieder unnatürlich lustig, lachte und sprach mild, sodaß Edith ihn verwundert betrachtete. In keiner Ge- I mütsstirnmung aber mochte er sie aus dem Auge verlieren und folgte ihr wie ihr Schatten. Hatte das Gespenst des Irrsinns ihn bereits erfaßt?
Lady Helena ließ sich an dem Morgen nicht
Ter erste Oktober kam heran: täglich trat der Wechsel in Sir Victors Wesen mehr hervor; er vermochte nicht zu essen, nicht zu schlafen, und ging, wie von Furien gepettscht, bis tief in die Nacht auf und ab.
Edith hatte wieder das Gefühl vager Unwirk- lichkeit. Der Gedanke, daß etwas geschehen mußte, daß die Trauung nie erfolgen würde, bemächtigte sich ihrer immer mehr. Sie durchwandelte die Räume von Catheron Royals, und es war U)t,‘ als sollte sie nie dessen Herrin fein.
In Carnarvon war eine reizende Villa am MeereSuser gemietet, wo das junge Paar die ersten Wochen verleben sollte, ihr war's, als sollte sie dieselbe nie sehen. Eine Art Apathie ergriff sie, sie ließ sich von der Zeit sortreißen, was sein sollte, würde geschehen. Es war früh genug, andern Traume zu erwachen, wenn sie daraus auf» geschreckt wurde.
Am Vorabend der Trauung bekam die Braut Hals- und Kopfweh infolge einer Erkältung. Lady Helena bestand auf feuchtwarmen Umschlägen und sandte sie nach Tisch sofort ins Bett.
Der kurze Oktobertag senkte sich, die Gardinen wurden zugezogen, die Lichter angezündet. Lady Helena blieb lange bei Edith und küßte fi* beim Gehen zärtlich.
„Gute Nacht, Kind," sprach sie mit bebender Stimme, „Gott gebe, daß er Dich und Du ihw glücklich machst." _
Noch zögerte sie, das Auge tranenumflort, da» Herz so voll. Worte schienen auf ihren Lippen zu zittern, Worte, welche sie nicht auszusprechen wagte. t
Gerührt schlang Edith die Arme um der Tante Hals und legte ihr Antlitz einen Moment an di- mütterliche Brust. .
„Ich werde mich bemühen, ihm ein gute«, treues Weib zu sein," flüsterte fie.
Edith war allein, lag wie gewöhnlich hoch m den Kissen, die Arme um den Kopf geschlungen, das dunkle Auge auf das Feuer gerichtet. So betrachtete sie den zitternden Feuerschein an bet Wand, das bleiche Mondlicht, das zu den Gardinen sich hereinstahl, lauschte dem Aechzen de« Windes, dem Ticken der Uhr. So verging die Nacht, ohne daß sie rinschlief.
(Fortsetzung folgt./
gesetzt in der schärfsten Tonatt, wie wir sie nie zuvor in dem amtlichen Regierungsorgan gefehen haben. Anderseits erfahren wir von Zeile zu Zeile immer mehr, rote sehr die lmksliberalen Parteien ob ihrer „nationalen" Großtaten bei der Regierung „lieb Kind" geworden sind und für die Zukunft auch bleiben sollen, wenn die Reichstagsroahlen nicht einen gewaltigen Strich durch die Rechnungen des oifiziäsen Organs machen. Seine Zuversicht ist aber so groß, daß es „eine neue Grundlage politischer Wirksamkeit" erhofft, welche „den Anfang einer neuen glücklichen Entwickelung auf allen Gebieten des staatlichen und roirtfcha'tlichen Lebens" schaffen soll. Damit hat die ,'JloiÖb. AUg. Ztq/ die zukünst gen Absichten ziemlich unverhohlen verraten. Sie etroar.et nichts mehr und nichts weniger als einen vollständigen Umschwung auf der ganzen Linie. Ueber die Absichten der Regierung schüttet sie aber ihr Herz noch etwas mehr aus, wenn sie schreibt:
„Das Ziel des Wahttamp|es für die Regierung ist nicht die Stärkung ihrer eigenen Position gegenüber dem Volke, sondern die Befreiung des VolkswtUens aus der allzu engen I Umklammerung durch einen mit dem Geiste der Verfaffung nicht zu vereinbarenden Fraktionsgeist, der sich selber vorwiegend, nicht das Wohl des Vaterlandes als Haupt weck betrachtet, und die Erzielung einer in allen nationalen Fragen zuverlässigen Reichstagsmehrhett, mit der die Regierung die große und schwierige Ausgabe der Erhaltung und Mehrung der Weltmachtstellung des deutschen Reiches befriedigender lösen kann, als es der aufgelöste Reichstag, befonders in seinen letzten Stadien ermöglichte. Die deutsche Machtstellung, das Anseben, die Ehre Deutsch- lands vor dem In- und Auslande zu bewahren — für diese Aufgabe aber haben sich jedenfalls Diejenigen Parteien geeigneter erwiesen, die am 13. Dezember nicht die nationale Fahne im Stich ge affen haben und unsere im Felde liegenden Krieger in Südwestafrika um eine Hand voll Silberlinge zu verkaufen gewillt waren."
Eine „zuverlässige Reichstagsmehrheit" erwartet also dir Regierung von dem Linksliberalismus. Er gilt bei ihr als bet beste Hüter der „nationalen" Ehre. Und dieser selbe Liberalismus ist bereit, mit der Regierung durch dick und dünn zu gehen, solange sie seinen Willen tut. Darüber hinaus wird aber auch die,Rordd. Allg. Ztg/ von ihm eine Zuverlässigkeit nicht erwarten wollen. Im übrigen können wir es nur freudig begrüßen, daß die schon einmal ange» kündigte „We11machtspo 1 itik" von der.Rordd. Allg. Ztgck erneut als das fernere Ziel der Regierung angekündigt wird. Sie öffnet damit den fteuerzahlenden Wählermaffen am besten die Äugen über den „neuen Kurs", der nun gesteuert werden soll.
.*. Gegen die Freisinnigen aller Schat- tiersngen zieht die Korrespondenz des Bundes der Landwirte in schärsster Form vom Leder. Mit dem von nationalliberaler Seite gemachten Vorschlag für ein einmütiges Zusammenwirken aller „nationalen* Parteien will sie absolut nichts wiffen und begründet ihren scharf ablehnenden Standpunkt mit der Zoll» und Wirtschaftspolitik der liberalen Parteien. Die Korrespondenz schreibt: „Die deutschen Landwirte haben alle Ursache, sich nicht in Sicherheit und Sorglosig-,
::: Sur SteueremMtzung.
Mn die Steuerzahler ergeht in diesen Tagen die Mwffeibetung zur Helbsteinschätzung. Be der neuen Veranlagung tritt zum ersten male das neue Zniatzgesetz zum Einkommensteuergesetz in Giltigkeit, welche« im verflossenen Sommer im preußischen Land age angenommen wurde. Diese Novell« bringt verschiedentlich Steuerungen und Erleichterungen, auf die wir zur Aufklärung der Steuerzahler näher eingehen wollen.
Schwierigkeiten bei der Helbsteinschätzung Begegnet namentlich der Besitzer eines Haus- grniidstücke«. Bisher wurde al« Einkommen der Lvrchschnittsettrag der letzten drei Jahre gerechnet. Da» neue Gesetz bestimmt aber, daß hierfür nur noch di« Einnahmen be« lau- senden Kalenderjahre« in Anrechnung zu
ging, er kümmerte sich um nichts, er war betäubt und unfähig zu denken. Sein Inneres war ein Chaos und er mußte warten, bis die Fähigkeit der Gedanken wiederkehrte.
Plötzlich hörte er einen lauten Schrei.
„Komm, komm," rief die Tante und eilte den Pfad entlang, „er stirbt".
Sie zog ihn ins Haus, die Treppe hinauf inS Zimmer des Sterbenden. Aber der Tod war ihnen zuvorgekommen. Bleich und starr lag die Leiche vor ihnen. Schluchzend beugte sich Inez über den geliebten Toten und benetzte fein Antlitz mit Tränen. Wie ein tSeinbild stand der Sohn daneben und starrte auf das Totenantlitz. Zum ersten Mal im Leben war er Sir Victor.
t Friede auf Erden!
Als vor nahezu 20i 0 Jahren die Engel auf den Fluren von Bethlehem die fchönen Worte fangen: „Ehre fei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind!", sah es gar traurig auS auf der Welt. Die ganze Menschheit sehnte sich nach Rettung und Erlösung, selbst in den Schriften der Helden jener Zeit finden mit häufig das Verlangen nach einem Reiter und Befreier der tiefgelunfenen Menschheit ausgesprochen, welche« der Sänger des auser- nmbUen Volke« in die Worte kleidete: „Tauet Himmel ben Gerechten, Wolken regnet ihn bei ab!"
Die Sehnsucht der Völker wurde erfüllt. Der Sohn Gottes selber war es, der Mensch wurde, um der Welt Erlösung und Heil zu bringen. U»d seitdem erklingen alljährlich am Weihnachts- seste, als dem Geburtslage des göttlichen Erlösers, aus dem Munde der gläubigen Christen die freu« bigen Worie: „Ehre sei Gott in der Höhe und Fried« auf Erden den Menschen, die eines guten Willen« sind!" Damit ist der Charakter des christlichen Weihnachtsfestes kurz und bündig aus- gedrückt.
In diesem Jahre wird die traute friedliche Ruhe deS Weihnacht«feste« in unsrem Vater- land« arg gestört durch die erbitterten Wahlkämpfe zum Reichster. Statt de« Gesanges der Äugel: Friede auf Erden!" hört man von allen Selten da« Kampfgeschrei: „Auf zur Wahl!" und man ergeht sich dabei vielfach in fo herben Angriffen und Schmähungen auf die Gegner, daß man eine» fchroffereu Gegensatz zu dem erhabenen We,hnacht«feste sich kaum denken kann.
Möge wenigstens an dem hohen Festtage selber die Streitaxt begraben sein und alles Kampsgewühi verstummen, damit die Christenheit ihr schönste« und lieblichste« Fest in Ruhe und Flieden Jetern könne. Und so wünschen wir allen unseren Lesern und Leserinnen von Herzen
eia recht glückseliges Weihnachtsfest!
Unreinen: Die ein» fpaithe Petitteile oder deren Kaum 15 Pfg- Feiiamen ne peliizeile 25 pfa.; Pei wieder» hoiunien uir» enispr.
Babaii reroaqrL
iin Mchibms CehrimiS.
Dem »««rKanrschen Original« bei Mrs. May AgneS Flemmg nacherzählt von Lina Freifrau von Berlepsch.
bringen sind. Für die jetzige Einschätzung gilt I also die Zeil vom 1. Januar bis 31. Dezember 1‘iOB. Von den Einkommen sind abzugs- ähig die Beträge für die Feuerkaffe, für Ver- roaltung und Instandhaltung, weiter die staatlich veranlagte Grund- und Gebäudesteuer, ferner onnen in Abzug gebracht werden die Bettäge ür Waffer, Gas und Kanalisation, für die Müllabfuhr, den Schornsteinfeger, Hausreiniger iifw. Für die Anrechnung des Gesetzes gibt das Gesetz zwei Handhaben. Entweder ift der Ein- chätzung eine buchmäßige Nachweisung darüber jeitufügen, oder für die zuerst genannten Po- itionen können insgesamt 10»/e, für die letzteren 3*/, des Einkommens in Abzug gebracht weiden. Welcher Modus der vorteilhaftere ist, unterliegt der eigenen Prüfung des Steuerzahlers felbft. Außerdem ist auch die Abnützung des Gebäudes zu berücksichtigen. Hierfür gestattet das Gesetz einen Abzug von der Feuerkaffe.
Eine weiiere Bestimmung des neuen Gesetzes gestattet schließlich noch den Abzug derjenigen 3eüäge, welche der Schuldner auf gründ rechlicher Verpflichtung zur allmählichen Tilgung eines auf feinem Grundbesitze haftenden Schulden- kapitals entrichiet. In Betracht kommen hierfür die fopenannten Amortifationshypotheken. Abzugsjähjg sind aber nur jene Tilgungsbeträge, welche ein Prozent des Kapitals und den Betrag von 600 Mk. nicht übersteigen. Aus diesen Mitteilungen gebt hervor, daß die Novelle dem steuerzahlenden Grundbesitz mancherlei Erleichterungen gegenüber dem früheren Zustand bringt. I
Für das Einkommen aus Handel und Gewerbe ist ebenfalls eine Heine Aenderung eingetreten. Bei allen Kaufleuten und Gewerbetreibenden, welche nach haudelsgefetzlichen Vor» fchrifien Bücher fuhren, gilt das Einkommen nach dreijährigem Durchschnitt. Sonst ist das Einkommen nach dem Ergebnisse des laufenden Kalenderjahres anzugeben. In allen Fällen ist die Gewerbesteuer nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre abzugssähig.
Die größten Aenderungen sind in den gesetzlichen Bestimmungen eingetreten, welche die ab» zugsfähige ir Beträge für jeden Steuerzahler festfetzen. Hierfür geltende folgende Vorschriften: Abzugsfähig find die von dem Steuerzahler für feine Perfon gesetz- ober vertragsmäßig zu ent- richtenden Beiträge für Kran'.en-, Unfall-, Altersoder Invalid«'ätsversicherungs-, Witwen-, Waifen- und Pensionskaffen, soweit dieselben den Betrag von 600 Mk. nicht übersteigen. Ferner sind abzugssähig: die für die Versicherung eines Kapitals oder einer Rente für das Leben des Steuerpflichtigen selbst oder eines nicht selbständig zu veranlagenden Haushaltungsangehörigen — nicht aber anderer Personen — gezahlten Prämien, und zwar die auf den Todes- ober Lebensfall gezahlt werden, soweit die Prämien den Betrag von 600 Mk. jährlich nicht übersteigen.
Ganz unabhängig hiervon gestaltet das Gesetz ferner noch Ermäßigungen für die Steuerzahler mit einem Einkommen bis zu 3000 Mark. Sie betragen, rvenn der Steuerpflichtige Kindern und anderen Familienmitgliedern auf gründ gesetzlicher Verpflichtungen Unterhalt gewährt, für jede Person 50 Mk., für drei und mehr Personen nur eine Stufe, bei fünf ober mehr Personen zwei Stufen. Das Alter der Kinder spielt hierbei keine Rolle. Aehnliche Ermäßigungen
WkederTrauunsStagbeg«»».
Sechs Tage später kehrte« Sir Victor und Lady Helena zurück.
Für Edith war die Zeit angenehm und ruhig verstrichen. Auffallend war nur gewesen, daß in der ganzen Zeit nur ein Billet von Sir Victor einlief, ein seltsamer, unzusammenhängender Bries, der deS Vaters Tod und besten Bestattung auf einem städtischen Friedhof, damtt das Geheimnis seines Lebens und Todes unverletzt bleibe, meldete und die Kunde brachte, daß das traurige Ereignis die Hochzett nicht verschieben, sondern dieselbe am dritten Oktober statlsinden sollte. Hätte Edith den Verlobten geliebt, fo hätte sein Schweigen fie verletzen muffen.
Spät am Abend des sechsten TageS kehrten sie zurück. Der Baron umarmte seine Braut in stürmischer Freude, falt entzog sie sich seiner Liebkosung.
„Ich freue mich. Dich wiederzufehen", sprach sie ruhig, „aber Tu siehst nicht gut aus, der Verlust hat Dich sehr angegriffen."
Wirklich schien er um Jahre geeitert und in seinen Zügen lag ein unbeschreibliches Etwas. Um ihn so zu verändern, mußte sich mehr ereignet haben, als der Tod des ihm unbekannten Vaters.
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Per lag »et > nl»aet Mc» «.-.i titnör idtrti in Suiöa.
Monakbtila-e: „SulbflCt Geschlchttblatter" f*'»» ’•
Peiantw»rtiiliee S*ritheiter: 3. 8«nm
3 p«rSeia 'S« Wochenbeilage: „IlluslrlerteSonntag;;ellung"