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Fulda, Samstag den 22. Dezember 1906/
33. Jalirgaag.
Drittes ,>£aff.
):(Die politit und -a§ Zriedenrjest.
Wieder ist Weihnacht! „Friede den Menschen auf Erden" verkündeten die Engel in der ersten Christnacht den Hirten auf dem Felde. Jahr für Jahr wird diese himmlische Bolschaft als Engelsgruß auS lichten Höhen der Menschheit entgegengebracht — und Jahr für Jahr verhallt sie fast ungehört, als ob sie keinen Wert mehr hätte, als ob die Welt den Frieden nicht brauchen könnte, den die Engel einst den Menschen von gutem Willen verheißen haben. Es ist sowert gekommen, daß man sich fast scheut, vom Frieden zu reden, zum Frieden zu mahnen. Aeußere Kriege uno innere Kämpfe lassen die Menschheit nicht zur Ruhe kommen. Wo ist heule noch Friede? In allen Weltteilen beobachten sich die Völker argwöhnisch, der Stärkere stets bereit, den Schwächeren zu überfallen, sobald er es mit einiger Aussicht auf Erfolg unternehmen zu können glaubt. Man rüste' mit einem Ei er, als ab man jeden Tag einen Angriff zu befürchten hätte. Die Bestrebungen und die Werke de» Friedens müssen zurücktreten, nur für Rüstungen hat man noch Sinn. Die ganze Welt starrt in W ass en, allen Mächten ist das Gebiet,, das sie beherrschen, zu klein, sie streben nach Ausdehnung zu Wasser und zu Land. Und im inneren Leben der Völker kommen manchmal die störenden Uel erraschungen wie Blrtze aus heiterem Himmel, wozu unser „plötzlicher" Kolomalstreit wieder eine unerfreuliche Illustration liefert.
Sellen wohl haben die Tatsachen in fo schart em Gegensatz zu der himmlischen Friedensbotschaft gestanden, wie dieses Mal. Durch die deutschen Gaue tobt ein Kampf, in dem sich die polilitchen Parteien miteinander meßen, nachdem die Regierung dem Zentrum den Fehdehandschuh hingeworfen und die Nation für eine „Welt- machlspolilik" zu begeistern versucht hat. Die stille Festzeit, in der sonst friedliche Ruhe herrschte, wird jetzt erfüllt von einer leidenschaftlichen Wahlbeivegimg. wie sie vielleicht bei uns noch nicht erlebt wurde. In diese Lage tönt der Friedensgesang wie eine schrille Melodie hinein. — Zm Lande der „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" verschärfen die gewissenlosen Machthaber ihr kirchenstürmerisches Regiment zur Erschütterung deS ganzen Landes; die Friedensglocken bür,en am Weihnachtsfeste nicht läuten, in den Gotteshäusern der Lobgefang der Engel eine Erneuerung nicht finden.
In den Ländern des habsburgischen Reiches setzen bte Völker den alten Nationalitätenbader fort. — Im unermeßlichen Gebiete des Zaren wüten die wüstesten Greuel der Revolution mit all ihren Schrecknissen seit Jahr und Tag, nachdem seine Wehrmacht im blutigsten Kriege im fernen Osten niedergerungen war. Der Beherrscher des Landes aber ist es, von dem seinerzeit die Friedensanregung ausging, rvelche indessen zur Sicherung des Weltfriedens leider nichts auszurichlen vermochte. — Für den neuesten Wetterwinkel Europas hat die Diplomatie in AlgeciraS ein Friedenskonzert angestimmt; die Tatsachen der Ereignisse scheinen es aber zu Schanden zu machen. — Jenseits des großen Wassers erhoben sich auf der Perle der Antillen blutige Revolten und der „friedliebende" mächtige Nachbar schickt sich an, bte unbotmäßige Insel seinem Sternenbanner einzuverleiben.
DaS ist ein Teil der Weltlage am diesjährigen Weihnachtsfeste. Ist eS nicht em wahrer Hohn, hier von Frieden zu reden? Wenn nun wenigstens die einzelneii Menschen unter sich Frieden hielten! Aber da sieht es nicht besser aus, als in dem Verhältnis der Völker untereinander^ überall Streit, Haß und Entfremdung. Es wird eben zu sehr vergessen, daß bet Friebe, den daS Kind von Bethlehem auf die Welt gebracht hat, nur denen zu teil wird, die guten Willens find, während die Zahl derer, welche diesen Frieden fliehen, von Jahr zu Jahr zu wachsen scheint.
Deshalb ist für alle, die sich nach dem Kinde im Stalle zu Bethlehem nennen, eine Gewissenserforschung vor der Krippe sehr angebracht. Wtr aber, die wir katholische Christen heißen, wollen mit besonderem Ernste uns prüfen, ob wir auch treu geblieben sind unseren hohen Aufgaben und GnMn, oder ob wir unS haben verleiten lassen mehr auf augenblickliche Vorteile all auf die idealen Güter zu schauen. Schütteln wir am Feste des himmlischen Friedensbringerl weltliche Sorgen und Gedanken ab und betrachten wir mit frommem Sinn das hehre Geheimnis seiner Menschwerdung. Wer mit solchen Gesinnungen das Gedächtnis der Geburt Christi feiert, darf sicher sein, daß ihm in reichem Maße zuteil wird der göttliche Friede, der Friede, der alle Begriffe übersteigt.
Römischer Wochenbries.
V Rom, den 17. Dezember 1906.
Der Gang der Dinge in Frankreich hat seinen Widerhall in erster Linie in' Rom gehabt. Der aui Paris und Frankreich ausge
wiesene ehemalige Nunliakur-Auditor, päpstlicher HauSpkälat Carlo Montagnini weilt seit mehreren Tagen in Rom, und hat dem hl. Vater bereits eingehenden Beucht abgestattet. Dieter Diplomat, mit welchem die gesamte inlernalio- nale Preße sich während der letzten Tage in so hervorragender Weise beschästigte, ist wohlbekannt bei unS, darf indeffen nicht mit dem titularen apostolischen Protonolar Hermann Montagnini dl Mirabello verwechselt werden. Er wurde am 2. Juni 1863 in Casal Monserrato geboren und begleitete 1>86 den heutigen Kardinal Agliardi nach Indien. Dann wurde er ebenfalls unter Aalwrdi Sekretär der 9iuntiatur in München und folgte seinem Chef in gleicher Eigenschaft nach Wien. Im Jahre 1899 erfolgte feine Versetzung an die Nuntiatur von Pans. Als bet Nuntius Macchi nach München kam, kehrte auch Montagnini dorthin zurück, um bald darauf seine diplomatische Tätigkeit, inzwischen zum Auditor avanziert, in Paris wieder auszunehmen. Nach dem am .30. Juli 1904 erfolgten Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen dem apostolischen Stuhle und Frankreich und der Abreise des NuntiuS Lorenzelli verblieb Montagnini, selbstverftändlicher Weise seines diplomatischen Charakters entkleidet, als Vermittler des päpst» l chei^Staatssekrelärs den französischen Bischöfen gegenüber in Paris. Hier gilt Montagnini bereits als demnächfliger Nachfolger des bekannlen Prälaten Della Chtesa auf dem Posten des Substituten tm Slaatsjekrelariat. — H'.er starb einer der populärsten Prälaten der römischen Kurie, der Titularerzbifchof Justinus Adami, päpstlicher Thronassistent und Groß- taplan des aufgelösten päpstlichen Heeres. Der Verstorbene war immens reich und ungemein wohltätig. Leo XIII. erhielt von ihm eine Herr- liche Villa zum Geschenk und in Carpineto, der Vaterstadt des Papstes, erbaute er auf eigene Kosten einen monumentalen Bogen zur Erinnerung an den großen (Sarpinetaner. Papst Pius X. empfing feine beiden neu ernannten Aerzte, den Professor Marchia- fava und den Dr. Petacci. Ersterer ist eine Berühmtheit auf medizimfchem Gebiete: er ist Universitätsprofessor, Vizepräsident der königlichen medizinischen Akademie, Vorstandsmitglied der röm. Aerztekammer und des röm. Sanitätsrates. Dr. Petacci, welcher früher der Arzt Crispr's und des verstorbenen Jesuitengenerals Marlin war, ist Sanitätsdirektor des päpstlichen Almosenieramtes und Direktor des von der Herzogin von Salviati gegründeten öffentlichen Krankenhauses vom Kinde Jesu.
Gestern nachmittag hatte Rom wieder einmal eine „Demonstration". Sie galt dies- mal dem 11. De ember oder der Einführung desfranzösifchenTrennnngsgefetzes. Als Urheber der Demonstration figuriert „das römische Volk", welches indessen bei allen solchen Gelegenheiten durch allesmögltche Gesindel sowie durch die liebe Schuljugend repräsentiert wird. Die Regierung hatte große Vorkehrungsmaßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen und überall Gendarmerie und Truppen ausgestellt. D,e Polizeidirektion hatte die Demonstration verboten. Die Veranstalter erklärten jedoch, sich um dies Verbot nicht kümmern zu wollen. So kam es bann zu ben üblichen Zusammenstößen, wobei mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Unbegreiflich erscheint allerdings das Verhalten des französischen Botschafters beim Könige von Italien, welcher sich herbeiließ, eine Deputation der Demonstranten zu empfangen, ein Verhalten, welches nur wenig Anklang in ben hiesigen politischen und diplomatischen Kreisen gesunden hat. Denn der Botschafter der französischen Republik ist beim Könige von Italien, aber nicht bei den antimonarchistischen italienischen Parteien beglaubigt
Die kürzlich auf geheimnisvolle Weise vom „Schildkrötenbrunnen" gestohlene Schildkröte von Bronze, auf welche d e römische Polizei vergeblich fahndete, ist gestern fast zur gleichen Stunde wiedergefunden worden, in welcher die gestohlene durch eine Nachbildung ersetzt wurde. Man fand daS gestohlene Stück auf der Straße, in Leinen eingewickelt Wahrscheinlich hatten die Diebe gesehen, daß sie die Schildkröte, welche einen halben Meter lang war, doch nicht verkaufen konnten und da hatten sie es fürs beste gehalten, dieselbe in ebenso geheimnisvoller Weise abzuliefern, wie sie dieselbe genommen halten.
Durch daS Ableben des Jrsuiten- paterS Polidori hat in der bekannten hiesigen Zeitschrift ,Civilta CaUoliccL ein Rektoratswechsel stattgefunden, indem der neapolitanische Pater Brandt, der bisherige Direktor der Zeitschrift, auch zum Rektor des Kollegiums ernannt wurde. P. Polidori starb an seinem fünsund- fünfzigsten Geburtstage nach langer und schwerer Rieren- und Herzkrankheit. Er hatte in Brixen, Frankreich und Innsbruck studiert und kam im Jahre 1891 als Redakteur an die .Civilta Caltolica', welche bekanntlich als das Sprachrohr des Vatikans gilt. Eine Zeitlang, von 1899 bis 1904, war er Rektor des unter österreichischem Schutze stehenden ruthenischen Kollegiums. Seit dem letztgenannten Jahre war
er Rektor der .Civilta' und eine besondere Ver- trauenepenon Pius' X.
% Maritchkns Wtihliachls-Gt-miktN.
lieber 20 Jahre ist es her, daß die kleine Mana die hier besprochenen Weihnachten feiern durste. Inzwischen ist die Kleine groß geworden und hat mir manches ihrer Geheimnisse anoer- traut, darunter auch dieses:
Es war schon zum ersten AdvenlStage, als die Lehrerin in der Schule uns erzählte, wie das liebe Christlindchen zur Welt gekommen ist. Es war so lieb und süß anzusehen, aber es war auch ganz atm und nackt und lag ia einer harten Krippe. Da wir nun aber gewiß recht Mitleid mit dem Christkindchen haben werden, so wolle sie uns helfen, bis zum heiligen Abend ein warmes Nestchen für das Jesukind zu beschaffen. Sie hatte deshalb eine Krippe uno ein Bündelchen Strohhalme wiigebracht und sagte: „Wenn ihr nun recht fleißig und brav seid, dann legen wir jedesmal einen Strohhalm in die Krippe und jetzt sorget nun, daß recht viele Strohhalme hinein» kommen, damit das Jesuskind recht weich liegen kann." Und weiter sagte sie uns: „Das liebe Christkindchen fliegt jetzt von Ort zu Ort und horcht und schaut überall hin, denn es w ll, wenn es kommt, jedem Kindchen eine Freude machen. Da dürst ihr ihm nun ein Brieflein schreiben und darin sagen, was ihr euch wünscht. Aber seid bescheiden und wünscht euch nicht zu viel, damit das Christkind nicht traurig wird."
Unsere Kleine hat sich das alles gut gemerkt und war fortan ganz still geworden. Sie mußte ja vor allem recht brav sein und dann darf sie sich etwas wünschen und dies dem Christkindchen schreiben. Das machte ihr ober ein wenig Kopfzerbrechen. Em Aufsatz ist schon so schwer zu machen und nun erst ein Brief an das liebe Christkind! Ihre Wünsche hatte sie schon längst beisammen und so allmählich kam ihr auch, wie sie diese dem Christkindchen mitteilen wolle, so daß es nicht so unbescheiden aussähe.
Als dabei schon 14 Tage vergangen waren, machte sich Mariechen daran, ihren Brief zu schreiben. Das gab heiße Bäckchen und strahlende Äugen, denn es stritten die Angst, doch ja schön und gut genug zu schreiben, mit der freudigen Erwartung, daß der eine oder der andere Wunsch doch in Erfüllung gehen werde. Sie satte nämlich eine ganze Reihe aufaezählt, darunter sollte dann das Christkind selbst die Wahl treffen. Die kindlichen Zeilen lauteten: „Mein liebes Christkindchen! Du kommst bald wieder zu uns und willst allen Kindern eine Freude machen. Darum bitte ich dich recht herzlich, auch meine Wünsche zu lesen. Verzeihe mir aber, wenn ich so viele aufschreibe. Ich will nicht alles haben. Ich bitte dich also, daß du aussuchst, waS ich haben kann. Ich verspreche dir, recht brav und bescheiden zu fein. Ich will auch in der Schule fleißig fein, daß du recht weich liegen kannst. Und nun wünsche ich mir: Ein Bett für meine große Puppe, einen Muff, ein Halma, Quillen- rvürstchen, Früchtebrot oder Bilder. Sei mir aber nicht böse, daß ich soviel wünsche. Du weißt schon, was ich haben kann. Und nun freut sich, bis du kommst, deine Maria."
Das schwierigste Stück war also vollendet. Nun aber noch em Punkt! Wo sollte sie das Brieschen hinlegen, damit das Christkind eS sieht und holen kann? Da fiel es ihr auch schon ein: auf das Fensterbrett im Flur; sie wird das Fen- fier ein klein wenig ausmachen, damit das Christkind das Brieschen holen kann. Die Lehrerin ober sagte, daß das Christkindchen so arm und hungrig sei, und so nahm Mariechen ein Stückchen Brot lini) ein Stückchen Zucker, damit eS süßer schmeckt, und wickelte beides in den Brief ein. Das Ganze legte sie auf daS Fensterbrett ganz in die Ecke, damit es niemand anders sieht, das Christkind findet es ja.
Kurz darauf durfte Marichm auSgehen und als sie zurückkam, sah sie eben noch ein Lichtlein an dem Fenster. Rasch springt sie die Treppen hinauf auf das Fenster zu und wirklich — das Christkindchen hatte daS Brieflein schon geholt. Das war jetzt eine Zeit frohen Hoffens und Erwartens! Die Krippe in der Schule wurde schon ganz voll von Strohhalmen, da auch die anderen Kinder recht fleißig waren, und am Tage vor Weihnachten lag ein wunderschönes Jesus- kindlein darin. Zu Hause aber waren all' die Geschenke, die eS gebracht, unter dem strahlenden Baum aufgebaut. Alle Wünsche hatte baS liebe Christkindchen erfüllt und noch.manches andere lag dabei, sodaß klein Manchen gar nicht mehr aus dem Jubeln, Schauen und Kosten herauskam.
Es find glückliche Stunden der Unschuld und Bescheidenheit, welche in dieser kindlichen Erzäh- lung geschildert sind. Fast möchte man sie heute in das Reich der Märchen verweisen, heute, da man die moderne Klage hört: „Es gibt keine' Kinder mehr." Freilich, ein großer Teil des heutigen Nachwuchses wird in dem Treibhause der sogenannten „Kultur" frühreif und altklug. Ader wer bat der modernen Jugend diese verderbliche Frühreife eingeimpit! Der Schöpfer oder die Erzieher? Jedes Geschlecht hat den Nachwuchs den eS verdient, und wenn die
heutigen Kinder nicht mehr kindlich sind, so wird eS wohl daran liegen, daß die heutige« Erwachsenen fern Verständnis mehr haben für das Wort: „Wenn ihr nicht werdet, wie die Äinblein!"
vermischtes.
* Ter neue LuxuSzng König Eduards. Di» London und Vorth Western Eisenbahn hat soeben einen neuen Lnxuszug für König Eduard in Betrieb gestellt, der an Pracht und Luxus alles über» treffen soll, was bisher auf dem Gebiete des Eisen- bahnwesens geleistet worden ist. Ter Zug besteht aus sechs Waggons und ist mit jeder erdenklichen Bequemlichkeit ausgcstattet. Tie innere Dekoration ist säst ausschließlich in Gold und elfenbein- weiß gehalten. Tie Schwingungen und Stöße sind durch spezielle Federring fast völlig vermieden, sodaß es selbst bei einer Geschwindigkeit von 75 Kilometern per Stunde möglich ist, in aller Ruhe einen Vries zu schreiben. Der Salonwagen des Königs enthält ein Rauch,zimmer und ein Arbeitszimmer, während das Schlaf und das Toiletten- zimmer in einem anderen Raume untergebracht sind. Tie Königin hat gleichfalls zwei Waggons zu ihrer Verfügung. Zwei weitere Waggons sind für das Gefolge serviert. Die Heizung und Beleuchtung erfolgt auf elektrischem Wege, und im Sommer werden sie durch elektrische Ventilatoren gekühlt. Außer diesem Luxuszug stehen König Eduard noch auf mehreren anderen Bahnen prachtvoll eingerichtete Züge zur Verfüguna, und auch auf dem Kontinent besitzt er einen Spezialzug, den er auch König Haakon von Norwegen für seine Reise nach Potsdam überlassen hat.
* Tas brennende Wrack im Meere. Der Hamburger Dampfer „Nagel" traf auf der Heimfahrt vom Mittelmeer eine brennenbc Viermastbark. Der Kapitän berichtet über den schaurig-schönen Anblick: Blaue, grüne und gelbe Flammen schossen ans dem zerstörten Schiffsdeck hervor und liefen züngelnd am Klüverbaum hinauf, nach den noch unversehrten Segeln empor. Dichter Qualm uni Rauch wälzte sich nach der Leeseite zu. Das ganze Schiff bildete bis zur Wasserlinie eine glühende Masse, die ihren Schein bei dem feuchten Werter weithin über die ganze Meeresfläche fast tageshell verbreitete. Eine ungeheure Hitze entströmte dem Schiffskörper und machte es unmöglich, an der Seelette mehr als einige Schiffslängen näher z« kommen. Ter Dampfer umkreiste eine Stund! lang das brennende Schiff. Die Stellen der Net tungsbote waren leer. An Bord konnte fein lebendes Wesen mehr fein. Da setzte ein stürmischer Nordwest ein mit hoher See, in der das unglückliche Schiss schwer rollte. Mit Krachen ging der Fockmast über Bord. Himmelhoch schossen die Flammen auf. Alles toar in ein Flammenmeer gehüllt I — Nach einer ergänzenden Meldung war das Schiff die englische Viermastbark „Ancona". Tie Mannschaft wurde von einem englischen ®anr pfer an Bord genommen.
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Gottesdiettstordnung in Hulda.
Sonntag, 23. Dezember. Dom. Vt6, 6 und 7U6f bl. Mellen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, ‘/tlO Uhr Kathedralamt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Meise, ‘/i2 iU)t Quatember-Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Quatember-Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stadtpfarrkirche. l/<6 Uhr hl. Mess» mit Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Mess« und Predigt, ‘/,10 Uhr Amt und Predigt, 11 und ”12 Uhr Christenlehre, ? Uhr Quatember-Andacht. — Pfarrkirche zum hl. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 6 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalität. ' -10 Uhr.— Nonnenkirche. Nachmittags 2 Uhr Herz-Jesu-Brudev- schasls-Andacht. — MichaelSkirche. Nach nittagS 2 Uhr Predigt und Bruderschaft von den 7 Schmerzen Marias.— Jungsraueu-Sobalität. Nachmittags 2Uhr Mutterhaus.— Frauenberg. Heil. Messen um 5,1 »G und ‘/»7 Uhr, 8 Uhr VruderschaftSmesse, 9 Uhr Hochamt, nachmittags 2 Uhr feierliche Vesper und Andacht mit sakram. Segen.
Dienstag, 25. Dezember. (1. Weihnachtsfeiertag.) Dom. 4 Uhr Christmette, danach hl. Messe- 8 Uhr Pfarramt und Predigt, ‘/»IO Uhr Katbedral- amt, 12 Uhr hl. Messe, ‘-»2 Uhr Andacht, 3 Uhr feier- liche «eSper. — Stadtpfarrkirche. 4 Uhr Christmette, danach hl.Messen bis 7Uhr, 8 Uhr Amt und Predigt, ‘/»IO Uhr fsestpred gt, Hochamt mit Diakonium und Chorgesang, 8 Uhr Andacht. — Pfarrkirche zum hl. Geist. 6 Uhr Ehristmette, danach Kommunionausteilung, hierauf die Hitten-Messe, 8 Uhr Hochamt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Severikirche. 6 Uhr Christmette, danach hl. Messen. — MichaelSkirche. 4 Uhr Hochamt, danach Kommunionausteilung und hl. Messe. — Jungfrauen- Sodalität. Nach der Christmette gemeinschaftliche Kommunion in der Marienkichelle. — Frauenberg. 6 Uh» Amt vor der Kripve und Austeilung der heil. Kom- munion, 8 Uhr Rosenkranzmesse, S Uhr drittes feierlicher Amt mit Aussetzung (MiluSrgotteSdieusts. Stille hl. Messen von 5 bis 9 Uhr. Nachmittags S Uhr Fefl- predigt und Andacht mit sakram. Seger».
Mittwoch, 26.Dezember. (2. WeihnachtSseiertag.) Dom. *116, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Pfarramt und Predigt, */,10U r Kathedralamt, 12 Uhr hl. Messe, ‘/ 2 Uhr Andacht, 4 Uhr Abendandacht. — Siadchfarr- kirche. */.6 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr dl, Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, ‘MO Uor Amt und Predigt, 8 UhrAndacht. — Psarrti che zum heil. Geist. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht rott Segen. — Sodalität. Fest des hl. Stephanus, Patrons der Sodaliiät. (Vollk. Ablaß für alle Glau- bigen, welche nach würdigem Empfange der hl. Sakrcv mente die Kongregations-Kirche besuchen und dasewst nach der Meinung des hl. Balers eine Zeitlang beten. ■. i/,7 Uhr General-Kommunwn, 2 Uhr nachm. Erneuerung derWeihe an die allerseligste Jungfrau. - Jungfrauen- SoSalität. '/.3 Uhr Predigt und Andacht in der Manen- kapelle. — Dienstmädchen-Kongregation. 1 * Uhr «>e« neral - Kommunion, 3 Uhr Andacht. — Frauenberg. Um 5, * .6 und '/.7 Uhr hl. Meisen, 8 Uhr Violen- kranz-Messe, S Uhr feierliches Amt mit Aussetzung — Nachm. 2 Uhr Predigt und Andacht mit Umgang für die Antonius-Bruderschaft.