Zuldaer W Zeitung
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Fulda, 2amstaa den 15. Dezember 1306.
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Vochen-Rundschmu
X Fulda. 15. Dezember 1906.
Im Familienleben gab eS früher, namentlich im heidnischen Nom, auch ein absolutes, persolrches Regiment deS Hausvatres. Die Frauen und bte Kinder waren vor dem Gesetze rechtlos. Es ou freilich auch damals schon vorgekommen sein, daß die Frau sich eine tatsächlich- Nebenregierung rm Hause verschaffte, die sogar zur vollen Pantoff-l- berrschaft auswachsen konnte, und das; dre Kinder auch gelegentlich dem »alten Herrn" über bett
worden. .,
Man vergibt sich nichts, Ivcnn man sich überzeugen läßt. Allerdings soll man sich nicht
Ueber eine »Nebenregierung" braucht man sich erst bann zu entrüsten, wenn Hinterlist oder Trotz die Ordnung zu untergraben suchen. Ist das der Fall, so Hilst kein langes Jammern oder Klagen, sondern nur ein entschlossene» Durchsetzen der Autorität. Die gutwilligen Charaktere können zum Rechten sanft gebogen werden; bei den Böswilligen allein kann das Brechen geboten sein.
Im allgemeinen darf man sagen: Wer über »Nebenregierung" klagt, der versteht sich auf daS Regieren noch nicht recht.
Erstens ist er ja Manns genug dazu, und zweitens ist er für den Herrn Wistuba persönlich etnge- tret-u, nicht im Auftrage oder Namen des Zentrums.
Ich möchte hier nur von der „Nebenregterung" im gewöhnlichen Leben sprechen. Im allgemeinen imponiert es mir gar nicht, wenn einer mit Wehmut oder auch mit Wut darüber klagt, daß ihm eine Nebenbedingung auf dem Halse sitze und in seine Befttgnisse sich drückend einmische. So z. B. wenn ein Mann über die Nebenregieruitg feiner Frau oder seiner Schwiegermutter lamentiert, ober wenn eine Frau sagt, ihr Mann sei ein bär- beißiger Topfgucker oder Kleinigkeitskrämer ober Besserwisser, der sich in ihre häuslichen Angelegen
heiten immer einmische. Solche Klagen deuten entweder auf eine eigensinnige Herrschsucht, bte sich nichts sagen lassen will, oder auf eine Schwache, die schon ins Zittern gerat, wenn -in anderer nur einen Wunsch oder einen Ratschlag ausfprp t.
Im Grunde genommen gibt es keine Regierung ohne irgend eine Art von Nebenregierung. Das Seifet, jeder Regierende muß wohl oder übet Rücksichten nehmen auf andere Leute. Der Zar in Petersburg heißt bekanntlich von alters her »Selbstherrscher aller Reußen". Aber an reinem anderen Hofe der Welt gibt es so viele Ranke und Kabalen zwischen der ministeriellen Regierung und den jeweiligen Nebenregierungen, als gerade am Sitze diese» angeblich rein persönlichen Regt-
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(*) Advent.
Von G. Römer.
(Nachdruck verboten.)
Advent, das Leben in Hoffnung — und Weihnachten, die Erfüllung.
Das ist christlich gedacht, gehofft, gefreut
Doch den christlichen Advent, das christliche Weihnachten kennt jeder Christenmensch, jedes Christenkind, das von der Mutter hat beten, vom Lehrer und Geistlichen die christlichen Heilswahr- Seiten hat verstehen gelernt.
Wir wollen heute Advent einmal in das Welt- und alltägliche Leben hinüberlegen und werden finden, daß das Leben der Einzelnen wie der Völker eigentlich eine stete Adventszeit ist, die aber immer — mehr oder minder wenigstens — von einer Erfüllung gekrönt wird.
»An den Flüssen Babylons faßen sie und weinten und hingen ihre Harfen an die Weiden" sagt eine wehmütige Stimme im Alten Testament. Die Klagenden und Weinenden lvaren das Volk Israel, das aus seiner sonnigen und i bergfrohen Heimat in die flachen, fieberschwan- ' goren Gefilde Mesopotamiens in Gefangenschaft I geführt worden war und dort Jahrzehnte lang sich nach Zion und der heiligen Stadt, nach den Höhen Judäas und den Gartengefilden Sarons sehnte. Aber das verbannte Volk gab die Hoffnung nicht auf, es träumte sich in eine Adventszeit hinein. Der Advent in der Heimat, die Rückkehr aus der Fremde und die Ankunft in der Heimat, sie mußte, mußte doch einmal kommen. Und sie kam. Und als das Volk die Trümmer von Jerusalem, die blauen Berge von I Samaria und Judäa wieder sah, da soll es aufgejubelt haben in begeisterter Freude. Das war ein Weihnachten, ein Volksweihnachten, das war I Erfüllung dessen, nach dem man sich in harter Adventszeit so heiß gesehnt.
Wie einst Israel, so hat auch Deutschland I feine Advents zeit, seine harte Warte- und doch ftohe Hoffnungszeit gehabt. Es sind nun rund 100 Jahre her, da wurde Oesterreich, das ha. I mals die Rolle in Deutschland innehatte, die jetzt in der Hand Preußens liegt, erstmals bei Austerlitz und bann auch bei Wagram niedergeworfen und Napoleon diktterte kurzer Hand, daß es mit dem deutschen Kaiserreich ein Ende habe. Ebenso kamen für Preußen die 'Niederlagen von Jena und" Friedland und in deren Gefolge der drückende Friede von Tilsit. Da und hort bäumte sich wohl das Freiheitsgefühl gegen ftanzösische Gewaltherrschaft auf, aber es Mar vergebens. Und wenn auch das deutsche Volk nicht weinend saß an seinen Gewässern, so fühlte es doch tief und traurig den Druck der Fremdherrschaft. Aber der Adventsgedanke, der Gedanke an die Hoffnung auf neue nationale Selbständigkeit wich nicht aus den Herzen. Große, aber Me Männer wirkten unablässig , an der inneren Hebung des Volkes wie an der j äußerlichen, der Schlagfertigkeit. Und bann \ war die schwere bange Hoffnungs- und Adventszeit zu Ende. Die Kanonen von Leipzig dröhnten ein deutsches Völkerweihnachten ein und die zerschossenen französischen Bataillone von Waterloo mußten der deutschen Freiheit Platz
roofinMW: „öllustrierteZonntagrzeitung
Unpolitische Zeitläufe.
Berlin, 13. Dezemder 1906.
(Nachdruck verboten.)
Sieben r eg ier uitg! ? Alle Zeitungen sprechen von diesem Ding, und viele erheben ein grausiges Geschrei über die Nebenregierung, als wenn die ganze Staatsordnung aus dem Leim ginge. Was ist denn das für ein schreckliches Gespenst — die sogen. Nebenregierung?
machen.
Und doch war nicht ganz Weihnachten geworden. Gar vieler Unverstand der inneren Politik beschnitt das sprossende Grün des auf- wachsenden Volkes, daß nur ruppiges, saft- und kraftloses Geittüpp übrig blieb. Da bangte man sich wieder an die Hoffnung und träumte sich in eine Adventszeit hinein. Die ersehnte Deihnachtsgabc sollte ein neuer Kaiser fein. Im Gerümpel alter Sagen, im Schutt alten Seh- nens grub man umher und fand die uralte i Legende, daß Kaiser Barbarossa nicht gestorben : fei, fonbern im Kyffhäuser nur schlafe unb auf« ■ stehen werde, sobald die Raben nicht mehr um die Burgtrümmer flattern. Dann werde Deutschland wieder ein Kaiserreich werden, in Macht und Pracht, wie es einst im Mittelalter mitten im Gewoge der Völker kraftvoll gestanden. Wörtlich hat man das selbstverständlich nicht genommen ; man hat sein Sehnen in das alte zehnen gekleidet, das Deutschland nach dem Untergang seiner großen Kaisergeschlechter so ttef bewegt hatte. Die Raben sind verschwunden, das Kat- I sertum ist neu erstanden, die Hoffnung ist er- I füllt, Advent zu Ende.
Advent ist, im Grunde genommen, die ganze Lebenszeit hindurch — von der Wiege bis zur Bahre; das ganze Leben ist Wartezeit, Hoff- nungszeit und dann — doch wir wollen ntcht I vorgreifen.
In derselben schlägt für bas Wohl meiner Fatnilie!
Wer so seinen Herrenberuf auffafet, ber wird I nicht in Eigensinn unb Rechthaberri verfallen, sondern gern die Wünsche, die Ansichten unb bte Rat- schlage seiner Angehörigen anhören und berücksichtigen. Er wirb bann nicht eine Nebenregterung wittern, fonbern den Versuch einer forderlichen Mitarbeit. Was z. B. seine Frau sagt, prüft er unbefangen und gibt ihr Folge, wenn er erkennt, daß sie recht habe. Glaubt er aber nach redlicher Erwägung bei feiner Awicht I verharren zu müssen, fo teilt er ihr bas unter Angabe feiner Gründe freundlich nut, und bte Angelegenheit ist erledigt. Wo es mit rechten Dingen zugebt, da soll man alle Zeit nur mit sachlichen Gründen und Gegengründen sich auseinandersetzen und nicht Kompetenzstrrttrg- : feiten oder gar die scharfe Machtfrage auswerfen. ■ „Das kann ich mir nicht gefallen lassen, ich habe doch auch etwas zu sagen, du respektierst mich nicht, : du liebst mich nicht" — solche und ähnliche Redens- arten zeigen, daß etwas faul ist in diesem yami« i lienstaate. Poltern und aus den Tisch schlagen I — Weinen und Schmollen sind ebenfalls traurige Symptome. Wer feine Ansicht nicht ruhig und mit sachlichen Gründen vertreten kann, setzt nch dem Verdacht aus, daß er im Unrecht ist.
„Aber" — so lautet ber stete Einwand — »ich vergebe mir etwas, wenn ich dem anderen nach- geb-". Es kommt doch nur daraus an, wer Recht hat. Wenn deine Ansicht tatsächlich die schlechtere ist, so schädigst du dein Ansehen gerade durch das eigensinnige Festhalten am Irrtum Du kommst da aus Rechthaberei in eine Sackgasse: wenn nachher die trüben Erfahrungen sich einstellen, so bist du der Blamierte . Dann denken deine Angehörigen und vielleicht sagen sie: Er hat nickt hören wollen und nun müssen wir alle fühlen! Der Eigensinn soll heldenhaft auSsehra: aber er ist ein Zeichen geistiger Schwäche und selbstsüchtiger Beschränktheit. Durch den Eigensinn sind schon Regierungen- die mit großen Macht- I Mitteln anfingen, elend zu Grunde gerichtet
Reichstage hat die GeletzgebungSma- fchine in dieser Woche mehrere Vorlagen endg.tttg erledigt. An einem Tage zeigte da» HuiS da» seltene Schauspiel der Einmütigkeit, da» einen besonderen Wert hat, wenn es sich um fragen bet auswärtigen Politik hanbelt. Die Alge ciros-Akte wurde in der dritten Beratung debatte- los angenommen, obwohl man vcrschi^enttcch die Hoffnung hegte, daß sie zu Hochpolttischen Erorte- rungen über unsere diplomatischen Vertretungen Im Ausland benutzt werden wurde. Aber mcht» von alledem geschah, und der Reichstag^hat d« gleiche Kundgebung vollzogen, tote bte französische Deputiertenkammer. Alle Gerüchte, die vorher über neue Enthüllungen unb großartige Debatten umherfck wirrten, fanben keine Bestätigung. Ebenso einmütig stimmte ber Reichstag auch dem Gesetzentwurf zum Schutze ber bilbenben Kunsts und ber Photographie endgiltig zu. Die zur brttten Beratung von den Sozialdemokraten erneut etn- gebrackten Abänderungsanträge wurden abgelehitt und das ganze Gesetz unverändert angenommen: nur wurde ber Zeitpunkt, an welchem es m Kraft treten soll, vom 1. Januar bis 1. Jul, 1907 hm- ausgeschoben. Endlich fand auch bte Gewerk«. Novelle über bic Beschränkungen im $augeroerbe unb den sogenannten kleinen Besähigungsnach» weis endgiltige Annahme. Zwei weitere Tage dieser Woche waren ber Fleischteuerung gewidmet, indem die von den Sozialdemokralen und Freisinnigen eingebrachten Interpellationen zur Besprechung stauben. Die Regierung stellte dabei ihren Standpunkt fest, welcher verschiedene Maßnahmen zur Linderung erwarten laßt. Von einer Herabsetzung oder Aufhebung der B,eh- und Fleischzölle will sie aber nichts wissen. Bei dieser Gelegenheit stellte sich auch der neue Preu- tzifcheLandwirtfchastsminkfter erst- mals dem Hause vor.
Die »Senfatton" der Woche war die am Donnerstag bei Beratung des Nachtragsetats sttr Südwestafrika erfolgte Auflösung des Reichstages, nachdem bte auf 29% Mit' honen lautende Forderung der Regierung mit 178 gegen 168 Stimmen abgelehnt worden ist. Zweck ber Neuwahlen ist zweifelsohne die Schwa- chung des Zentrums und die Bildung eines Blocks gegen dasselbe. Ob sich der Reichskanzler nicht stark verrechnet? Jedenfalls werden bte Sozial- bemofraten ihren bisherigen 78 Mandaten noch
läßt, wimmeln wird. Die Regierung bereitet auch schon ein strafrechtliches Vorgehen vor und ist geneigt, den schändlichsten Kirchenraub sofort zu inszenieren. Sie will über die Pfarreien. bte bischöflichen Paläste und Seminargebaude ver- fügen, und die Güter der Anstalten de» katholischen Kultus sofort liquideren. SSgmit aber noch nicht genug, entzieht sie den Geistlichen bte fBen«j [tonen unb Unterstützungen unb will sämtliche Seminaristen mit Beginn des nächsten JahreS m die Regimenter einreihen. Diese Maßregel würbe ungefähr 6000 Seminaristen treffen. Weiter hat bte Regierung am ersten Tage deS neuen Gesetzes einen päpstlichen Vertreter aus Frankreich aus- gewiesen und weitere rigorose Maßnahmen find stündlich zu erwarten. Damit eröffnet sich für das ganze Land ein Kulturkampf, toie er vielleicht an Schärfe und Bitterkeit bisher noch nicht au»- gefochten wurde. Aber ber Krieg ist kem Manöver, unb bie Regierung wird bte Fruchte dieses Beutezuges noch selbst zu ernten haben. Die Folgen sind aber für Frankreich und den gesamten Sta« tholizismu» unabsehbar. So ist der 11. Dezember 1906 in ber Geschichte der dritten Republik der Ausgangspunkt für schwere innere Kampfe. uu, ...... ............ T - ...
Qnntoen Rußland und Japan ist eine Kopf wuchsen. In der christlichen Ordnung ist merkliche Spannung eingetreten. Die Ursache da- der Hausvater auch noch das Oberhaupt der Fa- von liegt in den Forderungen, welche Japan tn I miüe, aber er darf nicht der Tyrann fem. ©eine Bezug auf die Fischereifrage bei feinen Handels-1 Stellung ist ähnlich, tote die emes Königs nach Vertragsverhandlungen mtt Rußland stellt. Es I dem bekannten Ausspruche Friedrichs des Großen, hält sich dazu auf Grund de» Friedensverttages @r erklärte sich einmal für den ersten Dtener für berechtigt, macht sich aber keine Skrupel da- des Staates. Ob Friedrich m feiner Herftcher- raus Rußlands verzweifelte Laae zur Erreichung I nQtut immer nach diesem fernen Ausspruch geben Vorteilen auszunubsn. Wenn beide Teile handelt hat, geht uns hier nichts an. Der Aus- keinen Anlaß zur Nachgiebigkeit zu haben glauben sprach selbst aber ist sehr schon. Ern wtterHaus- können diese Dinge gar leicht zu Reibungen und pater sollte sich auch immer sagen: ,cck dm der Explosionen führen. erste Diener der Familie. . Die Fannlie
Präsident Roosevelt hat eine Botschaft ist nicht meinetwegen da, sondern ich ibretwegem srlasien welche die Stellungnahme des amerika-1 Meine Herrschaft soll darin bestehen, daß ich nach nrfcken Staatsoberhauptes in verschiedenen wich- meinem besten Wissen und Gewissen rafLoft erfreue tlgen Fragen kennzeichnet. .
er auch die Naturalisierung der Japaner in Ame- rifa vor, wird aber mit diesem Punkte auf fwarfen Widerstand stoßen, da man in Amerika von de» Japanern nichts wissen will. Wohl deshalb benutzte er den Hinweis auf die zweite Friedenskonferenz zu einem kurzen Hinweis auf den ge- . rechten Krieg und feine glücklichen Wirkungen.
Anderseits ließ die Botschaft des Präsidenten mehrere wichtige Fragen, darunter auch die Ge- . stattung der dcutsch-amerikanifchen Handelsver- hältnisse, gänzlich unberücksichtigt. Der Kongreß ' ist in diesen Tagen ebenfalls zusammengetreten, sodaß wir über verschiedene Punkte bald näheres
Da geht ein Abgeordneter zu der Regierung, nm eine Angelegenheit durch persönliche Rücksprache mit freu Ministern oder den Abteilungsleitern kurzer Hand zu erledigen, so daß die umständliche und aufregende Berhandlnng im Reichstage selbst vermieden wird. Ist ba» eine „Sieben- regierung?" Es kommt auf die Parteistellung des betreffenden Abgeordntten an. Geht ein Konservativer oder Freikonservatiber oder auch cm biederer Nationalliberalcr zu den Dehördeii, so findet man das gut und schön. Aber wenn em Zentrums« bgeordneter dasselbe tut, so schreien unsere zahlreichen Feinde und Neider Zeter und Mordio über die „ultramontane Nebenregierung ober Zwangsherrschaft." Auch die Herren von der Bureaukrcstie inachcir Untcrfcfriebc. Wenn z. B. der Zentrumsabgeordnete Roeren durch seine 23er» Handlungen im Kolonialamt den Behörden hilft, ----1 ", ober 1
aus den Aergernissen von Togo herauszukommen, herumkriegen lassen durch Schmeicheleien o^r dann schreibt ihm der Reichskanzler, er habe an Drohungen oder sonstige^ unsachliche^nflusse. ber friedlichen Beilegung der dortigen Streitig- Wohl »bet soll E sich em^Bräeren beleln«u feiten „in dankenswerter Weise mitgetorrkt . lasten durch gute Grändc, welche die anderen. gel- Wenn nun aber derselbe Roeren dafür ehitntt, trab machen. Denn -mer kann nicht alles fefrra man solle die Verfolgung des früher in Togo taii- und wissen. Namentlich ist ,e3 ben ««““Jtoen gen Bureauvorstehers Wistuba doch einstellen, da- .Haus- «der «taatsherrra nicht immer möglich, mit nicht dadurch die ganze, leidige Togo-Sache sich m die BerhaUniste und Bedürfnisse der ein. wieder aufgerühtt werde, dann macht man den zelnen Angehörigen oder Staatsburg<r richlig „dankenswerteu Mitarbeiter" zu einem Erpresser, hmem zu denken. Also kein Qbfoluteä ^<gnnent der in dem Kolonialamt, ja im ganzen Auswär- mit verschlossenen Obren, sondern eine konstitutio- tiaen Amt eins Schreckensherrschaft habe anfrich- nelle Berfassmig. bei der auch die Regierten an- ten wollen. gemefien zu Warte kommen und an den gemein-
Ich hatte bisher »och niemals bemerkt, daß der s schaftliche» Aiisgaben ntühriifen können, biedere Aba. Roeren das Zeug zu einem heim-1 Aber bte Kinder, fallen die auch schon eine liehen Despoten in sich habe, ber bie bureaukratische „Nebenregierung" bilden? Ach
Staatsgewalt zu einem verzweifelten Kampfe um rang! Mitarbeiten m Rat unb Tat soll man Sein öder Nichtsein nötigen könnte. Ich soll mich sie nach Ma^abe ihres Atters und Einsicht auch an dieser Stelle nicht in die Politik mischen lassen. Die kleinen Kmde^u^ gehorchen l« und überlasse e8 deshalb unfenn alten verdienten neu, aus» Wort; bte Schulkinder müssen ge Vertreter Roeren, feine Sache selbst auszusechtra. horchen lernen aus dem Dewußtsecn datz die Esi Erstens ist er ia Manns genug dazu, und zweitens tern ober Lehrer bet ihrer großerra Kenntnis und Erfahrung berufen find, sie rn letten. Und wenn der Nachwuchs noch größer totrb, fo muß bie Pflicht deS Gehorsams unterstützt werden durch bte Neberzeugung von den guten Gründen des Befehls. Mit dem bloßen Kommandieren kommt man ba nicht immer durch; bie aufgeweckten Sprößlinge wollen wissen: warum unb wozu? Die Begründung und Belehrung läßt sich nicht bermetben, und dazu gehört ein Meinungsaustausch. Man muß die heranwach- sende Jugend in ihren Angelegenheiten auck zu Worte komme» lassen, ihre Irrtümer aufklaren und ihre begründeten Bemerkungen in Bettackt
einige hinznfügen.
In Württemberg fanden bte Landtag»- wählen erstmals unter dem neue» Gesetz statt. Dabei hat bie demokratische Volkspartei schlecht ab- geschnitten, während das Zentrum gleich im ersten Wahlgang zu seinen bisherigen 18 Mandaten noch einen neuen Sitz eroberte und in zwei Bezirken noch in Nachwahl steht. Bekanntlich find bte Stichwahlen abgeschafst, sodaß also im nachstra Wahlgang sämtliche Parteien nockimals miteinander konkurrieren können. Deshalb hofft auch die Volkspartei vom zweiten Wahlgang einen Ersatz für bie jetzt erlittene Schlappe. Die Sozial- ibemofraten waren bisher mit 7 Abgeordneten im Landtag vertreten; sie eroberten jetzt 5 Sitze, glauben aber, es in den noch folgenden Wahlgängen auf etwa 14 Mandate Bringen zu können. Die Nachwahlen finden int Dezember und Januar statt, während die Eröffnnng des neuen Landtags kurze Zeit darauf vor sich gehen soll.
Die H a n d e l s v e r t r a g s v e r h an d l u n- 8 en zwischen Deutschland und den 23er- 'einigten Staaten nehmen einen befriedigenden Verlauf. Sie werden aber noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sodaß Ueberraschuu- ■gen noch nicht ausgeschlossen sind. Das jetzige Provisorium läuft am 30. Juni 1907 ab. Ungünstiger liegen bie Verhältnisse inbezug auf einen Handelsvertrag mit Spanien. Die Ver- Handlungen wurden unterbrochen und nun behauptet ein Gerächt, daß bas am 1. Dezember ab- laufen de Provisorium eine Verlängerung erfahren soll. Eine solche Absicht würde im Reichstag auf den schärfsten Wiberstand stoßen; deshalb glauben 'totr nicht, baß bie Regierung sich mit diesem Gedanken trägt. , ,
In Frankreich ist der Bruch zwischen Kirche unb Staat endgiltig vollzogen. Das Tren« ttungsgesetz ist in Kraft getreten und bas Konkordat hat aufgehött. Dadurch wird der Kampf im ganzen Lande nunmehr nochmals auf bas schärfste entbrennen. Der Papst hat die Geistlicheit angewiesen, den Gottesdienst in de» Kirchen fortpi- !setzen und sich jeder Erklärung zu enthalte». Diese ^Erklärung bezieht sich auf eine Verordnung deS Kultusministers, worin die Geistlichkeit aufge- lforbert wird, für die Wetterführung des Gottesdienstes eine amtliche Anmeldung einzureichen. Der Kirchenkultus fall nämlich in Ztckunft w e Jute gewöhnliche Veremsverfammlung behände: lerden, welche Bestimmung ber Vatikan jedoch nicht anerkennrn kann. Denn wenn die Ausübung des Gottesdienstes unter das Dersamm- ^ungsrecht gestellt wird, so muß auch mit denselben Möglichkeiten gerechnet werden, die bei Vereins- fberfamntlungcn Vorkommen können. Wenn es beispielsweise einem Störenfried einfallen faßte, die heilige Handlung unmöglich zu machen, o kann Polizei in das Gotteshaus eindringen und den Gottesdienst nach ihrem Ermessen verhindern, iebenfo tote sie eine gewöhnliche Vereinsversammlung auflösen würde. Die Folge wird nun sein, baß eS von Anzeigen gegen die Geistlichkeit, welche 6fe Abgabe ber also geforderten Erklärung unter-