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Schriftleiter: 3. Baum

A.^arzeller in Sulba w°<>!endk»°ge:„3Il«strierte§onntagrzeitung"

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ttotationrdruck u. Verlag der Suibaer Ac< titiibr idertl in Sulba. Sen fprehrr Rr *).

»bjcitien: Vie du« fpalttgepc' ttzeile ebtt deren Kai m 15 pfg. Feilamea eie pelilzrile 25 pfg.; bei Wieder- Holungen wird entfpr.

Nadalt gewahrt.

monatsbeNage: „gulöaer Geschichtsblätter"

M 287.

Fulda, Freitag den 14. Dezember 1906.

33, Zcchrqanfl.

sviachdruck verboten.)

(*) Die KinttWereme und die heutigen Anforderungen an die kathol. Charitas.

Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, vaß wir noch eines bedeutenden Ausbaues un­serer charitatioen Tätigkeit bedürfen, wollen wir den vielfachen Nöten der Gegenwart, besonders in den Großstädten, wirksam entgegenarbelten. Die sehr dankenswerte Schrift von Prof. oa P* beider: „Laien-Apostolat und Volkspflege hm dieses namentlich nach einer Selle hin, bezüglich des Laien-Apostolates, dargelegt. Im Anschluffe an die Faßbender'sche Schrift ist auch die Frage zur Sprache gekommen (vergl. »Charitas^ 1906, Heft 9, 10 und 11), ob die bestehenden kathol:- scheu charitatioen Vereinigungen, insbesondere der Vincenzverein, fähig seien, den heutigen Ver» hälinissen entsprechend erweiterte Aufgaben, namens- tich das Laien-Apostolat, zu übernehmen. Da dre Verhältnisse zum Ausbau der kathol. Charitas mit zwingender Gewalt drängen, und der Shn» cenzoerein als die größte Vereinigung praktisch charitativ tätiger Männer dabei am meisten in­teressiert ist, wird es gut sein, die Stellung des Vincenzvereins zu den heutigen Anforderungen an die katholische Charitas einmal zur Sprache zu bringen.

Daß heute ganz neue große Anforderungen an die katholische Charitas gestellt werden, :st für jeden, der ein wenig mit der Lage der Ar- men, besonders in den großen Städten, vertraut ist, durchaus klar. Sie mußten kommen und wachsen mit der zunehmenden Umwälzung unserer gesellschaftlichen und religiösen Verhältnisse durch die Jndustriealisicrung Deutschlands und das An­wachsen seiner Großstädte zugleich mit dem star­ken Rückgänge des Einflusies der positiven Relr- gion in immer weiteren Volkskreisen. Die Welt der Armut und Not hat sich in den letzten 50 Jahren völlig verändert. Es sind nicht mehr die Armen, die bittend ihre Hand nach Brot ausstrecken und es dankbar empfanden; es sind jene zahllosen religiös und sittlich verwahrlosten, wirtschaftlich im 'Hasten und Drängen des modernen Lebens gescheiterten Menschen und ihre Angehörigen, die mit starkem Anne, und sei es selbst widerstrebend, emporgerichtet werden müssen. Täglich nimmt ihre Zahl zu. Wirtschaftliches und geistiges Elend sind bei ihnen vereint.

Von den verschiedensten Punkten aus versucht man Hilfe zu bringen: durch Jugendfürsorge, Mädchenschutz, Schutz der reisenden Mädchen und der Auswanderer, Fürsorge für Gefallene, Trinker, Obdachlose, entlastens Sträflinge, Ord- nuug wilder Ehen, durch Wohnungsreform, Säuglingspflege, Krankenanstalten, Sorge für die Zuziehenden rc. Es ist wie ein weites Feld des Kampfes der Kräfte der Erhaltung mit den Mächten der Zerstörung menschlichen Glückes, das sich vor uns ausdehnt. Kem Zweifel, daß der Kampf noch nicht auf feinem Höhepunkt an­gelangt ist, daß uns daher einerseits noch immer neue Ausgaben erwachsen, und andererseits die Organisation und Sammlung der Kräfte immer dringender wird.

beliebten schlesischen Dichter zu den vielen alten I noch manche neue Freunde gewinnen. Tiefe Em­pfindung und ein goldener Humor sind dem Dich­ter in seltenem Maße eigen. (Geb. 3 Jt).

Eine Erzählerin von mehr als gewöhnlicher Begabung ist Marie Deutschmann, deren kultur­geschichtlicher Roman „Spes unica" in großen Zü­gen das Leben und den Werdegang des heiligen Augustin mit packender Gestaltungskraft vor Au- gen führt. (Geb. 5 Jt.) Die vorausgegangene Novelle „Sonnenstrahl" (geb. 4 -M hatte bereits gezeigt, daß die Dichterin eines hohen Fluges fähig ist. Eine schöne Sprache zeichnet beide Werke aus.

In sechster Auflage erschien von Haxthausens preisgekrönte Novelle „M ädchenlebe n". Eine anziehendere Lektüre für junge Mädchen laßt sich nicht leicht finden (geb. 3 -M.

Vom Verlage der Paulinus-Druckerei i n Trier liegen mehrere interessante Publikationen aus dem religiösen Gebiete vor. Zunächst sei ein Buch erwähnt, das Kardinal Vaughan in seiner Vorrede zum englischen Original als „em klas­sisches Werk, eine wahre Fundgrube" bezeichnete Es ist das von P. Thomas Livius verfaßte Werk „Die Allerseligste Jungfrau bei den Vätern der ersten sechs Jahrhun- ! derte." Domkapitular Prinz Arenberg und Professor Dr. Dhom haben diese wichtigen Auf­schlüsse über den Maienkult der ersten christlichen Jahrhunderte ins Deutsche übertragen. Der erste Band (geb. 5 Jt) ist aus dem Kirchheimschen Ver­lage in den Verlag der Paulinus-Druckereisuber- I gegangen, welche noch vor Weihnachten auch den zweiten Band vorlegen wird.

Eine gediegene, mit dem besten Rüstzeug mo­derner Wissenschaft ausgestattete und doch, durch- aus volkstümliche und allgemein verständliche | Apologetik bieten die A po l o g e t l s ch en K an- zelvorträge von Professor Dr. P. Einig in Trier. Der erste Band, der in 2. und 3. Auflage vorliegt (geb. 3,75 JO) hat in der Presse .die glän­zendste Beurteilung gefunden. Im Frühiahr wird der zweite Band erscheinen.

Besondere Beachtung verdient auch die im Ver­lage der Paulinus-Druckerei erschienene deutsche Uebersetzung der Broschüre „Lourdes u n d d i e A e r z t e" von Dr. F. de Backer, Direktor eines physiologischen Laboratoriums m Paris (80 L). Ter gelehrte Arzt tritt offen , für die Tatsächlichkeit der Wunder von Lourdes em. Man muß die Schrift gelesen haben, wenn man über Lourdes mitsprechen will. Schließlich sei noch em im Druck erschienener Vortrag über „Dre e- Hutten in Trier" (80 ■&) erwähnt.

Ein wahrer Hausschatz für die deutsche Familie ist mit Recht Dr. S. Widmanns „Geschichte desdeutschenVolkes" schon wiederholt ge­nannt worden. Die zweite verbesterte Auflage (mit neun Porträtstafeln) ist bis auf die Regie­rung Kaiser Wilhelms II. fortgeführt. Auch die kulturelle und sozialpolitische Seite ist nicht zu kurz gekommen. Wir empfehlen den stattlichen Kalikoband (geb. 8 JO) ganz besonders als wert­volles Festgeschenk für jung und alt.

Die Gesellschaft für christliche Kunst in Mün- djett, die sich durch ihre künstlerisch hochstehenden Reproduktionen in Vierfarbenkunstdruck bereits einen Ruf über die Grenzen des deutschen Sprach- I gebietes hinaus erworben und die der guten Sache I der Kunst außerordentlich wertvolle Dienste ge­leistet hat, ließ soeben ihren Hauptkatalog I in neuer und völlig umgearbeiteter Auflage er- scheinen. Mit den verschiedenen Abbildungen der Ausstellungs- und Verkaufsräume und zahlreicher

genug, daß sie ob eines anderen Bluttat mit lebenslänglicher Schande gebranntmarkt auf int-1 mer von Haus und Familie verbannt worden r

„Wenn sie nicht schuldig, so war es ihr Bruder und sie sollte es beweisen," bemerkte Sir Victor

^,Wer bist Du, daß Du richten sollst? Den Mörder kennt der Himmel und richtet ihn. Be- schuldige niemand, weder Juan, noch seine Schwe- her, alles menschliche Urteil ist trügerisch. An Deiner Mutter Tod ist Inez schuldlos und durch ihn wurde ihr ganzes Leben geknickt.. Sie weihte ihr Dasein Deinem Vater, war all' die Jahre hin­durch seine Wärterin und Gesellschafterin, war ihm mehr als Mutter und Schwester. Ich hatte ihn lieb, hätte aber nie geleistet, was sie getan. Er behandelte sie grausam, ihre Rache war lebens­längliche Aufopferung. Sie hat ihn all die Jahre nicht verlassen, bis er stirbt. Glaubst Du mir? fragte sie gebieterisch.

„Ich glaube alles, was Du gesagt," entgegnete er traurig, „kann ich Miß Catheron sehen, um ihr zu danken?" ,

„Ja, Du sollst sie sehen; warte hier, ich schicke sie Dir. Sie verdient Deinen Dank, wenn auch jeder Dank zu schwach ist für jahrelanges Mär­tyrertum."

Lady Helena verließ ihn, er blickte hinaus zu den schwankenden Bäumen. Wachte oder träumte 1 er? Sein Vater am Leben l Wie vernichtet saß er. I „VictorI" . , _

Er hatte die Türe nicht offnen, die Kusine nicht kommen gehött. Sie stand neben ihm.

Ganz in Schwarz gehüllt ,ein bleiches Antlitz, große traurige Augen, zu Schnee gebleichtes Haar, das sich eigentümlich zu den jugendlichen Zügen verhielt. Die tiefdunklen Augen, einst voll Glut und Stolz, fahen auf ihn mit zartem, trauerndem Blick. Die Lippen, einst in herber Verachtung aufgüvorfen, hatte jahrelanger, hoffnungsloser Schmerz gemildert.

„Und so sah Sir Victor Catheron nach mehr als dreiundzwanzig Jahren das Wesen, das seines Vaters Untreue elend gemacht.

„Victor!"

behaupten, seine Gesundheit aber ist gut, und er kann noch lange leben. Warum Dich also der > Rechte enttleiden? Die Welt sagte Dir, er sei tot, Du erwuchsest und nahmst seinen Platz ein, als deckte ihn das Grab. Gesetzlich aber hast Du keinen Anspruch auf Titel und Erbe."

Schweigend erwartete er das Weitere.

„In letzter Zeit zeigten sich in unbestimmten Perioden Spuren von Verstand. Bei solchen Ge­legenheiten sprach er von Dir und wünschte wie­derholt, daß sein Leben verheimlicht und er für die Welt tot bleibe. Du brauchst nicht zu erschre­cken, Dein Vater wird nie seine Rechte bean­spruchen."

„Weiter", sprach er düster.

„Wenn Du in die Vergangenheit Dich zurück­versetzest, erinnerst Du Dich nicht einer schönen jungen Dame, die sich Nachts über Dich beugte. Dich Deine Gebete sagen ließ und Dich in Schlaf fang?"

„Ich erinnere mich."

«Weißt Du, wie sie aussah?"

„Sie hatte dunkle Augen und Haare; mehr weiß ich nicht."

Weißt Du nicht, L#e: es war?"

„Nein. Wer war sie?" 5 ■ ■ '

„Die Dame, die Du gestern sahst." "* '•... „Und wer war diese?"

Lady Helena hielt einen Moment inne.

„Inez Catheron," sprach sie dann.

„Was?" rief Sir Victor, „die Rivalin, die Feindin meiner Mutter, die ihr Leben verbitterte, bei ihrer Ermordung beteiligt war? sie, die Du aus dem Gefängnis befreit hast und die doch direft oder indirekt meiner armen Mutter Tod ver­schuldete?"

„Wie wagst Du so zu sprechen, Victor! ich sage Dir, Inez Catheron ist eine Märtyrin, keine Mör- derin. Sie hatte ein Recht, Deiner Mutter Rivalin zu fein, denn sie war Deines Vaters Verlobte,, be­vor er Meta Dobb gesehen. Daß sie aber Deiner Mutter Rivalin war, war ihr einziger Fehler und ihr ganzes Leben lang sühnt sie ihn. War es nicht

„Gegen Miß Darrell's Persönlichkeit habe ich nichts einzuwenden; ihre Armut und Abstammung sind Fehler in meinen Augen, wenn sie es aber in ben Deinen nicht sind, will ich sie nicht weiter betonen Die Einwände, die ich gestern erhoben, hätte ich auch gemacht, wäre Deine Braut eines Herzogs Tochter gewesen. Ich hatte gehofft. Du würdest noch lange nicht, vielleicht me an s Hei- raten denken."

„Aber Tante Helena —"

„Eine absurde Hoffnung, nicht wahr, aber ich war von jeher feige und verschloß meine Augen der Wahrheit. Die Zeit ist gekommen, wo meine. Liebe Dich nicht länger schützen kann; ehe Du heiratest, mußt Du vieles erfahren. Erinnerst Du Dich, daß ick gesagt ,Du habest Fern Recht auf den Titel, den Du trägst? Ich sprach die Wahr­heit, denn. Dein Vater —"

Sie rang nach Atem.

„Mein Vater lebt."

Er war wie betäubt. Was sagte sie? fein Vater lebe, folglich war er nicht Sir Victor Catheron. Er erhob sich bald.

„Mein Vater lebt? mein Vater, den ich, fet+ ich denken kann, tot geglaubt. Welch ein Betrug liegt hier vor?"

„Es liegt kein Betrug vor ,und wenn Dir die Sache lange geheim gehalten wurde, geschah es nach Deines 93ater3 eigenem Willen. Er lebt, ist aber hoffnungslos wahnsinnig. Die Gesundheit kehrte nach jenem furchtbaren Ereignis wieder, nicht aber die Vernunft. Wir brachten ihn fort, suchten die beste ärztliche Hülfe — umsonst. Jahre­lang blieb er irrsinnig, ober vollkommen gut­artig. Er war unheilbar, wollte nie seinen Titel

k. weihnachttbücherschau 1906.

(Nachdruck verboten.)

VIH. (Schluß)

Als originelles Christgeschenk auS dem Ver­lage von Dr. Armin Kausen in München seien die „Neuen Weihnachtgrüße", kurze Erzäh­lungen, Novellen, Skizzen, unter Mitwirkung von A. I. Cüppers, I. von Dirkink f, von Ekensteen, Minna Frecricks, M. Herbert, Friedr. Koch-Breu- berg, M. Ludolff-Huyn, Marg. Mirbach, Anton Schott, herausgegeben von Dr. Armin Kausen, nochmals in Erinnerung gebracht. Die Kritik war einstimmig in der Anerkennung dieses „ent­zückenden", vornehmen Buches, das auch in seinem äußeren Gewände (Einbanddecke mit weihnachtli­chem Schmucke, Blauschnitt mit Sternen) das Fest verkündet (Prachtband 3 JO). Zwei andere Weih­nachtsbände von Dr. Armin Kausen sind schon früher erschienen: „In Blüten duft und Winter schnee" bei Cordier in Heiligenstadt (Salonband 5 JO), „W e i h n a ch t g rü ß e" bei Laumann in Dülmen (Salonband 3 JO).

Die Verlagshandlilng von Ferdinand Schö- ningh in Paderborn kann man nicht nennen, ohne Webers „D re iz eh n l i n d en" zu erwähnen. Die unvergängliche Dichtung gehört der Welt­literatur an. Ihren beispiellosen Erfolg beweist die jetzt vorliegende 132. Auflage. (Goldschnitt­band 6,80 Jt, Halbfranz 7 JO). Die illustrierte Pracht-Folioausgabe kostet in künstlerifchem Ein­band 40 JO _

Eine neue romantische Dichtung bietet uns der Schöninghfche Verlag in „Isold e" von F. Kesting. Die Mischung von morgenländischem Milieu mit mittelalterlichem deutschem Rittertum schafft ungefucht einen phantastischen Hintergrund mit stets wechselnden, farbenprächtigen Bildern. Die Sprache ist gewählt, die Versführung im gan­zen tadellos. (Goldschnittband 3,20 JO).

Paul Kellers Nene Erzählungen „Das Ni- klasschiss" (und siebzehn andere) werden dem

Scheu bot sie ihm die .Hand. Der Bann des Mordes hatte immer aus ihr gelastet. Wer wußte, ob er nicht im innersten seines Herzens sie des­selben zieh? , . .„

„Miß Catheron", spra cher herzlich unb ergriff ihre Hand, „ich habe eben erfahren, daß mein Vater lebt, daß Sie Ihr ganzes Leben ihm geweiht, er hat es nicht um Sie verdient, lassen Sie seinen Sohn Ihnen von ganzer Seele danken."

„Ich bedarf keines Darckes," entgegnete sie weich, „ober nenne mich nicht Miß Catheron, Vic­tor, sondern „Kusine Inez". Seit dreiundzwanzig Jahren habe ich diesen Namen nicht gehört, und Du glaubst nicht, wie seltsam er klingt.

„Sie tragen also nicht Ihren Namen? fragte er überrascht, „doch hätte ich's ja wissen können, Vvwtf ——>**

„Unter dem Banne des Mordes Hegen", er­gänzte sie mit leichtem Schauder. „Als ich daS Gefängnis verließ und mich nach London begab, nannte ich mich Miß Black und lebte ini einer atm- lichen Wohnung in einem der überfüllten Stadt- i teile. Des Scheines halber nahm ich Naharbeit an In aff’ den Jahren war das die trostloseste ! elendeste Zeit. Dort verlebte ich vier Monate. Inzwischen war Dein Vater wieder gesund gewor­den, und die Furcht, daß sein Verstand zerrüttet, hatte sich bestätigt. Lady Helena wußte nicht, was sie mit ihm anfangen sollte. Wohl gibt eS Privatirrenanstalten, aber der Gedanke schien ihr unerträglich. Der Kranke war völlig irre, aber harmlos, und ich beschloß, was letzt meines LebenS Zweck ist. Lady Helena mietete em entlegene» HauS in den Ausläufen von St. Johns Wond auf viele Jahre für Mr. und Mrs. Victor. Dorthin brachten wir Deinen Vater unb seit seinem Ein­tritt hat er die Schwelle nicht wieder überschritten. Mrs Marsh, die alte Haushälterin von Catheron Royals und Mr. Hooper, kamen zu uns und stiid I noch bei uns, obgleich beide jetzt alt und schwach geworden. Vom Anfänge an, in den Tagen meines jugendlichen Glückes, gehörte mein Leben ihm, ihm soll es gehören, bis er stirbt, und ich war in den letzten Jahren nicht einmal unglücklich."

(Fortsetzung folgt.)

ßi« Mchldms Aheimis.

Dem amerikanischen Originale der Mrs- May Agnes Fleming nacherzcihlt voll Lma Freiftau von Berlepsch.

neu ausgenommener Kunstblätter legt das schmucke Merkchen, das zum geringen Preis von 1 Jt von der Gesellschaft für christliche Kunst zu beziehen ist, ein beredtes Zeugnis ob von dein kräftigen Aufwärtssteigen der christlichen Kunftbestrebun- gen. Nicht weniger als 300 Werke christlicher Malerei und Plastik werden hier im Bilde vor­geführt.

Von den neu aufgenommenen fesseln vor allem Leo Sambergers idealer Christuskopf und Kuglers vorzügliche Radierung nach dein herrli­chen Gemälde Anthoni van Dycks „C h r i st u s a m K r e n z". Samberger's Christuskopf ist eine treffliche Gravüre nach dem in der Ausstellung der Gesellschaft für christliche Kunst befindlichen Gemälde; das Kunstblatt kostet 10 JO Von be­sonderem Reiz sind die vom Künstler signierten Vorzugsdrucke auf Japanpapier, von denen einer auf 20 Jt kommt. Van Dycks „Christus am Kreuz ist unbestritten eines der edelsten Werke, die die christliche Kunst aufzuweifen hat, und das von der Gesellschaft für christliche Kunst herausgegebene Kunstblatt darf sicher als die beste Nachbildung bezeichnet werden. Theodor Kugler hat das Kunst­werk tief erfaßt und in der Radierung durchaus Selbstempfundenes zum Ausdruck gebracht. Das Blatt in der Größe von 57X 38 (reine Bildgröße» ist zum außergewöhnlich niedrigen Preise von 15 Jt (vom Künstler signierter Vorzugsdruck auf Japanpapier 40 JO) erhältlich.

Besondere Erwähynng verdienen außer den bereits im Vorjahre genannten Kunstblättern „Heilige Familie" von Professor Feuerstein, Dlle, „Madooa", Fngel, „Heiliges Abendmahl", u. a. die soeben erschienenen 40 Miniaturgra- büre« nach alten und neuen Meistern, die m dem reizenden Kassettchen ein wertvolles Wem- nachtsgeschenk bilden (6,80 JO). Nicht minderen Reiz als die Bildchen selbst sahen die zwei Serien Briefbogen mit den gleichen Miniaturgra­vüren auf China, die unter dem Titel „K u n st - grüß e" soeben auch zur Ausgabe gelangten. Cs ist ein praktischer Gedanke, die herrlich?« Schop- fmige« christlicher Kunst auf Briefbogen zu repro- I duzieren. Ein Glückwunsch auf einem , onyen Briefbogen wird doppelt freudig aufgenommen. Manche ernste Sujets sind geeignet, in schweren Stunden der Prüfung Trost und Ermunterung zu bieten. . . -—~

Das umfangreichste Unternehmen der Gesell­schaft für christliche Kunst ist jedoch ihre im dritten , Jahrgänge stehende Kimstzeitschrift „Diech r i it- liche Kun st", Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst und der Kunslwysensmaft, sowie für das gesamte Kunstleben. .Das Jahres- abonnement beträgt 12 JO und ist in Anbetracht des reichen Inhaltes und dec glänzende«, auf der Höhe der Zeit stehende« Ausstattung, enorm bil­lig. Die Zeitschrift betrachtet es als ihre Aufgabe, alle neuen Bestrebungen auf dem Gebiete der christlichen Kunst, sofern sie kiinsflerischen Wert habe«, kräftig zu fördern,, die Juteresien der Künstler zu vertreten und eine Mittelstelle zwi­schen den Schaffenden und den Genießenden zu bilde«. Nicht minder pietätvoll geht sie aus alle Strömungen der Profankunst ein. Z« de« 3aln- reichen Textillustratione« kommt in ledern Heft eine Kcmderbeilage in Mehrfarbendruck oder ut I einer andere« der vornehmste« moderne« uiepro- duktionsarten. Als Weihnachtsgeschenke für Kmistfrennde, besonders auch für Studierende, sind die beiden gebundenen Jahrgänge auf das Beste zu empfehlen.

Auf diesem Kampffelde bildet der Vincenz-1 verein einen Hauptbestandteil unserer Armee. Nach den letzten Mitteilungen im Oktoberheft 1906 >eS bulletin de la societe de Saint Paul de Vin­cent hatte er im Jahre 1905 in Deutschland | etwa 650 Zweigvereine (Konferenzen) mit ca. 11,000 tätigen Mitgliedern und eine Einnahme von ungefähr 1,200,000 Mk. Die Zahlen können nicht ganz genau angegeben werden, da die An­gaben des bulletin nicht ganz vollständig sind, mb deshalb für einige Gebiete Deutschlands die Angaben des vorhergehenden Jahres als An­näherungsziffer eingesetzt werden müssen. Wir ehen, daß hier ein großer Teil der charitativ- ätigen Kräfte sich gesammelt hat, und eine ver­hältnismäßig große Geldsumme aufgebracht wird.

Für den Fortschritt der charitatioen Bewegung ist also die Frage, welche Rolle soll und wird )er Vincenzverein in ihr spielen, von größter Wichtigkeit. Kann er auch den heutigen charitatioen Anforderungen gerecht werden und will er es, so er ist mit unsere tärkste Hilfe, kann oder will er es nicht, so ist >ie charitative Aufgabe der deutschen Katholiken unendlich erschwett, weil ihre Kräfte an Personen und an Geldmitteln so erheblich im Vincenz­verein festgelegt sind, lieber die neuen Anfor­derungen in nächsten Nummer.