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Hen ipredrr Nr 9.

M 282

Fulva, Gametaa den 8. Dezember

33. 3(\i raanq.

Drittes WLatt.

Unpolitische Zeitläufe.

*, ® Berlin, 6. Dezember 1906.

(Nachdruck oerboten.)

LlS ich heute morgen in der „Elektrischen" fuhr, sah mir gegenüber ein kleiner Junge, der sich das Fenster blank gepupt batte und im Vorbei- fahren die Schaufenster betrachtete. Plötzlich rief er: „Sieh mal, Mama, was da für ein großer Weihnachtsmann stehtI Warum hat denn der einen langen, weihen Barl? Ist denn der Weihnachtsmann schon so ganz alt?" Ick horchte auf .ob die Mutter dem Kleinen die persönlichen Verhältnisse des „Weihnachtsmannes" auseinan­dersetzen würde; davon hätte ich auch gern pro­fitiert. da ich bisher noch nicht reckt weih, was ich mir bei dem Namen „Weihnachtsmann" denken soll. Aber es sollte nicht sein. Die Mutter zog ihr Kleid zusammen und sagte: „Ja. Ma;, nun sitze aber hübsch still, sonst machst du mich schmutzig." Vielleicht wußte die Mutter selbst vom Weihnachtsmann nichts weiter, als daß er der moderne Ueberbringer der Bescherungen sein soll-

Mich ärgerte der prosaische Name „Weihnachts­mann". Tie trockene Bezeichnung liefert den Be­weis. dah der Sinn für Märchen und die Kraft zur Legendenbildung im deutschen Volke schwindet. S t. Nikolaus, der heilige Nertersmann, das ist eine Figur voll Blut und Leben. Das Roh wurzelt in der alten heidnischen Vorzeit, als Wo­dan noch zur Wintersonnenwende rund ritt, und der Reiter verkörpert als wohltätiger Bischof und als bärtiger Held die christlich-deutschen Ideale. Ta brauchen die Kinder nicht umsonst nach Sig­nalement und Lebensgeschickte zu fronen; sie baden sich untereinander schon alles erzählt, sodaß St. Nikolaus als greifbare Poesie auf die kindlichen Gemüter wirkt. Und wenn es sich um die Weib- nachtsbescherung im christlichen Gause handelt, wie schön und erhaben und doch zugleich faßbar für das kleinste Kinder herz ist die Erscheinung de» Christkindchens! Die herrliche Poesie vom bescherenden Christkindchen aber war manchen modernen Leuten zu „fromm" geworden. Auch dort, wo man Krippe und Kreuz für „überwun­dene Standpunkte" hielt, wollte man den Licht­baum und den Gabentisch anfbauen: man hatte also Bedarf noch einer interkonfessionellen, reli­gionslosen Persönlichkeit, und hielt sich zunächst an den „Knecht RuPrech t." Tas war noch nickt der schlechteste Ausweg, da die Gestalt wenigstens m die alten schönen Leaenden anknüvft und in der Bezeichnung „Knockt" der Hinweis liegt, daß bin- ter dieser robusten f^inur eine höhere, ideale Ge­stalt steht. Kneckt Ruprecht konnte auch neben St. Nikolaus und dem Christkindcken als Handlanger und im Bedarfsfälle als Gerichts­vollzieher seinen Platz finden.

Aber auch Kneckt Rnpreckt wird der „aufge- klärten" Gegenwart schon zu poetisch und zu mit­telalterlich. In diesen Kreisen ist die Figur im­mer blasser und blasser geworden und bat sogar den drastischen Eiaennamen eingehüßt. Tie Phan- taste ist so trocken und die Gestaltungskraft so bleicksi'chtia gewm-den. deck schließlich nur als Nat- behelfer der schattenhafte ..Weihnachtsmann" übrig bleibt. Kein re<ßtschafsener Eigenname, sondern nur die somatische BornfSbozeicknung. so wie man die Person in die Volkszäblnnas- oder Stenerlisten einzus'breiben hätte. „Tas ist der Mann, der zu W-ibnackten was bringt." Punktum. Das ist die Göckstleistuna der modernen Volksdichtung. Ter dürrste Sabaresand! Wo der lieat, da wird freilich kein anmutiges deutsches Mörcken und keine erauickende Leaende mehr er­

wachsen. Alle« wird gegenseitige« Geschäft: auch die heutige Weihnachtsfeier. Eingetragene Firma: Weihnachtsmann. G m. b. H.

Nun. wenn wir über die Wüste klagen, fo wollen wir nickt vergessen, daß e» in der Wüste Oasen gibt, liebliche Oasen. Wer noch Sinn hat für die alte, deutsche Festpoesie und die alten christ­lichen Ideale, der macke au« seinem Hause eine Oase und lade St Nikolaus und das Christkind­chen zu Gast.

Einen Cbristbaum im wahren Sinne des Wortes sollen die christlichen Eltern errichten, auf dem der Stern von Bet blehe m prangt, unter dem nicht bloß ein Warenlager, sondern auch eine Krippe errichtet ist. Im Schatten des Bau- mes soll nickt die Begehrlichkeit den Ton angeben, sondern die Weihestimmung der Hirten von Beth­lehem. Die Hände der Kleinen sollen nicht bloß greifen lernen, sondern auch sich falten. Es brauet» keine lange Betstunde zu sein; aber ein hübsche« Weihnachtslied können die jungen und die alten Kehlen zusammen fingen, und dann kann zum Beispiel der Vater sagen: „Nun seht euch die Krippe an. Damals in der heiligen Nackt bat die Gottesmutter da« Christkindchen in Windeln ge­wickelt und in die armselige Krivvx gelegt. Nun wollen wir den kleinen Heiland und seine Mutter froh begrüßen und so recht herzlich zusammen das Gegrüßt seist du Maria beten". — Nack dieser Herzenserhebung schmecken die Weihnachtsfreuden erst recht schön.

• e .-/iN:.’

*

Ein ganz anderes Bild! Neulich hat der viel­besprochene „Hauptmann von Köpenick" vor Gericht gestanden und ist für feinen kühnen Beutezug mit 4 Jahren Gefängnis bestraft wor­den. In der Regel sind die armen Sünder mit dem Strafmaß nickt zufrieden; aber dieser Son­derling war herzlick zufrieden, er verzichtete sofort auf alle Rechtsmittel unb ging zuversichlich in s Gefängnis. Ein eigenartiger Menfch, dieser alte schiefe Flickschuster. Freilich ein Verbrecher, sogar ein rückfälliger Verbrecher, der die Hälfte feine« Lebens im Zucktkmuse zugebrackt bat; aber der Mann bat sich viel mehr Mitleid als Verachtung erworben; sogar der Gerichsbof erkannte förmlich an, daß er ein Opfer der Verhältnisse und der bestehenden staatlichen Ordnung geworden sei. Der Mann bat Unrecht getan und ihm ist Unrecht getan worden. Der alte Zuchthäusler hat seinen Stolz; er behauptet nämlich, daß er nie­mals einem Privatmann einen Pfennig fortge­nommen habe; in der Tat bat er seinen Mangel an Geld immer bei öffentlichen Kassen ge­deckt, durch Fälschung von Postanweisungen, Ein­bruch in ein Regierungsgebäude und Ueberrnmpe- lung des Kögenicker Rathauses. Für die ersteren Freveltaten ist er sehr hart bestraft worden, mit 12 und mit 15 Jahren Zuchthaus, und er sagt nick, ohne Grund, daß die Strafen zu bock gewesen seien. In dein zweiten Falle, als er bei einem Einbruch in das Regierungsgebäude abgefaßt wurde, ist ihm wirklich schweres Unrecht xugcfiigt worden. Tas Gericht hatte ihm damals die Ver­teidigung abgeschnitten, und als er Revision ein- legen wollte, blieb der angerufene Gericktsfchreiber neun Tage aus, sodaß die Frist verstricken und das fehlerhafte Urteil rechtskräftig geworden war. Eine Necktsverweigernng, die in einem zivilisierten Staat nickt Vorkommen darf, auch nicht gegenüber einem vorbestraften Einbrecher. Aber noch schlim­mer wurde dem armen Sünder mitgeivielt, als er aus dem Znckthaiise herauskam. Er findet Ans- nähme und Arbeit bei einem Sckmbmgchermeister in Wismar, er führt sich tadellos, ist fleißig, ge­schickt. häuslich, ehrlich und beliebt bei seiner gan­zen Umgebung und hat den besten Willen, dort als biederer Schnstergebilfe sein Lehen zu Ende zu führen. Aber da kommt die Polizei und weist den Mann aus Wismar und aus Mecklenburg

au«; sie weist ihn noch aus dreißig anderen Städten auS, auch aus Rixdorf. wo er Zuflucht bei einer Schwester und Arbeit gesucht hatte. Der Mann wird von Ort zu Ort gebest, wie ein jagd­bares Wild. Er kann sick beim besten Willen nickt ehrlich ernähren und greift in der Verzweiflung auf einen Plan zurück, mit dem er in der Zucht hauSzelle schon gespielt bat: in der Osftziersuni- form mit HiUe von gehorsamen Soldaten ein große« Ding zu drehen, eine öffentliche Kasse am Hellen Tage in seine Gewalt zu bringen.

Wenn man da« schildert, so siebt es auf den ersten Blick als die Verherrlichung eines Verbre­chens au». Aber das soll es nickt sein. Tiefer Schuster Voigt ist durchaus kein Engel; er ist ein Verbrecher geworden, sogar ein febrgefäbrlidjer Verbrecher in seiner Sve- zialität, den öffentlichen Kasten mit List und Ge­walt beizukommen. Gefährlich besonders wegen der scharfen lleberlcpung und der großen Ge­wandtheit. womit er seinen Feldzugsplan aiisftellt und durchführt. Anderseits muß man zugestehen. daß sein Charakter nickt ganz und gar im ver­brecherischen Denken und Streben aufgebt. Er gehört zu den sogenannten komplizierten Charak­teren. Vor dem persönlichen, privaten Eigentum bewahrte er twck Respekt; er hat sich auck von den Roheiten und Liederlichkeiten des berufSmäfei-'rn Verbrechertums freigehalten. Und vor allem muß anerkannt werden, daß er in Wismar sich wirklich auf den Weg der Besserung begeben hatte. Einem Manne, der fast dreißig Jahre mit dem Abschaum der Menschheit im Zuchthaus zusim- mengefeffen Hatte und über die erlittene Rechts­verkürzung mit Reckt ergrimmt war. ist eine solch durchgreifende Bekehrung hoch anzurechnen. Es stak doch offenbar noch ein vernünftiger und guter Kern in diesem alten Zuchthäusler. Tie Betrach­tung dieses Charakter« und seiner Schicksale ist keine leere Spielerei. Wir lernen daraus, wie berechtigt die Mahnung der Heiligen Schrift ist: Nicktet nickt, damit ihr nicht gerichtet werdetl Auck über die verrufensten Eristenzen soll man nickt pharisäisch den Stab brocken, sondern stets denken: Wer weiß, welches unselige Verhängnis den Men- schon auf diele Bahn gebracht bat? Der weiß, ob er wirklich so schuldig ist. wie die Leute oder auch das Gericht sagen? Wer weiß, ob ihm nickt Un­recht geschoben ist? Darum Hüte sick jeder, die dos Geächteten noch zu verschärfen.

nd wenn ein Gefallener die Absicht bekundet,

sich aufzuraffen zu einem besseren Loben, so soll man ihm das Fortkommen nickt erschweren, son­dern nack Möglichkeit ihm behilflich sein. Die nötige Vorsicht läf>t sick dabei wohl em halten, ohne daß man den Menschen erbarmungslos ver­sinken läßt.

Wenn der arme Schuster Arbeit gefunden Hätte, um fein Brot zu verdienen, so wäre er nickt zum Köponicker NäuborbauPtmann geworden. Zu Weihnachten, wo die Wobltätiokeit besonders am Platze ist. möchte ick darauf Hinweisen, daß oft das beste Almosen die Zuweisung von Sfr- beit ist.

Römischer wochenbrlef.

V Rom, den 3. Dezember 1906..

Dem Heiligen Vater wurden durch den bisheri­gen apostolischen Nuntius in Rio de Janeiro die Prachtvollen und kostbaren Geschenke über- reicht, welche die B r a s i l i a n e r dem Papste als Zeichen der Dankbarkeit für die am 11. Dezember vorigen Jahres erfolgte Ernennung hea ersten fiihamerifanifdicn Kaidinols in der Person deS Erzbischofs der brasilianischen Hauptstadt gewid­met hatten. Diese Geschenke bestehen in einer gro­ßen goldenen Medaille, welche reich mit Diaman­ten besetzt ist und eine allegorische Torsi <-v,,n-' der erwähnten Kardinalserncnnung, sowie die Wm-

Km iiMareS Geheimnis.

Dem ameniamscken Originale der Mrs Man Agnes Fleming nacherzähtt von tima Freifrau von Berlepsch.

28] (Nachdruck verboten.)

x. (Fortsetzung au» bem zweiten Statt.)'

„Wenn Sie es so sehr wünschen, Sir Victor, so geschehe Ihr Walle, ja, ich nehme Ihre Wer­bung an."

Es mochte halb ein Uhr gewesen sein und Trixy saß allem und düster in ihrem Zimmer.

Edith trat ein, schön und leuchtend wie der junge Morgen.

„Es tut weh," meinte Trixn barsch, „es ist ein Unsinn, spiegelglatte Böden herzusteüen. Seit wann bist Du auf?"

; „Seit zehn Uhr."

„Warst Du im Garten?"

„Ja."

„Sahst Du Sir Victor."

„Ja."

„§at er nach mir gefragt?"

„Natüglich," entgegnete Edith, obwohl der Baron ganz vergessen hatte, daß Beatrice Stuart existierte.

„Er ist ein sehr aufmerksamer Wirt", rief Beatrice bitter, „er weiß, daß eine Tarne krank liegt, und siebt nicht einmal nack ihr."

„Aber liebe Trim, die Herren besuchen doch Sie Tarnen nicht in ihren Zimmern, es schickt sich nicht."

„Sag' mir, Edith, ob er etwas sprach — Du 'veißt sckon."

„Dick' zu heiraten? nein, Trixy nickt ein Mort."

Sie stellte sick hinter de» Fauleml und schlang ihre Arme um des jungen Mädchens Hals,

„Glaubst Tu nicht, es könne in Killarney ein kleines Mißverständnis obgewaftct haben."

„Mißverständnis? ick verstehe Dick nickt," rief sie mit steigender Anast, „nm Himmelswillen, komm' herüber, daß ich Dich sehen kann, stehe nicht wie ein befer Geist hinter mir."

„Sei nickt böse, Trirn. ick habe Dir etwas Un­angenehmes zu sagen und ick fürchte mich. Es war ein Mißverständnis damals."

„Wie könnte es eines fein. Er sagte mir, daß er mich liebe, daß er einen Rivalen fürchte, mit Pava und Mama sprechen wolle: wo sollte da ein Mißverständnis N'öalick sein?"

„Ja, Trirv. es ist dock fo. Sir Victor wird heute mit Deinen Eltern sprechen, aber nicht über Dich."

„Edith I"

Sie swang auf mit bleichem Gesichte und fun­keln d"n Augen.

„Was willst Tu sagen?"

Edith umschloß sie fester und legte schmeichelnd die Hände an ihr Gefickt.

„In dem Boote aus dem See von Killarnev Grack Sir Victor von mir."

„Von — Dir!" tönte es von Beatricens er- vietck"nden Linnen.

„Ja, meine Liebe, von mir, und er glaubt »ock heute, daß Du ihn fo verstanden. Sei mir nickt böfc. ich kann nichts dafür. Er warb gestern um mich."

„Um Dick?" fragte Trixy wie betäubt, „und Tu wiesest ihn ab?"

„Ick nahm ton an."

Eine Panse folrte. Beatrice wgr leichenblaß vor Zorn, Enttäuschung und Erstaunon. Endlich brach sie in einen Strom von Tränen aus.

„Trirv, liebe Triry weine nicht, ich wußte nicht, daß Du ihn liebtet!."

„Ihn lieben?" rief sie blitzenden Anges, „ich liebe ibn nicht, was aber brauchte er so zu schwä­tzen und Anspielungen zu machen?"

„Es war freilick sonderbar," meinte Edith, „daß Sir Victor überhaupt mit Dir sprach, ober sichst Tu, er meinte, Du hättest ihn recht ver­standen."

„Ihn reckt verstanden?" erwiderte Beatrice, „die Engländer sind lauter Narren und Sir Vic­tor der größte darunter."

„Weil er mich heiraten will?"

„Ja, gerade deshalb. Tu kümmerst Dich keinen Teilt nm ihn."

„Kümmertest Tn Dich um ihn, als Du fein Weib werden wolltest?"

„Jedenfalls mehr als Tu, ich liebte wenigstens keinen anderen."

„Und wen liebe ich?"

„Rudolf. Leugne es, trenn Tu es wagst."

Sie blickten sick an. Ihr zorniges Auge, ihr ganzes Wesen glich so sehr Rudolf, daß sic momen­tan die Fassung verlor. Sie senkte die Augen.

„Laß uns nickt streiten nm eines Mannes wil­len, den wir beide nicht lieben, wir, die wir Cchwe- stern waren."

„Wir — Sckwcstcrn!" rief Beatrice bitter, „ich glaube, Tu betrügst und intriguierft."

„Beatrice!"

„O, ick weiß, was ich sage. Ehe Tu nach New-Bork kamst, schenkte mir der Baron mehr Aufmerksamkeit und wäre ick nicht seekrank gewar- den. so hätte er um mich gefreit. Auf dem Schüfe aber locktest Tu ibn an Dich, kokettierst dann mit Rudolf, nm Sir Victor zu reizen. Tu hist ein kluges Mädchen. Dein Plan ist gelungen und ich wünscke Dir Glück."

„Ich nehme mir nicht Mühe, Deine Anklagen zu leugnen, T» weißt, daß sie falsch sind. Weder in New-Bork, noch auf dem Boote, noch sonstwo suchte ich Victor. Wäre er ein Prinz gewesen, ich hätte es nickt getan. Tn kannst auch zu weit gehen, Trixy. Er erwies mir die Ehre, um rmck zu werben, und ich nahm ihn natürlich an. Ich konnte nicht anders handeln. Und wenn er in

pen des Papstes, der Republik Brasilien und bei brasilianischen Kardinals zeigt, sowie in einem Album, auf dessen erster Seite man da« von 90 Brillanten umgebene Bild Papst Piu« X. swbt. lieber demselben befindet sich ein riesiger Dia­mant, eine Sonne darstellend, deren Strahlen durch unzählige kleine Brillanten gebildet werden. Se. Heiligkeit dankte den Spendern und erteilte der gesamten brasilianischen Nation den aposto­lischen Segen.

In der Kirche der Primatiasobtei der Bene­diktiner fanden die Ereguien für den im Juli dieses Jahres verstorbenen Pater Thomas Sei­fert statt, welchen ein vlötztickzer Tod auf seiner Fahrt von Rom noch Lourdes, in der kleinen süd- französischen Stadt ArcS für Argen« ereilt harte. Pater Thomas Westert, ein geb. Bayer aus Ob e r* elsback>, hatte sick einen berühmten Namen al« Kenner des Hebräischen und bet orientalischen Sprachen gemacht unb war ein« Autorität in der v'i pst licken Bibelkommission. Tt« Exeguien waren verschoben worden bis zur Rück­kehr der Alumnen des Kollegium von St. Anselm. Es pontiftzierte der Abt-Primas der Benediktiner im Beisein sämtlicher Mönche unb mehrerer Freunde be« Verstorbenen.

Tie deutsche Gesellschaft beS gött­lichen Heilande« (Salvo torianer) begeht am 8. b. Mt«. ihren fünfundzwanzigjährigen Stiftungstag.

Der hier zur Empfangnahme be« roten Hute« eingetroffene Erzbischof von Erlau, Kardinal Somalia ist unpäßlich, weshalb der traditionelle feierlidw Empfang in der österreichisch-ungarischen Botsckgft abgesagt wurde.

Tie von vielen Blättern gebrachte Nachricht, betreffend die Ernennung mehrerer Kardi­nale im nächsten Konsistorium kann als nicht zutreffend bezeichnet werden.

Dc-r Rektor des Kollegium Germanicum, wel­cher bereits feit Jahren Professor des Kirchen- rechts an der gregor'aniscken Universität seine« Ordens war. Pater Biederlack, bat an derselben einen Kursus über Soziologie begon­nen.

Der wegen verkehrter Fragestellung von den Geschworenen „verfchentlick" freigcsvrockene Gat­tenmörder O l i v o. welcher feine Frau, nach feinem eigenen Geständnis, ermordet und in Stücke zerfcknitten hatte, bot ein Drama ver­faßt, welches seine Tar behandelt. Schöne theatra­lische Zustande in Itolienl

In der Privatkapelle des Großkanzlers bot päpstlichen Ritterorden, Kardinal Macchi, sand mit aller vorgosckrwbencm Feierlichkeit die Investi­tur des am 3. Januar d. IS. ernannten RitterS des Cbristusordons, Fürsten Philipp Lancellotti statt. Durch Brove vorn 7. Februar 1905 f> t Pius X. diesen alten Orden Mim höchsten des apo­stolischen Stuhles erklärt und deren Inhaber mit ganz besonderen Vorreckten ausoestattet. Tie Christusordeiisrittor müssen einen besonderen Eid leisten lind zwar vor einem von ihnen selbst zu wählenden Kardinal. Wo kein Kardinal vorhan­den ist, findet die Investitur durch den betreffen­den Tiözcsanbisckos statt. Beim Fürsten Cancel« lotti fungierten al? Voten und Zeugen die Ehri- stnsordensritter Fürsten Cbigi und Rosvialiosi. Es gibt gegenwärtig nur 18 Rittor dieses Ordonsx unter ihnen befinden sick- die Erzherzoge Franz Ferdinand kill. März 1903) und Eugen (27. Ja­nuar 1901), ftiirft Alexander Sayn-Witwensti-in <12. Avril 1881). General Freiherr von Lod <27. Februar 1893), Fürst Karl Löwenstein (15. Juni 1888), sowie als f,’6tcrnanrter Riftor d-w Fiirst- Großmoist-r do« Malteserordens Thun-Hohenstein (7. August 1900).

• Am 1. d. Mts. wurde in d-w teutonischen Natio« nalkircko der Aniwo dos traditionelle Hockomt mit Tedoum anläßlich der Thronbesteig­ung des Kaisers von Oe st erreich zele-

Hillarnon Unsinn schwatzte, bin ick nickt dafür verantwortlich. Er glaubt klar gesprochen zu haben und ahnt nickG von einem Mißverständnis llobri- gens will ick Tick jetzt verlassen, denn ich will mit Dir nicht streiten."

Ihre Stimme brach. Sie wandte sick zur Tür und Triry wurde das Kleinliche ihres Betragens klar. Ihr grcckmntiaos Herz tadelte es.

„Bleibe, Edith, ick will guck nickt mit Dir streiten und es ist verächtlich ui.d erbärmlich, wenn ick nun um einen Mann meine, der feinen Funken Intorosse für mich bot. Als ick Dir damals Mit­teilung machte, gratuliertest Tu mir. loh mich erst zu mir kommen und ick tue eS guck. Tie ganze Sacke aber kommt mir fo unerwartet, weil ich glaubte. Tu liebtest Rudolf."

„Freilich liebe ick ibn wie meinen Bruder."

„Wie einen Bruder. Unsinn. Liebet Ihr Euch wirklich nickt seit zwei Jahren?"

Edith lockte.

„Eine obfurde Frage. Ich glaube, weder ich, noch Tein Bruder können sich ernstlich verlieben.«-

11.

W i e Tante Helene es aufnahm.

Tie Svaziersobrt kam nickt zustande, denn während zwischen Edith und Beatrice sick die un­angenehme Szene abspielte, ereignete sick eine ähnliche in einem gnderen Zi-minor dos Schlosst-«.

Lady Helena hotte sick in ihr Zimmer be­geben, um nack der Morgenpost, die ihr mehrere Briefe gebrack t. zu leben.

Einen derselben ergriff sic bcgiorig. Er trug das Posizcickcn London und sic ei brock hastia daß Siegel. Während sie in des Schreiben» Inhalt sich vertiefte, klopfte cs und ihr Not so trat ein. Schnell zerknitterte sie den Brief, verstockte ibn und Iah ihm lächelnd entgegen. Victor war Augapfel, ihres Herzens Liebling.

(Fortietzuna folgt.),