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33. ^Hiruansi.

Fulda, Sreitaa den 7. Dezember 1^06.

M 281.

b-tr.

(Nachdruck verboten.)

26j

Ans -em Reichstage.

135. Sitzung vom 6. Dezember 1906. Eröffnung: 1’4 Uhr.

Die Interpellation kantet:

„Ist den» Henn Reichskanzler bekannt, das; ausländische Gerste, die unter Inanspruchnahme des für Fullnaerst» geltenden niedriacn Zollsatzes

Deutsches Reich.

Berlin, den 6. Dezember 1906.

v. Gegen den Presidenten Grafen Balle» jtrcin suchen verichiedene linksstehende Blätter I Stimmung zu machen. Nachdem der .Honnoo. Tauner', wie denchlet bereitet, von einem System Ballestrem grsv oeben, werfen jetzt gleich» zeitig .Nalionalzlg.' und ,Berl. bleuesten dtachr/ die Frage auf, ob nicht der Reichstag die I Wahl eines neuen Präsidenten in Er­wägung ziehen solle, denn Gras Ballestrem habe I sich u. a. als parteiisch gezeigt. Bi an erblickt die Parteilichkeit darin, dak er den Abg. Roeren nicht sofort zur Ordnung gerufen ha e, sondern erst am folgenden Tage. Das soll aus Rück­sichten auf das Zentrum geschehen sein. Die Artikelschreiber übersehen, daß ganz gleiche Fälle früher auch schon gegenüber den Mitgliedern anderer Parteien vorgekommen sind. Da- ganze Geschrei hat nichts auf sich, denn würde Gras Ballestreni beule lein Amt nieder legen, io würde er morgen mit großer Mehrheit wjeder»I gewählt werden.

r. Der Zentrumsabgeordnete Ofel ist am Donnerstag im Reichstag leicht ertrankt. Aus Anraten (ein<6 Arztes hat er sich in feine Hei- mal begeben.

v. Gegen den Abgeordneten Roeren soll, wie verschiedene Berliner Blätter zu melden wißen, ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein bezw. eingeleitet werden. Diese Nachricht ist natürlich Unsinn.

r. Zur Linderung der Fleischteuerung ist seinerz-it die Herabsetzung der Eiienbahniarife für den Transport von fn'chem Fleisch vorge- schlagen worden. Die Regierung hat dem LandeSeifenbahnrat eme Vorlage hierüber unter­breitet. In seiner am Dann rstag stattgehabten j Sitzung hat er nun mit großer Mehrheit diesem ; Vorschläge zugestimmt. Danach soll eine Er», Mäßigung d»r Stückgut- und Wagenladungs- frachten für Fleisch von frisch geschlachteten Vieh Platz greifen.

v. Tie Flcischteuernngsdebatte soll, wie wir hören, am nächsten Mittwoch im Reichstag beginnen. Vom Zentrum werden in erster Linie die Abgeordneten Trimdorn und Herold sprechen.

r. Heber da8 Bogelschutzqesetz hat am Donnerstag die zu feiner Beratung eingesetzte Kommission die Generaldiskussion begonnen. Im Vordergründe her Erörterungen stand namentlich der Kiämmeisvogelfang, besten Abschaffung oder Beibehaliung eine längere Erörterung hervorries. In der nächsten Sitzung w,U die Regierung eine lieber sicht vorlegen über die Landschaiten und sozialen Kiei'e. die an Kramrnetsvogel gegen­wärtig inietcinett sind, sowie über die einzelnen polizeilichen Verordnungen be'üglich des Fanges und Verkaufes von Vögeln überhaupt. In der Generatdisku.sion sprach sich die Mehrheit der Komml'ston für em Verbot des Dohnenstiegs au*. Weiter wurde über dre in der Novelle vorgesehenen Einschränkungen hinzr htlich des Fangens und Hallens der einheimiichen Stuben- vöqel v rhandeit. Die nächste Sitzung wird erst nach Beendigung der Weihnachtsferien abge­tanen.

* Heber das Automobil-Hastpflichtgesetz wurde am Donnerstag die Generaldebatte zu Ende geführt. Haupträchlich wurde ein freisinniger Antrag beiprochen, welcher eine Festlegung der Schgdener'ntzgrenze bezweckt. Als höchste S'rate für die Tötung einer Perion wurden 5ih OQ M

9. Arme Trixy 1

„@ott sei Dank, heute abend geht unsere Pilger­schaft zu (Snbe", sprach Lady Helena acht Tage später im Zug zwischen Dublin und Klingston. Tie ganze Neiscgcscllschast war noch beisammen, auch Kapitän Hammond war der Einladung nach Powys Place gefolgt.

Edith Darrell beugte sich über ein Buch. Seit der Bootfahrt hatte Beatrice ruhig und entschlossen von Sir Victor Besitz ergriffen. Sie glaubte ein Recht dazu zu haben, und trenn ein Mann allzu Bescheiden ist. darf dann ein Mädchen nicht etwas ihm entgegenkommen? Ehe Edith am folgenden Morgen ihr Zimmer verließ, war sie zu Trim gegangen und hatte sie geküßt.

„Verzeih' mir, ich war gestern töricht und ge­reizt, vielleicht auch ein wenig neidisch. Doch da» ist vorbei und ich wünsche Dir von swnrem Herzen Glück. Tn bist das beste, liebste Mädchen und verdienst das Glück."

Ja. sie war das beste Mädchen und wenn Sir Victor sie ihr vorzog, was sollte sie ihr zürnen? Gegen den Baron aber fühlte sie grimmen Zorn. Wie wagte er's. sie zur Vertrauten zu machen? ihr bedeutungsvolle Blicke zuzi,werfen, trenn er Trixy heiraten wollte? Wie hätte sie sich Blößen gegeben, wenn sie weniger zurückhaltend sich be­nommen hatte?

Seitdem war sie ihm, wenn auch nicht aus­fällig. ausgewichen und wenn er es fühlte, verriet er eJ irt feiner Weise.

Er dachte. Miß Stuart habe über ihre Unter­redung etwas verlauten lasten und hielt Edith's Benehmen für mädchenhafte Scheu. Er liebte das und bemerkte auch mit Wohlgefallen, daß der traute Verkehr Edith's und Rudolfs aufgehört hatte.

Kurz vor Mitternacht bestiegen sie den Znq in Holnbead. Fort ping's durch Wales, vorbei an Gebirgen, Stationen, zur Linken die endlose See. vorbei an Dörfern, Ruinen. Schlössern und Hüt­ten. bis sie um zwei Uhr morgens im Chester Bahnhof einfuhren.

Zwei Waa-n erwarten sie und eine Stunde später hatten sie Powy's Place und das Ziel ihrer Reise erreicht.

„Willkommen in Pown's Place," rief Ladv Helena, „ich wünsche nur, daß es Ihnen hwr eben so gut gefallen möge, wie mir in New-Park."

Als am andern Margen Miß Stuart auf sobel- boft hoben Absätzen über den polierten Eicken- baden eilte, olilt sie au5 und verlebte sich das Sein. Sir Victor war der Erste, der ihr zu Hille eilte, und trug sie in ihr Zimmer, wo ihr Fnß so- ; fort verbunden wurde. Nachdem Beatrice eine reitlana oeireint. schlief sie ein. Bleich und müde kam Edith ans ihrem Zimmer. Auf der schlüpf- i eigen Pasta,re erwartete sie Sir Victor.

„Ich verlegte Ihnen absichtlich den Weg", be­gann er lächelnd, „tzcimit Ihnen nicht auch ein Unfall znstotze. Es soll hier sofort ein Tepmch gelegt werden. Aber Sie sind bleich, fühlen Sie sich krank?"

Sein Ton verriet so viel liebende Angst, wie I es sich für den Verlobten einer anderen nicht gc- ziemt.

Edith war zu deprimiert, um es zu beacht-n.

„Ich sichle mich ziemlich wohl, höchstens der Kopf ist etwas eingenommen."

„Wolle,. Sie mit mir spazieren gehen? D-w Park ist sehenswert. Kommen Cie mit mir. Miß s Darrell, es wird Ihnen gut tum*

Die Beratungen werden am Freitag um 12 Uhr fortgesetzt. Der Adg. Raab hat heute sein Mandat niederqeleqt.

* Ja her Budgetkommission des Reichstags gab heute auf Anfrage des Abg. Erzberg e r (Ztr.) Eberfileutnant von Ouade ein Bild der militärischen Lage in Siidwestafrika. Iebt sind 10 2(X) Mann dort, bis April sollen weitere 2000 zurückkehren: 5000 müßten dauernd dort bleiben. Gouverneur von Lindeauist berich­tet über Friedensverhandlungen, die erfolglos »er­laufen feien. Abg. Erzberger ist erschrocken über die Aussichten, die für die Zukunft entstehen. Er erkenne gern die Autorität der Verwaltung und der militärischen Führer an, aber es fei die Aufgabe des Reichstags, das Interesse des Mut­terlandes gegenüber den Kolonien in den Vorder­grund zu schieben. Jetzt seien 190 Millionen für fünf Viertel Jab re gefordert, es wurden aber noch mehr werden Woher soll man das Geld nehmen? Tie Finauzverwaltuug dürfte wohl schwerlich eine Quelle dafür haben. Seine Partei werde für 1907 nicht einen Pfennig auf Anleihe bewilligen. 2500 Manu Schlitztruvven müßten durchaus genügen. Das fei das äußerste, was das Mutterland er­tragen könne. Kolonialdirektor Dornburg er­klärt: Jeder Soldat koste fetzt 9776 Jf. Nach dem Bahnbau werde der Satz fallen auf 5848 <.H. Er bespricht den Fall d"r Heranziehung der neu anzu­siedelnden Farmer zu Polizeidiensten. Auch et betont, daß die Verhältnisse des Mutterlandes maßgebend seien für die Leistungen zum Besten der Kolonien. Aber es müßte gesorgt werden, daß die Eingeborenen nicht den Glauben an die Un­besiegbarkeit der Weißen verlieren. Das würde auf alle Einaeborenenvölker ungünstig und be­unruhigend einwirken. Unterstaatssekretär Zwe­ie betont daß es sich bei der Forderung von 5000 Mann als dauernde Besatzung nur um eine Meinung der Militärbehörde handele. Tie ver­bündeten Regierungen hätten dazu noch nicht Stellung genommen; insbesondere auch b.i8 ReichSschatzamt nicht. Das könne auch im Etat für 1907 noch nicht der Fall sein. Die Zentrums Mitglieder beantragen, den Plan zu ändern, daß vom 1. April 1907 ab nur noch 2500 Mann in der Kolonie bleiben sollen. Morgen wird die Be- rgtung fortgesetzt. (Der Ansicht des Abg. Erz- berger. daß nach der Wiederkehr friedlicher Zeiten eine Schntzlruvve von 2500 Manu genügt, wird man wohl nicht widersprechen können. Deshalb glauben wir, daß die Forderung der Regierung, 5000 Mann beständig in Siidwestafrika zu be­lassen, vorerst nur ein Fühler fein soll, wie der Reichstag einer faschen Festsetzung gegenüber sich stellen könnte. Tie Regierung scheint aber aus der Haltung der Kommission schon ersehen zu haben, daß der Wunsch der Mil't'rbebörde schwer­lich in Erfüllung geben wird. Wir schließen das aus dem Umstande, daß Unterstaatssekretär Twele sich beeilte, sofort festzu stell en, daß R-me- rung und Reichsschatzamt hierin noch keine Swl- lung genommen haben. Nachdem mm die Zen- trumsmitalieder der Kommission den Antrag ge­stellt haben, daß vom 1. Avril 1907 ab nur noch 2500 Mann in der Kolonie bleiben sollen, da. s man ans die weiteren Enllchlwß"naen der Regie­rung sehr gefgannt sein. D. Red.)

vorgeschlagen, während bei Sachschaden im all­gemeinen keine höhere Summe als 5o00 Mark Ersatz verlangt werden soll. Die Mehrheit der Kornmifsionsrnttglieder ist aber der Ansicht, daß die in diesem Antrag vorgeschlagene Höchstsumme für Sachschaden zu niedrig wäre. Diese Ansicht wird jedenfalls auch von der Allgemeinheit ge­teilt werden, da z. B. der io einer Glas- oder Porzellanhandlung oder auf einem Jahrmarkt durch ein Automobil ungerichtete Schaden be­deutend höher fein kann. Die Einzelberatung der Vorlage soll erst nach den Weihnachlsferien be­ginnen.

.. Die neue GesindevermietungSordnung soll am kommenden 1. Januar in Kraft treten. Das Ministerium des Innern hat sie den Vor­ständen der Vereine der Stellen» und Gesinde- Vermittler jetzt zusteüen lasten. Diele wollen nun in der Veroidnung unaus'ührbare Paragraphen gefunden haben, über welche sie beim Ministerium voistellig zu werden gedenken. Falls dies nichts fruchtet, soll eine Piotestversammlung einberufen werden.

in das deutsche Zollgebiet eingeführt wurde, tat- ächttch als „Malzgerste" Verwendung findet? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um diese Umgebung des im Zolltarif für „Malzgerste" festgesetzten Zollsatzes für die Zukunft unmöglich zu machen?"

Rcichsschatzfekretär Frhr. v. Stcngcl erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beant­worten.

Zur Begründung der Interpellation erhält das Won:

Abg. Speck (Ztr.). Er führt den Nachweis, daß große Mengen ausländischer Gerste als Fnt- tergerste a-i Brennereien und Brauereien geht, hier aussortiert und die bessere Ware zu Brenn» und Brauzwecken verwendet wird. Zum Teil seien die Zollbehörden mit dieser Verwendung der ge- riugvcrzollten Gerste einverstanden. Abg. Sveck legt die große Schädigung der süddeutschen Land­wirtschaft durch diese Praxis dar und forderte, daß alle Gerste, die zu Brenn- und Brauzwecken überhaupt — wenn auch nur zum Teil — ver­wendet werden kann, als Mallaerste versteuert werde. Dies entspreche dem Gesetz. Es sei kein Wunder, daß die Zolleinnahmen hinter dem Vor­anschlag zurückblciben, wenn allein schon beim Gcrstenzoll Millionen durch die Schuld der Aus- führungsbestimmunge» verloren gingen.

Reicbsschatzsekrctär v. Stcngcl dankte dein Abg. Speck, daß er ihm Gelegenheit gegeben habe, die Gerstenzollfrage im Reichstage zu erörtern. Es handle sich bei diesem Zoll um eine der größten Schwierigkeiten, mit denen die Zollverwaltung bet der Ausführung des neuen Zolltarifgesctzes zu tun habe. Nach der von vornherein feststehenden Absicht der Negierung sollte zu höherem Zoll nur solche Gerste eingeführt werden müssen, die eine ausgewählte .wesentlich wertvollere Ware als Fut­tergerste darstelle. Die Negierung hat sich nie die Auffassung zu eigen gemacht, daß Breungerste unter den Begriff Malzgerste fallen solle. Der Reichsschatzsekretär ist der Ueberzeugung, baß so rut wie keine Malzgerste ccks Futtergerste emge- füfirt worden ist und betont, baß von der neuen Ernte in der Zeit vom 1. August bis zum 1. Ok­tober allein aus Oesterreich 250 000 Doppelzentner mehr als im Vorjahre eingeführt worden sei.

In der Vesvrechung der Interpellation erhalt zunächst das Wort:

Abg. Südckum (Soz), welcher glaubt, daß der Abg. Speck sich nur von dem Bestreben leiten lasse, die Gerstenpreise hochzuhalten.

Abg. Dr. Paasche (ntl.) hielt dagegen die Kri­tik des Abg. Speck für durchaus berechtigt. Es fei seinerzeit ausdrücklich gesagt worden, daß alle Gerste mit 4 M verzollt werden solle, die nicht zu Fntterzwccken verwendet werde. Grundsätzlich müsse darum daran festgebalten werden, daß jede Gerste, die zu 1,30 M Zoll ins Land kommen wolle, denaturiert würde.

Der preußische Finanzminister Frhr. v. Nhcin- bnben hielt rin- Unterscheidung von Brenn- und Futtergerste nicht für möglich, versprach aber alle DenaturierunasmetHoden eingehend studieren zu lassen. Im übrigen habe er die Zollbehörden zu ganz besonderer Aufmerksamkeit angewiesen.

Während die Abgg. Stanffcr lbayer. 3?bh.), Hi fnagcl (k), Gamv (Rp.) und Nißler ff.) sich imSinne des Abg. Speck aussprachen, traten die Abag. Gothein (fr. Vgg.) und Kaempf (fr. Vv.) diesen entgegen und sprachen sich für die Aus» fUhrungsh-stimwungen der Regierung gus.

Abg. Kohl (Ztr.) betonte noch besonders, daß feine Fr iktionskollcgen, besonders ine ans Bauern, seiner?"it nicht für das Gesetz gestimmt hätten, N'enn sie nicht hätte annehmen müssen, daß unter „Mallaerste" auch die zu Brennzwecken benutzte zu verstehen gewesen sei. Für die Zukunft werde man sehr klare Bestimmungen von der Regierung verlangen müssen.

Parlamentarische Nachrichten.

r. Stimmungsbild auS dem Reichstage. Am Donnerstag fland der Reichsiog vollständig unter dem Zeichen der Interpellationen. Gleich drei waren auf die Tagesordnung gesetzt. Emen sehr breiten Rahmen nahm die Inter­pellation ein, welche der bayerische Zentrums» abgeordnete Speck über die Gerstenzoll» frage eingebracht hat. Rach den vorausge­gangenen lebhaften Debatten war eS eigentlich nur ein trockener Stoff, die uns heute geboten wurde. Die Tribünenbesucher scheinen hiervon schon eine kleine Vorahnung gehabt zu haben; e- herrschte bei weitem nicht der Andrang, der in der ganzen verflossenen Woche alltäglich sich einstellte. An ruhigen sachlichen Verhandlungen findet daS GroS der ReichslazSbumntter offenbar keinen Gefallen. llnö doch ist die Frage deS GerstenzolleS von überaus großer Wichtigkeit. Bisher bestand noch immer Unklarheit über die Begriffe „Malzgerste" und „Fullergerste", welche in der Zolllraae verlch'eden behandelt werden. Für elftere ist der Zoll erhöht, für letztere da­gegen ermäßigt worden. Die Interpellation geht nun von der Behauptung aus, daß eine große Menge ausländischer Gerste einqesührt wird, die als Malzgerste Verwendung findet, ober nur al* ! Futtergerste verzollt wird. Damit ist die alte Sireittrage von neuem in den V »rdergrund ge­rückt worden. Es läß' sich aber keineswegs iajen, daß die erneute Interpellation tue seit­herige Unklarheit nun beseitigt hätte. Im Ge en» teil, die Schwierigkeit in der Zollbehandlung wnd weiter bestehen. DaS ergibt sich auS den Ausführungen deS Staaisi kreiärs v. Stenge 1, welcher die Interpellation beantwortete. In an- derer Hinsicht find wir aber doch einen Schritt werter gekommen. Ter preußische Finanzminister erklärte nämlich, da'ür Sorge zu tragen, d rß die Denaturieriingsmelhoden. die beinahe täglich an­geboten werden, wte Färbung, Erhitzung uiro. eingehend unterlücht und geprüft werden. Viel­leicht führt diele Methode »nm Ziel, so daß dann die Interpellation Speck ihren Zweck erfüllt hätte. Die Besprechung dehnte sich bis in die Abivd« stunden ans, konnte ober ein allgemeines Inleiesse n cht wach ritten. Infolge der ausgedehnten I Besprechungen konnten tue zwei anderen Inter­pellationen nrcht mehr an die Reihe kommen.

„Ich wollte erst mit Lady Helena und Frau Stuart reden", fuhr er fort, „ober ick, kann nun nickt länger mehr warten, muß von Ihnen mein- Geschick ersahren. Ich liebe Sie, Sie sind die Erste, der meine Livven solches gesagt: die Erste; für die ick Liebe gefühlt, Edith, darf ich hoffen?"

Sie schwieg. ,

Sie standen auf der Stütze de? Himels. Fern konnte sie die Winkel der Bäume, die Schornsteine eines großen Gebä»des seien, zweifelsohne (Salbe- rnn Rovols S'e konnte ihre Heimat werden, dec Boron stand neben ihr, bot ihr, der armen niede­ren Edith Darnll, Rang und Reicktum. All tue Träume ik-'s Lebens waren erfüllt und doch fühlte sic we'wr Tr-umvb no* Freude und staunte schweifend über die eigene Avgfhie.

„O sagen Sie nickt, e« sei zu spät, faaen Sie nickt, daß schon jemand Ihr .Herz a-Wonnen, ich ertriiae cs nickst. Ihre Cousine vo'-si-f'erte mich,' d-iß ich eine günsttae Antwort erholten würde. Während der Bootfahrt zu Killnruey sprach ich mit ihr, ich nannte zw"r Ihren Namen ni*t, sie aber verstand rrifb sofort und meinte, daß ich Hoffnung hegen dürfte, daß —"

Leidenschaft. Liehe v"b Furcht erstickten ferne Worte, er wandte sich ab.

„O Trim! Trirt)!" dachte Edith, „welchen Unsinn bat das Kind angcftefU!" ,

Sie zeichnete mit dem Sonnenschirm apattstich Fiauren in den Saud. Wäre ihr Leben davon abaebangen, sie hätte Sir Victor nickst antworten können. Allmählig mochte sie Freude empfinden, jetzt nickst.

Er wartete auf Antwort, sie kam nicht.,

Ich sehe, wie es ist", sprach er traurig, „Sie Heben Ihren Cousin und sind mit ihm verlobt. Ich fürckstcle es lang." .

Langfam hob sie das Auge zu ihm. „Mit meinem Cousin? Sie irrer ich bin niemand ver­lobt und liebe niemand."

LFortfetzung folgt.)

Interpellation des Abg. Sveck (Ztr.) Verwendung der a l s „Futtergerste­bezeichneten Gerste als Malzgerste

Kia jnrchlbms Geheimnis.

Dem ameriiamfchen Originale der Mrs May Aanes Ftemuij, nacherzäylt von Lina Freifrau vv» «erleplch.

Sie zauderll, ging aber doch. Was lag daran- Jetzt konnte Triry nicht eifersnchtia fein und sie bedurfte der Bewegung in freier Luft. Und sie ging den fchickfalsfchweren Weg.

Es war ein schöner Mittag. Alles gri de nnd blühte, die Vögel fangen und die frisch« Luft haucht- Edilb's Wangen rosig an.

„Hj-r gefällt mir Powy's Place am besten", fnrach Sir Victor, „nnd tvenn Sie mit mir jene Anhöhen lvstcigen, kann ich Ihnen Calhcrou Rovols zeigen." .

Sie nghm seinen Arm und schritt die Anhohe hincm. , , _

„Welch' wunderhübscher Platz" nef sie, „Ihr Engländer, h-ren Ahnen hier leisten und starben, müßt jeden Stein, jeden Daum Eurer Besitzungen lieben. Wäre ich richt eine Amerikanerin, so möchte ich eine Enalän^erin sein."

b-frächt"!? fie voll Li"he und iPctotmberuna.

, Möck t n Sie das?" rief er schnell, „würden Sie Amerika aurgeben und Ihr ggnres Lehen in Enaland nubringen, konnten Sie sich dazu ent­schließen?"

„DaS wäre kein aroßeS Opf 'r.

Tie letzte Schranke brach. Er Hatte sich bar- acuonimcn zuerst mit Lady Helena und Mrs. Strnrt zu sprechen, jetzt aber war alle Ucbertegung vorüber.

Er faßte ihre Hände und eS sprach sein ganzes Herz in jedem Wort.

„O, io teilen Sie meine Heimat, Sie mein geliebtes Weib. Ich liebte Sie, l'^vte Sie vorn ersten Augenblicke, da ich Sie sah!"

„Arme Trim!" war Edith's erster Gedanke, dann war's ihr, als müsie sie la'st anflachen, nickst vor Triumph oder Freude, sie fühlte ficihes n'ckst sondern über das schreckliche Mißverständnis, das Trixn angestellt hotte. Daß ein solches vorlag, war klar, sonst hätte doch Sir Victor nicht so ge­sprochen.