M 148.
Fulda, Montag den 2. Juli 1906.
33, Jahrgang.
Zweites Wtatt
Reklamen» und Anzeigenteil.
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gen, nein, es gab eine große Anzahl, welche mit eigenen Händen dieselbe bereiteten, wie die fromme Mathilde, die Gemahlin Kaiser Heinrichs I. Von der heiligen Elisabeth wird sogar erzählt, daß sie selbst Aussätzige gebadet und dann in ihr eigenes Bett gelegt haben soll.
In frühesten Zeiten kannte man nur einfache Wasser oder sogenannte Vollbäder in ausgemauerten Becken oder Wannen. Da noch keine Röhren- leitnngen in Gebrauch waren, wurde das kalte Wasser entweder durch heiße Steine oder durch Zngießen von heißem Wasser erwärmt. Da die gewöhnlichen Wasserbäder bei den verschiedensten Kranken nicht den gewünschten Erfolg hatten, so kamen mehr und mehr die durch russische und griechische Kaufleute eingeführten Schwitz- und Dampfbäder in Aufnahme. Die Badestuben wurden zu diesem Zweck sehr stark angeheizt. Das Allgemeinwerden dieser Schwitzbäder im Mittelalter geht auch aus den damaligen Kalendern, Volks- und Hausbüchern hervor, in welchen die Passenden und ungünstigen Zeiten für die beiden
leben ein mehr familiärer Standpunkt zugewiesen. Wenn auch immer noch LuxuS und modernes Raf. ftnement eine Hauptrolle spielen, so laust doch aller aufs Solide und Gemütliche hinaus. Unter sehr anständigen Charakteren finden sich freilich auch gemeine Hochstabler und Abenteurerinnen ein, die durch gewandtes, weltmännisches Austreten immer neue Opfer an sich zu locken wissen. Die Schlechtig. keit wird nie ganz aus der Welt geschafft, auch nicht aus dem Badeleben getilgt werden können.
die Tagesordnung, sodaß die „Bader" im 14. und 15. Jahrhundert in der allgemeinen Achtung ziemlich tief standen. Um diesem Unwesen zu steuern, sahen sich die weltlichen wie geistlichen Behörden veranlaßt, strenge Verbote zu erlassen.
Da infolgdessen der Besuch der öffentlichen Badestätten zurück ging, so suchte sich die vornehme Lebewelt in der warmen und mineralischen Wildbädern schadlos zu halten. Die authentischen Berichte, die aus der damaligen Zeit über die Zustände in diesen Bädern vorliegen, zeigen deutlich, wie wenig der Ernst in den Vordergrund kam und wie sehr man nach Vergnügen haschte.
In diesen Bädern konstruierte man sich die Welt, in welcher es keine Langeweile gibt. Alle möglichen Spiele und Vergnügungen lösten einander ab. Abends brachten gefühlvolle Herren den Damen gefühlvolle Serenaden dar und diese klirrten mit den Fenstern, zum Zeichen, daß sie Sing und Sang verstanden. „Fortuna" wurde durch Würfel und Karten herausgefordert.
Dieses üppige Badeleben verschlang ungeheuere Summen. Manche Würdenträger mußten ihren Besitz verkaufen, um einigermaßen Ordnung in ihre Verhältnisse zu schaffen. So berichtet die Geschichte, daß Anastasia von Hohenklingen im Jahre 1415 einen großen Meierhof veräußern mußte.
Nach Pyrmont wurde 1556 und 1557 ein „Wundergeläufe" veranstaltet, dessen Saison sich auch über den Winter hin erstreckte. Ein buntes
Von Ern st Hetlinger.
(Nachdruck verboten.)
Die Hexe von Vertilgen.
Eine kulturgeschichtliche Erzählung aus den hohen» zollerischen Landen.
„Und nun, was wolltest Du mir Neues von der Baderarm erzählen?" fragte Jakob Nestle.
„Ich? Wollte ich etwas von der Baderann erzählen?" warf der Maurer entgegen.
Und wieder lachten die beiden Ehrenwerten laut auf, als freuten sie sich an dem Spiel, das sie miteinander trieben.
„Trink aus, Bachgayer und nun erzähle, sonst siehst Du hier den Schlegel mit dem Kirschwasser — weißt Du, daß es justament 16 Jahre alt ist — in Deinem ganzen Leben nicht wieder."
„Das wäre, meiner Seel', die Baderann nicht wert", rief der Maurer und griff nach dem Trank. Dann begann er schadenfroh: „Habt Ihr noch nicht gehört, was gestern auf der Brechstatt vorgefallen?"
„Kein Wörtle."
„Also! die Weiber haben Hanf gebrochen. Dabei ist auch die Baderann gewesen. Und wie die Weiber chr Vesperbrot gegessen, hat die Baderann einen Topf herbeigeholt mit Musbrei. Die schle- ckige Fischers Marie, die alte aus der Kirchgasse, hat Wunders gemeint, was die Baderann da Gutes habe. Die hat von dem Mus gegeben, was die Fischere auch mit Hunger verzehrt. Nachher ist die Baderann heimgegangen. Da sind auch die Weiber über die Ali-Fischerin hergefallen. Wie sie auch so dumm fein könne, von der Baderann ein Mus zu essen. Das würde ihr schon heimkommen.
„Und was geschah dann weiter?" fragte der Vogt mit wachsender Neugierde.
„Richtig, nach einer halben Stunde ward es der Fischer ganz gotterbärmlich elend und siech. Und je mehr die anderen Weiber auf sie einschrien: „Do hoascht's, verhext bischt!" desto elendiger ist's dem dummen Weib geworden. Sie ist heimgelaufen und hat lamentiert, als sei sie zu allernächst am Sterben."
„Und weiter! Was weiter?"
„Soeben komme ich am Brunnen vorbei, und da stehen die Weiber und diskutieren, wie die Stare im Frühjahr. Und was war geschehen?
Auch jetzt «och nehmen alle Postanstalten, Briefboten, Zeitungsträger und die Expedttion (Harmonie) KeßkllmM msdie Vildan Zeilmz' für die Monate Juli, August «ud September zum Preise von 1,50 Mark (ohne Bestellgeld und Bringerlohn) entgegen.
):( Das vadeleben in alter nnö neuer Zett.
Von A. W. I. Kahle.
(Nachdruck verboten.)'
Juni, Juli und August — die Badezeit — ist wieder da. Leider wird heute nicht mehr soviel gebadet als in älteren Zeiten.
Die künstlichen Bäder kamen im großen und ganzen in Deutschland allerdings erst mit dem Aufblühen der Städte in Aufnahme, in denen man für den öffentlichen wie privaten Gebrauch Badestuben einzurichten anfing; es gab keine !Stadt, kein Dorf, daß man dort nicht eine öffentliche Badegelegenheit gefunden hätte, die von einem Bader auch „Stübner" genannt, verwaltet wurde. Das mit Erlaubnis eingerichtete Bad hieß das „ehrenhafte" und wurde an städtische Bader
Arten des Badens verzeichnet waren. So lautet z. B. die Regel für Januar: „Kühl erlaube ich zu baden", für den März: „Du magst auch warm baden wohl".
Da viele Diebstähle während der Badestunden ausgeführt worden waren, erschienen die Bade- lustigen meist nur mit dem notwendigsten Gewände bekleidet, barfuß, ohne Gürtel, mit ungebürsteten Haaren; selbst anständige Bürger und Bürgerinnen nahmen keinen Anstoß daran.
Das Baden dehnte sich nicht nur auf das Abwaschen des Körpers mit lauwarmem Wasser aus, sondern es bestand auch aus der sehr unbequemen, aber äußerst peinlich vorgenommenen Kopfwäsche, wobei zugleich das Scheren von Bart und Haar sowie der Aderlaß mit einbegriffen waren.
Da das Baden mehrere Stunden in Anspruch nahm, wurde häufig auch eine dem Körper zuträgliche Stärkung für wichtig erklärt.
Um den Uebergang in die kühlere freiere Luft nicht zu rasch vorzunehmen, standen Betten bereit, die den Badenden aufnahmen und ihm Gelegenheit gaben, dem angestrengten Körper neue Kräfte zuzuführen. Zum Schluß wurde der übliche Bade- Pfennig mit dem Gruße überreicht: „Der Herrgott lass' Euch lange leben, de alle Dinge wohl lohnen kann!"
Da in den Badestuben ein fröhliches Treiben herrschte, so wurde das Baden als eine angenehme Abwechselung angesehen. Die ötfentlichen Badeanstalten standen vielfach auf der Stufe der heutigen RAtaurationen, in denen allerlei Vergnügungen der Reichen und Vornehmen begangen wurden. Zu einer stattlichen Ausrüstung einer Hochzeit gehörte, daß die Brautleute unter feierlichem und zahlreichem Geleite in eine öffentliche Badeanstalt geführt wurden, wo man kostbare Badewäsche unter die Gäste verteilte; nach dem Bade wurde eine große Gasterei mit daran anschließen- )ent Tanz veranstaltet. Die privaten Badestuben glichen im Charakter unfern Salons. Freunde und Bekannte trafen sich dort, um unter Spiel und Gesang sich auf anregende Weise zu unter-! halten.
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Zum Einsturz im Simplontunnel Aus der Schweiz gelangt eine Nachricht zu uns, welche ein Grauen vor den Gefahren der Durchtunnelung von Bergen hervorzurufen geeignet ist. Neben dem Haupttunnel, durch den die Züge fahren, ist ein zweiter Tunnel in den Fels eingesprengt worden, der dazu bestimmt ist, den heißen Quellen, auf die man bei den Bohrungen gestoßen ist, als Abfluß zu dienen. Es soll dadurch verhindert werden, daß diese Quellen dem Haupttunnel gefährlich werden. Man erinnert sich, mit welchen Schwierigkeiten man seinerzeit bei der Erbauung
verantwortlicher
; Schriftleiter: 3. v.um
I. parzeller in Zulda. wochenbe»age:„)lluftriette5onntagzzettung
oder Körperschaften auf Erb- oder Zeitpacht gegeben. Von der Obrigkeit waren in der Woche gewisse Badetage festgesetzt, besonders hatte sich bei den Handwerkern das Baden am Samstag abend eingebürgert, lveshalb die Handwerksgesellen ihr wöchentliches, die Lehrjungen ihr vierwöchentliches Badegeld erhielten; daher scheint auch der Hand- Werksgebrauch heute noch zu stammen, daß die Gesellen am Samstag abend eine Stunde früher ^Feierabend machen. In allen Ständen war es i ei: c ausgeprägte Gewohnheit, am Vorabende gro- ;Jjer Ereignisse sich zu baden; so pflegten Geistliche wie Laien zu hohen Kirchenfesten am Vorabend desselben sich durch ein Bad vorzubereiten. Dadurch, daß der Glaube allgemein verbreitet war, das Baden schütze vor Aussatz usw., so wurden den Minderbegüterten zu bestimmten Zeiten freie Bä- cher auf öffentliche Kosten zugewendet. Nicht nur daß viele Reiche die Kosten für diese Bäder tru-
Einen so bedeutenden kulturellen Zweck auch die eingerichteten Bäder hatten, so griffen bald in diesem Badeleben orientalische Ueppigkeit, verbunden mit Derbheit, Platz. Unsittlichkeiten und : Ausschweifungen aller Art kamen da und dort an
Foulard-Seide»- n.»
Zollfrei I — Muster an Jedermann 1 Seidenfahrikt. Benneberg, Zürich.
„SRiin, Bachgayer, nichts Neues?" fragte der Vogt.
„Was sollte es denn in unserem Städtle viel Neues geben?" entgegnete der Maurer mit dem freundlichsten Lächeln, das Jakob Nestle aber gut zu deuten verstand.
„Heraus mit der Sprache! Du weißt was Gutes."
„Was sollte es denn in unserem Städtle viel ^Neues geben?" entgegnete der Maurer mit dem freundlichsten Lächeln, das Jakob Nestle aber gut zn deuten verstand.
„Heraus mit der Sprache! Du weißt was Gutes."
„Von wein sollte ich etwas Gutes wissen? Dafür sind die Leute heutigen Tags zu schlecht", erwiderte Bachgayer und wand sich wie ein Schlangenmensch. Das Lächeln war schon böser geworden.
Der Bogt trat zum massiven Eichenschrank, holte einen Steinkrug heraus und goß einen klei- ilen Becher voll. Der Inhalt duftete gut durch das Zimmer. Der Maurer streckte sich und bewegte n^Ä^end die dünnen Lippen. Seine kurze, ge- stliipte Nas<> 30g gierig den Geruch des alten Kirsch- wasiers em. Der Vogt war bekannt dafür, daß er boB beste und älteste weit umher stets im Keller habe. „Was Bachgayer, das schmeckt bester, als der Baderann ihre — ihre —"
„Hexentränkle, wollt ibr sagen, Bogt," kam der Maurer lauernd zu Hilfe. Und beide Männer richten tote auf Verabredung laut auf
„Da, nimm einen tüchtigen Schluck, daß Dir k"rd", sagte der Vogt herablastend. ,, Dn Maurer folgte gierig der Einladung und .schnalzte vergnügt.
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internationales Treiben herrschte dort und der Ruf des dortigen Brunnens wurde bezüglich feiner Heittraft ungemein gerühmt. Der Besuch stieg zu einer derartigen Höhe, daß die Kranken anfangs in einem Feldlager in der Nähe des Brunnens kampieren mußten.
Mit der Zeit nahm die Obrigkeit ihr Amt strenger und fast alle Freiheiten im Bad verschwanden. Und so hat das Badeleben bereits im 16. Jahrhundert eine viel ernstere Physiognomie an- genommen.
Mit dem 17. Jahrhundert ging viel von dieser Wandlung wieder verloren. Die Schrecken und die Verwilderungen des dreißigjährigen Krieges und die ihm folgende ohnmächtige Erschöpfung hatten der Männerwelt sicheres Selbstgefühl und den Frauen Frömmigkeit und einfaches Wesen genommen. Dazu kam noch die Nachäfferei der französischen Sitten, die unter Ludwig XVI. ganz be- sonders leichten Eingang fanden.
Das 18. Jahrhundert zeigte durch strenges Beobachten der üblichen Etikette ein geschnörkeltes, Philiströses Wesen. Der mehr und mehr sich breit machende Kastengeist zeitigte Unterschiede, die noch besonders durch übertriebenen Aufwand und Luxus tn die Erscheinung traten.
„In neuerer und neuester Zeit sind rohe Gebräuche und Sitten vergangener Tage völlig in den Hintergrund getreten. Jetzt ist dem Bade-
krscheinttäglich, «tt lurnahmr Oer Sonn« Adüriertage. viertel- Ahrl.vezug,preis ohne vringerlohn nnb Be hellgelb in Sulbaunb auswärts \ BH. 50 Pfg.
Etwas Grausiges I Die Alt-Fischer ist heim, hat einen geweihten Theriak genommen. Darauf ist ihr noch schlechter geworden, bis auf einmal ihr so etwas wie eine Egges (Eidechse) aus dem Magen gekommen. Und daraus muß jedermann erkennen, daß das von nichts anderem herrührt als von der Baderann ihrem Brei, und daß sie nichts Rech- tes ist, sondern eine Hex."
„Ist das Deine Weisheit? Sagst Du das, oder sagen es die Leute?"
„Das sagt Euch jetzt jeder auf der Straße laut hinaus."
„Und was nun?" fragte der Vogt, feine Freude kaum wohl verbergend.
„Was nun! Ei, jetzt können sich die Leute auch manches erklären, was man früher nicht begreifen konnte. Ihr solltet nur hören, was die Weiber jetzt alles zusammen schwätzen; aber nicht nur einmal die Weibsleut. Dem ist mal sein Kalb jählings elend geworden, einem anderen hat sein Roß auf einmal gehinkt, wieder ein anderer hat etwas Schlimmes an den Leib bekommen. Nun weiß man, wo das alles herrührt."
„Und Du glaubst daran, Bachgayer, fragte der Vogt und in feinen Augen schillerte es von Spott und Tücke.
„Aber die Leute sagen es doch! Und daß eS Hexen gibt, das muß man doch glauben. Habt Ihr noch nicht von der Hexenkäter in Straßburg gehört, die Gewitter machen, Vieh bezaubern und sich selbst in eine Katze verwandeln konnte? Sie wurde auf dem Galgenbühl verbrannt —"
„Auf dem Galgenbühl — verbrannt? sagst Du, ah, einen Galgenbühl haben wir auch!" rief der Vogt.
Und eine Hexe dazu. Hört nur! Und als man sie mit 15 Klafter Holz — bei meiner armen Seel, 15 Klafter ist viel Holz, ist so ein ungut Weibsbild nicht mal wert--"
„Aber wenn die Gemeinde mit 15 Klafter frei wird von so einem Unglück, sind dann 15 Klafter auch zu viel?" fragte Gustav Nestle salbungsvoll.
des Tunnels wegen dieser die Arbeit hindernden Quellen zu kämpfen hatte. Anscheinend yaben die heißen Wasser Felsblöcke im Innern des Tunnels unterspült und zum Einsturz gebracht. Dadurch soll der Nebentunnel versperrt fein und das Wasser sich jetzt einen Ausweg durch den Haupttunnel suchen. Das ist einmal eine große Unbequemlichkeit, zweitens aber steht zu befürchten, daß das Wasser auch im Haupttunnel schwere Einsturzgefahren Hervorrufen kann. Es ist daher gar nicht ausgeschlossen, daß der Verkehr unterbrochen werden muß, bis alle Gefahr beseitigt ist.
„Wahrhaftig nicht!" beteuerte der Maurer und fuhr fort: „Ja, und als die Hexenkäter ganz verbrannt war, da kroch aus der Asche eine Kröte heraus. Das hat meine Aehni selbst gesehen. Und dem Jörg Schreiber fein Weib, die Ursel zu Burladingen."
„Was war mit der?"
»Das wißt Ihr auch nicht? Richtig, Ihr wäret damals justament bei den Landsknechten. Also, die hat sich dem Satan ergeben, weil die Bürgerschaft sie beleidigt hatte und sie sich rächen wollte an den Leuten. Die hat's arg getrieben. Man hat sie auch verbrannt und da hat's ein ^anz grausiges Unwetter gegeben. Wer das gemacht, das wußte jeder."
Der Vogt goß dem Redseligen noch ein Kirsch- Wasser ein und sagte dann: „Geh jetzt und misch Dich nochmals unter die Leute. Nachher kannst kommen und erzählst mir weiter."
Als der Maurer die Türe hinter sich geschlossen, schnellte der Vogt wie ein Raubtier auf, rieb sich funkelnden Auges die Hände und murmelte:
„Auf dem Galgenhügel verbrannt. Hört Ihr es, Baderann, Liefe! I Auf dem Galgenhügel verbrannt! Fünfzehn Klafter Holz! Und dxx Dumm- köpf, der Bachgayer, meint, das wäre viel. Hundert Klafter gäbe ich. Warte Liesel, wirst schon noch mürbe werden. Warte Baderann, der Fülle- Hans kommt über Dich. Du bist sonst klug, aber Du warst nicht schlau, daß Du den Füllehans zu Deinem Todfeind machtest."
In Bachgayer hatten die beiden Kirschwasser des Vogtes und die dadurch geweckte Hoffnung auf mehr von dem guten Trank, den er so sehr liebte, die. Begierde, recht viel über die Baderann zu hören und das Feuer der Verleumdung auch schüren zu helfen, jedoch mit aller Vorsicht, daß er selbst habet keinen Schaden erlitt, nur noch vermehrt. Zudem war er bei Jakob Nestle stark verschuldet, und da ihm sein Gewissen keine Schwierigkeit machte, so fühlte er sich beflissen, Vogt zu Gefallen zu sein.
(Fortsetzung folgt
W«tetionsbr«fl «, vertag der §nlbaer 2k» monatsbeilage: „Mbatt GeschichtsdMer". TX'ÄT
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