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3. pat)Jlet in Kulda. wochenbeiiagr: „ZllustrietteZomüagrzeitung"

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Botation,druck n. Verlag der.«uldaer Ae» tieudruckerei in Halb«. Henisprecher Br. 9.

M 124.

Fulda, Donnerstag den 31. Mai 1906.

33. Jahrganq.

Nun wurden die anderen aufmerksam, sie öff­neten die Türe, leuchteten hinaus, und einer von ihnen rief:

„Ein Spion! Haltet ihn fest!"

Artur drehte sich stolz um, sah den Verfolgern fest ins Auge unbjcigte:

„Ich bin kein Spion, ich bin hierhergekommen, um dem Ostheer als Offizier eingereiht zu wer­den."

Jetzt erhob sich der General und sah ihn mit seinen kalten, klugen Augen prüfend an. „Euer Name, Kamerad?" fragte er.

„Artur Ferrand-Bonneval", antwortete Artur, indem er militärisch grüßte.

Der General sah seinen Adjutanten an, der ihm leise etwas zuflüsterte. Der General schien be­friedigt und forderte Artur auf, mit ihnen in seine Dachkammer zu kommen. Dort sah es wüst genug aus. Dicker Tabaksqualm erfüllte den niedrigen, langgestreckten Raum, einige Kerzen brannten trübe, auf dem wackeligen Tisch lagen einige Land­karten und standen angebrochene Flaschen Bier. Dies unsaubere Durcheinander war das Absteige­quartier des Generals Canclaux.

Der General wandte sich an Artur.

„Ihr wollt also zur Ostarmee abmarschieren, Kamerad Bonneval?"

„Jawohl, Bürger General."

„Ihr seid aus der Vendee?"

„Jawohl, Bürger General."

„Kennt Ihr den Heinrich von Larochejacquelin, den tollen Fuhrmann Cathelineau und wie all' dies Volk heißt?"

„Jawohl, Bürger General."

„Und den früheren Vicomte von Bressuires?" „Er ist mein Oheinl."

„Ja so, nun, Ihr seid nicht verantwortlich für Eure Verwandtschaft. Ich vertraue Eurer repu­blikanischen Gesinnung."

„Ich werde meinem Vaterlande treu dienen," antwortete Artur fest.

Die Helden der vendee.

Historische Erzählung aus den Tagen der franzö­sischen Revolution.

Von Gustav Jordan.

fllj (Nachdruck verboten.)

„Das heißt, der Bürger-General", fügte der Wirt mit verschmitztem Lächeln hinzu, „hat für sich eine Dachkammer ausbedungen, da er nicht besser als der geringste seiner Soldaten einquartiert sein will, und da Ihr auch mit einer Dachkammer vor­lieb nehmen müßt, wenn Ihr keinen anderen Gast- Hof vorzieht, so werdet Ihr wenigstens Zimmer- machbar des Herrn Bürger-Generals."

■ Artur erklärte sich bereit, die Dachkammer zu Rieben. Er ließ sich eine Kerze bringen, welche wie dürftigen Räume spärlich beleuchtete, brachte ^seine wenigen Sachen in Ordnung und versank in Mittende Gedanken. Wie wird Johanna meinen Vries aufnehmen? Wird sie sich in meine Denk­weise einleben können? Warum liegt die Vendee io sehr im Dunkel der Welt, daß sie das Licht der Freiheit nicht vertragen kann?

Aus diesem Sinnen wurde er durch polternde Tritte aufgeweckt, die die Treppe heraufkamen. BZ waren mehrere Offiziere, welche in die benach- Harte Dachkammer eilten. Auch der General war Unter ihnen, wie Artur aus einer Anrede merkte. Die schlossen sich im Nachbarzimmer ein und hiel­ten eine Beratung, aber mit so lauten und lärmen­den Stimmen, daß Artur notgedrungen jedes Wort Hören mußte. Da es ihm nun unangenehm war, ben unbemerkten Lauscher zu spielen, so begann er Atzt mit laut dröhnenden Schritten auf den schon knarrenden Dielen auf- und abzugehen. Und als (das nichts half, beschloß er, sich nach unten in die Wirtsstube zu begeben. Er öffnete demnach die ntür, die laut ins Schloß fiel.

sollen, eS ihm zu übersenden. AuS der Tatsache, daß er eS trotzdem tat, und gleichzeitig da- Begleitschreiben der Oeffentlichkeit überantwortete, muß geschloßen werden, daß eS ihm darauf an­kam, von diesem seinem Schreiben, von diesem Buche und von sich selbst reden zu machen."

\ Ueber Lieferungen für den Wiederaufbau von San Franzisko schreibt die ,Nordd. Allg. Ztg/: „Es werden jetzt nach San Franzisko viele Offerten deutscher Firmen, namentlich in Baumaterial aller Art, in der Hoffnung gesandt, angesichts der großen Bedarfs mit Dichtigkeit Bestellungen zu erhalten. Diesen Bemühungen ist indeffea nur dann Erfolg zu versprechen, wenn die deutschen Firmen, sofern sie nicht schon in San Franzisko güt eingeführt sind, fachgewandte Vertreter nach dort entsenden und diesen, soweit es möglich ist, auch Muster mitgeben. Dieses Verfahren wird von den amerikanischen und eng­lischen Firmen mit guten Ergebniffen angewandt. Im bloßen Korrespondenzwege größere Bestel­lungen zu erhalten, ist so ziemlich ausgeschloffen. Auch ist für Probebestellungm die Zeit zu kostbar. Firmen, die das Risiko der Reisekosten nicht tragen können, sollten die Konkurrenz gegen das sehr rührige amerikanische und englische Geschäft für den Wiederaufbau von San Franzisko lieber nicht versuchen."

* Die Schulvorlage soll, wie von verschie­denen Blättern gemeldet wird, erst im Herbst zur vollen Erledigung gebracht werden. Die Dispositionen des Herrenhauses sollen sich näm­lich inzwischen so weit geändert haben, daß man übereingekommen ist, nach Pfingsten nur eine allgemeine Besprechung über die Vorlage abzu­halten und die Kommisiion einzusetzen. Die Einzelbesprechung und Abstimmung würde dann erst im Herbst stattfinden. Wir halten diese Meldung für mindestens sehr zweifelhafter Natur, da die geschäftliche Behandlung der Schuloorlage im Herrenhause erst am 15. Juni festgelegt werden soll, und der Präsident des Herrenhauses der Hoffnung Ausdruck gegeben hat, die Vorlage bis zum 24. Juni zur Er­ledigung zu bringen.

** Dem Reichstage ist noch in jüngster Zeit ein Gesetzentwurf zugegangen, der eine Un­billigkeil beseltigen soll, die durch die letzte Branntweinsteuernovelle im Jahre 1902 ge- schaffen worden ist. Damals wurde bestimmt, daß der Höchstbetrag des Kontingents für neu entstandene Brennereien von 80,000 auf 30,000 Liter Alkohol herabzusetzen sei. Die betreffende Vorschrift bezieht sich aber nur auf die im Jahre 1902/03 stattgehabte Verteilung des Gesamt- kontingenls. Infolgedessen dürfen Brennereien, die bei den späteren, alle 5 Jahre zu wieder­holenden Neukontingentierungen, zunächst also im Jahre 1907/08 zum Kontingent neu veranlagt werden, wieder mit dem früher zu lässigen Höchst- kontingent von 80,000 Liter bedacht werden, während vor 5 Jahren die neu veranlagten Be­triebe unter gleichen Verhältnissen mit einem Kontingent von 50'000 Litern sich begnügen mußten. Bereits bei der Beratung des Gesetzes von 1902 wurde darauf hingewiesen, daß ein derartiger Zustand unhaltbar sei, und daß durch ein besonderes Gesetz die verschiedene Behandlung der Brennereien verhindert werden müsse. Die Vertreter der Regierung haben sich bereits da­mals und auch später wiederholt damit einver- fianoen erklärt und die Einbringung eines dies­bezüglichen Gesetzentwurfs vor dem Jahre 1907/08 zugesagt. Auffallen könnte vielleicht, daß diese

Deutscher Reich.

Berlin, den 30. Mai 1906.

* Dem Kriegsminifier, General v. Einem, bat der Kaiser, wie die ,Neue politische Korre­spondenz' mitteilt, gestern bei dem Exerzieren der alten Kaiserbrigade auf dem Exerzierplatz zu Döberitz den Stern der Komture des Hohen- zollcrn'schen HausordenS persönlich überreicht. Man wird wohl in der Annahme nicht fehl gehen, daß die Ordensverleihung einmal infolge (des Zustandekommens der Militärpensionsgesetze, -dann aber auch wegen der Vollendung deS neuen Exerzierreglements erfolgte.

* Einer von den lebten alten Zentrums- »eteranen, Herr Landgenchtsrat a. D. EverS, st gestern, an seinem 81. Geburtstage, in Biele« i eld gestorben. Der Verstorbene vertrat im ersten deutschen Reichstage die Kreise Warburg- Böxter, dann lange Jahre im Landtage die Kreise üren-Paderborn. Als 1890 der Wahlkreis Bielefeld-Wiedenbrück in Frage stand, erklärte er sich nochmals bereit, die Vertretung zuübernehmen, und eroberte so für das Zentrum ein sehr um­strittenes Mandat, welches bis heute der Partei geblieben ist. Der alte Herr faß Jahre lang an der Seite Windthorsts und die Erinnerung an die große Zeit vergoldete fein Alter. Auch in der katholischen Gemeinde Bielefelds hat er fegen«» jeirf) mitgewirkt durch Rat und Tüt. Er war "Mitbegründer des VincenzvereinS, langjähriges Mitglied des Kirchenvorstandes und stets bereit, wie für den Einzelnen fo für die Gesamtheit einyatreten. R. i. p.

Graf Paul von Hoensbroech empfindet wieder einmal das Bedürfnis, von sich reden zu wachen. Er hat ein Buch geschrieben, das den Titel führt: „Moderner Staat und römische Kirche". Dieses Buch hat er der Presse über­sandt, die es aber bisher gänzlich unberücksichtigt gelassen hat. Um dem abzuhelfen, hat der Graf ein Mittel versucht, das in der Kriminalistik nicht ganz unbekannt ist. Nach Art der Leute, die, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, hochgestellte Personen attackieren, hat er sein Buch auch dem Reichskanzler zugesandt, und zwar mit einem Begleitschreiben, das er gleich­zeitig in den Blättern veröffentlichen läßt. Dieses Schreiben lautet: „Ew. Exzellenz über­sende ich das soeben erschienene Buch: „Mo­derner Staat und römische Kirche" lediglich des« Halb, weil ich es für Pflicht halte, dem ersten Beamten des Reiches die Möglichkeit zu geben, ?ich über die Schwere der ultramontanen Gefahr fir untere Kulturentwickelung zu unterrichten. Die Hoffnung, daß Sie von dieser Möglichkeit nutzbringenden Gebrauch machen werden, habe ich allerdings nicht. In vorzüglicher Hoch­achtung Graf von Hoensbroech." — Dieses Ver­fahren des vielgenannten Grafen trägt seine (Kritik in sich selbst. Wir begnügen uns, damit 'wiederzugeben, was die ,Deutsche Tageszeitung' -dazu bemerkt. Das Blatt schreibt: „Für den Anormalen Durchschnittsverstand ist der Gedanken- itzang dieses Schreibens schlecht unbegreiflich. (Wenn Graf von Hoensbroech wirklich die Hoff- ‘ nung nicht hegte, daß der Kanzler von feinem -Buche „nutzbringenden Gebrauch machen" werde, iso hätte er füglich darauf verzichten können und

Zusage im gegenwärtigen Zeitpunkt erfüllt wird, obwohl die Beratung des Entwurfs erst im nächsten Herbste stattfinden kann. Hierzu wird in dem Entwürfe beigegebenen Begründung fol­gende bemerkt:

„Die nächste Neukontingentterung findet im Brennereibetriebsjahr 1907/08 statt. Da neu eut- ftanbene Brennereien hierbei nur berückstchtigt werden, wenn sie bis zum 1. Oktober 1907 be­triebsfähig hergerichtet sind, ist zu erwarten, daß die Neuerrichtung von Brennereien, die schon in den letzten Jahren nicht unerheblich war, in nächster Zeit einen großen Umfang annehmen wird. Wenn auch die Beteiligten wiederholt darauf hingewiesen worden sind, daß die Absicht besteht, den Höchstbetrag des Kontingentsfußes der neuen landwirtschaftlichen Brennereien noch vor der nächsten Kontingentierung auf 50,000 Liter herabzusetzen, so ist es doch nicht ausge­schloffen, daß hier und da für den Entschluß zu einem Reubaue die Tatsache bestimmend ist, daß vorläufig noch der Höchstbetrag von 80,000 Liter im Gesetze steht. Um in solchen Fällen Ent­täuschungen und Beschwerden tunlichst zu ver­meiden, ist es für erforderlich gehalten worden, den Gesetzentwurf noch in dieser Tagung des Reichstags wenigstens vorzulegen, wenn auch auf seine alsbaldige Verabschiedung nach Lage der Geschäfte nicht mehr gerechnet werden kann."

Die offiziöse ,Nordd. Allg. Ztg/ meint, im Interesse der Beteiligten wäre es erwünscht, wenn diese Ausführungen durch die Fachpresse und die landwirtschaftlichen Organe möglichst weite Ver­breitung finden würden.

* Die Kommission zur Beratung des Gesetz­entwurfs, betr. Zulaffung einer Berfchuldungs- grenze für land- und forstwirtschaftliche Grund­stücke, trat am Mittwoch in die Generaldiskus- sion ein. Es war vorwiegend die Ansicht ver­treten, daß der Entwurf in feiner allgemeinen Tendenz fehr zu billigen sei. Von einer Reihe von Kommissionsmitgliedern wurde aber dringend die Inangriffnahme anderer Maßnahmen zum Zwecke der Enischuidigung sür notwendig er achtet. Die nächste Sitzung findet Donnerstag mit der Spezialdiskussion statt.

Am dem Landtage«

Abgeordnetenhaus.

76. Sitzung vom 30. Mai 1906.

Eröffnung 10% Uhr.

Die Geschäftsordnungskommission beantragt durch den Berichterstatter Dinslage, die Ermäch­tigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Abg. Brust (Ztr.) zu versagen.

Abg. Brust (Ztr.): Ich bitte, ausnahmsweise die Ermächtigung zu erteilen. Es liegt mir daran, eine Angelegenheit gerichtlich auszutragen, wobei ich auf eine Stufe mit einem Redakteur vom Nie­derrhein gestellt worden bin, der wegen Unter­schlagung von Kirchengeldern rc. bestraft wor­den ist.

Das Haus erteilt die Ermächtigung.

Eine Reihe Rechnungssachen werden debatte­los erledigt.

Zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs betr. Regelung der Hochwasserverhältnisse der obe­ren Oder.

Der Entwurf wird in den einzelnen Paragra­phen und in der Gesamtabstimmung angenommen.

StaatsvertragzwischendenMain- uferstaaten wegen der Mainkanali­sierung.

Berichterstatter Abg. am Zehuhoff (Ztr.) be­antragt unveränderte Annahme.

Nach kurzer Debatte wurde dem Staatsvertrag die Zustimmung erteilt.

„Gegen wen es auch sei?" fragte Canclaux lauernd.

„Für einen Offizier gibt es nichts anderes, als dem Befehle seines Kommandanten zu ge­horchen."

„Bravo! Bravo!" riefen die anderen, welche dem Zwiegespräch eifrig zugehört, es dabei aber nicht versäumt hatten, ihren Flaschen ebenso eifrig zuzusprechen

Canclaux warf ihnen einen strafenden Blick zu, und es wurde wieder still.

„Ich setze volles Vertrauen in Euch", fuhr der General fort, „und ich will Euch einen Beweis da­von geben, wie Ihr ihn Euch nicht stärker denken könnt. Ich mache Euch zum Bataillonschef I"

Arturs Augen leuchteten.

„In der Vendee" setzte Canclaux mit Nachdruck hinzu.

Artur erbleichte. Schon hatte er sich an der Spitze eines Bataillons in den Niederlanden fech­ten sehen und immer höher an Rang und Ehren steigen — und nun sollte er gegen die Vendee kämpfen, er, ein Sohn dieses Landes — es war unmöglich.

„Ich bin aus der Vendee", brachte er mühsam hervor.

„Das weiß ich", erwiderte der General und sah ihn mit feinen kalten Augen durchdringend an, „eben deshalb wird niemand besser geeignet sein, in jener Gegend für uns zu kämpfen, als Ihr, die Ihr die Eigenart des Landes und der Leute durch und durch kennt. Ihr werdet ja Eurem Vaterlande dienen, gegen wen es auch sei. Nun ist es gegen die Vendeer." —

„Ihr werdet müde von der Reise fein, Kame­rad", fuhr der General in warmem Tone fort, „Ihr könnt Euch zurückziehen, morgen könnt Ihr Euch bei mir melden, ich gebe Euch dann die ein­gehendsten Instruktionen. Bis dahin gute Kame­radschaft."

Er schüttelte Artur kräftig die Hand, der wie in >

Es folgt die einmalige Beratung der Denk­schrift betreffend Uebernahme der im Wasser- straßengesetz geforderten Verpflichtungen.

Abg. am Zrhnhoss (Ztr.) begründet hierzu eine Resolution, nach der das HauS es billigt, daß die Ausgaben und Einnahmen des ganzen Rhein- Weser-Kanals einschließlich der Lippekanalisierung rc. von Herne bezw. Dortmund bis Papenburg einheitlich verrechnet werden.

Die Denkschrift wird mit der Resolution am Zehuhoff genehmigt.

Es folgen Petitionen.

Durch Tagesordnung werden erledigt Petitio­nen betr. Unfallverhütungsvorschriften für land­wirtschaftliche Geräte, betr. Aufhebung einer Poli­zeiverordnung für den oberschlesischen Industrie- bezirk betr. den Schankstättenschluß an Lohn- und Vorschußtagen, betr. Regelung der Besoldungs­verhältnisse der Privatschullehrer.

Zur Erwägung überwiesen wird eine Petition betr. gesetzliche Regelung der Besoldungsverhält­nisse der seminaristisch gebildeten Lehrer an den nicht staatlichen Lehranstalten.

Eine Petition des katholischen Kirchenvorstan­des zu Deutsch-Krone um Wiederaufbau der Kirche in Klausdorf wird durch Tagesordnung erledigt, nach dem Antrag des Abg. Tr. Hauptman» (Ztr.) auf Ueberweisung zur Berücksichtigung ab­gelehnt worden.

Eine Petition um Bewilligung von Staatsmit­teln zur Erbauung einer evangelischen und einer katholischen Kirche in Brockau (Berichterstatter Abg. Hoheisel, (Ztr.) wird zur Berücksichtigung überwiesen.

Verschiedene Petitionen, die lokale Wünsche zum Eisenbahnbau äußern, werden nach den Beschlüssen der Kommission als Material überwiesen.

Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Präsident v. Kröcher erbittet und erhält die Ermächtigung, die nächste Sitzung anzuberaumen sobald das Herrenhaus in die definitive Beratung der Schulvorlage eintritt. Dies wird n i ch t v o r dem 25. Juni der Fall fein. Eine längere Tagung werden wir nicht mehr haben.

Schluß iy2 Uhr.

Herrenhaus.

19. Sitzung vom 30. Mai.

Eröffnung 11%. Uhr.

Bezüglich des Arbeitsplanes teilt dec Präsident mit, daß das Haus am 15. Juni wieder zusam- mentreten, an diesem Tage und dem folgenden die Volksschuluobelle beraten und hierfür eine Kom­mission einsehen wird. Voraussichtlich wird die Vorlage die Kommission so lange beschäftigen, daß sie am 25. Juni wieder im Plenum beraten wer­den kann.

Eine Petition um Verbesserung der Dierist- und Gehaltsverhältnisse der Eisenbahn-Wagen­meister wird als Material überwiesen, eine solche um Versetzung der Staatsbahn-Lademeister und Lademeisierdiätare in die Klasse der mittleren Be­amten wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Die Bittschrift der brandenburgischen Baugewerksmeister um Aufhebung des den Titel „Baugewerksmeister" freigebenben Handels- usw. Ministerialerlasses vom 28. November 1902 wird der Regierung zur Berücksichtigung übermittelt. Die Petition einer Anzahl von Handwerkskam­mern um regelmäßige Staatsbeihilfen für die preußischen Handwerkskammern wird ohne De­batte als Material überwiesen.

Es folgt der Bericht der Kommission für Han­dels- und Gewerbe-Angelegenheiten über die vom Abgeordnetenhaus abgeänderte K n a p p s ch a fts» n o v e l l e.

Nach längerer Debatte wird auf Antrag des Grafen Eulenburg der § 179 (Wahl der Knapp- schaftsältesten) in gesonderter Abstimmung, der Rest des Gesetzes en bloc a n g e n o m m e n, eben­so das Gesetz im ganzen.

Fieberschauern hinausging, und in seiner Kammer keine Ruhe fand, nicht allein deshalb, weil es neben ihm tobte und lärmte.

„Ist der Mann beim auch absolut zuverlässig?" fragte einer ber Offiziere den General, als sich die Tür hinter'Artur geschlossen.

„Er ist ein Jbcalist ein Theoretiker unb Schwär­mer", sagte bet General mit kaltem Lächeln, „ber gehorcht unbebingt, und bazu ist er ein tüchtiger Offizier. In ber Ostarmee wäre er einer unter vielen, hier ist er unentbehrlich. Unb sollte er straucheln, was ich nicht glaube, bic Guillotine ber- fchont keinen Schulbigen"

6.

Während der Nacht entsendeten die Gemeinden auf mindestens fünf Meilen im Umkreise ihre Männer nach St. Aubin, um am bestimmten Tage sich unter dem Kommando des „Herrn Heinrich", wie der junge Edelmann von den Bauern genannt wurde, zu bereinigen. Von Hecke zu Hecke schlichen sie unb glitten wie Schatten herüber. Als Waffen nahmen sie mit sich, was ihre Hantierung ihnen gerabe darbot: einige hatten nur den knorrigen Hirtenstab, dem sie eine stachliche Spitze gaben, so daß er einem Morgenstern ähnlich wurde; andere hatten Sensen, Aexte, Beile; wer Jäger war, nahm sein Jagdgewehr mit, das freilich für eine ernste Kriegführung nicht besonders geeignet war.

Nachdem Heinrich bon den Seinen, die hier ihr Stammschloß hatten, bewegten Abschied ge­nommen, begab er sich auf den freien Platz, den Tausende schon besetzt hielten. Sie empfingen ihn mit Jubelgeschrei. Heinrich musterte die Scharen. Er sonderte sie borerft nach den Ortschaften, um zu sehen, wie stark sich die einzelnen Gemeinden an der Erhebung beteiligt hätten. Iloch während er damit beschäftigt war, erblickte er den Vicomte bon Bressuires, der ihm sagte, er habe wichtige Mitteilungen zu machen. Heinrich brach sein Ge­schäft ab, betraute einige andere mit dessen Fort­führung und ging mit dem Vicomte abseits, nach-