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erfdieint täglich, mit rlnsnahme cer Sonn* unbHeieuage. Viertel» Mrl. Veznasprei» offne vringerlshn und UeiiellgelbiuSulbaunb auswärts l Hit. 50 psg.

Verantwortlicher Schriftleiter: Zvanm; für die Anzeigen 3. Par, »der fit <fn(ba.

Mdaer W Zeitung

wochenbei,age:„IlluftftefteSonntagszeit«ng" ntoimtsbeiiage: „Ktldaer GeschichtsblStter".

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Rotationsdruck n. Verlag der 5uldaer Ar< tienbrurferei in jjiilba. Fernsprecher Nr. y.

M 106.

Fulda, Mittwoch den 9. Mai 1906.

Jahrgang.

Zweites Matt

vermischtes

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Anzeigen

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• Es kommt nun darauf an, ob in Berlin die sehr große Zahl von arbeitsfähigen und arbeits­willigen Personen vorhanden ist, welche zur Orga­nisation eines Katholikentages erfordert wird. Bei der Organisation der Windthorstbunde, des Volks­vereins, der Komitees der Zentrumspartei, der zahlreichen Standes-, geselligen und wohltätigen

Die Generalversammlungen der Katholiken Deutschlands haben von Anfang an sich von dem Bestreben leiten lassen, bei der Ortswahl ausgleichende Gerechtigkeit zu üben und den Katholiken in den verschiedenen Teilen des Reiches abwechselnd die Ehren und Vorteile einer Tagung in ihrer Gegend zukomm en zu lassen. Eine besondere Schwierigkeit ergab sich aus dem Umstande, daß die Katholiken im Osten (Schlesien, Westprenßen, Ermland re.) durch eine sehr breite Diasporazone von dem

vielleicht neuen Anlaß zur Prüfung der Frage, I Vereine würde sich voraussichtlich das Heer von ob denn nicht bald einmal die Gener alv er- Mitarbeitern mobil machen lassen. Wohnungen sammlung der Katholiken Deutschlands I würden sich auch für einen sehr starken Zustrom nach der Retchshauptstadt eiuberufen werden kann.1 ™ L ■

Den berufenen Faktoren, denen die Ent­scheidung über den Ort der jeweiligen Ver­sammlung zusteht, möchten wir in keiner Weise oorgreifen. Aber eine Beleuchtung der Verhält­nisse, die hierbei in Betracht kommen, kann ge­wiß nicht schaden.

in der großen Stadt leicht finden lassen; die vor­handenen Altäre reichen für die geistlichen Besucher auch bereits aus. Für die Erleichterung und Sicherung des Verkehrs der Fremden in der Welt­stadt wären besondere Vorkehrungen zu treffen, die etwas Geld kosten würden; aber diese Auf­wendungen würden gewiß durch eine starke Be­teiligung reichlich gedeckt werden.

Demnach scheint uns, daß man Berlin ruhig auf die Kandidatenliste fetzen und gegebenenfalls einen Versuch mit einem Berliner Katholikentage machen könnte.

Die Erfahrungen, welche jetzt die Tagung der Windthorftbunde in Berlin macht, geben

Den Hauptgegenstand der Verhandlungen der Genera'versammlung wird die Frage der Ver­meidung von Streiks in der Kohlen- industrie bilden. Hierzu sollen zunächst zwei Referate von Mitgliedern der Studienkommission gehalten werden und zwar eines von einem Gewerk- schaftler und eines von einem Akademiker. Es soll versucht werden, einen beteiligten Industriellen oder Großkonsumenten für ein drittes Referat zu gewinnen über die Vermeidung besagter Streiks für das ganze Wirtschaftsleben.

Dann wurde Mitteilung gemacht über den Stand der. Erhebungen über die Frage der Arbeitskammern. Die zu dem Zwecke eingesetzte Kommission hat eine Reihe von Gewerk­schaf tsangestellten und Gelehrten um gutachtliche Aeußerungen über Tätigkeit und Organisation von Arbeitskammern für Arbeiter und auch für ,Privatangestellte gebeten. Diese Aeußerungen I und sonstiges gesammeltes Material wird später noch dem Ausschuffe unterbreitet werden.

Zum 4. Punkt der Tagesordnung: „Stel­lungnahme zur Regelung der Heim­arbeit", wurde auf den günstigen Verlauf der veranstalteten Heimarbeitsausstellung hingewiesen, deren unmittelbare Folge gewesen ist, daß in'

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| Städte des Ostens (Breslau, Reisse, Danzig) I nicht so häufig als man wohl möchte, zum Sitze I der Versammlung wählen, da alsdann der über- I wiegenden Mehrheit der deutschen Glaubens­genossen eine zu große Reise zugemutet wird. In dieser Kollision der Interessen bietet nun Berlin einen Vermittlung sp unkt. Die Katholiken vom Osten und die vom Westen können sich dort am besten treffen, und | die Süddeutschen werden sich immerhin noch eher ! zur Reise nach Berlin entschließen, als zur Fahrt in das Innere einer Ostprovinz. Daraus wollen wir nicht folgern, daß Berlin eine besondere Bevorzugung, eine häufige Erwählung verdiene, sondern nur den Schluß ziehen, daß man Berlin nicht zu umgehen und zu übergeben braucht.

Früher, als noch ein starkes Vorurteil gegen unsere General - Versammlungen verbreitet war, hätte vielleicht die Berufung des Katholikentages nach Berlin als eine „Herausforderung" miß­deutet werden können. Ob nicht durch den vor-1 trefflichen Eindruck, den die friedlich und segens-1 reich verlaufenen Katholikentage der letzten Jahr-1

dortür zeigte ihr den Weg, den der Einbrecher be­nutzt hatte.

Weiterhin wurde mitgeteilt, daß die 4. Kon­ferenz der Delegierten der internationalen Ver­einigung zur Förderung der Sozialreform vom 23. bis 26. September dieses Jahres in Genf stattfinden werde, die sich u. a. mit dem Verbot der Nachtarbeit für jugendliche Arbeiter der ____, ..... ...... vvl, vt„

Frage der Regelung der Heimarbeit, der Maxi- katholischen Westen und Süden getrennt sind, malarbeitszeit, der internationalen Arbeiterver-1 Den ostelbischen Katholiken ist der Besuch sicherung und der Vergiftung durch Bleiweiß (sog. der Katholikentage, die im Westen oder Glftfrage) beschäftigen werde. Die deutsche Ge- Süden stattfinden, durch die große Entfernung sellschaft für Soztalreform sendet zur Konferenz sehr erschwert, und anderseits kann man die 10 Delegierte, für die noch einige Ersatzdelegierte " bestimmt wurden.

I § Was ist stärker als Liebe? Darüber schreibt I man her „Elb. Zeitung": Vor mehr als zwanzig I Jahren wanderte der Handwerksgeselle D., der in I der Nähe von Braunsberg zu Hause war, nach Ruß- I land. Wie vielen Deutschen, gelang es auch ihm, I Üch dort einen behaglichen Hausstand zu gründen: I er verheiratete sich mit einer Russin. Erfreute er I anfänglich feine Mutter und Geschwister hin und I wieder durch Schreiben, so wurden diese immer I seltener und hörten zuletzt ganz-auf, als ihn fein I inzwischen ergrautes Mütterchen wiederholt bat, I noch einmal zn ihr zurückzukehren, da sie ihn vor I ihrem Tode noch sehen möchte. Die Sehnsucht der I guten Alten wurde immer größer. Der geliebte I Sohn galt schließlich für verschollen. Man nahm I an, daß er ein Opfer der in Rußland ausgebroche- I nen Unruhen geworden war. Da wagte der jün­gere Bruder einen letzten Versuch. Er schrieb an I den „Russen", daß die durch Verheiratung mit I einem alten Herni zu großem Wohlstand gelangte I Schwester kinderlos gestorben sei und beide Brü- I der nun die Erben eines ansehnlichen Vermögens geworden seien, zu dessen Regelung und Empsang- I uahme er baldmöglichst nach Deutschland kommen I möchte. Das hals. Nach kaum zwei Woche.n er- I schien her „Verschollene" aus der Bildfläche znm I Trost für sein altes Mütterchen, machte aber ein I recht verdutztes Gesicht, als er erfuhr, daß feine Schwester nicht nur arm sei, sondern auch noch gar nicht ans Sterben denke. Die Aussicht auf eine Erbschaft bewirkte, was hie Bitten her Mutter nicht zu erreichen vermochten.

* Wenn Frauen plaudern. Während die In­haberin eines Berliner Zigarrengeschästs in der Falkstraße vor ihrer Ladentüre stand und mit einigen Nachbarinnen plauderte, wurde die von dem Korridor nach dem Geschäftsraum führende Hintertür mit einem Dietrich geöffnet und aus der unverschlossenen Kaffe eine Doppelkassette mit 12,50 Mark Wechsel­geld geraubt. Ter^ dreiste Diebesbursche ließ sich durch die vor dem Schaufenster schwatzenden Frauen keineswegs stören. Als er mit feiner Bente davon­schlich, entfiel ihm der unterste Teil der Kassette, die Geschäftsinhaberin hörte das Geräusch, doch glaubte sie, es fei eine Zigarrenkiste herabgefallen — und plauderte weiter. In aller Gemütsruhe ging der

[ auch jetzt noch Lärm zu schlagen versuchen, wie er das bei jeder Aeußerung des katholischen Lebens gewerbsmäßig tut. Aber wir sind überzeugt, der Katholikentag in Berlin würde schließlich erbau­lich wirken, erbaulich nicht bloß für die Katho« liken, sondern auch für alle Andersgläubigen, auch den Ungläubigen, welche mit ehrlichen Äugen die ?Ä"Xe* I ä:

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tn Berlin die bestehenden Gegensätze nicht öet=1 ---- '* m ■ - —■

schärfen, sondern vielmehr aufklärend und mildernd wirken würde.

den Kreisen der Regierung Interesse für die Regelung der Heimarbeit geweckt wurde, und der Reichstag mit großer Majorität beschlossen hat, die Staatsregierung um Vorlegung eines Gesetzentwurfs zur Regelung der Heimarbeit zu ersuchen. Der Ausschuß beschloß die Einsetzung einer Kommission zur Sammlung von Material über die Organisation der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen und die Beeinflussung der Löhne derselben durch Tarisabschluß usw. Vom Ausschuß wurden aus den Mitgliedern zu dieser Kommission, die sich durch Kooptation ergänzen soll, die Herren Prof. Dr. Franke, Gewerbe­gerichtsbeisitzer Bernhardt, Prof. Dr. Pach- nike und Prof. Dr. Sommerfeld.delegiert.

I In diesen Tagen halten die Windthorst- I b u n d e aus dem ganzen Deutschen Reiche ihren 7. Vertretertag in der Reichshauptstadt ab, wo der unvergeßliche Windthorst seine parlamentari- ......____________________ w . .

sch?" Großtaten vollbracht hat. Wir zweifeln zehnte überall gemacht haben, diese Gefahr be- u.rcht, daß die Wahl des Versammlungsortes festigt ist? Der Evangelische Bund würde natürlich eine glückliche ist; denn die Vertreter der Windl-1 - ' ' ---

Horstbunde finden in Berlin eine Organisation

! vor, die aufnahmefähig ist im vollsten Sinne des Wortes und alle Pflichten und Arbeiten der Gastfreundschaft, auch in dem durch die weltstädtischen Verhältnisse erhöhten Maße, durch­aus zu leisten vermag. Sicherlich wird sich, wie schon bei mehreren Vorproben, so auch jetzt wieder erweisen, daß Berlin, wenn auch der Anlcil der Katholiken an der Bevölkerung von einer Viertel-Milliarde in der Prozentzahl niedrig erscheint, doch bei der absoluten Zahl von mehr als 200 000 Katholiken und bei der stettg fortgeschrittenen Vervollkommnung der kirchlichen, charitativen, sozialen und politischen Organisatton der katholischen Minderheit ein geeigneter Ort für katholische Versammlungen geworden ist.

Der Ausschuß der deutschen Gesellschaft für Zozialresorm hielt am Freitag abend im Bureau für Sozial­politik in Berlin eine Sitzung ab, die von dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Staatsmini­ster a. D. Freiherrn v. Berlepsch, geleitet wurde. Von Mitgliedern des Ausschusses waren u. a. anwesend Pros. Dr. Fronte, General- Sekretär der Gesellschaft, die Zentrums-Abgeord- neten Prof. Dr. Hitze, Justizrat Trimborn, Giesberts und Brust; ferner die Reichstags- Abgeordneten Prof. Dr. Pachnicke (freit.) und Schenk (kons.), dann die Herren Prof. D r. S o m - bart und Dr. Sommerfeld, sowie die Herren Dr. Gold sch midt-München,Geh.RatFlügge- Berlin, Tischendörfer und Kamin-Berlin.

Zunächst wurde Bericht erftattet über die nach England gesandte Studien-Kom- mission für das gewerbliche Einigungswesen inj England. Die Kommission ist am 28. April in London eingetroffen und vom deutschen Botschafter empfangen worden. Sie ist zuerst bei den engli­schen Gewerkschaftsführern auf Schwierigkeiten gestoßen; dieselben brachten ihr kein Vertrauen entgegen. Man vermutet, daß die deutschen sozial- demokratischen Gewerkschaften eingewirkt haben und die Studien-Kommission als Unternehmer- Schutztruppe verdächttgt hat. Nach genügender Aufklärung waren die englischen Gewerkschaftler aber zu allen gewünschten Auskünften gerne be-1 reit. Tas gleiche ist auch von den englischen j Industriellen zu berichten, sodaß die Kommission jedenfalls eifrige Studien machen und viel Mate-1 rial sammeln kann, das auf der nächsten Gene­ral-Versammlung der Gesellschaft verwertet wer-1 ben soll. Dem Vorstand wird überlassen, die I General-Versammlung für Ende November oder Anfang ^Dezember nach Berlin zu berufen, und I 8roar bann, wenn der Reichstag schon zusammen-1 getreten tft.

Endlich wurde beschlossen, der Generalver' sammlung im Winter eine Statutenände­rung der Gesellschaft vorzuschlagen dahingehend den Ausschuß und den Vorstand zu vergrößern, und zwar soll der Ausschuß anstatt aus'30 aus 48 gewählten Mitgliedern bestehen und sich an­statt um 15, um weitere 24 Mitglieder durch Kooptation ergänzen können, während der Vor­stand anstatt aus 9 aus 13 Mitgliedern bestehen soll.

Mit der Erstattung des Berichts über die Finanzfrage der Gesellschaft fand die Sitzung ihren Abschluß.

IMrisen-Knrse '"2'" Otto Goebel, gank- uni Wechsel-geschffl in ftüSa, SchloJIstrafo. » Telephon jfr. 28.

Fuld.Stadtanl.v.1901

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8 Portugies.unifiz.An- lerhev. 1902 Serie I.

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4 Fff. Hyp. XIV. 1900 4 , Hypbk.Ser.XVI

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