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Märchen als Erzjedllngsimtte!. I ‘)ie&e k!§ ftinb mi* $«» ausschütten. Grau- 1 wird auch den in dein gleichen Heft »eroffentiitf>ten 1(1 rnp j hrantipn. hnfp .öontrtinnpn 9frftFoT SKltn v«:.. . «r «i» r

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und das endliche Glück der Verfolgten Diesen gilt die ganze Teilnahine des kindlichen Gemüts und sie wird ihm zur Lehrnieisterin der erhaben­sten menschlichen Empfindung, des Mitleids

Seine Herz und Geist erhebende Natur, seine Bedeutung als Erziehungsiuittel wird auch die kälteste Vernunft dem Märchen nicht absprechen können. Mögen wir selbst den kindlichen Glauben längst verloren haben, der die Wunder des Mär­chens gebiert, so können wir doch, beseligt von eigenen, längst versunkenen Jugendträumen, auch im Alter noch eine reine und wahre Freude an ih>n haben, wenn wir den Zauber seiner Herrlich- keitne sich wiederspiegeln sehen in den glänzenden Augen unserer Kinder.

Artikel „Wie lernen wir sehen?" mit Genuß lesen und manche Anregung daraus schöpfen.

5. Mai 1906.

Temperatur 6 Uhr abends:

* 7 „ morgens:

» 12 „ mittags:

Literarisches.

Die christliche Kunst. Im verflossenen Winter bot die Münchener Sezession anläßlich ihrer Win­terausstellung eine umfangreiche Sonderausstel­lung von Gemälden, Zeichnungen und Kartons Karl Johann Becker-Gundahls. In einem enge­ren Kreise war der überbescheidene Künstler schon länger hochgeschätzt, diese Ausstellung aber brachte ihm allgemeine Anerkennung und sie wurde der äußere Anstoß zu seiner Ernennung zum kgl. Pro­fessor und Ehrenmitglied der kgl. Akademie in München. Einen gründlichen Einblick in das Werden und Schaffen Becker-Gundahls gewährt das soeben ausgegebene 8. Heft der allgemeinen Kunstzeitschrist „D i e ch r i st l i ch e K u n st"; hier findet sich eine Biographie und 26 vorzügliche Ab­bildungen nach profanen und religiösen Werken unseres Künstlers. Der Kunst- und Naturfreund

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Von Franz W i ch m a n n.

(Nachdruck nicht gestattet.)

„Das ist der alte Märchenwald! Es duftet die Lindenblüte!

Der wunderbare Mondenglanz Bezaubert mein Gen'.üte."

Heinr. Heine.

Aus den Verirrungen einer überpraktischcn Zeit, die nur die unbedingte Wahrheit mit allen ihren häßlichen Aeutzerlichkeiteu gelten lassen wollte, find wir glücklich heraus. Tas deutsche Volk hat sich auf sich selbst und seine idealeit Eigen­schaften besonnen, es verlangt wieder nach innerer Wahrheit und freut sich, wenn diese im Gewände der Schönheit einherschreitet. Das tritt vielleicht am deutlichsten in der Vorliebe zutage, mit der sich heute unsere Künstler, in enger Fühlung mit der Stimmung des Publikums, in Dichtung, Musik, Malerei und Plastik dem unerschöpften Zauber­reich der Märchenwelt zuwenden.

Märchen — im 20. Jahrhundert, — das mag sonderbar klingen. Aber muß nicht unser ganzes jetziges Dasein mit den Wundern seiner technischen Errungenschaften im Vergleich zu früheren Jahr­hunderten wie ein phantastisches Traumbild er­scheinen! „Der echte Märchendichter ist der Seher der Zukunft" hat der Romantiker Novalis mit tie­fer Berechtigung gesagt. So lange ein Volk an Märchen seine Freude hat, wird es nicht alt. Und gerade wir Deutsche besitzen ja einen überreichen Schatz der schönsten Volksärchen, der uns als etwas Unvergängliches durch alle Zeiten und Schicksale begleitet hat.

Vom pädagogischen Standpunkt aus ist das Märchen von unschätzbarem Werte. Mit künstlich konstruierten, moralischen Erzählungen ist bei der Jugend wenig zu erreichen, sie lassen das leicht empfängliche Gemüt des Kindes kalt. Seine Seele ist noch ein ungetrübter Spiegel, aus dem das ganze bunte Bild der Welt auf einmal zurück­strahlen will. Da wirkt das Märchen wie ein funkelnder Edelstein, dessen blendender Zauber das staunende Auge mit Gewalt an sich reißt.

Die Erziehung will das Kind zum ganzen Menschen machen. Der aber ist nach Schillers tiefgründigem Worte nur da ganz Meiisch, wo er spielt. Darum soll die Jugend spielen lernen und nicht merken, daß wir sie bilden und belehren wollen. Dem Märchen gegenüber, das beides ver­mag, wird das Kind diesen Verdacht niemals hegen. Die Unaufmerksamkeit ist der schlimmste Feind alles Lernens. Wir werden ihr nie begeg­nen, wenn wir dem Kinde mit einem Märchen kommen. Es gibt fein sichereres Mittel, das In­teresse der Kleinen zu erregen. Und die Erweckung von Interesse bleibt bei jedem Unterrichte die wich­tigste Grundbedingung. Aus dem Interesse er­wächst Begeisterung und diese ist die Mutter der Liebe, jener Liebe gunt Guten, Schönen und Wahren, die wir als Idealismus bezeichnen.

Im erregten Interesse ist schon die Witzbe­gierde inbegriffen und wir werden finden, daß das Kind, wenn es einmal den Genuß eines Märchens gekostet, immer wieder nach neuem verlangt. Ebenso wird es nicht satt, auch die schon bekannten sich wieder und wieder erzählen zu lassen. Auch die kleinste Abweichung vom früher Gehörten fällt ihm dabei auf. Die Geöächtniskraft ist erwacht und findet hier das beste Uebungsfeld, sie beweist, daß das Kind nachzudenken und zu vergleichen be­ginnt. Dient so das Märchen einerseits dazu, der Jugend das bunte Bild der Welt zu erschließen, sie spielend in ihre wirren Gänge einzuführen, fo bildet es anderseits auch das beste Erziehungs­mittel auf moralischem Gebiete. Ist es doch ge­schaffen dazu, dem Kinde eine ihm sonst vielleicht unbequeme gute Lehre mundgerecht zu machen. Keines unserer alten, schienen und bewährten Mär­chen entbehrt einer solchen, ja manche enthalten ein ganzes Füllhorn davon. Hier wird die rohe Gewalt, die Bosheit und Ungerechtigkeit des Nei­des überlistet und bestraft, der Uebermut der Großen unterliegt der Klugheit der Kleinen und Verachteten, Habsucht, Hartherzigkeit und Unzu­friedenheit führen ins Verderben, dort wird die Geschwisterliebe verherrlicht, Demut und Mitleid belohnt, die Unschuld wunderbar beschützt, Treue, Freundschaft und Dankbarkeit gepriesen, Langmut und Barmherzigkeit zum endlichen Siege geführt, I kurz alles, was die zehn Gebote in trockener Weise lehren, findet sich hier in goldflüssiger Poesie, und im Märchenschatz eines Volkes birgt sich zugleich sein ganzes Sittengesetz.

Eine Periode übertriebener Aufklärung, die damit nur ihr Unverständnis bewies, wollte das Märchen seiner Unwahrheit wegen in Acht und Bann tun. Aber mögen die Märchengestalten noch o Unmögliches vollbringen, ihrem Charakter blei- >en sie immer treu. Zu ihrem silbergleißenden Aufputz sind alle Farben und Stoffe dem Leben und der Wirklichkeit entnommen. Sie kennen kein »konsequentes Handeln und bleiben sich immer neu, im Guten wie im Bösen. So ist es auch die erste unerbittlich strenge Menschenkenntnis, die der kindlichen Seele durch das Märchen vermittelt wird. !

Es kann nicht geleugnet werden, daß diese I Menschenzeichnung sich oft in einer geradezu grel- ; en Weife vollzieht, zumal wo es sich um schlechte 1 Elemente handelt. Aber deshalb einen schlimmen 1 Einfluß auf das Gemüt der Jugend befürchten, i

(Inhalt ca. 1125 Gramm. Zum praktischen Gebrauch füllt man die Würze dann selbst in das kleine, mit Würzesparer versehene Maggi-Fläschchen ab.

Die höchste Temperatur des gest'-iaen Tages b» trug 23,0« Celsius.

Die niedrigste Temperatur in vetu^.ueit«* Nacht betrug, 11,2« Celsius.

Barometerstand vom 4 Mai, mittags 12 Uh, 753 mm, am 6. Mai 753 mm.

Verlauf der Witterung seit Freitag morgen (Weilburger Wetterdienst): Das mittel- und nordosteuropäifch« Hochdruckgebiet brachte uns gestern tärkere Auftlärung und steigend« Temperatur, einige Randtiess des westlichen Wirbels brachten abends Be­wölkung und Gewitter; heute ist der Himmel bewöltt Sonst scheint der Hochdruckkern sich nach Mitteleuropa zu verlagern, so daß morgen vorwiegend heiteres Wetter bevorsteyen dürfte. .

BorauSsichtliche Witterung im westlichen Mittel­deutschland sür Sonntag, den 6. Mai 1906: Schwache südliche Winde, vorwiegend heiter, trocken, nachts kühler, tagsüber wärmer als heute.

Marktbericht.

□ Fulda, 5. Mai 1906. Auf heutigem Schweine­markte waren 3 Läufer und 380 Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden für Läufer 51 Mark, für Ferkel je nach dem Alter 25 Mark pro Stück.

same Tyrannen, böse Königinnen, rachsüchtige Stiefmütter, giftige Neidlinge und tückische Mör­der wird sich wohl kaum ein Kind zum nach- ahmungswerten Vorbild nehmen. Sein Vorftel- lungsvermögen ist noch zu schloach entwickelt, um sich schauerliche Vorgänge wie Menschensressen, Kopfabschlagen und ähnliches mit der ganzen har­ten Natürlichkeit unseres Verstandes zu vergegen­wärtigen. Flüchtig eilen die Flügel seiner Seele über alles Häßliche hin, wie ja auch die Erwachfe- neu das Unangenehme ai» schnellsten vergessen, und auf der reinen Fläche haftet nur der Abdruck des Guten und Schönen, der Lohn der Tugend

Neueste Nachrichten unü Telegramme.

W. Darmstadt, 4. Mai 1906. In der NeichStagsstichwahl erhielt Berthold (Soz.) 16 598, Stein (nationalliberal) 18 789 Stimmen. Berthold ist somit gewählt.

W. Breslau» 4. Mai 1906. Der Gesamt­verband Deutscher Metallindusirieller hat di« Generalaussperrung auf den 10. Mai fest­gesetzt für den Fall, daß die Arbeiter in den Streikorten nicht bis dahin di« Arbeit wieder ausgenommen haben.

W. Paris, 4. Mai 1906. Tie hiesigen Drucker, Zimmerleute, Klempner und Tischler haben den Beschluß gefaßt, bis zur (Erfüllung ihrer Forderung der achtstündigen Arbeitszeit die Arbeit ruhen zu lass en.

W. London, 4. Mai 1906. England ver­langt vom Sultan, daß seine Truppen während der Grenzstreit geregelt wird, vorläufig das etzyptische Gebiet räumen muffen. Geschieht dies nicht bis Sonntag den 13. Mai, so tritt die englische Flotte in Tätigkeit. In Malta erhielt das ganze Mittelmeergeschwader Befehl, heute abend in See zu gehen.. Der Bestimmungs­ort ist nicht bekannt. Heute nachmittag fand ein eilig einberufener Kabinettsrat statt.

W. Sarajewo, 4. Mai 1906. 800 Arbeite­rinnen der Tabakfabrik, denen sich die Ziegel­arbeiter angeschlossen, traten wegen Lohnforde­rungen in den Ausstand und veranstalteten Straßendemonstrationen, in deren Verlauf sie ein Steinbombardement auf die Polizei er­öffneten, wobei viele Personen verletzt wurden. Die Gendarmerie gab eine Salve ab, wodurch sechs Personen schwer verwundet nor­den, von denen zwei bereits gestorben sind. Irin allgemeiner Ausstand wird angekündigt. Die Buchdrucker, Schneider und SchuhmachergehilM haben sich bereits angeschlossen.

W. Warschau, 4. Mai 1906. Als heute abend der Betriebsdirektor der Weichselbahnen, Proskurjakow, mit zwei Beamten in eine Droschke einstieg, wurde eine Bombe gegen ihli geworfen. Durch die Explosion wurde Proskurjakow ver­wundet und seine beiden Begleiter getötet. Acht in der Nähe befindliche Personen wurden schwer verletzt. Die Droschke, sowie die Fenster der umliegenden Häuser wurden zertrümmert. Die Pferde wurden getötet.

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* Nerven russischer Fürstlichkeiten. „In der Nervenheilanstalt Belleaux am Gestade des Boden­sees befinden sich, dem,B. T/ zufolge, zurzeit vier russische Fürstlichkeiten, unter ihnen zwei Großfürsten und eine Großfürstin. Die kleine Notiz spricht Bände, deren einzelne Kapitel sehr lesenswert sein müßten.

* Seemannsleiden. Das englische Schiff „Thtelli" wurde während eines Sturmes seiner Masten be­raubt. Die Besatzung, 16 Mann, rettete sich ans ein Floß, das durch die Schiffbrüchigen stark überlastet war. Infolge der Ermüdung und Entbehrungen iel die Mehrzahl der Schiffbrüchigen ins Meer. Als das Floß von einem Dampfer bemerkt wurde, waren nur noch 2 Mann auf demselben, von denen einer wahnsinnig geworden war.

* Eine boshafte Kammerzofe. „ . . . Sie sagen, der Herr ist nicht zu Hause — ich höre aber doch drinnen seine Stimme!" — I wo! Der Herr hat hier ja gar keine Stimme!"

* Lebenswahr. „Ist das nicht ein entzückendes Bild von Herrn und Frau Kanneberg?" „Ja, und fo lebenswahr! Er sitzt und sie steht aufrecht!"

* Unüberlegte Annonce. Hundefutter ist immer zu haben im Restaurant zur „Grünen Kugel."

vermischtes.

* Stargard in Pommern, 4. Mai 1906. fAmtlich. Heute früh kurz nach 57a Uhr fuhr der von Kreuz kommende Personenzug 702 infolge falscher Weichen­stellung auf den bereits in der Haltestelle Kollin hal­tenden Güterzug 6203 auf, wobei beide Maschinen und mehrere Packwagen entgleisten. Beide Maschinen, ein Packwagen und der Postwagen wurden stark be­schädigt. Ein Eilgutwagen ist verbrannt. Das durch­gehende Geleise ist unbeschädigt, das Kreuzungsgeleife dagegen stark beschädigt. Die Anfräumungsarbeiten sind tn Angriff genommen und werden in zwei dis drei Tagen beendigt sein. Bei dem Zusammenstoß wurden leicht verletzt: Lokomotivführer Hänisch-Posen, geprüfter »Schiefer, Zugführer Kuntnowitz, zwei Post­er und zwei Postassistenten, ein Postschaffner aus Stargard, Malergeselle Hermann Kaufmann aus Hitz- dorf bei Kleeberg, Schnitterin Bronislawa Koslewske, Gut Barnimskuno. Der Lokomotivführer ist dem Star­garder Krankenhaus zugeführt worden, die übrigen Personen wurden in ihre Wohnungen verbracht. Die Schuldfrage ist noch nicht festgestellt.

* Das Testament des Bettlers. Aus Pest wird berichtet: In Balaffa-Gyarmat wurde vor einigen Wochen ein gänzlich herabgekommenes Individuum Namens Johann Kabelka im Spital aufgenommen. Der Patient, den man anfangs für einen Bettler hielt, starb, und als man feine Habseligkeiten durch­suchte, fand man ein Testament, in weichem er dem Spital den Betrag von 25 000 Kronen und zur Er­richtung eines Kinderasyls in Balaffa-Gyarmat die gleiche Summe testierte. Man telegraphierte an die Gemeinde, die Kabelka als feinen Wohnort an­gegeben hatte, und erhielt die Antwort, daß der an­gebliche Bettler Immobilien im Werte von mehr als 100000 Kronen hinterlassen hat. Zu dem Be­gräbnis des Erblassers fanden sich die Spitzen des Komitees und der Gemeinde mit prachtvollen Kranz­spenden ein.

- Altenmittlau, ^Mai 1906. Bor einigen tagen siedelte unser bisheriger zweier Lehrer, Herr Decher, nach Großauheim über. Herr Decher, der sich dahier bei jung und alt allge­meiner Beliebtheit und Achtung erfreute, hat sich gewiß durch die beffereu Befoldungsoerhältniffe Großauheims bestimmen lasten, unser idyllisch g^egeneS Dörflein mit seinen äußerst angenehmen Schuloerhältniffen zu verlassen. So sehr wir seinen Weggang bedauern, mästen wir ihm doch sür die Zukunst tn seinem neuen Wirkungskreise von Herzen Glück wünschen. Allerdings wird die Schularbeit in Großauheim wegen der dort vorherrschenden Industrie - Tätigkeit etwas schwieriger, dement­sprechend aber bet materielle Vorteil gegen hier ziemlich bedeutend sein, zumal die Eingemeindung Großauheims mit Hanau ziemlich sicher in Aus- tcht steht. Hoffentlich läßt die recht leistungs- ähige Gemeinde Altenmittlau mit der Lehrerge- »alts-Aufbesserung nicht mehr lange auf sich war­en, damit die Schule unter dem beständigen Lehrerwechsel in Zukunft nicht mehr zu leiden !>at. Geeignete Bewerber mögen sich also wegen des noch rückständigen Grundgehaltes von 1100 Mark bei 130 Mark Alterszulagen von einer Meldung nicht abschrecken lasten, da es sich hier um Schulklassen von mittlerer Frequenz und um einen verkehrsreichen Pfarrort (an der Bahn Geln- Haufen-Langenselbold) handelt. — Die Meldefrist läuft nach dem amtlichen Ausschreiben am 9. Mai ab.

* Frankfurt, 4. Mai 1906. Auf Anregung aus der Frankfurter Patentanwaltschaft hat die Rechtsauskunftsstelle des sozialen Mu­sen ms in Frankfurt, Börsenstraße 20, das Ge­biet ihrer Tätigkeit auch auf Patent- und Musterschutz erweitert. Es wird vom 20. Apri 1906 Freitag abends von 6—7 Uhr eine Sprech­stunde abgehalten, welche abwechselnd von Patent­anwälten wahrgenommen wird. Entsprechend der sonstigen Einrichtung der Rechtsauskunftsstelle wird auch die Tätigkeit in Patent- und Muster- sachen beschränkt sein auf Rat und Auskunsts­erteilung, soweit dies in dem Rahmen der Sprech­stunde sich machen li'ißt und sofern nur eine un­erhebliche schriftliche Tätigkeit daneben in Frage kommt.

* Schmalkalden, 4. Mai 1906. Die hiesigen Metzger haben die Schweinefleischpreise erheblich herabgesetzt. Da von allen größeren Märkten teils über bedeutenden Rückgang der Schweine- preise, teils über schleppenden Gang des Absatzes berichtet wird, darf man erwarten, daß allmählich überall ein Sinken der Schweinefleischpreise ein­treten wird.

* Rothenditmold, 4. Mai 1906. Am nächsten Sonntag nachmittag findet hier die feierliche Grundsteinlegung der katholischen Kirche statt.

△ Marburg, 4. Mai 1906. Heute vor­mittag traf aus der Richtung von Kastel kom­mend, der Feldprobst der preußischen Armee, Titularbischos von Pergaman, Dr. Voll mar, hier ein. Es fand dann in der katholischen Kirche unter Mitwirkung der Jägerkapelle Militär- gottesdienst, bei dem den katholischen Mann­schaften des Jägerbataillons das hl. Sakrament der Firmung gespendet wurde. Später unter­nahm der Armeebischof mit Herrn Pfarrer Dr. Weber eine Wagenfahrt durch die Stadt und reift nachmittags wieder ab.

* Gießen, 4. Mai 1906. Heute nachmittag öV» Uhr traf der katholische Feldpropst der Ar­mee, Titular-Bischof von Pergamon, Heinrich

Ilmar, zur Visitation der katholischen Mili­tär-Gemeinde hier ein. Samstag vormittag 8 Uhr wird et den Militär-Gottesdienst halten; Sams­tag nachmittag erfolgt die Weiterreise nach Hanau.

* Weilburg, 4. Mai 1906. Die 31. Haupt­versammlung des „Vereins von Lehrern höherer Unterrichtsanstalten der Provinz Heffen-Naffau und des Fürstentums Waldeck" findet in Weil­burg am 23. Mai statt. Der Versammlung geht am Tage vorher eine Zusammenkunft der Neu­philologen und der Lehrer des Religionsunter­richtes voraus.

* Zella, 4. Mai 1906. Der seit einer langen Reihe von Jahren auf der hiesigen Station an- gestellte Bahnbeamte Mihm wurde heute mittag zwischen 12 und 1 Uhr von der Feldabahn Überfahren und sofort getötet.

* Eisenach, 4. Mai 1906. Herr Stadtarzt Dr. Kürbs von hier wurde heute von der Strafkammer zu einer Geldstrafe von 200 Mk. verurteilt, weil er am Tage der Reichstagsstich­wahl (17. Nov. 1905) die Anordnungen der Polizei in beleidigender Weise öffentlich kritisiert hat.

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