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JV3 91

Fulda, Donnerstag den 26. April 1906.

33. Jahrgang

Zweites Hft'att.

* Zur Lehrftellenvermittelung im Handwerk.

Zu den Anforderungen, die man an eine pule Lehrstellenpermütlungsorganisation speziell t'm Handwerk stellen muß, gehört auch die, daß die Lehrstellenvermittlung nicht bloß Angebot und Nachfrage auszugleichen sucht, sondern vor allem auch die Lehrlinge unter Berücksichtigung ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten über 'die wirtschaftliche Lage und Aussichten 'der Einzelqeiverbe beraten und vor ungeeigneten Meistern bewahren soll. Dadurch soll auch vor allem dem Mißstand entgegen gearbeitet werden, daß in einzelnen Gewerben ein U eb er angebot von Ährlingen stattfindet, währeud anderen sehr aussichtsoollen Handwerken der Nachwuchs fehlt infolge der starken Neigung vieler jungen Leute, nach Entlastung aus der Schule Stellungen als Hausbnrschen, Fabrikarbeiter rc. anzunehmen, um möglichst iofort Geld zu verdienen. Eine Folge elfterer Erscheinung ist die Gefahr der Lehr­lingszüchterei, indem nämlich die Lehrlinge nicht ordentlich ausgebildet werden können, wenn die Lehrherren und unter diesen häufig noch recht unbefähigte und untüchtige, übermäßig viele Lehrlinge halten. Im zweiten Falle beziehen zwar die jungen Leute recht früh einen verhält­nismäßig hohen Lohn, dafür steigt dieser aber später auch nicht in dem Maße, wie bei anderen jungen Leuten, die sich einem aussichtsvollen Handwerksberufe zugewandt haben und hier sich durch eine süchtige Ausbildungszeit den Boden für ein gutes Fortkommen geschaffen haben.

Angesichts dieser Umstände wird die Ausgabe, den Lehttin szufluß zum Handwerk zu organi- fieren und in die rechte Bahn zu bringen, immer dringender. Eine Umfrage bei den 71 deut­schen Handwerks, und Gewerbekammern über den gegenwärtigen Stand der Organisation der Stellenvermittlung, deren Ergebniffe in dem so- eben veröffentlichten Hefte 1. Jahrgang 1906 der «Mitteilungen des deutschen Handwerks- und Ge- iverbekammertages' wiedergegeben werden, ergibt, daß diese teilweise noch in den ersten Anfängen steckt, ja zum Teil noch sehr im Argen liegt.

Nach der Umfrage bestehen in 20 Karnmer- oezirken überhaupt keine Einrichtungen für Stellen- Vermittlung; andere Kammern verneinen über- aaupt das Bedürfnis für solche Einrichtungen. Dagegen haben viele Innungen, Handwerks­kammern und eine Reihe von Kommunal-Arbeits- -achweisen, sowie gemeinnützigen Vereinen sich der Lehrstellenvermittlung angenommen.

In der Kritik der bestehenden Einrichtungen wird in den „Mitteilungen" ausgeführt, daß die Innungen im allaemeinen den Anforderungen, die an eine mustergiltige Lehrlingsvermittlung sa stellen sind, nicht entsprechen können; denn sie stehen im Jutereffe eines bestimmten Handwerks und beschränken sich wesentlich darauf, die ge­suchten Lehrlinge bezw. die gesuchten Lehrstellen zu verschaffen, ohne die ungleich wichtigere Aus­gabe zu berücksichtigen,dieeineLehrstellesuchenden Knaben bezw. deren Eltern oder Vormünder über dieses oder jenes auszuklären und zu belehren eventuell zu einem anderen Berufe zu raten, ivenn sich der Knabe für den von ihm gewählten Berus nicht eignet oder das betreffende Gewerbe überfüllt ist und wenig Aussicht bietet. Gerade in letzterer Beziehung fehlt ihnen eine genügende Uebersicht.

Auch die paritätischen Arbeitsnachweise können nicht als eine unbedingt geeignete Stelle zur Vermittlung von Lehrstellen angesehen werden. Sie besitzen ähnlich wie die Innungen selten die detaillierten eingehenden Kenntnisse von dm einzelnen Gewerben, von ihren Aussichten, An­forderungen an Vorbildung rc. Ihre Bermitt- lungsiätigkeit würde über die Registrierung und Zuweisung eines Lehrlings oder einer Lehrstelle nicht hinaus kommen.

Die Handwerkskammer selbst ist ferner ebenfalls in der Regel nicht die geeignete Trägerin der Lehrstellenvermittlung. In Verfolgung ihrer ^ufgalwn, nammtlich bei der Regelung des Lehr- lings- und Prüsungswesms, bei der Beaufsichü- flung der Lehrlinge durch die Beauftragten und vor allem auch bei der Entscheidung der Lehr­lingsstreitigkeiten kann sie in eine schwierige Lage kommen; denn hat die Handwerkskammer selbst einen Lehrling bei einem Lehrmeister in die Lehre gebracht und besteht der Lehrling z. B. seine Prüfung nicht, so kann die Handwerkskammer, die beiden Parteien, sowohl Estern wie Lehrherrn, unparteiisch gegenüberstehen soll, in eine unan­genehme Situation geraten.

Dagegen solle die Handwerkskammer daraus hinarbeiten, daß für jeden Bezirk eine möglichst unabhängige, vollkommen unparteiische Zen­trale geschaffen würbe, mit dem Zwecke, alle 'nteressirrten Kreise in einem Punkte zusammen- znführen, wodurch allein die Möglichkeit ge­schaffen werden könne, das gesammte Verhältnis von Angebot und Nachfrage in der wünschens­werten objektiven Weise zu beeinfluffen. Diese

Zentral-Lehrstellenvermittelung bedürfe besonders der Unterstützung der Innungen, gewerblicher Vereine rc., diese müßten einmal die offenen Lehrstellen dem Zentral-Nachweis mitteilen, an­derseits auch über die Befähigung und Be­rechtigung der betreffenden Lehrherren zur Lehr­lingshaltung Auskunft geben. Alsdann müßten alle in betracht kommenden Behörden, wie auch alle sonstigen Faktoren, gemeinnützigen Korpo­rationen, Vereine bereit sein, ein derartiges Unternehmen nach Kräften zu unterstützen. An den Arbeiten dieser Zentrale müßte sich vor­nehmlich die Kammer selbst in weitgehendem Maße beteiligen, dieselbe mit den ihnen zur Ver­fügung stehenden Mitteln und Wegen, Er­fahrungen und Kenntniffen unterstützen'

Als ein wichtiger Faktor für das richtige Funktionieren einer Zentralstelle kommt dann endlich die Mitarbeit der Schule in betracht; ohne eine weitgehende Unterstützung derselben muß die ganze Vermittelungstätigkeit Stückwerk bleiben. Sie muß sich nicht darauf beschränken, die abgehenden Schüler auf die Vermittelungs­einrichtungen aufmerksam zu machen, Formulare zu verteilen und wieder einzusammeln, sondern soll der Vermittelungsstelle einen Teil ihrer pä­dagogischen Aufgaben abnehmen, indem sie die Schüler möglichst schon im vorletzten Jahrgang auf die Vorteile himveist, wenn dieselben ein Handwerk ordnungsgemäß erlernen, um zunächst möglichst viele von der wirtschaftlich wie sozialen gleich verhängnisvollen Steigung, auf Kosten der Zukunft eine Stelle als jugendlicher Arbeiter anzunehmen, abzubringen.

Als geeignetes orientierendes Mittel, den Lehrern die nötigen Kenntniffe über die wirtschaft­liche Lage, Aussichten und Erfordernisse der einzelnen Gewerbe zu verschaffen, empfehlen die „Mitteilungen" eine Zusammenstellung und Er­läuterung der einzelnen Berufsarien, wie sie zuerst von dem Freiwilligen Erziehungs-Beirat für schulentlaffene Waisen zu Berlin und kürzlich auch von der Hamburger Gesellschaft zur För­derung der Künste und nützlichen Gewerbe (Patriotische Gesellschaft) in Gestalt eines Rat­gebers für die Berufswahl herausgegeben worden ist und demnächst auch vom städtischen Arbeits­amt München heransgegeben werden soll.

Die Mitteilungen" lassen die Frage, ob die Lehrstellenvermittlung selbst durch die Zentralstelle für einen ganzen großen Bezirk oder etwa wieder durch lokale Unterabteilungen geschehen soll, unbeantwortet. Ebenso die weitere, wie etwa die fmanzielle Fundierung, die den Untergrund für eine erfolgreiche Arbeit einer Zentrallstelle bilden muß, vorgenommen werden soll, ob ferner die Kommunalbehörde im Verein mit den Schul­behörden oder event. freiwillige Vereinigungen die örtliche Vorarbeit für die Arbeit der Zentral­stelle sowie auch die Lehrstellenvermittlung im engeren Kreise vornehmen sollen. Die außer­ordentliche Wichtigkeit einer guten Organisation der Lehrstellenvermittlung läßt es angebracht erscheinen, daß diese Fragen einmal in der weitesten Oeffentlichkeit eine Erörterung und einen regen Meinungsaustausch erfahren.

klg. Meine Sphinx.

Skizze von Knut v. Jul rat.

(Nachdruck nicht gestattet.)

Auf meinem Schreibtisch steht seit langen Jah­ren als Briefbeschwerer eine Sphinx. Auf weißem Sockel ruht aus matter, schwarzer, schwerer Masse der Löwenleib mit dem interessanten forschenden Frauenantlitz und der schön geformten Brust; Hinterkopf und Rücken sind unter wallendem wei­ßen Kopftuch verborgen. Fesselnde Züge hat das scharfgezeichnete Gesicht und wunderbar ist der Ausdruck des hellen Auges; eine Meisterhand hat Leben in die große Pupille gelegt, die sich aus bläulich-weißem Grunde abhebt. Es ist, als ob das ernste Auge alles beobachtet, was ringsum vorgeht.

So wett meine Kindheit-Erinnerungen reichen, hat diese Sphinx mich seltsam bewegt und beschäl- tigt; sie diente einem Oheim von mir als Brief­beschwerer und ich vergaß oft mein liebstes Spiel­zeug, um das steinerne, kalte und doch so lebendige Antlitz der „Würgerin" voll Neu- und Wißbe- gierde anzuschauen.

Ob diese Figur einen hohen Geldwert hat, weiß ich nicht; ich habe nie danach gefragt. Mir ist sie teuer und äußerst wertvoll als ein iledes Andenken an einen Verstorbenen, welchen die Welt einen Sonderling nannte, weil er es liebte, sich mit allerlei Altertümern zu umgeben, feiner Leidenschaft dafür den größten Teil seines Ver­mögens opfernd. Sein Heim war wie ein kleines Museum; jedes Möbel, jede Nippfigur, jeder Schmuckgcgenstaud hatte seine Vorgeschichte, und ich betrat die Räume stets wie ein heiliges Wan­derland.

Er kargte mir gegenüber nie mit Mitteilungen über jene Dinge, welche mich besonders interefiier- ten; nur über die Sphinx sprach er — wie mir schien — nicht gern. Auf meine direkte Frage nach der Deutung und Herkunft derselben hatte er mir einmal kurz erwidert: „Sie ist mir un­schätzbar, als Gabe von lieber Hand; die Meu­chen nennen dieses Bildwerk ein Rätsel. Eine Mischgestalt ist's — eine Würgerin. Die Griechen zwar dachten sich die Sphinx nicht mit dem Frauen­haupt, sondern als männliches Wesen mit Adler­

flügeln am Löwenleib. Meine Sphinx, die rätsel­gebende grausame Jungsrau, war aber für mich stets die Erweckerin guter zündender Gedanken."

In abgebrochenen Sätzen kam ihm das stoß- weiße über die Lippen, tourend seine Hände lieb­kosend über die Figur glitten und in seinen Augen ein feuchter Glanz lag, der von Liebe und Ent­sagung sprach.

Als der gute, alte Verwandte starb, der Son­derling mit dem Weichen Herzen und tiefen Ver­stände, ging auch die kleine Sphinx auf seinen ausdrücklichen Wunsch in meinen Besitz über; er hatte dazu vermerkt, mir müsse sie doppelt wert sein, da meine selige Mutter sie ihm in fernliegen­der Lenzzeit geschenkt. Die rätselhaften Augen sehen mich an, als wollten sie mich von dem treuen Alten, von der längst Heimgegangenen Mutter grüßen. Ich stellte den Briefbeschwerer neben mein Tintenzeug auf den Schreibtisch, wie er die langen Jahre bei ihm gestanden hatte.

Seitdem, wenn ich der Sphinx in das wunder­bar geheimnisvolle Antlitz schaue, stürmen selt­same Gedanken auf mich ein, rascher gleitet die Feder über die Weißen Blätter, und ich lerne er­kennen, daß auch mir das altägyptische Wahrzei­chen des Horus, „die bösen Gewalten in der Natur niederwerfend", zum fördernden Geist dichterischer Eingebungen wird.

So saß ich kürzlich in der Dämmerstunde an meinem Schreibtisch, in Gedanken vertieft und sinnend, wie wunderbar es doch sei, daß die älteste Handschrift des Pentateuch so allem Sturmdrang der Zeiten getrotzt hatte, daß diese Jahrtausende alte Urkunde so viele Geschlechter überdauert hatte, und in ferne entschwundene Zeitläufe trugen mich die Gedanken zurück.

Der Abend senkte sich tiefer herab; Vollmond- schein erleuchtete matt mein Zimmer, lag weiß und flimmernd auf meinem Schreibtisch und unruhiges Sternengefunkel belebte eigenartig das Antlitz meiner Sphinx.

Ich weiß nicht, wie mir da plötzlich der Ge­danke kam, wie alt wohl die Darstellung der Sphinx fein möchte? Ter Gedanke ließ mich nicht mehr los, und wie von geheimer Macht getrieben, den Blick auf meinen Briefbeschwerer gerichtet, fragte ich laut:

„Wie alt bist Du Wohl, Rätselweib?"

Da drang ein Lachen an mein Ohr; ein Lachen — unheimlich klanglos und doch auch wieder so traut; deutlich, hell und auch wieder wie aus weiter Ferne kommend. In den Augen und um die Lippen meiner Sphinx aber lag es wie freund­liches Lächeln und als ich, feltfam ergriffen, schär­fer hinsah, öffnete sie ihre Lippen und sprach:

„Komm, lasse Dir deuten, wie alt die Sphinx! — Eile mit mir zurück durch viele Jahrhunderte, zu den Ufern des alten, heiligen Nil, wo die Stadt Memphis mit,ihren stolzen Palästen, ihren be­rühmten, weißen Mauern Dich grüßt, wo mächtige Fächer- und Dumpalmen, Dattelbäume und Fei- gcnkaktus kühle Schatten über die sonneubefchiene- nen Gebäude breiten. Raste mit mir unter der Mimose dort am Paläste der Pharaonen, wo maje­stätisch der Fluß rauscht und eine palmenbewach­sene Insel lockt!

Geht Dir nicht das Herz auf, wenn Du über den grünen, eilenden Nil blickst, an dessen Ufern Landhäuser, Götten und Haine sich hinziehen und fern die felsigen Bergzüge liegen, welche das Tal von der Wüste trennen? Schau um Dich, wo auch Dein Blick hinschweisen mag, das Bild der Sphinx überall, und dort an des Schlosses Ge­simse die geflügelte Sonnenscheibe: Horus den bösen Typhon-Set bekämpfend!

Sahst Du je an der Neuzeit Bauten herrliche­res Gleichmaß als hier am Palast, wo mächtige Pylonen und zierliche Säulen aufwärts streben.

Allmählich werden Einzelheit«» aus den Er­gebnissen der letzten Volkszählrmg bekannt. Am 1. Dezember 1905 betrug die Bevölkerung des Reiches 60,605,183 Personen. Das weibliche Geschlecht überwiegt in seiner Anzahl; es waren 30,737,087 weibliche und 29,668,096 männliche Personen anwesend. Mehr als die Hälfte aller Einwohner hat daS Königreich Preußen mit 37,3 Millionen. Es folgen dann Bayern, Sachsen

und an den Galerien die mit Hieroglyphen be­deckten Obelisken emporragen?

Blicke über die breite Treppe in das Innere des Palastes, welchen auch zu Seiten schützend das Doppelbild der Sphinx schmückt; dort ruht unter purpurnem, bunidurchwirkten Baldachin die Kö­nigin, umgeben von palmentragenden ßbelfraueit, sich ergötzend am Spiel der Harfenisten. Jur Hintergründe stehen dienstbeflissen die braune» Nubier, die Kammerfrauen mit seltenen Gesäßeil, und, auf feinen Weißen Stab gestützt, den Obereu­nuch, in der stolzen Würde seines Amtes.

Wie alt ich bin?--Wohl mehr denn vierzig

Jahrhundette eilten vorbei, seit die Pyramiden von Gizeh dort drüben erbaut wurden, unb die große Sphinx bei dem Tempel der Pyramide dL Chephren mag Dir von meinem Alter berichten.

Und doch — die Jahttausende sind gleich einem Tage, und die Leidenschaften, welche heute noch die Menschheit bewegen, erfüllten schon damals die Völker der Erde: Krieg und Kriegsgeschrei» Jagd nach Geld und Gut und — die Liebe.

Siehst Du im Garten dort das Landhaus? Aus dem flachen Dache sind Teppiche ausgebreitet, deren prächtige babylonifche Arbeit den Reichtum des Besitzers kündet; unten in der Laube aber, too üppige Schlinggewächse dunkle Schatten brei­ten, schweigt in Glück versunken ein Liebespaar und ernste Sykomoren verbergen traulich das Plätzchen! Das alte unauSgefungene Lied bcr Liebe, der ewige Magnet im Menschenherzen — ohne Anfang — ohne Eside!

Drüben im dunklen Palmenwald, dem heiligen Hain der Astarte — steht ein Tempel, der Göttin der Liebe gewechf, dicht neben den gigantischen Königsgräbern und dem großen Tempel des Ptah; Liebe, Gottheit und Tod, Seite an Seite!" Aelter, viel älter, als die älteste Handschrift des Pentateuch ist die Sphinx; sie sah schon das eite Reich und die Pharaonen der vierten Dy­nastie, und doch so flüchtig eilte die Zeil im rast­losen Kreislauf der Erde! Geschlechter kamen und gingen, nicht eines überdauerte die Zeit, und nur was sie schufen, zeugt von ihrem gefftigen Be­stehen, aber — die Sphinxer siehst Du heute noch tote einst."

„Und bist Du nicht müde zu leben?" rang es sich mir als zweite, bangforschende Frage von den Lippen; und leise, wie fernhin verhallend, traf es mein Ohr:

„Ich lebe nicht, ich bin!"

--Leises Pochen an meiner Tür — und auf schleichenden Sohlen brachte man mir die ent­zündete Studierlampe.

Vorbei war der Zauber. Stumm, ruhig lag meine Shinx, das Helle Auge fest auf mich ge­richtet, geschlossen der fchöngeformte Mund.

Aber seit jener Stunde sehe ich wachend und träumend das alte Wunderland Aegypten vor meinem geistigen Auge erstehen, und ein heiliger Schauer über die Größe und Schönheit längst ent­schwundener, glanzvoller Vorzeit erfüllt mir das Herz.

Ich begreife nun, warum mich schon als Kind diese Figur so seltsam bewegte; ihr rätselhaftes Antlitz weitet mir den Blick und lehrt mich das Uebertoältigenbe verschwundener Glanzzeitläufe verstehen.

Die Sphinx mit ihrem kurzen: „Ich lebe nicht, ich bin!" beweist mir, daß alles vergänglich ist, was lebt, und nur das Bestand hat, was ist."

Und — was ist von Bestand, was ewig, unver­änderlich, von Anfang her durch alle Zeiten, ohne Ende?

Nur der Eine, Allgewaltige, Ewige Jehova, der da spricht: Ich bin das absolute Sein; Ich bin Ich.

und Württemberg; die kleinste Großstadt des Reiches ist Wiesbaden mit 100,955 Einwohnern. 18.97 vom Hundert der Reichsbevölkerung wohnen m den 41 Großstädten. Seit dem Jahre 1871 hat sich die Einwohnerzahl des Reiches um 47.61 vom Hundert vermehrt. Deuffchlands Bevölkerung wird nur von Rußland und den Bereinigte» Staaten übertroffen.

Zi/r 7905?

Die Berö/lerung des deutschen Deichs betrug am 1 Dezember 1905 SO60518?ferg-.

Sachsen An Württemberg KäB

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Preussen Bayern

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