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erfd'dnttäglid’, mit Kusuabme ter Sona- nnc : eie tnce. Viertel» ha». vezugLpreir elre vrinaerlokn und Celießgelö in SK13a und auswärts IHt 50 Pfg-

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Rotationsdruck u. Verlag 6er «uldaer 2k» tiendrn-terei tn Hulda. Sentiprc !>er Br. 0.

Fulda, Donnerstag, den 12. April 1lM6.

85.

33. Jahrgan i.

Krstes Wkcrlt.

SM- Wege» des hl. Karfreitag wird die nächste Nummer unserer Zeitung erst am Samstag ausgegebcn. ___

Sursum corda!

„Wer leugnet's! jedem edlen Ohr Kommt das Geklingel widrig vor. Und das verfluchte Bimm-Baum-Bimmcl Umnebelnd heitern Abendhimniel, Mischt sich in jegliches Begebnis Vom ersten Bad bis 311m Begräbnis, Als wäre zwischen Simm und Baum Das Leben ein verscholl'ncr Traum",

so läßt Mephisto seine Gefühle laut werden, als ihm der Ton des Glöcklcins von der Kapelle von Philemon und Vaucts ums Ohr tönt.

Wer mag sie zählen jene Mephistophclesse der Gegenwart, bei denen der Klang der Osterglocke» dieselben Gefühle auslöst? Ihre Zahl ist Legton.

Kein Wunder bei dem stark materialistischen Zug, der durch unsere Zeit gehtl Wer ferne Lebenswechsel nur gezogen hat auf die kurze Spanne Zeit irdischen Daseins und dessen Genüsse, dem wird die Erinnerung an eine Auferstehung recht unangenehme rind unerquickliche Stim­mungen wachrufen, die sich steigern bis zum flam- nrendcn Haß.

Und es sind nicht etwa nur Vertreter und An­gehörige der Klasse von „Bildung und Besitz", die auf den Altären einer materialistischen Dies- seitSauffasiung opfern. Tie Sozialdemokratie macht es nicht anders. Dabei versichert sie noch ihren köhlerglänbigen Nachläufern, daß nur mit dem Diesseits-Evangelium des Materialismus die Arbeiterklasse ihre „Auferstehung feiern" kann.

Gewiß soll die Arbeiterklasse ihre „Aufer­stehung feiern", aber so gewiß sie das soll, so gewiß wird sie das nicht unter den Fahnen des Malcrilis- mus. Dazu bedarf es ganz anderer moralischer Triebkräfte, als sic der Materialismus mit feiner trostlosen Wertung des Menschenlebens geben kann. Dazu bedarf es eines unversiegbaren Idea­lismus, der sich frei von allern selbstsüchtigen Stre­ben in den Dienst des Fortschritts des Ganzen stellt, und ein solcher Idealismus ist nur dort zu finden, wo das Leben und Kämpfen betrachtet wird „sub specie aeternitatis", d. h. von dem er­habenen Standpunkt des Jenseits aus. Für einen solchen Standpunkt aber ist das unersetzliche Fnn- dament die tatsächliche Auferstehung des Einen von den Toten, als des positiven Beweises, daß wen der Mensch zu Anderem, Höherem becuscn ist. als in dem Stoff der Welt spurlos unterzn-

gehen.

Darum Sursum corda! Empor die Herzen! Aus den Niederungen des Diesseits zu der Alpen- Höhe des Jenseits, zu der Ostcrbotschast des Christentums!

Aber dieses Sursum corda! muß nicht minder zugerufcn werden den besitzenden Klassen. Auch sie sind zu einem großen Prozentsatz versunken in einer nichts weniger als nach christlichem Idealis­mus .aussehenden Weltanschauung. Wo ist die lebendige Triebkraft, mit welcher einst das Christentum fast im Sturmschritt die Welt erobert hat? Siebt es nicht ans, als ob das, was heute weite Kreise ihr Christentum und ihre Religion nennen, eben nur eine überkommene Gewohnheit

ist, die in das Innerste des Menschen nicht hin- uuterreicht und darum den Menschen in der Brunnenstnbe seines Wollens gar nicht packt, eine Gewobnbeit ohne allen tieferen Kern, vorab ohne

alles tiefere Verständnis der großen sozialen Fo

derungen des Christentums: Liebe und Gerech­tigkeit!

Von allen Seiten ertönen Klagen über Herzens­verhärtung durch einen zügellosen Manimonis- mus, durch eine Nimmersatte und nie zu sättigende Erwcrbsgier, durch jenen Krämergeist, der alles höhere Leben und Streben im Menschen ertötet und dessen Lebensinhalt Zahlen und Summen sind. Wahrlich, aus dem Felsen solcher Selbsr- verhärtnng fließt kein Ouell sozialen Verständ- nifscs und sozialen Arbeitens.

Wer wollte behaupten, daß dort, wo daS Christenft,m mit seinem Auscrstehungsglaubeii lebendig wäre, eine solche Verflachung, eine solche Verkennung dec eigentlichen Lebensbeslimmung des Menschen möglich wäre?

Sursum corda! Heraus aus diesem platten Materialismus — das ist der Ruf der Oster­glocken auch für diese Kreise.

Oder womit sonst vermeinen sie die drohend ansteigende (Sturmflut gewaltsamer sozialer Um­wälzungen beschwören ztt können? Wer seinerseits das Leben lediglich vom materialistischen Stand- punkte aus, nur unter dem Gesichtspunkte des Genießens betrachtet, kann doch nichts dagegen haben, wenn andere demselben Götzen opfern, und muß es mit in Kauf nehmen, wenn die Konse­quenzen, die andere aus seiner Lebensaufsasfuug ziehen, ihm unbequem werden.

Sursum corda! läuten die Osterglocken über die Lande. Tod und Sünde sind überwunden in der Auferstehung Christi von den Toten und bannt dem Menschen die Gewähr geworden, daß auch er berufen ist nicht zum Tod und zur Verwesung, sondern zu ewigem Leben.

Das allein ist imstande, in den Menschcnherzcn jenen hochgemuten Sinn zu entfalten, der frei von niederer Selbst- und Genußsucht, an der Verwtrk- lichung der großen Frohbotschaft des Christentums im sozialen Leben der Menschheit arbeitet.

Das ist die gewaltige Bedeutung der Auf­erstehung Christi, die keiner so erfaßt und so scharf ausgesprochen hat, wie Paulus, der Völker- opostel: „Wenn Christus nicht auferftanben, daun ist eitel unser Glaube." Ter das sprach, war - man soll das nie vergessen! — em ehemaliger leidenschaftlicher, fanatischer Gegner des Gekreu­zigten, ober die unleugbare Wirklichkeit hat ihn I zur Anerkennung gezwungen und dann icw' \ Spannkräfte in ihm ausgelöst, daß die frohe । Botschaft von Land zu Land, von Volk zu Vock j getragen hat. Da sieht man, wie der lebendige Ienseitsgedcmke so west davon entfernt ist, bic Tatkraft des Mcnsckum zu lähmen, daß er sic viel­mehr zu den höchsten Anstrengungen anjporni, während umoekchrt dort, wo man die Ostei bol- schaft des Christentums nicht kennt und nickt poren will, die Gesellschaft plattestem Materialismus, genußsüchtiger Trägheit und einer Verarmung an allen besseren Idealen anheimfällt. Darum:

Sursum corda!

Deutsches Reich.

Berlin, den 10 April 1906.

** Das Gerücht belr. das Cnknssmrgs-Ge­such des Herrn v. Holstein erhall sich mit bemerkenswerrer Hailnöckigkeit. Die ,9L G K.' meldet dazu: „Dcr Vortragende Rat im Aus­wärtigen Auite, v. Holstein, hat gleichzeitig mit seinem vor etwa 10 Tagen beim Reichskanz­ler vorgebrachten Entlaffungs-Geiuch Urlaub auf unbestimmte Zeit bis zur Erldiaung des Gesuches erbeten. Der Urlaub ist bewilligt. Die Erledi­gung des Gesuches dürfte sich infolge der Erkran­kung des Fürsten Bülow noch einige Zeit hin- ziehen, bis derReichskan'ler dem K stier m dieser Angelegenheit Vertrag gehalten haben wird.

AusersteHrrng.

Roman von Felix N a b o r.

44] (Nachdruck verboten.)

Maria Felice hatte sich eine Erkältung zuge­zogen und lag nun in heftigem Fieber. Gabriel saß an ihrem Lager und hielt ihre heiße Hand zwischen seinen Fingern und trocknete den Schweiß von ihrer Stirne.

Und während sie unverständliche Worte vor sich hinflüsterte, betrachtete Gabriel ihr abgezehrtes Gesicht und die roten Todcsroseir auf ihren Wangen — der Arzt konnte hier nicht mehr helfen, nur ein Wunder vermochte Maria Felice zu retten.

Und am Tobbette des geliebten Mädchens er­neuerte er sein Gelübde: „Herr, nimm mein Leben für das ihre! Und wenn es Dir zu gering scheint, so nimm mich wenigstens auf in Deinen Dienst: ich will Priester werden!"

Das war sein felsenfester Entschluß: allem Irdischen zu entfagen und sich ganz dem Dienste Gottes zu weihen.

Er batte gefehlt, hatte die heilige Kirche an­gegriffen und beschimpft: es schien ihm daher nicht mehr als billig, daß er hiefür Buße tat und gut machte, was er gefehlt hatte. Tiefer Entschluß erschien ihm so natürlich und selbstverständlich, daß er ihn als den Ausfluß seiner Reue, als die Krone seiner Bekehrung betrachtete.

Der Wunsch seiner Eltern sollte erfüllt werden: nach langer Irrfahrt batte er den ruhigen Hasen gefunden, wo ihm Glück und Frieden winkten. Ter Traum seiner frühesten Kindheit sollte in Erfüllung gehen: er würde am Altäre stehen, das heilige Meßopfer darbrinoen und die heilige Hostie emporbeben . . . Wie mußten da seine Eltern von der Höhe des Himmels herab sich freuen, wie der Himmel selber jubeln über den Sünder, der sich bekehrt hatte und Buße tat!

Mit welcher Freude wollte er seines heiligen Amtes walten! Ganz anfgchcn wollte er in seinem Berufe, ganz zerfließen vor Glück und Freude. Wie wollte er sich der Armen, der Elenden, der Verstockten annehinen! Er wollte ein Franziskus für die Arnien, cm Johannes für alle fein! Ein Apostel dcr Liebe wollte er werden wie Johannes; feilt einziger Wunsch, alle seine Gedanken, feder Schlag feines Herzens tönte in dem einen Rufe aus: ich will Priester werden! —

Sobald Maria Felice aus ihren Fieberphanta­sien erwachte, begehrte sie zu den Bädern der Grotte gebracht zu werden. Gabriel sah die Unmöglich­keit ihres Verlangens ein, aber er ging trotzdem, um die Piszinen zu besichtigen und zu fragen, zu welcher Zeit die Kranke am besten dorthin gebracht werden könne.

Auf der Treppe traf er den Arzt, der i()m ver­sicherte, daß cs jetzt unmöglich sei, Maria Felice in das Bad zu bringen. Trotzdem ging Gabriel hin, um ihr nach seiner Rückkehr erzählen zu kön­nen, was er gesehen hatte.

Die Piszinen lagen an einem weiten Platze mit schattigen Bäumen, der durch starke Taue abge­grenzt und ganz mit Kranken bedeckt war, welche sehnsüchtig darauf warteten, in bst Babezellei ge bracht zu werden. Hunderte Gebete stiegen empor und taufend Seufzer und Schmerzensschreie misch­ten fick darein.

Nicht weit von den Bade'ellen für bic Frauen erblickte Gabriel den Doktor Duzois, der eben einer an der Auszehrung leidenden Dame einen kräfti­gen Trunk reichte. Sie lag in einem eleganten Wagen mit schneeweißen Kissen, ganz von Spitzen eingehnllt; aber ihr schönes Gesicht war noch blasser als die Seide und ihre wachsgelben Hände tagen miibc und kraftlos auf der seidenen Decke. Da sie die Augen geschlossen hatte, glaubte man eine Tote vor sich zu sehen.

Der Arzt tarn auf Gabriel zu und drückte ihm

Tie /Berliner

der neuen Stellen, wie in den fchmebendeir lol»

Mittelpunkt der öffentlichen Erörterungen ge­standen haben, z. B. von' Stahlwerlsverband und vom Kohleittyndikat. Gleichwohl läßt sich ein weitgehendes Bestreben, sich der Auskun'ts- erteilung zu entstehen, nicht verkennen, eir Be­streben, das sich in einzelnen Fällen bis zu den, Anträge steigerte, selbst von der Erwähnung der Existenz des Kartells in der für den Reichstag bestimmten Denkschrift Abstand zu nehmen. Zwanzig Verbände haben trotz wiederholter Mahnung die Fragebogen überhaupt nicht beant­wortet. Der Rerchsverwaltiing, welche die Kartelt- bewegung feit Zähren mit Aufmerksamkeit ver­folgt' und sich mit der Tätigkeit der einzelnen Verbände nach Möglichkeit zu informieren be­strebt ist, sind daher wie die ,N. P. Kck mit­teilt, Zweitel ausgestoßen, ob die ihr zustebenden Befugnisse ausreichend sind, den wünschenswerten Einblick in das Entstehen, die Organisation und Wirksamkeit der einzelnen Vereinigungen zu ge­winnen. Nach der gegenwärtigen La re der Gesetz­gebung ist die Erteilung einer Auskunft durchaus freiwillig und im Ermeffen des betreffenden Ver­bandes liegend.

* Der intereffantefie Teil der Begründung der Nebenbahnvorlage rst zw rsellos her Ab­schnitt, der sich auf die Forderung von hundert Millionen Mark zur Vermehruug der Betriebs- nutiel der im Betriebe befindlichen Bahnlinien

gleich nach Wiederbeginn der Reichslagssitznng die Regierung zu einer volksivirtschaftlich rich- tiaeren Ausübung der durch das Gesetz vom 12. Februar 1906 ihr erteilten Vollmacht zu veranlassen.

* Der in den Aunalen der deutschen Sozialdemokratie bisher unerhörte Fall, daß die Partei in einem Wahlkreis, in welchem sie bei der vorhergehenden Wahl Tausende von Stimmen erhalten hat, hei der nächsten Wahl die Flinte ins Korn wirst und Wahlenthaltung proklamier, hat sich jetzt in Beruhen ereignet, wo infolge der Mandatsniederlegung des zu den Polen übergegangenen früheren Zentrumeabge- ordue'.en Krolik eine Nachwahl vorzunehmen ist. Ilm die ganze Bedeutung dieses Eingeständnisses der Schwäche voll würdigen zu können, muß an sich vergegenwärtigen, daß in dem Wahlkreise Beuthen bei der letzten Wahl über l'>000 Stimmen

Neber die Besetzung dcr Stellen des i neuen Reichs»

malen Personalfragen keinerlei Entscheidung ge­troffen werden. Ueberhanpt seien auch sür die einzelnen Posten bestimmt? Persönlichkeiten noch nicht in Aussicht genommen. Das letztere ist wohl nur cum grano salis zu verstehen.

Neue Maßnahmen zur Hebung der In­lands-Getreidepreise verlangt d>e ,Deut'che Tageszeitung'. Dos Blatt weist nach, daß eine Wirkung der Zollerhohung, sowohl beim Weizen wie beim Roggen gänzlich ausgeblieben ist. Die Schuld daran legt es der Negierung zur Last, die durch ihre Verwaltungsmaßreoeln einen künstlichen Preisdruck veranlasse. Einmal da­durch, daß sie es versäumt habe, für rechtzeitige Maßregeln gegen den überflüssigen Spekulations- Import fremden Getreides vor dem Znkrasttr.ten der neuen Zölle Sorge »u tragen. , Weiterhin durch eine falsche Anwendung des Gesetzes vom 12. Februar 1906, durch welches der Bundesrat bevollmächtigt wurde, für die Dauer eines Jahres die Aussuhroergütung nicht in der Höhe der neuen Zölle, sondern nur zum Betrage der alten Zollsätze nuszuserligen. Das fei vom 1. März ab geschehen, aber die Bestimmung gelte auch für das Jnlandsoetreide, rind in der Auf­rechterhaltung dieser Bestimmn g liege ein Teil der Unadjen für die heute täglich zunehmende Preisdepression. Die .Deutsche Tageszeitung^ verlangt nun, daß dem Jnlandsgetreide gegen llr'prungsnachweis die früher bestandene, bei den jetzigen Preisverschiebungen aber nicht mehr vor­handene Expoitmöglichtest dadurch wieder zu geben, daß man ihm die Exportvcrgütung in der Höhe der neuen Zölle einräumt. Tie Schädigung,

Millionen Mark. Ter Fuhrpa-k setzt sich zu­sammen aus 14 800 Lokomotiven, 274 0 Per­sonenwagen, 7200 Gepäckwagen und 310 600 Güterwagen. Die Vermehrung in dem zehn­jährigen Zeitraum beläuft sich auf 3900 Loko­motiven, 8000 Personenwagen, 2400 Gepäck­wagen und 85000 Güterwagen. Werl bekannt­lich der Betriebsmittelpark zur Bewältigung des Verkehrs im vorigen Herbst nicht ausreichie, ist eine außerordentliche Vermehrung der Betriebs­mittel erforderlich geworden. Von dem zu diesem Zwecke in der Nebenbahiivorlacie angeiorbeiteu Kredit von 100 Millionen Mark sollen 60

die in der oben gekennzeichneten Verwaltungs­maßregel liege, braucht die deutsche Landwirt- s scha't nicht ruhig hinzunehmen. Es fei eine dankenswerte Ausgabe der Volksvertreter, so-

Zahl der beschafften Wagen in diesem Zeitraum von 958 atif 1676, und bei den Gepäck- und Güterwagen von 9400 auf rund lOnOO. In diesen 16 Jahren sind im ganzen 960 Millionen Mark für Beschaffung von Betriebsmitteln vec-! wendet gegenüber einem Werte des Betriebs-; mittelparts am 31. März 1*105 von 1884

bezieht. Er enthält eine sebr übersichtliche^und lehrreiche Darstellung bet Entwickelung des Fuhr­parks unserer Staatsbahnen von 189a bis 1904. 1895 wurden im ganzen beschafft 439, 1904 878 | Lokomotiven. Bei den Personenwagen flieg die i

* Z» der Eröffnung der Ausstellung in 1 . . _

Mailand wird sich der Staatssekretär Graf Poia- Unterstaatssekretärs im dswsky begeben, wenn er nicht durch die Er- folonialamt, des TirigentenderPerfonalai>te>lung franfung des Reichskanzlers in Berlin zurückge- dieses Amtes, wie auch über den Wechsel int halten wird. In diesem Falle wird sich wahr- Gouvernemenl von Kamerun waren in der Presse scheinlich der KuUu-minister Dr. Etudt nach verschiedene Angaben gemacht. Tie ,Berliner Mailand begeben. Die deutsche Abteilung wird j Börjen-Zeftung' beiog sich für ihre Angaben auf mit Bestimmtheit zu Beginn der Ausstellung vol-; die ,Vordd. Allg. Zig.'. Diele letztere steltte fest, lendet lein. Einladungen zur Ausstellung hat. daß sie die betreffenden Mitleilungen nicht g<£ die Stadt Mailand auch an die Oberbürg^- bracht habe, und fügt hinzu, daß sie inhaltlich meister non Berlin, Dresden und anderer deutscher ! falsch fei n. Bevor nicht der Etat des 9>eichS- Großftädle ergehen lasten. s kolonialamts vom Reichstage in buller Lesung

« <*,o rc, < -- s.— ■ c>enehmigt fein werde, könne über die Besetzung

% Als ein Ergebnis der Kartellumfrage.■ ” - ......

kann wohl festgestellt werden, daß fick die große Mehrzahl der Verbände zur Erteilung eingehender Auskunft bereit gesunden hat. Im besonderen gilt dies von den großen Verbänden, die im

Millionen Mark 1906 und 40 Millonen Maik 1907 verwendet werden.

für die Sozialdemokratie abgegeben sind. Vielleicht schreckt die Beuthener „Genossen" das Nesuliat

die Hand. „Nun, Sic Zweifler", tagte er lächelnd, „glauben Sic immer noch nicht an Lourdes?"

„Ich glaube", sagte Gabriel ernst, „ich habe mit eigenen Augen eine wunderbare .Heilung ge­sehen. Haben Sie auch in den Piszinen Heilungen zu verzeichnen?"

„Einige leichtere Fälle", erwiderte der Arzt. „Wir sind aber sehr vorsichtig und notieren nur solche Fälle, die stich ganz sicher beweisen lassen."

Tie kranke Tarne fing in diesem Augenblicke an, furchtbar zu husten, ihr ganzer Körper wand sich in Schmerzen: sogleich eilte eine Krankenschwe­ster hinzu, nahm sie in die Arme und richtete sie auf. <

„Wer ist die Dame?" fragte Gabriel.

Es ist eine Gräfin aus Paris, eine sehr fromme Dame, die viel Unglück in der Familie hatte. Das Mädchen an ihrer Seite ist ihre Tochter, ein Kind von vierzehn Jahren, ein Engel an Unschuld und Reinheit. Wenn ihr die Mutter stirbt, fo steht sie allein und verkästen in der Welt. Sehen Sie, wie innig und fromm dieses Kind für feine Mut­ter betet."

In der Tat kniete ein engelhaft schönes Mäd­chen mit langen, blonden Haaren neben dem Wa­gen, ganz in Gebet verfunten.

Der Amt führte Gabriel zu den Piszinen, wo eben das Wasser erneuert wurde. Durch eine eiserne Röhre wurde das Wasser der Grotte in die Badezeitcn geleitet. An dem Rohre waren fünf­zehn Hähne angebracht, von denen die Pilger trin­ken und ihre mitgcbrachten Flaschen fußen konnten.

„Ist es nickt merkwürdig, wieviel Wasser der Grotte entströmt, die vordem keinen Tropfen Wasser hatte?" fragte der Arzt.

„Es ist wunderbar", fagte Gabriel. „Schon dieser Umstand allein sollte die Zweifler über­zeugen."

„Tie Quelle liefert täglich 120 000 Liter Was­ser", sagte der Arzt. „Und nun will ich Sie zu den Piszinen führen."

Sie gingen durch das Gedränge und Gabriel sah, wie die Röhren mit dem wunderbaren Wasser dickt belagert waren. Frauen in Banerntracht füllten große Flaschen und fteinerne Krüge nut dem heilbringenden Wasser von Lourdes: eine alte Tarne mit schneeweißen Haaren toufjb sich damit die Singen; andere gossen es über Hände und Gesicht und beteten dazu eine Litanei; wieder andere lagen auf den Knien, leerten langsam die bereitstehenden Becher und beteten den Rosen­kranz . . .

Durch einen mit einem Vorhänge at»geschlosse- nen Eingang traten sie in einen mit Steinplatten belegten Vorfacst, in dem sich die Kranken ent«, kleideten und warteten, bis die Reihe an sie kam. Einige Hospitaliter waren ihnen dabei behilflich. Ter Arzt verneigte sich vor einem derselben und dieser erwiderte ernst den Gruß. „Es ist eit - Graf ans Tonlose", sagte der Arzt leise. „Er lammt jeden Sommer ein paar Wochen hierher, urt den Kranken diesen Liebesdienst zu erweisen, weil er vor fünf Jahren in Lourdes von einem Gehirn- leiden geheilt wurde."

„Welcher Heroismus I" rief Gabriel. „Ich glaubte, die Liebe wäre ausgestorben in der falten, selbstsüchtigen Welt."

„O, mein Herr", sagte der Arzt, „nein, nein — die christliche Liebe stirbt niemals aus. Man sagt soviel Schlechtes über Paris — und e‘i ist offenbar viel Wahres daran. Aber wieviel 9, ü b« stenliebe wohnt auch dicht daneben? Sehen ■ 5'lt, wir haben jedes Jahr gegen zwanzig Tarnen der höchsten Aristokratie von Paris hier, welche sich als Krankenwärteriunen uns wochenlang zur Vcr> fügnng stellen. Aber davon erfährt die Welt nichts' Und jener Hospitaliter dort, der den armen Krüppel entkleidet, das ist ein Marquis, der cm fürstliches Vermögen und ein prächtiges Hotel in Paris besitzt."

(Fortsetzung folgt.)