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Lotati onrdruck «. Verlag der 5nldaer Sr» tiendrutterei In «inlda. Fernsprecher Nr. 9.

JW 80.

Fulda, Freitaa, den 6. April 1906.

33. Jahrgang.

Irveites Wl'att.

Kl. C. AliailistimsbrSttdiiilgk» >tr HnnLiverKsgeselltA int Mirlkürr.

Von L. Gert.

(Nachdruck nicht gestattet.)

Arbeiterorganisationen so wie sie heut« be» sieben, sind zwar mehr ober roeniper ein Er­gebnis der neuzeitlichen Entwicklung, aber bereits im Mittelalter treten uns Vereinigungen von Arbeitnehmern im Handwerke entgegen, die, was die Ziele und M ttel zur Erreichung derselben anbetrifft, große Aehnlichkeit mit den modernen gewerkschaftlichen Arbeiterverbänden haben.

Als das Handwerk innerhalb der Städte an Umfang gewann, als im 15. Jahrhundert der Bevölkerungszuwachs in den Städten sich immer mehr bemerkbar machte, ja sogar eine Heber» völkerung eintrat, da kam immer stärker daS Organisationsbedürfnis bei den Handwerks­gesellen zum Vorschein. Die Zahl der Gesellen mehrte sich, obgleich in vielen Fällen die der Meisterstellen nicht erhöht wurde. ES setzte eine Emjchräukung der Aussicht auf Selbständigkeit ein, die sich noch vergrößerte, alS der Eigennutz die SWeifter zu einer Bevorzugung ihrer Söhne und Töchter trieb. „Stolz geworden, gönnten die Meister den Knechten keine Teilnahme mehr an ihren geielligen Unterhaltungen, wollten aber auch nicht zugeben, daß die Knechte für sich die geselligen Freuden genössen." Rach und nach waren die Handwerker in den Besitz des Stadt- regiments gekommen und bei Klagen der Knechte lag dann meistens die Entscheidung beim ge­wählte» Zunslmelster. Durch diese verschiedenen Gegensätze, durch die von den Handwerksmeistern selbst gewste Intereflenharmonie wurde der Ge­danke des Zusammenschlusses geweckt, der dann durch außerwirtschastliche Momente, wieDr. Schanz in seinem Werke zur Geschichte der deutschen GeseUenverbände nachweist, noch besondere Förde­rung erhielt.

Im 14. und 15. Jahrhundert Beginnt nun der Organisationsgedanke immer mehr Fuß zu saffen. Aus den geistlichen Bruderschaften, die in der Hauptsache religiöse Zwecke verfolgten, und neben ihnen her entstehen Grselleuverbände, die mit Energie den Machtgelüsten der Zünfte rntgegentreten. Mit der Zunahme der Stärke lieier Gefellenoramsalionen beginnen sie Einfluß gewinnen zu suchen auf die Regelung der Arbeits­bedingungen. „Sie verwahren sich nicht nur gegen Lohnverkürzungen, sei es, daß dieselben drrrch das Ralmalsystem, wie bei den Webern in Speier, oder durch Wegfall von Feiertagen, wie bei den Kürschnern in Straßburg (16. Jahr- gangt, oder durch sonst ein Mittel herb«ige>ührt werden sollten", sonder» suchen auch Lohn­erhöhungen z» erreichen. So die „Müllerknechte in Basel, welche im Jahre 1400 die Bäcker zwingen wollten, sie besser zu lohnen, ferner die Tuchknappen in Schweidnitz, welche höheren Arbeitslohn verlangt hatten und deshalb 1452 vom Rate auf Betreiben der Meister harte Maß- reaekn und Beschränkungen in ihren genossen» schaftlrchen Rechten erfahren haben, endlich die Spetter Weberknechte, bte schon tm 14. Jahr­hundert mehrmalige Lohnerhöhungen durchsetzten." Rede« dem Einfluß auf tue Lohnregulrerung suchten die Geselle« auch suchen ach die Be­stimmung der Arbeitszett zn gewinne«. Wenn sie auch nicht eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit onftrebtrn, so forderten sie doch, „daß der Lohnabzug für einen Tag Müßiggang zum ganze» Lohn in einem richtigen L e hältms stehe, so daß der Einzelne, ohne den ganzen Lohn zu verlieren, alle 14 Tage ins Bad gehen könne. Dieses Streben nach Abkürzung der Wochenarbeit war lein unberechtigtes, wenn man erwägt, daß die tägliche Arbeitszeit damals eint verhältnis­mäßig sehr lange gewesen zu sein scheint, daß das Bedürfnis des Badens Bis zum dreißig­jährigen Kriege ein ganz allgemeines war, daß die (SeieUen ihre genoffenichastlichen Zu­sammenkünste an Feiertage» nicht abhalten durften, also einen Werktag gewinnen mußten." Schließlich sahen die Gesellenverbände eine ihre weitere» Ausgaben in der Erstrebung einer Milderung der Strafe bei Konlraktbruch, der in der ältesten Zeit ArbeitZvettuft bezw. Verlust der Möglichkeit, Arbeit zu erhalten, nach sich zog. Sieben diesem Wirken der Gesellenverbände auf rem gewerkschaftlichem Gebiete erstreckte sich ihre Tätigkeit auch auf die Erlangung eines geroiffen Einflusses auf die Verwaltung der Zünfte. Sie suchte« Vertretung sowohl in der Zunfwerwal- tung, wie im gewerblichen Gerichte zu erlangen. Uno das gelang ihnen auch sehr oft Große Aufmerksamkeit wenden die Gesellenverbände auch dem Lehrlingswesen zu und verlangten, daß der Lehrling nicht nur von dem Meister freigesprochen würde, sondern sich feierlich von der Gesellschaft als volljähriges Glied ihrer Gemeinschaft auf- nehmen lasse. Hier kommt deutlich die dem Ge­sellenstande eigene Standesehre zum Ausdruck, die namentlich in der Zeii des Anwachsens der Macht der Gesellenverbände eine von der Meisterstands- ehre verschiedene gewesen zu sein scheint, da die

Kluft zwischen Meister und Geselle sich mit der zunehmenden Verengung der Aussicht auf Selb- ständigkeit erweiterte. Nicht geringes Jntereffe wandten die GeseUenverbände auch der Arbeits- vermittelung zu, die sie nach und nach in ihre alleinige Verwaltung zu bringen suchten. Freilich hatten die Gesellenverbände nur kurze Zeit auf der Höhe ihres Erfolges sich halten können, da sie ihren Mitgliedern eine wirtschaftliche Selb- ständigkett nicht geben konnten und verheiratete Gesellen von den Meistern nicht gern gesehen wurden, da das Streben der letzteren war, den Lohn ziemlich niedrig zu halten und denselben zum Teil in Form von Miete ihrer Häuser, die sie den Gesellen eimäumten, und zum Teil in Kost darreichten. Auch die GeseUenskbaft er­nannte , daß ein verheirateter Gesellenstand ihrer Sache bei dem bestehenden lieberem« gebot von Gesellen schade. Allmählich riffen in die bestehenden Gesellenverbände, gefördert durch innere und äußere Ursache, Miß­bräuche ein, die immer unerträglicher wurden. Mit Recht sagt Böhmert (Beiträge zur Zunft» geschichte): „Die Geschichte der Zunft war im 18. Jahrhundert eine Geschichte von Gesellenauf­ständen". 1731 kam em Reichsgesetz zustande, welches zum Teil die Zunftauswüchse beseitigte und die Gesellenverbände beschränkte. Mit der Auflösung der Zünfte verloren die Gesellschaften im alten Sinn ihre Existenzberechtigung. Der FreiheitSgedanke drang auch in ihre Reihen und man kann es verstehen, wenn Dr. Schanz 1877 schrieb: „Die Gesellen, oder, wie sie sich jetzt zu nennen belieben, die Gehilfen haben als solche kein Bedürfnis nach einer spezifischen Korporation, da ihnen, um sich frei zu bewegen, keine Schranke gesetzt ist."

Nur zu bald hat sich aber auch für den modernen Gesellenstand nicht eine, nein, eine Anzahl von Schranken bemerkbar gemacht, die ihn, genau wie im Mittelalter, zwmgt, sich zu sammeln, zu organisieren, die alte Form der Ge­sellenverbände auf moderner Basis zu verjüngen und damit auch den gesamten Handwerkerstand in neue Bahnen zu drängen.

• Vas „katholische" Frankreich un­feine ZelbstmoröstatiM.

Die hohe Selbstmordfrequenz Frankreichs spielt nicht bloß in der gewöhnlichen Polemik eine Rolle zur Belastung des SchukdkontoS des Katholizismus. Auch in wiffenschastliche Werke verirrt sich diele Phrase von dem „katholischen Frankreich", als ob das Volk jenseits der v!o- gesen aus lauter überzeugungstreuen Katholiken bestände, die ihr Leben streng »ach den Lehren der katholischen Kirche einrichten, also für alles, was dort geschieht, der Katholizismus zur Ver­antwortung gezogen werden dürfe und könne.

Da ist es nicht uninteressant zu erfaßten, wie schon vor geraumer Zeit der verstorbene prote­stantische Moralstatistiker Dettingen die Selbst­moldziffer Frankreichs aus ganz anderen Gründen erklärt und schon 1882 eine rapide Zunahme derselben vorausgesagt hak.

Er schrieb damals:

„Man braucht in Frankreich nur konsequent fortzumachen im Sinne des Paul Bertschen Regimes, ,daß die Religion allüberall der Sittlichkeit störend in den Weg trete-, und man wird in wenigen Jahren erleben, wie die von der Religion emanzipierte Volksschule eine selbstmörderische Generation großzuziehen geeignet ist." (Moralstatistik S. 768).

Strafe, der in seinem Buche „Die Ursache« der Selbstmordhäufigkeit" (Freiburg 1906 S. 143) darauf zu sprechen kommt, bemerkt dazu:

„Die Tatsachen haben diesen prophetischen Worten recht gegeben. Abgesehen von der enormen Zahl der Selbstmorde zeigen die Tausende von Ehescheidungen, die erhöhte Äriminolüät der Jugendliche» und die Zu- nahmeder Sittlichkeitsoerbrechen, daß in der Tat eine Generation herangewachsen ist, auf welche die Kirche keinen Einfluß mehr hat. Also diese Ausnahme kann nicht in Betracht kommen." Und kurz vorher:

„Angesicht» der jüngsten Ereignisse kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß ein großer Bruchteil der französischen Ration der katholischen Kirche nicht nur fremd, sondern feind­selig gegenübersteht. Wohl mag noch immer die überwiegende Mehrheit des französischen Volkes wirklich katholisch sein, aber neben diesem alten kalhottschen Frankreich steht ein neue», das osfizielle Frankreich der dritten Republik das in Glauben und Sitte von dem alten grundverschieden ist und seit einem Bierteljahrhundert mit alle» Machtmitteln eines modernen Großstaates daran gearbeitet hat, den Einfluß der Religion zu untergraben"! (S. 143.)

„Wollen Sie nach auswärts sprechen?" fragte pfiffig der Wirt, der bereits dreimal damit herein- gefallen war, daß Gäste nach auswärts sprachen und dem Wirt-die Bezahlung dafür überließen. Da die Rechnungen erst am Schlüsse des Monats einlaufen, war nachher nicht mehr zu kontrollieren, wer das auswärtige Gespräch geführt. Nachdem der Herr aber versichert, daß er nur mit einem Teilnehmer in der Stadt sprechen wollte, wurde er in ein abgelegenes Räumchen geführt, wo der Fernsprecher angebracht war. Der Herr blieb aber ziemlich lang und der Wirt wollte sich unter keinen Umständen noch einmal anschmieren lassen und so lauschte er an der Türe und hörte zu seinem nicht geringen Schrecken, daß der Herr rief: „Ich bitte um Verbindung mit London Nr. 6324." Tie Türe aufreißen und den Herrn beim Kragen fassen, war das Werk eines Augenblickes. „Sie haben ausdrücklich gesagt, Sie wollten in der Stadt sprechen," schrie der Wirt, „ich laß mich nicht ver­kohlen." Der Herr bat tausendmal um Verzeih­ung und erklärte dem Wirt, daß er doch nur mit Ochsenmetzger Jean London, Kettenbnch 25, spre­chen wolle, dessen Fernsprechnummer 6324 sei. Dann schlug der Wirt andere Saiten an.

* Diplomaten-Zeitvertreib in Algeciras. Eine sehr anschauliche Schilderung von dem Leben, das die Delegierten der Marokkokonferenz sozusagen zwischen zwei Sitzungen führten, entwirft der Be­richterstatter eines amerikani>cheir Blattes. Er meint, schon Portsmouth sei ein langweiliger Aus- enthalt gewesen, als die Vertreter Rußlands und Japans dort über den Frieden unterhandelten. Aber Portsmouth war nodj golden im Vergleich zu Algeciras, denn von Portsmouth konnte man sich schließlich im Automobil schnell irgendwo an- dershin retten, aber in Algeciras gab es keine Automobile, unb die Wege find außerdem fo schlecht und staubig, daß da» Fahren auf ihnen kein Vergnügen wäre. Ganz besonders klagten die jüngeren Diplomaten derjenigen Mächte, die am Ausgang der Konferenz nicht in erster Lime interessiert sind, über die bleierne Langweile, un­ter der sie zu leiden haben. Einer von ihnen er­zählte, er habe als einzige Zerstteuung im ganzen dreimal Tennis spielen können. — jedesmal habe ihn ein Reporter dabei gesehen und feinem Blatte gemeldet, die Diplomaten täten den lieben langen Tag nichts anderes, als sich amüsieren. Herr von Radowitz suchte feine einzige Erholung darin, in dem schönen Garten des Hotels Reina Chnstina auf den Arm seines Sohnes gestützt, täglich einen Spaziergang zu unternehmen, während Graf Tnt- tciibvch, der bekanntlich nicht gut zu Fuß ist, es vorzieht, spazieren zu reiten. Sein Beispiel fin­det aber wxnig Anklang, da die kleinen spanischen Pferde, die zur Verfügung stehen, zwar wie die Affen über Fels unb Stein klettern, von irgend einer geregelten Gangart jedoch keine Ahnung be­sitzen. Amerikas Gesandter, Mr. White, der ewige Optimist, der mit stereotypem Lächeln jedermann erklärt, daß er nicht an dem glücklichen Ende der Konferenz zweifle, unternimmt mit feinem Se­kretär Mr. Jselin so oft als möglich Ausflüge nach dem nahen Gibraltar. Seinen meisten Kolle­gen aber erscheint Gibraltar, nachdem sie einige Male dort waren, ein noch tristerer Aufenthalt als Algeciras selbst, — „halb Festung, halb Schnaps­bude". Lohnender, aber umständlicher, ist es da schon, nach Tanger binüberzusabren, und das tun manche Diplomaten denn auch bei jeder Gelegen­heit, um die tätliche Einförmigkeit ihrer Gefangen­schaft zu unterbrechen. Graf Cassini, der Bot­schafter des Zarenreiches, vertreibt sich die Zeit mit seinem hübschen, kurzhaarigen Malteser-Terrier, „Pom-Pom" genannt, der überhaupt von allen Delegierten sehr verzogen wird und deshalb schon

zum „Konferenzhunde" ernannt worden ist. Und als neulich ein böser, ganz ordinärer spanischer Wachthund „Pom-Pom" überfiel und arg zunch. tete, da interessierten sich die ältesten Diplomaten für sein Befinden und Wohlergehen mindestens ebenso lebhaft wie für die Bank- und Polizeifrage. — Nein, es ist wirklich nicht amüsant in Alge­ciras, und sogar die Abgesandten Marokkos, Molri und Eben Torres scheinen am Ende ihrer sprich­wörtlichen orientalischen Geduld angelongt zu fein und geben starke Zeichen von Heimweh kund.

* Fatales Zusamentreffen. „War während meiner Abwesenheit jemand da ?" „Jawohl, Herr Baron! . . Der PostdÄe war da und hat Geld gebracht . . . und der Gerichtsvollzieher war auch da — der hat's gleich wieder mitgenommen.

* DaS kommt davon. Verstchernngs-Jnspektor: „Ich begreife nicht, wie die Feuerwehr das ganze Forstamt total abbrennen lasten konnte! Hat denn gar niemand Fcuerlärrn gemacht*" —Kommandant: „Toch! Der Oberförster hat alleweil „Feuer" g'schrie'rr — aber es hat's ihm niemand 'glaubt!"

* Boshaft. Dichter: „Denke dir, meine verlorenen Manuskripte sind von einem Arbeiter gefunden worden; der Biedere wollte nicht einmal eine Be­lohnung annehmen!" — Freund: „Vielleicht hatte et sie vorher gelesen?"

Literarischer.

Illustrierte Volks-Ausgabe von Schillers Werken. Stuttgart, deutsche Verlagsanstalt. Vollstän­dig in GO Lieferungen ä 30 Pfg.

Die soeben ausgegebenen Lieferungen 33 bis 40 der wiederholt von uns empfohlenen Illustrier­ten Volksausgabe von Schillers Werken enthalten das Schauspiel „Wilhelm Tell", das lyrische Spiel „Die Huldigung der Künste und die Mehrzahl der von dem Dichter auS fremden Literaturen übertragenen ober für die deutsche Bühne bear­beiteten dramatischen Werke. Unter den prächti­gen, von den ersten deutschen Künstlern herrühren- den Illustrationen, von denen diese Werke des Dichters begleitet sind, verdienen vor allem Ferdi­nand Kellers und P. Grot Johanns Meister- schöpfungen zur „Iphigenie in Aulis", die vor­trefflichen Kompositionen von Gabriel Max und E. Noeber zu „Macbeth" und von C. Schrandolph zu „Sturanbot", endlich die graziösen Zeichnungen A. WatterS zu „Der Parasit" und „Der Neffe als Onkel" hervorgehoben zu werden.

Die „Wahrheit" (Herausgeber: Professor Dr. Franz Fran-iß in München, Verlag: Jof. Bernkia», kgl. toürtt. Hofbuchhandlnng in Leut- kirch) bringt im 7. Hefte eine hochbedeutsame Ab­handlung von Pater Gregor von Holtum über daS Thema ob und in wiefern die christlichen Völker von einer Katastrophe bedroht sind. Olga Putz führt sich mit einem feinen Essay über Islands Volk und Poesie ein. Der Dramaturg Frey schil­dert in lebhaftesten Farben den Eharfreitag in der deutschen Reichshauptstadt. Aus Paris (Dett­ling) wird der tiefe Eindruck des päpstlichen Rund­schreibens über die frevelhafte Losreitzung dec Kirche vom Staat in Frankreich gemeldet. Dr. Lohr (München) gibt eine gedrängte Uebersicht über die Entwickelung der Japanischen Literatur. Gerade jetzt, da die Japaner durch ihre großen Siege die Aufmerksamkeit der ganzen Wett auf sich gezogen haben, dürfte die Betrachtung- ihrer geistigen Entwickelung eine hocherwünschte Er­gänzung und Begründung ihrer polftische» Ueber- ttgenheit bilden.

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Revoii Tattenbach j Radowitz

_ Reqnault

Die deutschen und französischen Delegierten in Algeciras nach der Konferenz

vermischter.

* Köln, 5. April 1906. DaS Gespräch nach auswärts. In einer hiesigen Schenk- Wirtschaft trank ein Herr ein Glas Bier und äußerte den Wunfch, den Fernsprecher zu benutzen.

Die Diplomaten, die sich zur Marokko-Konfe­renz zusammengefunden haben, atmen auf; nach langem Hin und Her sehen sie bas Ende der Ver­handlungen, die viel mehr Zeit in Anspruch ge­nommen haben, als ursprünglich angenommen wurde. DaS Urteil darüber, ob Deutschland viel ober wenig erreicht hat, wird davon abhängen.

was man erwartet hatte, im Auslande sehen je­denfalls Freunde unb Gegner das Ergebnis für uns günstig an. Es gibt tatsächlich weder Sieger noch Besiegte; die deutschen und französischen Delegierten, auf deren Stellung zu den verschiede- neu Vorschlägen es hauptsächlich anfam, können ohne Groll scheiden.