<rf»ti«tt6gTI6, mit Ausnahme der Sonn« unö.seierlagt. viertel« jähn. Bezugspreis ehrt Bringerlobn und Benell gelb in <iulda und auswärts ! Ml 50 Pfg.
Verantwortlicher $d;riftleiter: 3. Baum; für die Anzetaen 3. Partner in $*INu
rln; e feeitDU dt fpalhgt petitzeile oder deren Kaum 15 Pfg. RcUamen die Petirzcile 25 pfg.; bei Eieler« Holungen wird cntjpc.
Haben rrnälrt.
Kota tt on s druck u. vertag der f albaer Mo fienörudetti in Sulba. ZerntpreHer Ur. 1.
M 73.
33. Jadrqani.
Fulda, Donuerstaa, den 29. ALärz 1906.
[] Das glückliche Ende der Ularolko- konserenz.
Ziemlich überraschend kam am Dienstag die Nachrickst, daß aus Grund eines neuen Vorschlages, der vonseiten des amerikanischen Delegierten m Alaeriras gemacht worden sei, ein günstiges Resultat der Marokkokonferenz gesichert erscheine. Die Zweifel, die man der Richtigkeit dieser Mel- düng infolge der früheren Enttäuschungen entgegen brachte, haben sich als unberechtigt erwiesen. In der Tat ist es in Algeriras am Mittwoch, wenigstens grundsätzlich, zur Einigung der Delegierten über die schwierige Frage des Inspektorats der internationalen (französisch-spanischen) Polizei gekommen.
Die amerikanischen Vorschläge geben dahin, daß eine Generalinspektion aus die Dauer von 5 Jahren errichtet wird, welche die Tätigkeit der Polizei zu kontrollieren hat. Tas General- inspektorat soll durch den Sultan von M a- t o f f. o einem höheren Offizier des Niederländischen oder Schweizerischen Heeres übertragen werden. Der Genet^alinspektor soll seinen Sitz in Tanger haben. In sehr eingehender Weise sind in den amerikanischen Vorschlägen die Befugnisse dieses Generalinspektors geregelt, imb es ist in der Art eine Oberaufsicht des diplomatischen Korps in Tanger geschaffen, daß die Berichte des Generalinspektors dem SÄltan und dem diplomatischen Korps gleickizeitig übermittelt werden sollen. Letzteres ist dadurch in die Lage gefetzt, nicht nur die Ausübung der Polizei zu kontrollieren, sondern auch sich darüber zu vergewissern, ob und in welcher Weise die Interessen der Ange- , hör''"'n der verschiedenen Länder gewahrt werden.
Man muß anerkennen, daß aus diesem Wege auch der Rechts st ellung deS Deutschen Reiches, die von Anfang an die Grundlage für die deutschen Forderungen bildete, in genügender Weife Rechnung getragen worden ist. Auf die Form kam es in Deutschland niemals an. Man gebt also nicht zuweit, wenn man die jetzt grundsätzlich von den Delegierten angenommene Lösung der Frage als auch für Deutschland durchaus befriedigend erklärt, und es ist verständlich, daß der deutsche Botschafter v. Radowitz, wie der „Matin" erklärt, sich über die Erzielung dieses Ergebnisses erfreut geäußert hat.
Wir wollen nicht allzu stark betonen, daß Deutschland damit einen diplomatischen Erfolg erzielt hat, um den es zweifellos von mancher Seite beneidet wird. Die Hauptsache ist, daß die Gefahr eines Konflikts aus der Welt geschasst worden ist, dessen Ausdehnung unberechenbar war, und daß damit der Weltfrieden wieder einmal gesichert erscheint. Nachdem es möglich gewesen ist, in einer friedlichen Konferenz derartig verwickelte Fragen in einer die Interessen aller Mächte in gleicher Weife berücksichtigenden Art zu lösen, wird man nicht länger daran zweifeln dürfen, daß auch in anderen Fällen der gleiche Weg mit voller Aussicht auf Erfolg beschritten werden wird. Damit aber zeigt sich wenigstens die Perspektive auf einen dauernden Weltfrieden.
Neben diesem allgemeinen Gewinn dürfte der glückliche Ausgang der Konferenz einen besonderen Erfolg zeitigen in Bezug aus das Verhältnis zwischen Deutsch land und Frankreich. So scharf die Auseinandersetzungen gewesen. die von beiden Seiten statt hatten, so wird die endliche Verständigung, die gefunden wurde, diese Auseinandersetzungen bald in Vergessenheit bringen. Dem „Matin" zufolge hat der Botschafter von Radowih sich dahin geäußert, er hoffe, die Verständigung werde zu einem freundlichen und dauernden Einvernehmen zwischen zwei großen Ländern führen, die viele
gemeinsame Interessen besäßen und viel dabei zu gewinnen hätten, wenn sie gegenseitig gute und aufrichtige Nachbarn seien. In dem gleichen Sinne haben sich die Vertreter anderer Staaten ausgesprochen, und nach der allgemeinen Auffassung wird der Ausgang der Konferenz jedenfalls dazu beitraaen, das Gefühl des Unbehagens zu zerstreuen, das die zeitweilige Spannung zwischen Deutschland und Frankreich auf dem Gebiete der europäischen Politik bervorgerufen hat.
Nach nach einer anderen Richtung hin wird man auf einen Erfolg der Kommission rechnen dürfen. Die aufrichtigeFriedensliebe Deutschlands ist während des ganzen Verlaufs der Konferenz klar vor aller Welt offenbar geworden: der Ausgang der Konferenz dürfte auch die lebten Zweifel an der Aufrichtigkeit der deut- scheu Politik verstummen machen. Auch diejenigen werden schweigen müssen, welche die Politik Deutschlands zu verkleinern suchten. Das wird nicht ebne Rückwirkung auf unsere innere Politik bleiben.
Deutsches Reich.
Berlin, den 28. März 1906.
* Der stellvertretende Leiter des Kolonialamts Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg hat, wie der /5erl. Lokalanzeiger' in hervorragender Schrift mitleilt, um einen längeren Urlaub nachgesucht und begibt sich heute abend nach der Riviera. An dieser Meldung ist nicht das mindeste ausfallende. Es ist längst bekannt, daß Erbprinz zu Hohenlohe für die Zeit nach Beendigung der zweiten Beratung des Kolonialetats im Reichstag um einen Urlaub eingekommen ist, und es ist nicht im mindesten überraschend, daß er jetzt, nachdem diese Beratung zu Ende geführt ist, den Urlaub antritt. Der Erbprinz, dessen Familie bereits seit längerer Zeit in Nizza weilt, begibt sich dorthin. Mit der Frage der Errichtung eines Reichskolonial- amts bat der Urlaub und die Reise selbstverständlich nicht das mindeste zu tun.
.. Eine lange Reihe von Ordensverleihungen für die Offiziere und Angehörigen der deutschen Schutztruppe in Südwestasrika veröffentlicht der .Reichsanzeiger'. Oberst Dame bat den Roten Adlerorben 3. Klaffe mit der Schleife und Schwertern erhalten; der katholische Divisionspfarrer Weyer bei der ersten Division, bisher katholischer Feldgeistlicher bei der Schutztruppe, erhielt den Roten Adlerorden 4. Klaffe mit Schwertern, Pater Ziegenfuß von der katholischen Mission in Windhuk die Schwerter zum Königlichen Kronenorden 4. Klaffe.
* Die Kommission des Reichstags für den Gesetzentwurf auf Abänderung des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz nahm den § 29 gemäß dem Antrag der Abg. Jtschert (Z.) und Schickert sk.) an. Dadurch wird die Regierungsvorlage dahin eingeschränkt, daß oie Unter- stützungspflicht des Arbeitsortes für den Fall der allgemeinen Hilssbedürstigkeit sich nur auf den am Arbeitsorte wohnenden Arbeiter und seine dort bei ihm befindlichen Angehörigen erstreckt, und für die nicht am Arbeitsorte Wohnenden nur im Falle der Hilssbedürstigkeit durch Erkrankung eintritt. Ferner wurden auf Antrag Schickert (t.) in §§ 11 und 29 die Arbeiterkolonien und W mberarbeilsstälten derjenigen Anstalten gleichgestellt, in denen der Aufenthalt der Frist für den Erwerb bezw. Verlust des Unter- stützungswohnsitzes nicht unterbricht.
Auferstehung.
Roman von Felix Nab o r.
H1J (Nachdruck verboten.?
Unter einer Zypresse, die ihren langen Schatten ■über die Gröber warf, blieb er sieben und lehnte sich an ihren Stamm. Ein Marmorkreuz, über «und über mit Blättern bedeckt, leuchtete geheimnisvoll aus dem Dunkel hervor und auf dem Sockel erglänzte in goldenen Lettern eine Inschrift. Gabriel bog die Zweige des großblätterigen Efeu zurück, welche mit ihren kühlen, schlanken Armen den Stein umschlungen hielten und llas die Inschrift.
Aber wie von einem Blitzstrahle getroffen, -fuhr er zurück; seine Augen erweiterten sich und blickten starr auf die glänzenden Buchstaben; der kalte Schweiß trat ihm auf die Stirne und sein ganzer Körper begann zu zittern. Mit bebender Stimme las er die Worte, die mit erschreckend großen Settern in das weiße Gestein gemeißelt waren:
i * MARIA * FELICE * von * HOHENBERG •
* Gabriel mußte sich an dem Stein festhalten, jltm nicht umzusinken. Maria Felice war also ! tot ... . hier, unter diesem Stein lag sie begraben. ... Er warf sich nieder, umklammerte den Stein, preßte fein Gesicht an den Marmor und weinte wie ein Kind. . . .
Nun war er ganz allein, ganz verlassen. „C Maria Felice", schluchzte er, „warum bist Tu von mir gegangen?" . . .
Eine Stunde verrann ihm in bitteren Onalen, in heftigsten Selbstvorwürfen. Schmerz und Neue zerfleischten gleich glühenden Schwertern seine ! Brust.
Aber mit einemmale vernahm er in der Lust, ,hock> über sich, ein Helles Klingen, und als er em- j^or blickte, sah er die wunderbare Kuppel von
St. Peter und darüber das goldene Kreuz, das wie ein leuchtender Finger gen Himmel wies. Er lächelte schmerzlich. Nein, er war nicht allein, war nicht verlassen; hier war seine Mutter, die ihm liebevoll zuwinkte und ihn aus den lichten Höhen herab freudig grüßte.
Er fank auf die Knie und faltete die Hände, wie er es als Kind in der kleinen Dorfkirche feiner Heimat getan batte. Ein heißes Gebet stieg aus seiner Seele empor, stammelnd, wie das freudige Jauchzen eines Kindes, klang es von seinen Lippen: „Salve Regina ... sei gegrüßt, o Königin! . . . o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!"
Der Bann war gebrochen. Die Glocken der Jugend klangen hell und freudig in seiner Seele . . . er hatte wieder gelernt zu beten!
Er trauerte um Maria Felice, aber es war ihm ein süßer Trost, zu wissen, daß er sie einst Wiedersehen werde. „Wie erhebend und trostreich ist doch dieser Gottesglanbe", dachte er, „wie süß dieser Glaube an ein ewiges Leben, an ein freudiges Auferstehen und Wiedersehen!" —
Tag für Tag ging er nun zum stillen Friedhof der Deutschen, lehnte sein müdes Haupt an den kalten Marmor und weinte um Maria Felice.
Wenn et dann die Kuppel des Petersdomes, von rosiger Glut umflossen, zum tiefblauen Himmel aufragen sah, so zog es ihn zu dem Dome hin: dieser sollte ihm fortan Mutter und Heimat sein.
Zehntes Kapitel.
Gegen Ende der Woche erhielt Gabriel von dem Prälaten eine Eintrittskarte für den nächsten Sonntag, wo in St. Peter eine außerordentliche Feier stattfinden sollte. Es erfüllte ihn mit größter Freude, daß er den ersten Dom der Welt im Festglanze, daß er den Papst, den er das erstemal gleichsam nur als Vater inmitten feiner Familie gesehen hatte, nun auch in der ganzen Größe seiner geistlichen Würde, als oberster Priester der katholi-
Der Gouverneur von Teutsch-Ostasrika, Gras Götze, der bekanntlich auf der Reste nach Deulschland ist, soll, wie btt ,N ® Ä/ wissen will, nicht auf seinen Posten zurückkehren; er sei für ein wichtiges Amt im auswärtigen diplomatischen Dienst in Aussicht genommen. Als fern Nachfolger in Dar-es-Salaam fei der Gouverneur von Samoa, Dr. Sols, anzuiehen. Wir betrachten diese Nachrichten ledi sich als Kombinationen. Die Perionensrogen in der Kolonial Verwaltung werden zweifellos erst dann geregelt werden, wenn die Entscheidung über das Reichskolonialamt gefallen ist.
Einen scharfen Protest gegen die antikirchliche polnische Bewegung in Berlin veröffentlicht die Germania'. Das Blatt weist darauf hin, daß von'eiten der katholischen Geistlichkeit in Berlin alles geschehen In, um nicht nur den religiösen Bedürfnissen, sondern auch den Wünschen der Polen in Ber in Genüge zu tun. Aber ein kleiner Teil der Polen, ber systematisch in die radikal-polnische Bewegung hinübergezogen worden sei, und für das katholische Moment erst in zweiter Linie komme, richte fortgesetzt die gehässigsten Angriffe gegen die katholische Geistlichkeit und suche dieselbe durch die Hervorrusung von allerlei Konflikten zu terrorisieren Vor allem zeichnet sich ,Dzienmk Berlinskll, das Berliner Polenblatt dabei aus. Dasselbe forderte neulich die polnischen Eltern auf, ihre Kinder von ber ersten hl. Kommunion in einer bestimmten Kirche fern zu halt en, weil ber amtierende Geistliche sich nicht verpfiichten wollte, eine polnische Ansprache an bie wenigen polnischen Kinder zu halten, bie sich unter den Erst Kommunikanten befinden. Das ging sogar soweit, daß in dieser Weigerung ein „Ausdruck des deutschen Chauvinismus" gefunden wurde. Angeblich sollten sich 35 polnische Väter und Mütter verpflichtet haben, ihre Kinder deswegen nicht zur Erstkommunion zu schicken. Die .Germania' stellt fest, daß in bei betr. Kirche unter 178 Knaben und 188 Mädchen, die zur Erstkommunion geführt wurden, nur je 3 Knaben und Mädchen waren, die auf Veranlassung ihrer polnischen Eltern nüchtern an der heiligen Handlung teilnahmen. Die ,®ermania' nennt das mit Recht ein brutales Vorgehen, eine radikale polnische Demonstration, die in höchstem Maße bedauerlich fei, da sie aus dem nationalen Kampfe einen Kampf gegen die Katholische Kirche mache. Wir können der .Germania" darin nur vollkommen beipflichten, und sind der Ansicht, daß dze Polen ihrer eignen Sache schaden, wenn sie fortfahren, in dieser Weise Politik und Religion zu verquicken.
* Heber bie Anwendung des bedingten Strafaufschubes bis zum Ende des Jahres 19o5 ist dem Reichstage eine De nkschrift zugegangen. Danach ist bis zum 31. Dezember 1905 in 97219 Fällen die bedingte Begnadigung angewandt worden. Im Jahre 1905 allem betrug die Zahl 16389, bas ist gegenüber dem Vorjahr mehr 1606 ober 11 Prozent. An ber Zunahme war vor allen Dingen Preußen beteiligt, sodann Bayern, während zehn Bundesstaaten, insbesondere Mecklenburg-Schwerin und Schwarzburg-Rudolstadt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr anfweijen.
§ In der Schulfrage schlägt die,Nat.-Ztg.', die am Dienstag abend in schroffer Wcise mit dem Scheitern des ganzen Gesetzes drohte, bereits am Mittwoch morgen einen wesentlich sanfteren
scheu Christenheit und Stellvertreter Jesu Christi schauen sollte.
Zur festgesetzten Stunde war Gabriel auf dem Petersplatz, der von Menschen wimmelte, die sich zu den Pforten des Tomes drängten, denn der Papst selber wollte am Hochaltäre über der Kon- feffio die heilige Messe lesen. Tausende wollten dieses erhabene Schauspiel genießen, alle in Rom anwesenden Anhänger des Papsttums strömten herzu — die Katholiken aller fünf Erdteile schienen sich hier ein Stelldichein gegeben zu haben.
Die Kolonnaden, die Säulen und Pilaster, die Heiligenfiguren und die gewaltige Fassade des Domes glänzten im Morgensonnenschein: die Springbrunnen, die ihren Wasserstrom wie zwei riesige Silberkandelaber in die Luft emporsandten, sprühten in allen Farben des Regenbogens, und ihr Rauschen klang den Tausenden, die an ihnen vorüberzogen, wie Festmusik.
Tie Basilika, die Gabriel freudigen Herzens betrat, erstrahlte heute im Festglanze: die vier Riesenpfeiler unter der Kuppel schmückten purpurne, goldverbrämte Damastverkleidungen, bunte Seidenteppiche hingen von den hohen Bogen herab, die Bronzestatue des Apostelfürsten trug Tiara und Festgewänder, und aus der Höhe der Kuppel herab strahlten unzählige Lichter, wie Sterne am Firmament, und erfüllten Kuppel und Gewölbe mit märchenhaftem Schimmer, mit einer rosigen Lichtflut, die ihre warmen Wellen hinaustrug, durch den ganzen Tom.
Breite Sonnenstrahlen fielen durch bte hohen Fenster und machten den Purpur und das Gold der Behänge wie feurige Wolken erglühen, em rosiges Farbenmeer flutete durch die mächtigen Hallen, die lichterfüllten Räume schienen ins Un- endliche zu wachsen. .
St. Peter war heute eure Welt für sich, bie verschlossenen Portale trennten diese heilige Welt von dem rauschenden Lebensstrome, der an ihren Pforten vorübcrsloß. Der Riesenbau, der gleichsam geschlummert hatte, erwachte plötzlich und
Ton an. Sie bleibt zwar dabei, daß ber § 40 in seiner jetzigen Gestalt für bie Nationalliberalen unannehmbar »ei. spricht aber boch bie Hoffnung aus, daß bie zweite Lesung eine 'lierftänbigung bringen werbe, wenn auch der Miscklang. nut dem bie erste Lesung geschloffen bat, weniger günstige Aussichten darauf eröffne. Ob dies« sanfteren Tonart muß sich oas nationaliiberate Blatt togar den Spott des ,Berl. Tagest!' gefallen lafien, welches meint, die,'Nat -Zta ' müßte nicht nalionatiiberal fein, wenn sie nicht noch am Grabe bie Hoffnung auf eine Verständigung in ber zweiten Lesung anipflanzte. Ist briaens findet bie,Nai.-Ztg? mit ihren Drohungen indirekt auch bet dem Mosseblatte Unterstützung. Dasselbe sucht ber Negierung klar zu machen, was es bedeute, wenn beim Zustandekommen des Geiehe» der „gesamte Liberalismus" bet leite geschoben werde; baS muffe boch ber Regierung einige Kopsschmer- xen machen. — Wir glauben, baß dreie Kopfschmerzen nicht sehr ar i sein werben, und wenn bas ,Derst Tagebl.' am Schluffe seiner Ausführungen bereits bie Abschiedsstunde für den Kultusminister schlagen hört, so wirb Herr Dr. Stützt sich auch über bie Prophezeiung wohl keine Kopfschmerzen machen. — Die ganze Aktion des Liberalismus von ber Nat. - Zig.' bis zum .Tagebl/ beweist nur immer aufs neue bie Angst, baß schließlich boch baS ganze Gesetz mit Htlie des Zentrums unb ber Konservativen zustande gebracht wird.
/. Zum Militäretat haben bie Mitglieder ber Freisinnigen Volkspartei einen Antrag eingebracht. w nach im Interesse ber energischen Bekämpfung ber Militärmißhandlungen auch die Bestimmungen über das Beschwerde- recht ber Solbaten einer neuerlichen gründlichen Revision im Sinne ber Erleichterung ber Beschwerden gegen mißbräuchliche Anwendung ber Dienstgewalt unterzogen werben soll.
* Der angekünd'gte Antrag auf Wiederherstellung des Etats für daS RcickfSkolonialamt nach ber Regierungsvorlage ist nunmehr von den Abgeordneten Basfermann und Graf Oriola (natlib.) im Reichstage eingegangen. Auch von konservativer Seite liegt ein in gleicher Richtung gehender Antrag vor. Die Abgeordneten v. Normann unb Gamp (fonf.) beantragen, ben Etat für bas Reichskolonialamt nach ber Vorlage ber Verbündeten Regierungen wieder- herznstellen, mit ber Maßgabe, daß nur ein,eine Beschlüsse der Budgelkommiffton belieben bleiben.
.». Die Steuerkommission des Reichstages nahm am Mittwoch ben § 1 ber Vorlage, ber die Höhe des Eingangszolles für Tabak unb Zigaretten behanbelt, nach dem Antrag Held an mit ber Aenderung, daß ber Stückzoll von 4 auf 5 Mark für 1000 Stück erhöht wirb. § 5 wurde auf Antrag Held (nl.) und Jaeger (Zentrum) dahin abgeänbert, daß bie Detailvertäuser auch lose und einzelne Zigaretten verkaufen können. Im weiteren würbe debattiert über ben sozialdemokratischen Antrag zu § 7, ber das Verbot ber Anfertigung von Zigaretten als Heimarbeit bezweckt.
* Die Budgetkommission des Reichstags, an welche bie Forderung für ben Bagger betrieb in Swakopmuntz, sowie die Forderung für die dortige Mole zurückverwieien war, einigte sich auf einen Antrag Graf Oricla (ul'.), nach welchem zur baulichen Unterhaltung ber Mole, zum Betrieb des dortigen Steinbruchs und zur Ausführung von Peilungen 130OnO Mark bewilligt werden.
wurde von geheimnisvollem Leben durchflutet — denn der König nahte, der ihm Leben einhauchtel
Ununterbrochen flutete der Menschenstrom in die Basilika, deren ungeheuere Größe man jetzt erst so recht zu erfassen vermochte: mehr als vierzigtausend Menschen füllen bereits die endlosen Räume und noch immer strömen neue Scharen herbei und fanden genügend Platz. Tiefer königliche Tom schien heute seine Pforten geöffnet zu haben, um die ganze katholische Welt mit seinen weiten Armen zu umschließen. Welch' erhebendes Bewußtsein, dieser weltumfassenden Kirche anzugehören I Welch' unendliche Freude füllte Gabriels Brust bei dem Gedanken, hier in diesem königlichen Dom, im Vereine mit Tausenden, mit Millionen katholischer Christen sich zum allein seligmachenden katholischen Glauben zu bekennen! . . .
Voll Verwunderung und Staunen betrachtete Gabriel das feierliche, farbenprächtige und erhebende Schauspiel, das sich seinen Augen darbot.
Tie Cchweizergarde in Galauniform, mit blitzendem Harnisch und die päpstlichen Gendarmen, die Bärenmütze auf dem Haupte, sorgten für Ordnung und wiesen den Ankommenden ihre Plätze an.
Für die Pilgerzuge war der vordere Teil der Basilika reserviert: wie ein heiliges Heer, in dichten, geschlossenen Kolonnen stellten sie sich auf, ihre Gesichter glänzten, ihre Augen blitzten vor Freude.
In der Mitte des Hauptschiffes wurde ein breiter Gang frei gehalten, durch welchen der Heilige Vater feinen Einzug halten sollte. Er führte zu dem siebenstufigen Throne, der neben dem Altäre der Kathedra aufgeschlagen war und mit feinem Weißen Sei den bezug wie Silber er- glänzte. Ter Purpurbaldachin, der sich über ihm erbe glühte wie eine feurige Wolke, die goldenen Ona,.en und Rosetten glänzten wie strahlende Sterne.
Im Hintergründe, rings um Thron und Altar befanden sich zur Rechten die Tribunen für die