Fulda, Mittwoch, den 21. März 1906,
33, Jahrgang,
JV8 66,
Zweites Matt
,Iutdaer Zeitung^
Reklanten- und Anzeigenteil.
Müller.
O-H-O.D'O
letÄtteesbrwd u. Verletz der 5«Idarr Be> titHbrudttti in falbe, zernlprecher Nr. 9.
Bus e i«ea: Ote et« spawtz« petftzcft« »b« Uten Bannt 15 pf§. BeOewe* Me petitzeil« 25 Pf»; bei wieder- holnngen wirb entjpr.
Rabatt gewährt.
Stand?" — Vater: (nach
QuakerOats
Ergiebigkeit ist eine Haupteigenschaft von Quaker Oats; aber auch überlegene Qualität, Reinheit und Wohlgeschmack unterscheiden die Waare von allen anderen
Haferpräparaten. Nur in Packelen.
»ich«»« teilte, ** Aurnehme bet Sm nnb ^tienage. viertel jährl. vrzngrpreir ebne Bringerlofa nnb veftelgeldinfaldannd auswärts 1 Mk. 50 Pfö-
pro zweites Quartal 1906 (April, Mai Q und Jtmis bei Ihrer Postanstalt zu n> FM neuern.
ra Damit nun beim jetzigen Quartals- Q wechsel keine Verzögerung in der Zu- rj stellung Eintritt, ist es erforderlich, daß unsere Postabonnenten die Erneuerung fcä des Abonnements bei dem Postamt oder Q beim Briefträger sofort bewirken.
Neu hinzutretende Abonnenten er« halten die' Zeitung vom Tage der Be- fcd stellung ab bis Ende März gratis.
Lehrling für dergleichen Arbeiten übernehmen muß, ist ein Erziehungs- und Bildungsfaktor. Natürlich darf der junge Mann nicht ausschließlich mit diesen Verrichtungen beschäftigt werden. Was der junge Mann am Schreibtische bisher in Schrift, Wort und Bild erlernt, das bekommt er dann später in der Wirklichkeit in die Hand, und, nicht mehr unvertraut mit dem Wesen der Ware, lernt er schnell ihren realen Charakter kennen. Arten, Größe, Qualität, Farbe, Ausstattung und Zweck, Verpackung, Haltbarkeit, Behandlung, Einkaufspreis, Verkaufspreis, Wert, Gewinn, Verlust rc., alles das lernt der normale kaufmännische Lehrling im Lauf von drei bis vier Jahren. Er spürt den starken Pulsschlag des Lebens, der in jedem rentablen kaufmännischen Unternehmen zu spüren ist. Alle Bedingungen seines Handelns muß er selber ermessen lernen an den Schranken und Gegenströmungen, die das kleine oder große Geschehen des Tages ihm entgegenwirft.
Weniger zu empfehlen ist aber die Annahme einer Lehrstelle in einem Großbetrieb. Was dort der Jüngling „lernt", dürfte auf fortlaufendem Mechanismus verharren. Der Großbetrieb ist viel zu egoistisch; hier ist zum Lernen überhaupt keine Zeit, infolgedessen kommt es, daß die jungen Leute jahrelang nur in einem Rayon arbeiten und nicht befähigt werden, die vielseitigen Pflichten des kaufmännischen Berufes auszufüllen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die meisten Prinzipale haben nur das eine vor Augen, wie sie am besten den Lehrling ausnützen können.
Haben wir somit in kurzen Zügen die Einstellung der Kaufmannslehrlinge beleuchtet, fo möchten wir auch noch das kaufmännische Fortbildungsschulwesen streifen, gegen welches vonseiten der Prinzipalität immer noch arg gesündigt wird. Es vertreten nämlich sehr viele Kaufleute den Standpunkt, daß die Fortbildungsschule über« flüssig sei und der junge Mann sich seine Belehrung in der Praxis des Geschäftes suchen könne. Der Satz wäre allerdings richtig, wenn die Ausbildung des jungen Mannes nur immer in der systematischen Weise vor sich ginge, wenn zu den praktischen Ausführungen stets die nötigen theoretischen Begründungen kämen und wenn die stumme Frage des Lehrlings nach dem „Warum" sofort beantivortet werden würde. Aber es gibt nur wenige Prinzipale, die Zeit, Lust und Geschick dazu haben, dieses „Warum" selber zu be- antworten. In den allerwenigsten Geschäften lernt heutzutage z. V. ein junger Manu das ganze Gebäude der Buchführung kennen. Das Einträgen in einzelne Grundbücher, das Uebertragen einzelner Bücher wird noch gezeigt, aber die eigentlichen Abschlüsse lernt der junge Mann im Geschäft nur selten kennen. Es ist wohl kaum ein Prinzipal, der die jungen Leute in die Geheimnisse schauen läßt. Niemand will seinen Verdienst, seine wirtschaftliche Lage, den Stand seines Geschäftes seinen Angestellten ohne iveiteres offenbaren. Man kann es schließlich auch keinem verdenken. Dann aber ist es umsomehr Pflicht jedes einzelnen Kaufmanns, seinen Angestellten die Möglichkeit zu bieten, diesen Hauptbestandteil des kaufmännischen Wissens wenigstens in der Theorie kennen zu lernen. Aber da entstehen sofort wieder Gegenstimmen. die behaupten, Buchführung könne man in der Schule nicht lernen. Wird dann gefragt, wo und wie ein junger Mann sie erlernen soll, dann lautet in den meisten Fällen die Antwort, daß der junge Mann später einen Kursus durchmachen müsse, der ja fast überall von Bücher- reviforen oder Privathandelslehrern gegeben werde. Es bleibt aber doch nur die theoretische Erlernung an der Hand einer Zusammenstellung praktischer Fälle übrig. Damit schlagen sich aber die Gegner des Fortbildungsschulwesens selbst, denn dasselbe wird und soll in den Fortbildunas- ' schulen geschehen und kann in dielen, da sie unter Aufsicht stehen, wenigstens auch kontrolliert wer- den. Ebenso ist es mit der Korrespondenz, Han- delsgeographie, Handelsrecht und allen übrigen Lehrfächern. Die Handelskammer zu Ovveln macht in ihrem neuesten Jahresbericht mit Recht darauf aufmerksam, daß nach § 6 des H. G. B. jeder Prinzipal verpflichtet ist, die Arbeit, welche die Fortbildungsschulen leisten, eigentlich selbst zu leisten! Wenn doch erst alle Kaufleute zu der Ein- sicht konimen wollten, daß die kaufmännische Fortbildungsschule nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Prinzipale ein Nutzen ist! Einmal nimmt die Schule den Prinzipalen etne Verpflichtung die theoretische Ausbildung ab, dann aber werden doch die jungen Leute o,ich geschulte und dadurch beffere Arbeitskräfte, die ihre Arbeiten schneller und leichter werden erledigen können.
(„Merkurm".)
einigem'1 Besinnen zögernd): „Gegenwärtig noch — Säugling." ,
♦ Beide brummen. Lehrer: In rote fern «st die Biene, welche unermüdlich tätig ist, Schätze von Honig samiDelt, mit der tätigen Hausfrau zu vergleichen?" — Schüler: „Beide brummen."
* Kritik. „Unb was, Herr Professor, ist wohl nach ihrer Meinung das wertvollste an dem Gemälde
Verantwortlicher
Schriftleiter: 3. Sau»;
wochk,dMg«:„ZlllistrierteSonntagrzeit«ng
Vergessen Sie nicht
zur rechten Zest Ihr Abonnement auf die
Bei dem erschütternden Unglück, welches die französischen Bergleute in CourridreS heimgesucht hat und welches wie ein Alp auf der ganzen Natron lastet, ist für uns Deutsche ein einziger Lichtpunkt hervorgetre^n, und das ist das geradezu unvergleichliche Verhalten unserer deutschen Hilfsmann- schäft, die auf die erste Kunde hin den französischen Kameraden zu Hilfe eilte. Bergwerksdirektor Meyer hat die Tapfere« geführt. Branddirektor Koch und Bergmeister Engel assistierten ihm. In der ganzen französischen Presse wnrde nur eine Stimme laut über dal todeimutige Verhalten unserer Landsleute, die sofort ebne Bedenken bei
vermischtes
□ Nürnberg, 17. März 1906. Einen Vorzug- lichen Gradmesser für die Größe und Bedeutung der Bayerischen Jubiläum s - L a n d e s- Ausstellung bildet die elektrlsche Zen- trale in der Maschinenhalle, die, em technisches Schaustück ersten Ranges, die Aufgabe hat, die zur Beleuchtung des Ausstellungsgeländes und der verschiedenen Restaurationen sowie für die Fassa- denillumination, die Leuchtfontäne, die Scheinwerfer und die Elektromotoren der Aussteller nötige Kraft zu erzeugen. Nicht weniger als 2300 Glühlämpcheu, 800 Bogenlampen und ungefähr 60 Elektromotoren sind an diese Zentrale ange» schlossen, die auS 16 Antriebs- und 16 Dynamos- maschine» besteht und ca. 6000 Pferdekräfte hat. Die von ihr erzeugten Ströme sind Drehstrom von 3000 Voll Spannung und Gleichströme von verschiedenen Spannungen bis 550 Volt. Alle modernen Antriebsmaschinen find dabei, verwertet wie liegende und stehende Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Großgasmotoren, Diesel- und Haselwandermotocen, Sauggalmotoren und Lokomobilen.
meines Gatten; die Technik, die Zeichnung ober die Auffassung des Ganzen?" — Professor der Maleret: „Die ,Einfassung^ deS Ganzen, meine Gnädigste."
* Geringe Kunst. Onkel : „9hm, Fritzchen hast du auch schon den großen Elefanten gesehen, der fogor eine Weinflasche entkorken und dann aus- trinken kann?" — Fritz: „Na, Onkel, wenn er weiter nichts kamt — das kann mein Papa auch!"
ihrer Ankunft, obwohl ihnen abgeraten wuroe, in den brennenden Schacht hinabstiegen. Es gelang ihnen in kurzer Zeit — in zwei Stunden — 12® Leichen zu bergen. Den tapferen Deutschen wurden von allen Seiten Ovationen dargebracht. Auch wir können ihnen dankbar sein für den flutet Eindruck, den deutscher Mut und deutsche Tatkraft in Frankreich gemacht haben. Auch offtztell wurde den Vertretern Deutschlandl Dank gezÄtt. Die wackere Rettungsmannschaft hat gezeigt, daß Teilnahme unb Opfermut bei elementaren Uuglückl- fäüen international find — und das wirb uns tu.
Frankreich sicher nicht vergess« werden.
)(Vie Einstellung der kaufmännischen Lehrlings.
Noch wenige Wochen trennen uns von der Zeit, in welcher die allgemeine Einstellung junger Leute als Handlungslehrlinge erfolgt. Die Lehrzeit ist vielfach ein wunder Punkt in unserem Berufsleben! Sie wird in sehr vielen Fällen von den Eltern nicht richtig erfaßt, d. h. sie bemühen sich nur, ihren Sprößling in irgend einem kaufmännischen Geschäft unterzubringen, ohne sich dabei Sorgen zu machen, ob der Junge dort auch etwas Tüchtiges lernt. Die Erkenntnis kommt dann bei den meisten zu spät.
Eltern, die so handeln, haben keine blasse Ahnung von der außerordentlichen Vielseitigkeit des Kaufmannsstandes. Sie halten ihren Sohu zum Handwerk viel zu gut und zu einem „vornehmen Berufe" für fähig. Damit wollen wir natürlich nicht den Handwerkerstand herabsetzen, im Gegenteil, dergleichen Eltern gehören in der Regel selbst nicht diesem ehrbaren Stande an.
Freilich gab es einstmals eine Zeit, in welcher man dem Kaufmann sorglos feinen Lehrling anvertrauen konnte. Die Zeiten haben sich aber geändert, seitdem das Maschinenzeitalter sein Regiment antrat. Es sind dadurch eine Menge kaufmännischer Großbetriebe entstanden, die Warenhäuser haben angefangen, den Mittelstand in die Enge zu treiben und zudem hat sich in dem Kampfe ums Dasein ein Ausbeutertum etabliert, das die Kräfte junger Kaufleute gewissenlos auftaugt. Das Ueberangebot von kaufmännischen Kräften gibt ihm dazu die beste Handhabe. Der Kaufmannsberuf wird jetzt als Zufluchtsstätte aller derer betrachtet, die irgendwo in einem anderen Fache nicht weiter lernen wollen ober können l Daher kommt es, daß sich gewissenlose Prinzipale nut zu schnell bereit finden, junge Leute als Lehrlinge gegen „moiratliche Vergütung" einzustellen, statt, wie es früher grundsätzlich der Fall war, sich ihre Mühewaltung für die Ausbildung des Betreffenden bezahlen zu lassen. Daß solche „Lehrlinge" späterhin nicht den einfachsten Buchhalteroder Verkäuferposten ausfüllen können, braucht wohl nicht näher ausgeführt zu luerben. Wozu man sie braucht, ist bekannt; sie werden und bleiben Fakturenschreiber und anderer mechanischer Arbeiten. Aber die betreffenden Prinzipale sollten sich doch darüber klar fein, daß sie durch diese Art Lehrlingszüchterei ein Proletariat im Kaufmanns- gewerbe schaffen. Drei Jahre gedankenarmer Zahlen- und Buchstabenkleberei genügt beim Durchschnittsmenschen, um die geistige Regsamkeit zu erkalten. Werden die Angestellten älter oder kommen sie gar durch Krankheit außer Stellung, so ist der echte Proletarier fertig. Wir meinen, der Stand der Prinzipale sollte doch schon in seinem eigenen Interesse darauf halten, in dem Lehrling seinen künftigen Standesgenosfen zu erziehen.
Derjenige Prinzipal, der einen Lehrling auf- nimmt, hat nicht nur die christliche, sondern auch die moralische und gesetzliche Verpflichtung, den jungen Mann als tüchtigen Kaufmann heranzu- bilden. Gottlob ist diese Art der Kaufleute noch immer in großer Anzahl vorhanden, nicht aber die passendsten Versuchsobjekte. Me Eltern sind sich nämlich vielfach immer nicht darüber klar, in welcher Richtung der Lehrling seine kaufmännische Laufbahn beginnen soll. Der Vater hat daher zu erforschen, ob der Junge für irgend ein bestimmtes faufmännifdyc§ Fach Interesse zeigt, ob er sich als Buchhalter oder als Verkäufer, Reisender rc. eignet. Ist er in dieser Hinsicht zu einem Entschlüsse gekommen, so hüte er sich vor dem vorstehend näher bezeichneten „Lehrlingsbildner" und gebe feinen Sohn bei einer solventen Firma in Stellung, von der er überzeugt ist, daß fern Schützling auch die richtige Behandlung erfährt. Dor- zuziehen find noch immer die Kleinbetriebe, wenngleich dagegen eingeredet wird, daß der junge Mann dort weiter nichts als Briefe kopieren, Kopierbücher registrieren, Adressen und Preislisten schreiben, Mpsterkleben, Rechnungen nachrechnen, Rechnungen ausfertigen usw. lernt. Dergleichen mechanische Beschäftigungen sind unbedingt notwendig, denn dadurch wird der Lehrling in die Soge versetzt, die richtige Ausführung dieser für jedel Geschäft immerhin wichttgen Obliegenheiten zu prüfen unb zu beurteilen. So ettval „erlernt" man nur durch Selbstarbeit, nicht durch bloße In- Hruktion. Auch die Berahtwortfutteit die der
Marktberichte.
• Frankfurt, 19. März 1906. Am heutigen Wochenmarkt waren einheimische Brotftüchte ohne gröbere Be» lebung- Landweizen stärker angeboten und schwach behauptet. Landroggen ohne Angebot und Geschäft. Ausländische Brotsruchte bei beschränften Umsätzen und wenig veränderten Preisen besser beachtet Gerste still. Hafer bei gebesserter Frage im Preise anziehend. Mais ebenfalls etwas höber bezahlt. Es notierten: Weizen, hiesiger und Wetterauer 18.60—18.70 Mark, kurhessischer 18.60—18.70 Mark, norddeutscher dis —.- Mark, russischer 18.75-20.25 Mark, Red» Winter 00.00 - 00.00 M., Kansas 00.00-00.00 Mark, La Plata 18.50 - 20.00 M., rumänischer 18.50-19.50 Matt. Roggen, hiesiger, 00.00—00.00 Mk. bayerischer 00.00—00.00 M., russischer 17.50-17.75 Mark Gerste, hiesige, 16 75-17.00 Mark, Pfälzer 16.75 - 17.25 Mark, Fränkische 17.15-17.35 Mark, Riedgerste 17.25—17.50 Mk., ungarische 00.00—00.00 Mk. Hafer, hiesiger, 16.75 bis 17.75 M, bayerischer 00.00—00.00 M„ russischer 16.20 bis 17.75 M., rumänischer 16 20—17.50 Mk., amerikanischer 16.10-16.60 M., Mais (Mixed, 12.60-12.80 M., Donaumais 00.00-00.00 M, La Plata 13.75-14.00. Mark, russischer 00,00-00.00 M Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl unverändert. Es notiert ie nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Str. 0 27.00 bis 28.00 M., feinere Marken 28.50- 29.50 M., Nr. 1 25.00—26.00 M., feinere Marken 25.75—26.75 Mark, Nr. 2 24.00-25.00 M., feinere Marken 25.00-26.00 Mark, Nr. 3 22.50-23.00 Mk., feinere Marken 23.00 bis 23.50 M., Nr. 4 20.00-21.00 M., feinere Marken 21.00-21.50 M. Roggenmehl, hiesiges, Nr. 0 24.75 bis 25.75 M., Nr. 1 22.25-r3.25 M , Nr. 2 17.50 bis 18.50 M Alles per 100 Kilo in kl. Sack. — Futterartikel gesucht u. fest. Weizenschalen 4.95—5.10 Mark. Weizenkleie 5.00—5.15 M., Roggenkleie 5.60—5.75 M., Futtermehl 6.50— 8.00 M., Biertreber, getrocknet, 5.60 bis 5.75 M- je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.
♦ Der Raubmörder Hermig befindet fich nunmehr im sicheren Gewahrsam in Potsdam, wohin er von Stettin unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln gebracht worden ist, da der ihm zur Last gelegte Raubmord an den Kellner Giernoth auf Potsdamer Gebiet verübt worden ist. Die Aufregung in Potsdam bei der Ankunft des Mörders hat leider ein Opfer gefordert, indem ein alter Stationschfistent beim Rangieren von einem Wagen erfaßt und durch Zertrümmerung des Schädels getötet wurde. Nicht gering ist das Verdienst des Wacht« und Schließmanns Haase bei der Festnahme Hennigs in Stettin. Nachdem Hennig das Fahrrad Haases gestohlen hatte, setzte dieser ihm sofort nach, auch dann noch, als Hennig sich bereits des Rades entledigt hatte. Haase leistete auch bei dem Transport Hennigs nach der Polizeiwache und bei der lleberroältigung des schießenden und einen Fluchtversuch machenden Hcm'.ig wertvolle Dienste. Haase ist ein kleiner, aber sehniger Mensch, er zählt erst 23 Jahre und diente bei der Feldartillerie. In Potsdam sitzt Hennig in einer Isolierzelle, bte mit besonderen Sicherheitsvorrichtungen versehen wurde.
♦ Vom Grubenunglück in Conrrieres. Die acht Mann nebst zwei Führern, die von der deutschen Rettungsmannschaft zurückgeblieben sind, werden dort noch ein bis zwei Wochen beschäftigt sein. Dann hofft mau, die giftigen Gase aus den Gruben entfernt zu haben. Einige Sttecken können jetzt schon von Mannschaften ohne Sauerstoffsäcke begangen werden. Die Deutschen legten in Schacht 2 in einer Tiefe von 400 Metern ein 500 Meter langes Srrnsprechkabel in Richtung nach Grube 3. Tie ergungäarbeiten werden stellenweise schwieriger, da die Zerstörung in den Gruben fortschreitet. Der Versuch, aus einer höheren Sohle vorzudringen, mußte wegen Ausströmens giftiger Gase aufgegeben werden. — Die Streikbewegung greift immer mehr um sich. In den ©rubelt von Conrrieres wird überhaupt nicht gearbeitet. Die Arbeiter, der von dem Unglück betroffenen Schächtck haben beschlossen, die Minengesellschaft zur Zahlung der Löhne auch für die Tage der Arbeitsernftellung zu veranlassen. Die Ruhe ist nicht gestört.
* Ein Goliath-Frosch. Ein Herr Boulanger wies bei der letzten Sitzung der Zoo ogischen Gesellschaft in London einen bei ©pulen tn Kamerun gefangenen Frosch vor, den et sehr zutreffend Rana Goliath (Goliath-Frosch) genannt hat. Tas Tier ist 10 Zoll lang und hat einen Leibesumfang von 7 Zoll. Die Hinterbeine sind außerordentlich muskulös und riesig läng. Sie messen 18 Zoll, wovon 7 Zoll auf die mit Schwimmhäuten vergebenen Füße entfallen. Das Maul ist 6 Zoll breit, unb die Munohöhle ist so groß, daß eine ausgewachsene Ratte darin bequem Platz hätte.
* Stand? Vater (auf dem Standesamt): „Melde gehorsamst, ich habe einen Knaben bekommen." — Beamter (barsch): „Name?" — Vater: „Sauer
e;
M »
W