Monatrdellage: „zuldaer Geschichtsblätter
M 56.
Fulda, Freitag, den 9. März 1906.
33, Jahrgang.
Dar Uaiserin-Zriedrich-Hauz für dar LrMche Zottbildungswesen.
chen sich ins Wasser neigte und das Gleichgewicht
6tic;euH läglßch, mit Ausnahme der Somt» aet Stiertage, viertel» lührt. vezugrpreir »hne vringerloh« und vesie2geldi»S»ldaund aurwärt, • Mk. 50 psg.
Sotatronrdruck n. Verlag der Snlbaet 3« tiendrukterei in Snlba. zenrsprecher Nr. 9.
verlor?"
„Gewiß, aber ich hatte die Auffassung, als ob es mit Absicht geschehen sei, als ob die Unglückliche oder Wohl Wahnsinnige, denn diesen Eindruck
stes erfüllt fei", und bezeichnete die Veröffentlichung des Bischofs von Cremona, ohne dessen Namen zu nennen, als bedauernswert sowohl in sich, wie wegen der besonderen Umstände. „Noch bedauernswerter wegen der traurigen Folgen, die Sie, Herr Kardinal, und Ihre Kollegen in dem angeführten Schreiben tief beklagen, wie das auch nicht wenige andere italienische Bischöfe getan haben". Die liberalen Zeitungen, voran die „Tribuna", das „Giornale d'Italia" in Nom und der „Corriere della Sera" in Mailand suchen nun einen möglichst großen Gegensatz zwischen dem hl. Vater und Bonomelli zu konstruieren und diesen besonders durch Unterredungen mit Kardinalen und hervorragenden Persönlichkeiten zn illustrie- ren. Wie weit diese richtig sind und wieviel dabei hinzugedichtet ist, läßt sich im einzelnen nicht feststellen. Besonders beachtenswert ist, daß auch der Führer der christlichen Demokraten Don Romolo Murri, in einem Artikel des „Ordine" ganz richtig hervorhebt, daß eine so ideal gedachte Trerinungs- theorie, wie sie in dem Schreiben des Bischofs ausgesprochen wird, praktisch überhaupt undenkbar sei und daß tn einem fast ganz katholischen Lande wie Italien oder Frankreich der Staat als juristische Person nicht gleichgiltig einer so großen Macht wie die Kirche gegen überstehen könne.
So wie die Dinge jetzt in Italien liegen und wie man auch aus der Konstellation der letzten Wahlverhältnisse schließen kann, ist eine ernste Stimmung zur Nachahmung des Vorgehens der französischen Regierung hier nicht vorhanden, wenngleich man im Privatgesvräch Stimmen ver- nehmen, kann, die der kirchlichen Entwickelung nichts günstiges prophezeihen.
Nach dem zweiten Gang hat Roden einen Schuß in den linken Oberarm, Tessin kleine Streifwun- den. Der Unparteiische zuckt bedauernd die Schultern: Kampfunfähigkeit ist das nicht.
Beim dritten Kugelwechsel stürzt der Hauptmann zusammen, jäh — plötzlich — ins Herz getroffen . . . Wolff springt hinzu, fängt den Sterbenden in den Armen auf, bettet ihn sanft zur Erde. Wie ein Hauch dringen die Worte an sein Ohr: „meiner Braut" und dann bricht des Unglücklichen Auge.
Einen Augenblick steht Tessin wie versteinert: wie Feuer brennt die Unglückswaffe in seiner Hand. Entsetzt wirft er sie von sich, stürzt fassungslos zu des Verwundeten Füßen nieder, um ihm zum letztenmale die Hand zu reichen, seine Verzeihung zu erlangen; aber der hört und sieht ihn nicht mehr. Hauptmann von Roden hat ausgeotmet.
Bleich und verstört, innerlich vollständig gebrochen, erhebt sich Kurt von Tessin. Nun, da das Unwiderrufliche geschehen, kommt ihm erst der vernichtende Gedanke, daß das sein Werk, seine unsühnbare Schuld ist; er taumelt Dann aber sieht er die Augen der Kameraden auf sich gerichtet. Straff richtet er sich auf. Er hat Schuld auf Schuld auf sich geladen; er hat die Geliebte in den Tod getrieben, hat sich des Geldes wegen verkauft; er hat einer alten Mutter den Sohn, einer Braut den treuen Verlobten geraubt; zum Atoei- tenmale binnen weniger Tage ist er zum Mörder geworden . . .
Aber er hat sich schneidig benommen. Sein« Ehre ist rein!
neue, umfangreiche Gebäude liegt auf der Westseite des Luisenplatzes. Es wird lediglich dem Unterricht und der Fortbildung dienen. Für diese Zwecke ist ein Hörsal vorgesehen, der mit allen Mitteln der modernen Technik ausgerüstet ist und etwa 200 bis 300 Personen faßt, ferner ein kleinerer Lehrsaal, welcher zugleich die Möglichkeit für
allerlei wissenschaftliche Hebungen bietet In dem Kaiserin-Friedrich-Haus sind die staatliche Sammlung ärztlicher Lehrmittel und die Berwaltungs- räume für ärztliche Fortbildungswesen untergebracht und eine ständige Ausstellung von ärztlich-technischen Gegenständen: also eine Art Mu- femn. In dieser Dauerausstellung, deren Gegenstände einer sorgfältigen Sichtung und Prüfung unterliegen, sollen ärztliche Kunst und wlssen- schastliche Technik einen Berührungspunkt und die Gelegenheit zur gegenseitige» Anregung finde».
Kl. c. Ehre.
Von Maria von Weser.
(Nachdruck verboten.)
„DaS war ein Liebesdienst, Kurt, den ich Dir nicht noch einmal erweisen würde. Wie mich das Mädchen angesehen hat, als ich ihr. Deinem Auftrag entsprechend, ausrichtete, daß alles ans sein müßte zwischen Euch, weil Du Dich schuldenhalber verloben müßtest. Wahrhaftig, ich möchte nicht in Deinen Schuhen stecken! Muß doch ein erbärmliches Gefühl fein, so ein vertrauendes Menschenkind sitzen zu lassen. Wenn ich ait das erst verständnislose, dann ungläubige Gesicht denke, — mein Gott! Wenn sie sich nur nicht ein Leid antut! Sie sah so verwirrt aus."
Kurt nervös an seiner Zigarette drehend: „Na brauchst mir noch etwas vorzuunken, mir ist jämmerlich genug zu Mut. Daß ich die Lisbeth wahu- sinuig gern gehabt und auch mal den Gedanken hatte, abzugeben, um sie zu heiraten, ist ja wahr. Aber Du mußt doch einsehen, daß das nicht anging; wovon sollte ich sie und mich ernähren?" j
„Bequemer ift'8 gewiß, sich ernähren zu lassen." ! „Verschone mich mit Deinem Spott. Was soll ich ! denn anders machen? Spielschulden sind nun einmal Ehrenschulden. Muß ich mich doch glücklich preisen, daß mir d ie Trau mann mit ihrem Mammon gerade jetzt ans den Weg gelaufen ist. Löb !ahn zahlt mir jede Summe, menn meine Verlobung perfekt ist. Es ist der einzige Weg, wie ich mit Ehren auS der Sache kommen kann."
„Mit Ehren" nennst Du das? Na, weißt Du, ich bin da doch anderer Meinung. Da habe ich alle Achtung vor Roden, der von seinem Gehalt noch seine alte Mutter unterstützt und sich jeden Pfennig vom Munde absparrt; wenn er auch irifen muß, wenn die Kameraden eine feine Flasche trinken, und wenn sein Rock auch mal ein bischen fadenscheinig ist. . . ."
„Bleib' mir mit dem widertvärtigen Menschen vom Leibe. Solch ein Tugendprotz und GemütS- fer, der so ruppig aussieht, daß man sich vor den Kellnern schämen muß. Ich begreife nicht, wie et sich in anständige Gesellschaft wagt . .
„Na, erlaube mal Freundchen! Für Roden fehlt Dir doch wohl die Beurteilung; ein Eharakter wie der, ein geistig hochstehender, erstkstissiger Mensch, auf deffen Freundschaft ich stolz bin, kann doch nicht nach Aeutzerlichkeiten gemessen wer- den . . ."
A«z «ig«a:D»ti«. spalftg« prtitzrlle oder deren Baum $5 psg, Beklameu die Petltzell« 25 pfg.; bei Wiederholungen wird entspr.
Rabatt gewährt.
0 Deutscher wertmelsterverband.
Eine- der stärksten Glieder in der Kette der Privatbeam »«Vereinigungen ist der deutsche Werkmeisteroerband. Aus Anlaß deS UeberfchreitenS der Mitgliederzahl von 44000 in diesen Tagen richtet er unter Hinweis auf die finanziellen Leistungen in feinem Organ, der .Werkmeister- Bettung' (8), einen eindringlichen Appell an seine Mitglieder zu weiterer Werbetätigkeit. Der Verband hat in den letzten 10 Jahren um 14000 Mitglieder zugenommen, und da er jetzt schon etwas mehr als die Hälfte aller ausnahme- fähigen Berufsangehörigen umfaßt, sind jetzt schon die Mitgliedsverhältwffe als günstig zu bezeichnen. Ebenso gestalteten sich auch die Kaffenverhältnifle und Letstungen. 1896 betrug das Vermögen deS Verbandes 808000, 1906 871000 Mark, trotzdem davon vor 4 Jahren eine Million dem Reservefonds der Sterbekaffe zugeführt wurde, 1896 betrug das Vermögen der Sterbekaffe 623000, 1906 5 440000 Mark. Ganz besonders stieren d e Unterstützungen. Während im Jahre 1895 nur 25583 Mark an bedürftige Mitglieder gezahlt wurden, waren es im Jahre 1905 149 80 Mark. Die Witwen erhielten im Jahre 1895 78 808 M., 1905 da-
verantwortlich« W
Schriftleiter: 3 Baum; für die Anzeigen
3. pan^r in sutba. wochenbellage.„Iüustrlette§onntagzzettung
Späte Stunde in der offenen Halle des Offi- zurkasiinos; angeregte Unterhaltung. Zuletzt er- scheint auch Kurt v. Tesiin, animiert, glückstrahlend, mit stark gerötetem Gesicht und winkte Wolff zu sich heraus: „Kannst mir gratulieren! Die
Italienischer Wochenbrief.
+ Rom, 5. März 1906.
Die Antwort des Papstes auf das Schreiben E 3,um Provinzialkonzil unter dem Vorsitz des Kardmal Ferrari von Mailand versammelten Bi- schvfe, in dem diese gegen das kürzlich von uns ausführlich besprochene Pastorale des Bischofs «onomelli von Cremona über die Trennung von Kirche und «staat Klage führten, hat in ganz Jta- Itcn einen großen und nachhaltigen Eindruck hin- tenaflen. Wie wir bereits mitgeteilt, hat das „Giornale d'Italia" zahlreiche Stimmen ans den verschiedensten Lagern über die formell unzweifelhaft geistvoll vorgetragenen Theorien des mich über deutsche Verhältnisse sehr gut orientierten Bischofs von Cremona veröffentlicht. Da war es nun interessant zu sehen, daß man selbst auf liberaler Sette eine Trennung von Kirche und Staat für jetzt nicht als opportun erachtete, und mau konnte den Freimut bewundern, mit dem zwei italienische Geistliche gegen Bonornelli Stellung nahmen und ihrer gcgentcUiaen Auffassung uh* Zweideutigen Ausdruck verliehen. Im Widerstreit der Meinungen wurde vielfach allerdings ganz vergehen, daß der gelehrte Bischof einer Trennung gar nicht direkt das Wort redet, sondern nur den möglichen Fall ins Auge faßte und hierauf die Kirche gleichsam vorbereiten wollte. Dabei hat et aber zu wenig mit den prattischen Verhältnissen speziell in Italien gerechnet und die Vorurteile der Trennung so übertrieben, daß viele Leser den Eindruck getoinnen tonten, als sei er ein Vertreter der Trennungstheorie. Eine Aeußerung von höchster Stelle konnte nicht ausbleiben, und wie nohvenbig diese war, zeigt die Tatsache, daß die Blätter aller Richtungen spaltenlange Artikel hierüber brachten und sich noch tagtäglich damtt beschäftigen.
Die lombardischen Bischöfe schrieben an den hl. Vater: „Unsere Erregung ist um so größer, als wir sehen müssen, welch unheilvolle Wirkung in. unsren Diözesen eine Stimme hervorgerufen hat, die ganz voll der Euerer Heiligkeit abweicht und mit der die liberale Presse den größten Miß- bmuch treibt, so daß die korrekte kirchliche Lehre und Disziplin darunter Schaden leidet. Und deshalb können wir, o hl. Vater, nicht schweigen und es ist unser innigster Wunsch . . . unsere volle Unterwerfung unter die Weisungen Euerer Hei-
vermischtes.
* Ein Konzert von 2000 Schulkinder«. Im Beisein des Kaiserpaares sand am Montag mittag im Zirkus Busch in Berlin em Konzert von 2000 Schulkindern statt. Veranstalter war der Schulrat Dr. Fischer, Dirigent Chormeister Adolf Zander. Der Zirkus war bis zum letzte» Platz ausoertanft, und die wunderbaren Leistu gen der jugendlichen Sängerscharen rechtfertigten den starken Besuch und die reichen Erträgniffe, die dem Verein Mädchenhort und dem Verein Kinderhort zugute kommen. Die Sänger, zur Hälfte Knaben, zur Hälfte Mädchen, waren au- den oberen Waffen von 100 Gemeindeschule» ausgewählt, und sie trugen mit tadelloser Präziston 14 einfache Weisen und Volkslieder vor. Jugendfrisch, machtvoll und dann wieder unend« ich -art, erfüllten die Lieder den weiten Raum, und jedes von ihnen entfesselte entert wahre« Beifallssturm. Die Veranstaltung hat so recht eindringlich wieder einmal die Schönheit deS VolksliÄeS gezeigt und das Bedauern darüber erneuert, daß in unseren höheren Lehranstalten daS VolkSlirt» eine so geringe Pflege findet, während allrtlei Kunstgesänge, von denen die Kinder nichts mit ins Leben nehmen, bevorzugt werderr.
* KaserueuhsfbliUe. Einjähriger (Doktor der Philosophie): „Ich kann wirklich nicht über den Bock..." — Hauptmann (das Turnen inspizirend)r „Ach waS, ein Philosoph muß sich über alles hinwegsehen könne«!*
* Der Bauer t« der Stadt. „WaS dümmere- gibts nett, als d' Stadtweiber; z'erscht macha f V Nöck z'laüg, nacha heben sas in d' Höh!"
Rettung unmöglich war. Aber die Schiffer suchten von ihren Booten aus schnell nach der Leiche. Es war ein erschütternder Anblick . . . Die weit offenen, stieren Augen, die aufgelösten langen Haare, die feucht und wirr um das schöne Gesicht herum- hingen, dazu ein verzweifelter, weher Zug um den bleichen Mund ... Es war entsetzlich! Ich werde es nicht vergessen, wenn ich hundert Jahre al werde . . ."
Unangenehm berührt hatte Wolff zugehört; er vermied es, nach Kurt hinzusehen, der jetzt ganz bleich mit eittgeu.iffenen Lippen dasaß, während es iu seinem Inneren tobte: „Weiß man denn nicht, um wen es sich handelt?"
„Es soll die Tochter eines kleinen Beamten, eines geachteten Mannes fein. Wer weiß, was da zugrunde liegt, — betrogene Liebe . . .
Von ungefähr fallen des Sprechers Blicke au: fein Gegenüber, den Kurt v. Tesiin, und zucken zurück vor dem Ausdruck von Haß, der ihm in dessen Gesicht begegnet. Ahnungslos, was diesem Groll gegen ihn zugrunde liegen kann, schreibt er ihn dem zu reichlich genossenen Alkohol zu.
In des Angetrunkenen Hirn arbeitete es währenddessen fieberhaft. Wenn Lisbeth wirklich die Unselige war? Und sie war es, die verlassen, verzweifelt, halb wahnsinnig ihrem Leben ein Ende gemacht hatte. Wie stand er seiner Braut, seinem Schwiegervater gegenüber, wenn die gerichtliche Untersuchung die Wahrheit ergeben würde. Aber trenn auch nicht — hatte er die Geliebte in den Tod getrieben? War er nicht ihr Mörder?
. In diesem Augenblick begegnen ihm zufällig wieder Rodens Augen, hört er dessen ernste Worte; töieber scheint er ihn anflagett, bloßstellen zu wol- I len. Wilder Haß gegen den Ahnungslosen steigt in ihm auf, beherrscht ihn bis zur Sinnlosigkeit. Wütend schreit er ihn an: „Ich verbiete mir das unverschämte Fixieren!"
Einen Moment tiefe Stille. Dann ein Durcheinander von Stimmen: „Sie haben zuviel getrunken, Tesiin!" Kurt, Du weißt nicht, was Du sagst." „Hören Sie gar nicht hin. Roden!" Müh- fam beschwichtigen die Kameraden die beiden Gegner, denn das sind sie jetzt.
Wolff nimmt Tessins Arm: „Bist Du voii Sinnen, Mensch! Du lenkst ja die Aufmerksamkeit auf Dich. Beherrsche Dich!" Aber dieser ist blind und taub vor innerer Erregung. Bald sieht et der Verlassenen blaue Augen stier und Verztveiselt auf sich gerichtet, empfindet er die ganze Pein eines I nagenden Gewissens, verwünscht er seinen Leichtsinn ; bald überdenkt er feine furchtbare Lage, wenn die kaum geschlossene Verlobung zuruckgehen sollte ... Aber über allem steht der Haß auf den Erzähler, der sicher nur ihm znin Aerger die ganze Geschichte aufgetischt hat, auf den Tugendprotz, den Scheinheiligen, der ihn verderben, schlecht machen will . . .
m Roden sucht unter all den bunten Kavalleristeilmützen nach seiner Jnfanteristenmütze; sie hängt halb verborgen unter einer bunten. Er nimmt diese vorn Haken, um zu feinem Eigentum zu gelangen; da steht auch schon Tesiin neben ihm, bleich, zitternd, wutverzerrt . . . „Zum Donnerwetter, Herr! Lassen Sie Ihre schmutzigen Finger von meiner Mühe oder . ." und im halben Wahnsinn bebt er die Hand. Da ist es auch mit RodenS Selbstbeherrschung vorbei . . .
Pistolenduell bis zur Kampfunfähigkeit. Wolff gibt sich alle erdenkliche Mühe zu schlichten, zu versöhnen. Wohl gesteht Tessin zu, durch Wein und Aufregung halb sinnlos gewesen zu sein; aber zu einer formellen Abbitte ist er nicht zu bewegen.
gegen 211 759 M. Aehnlich gestaltete sich dies bei den Sterbegeldern. Während 1895 für männliche Sterbefälle 257400, für weibliche 48190 M. gezahlt wurden, waren es 1905 4913«>0 bezw. 91195 M. Diese Summen find ein erfreuliches Zeichen der Opferwilligkett der Mitglieder, aber auch ein Zeichen dwür, was Selbsthilfe vermag. Alles in allem zahlte der Verband bis heute in runden Summen an Unter» tützungen und Sterbegeldern: a) Unterstützungen ür Mitglieder 1537000M., b) Unlerirützungen ür Witwen 2052 0< 0 M., c) Unterstützungen für Waisen 500u0 M., d) Sterbegelder für Männer 5208000 M., e) Sterbegelder für Frauen und Witwen 995000 Mark, Insgesamt aiso 9842 000 M. ober auf den Kopf des Mitgliedes verteilt rund 224 M. Rechnet man dazu noch das Vermögen des Verbandes und ferner Ein- riefctungen, das tn diesen Tagen 7 Millionen uberjteigen wird, dann kommen auf den Kopf jedes jetzt vorhandenen Mitgliedes rund 383 M. Die Beiträge des ältesten Mitgliedes ohne Zins und Zinseszinsen betragen aber bis heute nur 434 M. Wo in den letzten Jahren das Jn- tereffe der Öffentlichkeit wie der Regierung sich immer lebhafter der Erörterung der Lage der Privatbeamten zuwendet, könne diese am wenigsten eins entschiedene Siandesoereinigung entbehren und gilt es, durch eine solche die den Privat- beamten günstige Bewegung in Fluß zu erhalten und sie praktischen Erfolgen entgegenzuführen.
uniertoerfung unter die Weisungen Euerer Hei- ,nachte sie, den Tod in den Wellen gesucht habe, -.g^eit zu in Ausdruck zu bringen''. Ter heilige Jedenfalls war sie sofort in den über ihr zusam- ater dankte den Bischöfen für ihre Teilnahme menschlagenden Wellen verschwunden; die Strö- »ait uem bitteren schmerze, von dem sein Inner» mung ist gerade an jener Stelle so stark, daß eine
Sache ist perfekt. Du siehst einen neugebackenen Bräutigam vor Dir." Weinselig: „Man ist doch ein verfluchter Kerl! Reinweg verschossen ist sie in mich, die Gerta Traumann. Ist übrigens so übel gar nicht, die Kleine hat ein paar famose Augen und" augenzwinkernd „eine halbe Million Mitgift; daS kann meines Vaters Sohn auf die Strümpfe helfen l Uebrigens wer sitzt denn dort bei Euch am Tisch; ist das nicht wieder Tein erst- klasiiger Freund? Unsympathischer Mensch!"
„Wolff erklärt kurz hin: Roden wollte sich verabschieden. Jin Vertrauen gesagt; er reift nach Hause, um sich zu verloben; eine Jugendliebe! Hat alle die Jahre dem Mädchen die Treue gehalten. Nun, da er Hauptmann erster Klasse wird, kann er heiraten."
• ®rÄben; Bewillkommnen Händeschütteln. Kurt Das am Luisenvt«»
nimmt dankend die hergebrachten Glückwünsche an. v v
Einer der Herren wendet sich an Roden: „Aber | Im Anschluß an die Feierlichkeiten zur silber- bitte, fahren Sie fort. Sie sahen, wie das Mäd- j nen Hochzeit unseres Kaiser Paares ist in Berlin ° auch das Kaiserin-Friedrich-Haus für das ärzt
liche Fortbildungswesen eröffnet worden. Das