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roo<D«btnagt: „ZlluftrlerteSonittagrzeitting"
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monctsbeiiage: „Zuldaer Geschichtsblätter".
vnuigt*: vi«ei, wattige Petitzeile oder deren Baum 15 pfg- Reklamen die petttzeilt 25 Pfg.; bei wirder- •'Olungtn wird entspr. "abatt gewährt.
Rotatt* ‘sönid u. Verlag der.ss'bcet Ae> tienbrn-terei m k-lba. Sernfpreher B* “
Fulda, Samstaff, den 27. Januar 1906.
33. Jahrgang.
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LsrE 3um Geburtslage des Haifas, tsscsa
Hanse walten unb reicher Segen ihm zuteil
Unser Kaiser Wilhelm IL vollendet heute fein 47. Lebensjahr. In allen Gauen des «eiten deu scheu Vaterlandes und über dessen Grenzen hinaus, überall da, wo Deutsche wohnen, wird der Geburtstag des Kaisers festlich begangen. Tas treue deutsche Volk sendet an dietem Tage innige Gebete zum Himmel empor, auf daß die Gnade des Allerhöchsten unseren Landesoater und sein Haus schützen und schirmen und seine Regierung segnen möge. In Liebe und Verehrung richtet jeder gutgesinnte Deutsche heule seinen Blick zum Throne des Kaisers und erneut im Herzen den Schwur der Anhänglich, feit und Treue zu dem von Gott uns gesetzten Herrscher.
Das vergangene Lebensjahr des Kaiser- hat der kaiserlichen Familie verschiedene sreudige Ereianisse beschert, wir erinnern nur an die Vermählung des Kronprinzen und an die Verlobung des Prinzen Eitel Friedrich, dessen schwere Erkrankung im vorigen Jahre einen trüben Schallen iuf die Kaisergeburtstagsfeier warf. Das heute beginnende neue Lebensjahr des Kaisers wird »in besonders festliches Gepräge erhallen durch die Feier der silbernen Hochzeit des kaiserlichen Paares. Möge die Huld des Allmächtigen in dieiem Jahre besonders über dem kaiserlichen
CiilÄjlltlelliillsdemWr.
Von H. Catalina.
£>] (Nachdruck verboten.)
Nachmittags machte er gewöhnlich einen weiten Ritt. Mit Vorliebe wählte er seinen Weg den Arroyo entlang bis zu einer kleinen Anhöhe. Von dort überblickte inan weithin den Lauf des Baches bis zu seiner Mündung in den Fluß. Von ferne schimmerten die grünen Flußinseln, hell widerstrahlte die Sonne aus den sanften, blauen Wellen, in saftigem Grün prangte das Weideland; - ,-ur die kahlen Aeste der Laubbäume und die braune, fast schwarze Erde der leeren Felder erinnern daran, daß der Winter seinen Einzug gehalten. Welch ein Winter! Ueberall Blumen, saftiges, frisches Grün überall! Aus dein dunkeln Laube der Zitronen- und Orangenbäume glänzen die goldenen Früchte. Vom tiefblauen Himmel des Südens strahlt mild die Sonne, nur beschreibt sie einen kleineren Vogen. Abends und morgens senken sich Nebel über die Ebene, und dann und wann erinnert ein rauher Wind daran, daß die kalte Jahreszeit herrscht. — In der reinen, klaren Luft fühlt sich Felix frei und leicht. Dem Blicke über das gesegnete Land folgten die Gedanken; sie flogen zum Saum der Erde am unbegrenzten Horizont und erhoben sich bis zum hohen Himmelszelt. Tie Last, die ihn so schwer bedrückte, war obgewälzt. Er atmete frei. Kein Auge traf ihn, in dessen Blick er zu lesen glaubte: „Das ist der Sobn jenes Mannes!" Allmählich wurde es richt tu ihm; Mut und Entschlossenheit kehrten zurück.
13. Kapitel.
Em kühler Vormittag brachte Felix nach Esperanza. Leefeld hatte ihn zum Frühstück gebeten und erwartete ihn. Felix war überrascht, als er das niedrige, weißaetünchtc Wohnhaus sah. Kei:- Verwalter hätte sich mit einer so einfachen Wohnung begnügt. Auch im Innern fand sich nur I der notwendigste Hausrat, alles , reinlich und in Ordnung gehalten, aber von einer gewollten, bis zur Strenge ausgesuchten Einfachheit. Ein schönes Kruzifix als einziger Wandschmuck, ein reich
werden lasten!
Fast 18 Jahre hält Kaiser Wilhelm II. nun schon die Zügel der Regierung in fester Hand. Seine gottesfürchtige Gesinnung, seine gewisten- haste Austastung der Standespflichten und seine unermüdliche Schaffensfreude sind ein Muster und Vorbild für alle. Mit Gerechtigkeit und Milde waltet er seines hoben, verantwortungsvollen Amtes, und wir gestehen mit Freude, daß insbesondere die deutschen Kaiholiken das Vertrauen nicht zu bereuen haben, das sie ihrem Souverän von jeher entgegengebracht haben. Ein Mann von Charakter, von christlicher Gesinnung durchdrungen, frank und frei, ist der Kaiser bestrebt, nach bestem Wißen und Gewißen das Wohl des Volkes und des Landes zu fördern und der Welt den Frieden zu erhalten. Die Friedensliebe Kaisers Wilhelm IL hat in der Wellpolitik ihre wohlverdiente Anerkennung ge. sunden und ist zur Bürgschaft des Friedens geworden. Möge es dem Kaiier vergönnt sein, auch im Innern seines Londes den Frieden und die Eintracht herdeizusühren, welche der Krone wie dem Volke zum Heil und Segen gereichen
(Sott schütze, segne und erhalte unfern Kaiser!
gefüllter Bücherschrank in der Ecke, um den eigenen Tisch einige Stühle, zwei bequeme Rohrseüc am Fenster, Binsenmatten auf den Diesen, statt der Vorhänge nur grüne Jalousien: dies war die Einrichtung des Raumes, der als Empfangs- und Eßzimmer diente. „Da Sie den Wunsch aussprachen, die Kolonie zu sehen, habe ick, mir er- laabt. Sie zum Frühstück zu bitten. Wir Huben eine gute Stunde zu reiten und die Tage toetben schon sehr kurz. — Sie müssen hier mit dem Gebotenen fürlieb nehmen; mein Koch verwöhnt mich nicht, und Gäste treffen selten bei mir em", entschuldigte sich Seefeld.
Aber das Frühstück ließ nichts zu wünschen übrig: ein saftiges Beefsteak mit Eiern und gerösteten Bataten, ein Huhn mit Reis, wie nur rin Italiener es zu bereiten versteht, ein zarter Hasenbraten, dann Käse, Früchte, kleine Kuchen. Eine Flasche Landwein — Mendoza — schien für ix-u Gast allein reserviert. Ton Luis füllte cic Gläser und stieß mit Felix an, nippte aber kaum von dem Weine.
„Ich bin kein Temperenzler", scherzte er, Jen- bern Gesundheitsrücksichten verbieten mir den Wein."
Er fragte feinen Gast nach den ersten Eindrücken, die ibm sein neues Amt gebracht, und ti ‘{:r erzählte offen, als rede er zu einem langjährigen Freunde, wie eS ihm bis jetzt ergangen, was ihm leicht geworden, was ihm Schwierigkeiten gemacht. Ton Luis hörte mit Interesse zu und warf mu.ich verständiges Wort dazwischen. Nach dem Esten kauien einige Reiter an, Hirten der Estancia, die ihre Berichte abstatteten und ihre Anliegen vor- brachten, Söhne des Landes, mit aelbbrauner Gesichtsfarbe, blitzenden, schwarzen Augen und buschigem, schwarzem Haare.
„Morenos Pferd lahmt; er fragt an, ob Ton Luis ihm ein anderes geben kann; Pepes Herde hat Zupachs erhalten; er hat die Kälber, der leiten Nächte wegen, in den Schuppen gebracht; einige Pfosten der Einfriedigung sind morsch und sollten ersetzt werden. Flora ist der Meinu >g, die Jährlinge sollten die Weide wechseln re." Seefeld gab ihnen Bescheid, notierte einiges und wandte sich dann wieder seinem Gaste zu, der sich inzwischen im Hofe umgesehen hatte, da die Un-
Deutscher Reich.
Berlin, den 26. Januar 1906.
. . Der Bundesrat bat in der am 23. d. M. unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staats- ekretärS des Innern Dr. Grafen von Posa- dowsky-Wehner abaehaltenen Plenarsitzung die Vorlagen betr. den Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung e'niger Vorschriften des- Reichs, stempelgesehes und betr. die Ausprägung von 25 Millionen Mark in ReichSsilbermÜnzen, den zu- ständigen Ausschüssen überwiesen. Dem Bericht der Ausschüße, betr. den Antrag des Königreichs Sachsen aus authentische Interpretation der Vor- schriften über die Herstellung, Aufbewahrung und Verwendung von Azetylen, sowie d.e Lagerung von Karbid, wurde zugestimmt. Außer- dem wurde Über eine größere Anzahl von Eingaben Beschluß gefaßt.
.. Der außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister in Hamburg, LegationSrat v. Tschirschky und Bögendorff, ist nunmehr, wie der »Rerchsanzeiger^ meldet, unter Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat „Exzellenz- zum Staatsiek.etär des Auswärtigen Amtes ernannt und nach Maßgabe deS Gesetzes vom 17. März 1878 mit der Stellvertretung des Reichskanzlers tm Bereiche des Auswärtigen Amtes betraut worden.
\ lieber den Stand der deutsch-amerikanischen Handelsvertragsverhandlungen waren in der letzten Zeit etwas günstigere Meldungen verbreitet worden. Leider scheint es jedoch mit dem ersprießlichen Fortgang der Verhandlungen sehr schlecht zu flehen, trotz der Bemühungen, die der Präsident der Vereinigten Staaten zugunsten der Abschließung eines Vertrages unternimmt. Neuerdings hat sich, wie lern ,Berl. Lok.-Anz.' von privater Seite gemeldet wird, Pi äsident Roosevelt mit dem Senator Olbrich und dem Spiecher des'Repräsenlantenhaujes Cannon und sonstigen Parteiführern über die deutschW Zollfragen beraten. Diese Führer sind anjchei7i<«ü für die Bill deS Mitgliedes des Repräsentanten- Hauses Cleary, derzufolge die Sätze des D i n g l e y- Tarifs um 25 Proz. erhöht werden sollen. Roosevelt ist indessen für einen neuen Versuch, einen Gegenieitigkeitsoertrag anzustreben, und dürfte darüber an den Kongreß eine bewn- dere Botschaft richten. Wie leicht erkennbar, will der Präsident vermittelst dieser Spezialbot- schast sowohl gegenüber Deutschland wie gegenüber den amerikanischen Befürwortern eines Handelsvertrages mit besonderer Deutlichkeit dar- tun, daß es nicht an ihm, sondern an >em Kongreß liegt, wenn die Unterhandlungen mit Deutschland scheitern.
* Hinsichtlich der BekampfunA des übermäßigen Alkoholgenusses rofüen die zuständigen Minister in einem Runderlasse an die Regierungs- Präsidenten darauf hin, daß die Provinzial- und Bezirks-Behörden mit einem der hohen Bedeutung der Angelegenheit entiprechenden Eiser im Sinne des Erlaßes vom 28. April 1W3 bestrebt gewesen sind, vorbeugende Maßnahmen, insbesondere auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege, zur Bekämpfung der Trunksucht anzuregen, die bestehenden einschlägigen Bestrebungen in qeeianeter
terrebung unter der breiten Veranda gcfuiri: wurde. Neben dem Wohnhause, das Don Luis allein zu bewohnen schien, erhoben sich mehrere weißgetünchte, niedrige Häuser, Wirtschaftsräu- nie oder Wohnungen für Dienstboten und Arbeiter, im Hintergründe dehnten sich lange, einstöckige Scheunen und Schuppen mit Ziukdächern; ein Gemüsegarten, der nur wenig Blumenflor aufwies, lag vor dem Wohnhause, das von entlaubten Platanen umgeben war, die wohl zur Sommerszeit reichlichen Schatten spendeten. Zwei schöne Jagdhunde folgten ihrem Herrn schweifwedelnd auf Schritt und Tritt; zwei große englische Doggen lagen träge in ihren Hütten, tagiiber an der Kette, waren sie nachts in Freiheit nicht zu unterschätzende Wächter. Tie Pferde wurden herbei- gefllhrt und in frischem Trabe ging es über grüne Weideflächen dahin.
„Sehen Sie, hier-weiden meine Jährlinge!" Don Luis zeigte auf eine gesonderte Umzäunung „Dort liegen meine Kleefelder. Meine übrige Besitzung zeige ich Ihnen gelegentlich. Heute nehmen wir den kürzesten Weg guerfeldein.
Tie Zisternen, die Gruppen weidender Rinder, die beim Anblick ihres Herrn hcrbeigaloppie- renben Hirten erinnerten Felix an Santa Mathilde. Aber die Gegend hier war wechselnder; der blaue Fluß im Vordergründe, zahlreiche Bächlein, die im Sonnenlichte glänzten, die sauste Wellenform der Ebene bildeten einen angenehmen Gegensatz zu der einförmigen Steppe. Hohe Eukalypttisallecn, die sich kreuzten, wurden in der Ferne sichtbar.
„Sehen Sie dort die Kolonie Dolores!"
Bald grüßten die ersten Häuser zwischen Obst- bäumen hervor. Sie lagen in ziemlicher Enlser- nmtg von einander, jedes von wohlangebautem Lande umgeben.
„Nachdem ich das Land Schritt für Schritt dem Sumpfe oder vielmehr dem Versumpfen entrissen hatte, gab ich es meinen Heisern, den Arbeitern, die ich zu diesem Behufe von nah und fern herbeigerufen hatte. Jedem maß ich das Seine zu, groß genug, um eine Familie zu ernähren. Nun sind hier über fünfzig Familien ansässig. Sie bauen ihren eigenen Bedarf an Mais unb Weizen, halten Vieh und Geflügel. Nach außen — tote
Weste zu unterstützen und für die Verbreitung des Verständnißes der durch den Mißbrauch geistiger Getränk bedingten Schädigungen in den breitesten Schichten der Bevölkerung Sorge zu tragen. Es dürfe aber nicht verkannt werden, daß bei den vorwiegenden schwierigen Verhält- nisten ein nachhaltiger Erfolg nur durch eine dauernd fortgesetzte gemeinschaftliche Arbeit aller beteiligten Faktoren etjielt werden kann. Die Regierungs-Präsidenten werden daher ersucht, weiter nach der bezeichneten Richtung tätig zu sein und nach Ablauf von 2 Jahren über den Erfolg ihrer Maßnahmen zu berichten.
Zur DiLtenfrage wird in einigen Blättern die Meldung verbreitet, dem Reichstage werde demnächst eine Vorlage zugehen, in welcher die Diätenfrage tn zustimmendem Sinne entschieden werde. Nach unseren Informationen ist diese Nachricht unzutreffend. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, daß sich d« Situation in dieser Frage aeändert bat.
»Den Kaiser-Wilhelms-Kanal haben während deS Vierteljahres vom 1. Oktober bis 31 .Dezember 1>i05 8297 Schiffe sgegen 7967 Schiffe in demselben Vierteljahr 1904] mit einem Nettoraum, gebalt von 1 683 209 Reg>stertons(19n4:1478 351 Registertons) benutzt und nach Abzug des auf die Kanalabgabe in Anrechnung zu bringenden Eiblotgeldes, an Gebühren 833 575 Mk. (1901; 763240 Mark) mehr entrichtet. Davon entfielen auf den Monat Dezember 2352 Schiffe (1904: 2101) von 50 '726 ReqisterwnS (1901:416234) und 246 6 '»7 Mark (1904: 218146 Mark) Ge- bühren. Im ganzen Jahre 1905 stellte sich der Verkehr auf 32 196 Schiffe (1904: 32370) mit 5 650 736 Registertons (1904: 5 123639). Die Gebühren betrugen 2724653 Mark (1904; 2522189 Mark).
Parlamentarische Nachrichten.
.*. Die Schulgesetzkommission des Abgeordnetenhauses beriet am Freitag über die Pflicht der Gemeinden, einen Baufonds zu sammeln. Der Staat will dann seinerseits den Fonds um die Hälfte vermehren. Ein fieiton« servattver Antrag will eine zeitliche Beschränkung einführen und die Zahlungen einstellen, wenn deri Fonds dem Baubedürsnis für die nächsten 50 Jahre genügt. Ein konservativer Aniraq will die Aitsietzunq unb Minderung der Ansammlung der Schulaufsichtsbehörde überlasten. Absatz I des § 44 wird mit diesem Zusatz angenommen, ebenso der 2. Absatz in der Regierungsvorlage; der sreikonservative Antrag wird als 3. Absatz hinzugesügt. Angenommen wurde ferner § 45 der Regierungsvorlage; der § 46 wirb einstimmig ahgelehnt. *
* Aus den parlamentarischen Kommissionen. Die Steue rkon. m iff ion des Reichstages beschäftigte sich am Freitag mit der? Tabak- Vorla ge, zu der ein ausführlicher Antrag deS Zentrums vorliegt. Die Kommission kam über die allgemeine Beratung nicht hinaus. Dieselbe wird am Dienstag tortaesetzt. — Die Budget- kommisiion des Reichstage s hat heule die Vorlage betreffend die Kamerun-Eisenbahn mit den aus der Mitte der Kommistwn gestellten
haben ja die Bahn in der Nähe — liefern sie Mais, Kartoffeln, Obst, Käse, Geflügel, Eier. — Es sind fast durchweg arbeitsame und znfriedcn- Leute. Ich nahm sie erst auf Probe, das drift die ersten Jahre waren sie fozusagen meine Pächter; erst nach fünf Jabren ging der Boden mit allem, was darauf war, in ihr Eigentum über. Manck-r, der die Arbeit scheute, ist in den ersten Jahren davongelaufen. Jetzt sehen Sie hier nur angesessene Familien."
Endlos dehnte sich die Allee ans, immer wieder tauchten Häuser auf. Männer und Frauen fah*n von der Arbeit auf und grüßten ehrerbietig; Kin- der kamen herbeigelaufen, Don Luis ihren Gruß zu entbieten. Endlich erreichten die Reiter einen großen, freien Platz, der von Blatanen umstanden war. In der Mitte erhoben sich Gerüste und die niedrigen Tacksteinmauern eines im Werden begriffenen Baues. Die Reiter stiegen ab und gaben die Pferde einem hcrbcicilenben jungen Manne. „Gut, Juan, verforge uns die Pferde. In einer Stunde brauchen wir sie wieder."
„Was wird hier gebaut? Eine Kirche?"
„Ja, eine Kirche. Seit Jahren war es mein Wunsch, den Bau zu beginnen, endlich ist es möglich geworden. Es soll ein Kirchlein werden im einfachsten, romanischen Stil; ein deutscher Architekt in Buenos-Aires hat mir den Plan gemacht. Ter Rohbau soll dieses Jahr „noch unter Dach kommen. Tie innere Ausschmückung wird dann allmählich vor sich gehen. Einiges will ich dec Opferwilligkeit der Kolonisten überlaßen., Di« Kirche wird ihnen lieber, wenn sie aus eigenen Kräften dazu beisteuern. Aber die Hauptfachc bleibt mir. — Die Patres Lazaristen, die in Pa- tricio ein Haus haben, werden uns wenigstens zweimal monatlich Gottesdienst halten, ois wir einen Pfarrer dotieren können. Aber eine Schule haben wir schon." Ton Luis lächelte. „Da unsere Kolonie aus Deutfchen, Italienern, Spaniern und Irländern, besteht, wird die Schule einfach in der Landessprache — spanisch — gelehrt und zwar von einem geborenen Spanier, seines Zeichens Winkeladvokat. Lesen, schreiben, rechnen, soviel sie für unsere Verhältnisse brauchen, lernen dl« Kinder unter feiner Fuchtel. — Sehen Sie hier unsere Hauptstraße."