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Hfljtigee: Steel» fp-ltrge prtttzeil« oder bereu Sonn, IS pfg. Keiicmen die Pelitzeile 25 Pfg.; bei wieder- Holungen wird entfpr.

Labait xewShrt.

..Ich schlafe, wache Du — Ich schlaf' in Jesu Namen, Sprich Du zu meiner Ruh' 6ia kräftig Ja und Amen. Und all» stell ich Dich Zum Wächter über mich." muß gut um ein Haus bestellt sein, welches

Jnschrlften auf Uhren Tellern, Schüsseln, bet- einzelt auch auf aaderm Hausgerät anzubringen, war m früherer Zeit ebenfalls üblich, und trotz

.Zwischen Arc«-' und Leid Ist die Drück nicht Weit."

„Mit großer Müh und Plagen

. Erbau' ich dieses Haus

Und niemand kann mir sagen

Wie bald ich muß berausl"

i» Heilbronn den vielfach itod) bekannten

DaS berüchtigte Staatsge^a niS Schlüssel­burg ist aufgehoben worden. Die ^chlüsselburgei Festung wurde zur GefangenKal»>nq politischer Verbrecher benutzt und war für Nußlaad das­selbe, was für Frankreich die Bastille war. Die Festung, am Ladogasee gelegen, route* 1323 von Jurij HL Danilowitsch zum Sckutz gegen Schweden angelegt. Hier hatte Peter der Große !

O Mensch — hab' acht. So oft es schlagt Die Zeit betracht 1"

Das Satzfaß. daS ehemals als Behältnis hei­liger Würze eine viel größere Rolle spielte als heute, wo sich nur noch der Aberglauben mit dem Beschütten des Salzes beschäftigt, wird in neue­rer Zeit kaum mit Versen verziert, in früherer Zeit öfter. Da laS man:

„Ich bin nicht süß. ich bin nicht fauer.

Mich kann nicht entbehren Bürger, noch Bauer." »der:

„Ich bin der Mann, der die Speise ändern kann."

Wer würde nicht die feine Mahnung beachten, die wir in der alten Inschrift eines Notenpulte- finden:

„Willst Du genehm den Menschen sein —>

So singe nie Tein Lied allein,

Stimme weislich nur ein Liedchen an.

Auf daS ein anderer auch singen kann."

In unserer heutigen Zeit mit ihrem Streben nach Ruhm und Erfolg, würde diese Mahnung recht ost am Platze fein.

Vor übereiltem Schreiben, vor Urteilen, die schnell aufs Papier geworfen werden, vor Krän­kungen. wie sie leicht im Aerger durch die Feder laufen, vor häßlichen Bildern, d,e so manche» bochkünstlerischen schriftstellerischen Arbeiten ein- gefügt werden, sollte jene alte Schreibzeng-Ia- schrist warnen: „Was man schreibt — das der- bftibt."

bereit- seinen Sohn Alexei untergebrachL Der unglückliche Zarewitsch Iwan VI. Antonowitsch wurde hier gefangen gehalten und unter Katha­rina 1L ermordet. Alexander I. hob 181n das Staatsgefängnis auf. Alexander III. stellte ei jedoch 1882 wieder her. Ls ist bekannt, daß die Gefangene» der Schlüsselburg oft unsägliche

> Qualen ertragen mußten.

„Genügen ist — ein reicher Tisch." „Matz und Ziel — ist das beste Ziel!» „Das ist kein Brot, das man find't, — Sondern das, was nmn gewinnt." „Ein Herz soll haben daran Freud' Sein Brot zu essen in Dankbarkeit."

„Arbeit macht des Lebens Lauf Noch einmal so munter;

Frober geht die Sonne auf, Froher geht sie unter."

„Man setzt sich hin zum Essen Und itzr und trinkt sich satt — Eins wird gar leicht vergessen — »Daß Gott die Speis' bescheret hat."

„Ein zufrieden ruhig Her»

Und ein froh' Gemütg, Stammen von dem Himmel her Und von Gottes Güte."

m c Alte Kauspoeste.

von A. Burg.

(Nachdruck nicht geftettet)

vermischtes.

* Die Jagd nach dem Golde. Eine wilde Jagd hat zu dem neu entdeckten Goldlager in Manhatwn, 60 engl. Meilen nordöstlich von den Goldfeldern Nevadas, begonnen. Wie ein La ft- feuer verbreitete sich die Kunde von autzerordsnt- lich reiche«» Goldfunden und oo» den riesigen Schäden, die noch zu entdecken waren. Ursprung.

[] (Ein Blick in dir preußische Sisen- ^ahnverwaltung.

Staatsbetriebe sollen Musterbetriebe fein; so forderte es unser Kaiser vor 16 Jahren I Für die preußische Eisen bahuverwaltnng sind wir viel- fach hiervon noch sehr weit entfernt, auch wenn wir die vollzogenen Besserungen und den guten Willen der Verwaltung anerkennen. Vielfach steht es doch stark nach Tividendenwirtschaft aus; mög­lichst Hobe Ueberfchüffe zu erzielen, scheint ein Grundgedanke der preutzischen Eisenbahnpolitik zu fern, und das geht bau» aber allein auf Kosten der Arbeiter und Beamten, weil bei den anderen Ausgaben nicht viel gespart werden kann.

Wie aus dem dem Abgeordnetenhause zuge- gangenen Bericht über die Ergebnisse des Betriebs der vereinigten preußischen und hessischen Staats- eisenbahnen im Rechnungsjahre 1904 hervorgeht, beschäftigt die Eisenbabnverwaltung nicht weniger als 392641 Köpfe, und zwar 1072 höhere, 45 549 mittlere, 88253 untere etatsmäßige, 350 höhere, 5455 mittlere, 1968 untere außeretatsmätzige Be­amte, 1678 technische Gehilfen, 61731 nichttech­nische Gehilfen und Hilfskräfte im unteren Dienste, 63728 Betriebsarbeiter, 68 912 Bahn- Unterhaltungsarbeiter und 59 947 Werkstättenar- beiter. Dazu kommen 250 Regiernngsbauführer, 217 Zivilingenieure und 862 Gepäckträger, die keine Vergütung aus der Staatskasse enwfuigen. Ferner wurden beim Bau neuer Bahnstrecken und bei den außerordentlich vorgesehenen Ergänzungs­und Erweiterungsbauten auf den im Betriebe befindlichen Strafen 6462 Arbeiter beschäftigt. Diese Leute sind nun vielfach schlechter bezahlt wie ihre gleichgestellten Kollegen» in Süddeutsch­land. Nach der Statistik über die an die Gehilfen, die Hilfskräfte im unteren Dienste, die Hand­werker und Arbeiter gezahlte« durchschnittlichen Tagesvergütungen und Löhne zählen wir in ter Eifenbahnverwaltnng noch Tausende von Be­diensteten, deren durchschnittliche Vergütung noch nicht einmal 3 <M beträgt. So verdienten dutch- scknittlich die Hilfskräfte im unteren Babndienst 2,74 <M, die Hilfskräfte im unteren Bahnbe- loachungs» und Bahnunterhaltungsdienst 2,17 <M, die Hilfskräfte im Lokomotiv-, Maschinen- und Wagenmeisterdienst 2,69 <M, die Hilfskräfte int Zugdienst 2,35 «ft. die Arbiter im inneren Dienst 2,80 dH. die Betriebsarbeiter 2,76 <M, die nicht hanlnverksmäßig ausgebildeten Werkstättenarbei­ter, soweft sie nicht im Akkord arbeiten, 2,83 M. Faßt man die Tagewerke- rmd Löhne sämtlicher Klassen von Bedienstetei« einschließlich der Werk» stättenlebrlinge zusammen, so ergibt sich für ein Tagewerk im Durchschnitt 2.82 JL gegen 2,72 tut Jahre 1900, also von 191X1 bis 1904 ei» Mehr don genau zehrt Pfennigen.

Auch in der täglichen Dauer des plamnätzigen Dienstes des Personals ist eine Besserung nicht <ju verzeichnen. So besteht noch immer die *l-e* stimnmng, daß bei dem Bahnbewachungspersonal die Dauer der täglichen Dieustschicht 14 Stunden nickt überschreiten soll. Bei einfachen Betriebs­verhältnissen, wie namentlich auf den Neben­bahnen, darf sie sogar bis zu 16 .stunden ausge­dehnt werden. Bei dem Stationspersonal soll, wenn der Dienst eine ununterbrochene a; gestrengte Tätigkeit erfordert, die durchschnittliche Dauer 8 , Stunden, die Dauer einer einzelnen Dienstschicht 10 Stunden nicht überschreiten. Im übrigen kann die durchschnittliche tägliche Dienstdauer bis zu 12 Stunden, die Dauer einer einzelnen Dienst­schicht bis zu 14, bei einfachen Betriobsverhält- nissen sogar bis zu 16 Stunden betragen. Für das Zugbegleitungspersonal soll die tägbme Tienstdauer im monatlichen Durchschnitt nicht mehr als 11 Stunden, für das Lokoruotivpersoi-al i nicht mehr als 10 Stunden, die einzelne Dienst- * schickt löchstens 16 Stunden betragen. Eine io; lange Dienstschicht darf aber nur dann angesetzt■ werden, wenn sie durch ausgiebige Pausen unter- • brachen wird. Entsvrechend diesen Bestimmungen ' hatten im Herbste 1905 von 37 100 Beamten des Zugbegleitungspersonals nur 512, also nur 1,4 Prozent, eine durchschnittliche tägliche Tienst­dauer bis zu 8 Stunden, dagegen 18 814, also etwas über 50 Prozent, eine solche von 10 Stun­den, und von 31276 Beamten des Lokomotivper- sonals mir 1066, also 3,4 Prozent, eine durch­schnittliche Dienstzeit bis zu 8 Stunden, 3351. also 10,7 Prozent, eine solche von mehr als 10 Stunden. Bei dem größten Teil dieser Kategorie, nämlich bei 21,212, also zwei Dritteln, belief sich die durchschnittliche tägliche Dienstzeit auf 0—10 Smnden. Don allen in Betracht kommenden Be­amten und Arbeitern (383 767) hatten nur 34 970, also nicht einmal der zehnte Teil, eine Dienstdauer bis zu 8 Stunden täglich; ein weiteres Zehntel (38463) hatte täglich 8—9 Stunden Dienst, weit­aus der größte Teil, 285 444, hatten einen durch­schnittlichen Dienst von 9—12 Stunden, 24 k82 sogar mehr als 12, bis zu 15 Stunden Dienst. Gerade diese Zahlen tiefem den besten Beweis, wie absolut notwendig der Zentrumsantrag ist, ein Reichsgesetz zu schaffen, das für alle Beamten des Verkehrs (Post, Eisenbahu usw.) dir Dienst- zeft gesetzlich festlegt.

sich nach dem Spruch richtet, wie ich ihn auf einer Veranda-Wand in Heidelberg fand:

„Weisheit regiere — Friede walte — Liebe wohne — Arbeit wirke — Ehre ziere — Freud« lohne — Treue halte."

Die Mahnung, die flüchtige Zeit zu nutzen, kann gar nicht treffender zum Ausdruck kommen.

„Ein guter Trunk" fat bei unfern Altvordern von jeher eine große Rolle gespielt, daß sie allo auch ihre Humpe«, Krüge und Gläser mit Svrü- chen verzierten, kann nickst Wunder nehmen. Diese Sitte hot sich namentlich auf dem Lande noch er­halte«. Meist beziehen sich die Inschriften der Gläser auf den Wein, denn die Deutschen liebten ja immer eine* guten Tropfen. Wir finden folgend Verse:

„Der Saft der Reben — . -

Der kann geben Ein Freudenleben",

eine Ansicht, die heut nicht von Allen geteilt wirb. Daß sich auch damals vereinzelte Stimmen da- gegen sanden und in manchen Sprüche« vor dem „zuviel" eine feine Warnung enthalten war, sehen wir m folgendem:

„Wasserkrug macht alt und klug".

Besonders tcttrbe aber vor der großen Redselig- feit gewarnt, die der Weingenutz mit sich zu brin­gen pflegt:

„Wer seine Zung hat in Gewalt

Der wird in Ehren grau und oft." oder:

Denk' vernünftig — denk' auch künftig."

geht die Zett — Zur Ewigkeit. Sieh an die Uhr und sag' mir an, Zn welcher Stund' man nit sterben kann.

Denselben Gedanken finden wir an einem Hause “ Arolsen:

Ausnahmen hüllten sie e- mehr «ft der Schweig- samkeft. Dennoch wußte man, was man bon einem Hause zu halten hatte, wenn man das- Jen» betrat oder eine kurze Zeit darin geweift batte. Die Sprüche, die über der HauStür, im Nur, auf der Treppe, in einzelne« Stuben, wohl auch auf dem Hausgerät ang^rackt waren, er- zahften meist von der Denkungsart der Bewohn«.

Wie die alten Deutschen sich schon stets durch allerlei Gebräuche, die heut noch nicht vollständig aus dem Leben des Volkes geschwunden sind, in ben Schutz ihr« allmächtigen (Söttet gestellt batten, so stellten sie sich in spärrrer Zeit durch Inschriften, z. B. über der Haustür, energisch m den Schutz des Christengottes. Ta finden wir kurze, kernige, heut fast in Bergessenheft geratene Sprüche, wie z. B. ht Hamburg:

„Vertraue Gott in all Deia'm Tun

So wirst Du ganz vergnüglich ruhn."

„Gott, Dein Frieden und Dein Segen Sei mit unS auf allen Wegen."

An einem Bauernhause eines Dorfes in Mark Brandenburg steht:

„Ohn' Gottes Gunst -

All Bau'» umsunst." " und das ernste Gelübde:

„So mach ich denn zu jeder Stund' Mit meinem Nächsten diesen Bund: Wich' alles Volk von Ihm auch gern Ich und mein Haus steh'n bei dem Herrn" steht über dem Tor eines Gehöfts in Willingen. Auch fromme Bitte und Zuversicht spricht aus manchem dieser Sprüche:

„Im Namen Gottes tät' ich bau'». Demselben will mein Sach' vertraun. Derselbe wolle uns bewahren

Vor Feuer, Krieg und viel Gefahren. Herr, m Deinem Namen geb ich aus. Bewahr' allzeit das ganze Hans.

Mein Hausfrau und die Kinder mein Laß' Dir, Herr Gott, befohlen fein."

Es spricht aus diesen kunstlosen und heut für „unmodern" geltenden Seifen der treue und naiv fromme Geist des deutschen Volkes, den eine spätere Zeit nicht verstand; es spricht aus manchen auch das Gedenken an die Vergänglichkeit der Zeit und der irdischen Güter, welchen die heutige Welt so gern flieht. Es muß doch ein charaktervoller und tüchtiger Mann gewesen fein, der in dem Dorfe Au in Baden folgenden Spruch an seinem Hause anbringen ließ:

„Dies Haus ist mein und doch nicht mein, ' Ich gehe aus. Du gehest ein —

Denk' wer wird wohl der letzte fein?"

r^nia\ttU dttec Steren Auf Schüsseln fand man manche gute Lehre, Seit nmbiufmit. C, roor eben nur eine andere die zu Mäßigkeit, Dankbarkeit und Zufriedenheit Art von Poesie, «ne, die tief mi Innern ürnrzelnd mahnte' auch den äutzeren gewöhnlichen und notwendigen ~ ~ Dingen des Lebens einen freundlichen Schein ver­leihen wollte. Ist es nicht Weisheit, wenn wir auf einer alten Standuhr den Spruch leien:

-Hm geht die Zeit, -er kommt der Tod, O Mensch — tu recht und fürchte Gott." »der:

Vers, der in seiner Schlichtheft so große Weis­heit predigt:

Ich leb' — weiß nicht wie lang, Ich sterb' — weiß nicht wann — Ich wand're — weiß nicht lnohin Wie kommt's, das ich so fröhlich bin?" Eine Antwort darauf, fo scheint cs, gibt eine In­schrift an einem altersgrauen Hause der allen Seestadt Rostock in Mecklenburg:

„Wer Gott herzlich vertrauen kann —

Ter ist ein unverdorbener Mann." Heutzutage, wo es gar selten vorkommt, daß daS eigengebautc Haus auch noch von den nachfolgen­den Generationen bewohnt wird, nw sich dieses Forterben des Heims fast ausscklieUich bei den Feudalfamilien des deutschen Adels, bei Fidei- kvmmißbefitz und Majorat finden, kann ja der Spruch über beut Haustor gar nickt mehr die Bedeutung hoben, die ibm früher eigen war. An Villen, die ja in dem Baustil wieder an alte Vorbilder erinnern, finden totr sie eher, aber sie können nicht in der Weise Aufschluß über Erb incr und Bewohner geben wie die früheren meist selbst­erdachten Kernsprüche einer anderen Zeit.

Oft wiederholte sich die voetifche Inschrift in anderer Art im Innern des Hauses; so z. V. las man über einer etwas steilen Treppe:

„O Gott — ich bitt' — Bewach mein Tritt' So fall ich nit"

und über der Schlaszimmertür einer frommen fürstlichen Frau:

„Ter Mensch in großen Sorgen steht. Voraus, trenn et zu schlafen acht — Herr Gott — ich bitt'» wach' Du für mich — So werd' ich schlafen sicherlich"

ober über einer andern im Hause eines tüchtigen deutschen Handwerkers:

sich bestand bat Lager aus 20 Lcuien. In einet SBodje sind 4000 Goldgräber $upmmcngeftröint, und von allen Seiten eilen täglich neue Schare» herzu. Wer irgend kann, mietet sich ein Auto­mobil, daS ihn aufs schnellste zu dem neuen Dorado führt; tausend Mark werden für die Verleihung eine» solchen auf einen Tag geiordert und lt- zahlt. Der Preis der Anteile ist in kürzester Z kt l von 100 auf 14 000 dH gestiegen. Natürlich stich

Retatiensbtutf «.

Verlag »er < «lvaer «e» u tkneruaerti in >iMba.

Etz wird uns oft berichtet, daß unsere Attvor- ...

®ern weniger lebhafte, besonders aber weniger aller Schlichtheit deS Ausdrucks trafen jene Leute ^eurige und gewandte Sprecher waren, als es die von anno dazumal auch darin meist das Rechte wrenschen von heutzutage sind. Mit einzelnen. und bekundeten zum mindesten dadurch denselben