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MaerW

36. Jahrgang

Fulda, Dienstag den 21. Dezember 1909

M 292

Grstes

Ausland

Ihren Angriff auf beit Staatssekretär

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schau" jetzt zurück, die bekanntlich behauptet hatte Freiherr v. Schoen habe -"ich im Reichstage von einem französischen Botschaftsrat Instruktio­nen über seine Aeußerungen zur Marokkotrage geholt. Der Insasse der Diplomaten. Loge, der mehreren Reichstags-Abgeordneten anfänglich jene sensationelle Meldung auf Grund von eigener Wahrnehmung überbrachte, will jetzt jene Er- klärung den Abgeordneten in wesentlich anderer Form gemacht haben und gibt nun die Möglich- feit eines Mißverständnisses zu.

)( Die „Pankgrafen", wie die paar Herren, die die „Konservative Vereinigung" in Berlin bilden, genannt werden, gederden sich weiterhin als die größten Zenttumshaffer. In dem dieser Tage veröffentlichten Aufruf der Vereinigung,

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In eine« voudokr doll Wärme und Wohlgeruch und Uepvigkett geht die Frau LegationSrat In einem seidenen Kimono mtf und nieder. Sie gähnt, legt sich einmal mit zartester Sorge für dar hochfrisierte, zu lau­ter Löckchen und Püffchen gedrehte Blondhaar auf die Ottomane, starrt gelangweilt an die Decke; bann greift Ihre Hand nach einem Buch, sie blättert, ste liest eine Seite, seufzt und gähnt wieder und erhebt sich mit schlaffer Bewegung.

r Das österreichische Herrenhaus hat dem Abänderungs-Antrag zur Geschäftsordnung, der die Schließung der Dauersitzung möglich ge- macht hatte, feine Zustimmung erteilt. Der Reichsrat kann also heute schon auf Grund der neuen Geschäftsordnung verhandeln.

* Der Friedjung-Prozeß in Wien, über den wir mehrfach berichteten, hat eine entscheidende Wendung bis jetzt nicht genommen. Alles dreht sich um die Frage, ob die von Dr. Friedsung als Beweismaterial gegen die kroatischen Abgeordneten

finanzresorm vorgehalten werden, heißt es u. a.: Unsere Führer haben — und daS ist der schwerste Borwurf, den wir gegen sie erheben muffen — durch

krscheint »glich mit Amnahmr »er So-rn« uab Feiertage. Viertel» jährlichen vewgrpreir ohne vringerleh» und Bestellgeld in Fulda so« «ieanrwärtrt.soMk.

verantto. Redakteur:

Sie tritt aus Fenster und rafft die kostbaren Brüs­seler mit den beringten Fingern. „Schnee!"

Mit der gleichen Miene, mit dec gleichen Stimme hatte sie gesagt: „Regen!" oder: „Sonnenschein!"

Vor dem Spiegel hält sie an und betrachtet sich eine Beile, tupft über die Locken, drückt die beiden Hände an die Taille, strafst die Figur, daß unter dem blumi­gen Gewand der rundliche Wuchs des Körpers sich abzeichnet.

Und wieder gähnt sie und blickt nach der Uhr. Noch drei Stunden bis zur Oper! Wie öde! Aber bald darf sie darangehen, Toilette zu machen. Das ist doch eine Zerstreuung. Was wird sie anziehen? Was hat sie das letztemal an gehabt? Das Schwarze mit der gemalten Bordüre-! Also heute daS Weiße mit der Goldstickerei oder das Neue, Samtene!"

Das ist eine Frage, wett des Nachdenkens. Welche von den Damen ihrer Bekanntschaft könnten heute an- wesend sein? Danach will sie sich ttchten. Die Grä­fin Stein! Ach, dann das Weiße, das hat sie noch nicht gesehen an ihr und ste kann es nicht leiden, wenn — wenn . . ."

ES klopft. Das Zofengesicht guckt durch einen Spalt. „Gnädige Frau, von Herrmann u. Kuller ist eine Kiste angdommen!"

„Oh. das Gemälde! DaS Weihnachtsgeschenk für meinen Mann! Lassen Sie die Kiste vom Diener auf­machen nnd stellen Sie das Bild in das Arbeitszim­mer deS gnädigen Herrn!"

.. . wenn eine ältere — pfui, das Wott klingt ab­scheulich — eine reife Dame ganz in Weiß sich klei­det! Und das ist doch der Brennpunkt deS Abends, wenn sie eine Freundin trifft, die sie ärgern kann oder zum Neid reizen. Die Oper selbst, Gott, die hat man schon oft gehört! Die alte Leier! Nicht einmal ein neuer Tenor! Oder eine neue Ausstattung!

Im Salon nebenan vernimmt ste die Stimme ihres heimgekehrten Mannes. Cie hält gerade die Hand vor den offenen Mund, als er über ihre Schwelle tritt

Guten Abend, Madame!"

„Du bist dal So! Wetter aarfrtg draußen?"

«ar» Schütter

,ÄÄu w-chEasu.Mftriette SomtagsMng

• Kitto Witz, 20. Dez. 1909. Die liberale Majori­tät der Kattotoitzer Stadtverordnetenversammlung hatte dem Realschulbirektor Dr. HackS, dem Leiter der letztm liberalen Stadtverordnetenwahlkampagne, als bekannt wurde, daß seine Wahl zum Stadtschul­rat in Breslau „infolge klerikaler Machinationen keine AuSstcht habe, 1000 M. Gehaltszulage bewilligt, „damit er Kattowitz erhalten bleibe Wie daS lOberschl. Tagebl." jetzt aus absolut sicherer OueL crsähtt, ist die Wahl Hacks, zum Stadtschulrat in Breslau „gesichert". Wir würden uns gar nicht wundern, so schreibt die „Reißer Zig. boshaft, wenn auch jetzt wieder „Nerikale Einflüsse" das verschuldet j haben sollen. Vielleicht läßt sich Dr. HackS auch letzt noch erweichen, in Kattowitz zu bleiben, wenn die liberale Majorität ihren früheren Entschluß ent­sprechend abändett. ~ <

* München, 19. Dez. 1909. Das Abgeord­netenhaus hat gestern die provisorische Steuer- Hebung für das 1. Vierteljahr 1910 mit dem 20prozentigen Steuerzuschlag einstimmig ange« I nommen. Ferner Hal das Haus den Finanz­minister ermächtigt, eine allgemeine Staatsan­leihe von IV- Million und eine Eisenbahnan­leihe von 8 » Millionen Mark aufzunehmen.

„Tja. sehr garftig!" Er stellt die Kassette und ein Juwelieretui vor ste hin. „Hier hast Du gleich Dein Weihnachten, Teuerste! Wir find ja keine Kin­der mehr und Du brauchst nicht bis übermorgen zu warten. Möchte ich'S erraten haben! — Eigentlich ist der ganze Fest- und Schenkriimmel Mumpitz! =► aber na, man macht die Geschenke eben mit!"

II.

Der Lärm in der Fabrikschmiede ist ein höllischer. Diese? jöämrr.ern, Dröhnen, Klirren ,Schmettern der Wettzeuge tote des Materials möchte jede Empfin­dung deS menschlichen Gehirns vernichten.

Die Manner hantieren mit dem Emst und der fast aetoöhnlichen Stettgkett, tote sie unerläßlich ist bei körperlicher, schwerer Arbeit, wenn die Kräfte reichen sollen, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr um Jahr für die gleiche Tätigkeit.

HanS Lembächer st'thtt knirschend die Feile über ein Eisenband. Er spannt es au8, dreht es, klammert es wieder in den Schraubstock und feilt weiter. Im- mer mit sinnendem Gesichtsausdruck.

Er rechnet. Heute wird der Lohn ausbezahlt. Volle achtzehn Mark, weil kein Feiertag gefallen ist. Also vier Matt für Wohnnngszins, acht Mark für die Frau zum Kochen, drei Mark Sparkasse für Holz, Kohlen, Kleider, Schuhe und Eveniualttäten; die an­dern drei Mack sind sein für daS Neunuhrfrühstück und Vesperbrot! DaS ist die wöchenlliche Einteilung.

Diese letzten drei Matt! Er lächelt Seit Mo­naten hat er selten Wurst und Käse gegessen und sich mit Bier und Brot begnügt . Er spart fut Weih­nachten!

Jetzt hat er bereits ein Paar dickgefütterte Fil» schuhe für Matte, da sie ost an kalten Füßen leidet, eine wollene Haube in roter Farbe, die ihr so guNteht zu dem schwarzen Haar und den frischen Backen, stoss sür eine getupfte Sommerbluse, tote sie ihr an der Nachbarin so sehr gefallen hat, und ein Paket yranten- tbcler, well sie den Kaffee am liebsten recht süß trintt Und heut will er, um noch eine Sehnsucht zu stillen, noch etwas abzwacken und wenn er die nächste Woche allein mit Brot frühstücken und vespern müßte: einen

Frau immer wieder Verwendung! Wir haben da ein deliziöses Odeur, hochmodern?!" — Er nickt.

Dazu vielleicht die gleichdustenden Handseifen, wie Balsam für die Haut, etwas Wunderfrines?!' — Er nitfi wieder. „

„Dann eine Flasche Haaressenz, tote sie Frau Ge­mahlin bezieht?'! Welter eine Schachtel Puder. Feinste Pariser Marke! Haftet unmerkbar an der Haut, macht sie ganz jung! Rosa hat die Frau Le- gationSrat immer!" — Er nickt nochmals.

Und etwa noch eine Puderquaste, ganz was Gutes, fetnftcr Schwanenflaum, wie ein Hauch!"

Die Verkäuferin hat die genannten Gegenstände nach und nach auf das weiße Wattebett in die Kassette gelegt und blickt nun fragend auf.

„Ganz recht so! Ganz in Ordnung!"

„Sollen wiriS vielleicht noch ein wenig weihnacht­lich arrangieren, mit Mispeln oder Tannenzwrigen und seidenen Bändern?"

„Ueberflüssig! Ich nehme es gleich mit!" — Er legt einen Hundertmarkschein auf den Ladentisch und erhält die 9lota. Was er herausbekommt — es ist einiges Silber — schiebt er, obne es anzusehen, in die Westentasche und empfiehlt sich, mit den tiefsten Komplimenten beehrt.

DaS Lehrmädchen trägt ihm daS Paket an den Wagen und steckt grinsend eine Matt Trinkgeld in die Tasche.

Don zahlreichen Augen begafft, von zahlreichen Herzen beneidet, steigt er ein. Der Schlag fliegt mit einem Knall zu, die Pferde ziehen an, die Kutsche ist weg.

Drei Tage vor Weihnachten.

Weihnachtsbilver von S. Bärin kay.

I.

Vor dem ersten Parfümeriegeschäft der Residenz saust eine Equipage an. Federnd und schaukelnd, die Wiege deS Reichtums. Die silbernen Kandaren her Pferde blitzen und klingen an das Gebiß der aufgereg­ten Pferde. Die blanken, runden Tierletber glänzen, wo sie sichtbar sind, denn den Rücken decken kleine, kokkette, pratensiös monogrammierte Schabracken. Ein Herr im langen Pelzrock springt heraus. Ehe et He Hand auf die Klinke legt, wird die Türe schon auf- gerissen. . m ...

„Guten Tag, Herr Legationsrat! WaS dürfen

wir Ihnen voclegen?"

„Irgend ein Weihnachtsgeschenk für meine Frau!

Die Ladendame wirst einen weiten, nachdenklichen Blick über die Unzahl buntbehaupteter Parfümfläsch- chen in groß und klein, über die silbernen, elfenbeincr- nen Bürste», Kämme, Dosen, Etuir, Riechbüchsen, über die Sachets, Kißchen, Kartons, übet die Schet- chen, Zünglein, Messerchen, Falzet und all die hun- bert Sächelchen, die eine Dame der großen Welt nöttg zu haben glaubt.

WaS aber von diesen zahlreichen Dingen wäre nicht chon im Besitze der Gnädigen, die beschenkt werden oll? Die gefüllte Schatulle für Hand- und Fußpflege o gut wie die für Gesichtsmassage und der Dampf­apparat hierzu.

In den Blick bet Bedienenben schießt etwas Rat­loses.

Frau Gemahlin hat keinen speziellen Wunsch?" fragt sie.

Der Herr LegationSrat zuckt mit ben Schullern nnd schaut so ratlos wie sie.

Da greift sie geistesgegenwärtig nach einer Kas- fette, eine Prunkkassette mit Kachelmuster und silbernen Beschlägen. „DaS Allerneueste, Herr LegattonSrat! Wie wär'S, .wenn wir ste mit exquisiten Toilettenbe- bürfniffen füllen würden? Dafür hat die gnädige

denaturieren. Tage verSfleniiicyien w • *»

)( Mit der Frage der Kreditbeschaffung in dem der konservattven Fraktion des oierchs- sür große städtischen Gebäude befaßte sich tages ihre angeblichen Fehler b« der Reichs- am letzten Samstag in Dresden die vorn'--------mwhen. helfet tS n. o..

deutschen Städtetag eingesetzte Kommission zur Prüfung der ganzen Frage. Es wurden Vor-

ihre Gegnerschaft S-g-n die Forderungen der Regie­rung Anichluß bei dem Zentrum und der dem Zen- trum und den Palm gesunden und das größte Werk des Fürsten Bülow, den Zusammenschluß aller burger- sichen Parteien zu gemeinsamer Arbeit für das Reich, I zu gemeinsamem Kampfe gegen das antinatwnaleZeu. trum und gegen die internationale Sozialdemokratie 'nickte gemacht. Sie haben dem Zentrum zu einer Stellung verhalfen, die es für alle Zeiten verloren zu I haben schien, und werden ihm für ferne Dienste den Tribut zahlen müssen, während das Zentrum nach wie I bei den Wahlen die Geschäfte der Sozialdemo­kratie besorgen wird. . I

Der Aufruf fordert schließlich die Konser- 1 patioen in Stadt und Land aus,sich der^ Ver­einigung anzuschließen, damit bre bewahrten Grundsätze der konservativen Partei gerettet würden. Einfacher wäre es, direkt zum Anschluß an den Evangelischen Bund oufzufordern.

* Daß das sozialdemokratische Programm völlig veraltet ist und nicht einmal von den Radikalen mehr ernsthaft genommen wird, dafür I findet sich ein neuer Beweis in Betrachtungen, | Die Wally Zepler in der neuesten Nummer der Soz Monatshefte' über den „Individualismus 'm der Partei" anstellt. Die Genossin fragt da:

„Wie viele gibt es noch m der Partei, die bereit wären, das Erfurter Programm mit Haut und ! ?>aar »u schlucken? Wie viele sind noch fest davon ! überzeuzi, daß die Entwicklung „mit Naturnotwmdig- I feit" zum völligen „Untergang" des gesamten Kle'n- betriebe führt, daß die Bauern zu £en tettung§k>g „versinkenden Mittelschichten gehören? Welcher Gewerd schattier wird noch zugebrn, daß die wachsende Pro I duktivität der menschlichen Arbeit für di«l Arbeiter I nur wachsende Zunahme der Unsicherheit ihrer I I Ernten, des Elends, des Drucks, der Knechwng, der Erniedrigung, der Ausbeutung" bedeutet l Wer sieht heule, daß die Krisen „immer umfangreicher und ver- I beerender" werden? Und wer glaubt in der Epoche I Gewerkschaftsbewegung und der durchs sie bewirkten I I beigebrachten Dokumente echt sind. Von Seite«

Punkt nach dem anderen wird aufgegeben, oder fein Der serbischen Regierung wird daS ebenso ver« Geltungsbereich wird eingeschränkt, und nicht nur von - • -----

I den Revisionisten, sondern auch von den prinzipien- festesten „Radikalen"; aufgegeben, so fest man einmal l

I daran glaubte, weil die Tatsachen des wirtschaftlichen 1 I Lebens sich an keinem Glauben binden, wohl aber die I I sg^aie Theorie, die nur Abstraktion aus den Tal-1 I fachen ist."

I Nichtsdestoweniger wird den gläubigen Ge­nossen nach wie vor das Erfurter Programm als unverrückbare.Norm vorgestellt.

O den Kattowitzer Beamtenmaßregelun- gen wird weiter gemeldet, das; im Oppelner | Regierungsblatt jetzt auch ein Erlaß des M t-1 nisters ves Innern veröffentlicht wird, wo- j rin der Minister seins Beamten warnt, sich we­der zu bewußter noch zu „fahrlässiger Begünsti- gung" von Personen grobpolnischer Richtung im öffentlichen Leben verleiten zu lassen.

# Karlsruhe, 20. Dez. 1909. Die Ver­schmelzung der demokratischen, der freisinnigen und der nationalliberalen Pattei foll für Baden schon in nächster Zeit zum Abschlüsse kommen. Die neue Partei foll den Namen „Badische Volkspartei" führen. Die roten Genossen vom Großblock hat man tvohl veraessen?

s. Bochum, 20. Dez. 1909. Zur Frage der Ortszulage nahm am Sonntag eine von über 1000 Lehrern Westfalens besuchte Versammlung in Bochum Stellung. Man sprach die bittere Enttäuschung aus über die Art der Ortszulagen in den meisten Orten Westsalens und verlangte die Geivähnlng der vollen Ortszulage von 900 Mark bei angemessener Staffelung. Zur Be­soldungsordnung der Lehrer soll eine Eingabe | an dos Abgeordnetenhaus gemacht werden.

neint, wie es von Dr. Friedjung und seinen Ge- währsmännern bejaht wird. Die Sachverstän« I digeu sind auch nicht darüber einig. Das urteil

soll Donnerstag gesällt werden.

*♦ Der Thronwechsel in Belgien wirb Ver« I anlaffung zu einer allgemeinen Amnestie gebe«. König Albert wird alle Strafen unter drei Mo« naten Gefängnis erlassen und die übrigen Strafe« mildern. Die belgische Kammer bereitet für den neuen König eine Adresse vor, die von den Führern aller Parteien gezeichnet werden foll. Der Sozialist Vandervelde hat es aber abgelehnt, auf dieser Adresse mit feinem Namen zu stehen. — Zu einem peinlichen Zwischenfall kam e- gestern, als der Saal, in dem der Sarg bei Königs Leopold aufgestellt ist, dem zahlreichen I Publikum aufs neue geöffnet werden sollte. E- | entstand ein solches Gedränge, daß zahlreiche I Personen verwundet und vielen die Kleider vom Leibe gerissen wurden. — Prinzessin Luise ist gestern abend auf dem Bahnhofe Schaerbeek bei Brüffel in Begleitung zweier Damen an gekommen. An der deutschen I Grenze erwartete im Auftrage de- Königs Albert General Dony die Prinzessin, die sofort nach ihrer Ankunft nach dem Schlosse Belvedere fuhr. I Die Prinzessin hat in Köln ihre Reife unter* brochen, weil erst noch verschiedenes zwischen ihr I und der königlichen Familie, vor allem über ihre I Begleitung, geregelt werden mußte.

; Mit dem dmtsch-portugifischen Haubelsvettra- beschäftigt sich die portugifische Presse. Man I zeigt sich unzufrieden bamit, daß der Vertrag nicht I im Handumdrehen vom deutschen Reichstage ange«

Rnzrige«: vfr et* fpaltige Petitzeile oder deren »au« 15 Pfg. Reklamen diepetitzelle 25 Pfg., bei Wieder­holungen wird entspr. Rabatt gewährt.

Lotationsdruckund Verlag der Fuldaer Ak- tteudruckerel in Fulda

monatsbcilage: „Fulda« Seschichttblaü«

Wäge äb« die Wege jur beflm SSefrirtiguna I j deS Kreditbedarfs der großen Städte erörtert. , Ein Resultat aber scheinen die Verhandlungen, - UaiA idie vertraulich waren, nicht ergeben zu haben.

Deutsches nelch. v Daß auch die Beamten vom Hansabunde

* Rerlin 20 Deibr. 1909. Der Kaiser nicht viel halten, geht aus folgender Meldung hörte am Montag die Vorträge des Justizministers auS Magdeburg hervor: In einer Versammlung I Beseler und des Chefs des ZivilkabinettS von des hiesigen Beamtenwahlverems führte ein Valentin!. — Die Kronprinzessin ist anläß« I Redner auS, daß man, wenn man bei dem lick des Todes ihres Großvaters, deS Groß- Hansabunde Hilfe suche, auS der Scylla m bte fürsten Michael Nikolajewitsch von Rußland nach CharybdiS gerate. Es sei noch angenehmer, von Eannes abgereist. — Prinz Heinrich begab sich den Agrariern auMressen zu w-rdm « - von in Vertretung deS Kaisers zu den Beifetzungs- den Hansaleuten. DwGeldsäcke würden nur eieriickkeiten nach Brüssel. - Der Magistrat den Besitz schützen. Daß der Bund der Fest Cbarlottenburqs hat beschlossen, an de« Reichs- befolgten mit dem Hansabunde gemeinsame taa eine Petition zu richten, den RiesenwahlkreiS Politik machen könne, sei ganz und gar aus- Teltow»Reeskow «Storkow • Charlottenburg m I geschloffen. .

mehrere Reichstagswahlkreise zu teilen, derart, -s- Wo die wirklichen Brotverteurer zu ,u» bnft der Stadt Charlottenburg zwei Vertreter tm chen sind, veranschaulicht in k>em..Korrespondenz. \Xnnnben roerben blatt ber Generalkommission» (Nr. 51) Richard

* Wechsel in hohen Regierungsstellen. Regie« Calwer, bet trotz seines Austritts aus der I runasvräsident v Farotzky (Danzig) wurde in sozialdemokratischen Partei die wirtschaslspoliNsche aleicker^ Amlseiaenschast nach Münster versetzt. Autorität deS offiziellen GewerkschaflsorganS ge- Zu feinem Nachfolger wurde der Ministerial- blieben ist. Er führt direktor im Finanzministerinm, Förster, berufen, heutzutage Mit einer wahren Virtuosität die Zum Präsidenten der Regierung in Magdeburg öffentliche Meinung von den Inlerestenlen e- murbeOberreaierunasratDr.Miesitscheckv.Wifch- arbeitet wird und leider mtt großem Cifolge , kau lDüffeldorf) ernannt. An Stelle deS in den die Hauffetreibereien auf dem internalronalen Rubeftand tretenden Regierungspräsidenten v. I Getreidemarkte vor. Monatelang seien über e,ne Werder (Köniasbera) tritt der Oberpräsidialrat I ungenügende Ernte Anmeldungen nicht nur in D. Sr°' (S3ni98b«8). Dem der H°nb.I«pr.ff., I-°dem auch m b.r |

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nachg-Iuchl- Snlloffung au» dem Sladsbienft |

unter Verleihung des Kronenordens erster Klaffe I ( (m flexjngften gerechtfertigt war. Die ge-

erteilt worden. Sein Nachfolger wurde der fa”te Bevölkerung mußte diese Hausse mit einer merk- 0e». Dberr.gi.nmg8.at r-bmar. A Ä ÄÄ Sw?

4- Die Aufhebung der geistlichen Orts- ^rieilhafter gewesen wäre, wenn die Mehrausgabe sur kckulinsvektion ist jetzt auch in AllensteiN Brot unb Mehl für den Verbrauch anderer Waren durchgeführt worden. Sämtliche Geistliche, bte I häkle verwendet werden kölinem Nunmehr, 'M De- bisher im Nebenamt Ortsschulinspektoren waren, I ^mbe^ 'allen wir nachdem ein Teil der

wurden dieses Amtes enthoben. An ihre Steue I r(^on 00m Handel günstig verwertet werden traten Rektoren mit entsprechenden Dlenstbesug-1 Immerhin darf nun doch mit einer weiteren niffen Ermäßigung der Preise gerechnet werden uud es wäre

n*!’8“. „ ... wünschen, daß neqtnuber neuen Versuchen einer

* Zur weiteren Einschränkung des Lehrermangels mreig,-teiQeIUI1(. mir sie von Amerika schon angekundigt an ben Volksschulen wird die UnterttchtSverwalttmg *uii>en, bie öffentliche Meinung energisch Front machen auch im nächsten Jahre mit der Errichtung neuer fi be mögen die alamimuben Metd"naen. an £■>«=“ «, mto a t. \ es pi bet dieser @8iegenqEu me fehlt, noch so wahr-

und der kommende Etat bürfte die hierfür erforder- schrinlich und deängüigend lltngen, .

sichen Mittel zur Verfügung stellen. Denn eS hat sich * Ihren Angriff auf den Staatssekretär die Vermehrung der Seminare und Präparandenan- Aeußern, v. Schoen, zieht die,Tägl. Rund- stalten in ben letzten Jahren als das beste Mittel er- * " *-*-*—**-♦

wiesen, durch den ständig steigenden Besuch dieser An­stalten ein Herabgehen des Lehrermangels zu erzie­len Durch die im lebten Etatsjahr geschaffenen neuen 12 Seminare hat sich ber Bestand an Schülern und Schülerinnen in ben vorhandenen 195 Anstalten aus nmb 18 000 erhöht. .

* Bon der Eosinfürbung der Gerste scheinen die verbündelen Regierungen zurückgekommen zu sein. Wie die „Hamb. Nachr." mitteilen, erhielt die Firma H. C. Bruhn in Eckernsörbe, bie sich weigerte, auf einem Segler bie Färbung der Gerste zuzulassen, auf ein an ben preußischen Finanzminister gesanbtes Telegramm bie Antwort, baß bar Zollamt angewiesen sei, die Gerste wie bisher durch An schneiden (Anschroten) zu