Lrlchttm tSgltq mit Aurnahm« tet $o.m- »itb Feiertage. Viertel- MrNch« SeMsrprelr ohne Yrin-erlohn und vcfteügeldmFuIdast- wie auswärts 1.50 Hif.
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Wocheiibeilase: Illustrierte SonntagsMtng" m«atrb°ii-ge: .Fuldaer GeschichtsblAter"
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Fulda, Samstag den 27. November 1909.
36. Iahrgansi.
Deutscher «eich.
r Berlins 26. 3tcrebr. 1909. Der BnndeSrat hat caa Freitag den RerchShanZhaltsetar für 1910 im ganzen angenommen. — Dem Amtramiabfl. Dr. Dittrrch ist der Rote Adkerorden 2. Klaff« verliehen morden. — Der Landesausschuß der preußischen ZentrmrrSpartei tritt Sonntag pt einer außerordentlichen Besprechung rusammen. — Der bayrische StaatSminifier deS Aeußern Frhr. von Podewik» reiste dienMch nach Berlin ab. — Auch der württembergffche MinPerprästdent Dr. Weinfäcksr hat sich von Stuttgart «ach Serfm begeben.
* DaS Kaiserpaar wird, wie nach einem Berliner Bericht der »Freien Presse' nunmehr feststes nächstes Frühjahr zum Besuche de» Kaiser» Franz Joseph «ach Wie« komme«. Kaiser Wühelm werde währeich dieser W«mr AuseErite« ans Einladung deS Thronfolger k einen Jagdausffug mrternehmen.
* Zum LHerprSfidmten »»» Schlesien al« Rach, folgcrdes am 1. Ian. in denRuhestand versetztenSrafen v. Zedlitz-Trntzichfer ist der herzoglich anhaktische StaatSmmister v. Dallwitz in Tessa« ernannt rooiDew. — Serr non Dallwitz ist einer der Land.
Erstes Matt.
L Die Russe« in Finnland.
Die russische Regierung hat tet ihren kulturellen I'.nd sonstigen Bestrebungen innerhalb u«b außerhalb der russisch« Grenz« oft mit gar eigentümlichen Ver- hältnsssen xu kämpf«. Zn diesen eigentümlichen Verhältnissen gehört wt allein auch die Tatsache, daß un- ter den Dällem, di« Rußland zu zivilisiere« und ins. sifizieren bestrebt ist, sich Meie befinden, tie vittkul- tivierter unb zivilisierter sind, wie Rußland selber. <50 find das die Polen und die Finnen.
ES ist noch gar nicht lange her, daß über das Vorgeben der russischen Ueberpatrioten und der russischen Regierung gegen die Polen auch in deutschen Zeitungen ausführlich berichtet wurde. Test kurzem macht ober auch dos russkfch-finnische BerhältiriS wieder in erhöhtem Maße von sich reden, und zumal die Auf- löfung de» finiländtscheu Landtage» durch einen kaiserlichen Ukas gibt Anlaß, fich darüber zu orientieren, waS denn eigentlich da drob« to» ist
Fmnlaud ist ein Test deS russischen Reiches, genießt aber im Inner« Selbständigkeit. Das Bestreben Rußlands geht darauf hinaus, ihm dies« Selbständigkeit zu nehmen. Die vor acht Tagen erfolgte Auflösung des Landtages war eine Folge der Ablehnung no« 20 Millionen für Militär; weste. In Finnland existierte seit 1878 ein Wchrpflichtgesetz mit persönlicher Dienstpflicht. I« Rußland scheint »an aber den finnischen Soldaten wenig getraut zu habe», und bie Folge war, daß die sinnländischen Truppen durch die Reichsregierung und den Zarerr willkürlich aufgelöst wurden. Seit der Zeit sind die Schwierigkeiten zwischen Rußland und Finnland gewachsen, man hat eine eigene Kommission eingesetzt, die Vorschläge bezüglich der Regelung von ReichsanMleaenheiten, b. h. also Angelegen- beiten, die nicht Finnland allein cmgehen, machen soll. I Unter den Vorschlägen dieser Kommission hat für idle deutsche HandelSwelt vor allem die ge- iplaiite Einbeziehung des bisher selbständigen finnländtschen Zollgedtete» in da» »Zollgebiet des russischen Reiches Bedeutung. Dir deutsche Ausfuhr «ach Finnland ist bet günstigen Zollbedingungen sehr erheblich und würde durch die Anwendung der höheren russischen Zollsätze sicher eine Beeinträchtigung erfahren. Glücklicherweise schließt der geltende deuksch-ruffifche Handelsvertrag eine Ueberraschung anS.
Die russische Regierung und der Zar warten fedoch die Beschlüsse der Kommission nicht ab; ste stempeln alles Mögliche Mr ReichSemgelegenhett und regel« eS despotisch Ms der fmnländische Reichstag mm die Bewilligung der 20 Millionen verweigerte, wurde er aufgelöst, die Millionen höchst einfach in das russische ' Schatzamt überführt. Bor kürze» schien man auch km Busen der russischen Regierung den Wan zu. hegen, die finnl$»b tfdte Provinz Piborg einfach zu annektieren, doch scheint man davon zarückgekommen zu sein, und ein MÄarbeiter der »Latin News' will das auf einen Mnk von England zurückführen. Feden- salls aber wäre es nicht Finnland allein. daS durch eine solche Annexion ter größten und reichsten finnischen Provinz tekrofftn wurde. Auch bie Mäubiger Finnland», das für eine SkaatSschnld von 182 Mill haftet, würde« dechnrch geschädigt, und dieser Gedanke mag die ruMsche Regierung bewogen habe«, von der geplanten Annexion Abstand zu nehmen. Da» lächerliche Geschrei der russischen Presse: In Finnland ständme 200000 Einwohner unter «Baffen, {eben Augenblick Bereit, fich auf Rußland zu stürzen und kn den MSder» fiinte» «SnSchSich Waffen- und Schießübungen statt, svdaß cfio der volle Aufruhr vor der sTür Mute, läßt ater lernen Zweifel darüber, daß nur die Rücksicht «f daS Ausland und die ausländischen Wmtbkger Fr«kmd» für die Bescheidung der russisch« Eat-kgnuiMwSnfch« mrsschlaggetend gewesen ist. 5Äee wird also in Petersburg andere Mittel suchen, »■ da» Großförstentum Finnland entrechtet z« einem russische« Anhängsel zu mach«. Unter diese« Mitteln ficht an erster Nelle eben fateS Bestreben, alle nur irzend mögliche»! Angelegenheiten zu sogcmmmterr Sreichsangelegenhelkn $tt mache«, so dem finnischen L-nRage Mmfibst de« größten tret» wichtigsten Teil der gesepgeterffchen Beficyrkffe zu entziehe». und eile» von Petersburg au» zu diktieren. Zur Mrntmrg liefet Bestrebungen P eine finnisch-1 russische Kommission gebildet worden, in ter aber uatürLch nur tee rusfischen Vertreter etwa» ga sagen habe». Unter diese» Umständen darf man ter Einberufung d«» neu M wMenden finnischen Landtage-, die auf de» L März kommende» Fahrer festgesetzt ist, mit dem größte» Interesse en t«g« sehen.
täte gewesen, die vor nunmehr zchn Jahren gegen bie Kaualvorlage gearbeitet haben, deshalb zur Disposition gestellt wurden, bald aber, wie es so schön heißt, die Treppe wieder hinaufgefollen sind.
• Aw» te* Etat bringt die .Nord». Mg. Ztg.' in ihrer SamStagS-AuSgab« wieder mehrere Ei^el- heilen. Danach beziffert man die Einnahmen aus bett 3 5IIen und Verbrauchslleuern auf 1,4 WKarden Mart Der Etat der RefchSfihuld steht an fortdauem- ten Ausgaben über 215 Millionen Mark vor, daS sind gegen 19 Millionen Mark mehr al» im vorige« Jahre. Heber 182% Millionen fallen auf die Verzinsung. Die gesamte Reich-schuld betrug am 1. Oktober abgesehen von den im Umlaufi unverzinslichen Schatz- anweisungen vier und eine halbe Milliarde (4553500 000).
X Der Reichskanzler roitb, wie die „Lägt. Rundschau" erfährt, Gelegmheit nehme«, im Laufe der wichsten Woche mit den F ähr er» der einzelnen Parteien über nm «politische Fragen zu sprechen. Auch die Frag« der preußischen Wahlreform soll dabei terühtt werden.
o Staatliche Beihilfen für Sturmschaden. Gegenwärtig finden m von den letzten Stürm« am schwerst« heimgesucht« Gegmden Erhedun- gm über die Beschädigrmgen kommunal« und privaten Eig«t«ms statt. Sowohl arme Land» gmreind« wie hilfsbedürftige Privatperson« soll« ftkr die Abstellung der Schäden Beihilfen au» Staatsmitteln erhalten. Für die Errichtung von Obstbaumanlag« will daS LandwirtschastS- mimfterium in weitestem Maße eirrtret«. So soll« auch die vvm Sturm geknickt« ZierbSmne an Ehauffeen, Landstraßen und Feldweg« durch Obstdäume ersetzt werd«.
X Innere Politik und Zentrum. Unter dieser Uederschrist veröffentlicht der frühere natio- nalliberale Laudtagsabg. Geheimer Regierungsrat Witking eine bemerkmswerte Betrachtung, in der er dem Zentrum volle Gerechtigkeit widerfahr« läßt, und einer Annäherung der beiden christlich« Bekenntnisse daS Wort redet. Eine Verurteilung der Bülow'scheu Bkockpokitik in schärfster Art bedeutet eS, wenn er schreibt:
»Unter allem Wirrnis der SegemvartSürömung hätte bie Regierung jedem erneuten Aufsiammeu konfessionellen Hader- die Spitze ab brech en mb sich gegen» roätfig halte« müssen, daß trotz alledem mrd alledem da- Zentrum die stärkste bürgerliche Part« tft und etoftroeilm bleibt, und daß e- — ungeachtet aller, im Parteilede» übriaevs durchaus erlaubten, diplomatischen Taktik, sich «rote« nationalen Notwendigkeiten feit dreißig Jahren, nie versagt hat. PotKL ist eine harte Sache, ist ein Kampf uut die Macht; in diese» Kampfe der Klügere zu sei», sollte eigentlich nicht at» Schande gelten, wie anderseits berfenige. der stets uber Tücke, Stibite mth Arglist d«s Gegners Reut und stöhnt, leicht m de« Verdacht komme» kamt, er fei der weniger Kluge, wenig« Geschickte, und darum enter» lege».
----- Ein« »Beweis" für de» „fgefeffiewömi Charakter" des Zentrums hab« einige literale Blätter dar« Pfunden, daß m einer Gottes- dienstordnuug m Oberglogau auch die Mrt- teihmg «thattm war, daß am nächsten Werk» tagp Stadtversrdnetenwahlea seien. DaS „Verbrech«* ist noch erschwert dadurch, daß vor ter GotleSdievstordnunq ei» Ausruf verssseotlicht war, indem es u. a. heißt :
,Da Vie Vertreter der Stadt auch fn bie Lage kommen könne*. Beschlüsse feffen M «äffe», welche nicht mir in materieller, sondern auch in ideeller höherer Hinsicht von größter SBebcutang sind, indem ste retigißfe uub konfessionelle Gebiete berühren, wie besonders Me Geschichte unserer Stadt au» letzt« Zeit zur 9<nfrge beweist, so ergibt fich für jede» Iw gläubigen katholischen Bürg« unb Wähler mnr selbst tue Pflicht, solch« Mäirner zu wählen, welche auch ge- wM unb ftarlnrütfir genug sind, unsere kakhotifchen Interesse» gegebenenfalls vollauf zu vettretew"
DaS ist umr de« liberalen Blätter« em Beweis dafür, daß daS ZLntrum ei»e feefffftonefle Pcttkei ist und v» Rekigion zu pskkifchm Zweck« mißbrauche. D« Itberalm Herrschaften dreue zur Kemttms, daß der § 21 bet preußischen Städteordnung fjfc bie östlichen ProvinKN vo« 30. Mai IW folgendes bestimmt:
Da Pfatter hat als» hüt bat Gesetz ar» horcht, wen» sreilich auch da» Gesetz ein solche« ist, daß man be» Kopf darfiber schüttel« muß.
hag«h«tex rxftuf ist da» Zetttru» «ch mrc mit einer Silbe erwähnt. E» ist leddgkch gesagt, daß, was ja ganz natSrkich ist, auch die Bev- freler dec ©tatet m tee Lage komm« ßirnes, sich mit reftgiöfeir rmd kmrseffionefle» Frag« zu beschäftigen, und es wird demgemäß gewünscht, daß die Katholiken solche Männer wähl«, welche gewillt find, die katholischen Interesse» zu ec treten. Wenn die liberal« Presse diese Ans- fordervmg aks ein Eintrel« sür das Zentrum betrachtet, so M sie damit ohne weiteres zu, daß andere Parteieo, vor allem bie Liberal«, nicht gewillt find, auf bie Wünsche dvc Katholik« Rücksicht zu nehmen. Nnd das ist auch ganz richtig. Gerade die Liberale« find es, bie bei polt»
tischen Wahlen ost genug de« „furat protestan- tiaie* cmfgestachett haben, um politische Geschäfte zu mach«. Erst unlängst noch hat der Führer teriLberal«, Abg. Bassermann, eS vvm Fürsten 9MIoro gerühmt, daß er den Mut gehabt habe, nachmM bat »Kamps mit Rom", d. tz. den
Kampf mit der kalholnchen Kirche, auftumhmeu. Ist das deuu kein Mißbrauch der Kovsesfion zu politisch« Zweck«? Unb sind es nicht «ft wenige Wochen her, seit im Sieichstagswahlkreise Landsberg-Soldin gegen des konservativ« Kan- didatm von den Liberalen eine wüste konsessro- nefle Hetze ins Werk gesetzt wurde, weil der Sekretär der konservativen Fraktion, der den Wahlkampf für die Konservativen im Wahlkreise Landsberg-Soldiu leitete, aus katholischer Familie stamme und seine Erziehung auf einem katholische» Gymnasium genossen hab«, wodurch die Wahrung deutsch-evangelischer Jnteress« bei dm Konservativen in Frage gestellt sei. Hier wurde also von liberaler Seite die kacholyche Herkunft des konservativen Parteisekretärs als Agitationsmitiel in einem politischen Wahlkampf benutzt. Darüber regt sich die liberale Presse nicht im mindesten auf.
* Die neue Schießvorschrist für die Infanterie, bie jetzt zur Ausgabe gelangt ist, stellt sich als eine Vereinfachung der bisher gültigen dar, in ihr« klaren, nicht mißzuverste^ndm Anw« sungm über Schul», Gefechts» und Bckehrungs» Schießen wird sie ihren Zweck nicht verfthkm, die Kriegslüchtigkeit deS Heeres in weiterem Maße zu heben. Der alte Grundsatz, daß der Soldat zur Selbständigkeit erzogen werden soll, zieht sich natürlich wie ein roter Faden durch sämtliche Ab» schnitte der Vorschrift und findet einen besonders prägnanten Ausdruck in dem Satze: »Jede Einschüchterung deS Mannes ist zu vermeiden." Besondere Steuerungen in der Technik des Schießens selbst find nicht zu verzeichnen, dagegen hab« die Sicherungs-Bestimmung« eure Erweiterung erfahren. Gewehre, die aus der Hand gesetzt werte», find zu öffnen, sie dürfen auch keine Patron« mehr im Kasten enthalten. Auch ter Anzeigerft and erhält weitere Deckung. Möglichste Klarheit und Deutlichkeit bei der textlich« AuS» arbeitung ter Schießvorschrist war ausschlaggebend.
----- Somtz, 25. Nov. 1909. Aus dem ersten Parteitage deS Zentrums für Westpreußen, ter hier am Mittwoch adgehaktm wurde, wurde beschlösse«, das Zentrum m all« Kreisen zu organisier«. I« einer öffentlichen Versammlung sprach Justizrat Bachem über die Lage ter Zemrumspartei im allgemeinen und in West» prerchen mr besonderrrr. Von allen preußischen Prvvmzeu habe Westpreußen die schwierigsten Verhältnisse. Hier tret« zu den konfessionellen Gegensätze» die nationalen. Eine bis ins kleinste ausgebanite Organisation fei umsomehr eine dringende Notwendig» > tat Die Regierungsorgane gingen im Offen zmn Teil m einer Weise vor, die geradezu als haarsträubmb zu bezeichn« ist. Zentmmsmitgkiede« reteten Remter entzog«, wirtschaftliche Nachteile angedroht teer sie würden als Beamte zwangsweise versetzt Da fei ernt festgefügte Organisation das einzige Gegenmittel. Bezüglich der Pol-npolit» bemerkte Redua, es gereich« dem Zentrum zmn höchsten Ruhme, daß eS aus bie Verwerflichkeit der Ausnahmegesetze gegen die Pale» von Anfang au hi», gemiefen and dagegen gekämpft habe. Auch den Po!« gegenüber bewahre es ferne Selbständigkeit, aber es müsse und wolle ihnen Gerechtigkeit zuteil »eiten kaff«, trn polnischen RÄnkalismus fctjn« es entschied« ab. Das Zentrum, so schloß Redner, dürfe nickt erlahmen m ter Verteidiouna ter Rechts» stellung der lg'- tthchen Kmehe. Stehe« Sie wie ein« Mauert " gen Sie Ihre soziale und poti» lisch« Lrgcrniso. i, pflege» Sie vor allem auch Ihre Press«. Das soll uns kein Gegner unb kein lauer Freund wehren, daß wir stets unseren Mann Men im Kampfe für Wahrheit, Freiheit, und Recht k Der zwei!« Redner Landtagsabg. Gntstescher Gra» (Echmolem«) ort breitete sich über wittfchast- lidbe Frag« nnd mch» msdesovdere das »Gesetz zwc Erhaltung des Dentfchtmns m ten Provinzen Westprevß« und Pose»" scharf unter bie Lupe.
<f München, 26. Nov. 1909. Bei ten Be- tatingm des bayerisch« Justrzetctts konnte ter IustiMimster o. Miltner eine erfr«liche M- nähme der Verbreche« sefl stellen. Er teilte mit, daß die Zahl der Strafgefangene« vom Jahre 1902 an bis harte i» Bayer» stetig unb soweit IBtidgtgangea sn, daß sie heute 2500Straf» gefangene roeriget aufweise «nb dadurch die Ans» iaffrmg ter Zuchthäusir in Kaiserslautern, m ter Rhempfalz «uv m Kulmbach (Oberfranke«) zur Folge gchabk habe. Dre Ziffer fei immer noch im Mckgtmg begriff«.
Die ReichStagsersichwrcht in Hakte a. S.
* Halle a. 26. Nov. 1909. Bei der h«ttgm ReichStsgSerscchwahk erhielten: der fe» ziawemokrutische Kimdidat K u»ert 24613, ter $rnf»etgeSet*«n» 21611 <5timwwi. Kuvert ist |**it gewählt. Die Wcchitetritigmrg betrug 90 Prozent.
Bei der WM iur Jamrar 1907 hatte ter fntfhmige Abg. Schmidt 25249 (Stimmen auf sich vereimgt, währmü ter fozialdemokratnche Santrrbat Kmrert, der ten Wahlkreis bis dahin vertrek« hakte, mit 21941 Stimme« in der Mudecheik blieb.
♦ Die Präfidenfetemcht im bteifch« Lmcktage.
• Karlsruhe, 26. Nov. 1909. I« ter heutigen Sitzung der Zweiten Kammer ist der mrtiomrNiberale Abg. Stadtschulrat Rohrburst in Heidelberg mit aSm gegen die Stimmen des Zentrums »nd der Ko«-- fervetwe» zum Präsidente» der Kammer gt» mahlt worden. Der Troßblock hat also bei der W^l tadellos funktioniert und fich über da» Anrecht des Zentrum-, als der stffrMen Partei, den PräLdenten
zu stell«, glatt hinweggefetzt. Er ist der reinst, Hohn, daß der Großblock bei bet Wahl der Vize. Präsidenten dem Zeutrum gnädig einen Sitz gewähren wollte. Abg. Fehreubach (Ztr.), d«, hn letzt« Landtag präsidiert hatte, erhielt bie Mehrheit alter abgegebenen Stimmen. Fehrenbach aber lehnte die Annahme bet Wahl ab. Im zwetten Dahlgang wurde der Sozialdemokrat Geiß, Schreiner in Mannheim, gewählt' zum zweiten Vize- präfidmtm der Fraktionschef bet Demokraten, Direktor Heimburger.
A«§kand.
*» Die Herzogin Sophie von Hohenberg, die Gemahlin des öfterreich-ungarische» Throne folget», wird bekanntlich — im Gegensatz zu Oesterreich — nach dem Ableben des Kaiser- Königs Kauz Joseph in Ungarn als Königin enerkannt werden. Der frühere ungarische Premierminister Szell hat auf diese Tatsache in demonstrativer Form hingewiesen. Er bat di» Herzogin, einem Kinderasyl benJJlamen „Sophien- heim" geb« zu dürfen, und schloß sein Schreibe«: „Er sowie die öffenllichr Meinung Ungarns würden glücklich sein, wenn dieser philantropische Werk d« Namen der künftige« Kövigi» Ungarns tragen könnte."
* Die wartokaoische Anleihe soll uumnehr gesichert sein. Wenigstens ist, wie aus langer gemeldet wird, unter den Marokkanern ein angeblich aus ter Umgebung Muley Hasids stammende» Gerücht verbreitet, daß ter Sultan sämtliche Bedingungen der französischen Reyierung über ten Abschluß ter Liqiridationsanfeihe angenommen hat.
*, Eine amerikanische Tugend ist die Be» scheitenheü nicht. Dafür ein« neuen Beweis! Der Staatssekretär des Aeußere», Knox, macht bekannt, daß er von Mcaragua eie Sühne von ICO 000 Dollars, das sind über 400000 Martz, für die beiten hmgerichtet« amerikanischen Staatsbürger förtern werte. Aus dem Land- Hause des Staatssekretärs Knox soll« von eine« geheimniswllm AuSkänter wichtige Geheimakte gestohlen ward« sem.
♦, Tie Friedensverhandluitg mit ben RiMmmeu find abermals ges che ite rt Das spanisch« KriegS- mimfterium kündet deshalb die Wiederaufnahme der kriegerischen Operationen atu' Schon am Freitag vormittag find drei« ter Gegend mn Melilla lagernd« Truppe» in der Richtung nach Nador abmarschiert.
volkswirtschaftlicher und Sozialer.
** Die BerbaudsversamMkmg der Maler mrd Lackierer hat mit 862 gegen 54 Stimm« daS vom Atbeitgebetverbanb Berlin ausgestellte Reichstarif- mustet und mit 773 gegen 101 auch alle Weitervet- handlungen über eine» einheitlichen Lohn unb einen Arbeitstarif abgrlehrtt.
Asr llirche Md Schule.
(*) Fall'«, 26. »sv. 1900. Während der Ad» ventszett ist « SamStsg Abenden t» der Klosterkirche auf dem Ftmrmberge zwffch« 9 und S vh-t »och Beichtgelegenhett ftr bie MSnue«
totales.
Fulda, den 27. November 1909.
* Kreistags wählen.
Bei ben am 22. unb 23, November erfolgtes Ergänzungswahle» im Wahl» erbaute ter Landgemeinden matte« Lm-tsgerichtsrat Greib in Ellers, Bauet und Wirt Heinrich Klug m Mittelkaibach und Bürgermeister AlfteS Fröhlich in Marbach wietergewählt. Anstelle des Bauern Bngust Medl« in Großmküüer wurde Bürgermeister Pius Hosenfeld in Hainzell neugewählt.
(*) Die nächste Sitzung ter Aad-tvrrordne- ten-Bersammknng findet am Montag, den 29. November 1909 abends T1/» Uhr statt mit folgender Tsgesordmmg: 1. Rechnungsprüfung«. (Rechnungs-Ausschuß). 2. Kenntnis» gäbe von der Bersügung ter Königliche» Regierung, die SenchnriWmg ter Ortszrüage» an Die Lehrperson« der Bolkrschulm tetr. (Dr. Raste). S. Erhöhung des Schrckgekdes ter Bsrfchuke und Erhöhung des Schnlgektes der die Oberrealschuke tefmh«d« Auswärtig«. (Herr Schultheis). 4. Freigade-Urstmte. (Herr Schnlcheir). 5. Flucht» limenpläue ter inneren Stadt und Riederlegung ter städtisch« Häuser, Wherstroße Nr. 9 und 11. l Flirchtlinrenplanausfchuß). 6. Aenderung des Dewifs üb« die Bemchuug der St ad-twa ge. (Herr Dux). — 7. (m geheim« Sitzung) Fest- setzung ter Bergütung für dem Borsitzenten des Gewerbe- und KcmsmannSgetrchtS. (Herr Fritz).
Kommmmsandtag. Der Lantesau^chuß hat tefchlofte«, ter E«a<ttstez»e«W ootWfthksgen, die nächstjährige Tagung des Somunmakland» tages für Suchest« auf ten 28. Februar 1910 einberuf« z» rooü«.
❖ Tas aene Gesetz gegen ten nirlantereu Wetttewersi, das am 1. Oktober in Kraft getreten ist, hat der hiesigen Pokizei-Behorve bereits Veranlassung gegeben, auf Grund von Zeitungs- Anzeig« gegen verschiedene Geschäfts - Inhaber Strafbefehle zu erlass«. Da «inch nach § 13 dieser Gesetzes , gegen Redakteure, Verleger, Drucke; oder Vechrettet von pttiotesche« Druckschriften'