MldaerW Zeitung
Momtrdtiiage: „Znldaer SeschichtrblStter"
5.p«yler iiSwIM. Wochen»-!,ag°: „JOn|triertc §«mtagrMmg"
36. Aahrgang
Fulda, Donnerstag den 25. November 1909
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Zweites "Matt
SteEhmen« und A ureigen teil.
Kleines Feuilleton
Wiederge« elende
Scott» Emuiston wird von im»
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nb 1 Schilling betrug. Besonders das Zeitungs- 1 schützbaren errichtet worben, in ben ein Kapital von werbe würbe schwer belastet; für setze Zeitung 1 ?6 Millionen Mark steck«, -P.
Anzeige»: vtr eta- fpattigePetttzeileobr, deren Reum iS Pfg. LeNawendiepetiizeile 25 pfg, der Wiederholungen wirb entspr, Ratzast gewährt.
Lotationrdrutkmrd ve^agderLuldaer». tiendrnckerri in Znlba Fernsprecher Ur.y.
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Ausnahme der $«m> «nb Zeieriageviertel- tShrltche?ve,ugsprei, ehae Vriu-er-hn nutz vestellgelb in Znlba sowie auswärts l-5» AU.
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Lark Schütter
dürste bekannt fein, daß die Gattin deskürzlich ernannten dänischen Ministerpräsidenten t» dänischen Parlament als Stenographin fungiert Obschon sie e», nachtzenr ihr Mann mm ein so hohe» Gehakt bezieht, eigentlich nicht mehr nötig hätte, die aufregende Funktion eines ParkamentSstenographen mi»zuüben, will sie dennoch ben ihr inzwischen Netzgewordenen Berus auch in Zukunft praktisch tmSüben. Als sie kürzlich im ParlamenMoher traf dem Weg zum Stenographentisch, an dem sie eine Butzgeirede ihres (Sotten anfzunehE hatte, gefragt wurde, ob fte ihre Stellung nicht ausgeben wolle, erwiderte die Frau Ministerpchsident: ,Jch denke gar nicht daran. Ich Mn mit meiner Arbeit -an, zufrieden unb liebe sie sehn, besonders, da lle mich in bat Stand setzt auf diese Seife bet Tätigkeit meines MmmeS noch beffer zu folgen.' An Gehalt bejieljt sie, ebenso wie ihre
beschreiben. In London ist man weiter vor. Dort sieht das Rollschuhlaufen heute in höchster Blüte, und die Rollschmchtzahnen schienen dort Wie Pilze aus der Erde. 3n der Sitzung des Londoner GrasschastS- rotx« am Freitag vergangener Woche lagen nicht weniger al« 2V Konzeffionsgefuche vor. Im Laufe dieses Jahres find in ganz England insgesamt 242 Roll-
— Der RoUchuhspori nimmt in den europAschen Hauptstädten immer größeren Umfang an. Aus dem Berliner Asphalt sind heute Damen keine Seltenheit, die wie auf der Eisbahn graziös unb elegant dahin- ftiegcn. Auch Kunstfahrer unb -Fahrerinnen produzieren sich nid?t feiten. Ja, vielfach steht die neugierige Menge bewundernd vor einem kleinen Knirps ober einem Schulmädchen, die die elegantesten Kurven
Aus dem Nachbargebiele.
* Friedberg, 24. Stov. 1909. In der letzten Stadtverordneten - Sitzung machte der Bürgermeister Mitteilung über die Berhandlnngen der hessischen Städte-Bürgermeifler in Mainz. Im Anschluß daran wurde über die Gemeinde- ieuerresorm debattiert und der Wunsch ausge- prochen, daß auch die Aerzte und Rechtsanwälte zur Gewerbesteuer in Zukunft heran- gezogen werden ssLien.
• Kirchhain, 21. Roo. 1909. Bon den ausscheidenden Kreistag Smit gliedern wurden Bürgermeister Daube-SinderSfeld, Freiherr v. Stumm-Holzhausen,. Landrat Freiherr Schenck zu Schweinsberg wiedergewShlt. Reu hin.« käme« Rittergutsbesitzer Hauptmann a. D ». Goldammer ju Hof Paulusbvrf, sowie die Büroermeister Geisel-SpeckSminkel, Herbst- Wohra und Landwirt AUhainz-Laugenstein.
* Göttingen, 23. Roo. 1909. Im Futterale hat der frühe Schneefall ein inärchen- h ast es Bild hervorqezaubert. Ein mehrere Morgen umfoffenbtS Feld trägt noch Tausende von blühenden Klattchrosen. Eigenartig hebt ich nun daS Purpurrot des Mohns von der weißen Schneedecke ab.
* Jena, 24. Rov. 1909. Prof. Dr. Meisen- -einer in Marburg hat die Berufung in die durch den Weggang des Prof. Dr. Ziegler «r- edigte Ritterprofessur am zoologischen Institut hier angenommen trab wird sie Ostern nächsten Jahres antrete».
* Meiningen, 23. Nov. 1909. Heut« mittag fand auf dem hiesigen Friedhose dir Einweihung eines Denkmals für den am 1. Juni 1907 verstorbenen Musikdirektor und Rammeteitluofett Richard MSHlsetd statt. Da» Des.mal ist von Freunde« de» SiinfllerS errichtet worden.
Elchen 6 Mk. und 1850 Mk. im Jahr schwankte. Jtefe Steuer blieb 150 Jahre, unb zwar bis 1851, in wft. In England und Irland existierte bis 1853 ach eine Jnleratensieuer, die in England 114, ht Jr-
Anfänger. Feder-Ver- tzstrasie 5 (6. Fleischer, aetz. 2. vermehrte und
werden sine endgültige Herstellung durch den Gebrauch von ScottS Emulsion wirksam unterstützen, weil selbst der geschwächte Magen sie leicht aust nimmt und voll verbaut. Wenn man noch bedenktz daß bte stets gleichmäßige, vorzügliche Beschaffen« heit bet einzelnen Bestandteile Scotts Emulsion eine besondere Nähckaft verleiht, wird es leicht erklärlich, weshalb der Gebrauch in der Genesungszeit so vorteilhaft ist.
Literarischer.
Die katholisch« Missionen. Illustrierte Monatschrist 38. Jahrgang. (Oktober 1909 bis September 1910.) 12 Nummern. 4° Mk. 5.— Freiburg im Breisgau, Herbersche Verlagshandlung. Durch die Post und den Buchhandel zu beziehen.
Inhalt von Nr. 2: Aussätze: Die Misfionsfrage auf dem Breslauer Katholikentag. — Russische Zustande. — Die Karmelitermisston von Quilon. — Die katholische Kirche in Bosnien. — Nachrichten aus den Missionen: Kleinafien. — Japan. — Vor- bermdie«. - Afrika. — Britisch. Nordamerika. — Kleine Missionschronik und Statistisches. — Buntes Allerlei ans MissionS- und Völkerleden. — Bücher- besprechungen. — Für MiffionSzweckr. — 16 Abbildungen.
das man am besten durch Einletten von Blausäuredämpfen in eine alkoholische Lösung von AetzkaU erhält. Seine Wirkung ist dir der Blausäure, d. h. es tötet schon in den kleinsten Gaden, oft geradezu blitzartig durch Lähmung des Atmuugszentrmn» in der medaUn oblongata (verlängertes Rückenmark). Auf die Gefährlichkeit dieses Blausäurepräparates kann nicht dringend genug hingrwiefen »erden und schon in ben iltefteu Zeiten des Menschengeschlechts hat man btt stirchtbare Giftigkeit der Blausäure erkannt. Eine im Pariser Louvre ausbewahrte Pa- pyrusrolle enthält di« Warnung: »Sprich nicht das Wort 140 ans, bei der Straf«, welche der Pfirsich- bäum trägt.' DaS verbotene Wort entsprach dem hebräischen Jehovah, das die Juden auch nicht aussprechen durften, und btt Strafe des Pfirsich- bäum« war die Vergiftung durch den im Pfirsich- kern enthaltenen Stoff, nämlich die Blansäure. Diese ist in sehr vielen Fruchtkernen, vor allem in Kirschkernen und in bitteren Mandeln enthärten, und der Genuß solcher kann Krankheit unb Tod nach sich ziehen. Der Geruch nach bitteren Mandeln ist für dies« Giftgrupp« charakteristisch. Der berühmte Chemiker Scheele, der die Blaujärrre ent- deckte, ist an ihr gestorben, indem er Dämpfen verdünnter Säure zu nahe tarn. Wegen ihrer schnellen, unmittelbaren Wirkung wird sie selten zn Gift, morden verweudet, dagegen häufig zum Selbstmord und ab unb gu richtet sie durch Verwechseitwerden mit anderen Stoffen Unheil an. So find einmal sieben (Spiteptifer in dem Pariser Krankenhause Bicstrg, denen mau sie »IS Medizin verabreicht hatte, daran gestorben.
— ffinberlegiL Fntzchen hat sich mit Müh' und Not das Gesichl jwaschen lassen. »Run die Händel' sagt die Mutter. — ,Ach, Mutti, die steck ich in di« Tasche!'
[er verfügten. Die .Breslauer Ztg.' bentt aber gar nicht daran, daß die Liberalen die Macht mtt den Sozialdemokraten teilen sollen; der Liberalismus will allein ben Platz an bet Sonne ober vielmehr an bet Krippe haben Di« roten Scharen müssen mit deshalb mit aufmatschieten, um bei einer hohen Regierung und dem verehelichen Publica Respckt vor dem liberalen Aufgebot zu erzeugen Es soll gefegt werben: $te Konservativen, welch« nut übet 2 Millionen Mann verfügen, halten da» Heft in den Händen, aber viel eher käme diese« Privilegium uns gu, die wir über Ci/, Millionen Recken verfügen. Rach dieser Leistung der Brest. Ztg.' barf man erwarten, baß bie Liberalen jetzt wenigstens die Pharisäerklagen über daS schwarz-rot- Bündnis" einstellen. Wer so intim mit ben SoziÄdemokraten ist, daß er die sozialdemokratischen Wahytimmen für die eigene Partei mitzMt, der darf auch nicht so tun, et» ob eS eine» Gentleman unwürdig sei, mit Sozi-lbennck-aten auf einem Schiff zu fahren. ______________________________
X Die sozialdemokratische Gefahr.
Den Liberalen ist e» angesichts der Erfolge bet .Sozialdemokraten bei ben letzten Wahlen durchaus nicht behaglich zu Mute. Zw« nehmen sie, wie man baS bei ihnen so gewöhnt ist, ben Mimt, noch immer recht voll. ,Hurra, bie konservative Mehrheit in Sachsen ist zertrümmert!' rief bie liickslitzerale Preffe ,us — ba hatten bie Linksliberalen auch nicht e i n Mandat im ersten Wahlgang errungen. >8S Zentrum in Bade» ist geschlagen' subÄten tzte Liberalmr - da batte ba» Zentrum 23, die NaiwnaMberalen 4, bie Demokraten 1 und bie Freisinnigen 0 Mandate erlangt Es ist gerade so, al« wenn bie gewaltigen Fortschritte der Sozialdemokratie Siege bei Liberalismus wären!
Und dabei tut der Liberalismus, als ob gegen die sozialdemokratische Gefahr er der einzige zuverlässige Damm sei! Run, wie es mit diesem „Damm" bestellt ist, habe» uns die letzten Monate ja gezeigt. Die Massen, die in» sozialdemokratische Lager abgeschwenkl sind, entflammen zum allergrößten Teil dem Liberalismus. Die anfgefcherrchten Haf«r laufen alle, wie der Abg. Erzberger am Sonntag in Fulda sagte, in bi« rote Falle, kein einziger in bie liberale, ©trabe ■ tu ben liberalen Wahlkreisen besteht bie geringste Widerstandskraft gegen die Sozialdemvkratte, durch bie wiederholte Verbrüderung mit den Roten sind die Blauen in großen Mafien fachenblind geworben unb tragen gar keine Scheu mehr vor dem roten Stimmzettel. Wenn irgendwo die Scheu vor der Verbrüderung nrtt bet Sozialdemokratie abgenommen hat, dann grade im liberalen Saget.
Unter diesen Umstanden mutet es humoristisch an, wenn liberale Blätter ben Regierungen vorzuschwätzen suchen, daß bie Rückkehr zu liberalen Regierungsprinzipien die einzige Möglichkeit sei, bie sozialdemokratische Neberschwemmung wieder einzudämmen. In Wirklichkeit würbe dieses „liberale" Regierungsstz- stem mir bie letzten Dämme gegen die sozialdemokratische Uebersckwemnmngsgesaht gesähtbeu, bte bie rote Fnt nicht im geringsten auszuhalten vermögen.
Bekanntlich haben Fürst Bülow und seine Wahlmacher sich vor 2W> Jahren den Anschein gegeben, als ob die Blockpolitik eine Sammlung der Kräfte im Gegensatz zur Sozialdemokratie bedeute. Wir haben schmi öfter gezeigt, baß dieser „taktische' Schein trü-, gerisch war unb trotz bes Augenblickserfolges von 1907 in drei Dutzend sozialdemokratischer Wahlkreise doch die Blockwirtschast ben Roten zu Gute kommen mußte. Die Tatsachen, bie Wir augenblicklich zu beklagen haben, beweisen bas ja nur zu grünbikb.
Die Wurzel be8 liebel» kg darin, daß bie Blockpolitik ihrem Wesen nach auf eine Spaltung bet siaal Verhalten den Kräfte gerichtet wat, während doch die Sammlung aller bürgerliche» Partei«« auf ba8 dringendste geboten war. Die Ausschaltung d e s Zentrums war eine Torheit und ein Frevel zugleich. Die Entfachung des Zentra LishasfeS durch Bülow und seine Genoffen mußte« gemäß bet Logik der Tatsachen die traurige« Erscheinungen der jüngsten Vergangenheit unb der kritischen Gegenwart «ad) -ich ziehen. Es wurde nicht bloS bte Euripsig bet staatserhaltenden Kräfte vereitelt, sondem «ntzkich jener Uebermut des Liberalismus genährt, bet zu der bittersten Verfeindung mit beu Konservativen führen mußte. Indem Mist Bülow das Gegengewicht deS Zentrums ausfchaltete, gab er de» Liberalen das Bewußtsein ,daß sie bie Vorhemd hätten und die Bormacht bildete« (^Krone ober Rem des Blocks" seien). Indern Mrst Bulow fernen eigenen Liberalismus immer mehr offenbar Werde« ließ, gab er ben Liberalen auch durch ausdrückliche Erklärungen die Gewischeit, daß in ihr em Sie ne re giert werden solle. Der Gipfel dieses Systems war bei Versuch, bie Konservativen unter das fern« dinische Joch bet Erbaufallsieuer zu zwinge«, unb
jmar mit Hilfe bet Sozialdemokraten. Kein Wunder, daß sich auf bet Rechten da? größte Mißtrauen entwickelte unb bei der Linken eine steigenbe Geringschätzung und Gehässigkeit gegenüber aller .Reaktion". In diese Wolfsschlucht der ^Reaktion" wurde neben dem Zentrum auch der ganze selbstbewußte Konserva- tiSmus geworfen, namentlich fett bet Ablehnung der ErbanfeMeuer.
Es war HKHst überraschend, daß nach der Abstimmung über die Erbschaftssteuer der ganze Liberalismus mit Einschluß bet sonst so vorsichtigen Rational- liberalen, zur vollen Verneinung zur Ablehnung aller Steuergefetze unb zur demonstrative« Verweigerung jeder Mitarbeit sich entschloß. Unb mit dieser brutalen HaMng im Parlament harmonierte die steber- hafte Steuethetze, der sich die gesamte liberal« Presse und Rednerschast hingab. Me ein TobsuchtSanfell war es über ben Liberalismus von Baffermamr bi» Patzer gekommen. Da» ist psychologisch nur zu erklären aus bem Größenwahn, der sich infolge der Bü- low'schen Politik auf der Linken gegenüber der Rechten entwickelt hatte. Und dieser Größenwahn beruhte auf der Einbildung, daß das Zentrum endgiltig bei Seite geschoßen und insolgedefien die konservative Partei hilft-» bet Gnade des Liberalismus preisge- geben sei. I» einer solche« Geistesverfassung wurde auch der rechte Flügel der nationalliberalen Partei empfänglich für den frivolen Gedanken, mit der Um- strirzpartei ein Bündnis gegen die Konservative» und ba» Zentrum M schließen.
E» zeigt sich klar, baß bie erste und unerläßliche Vorbedinaunq für eine Abwehr der sozialdemokra- tischen Flut die Anerkennung der Gleichberechtigung aller bürgerlichen Parteien ist. Erst wenn daS Zentrum wieder „eingeschaltet" ist, wird das Gleichgewicht zwischen der konservativen Rechten und dem Li- beralismus wieder Herzufiellen sein. Und das gäbe bann die Gcundlaae für eine Sammlnngspolltik, die allerdings von bet Linken wohl nur einen Teil noch rette« kann.
Staatssäckel leer ist, verfallen Regierungen unb Parlamente manchmal auf die sonderbarsten Mittel, um den Finanzen wieder etwa» traf die Beine zu helfe». Die stttsamste Steuer aber, di« je existiert haben mag, War die Geburtssteuer in ßn glaub, die nach der Revolution gegen Jakob II. eingeführt würbe. Die Steuer war nach Stand und Vermöge» geraffelt Beschenkte z B. eine Herzogin ihren Gatte« mit einem Kinde, so mußte der Vater 600 Mack begabten. Äber auch bie ärmsten Klaffen blieben nicht verschont; wenn der Klapperstorch in der Hätte des kleinen Manne« Einkehr hielt, so beanspruchte der Fisku» zwei Schilling Gebuttsfteuer. Der Zorn und bie Entrüstung gegen bie Steuer war im Laube aber so groß, baß sie bald Wieder abgeschafft Werden mußte. Um ben Einnahmeausfall zu decken, versuchte man fehl Glück mit einer Junggesellensteuer. Jeder 25jährige «bet altere unverheiratete Mann, bet sich nicht enter bti Ehejoch beugen Wollte, mußte zumindest einen Schtt- ling im Jahr an bie Staatskasse adführeu; ba» war bie Taxe für alle, die ein Einkommen bis zu 1000 l?Iart im Jahre batten. Wer ein höheres Einkommen fotte und nicht heiraten wollte, mußte zehn Schilling Herzöge. Bischöfe unb hochgestellte Pers«- : 0561 mußten für die Freuden d«r ZAibakS
»och höhere Summen entrichten. Beträge bi» zu 250 utarf nn Jahr waren keine Seltenheit. Elf Iah« »ater aber schaffte man die Steuer, bie sich gleichfe« ^iner großen Beliebtheit erfreute, wieher ab. Dann «m bie Fensterstener, die je nach Anzahl ber Fenster
Deutscher Neich.
(*) Ei« politischer Rechenkünstler in der freisinnigen ^Breslauer Zeiitung" hat herausdekommen, daß von 11 Millionen Reichstagswählern bei den Wahlen von 1907 6% Millionen liberal und sozialbmvkratisch gewählt 2^, Millionen „zentrumskatholisch und polnisch" und nut 2 Millionen konservativ-agrarisch gewählt hätten, aber unfer gefeinter Regierangsapparat fei konservativ bis in die Nagelspitzen. Ein Berliner Mitarbeiter der „Äötn. Bztg." spottet darüber: Bei aller Geriugfügigkeit meiner kulinarischen Kenntnisse weiß ich, baß man Grünkohl und Mettwurst in einem Topf zu kochen pflegt, aber daß bei einet Aufmachung ber deutschen Parteistatistik bie fezialdemokrat. Mettwurst mit dem liberalen Grünkohl in einen Topf ge- tan wirb, war mir doch neu. Haben die Liberalen und die Sozialdemokraten sich schon so weit verbrüdert, daß kein Unterschied mehr zwischen ihnen zu machen ist, als höchstens in Bezug auf die Farbe bet Leibriemen? Dergleichen ift ja „unter Kameraden ganz egal'. Oder kam es bet „BreSl. Ztg.' trat darauf an, eine möglichst große Zahl von liberalen Wöhlern zusammen gu addieren? I« diesem Falle ist es ja höchst einfach, ohne weitere» bte Sozialdemokraten mitzuzShlen. Wenn das noch nicht genügt, so können die Konservativen und ZentruMÄeuie auch hinzugerechnet werden. Was nun aber auch das Motiv der eisenartigen Rechnungsweise der „BrcSl. Ztg.' gewesen fern mag, sei e» Prahlerei oder Dummheit — jedenfalls läßt die Selbstverständlichkeit „tief «licke«', mit der das freisinnige Blatt in seiner Abbttimr einen blauroten Großblock von BÄsierman» bis Bebel konstruiert. Di« „Bresl. Kg." zählt Gy. Millionen „Liberale unb Sozialdemokraten" zusammen, wobei sie fei» anbeutet, daß diese wegen ihrer Ueberzahl auch von re^tswegen auf der Sommanbobrücke de» Reiches stehen sollten, beim sie nimmt Anstoß daran, daß bie Konservativen im Regi- ment säßen, obschon sie nut übet zwei Millionen Wah.
>nutzte eine Stenn von 8 Psennig pro Hauptblatt be- zahtt werden; hatte bie Zeitung Beilagen, bann steigerte sich bte Steuer um wettere 4 Pfennig. Erst 1855 hörte die» wieder auf. =p.
Da« vorliegende Buch enthält alle« Wissenswerte über den Verkehr zwischen Schriftstell« und Redaktion, baS Handwerkszeug des Schriftstellers, eine Liste ber Honorare, welche Redaktionen zahlen, ferner über bie Literarischen BirreauS, bie Verwer- tung von Zwerkdrucken, ben Buchverlag einschließlich de« Selbstverlags, über Erlangung von Redaktwnssteüen, trab eine Reihe guter Ratschläge. Daneben finb bie Urheber- unb VeriagSgesetze voll- ständig abgebruckt. ES finden fich ferner War- nungen vor Fallen bie ben Gelbbeutel bes schriftstellerischen AnfSnserS zu häufig gestellt werben, sowie Anleitung zu einer schriftstellerische» Korrespondenz in stfevterigen Fällen. Das Buch bürste den bafüt gezahlten billigen Preis reichlich em» bringen.
Pflege deine Stimme.
Richt «mc im strengen Winter, sondern jvMsagen das gcmze Jahr dindmch gebrauchen niete Menschen regelmäßig irgendeine Tablette oder Bonbon, um ihre Summe zu pflegen, sie vor Rat anb zu schützen. Deshalb iS es nicht verwunderlich, daß bte in der Schweiz fett 60 Jahren geschätzten Wybert Tablette» auch in D ntfchlanv leichten Eingang gesunden haben. Denn eine einzige Stöbe davon zeigt sofort deren einzigarttge MrknMg auf die Stimme.
Hustenreiz, Heiserkeit, Verschleimung verschwinden sofort »ach deren Gebrauch und sosiel steht fest: Wer einmal die angeuehmen Eigenschaften der Myberl- Tabletten erprobt hat, wird dieselben nie mehr missen wollen. Wydeck-Tablelten sind daher für € äuget, Raucher, Redner, Sporlsleute und alle, die ihre Stimme pflegen wollen, ein unentbehrlicher Begleiter. I, Originaltchachtelu i 1 Mk. — sind dieselben tu den Apotheken erhältlich. Depots in jfulba: Engel-flpothele, hos-stpocheie mb LöWeu-Apothete. 12343
* Zn ben Ftauenvereiuen ist eine Petition an den Reichstag in Umlauf, bie bezweckt, von Gesetzes wegen die Kellnerinnenbebienung in allen Orten über 5000 Einwohner zu verbieten. Nach bet BerufsftatiM von 1895 gab es im Gast, wirtsgewerde 47000 selbständige Frauen, 51000 helfende Familienangehörige unb 37000 wirkliche Sennerinnen.
• MabemikeEmb würbe in bem Wiener Prozeß gegen ben Mebizmer Gosek enthüllt. Gosel hatte, »m fich vor bem Verhungern zu schützen, Banknoten gesälfcht. Da» Gericht sprach ihn frei. Gosek war ein hervorragender Gelehrter, setn Spezialstubium galt bet Malaria. Maiariakranke, in ben Donau-Auen, bie au» Armut sich keinen Atzt leiste« konnten, pflegte er kostenlos zu behan- beln. Tas Manuskript über feine Forschungsergebnisse schrieb er im Winter 1905 in einem ungeheizten Zimmer nieber. Als ihm bas Gelb aus- gegangen war, fich Nahrung kaufen zu können, verfiel er, von bet Not getrieben, auf Banknoten- sälschung. Drei Falsifikate hatte er ausgegeben.
* Londoner Elend. Kürzlich wurden in England zwei Mraschen verhungert aufgefunben. Ein Fall, der bie Not der untersten Klassen ber Themse-Metropol« desonbers kraß illustriert, erzählt bie ,Kölnische Zeitung". Der Mieter eine» Hauses sollte, wie es ein Gesetz vorschreibt, zur Atmen- lener herangezogen werben. Es zeigte sich aber, baß er selbst so atm war, baß er an manchen Tagen für seine Familie kein Brot kaufen konnte. Sem wenige Wochen alte» Kind starb an Entkräftigung. Vor Gericht wurde konstatiert, baß bei Nacht ber Atmeubestatter erschien, ben kleinen Leichnam in einen Sack steckte unb ihn zur Bestat- tung forttrug.
vermischtes.
* We Zigb in Witterda in Thüringen, so wird den „Bert. N. N.' geschrieben, kostet« vordem 800 Mark, jetzt zaA« neun Erfurter dafür 2200 Mark unb sie haben zur Erpachtung weiterer Jagden auch noch einen Reservefonds von 1800 Mark gesammelt. Nisfa und Urbach brachten die gleiche horrende Pachtsmnme. Tiefthal, das bisher 630 Mk. Pacht kostete, brachte jetzt 1520 Mark. Sämttiche bet ben genannten Jagben in Betracht kommenden Pächter finb Erfurter Fleischer« meist«.
— Cyanttttr Dos entletzlich« Gift, bem der Genetakslabshauptmanu Moder «Wien zumOpf«