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MaerW Zeitung

3.K'Ä's«"i<>. wochenbeilae«:„IllustrierteSonntagrzeitung"

Fulda, Mittwoch den 10. November 1909.

36. Jahrgang

Zweites 'Matt

Roggen

Danzig

Berlin

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per 1000 Kilogramm.

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Rurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschäfts- rats vom 2. bis 8. November 1909.

Matte amerikanische Berichte in Verbindung mit ermäßigten russischen Forderungen und stärker her- vortretcndem La Plata-Angebot neuer Ernte wirkten in der ersten Wochenhälfte umso verstimmender, als Lieferungsabgaben der Provinz den Eindruck erweck- len, daß das Jnlandsanyebot allmählich größer.zu werden Beginne. Wohl zeigte sich an einzelnen Märk­ten etwas mehr Ware, deren Verkauf sich angesichts der schwächeren Haltung des Auslandes und infolge des unbefriedigenden Mehlgeschastes, namentlich aber wegen der meist mangelhaften Qualität nicht ohne Preiszugeständniffe zu bewerkstelligen war, aber im allgemeinen haben die Ablieferungen seitens der Land­wirtschaft tröst der r:it kleinen Ausnahmen erfolgten Fertigstellung der Feldarbeiten bisher keineswegs den echosften Umfang angenommen. Darauf war es zu­rückzuführen, daß sich zu den ermäßigten Preisen wie­der stärteres Deckungsbedürfnis einstellte, dessen Be­friedigung ein neuerliches Anziehen der Preise zur Folge hatte. Während Mailieferung zum Schluß den gleichen Stand wie zu Wochenbeginn zeigte, wurde Dezember b^r sich zeitweise 31/u Mark niedriger stellte, zum Schluß 1 Mark über letztem Wochenschluß bewertet. Guter Weizen bleibt nach wie vor knapp, und Sachsen, das wohl allein über bessere Qualitäten verfügt, Hai für diese einerseits nach Hamburg, ande­rerseits nach Böhmen bessere Verwendung als nach Berlin. Roggen wird in geringen Qualitäten über Bedarf offeriert, und dieses schwer unterzubringende Material belastet den Wert umsomehr, als Export­möglichkeit bisher nur in geringem Umfange vorhan­den war. ?lndererseits ist es der Mangel an kontrakt­lichem Material, der die Abgeber auf dem Liefernngs- markte vorsichtig stimmt, und daraus erllärt sich auch die relative Festigkeit der Roggentermine. Auch zur Erwerbung guter Braugerste hat sich bisher noch we­nig Gelegenheit geboten, während geringere Ware ge­nügend vorhanden ist, aber wenig Beachtung findet Ebenso bestand das mäßige Angebot von Hafer bis­her zum größeren Teil aus abfallenden Qualitäten; fii» gute Ware ließen sich in der BerichtSwoche zeit­

empfiehlt

Riibenmühlen mit Haken oder Messern, Rübenschneider mit gerader u. conischer Trommel

Ausland.

r Eine ungarische christlich-soziale Partei ist anfangs d. M. gegründet worden. Präsident ist Graf Paul Szapary. Jnterefiant ist in dem Pro- gramm der neuen Partei die entschiedene Be­tonung deS allgemeinen Wahlrechtes und die Forderung einer duldsameren Behandlung der nicht magyarischen Nationalitäten; u. a. soll den Kindern mit nichtungarischer Muttersprache auch in dieser Un­teramt erteilt werden.

r Das internationale Sozialistische Bureau, das zur Zeit in Brüssel tagt, beschloß die Ab­haltung deS nächstjährigen internationalen Sozialisten Kongresses in Kopenhagen. Dort soll in der Hauptsache das Verhältnis zu den Gewerkschaften verhandelt und wieder einmal über den Achtstundentag, Abrüstungen und Schieds- gerichtssragen, ferner über die Todesstrafe bei politischen Vergehen beraten werden.

* Eine neue Dumafraktion hat sich aus Teilen der Rechten un er dem Namen „National­russische Fraktion" gebildet. Die neue, recht starke Gruppe, welche „Rußland sür die Rusten" als Parole an die Spitze ihres Programms setzt, verfügt über etwa hundert Stimmen.

(besonders beliebt:

bittere Speise-Schokolade.]

Hafer

) 160 (— 4 )

) 175 ( )

) 165 (+ 2l/•)

) 160 ( )

vermischtes.

♦ Die gestern gemeldeten Ausschreitungen in einem Weinrestaurant in Moabil sind von den Kutschern eines Droschkenfuhrgeschäftes in Charlotten bürg ver­übt worden, die nach Feierabend eine Bierreise an­getreten hatten. Sie konnten noch im Laufe der Nacht sämtlich festgestellt werden.

* Eifrige Skatspieler. In dem Wohnhause eines Hofbesitzers in H u tz f e l d im Fürstentum Lübeck saßen in einem Zimmer der Hmrsherr und zwei Freunde beim Skatspiel. Sie hörten und sahen nichts weiter als eben nur das, was ihre Karten zeig­ten Die übrige Welt existierte nicht für sie. Diese Situation machten sich Diebe zunutze, die durch die Haustür eingedrungen waren. Sie räumten in aller Gemütsruhe im Nebenzimmer gehörig auf. Eine Kas­sette mit Geld, zwei Jagdgewehre und sämtliche Schlüssel wurden mitgenommen. Daraus begaben sich die Langfinger, vertrauend auf die Seßhaftigkeit der Spieler, in den Weinkeller und veranstalteten dort eine sehr ergiebige Kostprobe. Die leeren Flaschen wur­den am anderen Morgen in der Scheune, wo die Diebe augenscheinlich genächtigt hatten, gefunden.

* Der Diebstahl auf Zeche Gladbeck, wobei den Dieben 279 000 Mack in die Hände liefen, hat bisher noch nicht aufgekläck werden können. Inzwischen ist jedoch auf Veranlassung des Staatsanwaltes der dienst­tuende Nachtwächter der Möllerschächte unter dem dringenden Verdacht der Mittäterschaft verhaftet wor­den. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Gerücht­weise verlautet, daß auch ein Schachtmeister verhaftet worden ist. Rach einer amtlichen Darstellung der Zechenverwaltung entdeckte der Haupckassenbeamte den Diebstahl morgens beim Betreten der Verwaltuiigs- räume. Tie Tür des Gewölbes, das zwei Geld­schränke sicheck, war geöffnet,ebenso standen die Türen der beiden Geldschränke offen. Irgend eine Spur von gewaltsamem Einbruch war nicht zu finden, so daß die Türen anscheinend durch Nachschlüssel geöffnet sind.

H. Lanz, Mannheim.

ViehfQtterdämpfer I

Kartoffelquetschen \

258.

Weizen: Berlin Dez. 217.00 ), Budapest April

weise bessere Preise durchsetzen. Futtergerste wurde von Rußland etwas fester gehalten. Mais behielt bei festen Preisen ruhiges Geschäft.

ES stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei daS Mehr (-}-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammem 0 beigefügt ist wie folgt:

878 Kälber, 615 Schafe und Hämmel und 1774 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Psd. Lebendgewicht: Ochsen: a. vollfieischige, ausgemäftete höchsten Schlacht­wertes biS zu 6 Jahren 42—50 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 38 —42 M., e. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 35 -37 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 37—38 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 35—36 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: a. vollfieischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachlwertes 37—39 Mark, b. vollfieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren 32 bis 38 Mack, c. filtere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 27 bis 30 M., d. mäßig nenätirte Kühe und Jungrinder 20—24 M„ e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 16—19 M. Bezahlt würbe sür 100 Psd.Lebendgewicht: Kälber: ». feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 00—00 Mk, b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 52—56 Mk., c. geringe Saugkälber 47—50 Mk., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Mk Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthammel 35-00 Mk , b. ältere Masthäminel 25—27 Mk., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merz-Schafe) 21-24. Schweme- a. Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 00.00 M., b. vollfleijchige über 2h. Ztr. Lebendgewicht Oü.OO M., c. vollfleijchige über 2 Ztr. Lebendgewicht 60-61 ,,M., d. vollfieischige bis zu 2 Ztr. Lebendgew. 61-61'/, Mk., e. fleii chige 60 Mk. Das Großviebge chäft war in Ochsen gut, sonst mittelmäßig. Ochsen ansverkausk, int übrigen unbedeutender lieber stand, Kälber glatt ausverkauft. Schafhandel mittelmäßig, Ueberftand unbedeutend. Schiveinegeschast gedrückt, voraussichtlich unbedeutender lieber ft anb.

Deutscher Reich.

+ Nationalliberale und Sozialdemokraten. Aus dem 13. sächsischen ländlichen Wahlkreise, in dem Stichwahl zwischen dem Kandidaten des Bundes der Landwirte, Geheimen Oekonomierat Andrä, und dem nationalliberalen Kandidaten Baumeister Göpfert stattsand, wird der,Deutsch. Tageszeitung' folgendes mitgeteilt:

Der nationalliberale Kandidat hat in einer feiner Versammlungen vor der Hauptwahl über die Reichsfinauzresorm wörtlich gesagt: „Ich bin stolz darauf, daß meine Partei bei dieser Gelegenheit mit der Sozialdemokratie Arm in Arm ge­gangen ist." Zwischen der Haupt- und Stichwahl hat derselbe Herr in verschiedenen Versammlungen sich dahin ausgesprochen, es sei erjrculich, daß 15 Sozial­demokraten in die Kammer eingezogen seien.

* Rührende Rücksichtnahme der Regierung auf kon­fessionelle Minderheiten. Der liberalen „Köln. Zig." (Nr. 1158) Wird geschrieben:

„Die Genossenschaft der Franziskanerinnen aus dem Multerhause zu Nonnenwerth wollte in Heins­berg (Reg.-Bez. Aachen) eine Niederlassung begrün­den, um die Leitung einer höheren Mädchenschule zu übernehmen. Die zuständigen Minister Haden dazu die Genehmigung versagt, weil aus grundsätzlichen Er­wägungen die Teilnahme nichtkatholischer Kinder an dem Unterricht einer von Ordensschwestern geleiteten höheren Mädchenschule nicht gestattet werden könne und bei der Errichtung einer Ordensschule demnach für die evangelischen und jüdischen Kinder nicht gesorgt sein würbe. Gleichzeitig hat der Kultusminister ange­ordnet, daß die Eröffnung einer weltlichen höheren Mädchenschule hier alsbald in die Wege geleitet werde. Zu diesem Zweck bewilligte der Minister eine staatliche Beihilfe von 1200 Mark."

Heinsberg bat fast nur katholische Einwohner und der ganze Kreis ist ebenfalls ganz überwiegend katho­lisch. Und doch wird auf Grund „grundsätzlicher Er- toägungen" die Genehmigung zu einer von Ordens­schwestern geleiteten höheren Mädchenschule versagt! .„Grundsätzlich" dürfen nichtkatholische Kinder an dem Unterricht einer von Ordensschwestern geleiteten höheren Mädchenschule nicht teilnehmen. „Grund­sätzlich* dürfen auch, wie Oberlandesgerichtsrat Marx auf dem Zentrumsparteitage in Gerolstein mitteilen konnte, nichtkatholische Kranke nicht in einer von Ordensschwestern geleiteten Anstalt verpflegt werden.

Wie verhält sich die Regierung im umgekehrten Falle? Fn einem ganz überwiegend katholischen Orte in der Ostmark wurde jüngst die Niederlassung katho­lischer Schwestern behufs Gründung einer Kinderoe- wahraustalt mit dem Hinweis auf die schon bestehende Anstalt der evangelischen Diakonissen abgelehnt.

* Die deutschen Dreadnougths. Von den bisher von Stapel gelaufenen Linienschiffen hat das erste, die „Nassau", kürzlich seine Probe­fahrt mit einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen in der Stunde, also glänzend erledigt und in einer Sturmfahrt in der Nordsee feine Tüchtigkeit er- wiesen. Milte November wird das zweite Schiff dieses Typs, „Westfalen", zur Erprobung in Dienst gestellt. Die Fertigstellung der nächsten beiden Schiffe, von „Rheinland" und „Posen", darf im Sommer 1910 erwartet werden. Das 5. und 6. Schiff „Helgoland" und „Ostfriesland" sind erst im vorigen Monat vom Stapel gelaufen; ihr Ausbau fordert noch geraume Zeit. Die Baukosten der englischen „Dreadnought" belaufen sich einschließlich der Kosten für Armierung auf rund 40,2 Millionen Mark, während für ein Schiff der Naffau-Klaffe rund 35,8 Mill. Mark vom Reichstag bewilligt sind.

Marktberichte.

• Frankfurt a. M., 8. Nov. 1909. Amtliche No­tierung der Viehmarkl-Preise. Zum Verkauf standen 430 Ochsen, 46 Bullen, 1172 Kühe und Jungrinder,

WILHELM ST0HR

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Die Macht der Presse.

Der soeben zur Regierung der Erzdiözese München berufene Hochwürdigste Herr Erzbischof Dr. v. Beitinger hat es für eine seiner ersten Aufgaben gehalten, auf die Bedeutung der Preffe in unseren Tagen aufmerksam zu machen.

In einem Hirtenbriefe, der von allen Kanzeln der Erzdiözese München verlesen wurde, stellt er die Frage, wie es möglich war, daß anläßlich der Verurteilung des spanischen Anarchisten und Freidenkers Ferrer so rasch und so leidenschaft­lich ein so allgemeiner Sturm gegen die kath. Kirche losbrechen konnte. Er beantwortet die Frage in folgender Weis-.

Seht, das ist die Macht der Presse und die Macht der mancherlei Organisationen, die in vereinter zielbewußter und energischer Arbeit unter Benützung jedes geeignet erscheinenden An» lasses immer weitere Kreise für ihre kirchenfeind­lichen Ideen zu gewinnen suchen und die überall da mehr und mehr Erfolge erzielen, wo es an den gleichen Mitteln zu einer raschen und wirk­samen Abwehr fehlt.

Sollten wir nicht vom Feinde lernen, wie hoch die Bedeutung der Preffe und des

Zusammenschlusses zu schätzen sei?

Haltet Zeitungen, Zeitschriften und Bücher oon einem Hame jerne. die für euer katdolttches Glauveu -mpftnden weder em veritändnlsvoUes Znteresie noch eine schonende Rücksichtnahme be« künden, vielmehr euer kaiholsiches Gefühl in der m uiniasattrasten Wette verletzen!

Lasset euch in der Geltendmachung euerer katholischen Grundsätze im öffentlichen Leben nicht von den Gegnern an Interesse, Energie und Opserwilligkeit übertreffen! Und wenn ihr an der katholischerseits betätigten Abwehr feindlicher Angriffe oder an irgendwelchen katholischen Organisationen Ausstellungen zu machen habt, so vergeflet nicht, daß diese vielleicht hie und da gerechtfertigte Kritik allein keine Hilfe bringt; helfet vielmehr durch eueren freundlichen Rat und durch euere opferwil lige Tat mit, solche Abwehr und solche Veranstaltungen mehr und mehr in Uebereinflimmung mit euerer besseren Einsicht zu bringen! Nachsichtsvolle und werk­tätige Mithilfe hat einen weit höheren Wert als herber Tadel.

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238.80 (— 1.30), Liverpool Dezember 177.50, ( — ), Chicago Dez. 158.75 (— 3.15), Roggen: Berlin Dez. 169.00 (—1.00), Mai 174.50 (— «.75), Hafer: Berlin Dezember 155.00 (- 0.50), Mai 159.75 (— 1.25) Mk