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MaerW Zeitung

Monakdeiiage: „Fuldaer Geschichtsblätter"

w«ch-nb-i,age: „Illustrierte Sonntagszeitung"

«ffchewt täglich MN Nmnahme der Soä= «j,d Feiertage viertet- Wrlich«? Bezugspreis ohne vringerlohn «nb BefteLgeldinFuldaf». »k auswärts 1.50 Ult

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Sotationsdruckund Verlag der Fuldaer Sk> tiendruckerei in Fulda Fernsprecher Rr. 9.

M 253.

Fulda, Donnerstag den 4. November 1909.

36. Iahrqanq.

Awertes ^Latt.

z Der blau-rote Block.

Bei den badischen Landtagswahlen haben wir ge­sehen, daß der ganze „staatserhaltende" Liberalismus sich rückhaltlos in die Arme der Umsturzpartei gestürzt hat.

So sehr ivit diese Selbsterniedrigung einer bürger­lichen Partei und diese Unterstützung der sozialreoo- lutionüreir Partei bedauern und verurteilen, so müssen vir doch aus einen mildernden Umstand für die Nissekai der badischen Liberalen aufmerksam machen. Was da in Baden in der Form eines regelrechten Wahlvertragcs zutage getreten ist, das ist im Grunde nur die Folge der allgeincinen Verbrüderung, die im letzten Reichstag und in der nach Reichstagsschluß ein­setzenden Hetze zwischen den Liberalen und den Roten im ganzen Reiche stillschweigend abgeschlossen wor­den ist.

Wo ist der Großblock zuerst in die Erscheinung ge­treten? Bei der kritischen Abstimmung über die E r b- a n f a l l st e u e r. Da standen die sämtlichen Libe­ralen mit der Sozialdemokratie fest geschlossen der Rech­en gegenüber. Die Sozialdemokraten waren von dem Fürsten Bülow und seiner liberalen Freundschaft dazu ausersehen worden, das Zünglein an der Wage zu bil­den. Wenn nicht die Konservativen und das Zen- ti’jnt so stramm aus dem Posten gewesen und acht Mann in-chr als die verbündeten Gegner aufgebracht hätten, so würde die Sozialdemokratie die Enscheidung üb<t die Reichsfinanzreform, die nmßgebende Stellung in der Reichsentwicklung in die Hand bekommen haben.

Durch wessen Schuld? Die Hauptschickd wäre auf den Fürsten Bülow gefallen, der sich in arger Ver­blendung verleiten ließ, die Besteuerung des Gatten- und KindercrbeS, die er vor ein paar Jahren noch s e l b st verworfen und bekämpft hatte, zum Angel­punkt seiner Finanzreform und mittelbar seiner ganzen Politik zu machen. Er tvußte längst, daß diese Steuer nicht anders zustande zu bringen war. als durch einen schonungslosen Entscheidungskampf zwischen der Rech­ten und der Linken. Er konnte sich an den fünf Fin­gern abzäylen, daß dabei eine innige Verbrüderung der Liberalen und der Sozialdemokraten gegenüber der 'sogenannten Reaktion sich ergeben würde. Er beharrte doch auf seiner Lieblingssteuer, und so wurde er der Vater eines blau-roten Großblocks, der schroff Front machte gegen Konservative und Zentrum.

'■ Die Schuld der Liberalen selbst, namentlich der NatiorraMberalen, bleibt insofern bestehen, als sie den Fürsten Bülow zum Festhalten an der Erbschaftssteuer gedrängt haben, auf den gemeinsamen Aufmarsch Arm in Arm mit der Umsturzpartei vollzogen haben und nach dem wohlverdienten Sturze des Großblock-Vaters in der aufreizenden Steuerhetze mit den Sozialdemo­kraten in erfolgreichen Wettbewerb getreten sind. Das soll den Liberalen nicht vergessen werden: aber es darf auch die Tatsache nicht verdunkelt werden, daß Fürst Bülow durch seine unselige Taktik die Sozialdemorkatie erst recht bündnisfähig gemacht Bat.

An der Eintracht der bürgerlichen Parteien, die uns zur Rettung von Staat und Gesellschaft unbedingt nottut, hat niemand schlimmer gefrevelt, als der Block­kanzler unseligen Angedenkens.

Deutsches Reich.

* Die Anwendung des Sprachenparagrapheu wild immer merkwürdiger. Aus Essen wird berichtet:

Am Sonntag sollte hier eine Versammlung pol­nischer Jünglinge statlfinden, und insbesondere waren hierzu die jüngst entlassenen Reservisten eingeladen. Die Einladung ging aus von dem Ordeusgeistlichen k.Bertyn von der dortigen Franziskanerniederlassung. ®r würde jedenfalls auch die Hauptansprache ge­halten haben, die einen rein religiös-sitllichen Charakter gehabt hätte. Die Polizeiverwallung hatte von der Der ammlung durch eine Anzeige im „Wiarus polstt" Kenntnis bekommen und entsandte einen Beamten zur Ueberwachung. Dieser Beamte erklärte, daß nur deutsch gesprochen werden dürfe, weil die Ver­sammlung als eine politische angesehen werde. Da man sich dieser Forderung nicht fügte, verbot der Beamte gemäß der ihm erteilten Instruktion die Ab­haltung der Versammlung. Pater Berlyn ist Deutscher, rr hat auf Wunsch der geistlichen Behörde polnisch ge­lernt, um die Polen zu pastorierrn, und eine andere »ls seelsorgerische Tätigleit hat er gegenüber den Pole» nie ausgeübt. Daß die geistliche Behörde für

den polnischen Gottesdienst deutsche Priester verwendet, I ist ein Entgegenkommen gegen die Regierung. In der möglichst weiten Ausdehnung des Begriffes „politisch" liegt anscheinend System. Daß man den Sprachen­paragraphen aber sogar auf seelsorgerische Veranstal­tungen anwendet» ist doch neu.

* Zum Tode Leopold Sonnemanus, des Be­gründers der »Frankfurter Zeitung', schreibt man der »Köln. Vztg.' u. a.:

Kopfschüttelnd erinnert man sich heute, wenige Monate nachdem die »Frankfurter Zeitung', wahrlich mcht durch ihre Schuld, aufgehört hat Bülowsches Kanzlerblatt zu fein, der stürmischen siebziger Jahre: der Reichstagssitzung, in welcher der erste Kanzler die Frankfurter Zeitung' im allgemeinen und Sonnemanu tut besonderen als Auslands-Agenten verdächtigt, bet langen Freiheitsstrafe, die Sonnemann wegen Beleidi­gung verbüßt, der fünfwöchigen Hast, die er als Opfer des Zeugniszwanges absitzt; des berühmten Telegramms „Wählt Sabor", durch welches Bismarck, zugunsten eines gänzlich minderwertigen Sozialisten, 1884 Sonne­mann das Frankfurter Reichslagsmandat entreißen half, das er von Anfang an mit ganz kurzer Unter­brechung beseflen hatte. Gern erinnern wir uns der Zeit, zu welcher er im Reichstage, einer der Wenigen außer dem Zentrum, gegen Kanzlerparagraph und Jesuitengesetz stimmte, zu welcher sein Blatt, ungeachtet seines unbedingt „freigeistigen" Standpunktes, die Frei­heit auch aus dem kirchlichen und kirchenpolitischen Gebiete zu wahren verstand und geistvoll, unabhängig und rücksichtslos die Maigesetzgebung und die sonstigen Ausschreitungen der Kulturkampssperiode bekämpfte. Das ist gründlich anders geworden. Mehr und mehr bildete es sich zum „antiklerikalen" Organ um, in dessen Spalten der Kirchenhaß sich spreizte, die pfaffen­sresserische Beschimpfung häufigen Unterschlupf und in jüngster Zeit der Ferrer-Skan dal die wärmste Bejürwortung fand. Wie sich der Uebergang der ehemaligen »Frankfurter Zeitung' zu der heutigen vorbereitete, mag heute unkrörtert bleiben. An den Vorgängen Der letzten Zeit, namentlich an der nach der Komödie vom Dezember 1906 inaugurierten Blockpolitik, dürfte Sonnemann, an seinem Lebensabend ein körperlich gebrochener, wenn auch geistig noch reg­samer Mann, kaum mehr beteiligt gewesen sein.

Ausland.

** Der Kampf um die Schule in Frankreich wird mit einer ungewöhnlichen Heftigkeit ausge­nommen.

Die lange Zeit gleichgültigen katholischen Be- völkerungskreise haben endlich eingesehen, was auf dem Spiele steht und was ihre Pflicht ist. Die Jakobinerregierung will die Jugend mit Gewalt entchrifllichen und dem Glauben entsremden. Daß angesichts dieses ihnen aufgedrungenen Kampfes die Bischöfe sich ins Mittel legen, ist nur zu be­greiflich, denn der katholische Bischof ist kein Miet- ling, der in der Zeit der Gefahr feine Herde im Stiche ließe. Auch die ganze katholische Presse wendet sich in energischer Sprache gegen diese Per- gewaltigungsversuche von Seiten der an der Spitze der Regierung stehenden Jakodinersippe. Es geht um das Recht der Gewissensfreiheit» um daS Recht der katholischen Eltern, ihre Kinder katholisch erziehen zu lassen. Diese Güter, die auf dem Spiele stehen, müssen den politischen Zusammenschluß des katholischen Frank­reichs notwendig herbeiführen.

In den kulturkämpferisch gesinnten Regierungs­kreisen ist man sich vollauf der Bedeutung bewußt, die ein solcher Zusammenschluß der Katholiken Frankreichs hat. Schon die kürzlich durch den Brief der Bischöfe an die Laienschule gerichtete Kriegserklärung rief bei der Regierung nicht ge­ringe Bestürzung hervor. Der Ünterrichtsminister selbst bezeichnete die Situation als sehr ernst und hat bereits angeordnet, daß in den einzelnen De­partements genaue Erhebungen über die Wirkungen des bischöflichen Erlasses angestellt werden. Die Lehrer selbst haben Weisung, sich von den geistlichen „Einmischungsversuchen" nicht im geringsten beein­flussen zu lassen. Die „Anmaßung" der Bischöfe, sich an Stelle des Hochschulrats setzen zu wollen, sei ganz unzulässig. Auch ein höherer Schulmann erklärte dieser Tage, die Kriegserklärung der Bi­schöfe bringe die Schule in ziemliche Verlegenheit. WaS solle man einem Kinde antworten, das sich weigere, Geschichte auS dem oder jenem Lehrbuche zu lernen!

Selbstverständlich rufen die kutturtämpferisch gesinnten Parteien abermals nach dem Gesetz- ged er, damit dem Vorstoße der Bischöfe wirksam entgegengetreten werden tonne. Es liegt auch be­reits ein Gesetzentwurf vor, dessen Ziel eS ist, die |

„geistlichen Uebergriffe" zu bekämpfen. Für das Lehrpersonal der Privatschulen soll das höhere Lehrpatent zur Bedingung gemacht werden, sodaß also nur solche Personen unterrichten könnten, die völlig in dem radikalen religionsseindlichen Fahr- wasser der Regierung schwimmen.

Leider ist bei der gegenwärtigen Zusammen­setzung des französischen Parlaments sehr zu be­fürchten, daß der neue Gesetzentwurf keinen allzu- großen Widerstand in der Kammer finden wird. Der Regierung dürfte es daher auch nicht schwer fallen, die Vortage durchzubringen. Aber angesichts der neuen katholischen Bewegung kann man die Hoffnung hegen, daß dieser neue kulturkämpferische Vorstoß die Hindernisse, die sich noch dem poltti- scheu Zusammenschlüsse der Katholiken Frankrerchs entgegenstellen, um so leichter überwinden werden. Dann ist wenigstens Aussicht vorhanden, daß in nicht allzuferner Zeit die Kulturkampfsgesetze zu­gunsten der Kirche eine Abänderung erfahren.

Am Sonntag hat Ministerpräsident Briand bei Gelegenheit der Einweihung des Hauses für die „Liga zur Volkserziehung" zu der.Schulfrage Stellung genommen. Briand nannte die von kirchltcher Auf­sicht befreite Schule das „Herz der Republik" und wandte sich gegen die „Versuche Roms", auf ftanzösische Staatsbürger Einfluß auszuüben. Er meinte, die ganze Bischofsbenegung werde in ihrem Charakter überschätzt und sei nichts weiter als eine Vorbereitung für den Wahlfetdzug. Die Regierung werde in dem Kampfe in nichts nachgeben. ®te Kirchenstürmer sind über diese neue Rede Brtands in Helles Entzücken geraten. Erleichtert atmen sie auf, daß die Worte von Toleranz und Frieden, die sich in der Programmrede des Ministerpräsidenten gefunden hatten, jetzt zurückgenommen worden sind.

Aus Rirche und Schule,

* Audienzen beim hl. Vater. Der päpst­liche Mojordomus, Msgr. Biskett, hat an die Rektoren der Naüonalinstitule in Rom und her­vorragende auswärtige Geistliche, die ihren Lands­leuten als Vermittler zum Vatikan dienten, die Weisung ergehen lassen, in Zukunft nur mehr solche Personen für die Audienzen beim hl. Vater und die päpstlichen Funktionen zu empfehlen, die ihnen selbst bekannt oder von sicherer Seite em» sohlen seien. Die Weisung ist wohl verursacht durch den peinlichen Vorfall vom vergangenen Grünen Donnerstag, an dem die Frau eines jüdischen Professors aus Wien sich während der Messe de- hl. VaterS der Kommunionbank ge­nähert und sich von ihm die hl. Hostie hat reichen lassen.

Aus dem Nachbargebiete.

* Bischofsheim v. d. Rhön, 3. Noobr. 1909. In der zur Sattlers chen Farbenfabrik in Schonungen gehörigen Hegmühle brach wahrscheinlich durch Warmlaufen eines Mühlrades ein Brand aus, der Wohnhaus mit Mühleneinrichtung in Asche legte. Eine Arbeiterfamilie vermochte nur das nackte Leben zu retten.

* Böhl, 3. Nov. 1909. Bei den Erdarbeiten für die Wasserleitung bie.en die festen Grau- macken st eine solche Schwierigkeiten, daß man sie sprengen muß. Bei dieser Gelegenheit sprangen an einzelnen Gebäuden die Fenster­scheiben.

♦ Gießen, 3. Nov. 1909. Kommerzienrat Heichelheim schenkte der Universitäts- dibliothek zur Ergänzung einer schon früher gemachten Stiftung sOc O Mk. zu dem Zwecke, die Handbibliothek des Lesesaales auf dem Lau- senden zu erhalten. — Die verkauften Gieße- ner Polizeiakten sind jetzt aus der Papier­fabrik, wohin sie vom Tiödler weiter verkauft waren, wieder zmückgekommen und lagern, in Ballen und Säcken verpackt, im Bürgermeisterei, gedäude. Der Fall Bilo scheint aber noch nicht ganz erledigt zu sein, trotz des Beschlusses der Stadtverordneten, daß man dem Beamten kün- digen solle, der den Grundsatz hat: was nicht verboten ist, fei erlaubt. Jetzt wird bekannt, daß man sich große Mühe gibt, die Stadtverordneten

umzustimmen, damit die schon erfolgte Kündigung des Polizeisekretärs zurückgezogen wird.

* Offenbach, 3. November 1909. Die hiesige Kriminalpolizei verhaftete den 17 jähr. Klavier­spieler H. Angersbach, welcher eingestand, eine Anzahl Fahrräder gestohlen und mit Hilfe von Altersgenossen wieder verkauft zu haben.

* Hann.-Münden, 3. November 1909. Ein« vielbegehrte Stelle ist die des bisherigen Stadtsyndikus. Um die mit einem Anfangsge- halt von 3900 Mark und mit einem Endgehalt von 6600 Mk. einschließlich 600 Mk. Wohnungs- geld dotierte Stelle sind annähernd 70 Bewer­bungen eingelausen.

* Hannov. Münden, 3. Nov. 1909. Die epidemische Kinderlähmung ist nun auch hier, wenn bisher auch nur vereinzelt, ausgetreten.

* Gera, 3. Nov. 1909. Der verstorbene Privatmann Oskar Ludert hat die Stadt zur Erbin seines Nachlasses nach Abzug verschiede­ner Legate eingesetzt.

* Eisenach, 3. Nov. 1909. Der Hauptmann v. Neuß hat sich in seiner Wohnung erschossen. Weshalb der Offizier zur Waffe gegriffen hat, ist unbekannt.

* Winkel (Rheingau), 3. Nov. 1909. Vor« gesch ichtlicher Fund. Bei baulichen Ver­änderungen aus dem Ant-res'schen Besitztum stießen Arbeiter in geringer Tiefe auf menschliche Knochen. Diese lagen in einer mit Steinen ausgekleideten flachen Grube und waren mit einem großen flachen Steine bed:ckt; außerdem barg das Grab noch eine Anzahl Urnen und Ringe. Der von dem Funde verständigte Vorsteher des Altertums- Museums zu Wiesbaden, Prof. Dr. Ritterling, übernahm die Funde zur Uebersührung in daS Wiesbadener Museum. Das Grab soll ein Alter von 2— 3000 Jahren haben.

* Meiningen, 3. Nov. 1909. Zu Werbekostetz für eine Eisenbahn nach Hünfeld stellte der Gemeinderat 300 Mark versüglich.

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Literarischem

Die Lehre des hl. Augustin vom Sakramente der Eucharistie. Dogmengeschichtliche Studie von Oskar Blank, Priester der Diözese Würzburg. Paderborn 1906, Schöningh. VI und 136 S.

lieber denselben Gegenstand hat jüngstens Rau­schen eine Studie veröffentlicht, nach deren Er­scheinen einige Rezensenten die Ansicht äußerten, . Blanks Arbeit sei durch diejenige Rauschens über­holt und somit überflüssig geworden. Ich kann mir nach dem Studium der Blank'schen Studie diese Auffaffnng nicht zu eigen machen. Blank hat seinen Gegenstand mit einer solchen Gründlichkeit und Klarheit und mit fo viel Belesenheit in den Schriften des hl. Augustinus behandelt, daß man auch nach Rauschens Publikation an ihm nicht achtlos vor» übergehen kann. Nachdem er im ersten Abschnitt den Begriff Sakrament und Eucharistie bei Augustin erörtert hat, legt er im zweiten Abschnitt Augustins Lehre von der Art der Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im Sakramente der Eucharistie bar, um im dritten Abschnitte Augustins Lehre von der Eucharistie als sakramentaler Speise (Kommunion) zu behandeln. Den Schlüssel zur Lösung der ver­schiedenen Schwierigkeiten bezüglich der Lehre Augustins von der Gegenwart Christi im Altar- fatramente, soweit sie symbolisch lautend« Aenßerungen betreffen, sieht Blank in der tiefen Auffassung Augustins vom Eucharistischen Genuß, der als Teilnahme am sakramentalen Leibe Christi zugleich die Wirkung der Teilnahme am mystischen Leibe Christi, das ist der Kirche, hat. Hand in Hand mit der Untersuchung der sym» bolisch klingenden Aenßerungen des BischofeS von Hippo geht die Herbeischaffung und Auslegung der­jenigen Texte aus den Augustin'fchen Schriften, in denen unzweifelhaft von der wirklichen Gegenwart Christi im Sakramente die Rede ist. Wir hasten diese Untersuchungen für durchaus gründlich und gelungen. Der dritte Abschnitt, die Lehre Augustins von Der Kommunion, besitzt nach dem Dekret PinsX. über die Vorbereitungen zum würdigen Empfang der Eucharistie noch ganz besonderes Interesse. — Wir empfehlen die Studie aufs wärmste. s.

N mtliche Anzeigen.

Fulda. Gefunden: Ein evan­gelisches Gesangbuch, ein Trauring, eine Klempnerzange, ein golvener •Hing, mehrere Portemonaies mit Inhalt. Sngepogen : eine mit einem Stcmp l versehene Brieftaube.

Die Verlierer haben ihre Rechte binnen 6 Wochen tm Polizeibüro, Zimmer Rr. 1, geltend zu machen.

Fulda. Der aus Donnerstag, 25. November 6. 3s. in hiesiger Stadt angefetzte viehmarlt wird unter den seither bekannt gegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 7‘/i Uhr begonnen werden. Nach § 1 der Polizeioerordnung vorn 25. April 1904 ist das Handeln mit Vieh und das Mustern von B eh zwecks Han­delns innerhalb des Stadtbezirks vor und während der Dauer des Markte- verboten.__________.

Fulda. Die KreiSemgeseffenen »rsucht der Landrat, alle au ihn ge­achtete« amtlichen Schriftstücke, — buch solche, die Angelegenheiten de- streisausschusseS und der Steuer» I Verwaltung zum Gegenstand haben, I te nut mit bet Adrette: -An bas I

königliche tanbratsamt in Selbe" oder. „Au den Herrn lköniglichen Londrat in Fulda" (ohne,die zweck- widrigeHinzusügung seinesRameuS) zu versehen, persönlich adressierte Sendungen bleiben tm Falle seiner Abwesenheit bis zur Rückkehr un­eröffnet liegen, wodurch leicht ein Nachteil für den Absender oder andere Beteiligte entstehen kann. In den Adressen vertraulicher Schreiben ist der Name ebenfalls emdehrltch, aber der Vermerk „ver­traulich" ober „eigenhändig" erfor­derlich.

Kassel. Steckbrief. Raubmord. Gegen den Landarbeiter Kaschirnir Dem sch ick, auch Lari Tomfchak genannt, zuletzt in Hofgeismar, ge­boten am 12. Mai 1886, angeblich in Oscheh oder Ochbeck (Kreis Posen), m welchem Kreise Orte dieses NamenS jedoch nicht liegen, hat das Amt • gerich Hofgeismar wegen Laub- Mordes, begangen am 23. Oktober 1909 bei HofgeiSmar, Haftb.fehl erlassen. Demschük hat einem Land­arbeiter 200 Mark und eine ziemlich neue Taschenuhr mit Goldrand und buntem Zifferblatt geraubt Die Uhr trägt die Nummern 17666 und 138 027. Demschick ist 1,60 m

I grvß, ist breitschulterig und stämmig, ferne Haltung ist etwas vornüber­gebeugt, et hat ein rundes Gesicht und frische Farbe, graue Augen mit sog. Tränenbeuteln, kleine dicke Nase, dicke Lippen, bartlos, er spricht polnisch und deutsch letwas ge- brachen). Er trug einen steifen schwarzen Hut, grünlichen EchlipS, Schnürschuhe. Seinen dunklen Jackettanzug, der blutbespritzt sein müßte, hat er vielleicht mit einem neuen Anzug vertauscht. Er ist leidenschaftlicher Zigarettentauchet. Für Ergreifung des flüchtigen Täters ist eine Prämie von 15« Mk. ausgesetzt.

Der erste Staatsanwalt in tkaffel.

Marburg. Beim Kurheffischen Jäger-Bataillon Nr. 11 in Marburg a. d. Lahn werden zum Herbst 1910 2 jährig-Freiwillige angenommen. Vorbedingung ist volle Sehschärfe, durchaus kräftioerKörperbau, wider- standsfähige AtmungS-«reislauss- organ, sowie gutgebildete Füße (nicht Plattfuß) und Größe im all­gemeinen nicht unter 1,60 m, Hand­werker, Schneider, Schuster, Maler, Buchbinder, Steindrucker, Gärtner sowie Landwirte werden bei der Anmeldung bevorzugt. Diejenigen jungen Leute, welche angenommen

-u werden wünschen, wollen sich unter Vorlage eines bis 31. 3. 1910 gültigen Meldescheines an einem Mittwoch oder Samstag vormittag in Mmdurg (»ofitne) zur ärztlichen Untersuchung melden. Auswärtige Untersuchungen können nur in ganz besonder- begründeten Fällen ge­nehmigt werden. Schriftliche An­fragen vor der persönlichen Meldung bei« Lrupprutril sind zu unterlaßen.

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