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36. Jahrgang
Fulda, Dienstag den 2. November 1909
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kän:e, aber Ferrer sagte, die Republik sei Nebensache, die Hauptsache s e i d i e R ev o l u ti o n. Ferrer schickte einen Abgesandten nach Masnou mit der Erklärung, er könne nicht mehr kommen, da die Revolution in Barcelona seine Anwesenheit erheisch- Die Rebellen in Masnou erklärten nach Zeugenaussagen, vonFerrerGeld erhalten zu haben.
Seite 40: Colldefous kannte Ferrer persönlich nicht, er erklärte aber bei dreimaliger Vorführung von Gruppen, das sei der Mann, der einen Haufen Revolutionäre befehligte.
Die Zeugenaussagen Domenechs, Llarchs, Casas und Esptnosas bestätigen, was Ferrer in Premia getan hat (stehe oben). (Bemerkt sei, daß diese Zeugen, die Ferrer schtver belasteten, und ihn als die Triebfeder der ganzen Ausstandsbewegung hinstellten, Republikaner find!)
Seite 10: Der Gemeinderat Estival von Premia gibt als Zeuge an, daß die Ausschreitungen gegen die Klöster dortselbst erst begannen, als Ferrer eine Konferenz mit dem Alcalde hatte.
Seite 11: Der schon genannte Juan Pig erklärt, nach seinen Wahre eh mun gen habe Ferrer die ganze Revolution angestiftet, da die Ausschreitungen dem entsprechen, was er seine Anhänger gelehrt.
Espinosa, selbst wegen Beteiligung angeklagt, erklärt, daß Ferrer Anstifter und Inspirator der Juli-Vorgänge sei.
Sette 13: Der Zeuge Domenech traf Ferrer in der Nacht des 26. Juli in Barcelona und schildert Ferrers Bemühungen, die anarchistische Arbeiterunion zu revolutionär en Ausschreitungen zu bewegen.
Die Seiten 15, 16, 17, 18, 19 und 20 enthalten auf Grund von Zeugenaussagen „die außerordentliche Tätigkeit Ferrers am 28. Juli. Wo er nicht selbst zugegen sein konnte, schickte er seine Agenten, die zu der revolutionären Menge in seinem Namen sprachen, um sie bester zu den Ä u s s ch r e i tu n g e n zu bewegen. Domenech sagte, Ferrer habe stch bei ihm rasteren und dann den Präsidenten des revublikanischeu Komitees. Juan Pig, holen lasten. Diesem schlug Ferrer vor, die Republik zu proklamieren. Pig lehnte ab, da ihm die Sache zu gefährlich schien. In Mosnau warteten revolutionäre Trupps, zum Teil aus Ausländern bestehend, auf Ferrer, der aber am 29. Juli sich nicht mehr sehen ließ. Die Aussagen Domenechs werden von Pig bestätigt, der seine Aussagen unverändert von Anfang bis Schluß des Prozesses aufrecht erhielt. Pig sagte unter Eid aus, Ferrer habe zur N i e d e r b r e n n u n g von Kirchen und Klöstern aufgefordert. (Die Aussagen der Zerryen von Masnou sind allein genügend, Ferrer das Todesurteil zu bringen.)
Die Anwesenheit Ferrers in Premia, wo er die gleichen Bemühungen wie in Masnou machte, wird von einer langen Reihe von Zeugen, ausschließ- lich Republikanern und Radikalen (S. 17), bewiesen, deren Namen - es ist eine ganze Reihe — wohl nicht aufgeführt zu werden brauchen. Einigen, die Ferrer nicht kannten, sagte er direkt: Ich bin Francesco Ferrer. Als Ferrer gesagt wurde, die Pro- klamiemng der Republik in Premia sei abgelehnt, erwiderte Ferrer dem Alkalde Llibre: „Warum proklamiert man sie denn nicht, nachdem das in Barcelona, Madrid und Valencia geschehen ist?'
Der Generalauditeur zitiert einen Bericht der französischen Polizei von Paris, die erklärt, daß „Ferrer als ein sehr gefährlicher Revolutionär betrachtet werden muß und als ein Propagandist seiner Ideen, der zu allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln greift.' Der Generalauditeur wendet stch weiter in einigen Punkten gegen den Verteidiger Ferrers und dessen Behauptung, es seien Zeugen ausgetreten, die Ferrer verfeindet waren. Einige solcher Zeugen sind in der Tat aufgetreten, aber das Militärgericht hat ihre Ausfagen nicht einmal zu Protokoll genommen und sie als befangen und unzuverläffig a b g e- l eh n t.
Eine Reibe anderer Zeugen ist noch.in der Broschüre ausgeführt, ohne daß ihre Aussagen von Belang wären. Im ganzen hat der Staatsanwalt in seinem : Plaidoher 48 Zeugen erw 8hnt, die gegen
wurden. . Ä
Seite 59: Ferrer beauftragte einen gewrffen Juan Pig, die Bewohner Masnous zur Niederbrennung der Klöster aufzufordecn. Pig wendete ein, daß durch diese Brände doch nicht die Republik
Ferrer aussagten. An Entlastungszeugen spielen nur die Erklärungen — ausländischer Gelehrten eine Rolle, die das Gericht mit der Begründung ablehnte, so weit vom Schuß könne man kein Urteil abgeben. Ferrer selbst konnte keine Zeugen zu seinen Gunsten namhaft machen.
59)
Wenn auch die Rede des Verteidigers fehlt, so kann man sich doch von ihr einen Begriff machen ; denn der Affestor und oer Generalauditor zitieren die Behauptungen des Verteidigers, wonach alle Zeugen
meineidig, rachsüchtig oder gekauft seien, ohne Beweise dafiir beizubringen. Der Verteidiger, sagt der Generalauditor, hatte ein schwieriges Amt — das muß man ihm bei der Abwägung seiner Verteidigung zugute- halten.
Nach diesen Veröffentlichungen gibt cs nichts mehr zu bringen über F e r r e r s S ch u l d. Die ganze Kulturmenschheit', die seit 14 Tagen wie verrückt den spanischen Anarchisten als einen Helden, einen un- chuldig Verurteilten, einen Märtyrer der „Pfaffen' eiert ist entschlich blamiert. Der Korrespondent des ^aily Telegraph bekennt in seinem Blatte, obschon er von der spanischen Regierung wegen Uebertrctens der Zensur verfolgt wurde, das-Gesetz, nach dem Ferrers Verurteilung erfolgt ist, sei schon a u f H un d e r t e von Generälen, Obersten, Hauptleuten, Offizieren und Zivilpersonen angewandt worden, ohne daß jemals ein einziger es angefochten hätte Die größte Mehrheit des spanischen Volkes sei absolut von der G e re ch t i g k e i t des an Ferrer vollstreckten Urteils überzeugt. Nach der Epoca wurde Ferrer während der Untersuchung auch den Zeugen geaenübergestellt, und gerade seine radikalen Freunde brächten ihn durch ihre schwerwiegenden Aussagen m die größte Verlegenheit.
Für jeden normalen Menschen ist durch alle diese Zeugnisse, nicht zuletzt durch das des neuen spanischen Kriegministers, der Fall Ferrer als das entlarvt worden was ec ist: als ein grenzenlos dreister Schwindel. Ein Schwindel noch dazu wegen eines ganz und gar verkommenen und verwahrlosten Burschen, der seine Frau im Stich ließ, stch um seine ehelichen Kinder, die in Armut leben, nicht kümmerte, dec sich als Erbschleicher ein Millionenvermögen ergatterte, olles einem Anarchisten und seiner Geliebten hinterließ, seine Kinder dagegen enterbte!
Wahrlich, ein „Held", würdig der .Verehrung' der „Kulturwelt'!
Dermtfdttes.
* Die Gastwirte in Bonn beschlossen, die erhöhten Bierpreisc beizubehalten, sodaß der Ä i e r b o h k o 11 seitens der Studentenschaft am nächsten Dienstag ein- W
* Die beiden Handwerksburschcn, die verdächtig sind, den Brand in Schloß Bußmannshausen bei Laupheim gelegt zu haben, wurden verhaftet.
* Der erste tierärztliche Geheimrat in Preußen ist soeben ernannt worden. Dem Departementstircarzt bei der Kgl. Regierung in Minden, Veterinärrat. Jo- boro wurde bei seinem Uebertritt in den Ruhestand dec Titel „Geheimer Veterinärcat' verliehen.
* Vergiftet hat sich in D ü s s e l d o r f der Fabri- kaiit Lohmer mit seinem erwachsenen Sohn. Der Sohn war unheilbar lungenleidend, weshalb beide, laut hin- terlassciicm Brief, gemeinsam sterben wollten.
* Aur der Nordsee tobte am Samstag ein schwerer Südweststurm. Der von England kommende Kohlendampftr „Anna Dale' mußte wegen des Sturmes 12 Stunden lang manövrieren. Der Schleppdampfer „Fairplay' mit zwei Leichtern im Schlepptau, wurde von dem Wetter überrascht. Die Verbindung mit den beiden Fahrzeugen riß. Die beiden Leichter sind verloren gegangen. Die Mannschaft konnte sich auf den Dampfer retten.
* Die Cholera in Ostpreußen greift trotz aller behördlichen Maßnahmen immer weiter um stch. In S k o ep en im Kreis Niederung sind zwei Cholerafälle und in der Kolonie Bismarck bei Ruß ist ein Cholerasall zu verzeichnen. Ebenso sind in N eMonte n im Kreis Labimr drei Angestellte einer Arbeiterfamilie an Cholera erkrankt.
* Ein Klosterbrand. In Augsburg stnd die Oekonomiegebäude des Klosters Ottilien niedergebrannt. Der Schaden ist sehr groß. Hefter die Entstehungsursache des Brandes verlautet noch nichts.
* Erstickungstod eines Diebes in seiner Beute. In W i r b a l l e n waren Diebe in eine Scheune ein- geftrochm und hatten etwa 40 Scheffel Roggen geftoh- ten. Ihre Bmte schütteten sie auf dem Hofe eines 100 Meter entfernten Hauses in eine Grube. Dabei war einer der Diebe mit in die Grube gefallen und verschüttet worden. Die Polizei fand das gestohlene Getreide und auch die Leiche des Diebes.
♦ Die Kuren des .Lehmpastors" Felke in Repelen bei Mörs wurden im weiteren Verlauf der Verhandlung vor der Strafkammer in Krefeld von den Sachverständigen beurteilt. Die Gutachten stimmen darin überein, daß die von dem Angeklagten Pastor Felke vertretene Theorie zur Erkennung der Rankheiten Unsinn sei. Die Iris verändere sich zwar unter gereiften Umständen, aber die „Striche", die der Angeklagte reahmehmen will, ständen in keiner
** Die amtliche Veröffentlichung i
über den Ferrer-Prozeß. ;
Wenn etwas geeignet wäre, dem Ferrer-Rummel entgültig den Hals zu brechen, dann ist es die amtliche Veröffentlichung der spanischen Rcgiemng aus den Akten des Ferrerprozesses. Sie wird allerdings diesen Erfolg nicht haben; es wird weiter geschwindelt und gelogen werden, denn die Ferrer- Fanatiker werden die attenmäßigen Mitteilungen einfach nicht lesen, weil sie Urnen nicht in den Kram passen und die liberalen Zeitungen werden nichts daraus mrtteilen.
Wir geben im folgenden nach der „Augsburger Postztg." einiges aus der amtlichen Broschüre wieder und zwar von dem Wichtigsten, von der Zeugenvernehmung. Vorher einiges über die allgemeinen Bestimmungen des Militärstrafftuches:
Seite 67 der amtlichen Broschüre: „An die Zeugen dürfen keine Fragen gerichtet werden, die die Auslage beeinflussen; bei den Fragen darf kein Zeuge getäuscht oder von vornherein auf eine bestimmte Antwort geleitet werden." (Art. 435.)
Seite 68: „Die Feststellung der Personen durch die Zeugen erfolgt aus einer Gruppe von mindestens sechs Individuen von ähnlichem Aussehen, wobei der Angeklagte bestimmt erkannt werden muß." (Art. 422 und 424.) (Dieses Verfahren wurde auch bei den Qeugen gegen Ferrer angewandt, sie erkannten ihn mit aller Bestimmtheit als den Führer revolutionärer Gruppen während des Aufstandes. (Siehe unten.)
Wesentlich ist ferner der Umstand, daß dem Angeklagten die Verteidigung nicht unmöglich gemacht wird:
j Seite 67: „Der Angeklagte kann, so ost und wann et will, Erklärungen abgeben (Artikel 465), er kann mündlich oder schriftlich jeden im Prozeßverfahren 'austretenden Richterbeamten ablehnen.«
) „Das „Plenarw" (Vorverhandlung) ist öffentlich. Der Angeklagte besttmmt fernen Verteidiger. Beiden wird die Anklageschrift verlesen. Der Angeklagte kann Vorhalte an die Zeugen verlangen und Entlastungszeugen vorschlagen." (Artckel 548.)
Dem Awgeklagten werden die Namen der Rechter mitgeteilt, die in der „VistaPublica (Hauptoerhand- lung) über ihn urteilen, damit er eventuell den einen ober anderen ablehnen kann. Bei der »Bcha Publica" ist der Angeklagte zugegen. Am Schluß derselben spricht der Angeklagte, um das vorzuttagen, was er für opportun erachtet." (Art. 583.)
Mit anderen Watten: Der Angeklagte hatte dieselben Rechte, lote er sie in den anderen Staaten Europas besitzt.
Die Vernehmung der Zeugen erfolgte auf einwandfreie Weise. Ihre Zahl ist groß und ihre Aussagen, auch der Persönlichkeit nach, absolut un- VerLächtig Man höre:
Sette 57 „Die hervorstechenden Tatsachen, welche das Eingreifen des Angeklagten in die E r e i g- ntffe von Barcelona, Premia und Masnou charakterisieren': Zwei Kavalleristen einer Patrouille sahen Ferrer am 26. Juli abends 6 llhr in einer Gruppe von Rebellen auf der Plaza Antonio Lopez (siehe oben, Seite 68). Em Polizist sah Ferrer bald darnach in einer Gruppe von Rebellen in Atarazan as und verlor ihn erst auf den RamblaS aus den Augen, als ein Angriff auf die Polizei und ein Gegenangriff erfolgte. Vorher hatten die Zeugen Ferrer nicht gekannt. Man mischte ihn nach der Verhaftung unter viele andere Verhaftete und ließ jeden der Soldaten für sich den betreffenden Manu heraussuchen Beide Male fanden sie Ferrer heraus.
Seite 58: „Am 27. Juli sah dec Zeuge Colldefous geriet an der Spitze eines Rebellenhaufens, bet sich nach der Hospitalstraße begab. Der Zeuge mußte (siehe oben, Seite 68) den Angeklagten aus einer Gruppe von anderen Gefangenen herausfinden und rrfannte ihn auch wieder.
Am 28. Juli hielt Ferrer in Premia eine Konferenz im anarchistischen Klublok al ab, zu der der Alcalde (Bürgermeister), Llibre, dessen Stellvertreter Mustaro und ein Gemeindeschceiber Espinosa erschienen waten, und in der Fetter die Proklamierung bet Republik und das Anzünden der Klöster und Kirchen vor- !schlug. Fettet übergab einem Munizipalbeamten mehrere Dynamitpatronen, die bei der Zerstör- ung des Klosters der chttstlichen Dottttn verwendet
Beziehung zu den einzelnen Krankheften. Jedenfalls stehe die Methode, wie der Angeklagte Blinddarmentzündung behandelt habe, im strikten Gegensatz zu dem, was oie Wissenschaft in jahrelanger Erfahrung erprobt habe. Dann wurden mehrere Zeugen vernommen, die vom Pastor Felke geheilt worden sind. In gewissem Gegensatz zu den Gutachten stehen die Aeußerungen des von der Verteidigung geladenen Dr. Dircks aus Paderborn (Homöopath), der dre Augendiagnose als Bestätigung seiner am Körper des Kranken gewonnenen Diagnose anroeubet. Was den zur Anklage stehenden Fall angeht, so steht der Sachverständige auf dem Standpunkt, daß dre Diagnose Felkes richtig war. Er glaubt an dre Tüchtigkeit Felkes in der Augendiagnose.
*= Henry M. Stanley, der bekannte Afrikasorschet, hat seine Memoiren herausgegeben. Stanleys Schick- ’ale zeigen, daß dem Tüchtigen und Energtevollen die Welt gehört. Aus einfachsten Verhältnissen (seine frühe Jugend brachte er in dem Acmenhause von Aspath zu) lieg er auf zu der Höhe der internationalen Berühmtheit. Nachdem er als Freiwilliger an dem amerikani- chcn Bürgerkrieg teilgenommen hatte, wurde er Journalist und war als solcher vielfach als Kriegskorrespondent tätig. So wurde die Reiselust in ihm erweckt und seiner Tätigkeit als Forscher verdankt die Geographie wettbolle Aufschlüsse über den dunklen Erdteil, namentlich über das Kangogebiet.
* Ein Zwischenfall während eines Vortrages von Cook hat sich in Hamilton, einem kleinen Städt- chen Nordamerikas, ereignet. Wahrend Cook einen Vortrag über feine Nordpolfahtt hielt, sah er sich plötzlich dem Führer B a r r i 11 gegenüber, mit dem zusammen er den Berg Mac Kinley besttegen haben will. Barrill unterbrach den Vortrag und schtte mit lauter Stimme: „Ich bin hier, Dr. Cook, um zu bezeugen, daß Sie den Berg Mac Kinley nicht besttegen haben, als Fred Prinz und ich Sie begleiteten!' Dr. Cook verlor seine Ruhe keinen Augenblick, sondern bat Var- cill, auf die Bühne zu kommen, welcher Einladung dieser auch folgte. Dr. Cook äußerte bann, halb zu Vav- rill, halb zu dem Publikum gewendet, fein armer Führer habe sich, durch die Arglist seiner (Cooks) Feinde und durch Geschenke bestochen, zu Erklärungen verleiten lassen, die mit den Tatlachen nicht übereinstim- men. Davon wollte das Publikum aber nichts wissen. Es erhob sich ein Höllenlärm, bis Barrill Cook zurief, er solle schwören, daß er den Berg in seiner (BacrillZ) Gesellschaft besttegen habe, wenn er das wage. Sofort erhob Dr. Cook die Hand und leistete den verlangten Schwur, aber der Sturm brach von neuem gegen den Forscher los, der schließlich die Bühne rerlassen mußte.
* Aus den serbischen Bahnen müssen nette Zustände bestehen. In letzter Zeit sind mehrere reiche Bulgaren, die sich auf der Reise befanden, ermordet und beraubt worden. Jetzt ist fcstgestellt worden, daß diese Mordtaten von einer Bande verübt wurden, die unter dem Schuhe hoher serbischer Beamte steht und gegen Die man infolgedessen machtlos ist.
♦ Wild-West in Südamerika. Ein von San Paolo nach Rio Grande bei Sul in Brasilien fahrender Personenzug wurde auf offener Strecke von einer aus zwanzig Mann bestehenden Räuberbande überfallen, zum Stehen gebracht und völlig ausgeplün- bert. Sei dem Kampfe zwischen den Räubem und dem von den Passagieren unterstützten Zugpersonal wurden dreiBahnbeamtegetötet,26Pas- (agiere nnhr oder weniger schwer verwundet. Den Räubern fiel eine Beute von über einer halben Million in die Hände. Sie find entkommen. — Ein ähnliches Näuberstückchen wurde in Süd- frankreich versucht. Die Polizei in Marseille war durch Angeber davon unterrichtet worden, daß die Postkutsche zwischen Air und Junies (Riez-Alpen) von Räubern überfallen werden sollte, da der Wagen ost erhebliche Geldsendungen mitfühtt. Sie ließ daher die Kutsche von vier Polizeiinspektoren begleiten, die auf dem Verdeck sich versteckten. Nach dem brüten Kilometer tauchten plötzlich zwölf Individuen auf und eröffneten ein Schnellfeuer auf den Wagen, während zwei Räuber den Gäulen in die Zügel fielen und die Passagiere avssteigen hießen. Zur Antwott feuerten die vier Polizisten auf die unangenehm überraschten Angreifer, von denen drei vcrwundtt wurden. Alle konnten jedoch im Dunkel der Nacht entfliehen. Später wurden zwei der Tat Verdächtige festgenommen.
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