Einzelbild herunterladen
 

3, pwxUtH» Mda. MchEil^e: „stllustttette Zonlltag^eitung"

WSSSS

36, Jahrgang

^ulda, Samstag den 30. Oktober 1009

M 250.

Viertes ^katt

| Äue Wt und Wissen.

Kleines Feuilleton.

ien

ir

&

<n$$rgeit: We et» fpMgepetttzeileob« »ereil Raum 15 pfg. RetlamenNepeMretl« 25 Pfg., »ei Med«' hottmgenwtröentspr Rabatt gewährt.

Rotationsdruck und Verlag der Zuldaer Ak-

derlcihniung der Tod des Tieres herbetgesiihrt wurde, und zwar unter ausgesprochenen Erscheinungen des Nervensystems: die Versuche werden weiter fortgesetzt und führen hoffentlich bald zu weiteren positiven Re­sultaten. — Wir können heute nur so viel auf Grund unserer erweiterten Kenntniffe sagen : Die Kinderlähm­ung ist eine akute Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder und vorzugsweise im zweiten Lebensjahre er­greift; nur selten werden Erwachsene ergriffen. Der Infektionsträger ist noch unbekannt, ebenso die Art der Infektion. Verbreitung durch Zwischenträger ist ziem­lich sicher beobachtet — Bei Erkrankungen ist Jsolie- rung des Kranken und der Pflegepersonen geboten, am besten Ueberführung in ein Krankenhaus. Spätere Desinfektion der Wohnung erscheint erforderlich. Bei der Möglichkeit, baß der Jnsektionskeim in der Erde vorhanden ist, empfiehlt es sich, die Kinder in Gärten usw. nicht zu viel am Erdboden sich aufhalten zu las­sen, namentlich aber auf eine häufige Säuberung der Hände der Kinder sein Augenmerk zu richten, vor allem, wenn dieselben mit dem Erdboden in Berührung gekommen sind und vor jeder Nahrungsaufnahme.

bedenkliche Häufung erreichten. Es sind im Reg.-Be» rirk Arnsberg bisher 436 Fälle mit 66 Todesfällen beobachtet worden. — Was die Allgemeinerscheinun- qen der Krankheit anbelangt, so waren bisher diesel­ben ganz unbestimmt gewesen und von den Aerzten nur selten beobachtet. Die Kinder fieberten, hatten unbestimmte Klagen, zeigten zuweilen Magenstörun- gen so daß die Krankheit erst sicher edannt werden konnte, wenn die folgende Lähmung eingetreten war. Meist wurde der Arzt erst gerufen, wenn die Läh- inung bereits v schänden war. Die in Hagen beobach­teten Fülle Haven nun in 90 Prozent Erscheinungen am Magen und Darm gezeigt; die Kinder erkrankten häufig an starken Durchfällen. Erbrechen war selte­ner^ vereinzelt bestand Verstopfung. Daneben zeigte sich'Fieber und starker Schweiß, Druckempfindlichkeit des Rockens, der Wirbelsäule und der Bmst. Dann folgten meist die Lähmungen, welche meist ein Bein und einen Arm, seltener beide Beine, eine Gesichts- Hälfte oder beide Beine und einen Arm betrafen. In schweren Fällen bestanden Atmungsbeschwerden, wel­che auf eine Nervenlähmung der Zwerchfellsnerven bindeuteten. Die an den Leichen vorgefundenen Ver- änberungen weifen mit Sicherheit darauf hin, daß die akute Kinderlähmung eine Infektionskrankheit ist, da- füi spricht auch das gehäufte Auftreten und die gmp- penweise Verbreitung. Sodann ist eine Uebertragung, zwar nicht durch die Krmcken, wohl aber durch Zwi­schenträger ziemlich sicher nachgewiesen. Ist die Krank­heit nun eine ansteckende, so war vor allem die Frage zu beanüuorten, von welchen Eintrittspforten das Gift in den Körper eindringt. Sicheres ist darüber noch nickt ermittelt worden, die Mandeln und die obe­ren Luftwege dürsten wohl nicht in Betracht kommen, wohl aber der Magendarmkanal; ein sicherer Beweis für diese Annahme wird erst bann zu erbringen sein, Wenn bet Erreger bet Kinderlähmung bekannt sein wird und wir über seine Lebensbedingungen und sein Verhalten im menschlichen Körper sichere Kenntnisse haben. Leider haben die Nntersuchungen bisher noch nichts Positives erceben. Was die Frage der Ueber- tragung des Krankheitsstoffes anbelangt, so ist auch in dieser Beziehung nichts Sicheres ermittelt worden; Wasser, Brot, Milch, Fleisch kommen wahrscheinlich nicht in Betracht, Obst schon eher, jedoch steht diesem llmftanbc bie Tatsache gegenüber, daß sich unter ben Erkrankten eine große Anzahl von Ämitkinbern be­fand. Auch für Uebeitragung durch Ungeziefer (Flöhe, Insekten, Mücken usw.) ist kein Anhalt gewonnen. Eine auffallende Tatfache ist die, daß häufig an de« Orten der Erkrankungen ein starkes Sterben unter ben jungen Hühnern beobachtet würbe, was auch aus Schweben gemeldet wurde. Die Hühner zeigten wäh­rend der Erkrankung eigenartige Lähmungserschei­nungen. In erster Linie kommen daher nach den bis­herigen Erfahrungen menschliche Zwischenträger für die Verbreitung der Krankheit in Betracht. — Daß bie Krankheitskeime, wie man vielfach angenommen hat, in bem Erdboden entstehen ober vorhanden sind, ist eine Annahme, die wahrscheinlich erscheint, wenn man bedenkt, daß die Erkrankung weitaus am häufig­sten bei Kindern int zweiten Lebensjahre auftritt, die also mit dem Erdboden in nahe Berührung kommen, jedoch bewiesen fft diese Annahme bisher in keiner Weise. Die gemachten Ermittelungen lassen erkennen, daß bie bisherigen Kenntnisse über bie Kinderläh­mung einer Erweiterung bedürfen, daß namentlich der Name spinale Kinderlähmung nicht mehr zutrifft, da sehr häufig die Krankheit unter dem Bilde einer Gehimerkrankung, nicht einer Rückenmarkserkrankung, wie man früher annahm, verläuft. Es gibt ohne Zweffel eine Reihe von schnell verlaufenden Krank- heitsprozeffen, die nicht sicher gedeutet wurden, die aber bei den eigenartigen Hirnerscheinungen unter bie Rubrik der epidemischen Kinderlähmung zu setzen sind. Die angefietttcn Tierversuche haben ergeben, daß bei Kaninchen durch Impfungen mit Material von Kin-

Bockshorn jagen. -p-

— Macht dir Gewohnheit. Ehemann: „9ia Frau, fang doch endlich mal mit deiner Gardinen predigt an — ich kann ja sonst nicht einschlasen."

»rschetM tS«ttch«it Husw«**e bet $e.e= lut» Setettoge. Dieltet« iShrkchekDezM^pr«! ohne Nrinyrrlohn mid vesteSgeld in Zulda fo- roie<mswärtsl.Svwk.

Veraatw. Redakteur: «a»; Schütter

[] Die epidemische Kinderlähmung

Als tut Monat Juni d. I. in Hagen und Um­gebung ein epidemisches Auftreten der sogenannten Kinderlähmung beobachtet wurde und das gehauste und akute Auftreten der Krankheit mit seinen zahl­reichen tödlichen Ausgängen in der Bevölkerung des Bezirks berechtigte Unruhe hervorrief, mtsandte der Miinster eine Kommission, bestehend aus dem Direk­tor der medizinischen Poliklinik in Bonn, Prof. Dr. Krause, sowie dem Kreisarzt Geh. Med.-Rat Dr. Gräfe und Kreisassistenzarzt Dr. Siebetrait mit dem Leiter des bakteriologischen Zweiglaboratoriums, Dr. Meinicke in Hagen, mit dem Auftrage, die Krankheit näher festzustellen Die Kommission hat jetzt ihre vorläufigen Untersuchungen, die noch nicht abgeschlos­sen sind, veröffentlicht und es soll bet Oeffentlichkett von diesen so viel mitgeteilt werden, als für di- Be­völkerung von Interesse ist und auch Laien einen Einblick in die Krankheit gewähren kann. Mögen diese Ausführungen das Publikum veranlassen, in zweifelhaften Fällen rechtzeitig ärztliche Hilfe in An­spruch zu nehmen. Svoradische Fälle von Kinderläh­mung sind in Deutschlanb alljährlich vorgekommen; gruppenweises Auftreten würbe zuerst von Professor v. Strümpell beobachtet. Größere epidemische Aus­breitung erlangte bie Krankheit in Norwegen in den Jahren 1903—1905; ferner trat in Schweden 1899 eine Epidemie in der Nähe von Stockholm und 1905 durch ganz Schweden ein. 1907 trat die Kinderläh­mung epidemisch in Newyork auf, 1908 ist eine grö­ßere Anzahl von Erkrankungen in Wien und Graz beobachte worben. In Hagen und Umgebung sind bereits 1907 und 1908 einzelne Fälle von Kinderläh­mung beobachtet, bie aber erst in biefem Jahre eine

Es gehört dieser Gedenktag zu den höchsten Festen des Jahres, und das Volk ist ihm mit besonderer Liebe und Andacht zugetan; die Flamländer vergessen nie, wenn sie an diesem Tage einander begegnen, sich „ein glückliches hohes Fest" zu wünschen. An manchen Orten Süddeutschlands, namentlich in Oberbayern, pflegen an diesem Tage die jungen Leute, welche aus­wärts in Diensten stehen, in das Elternhus zurückzu- kchrm, um am Abende des Festtages ober an bem folgenden Aüerfeelentage den Friedhof zu besuchen, und bei ben Gräbern ber Angehörigen zu beten. Die Christenheit versteht allerorten bie schöne unb hohe Bebeutung des Allerheiligentages. Darum hat auch bie christliche Kunst den Gegenstanb biefeS Festes durch bildliche Darstellungen verherrlicht; fie hat es oft versucht, ein Bild von der unaussprechlichen Glorie zu entwerfen, deren sich die Heiligen nach den Mühen und Leiden dieses Erdenlebens in jenen seligen Gefilden erfreuen, wo Tod, Trauer unb Leib nicht mehr sinb, wo Gott alle Tränen seiner Diener trocknet.

ebensogut dort gewesen, denn er habe ja Peary am dem entscheidenden Marsche begleitet. Und was Peary wisse, wisse er somit ebensogut. Hendson hat sich rasch etwas oratorisch ausgebildet und will demnächst — wissenschaftliche Vorträge über „feine" Nordpolentdeckung halten. Hendson ist sogar Besitze eines Bildes, das chn mit Peary z

Luxemburg erfreut sich desselben. Diese Armee besteht in Friedenszeiten aus einer Kompagnie Gendarmen und zwei Offizieren und 145 Mann sowie aus einer Kompagnie -Freiwilliger von sechs Offizieren und 170 Mann; deren Zahl kann indes, wenn da? Vaterland ganz besonders in Gefahr ist, auf 250 Mann erhöht werden. Die Operationen dieser ganzen großen Armee werden von einem Stabsoffizier geleitet, der zugleich Adjutant deZ re- regierenden Großherzogs ist. Als dritte folgt die Armee des Fürstentums Monaco mit vier Offizieren und 82 Mann, hieraus kommt lange nichts, unt am Ende der Reihe erscheint da- Fürstentum Lichtenstein, das seit 1868 überhaupt keine Armee mehr besitzt.

— Sieben Peary hat sich nun noch ein weiterer Nordpolentdecker gesunden, der Cooks Ruhm au ficht. Und zwar ist dieser Nordpolentdecker Nr. ? fein geringerer als — Pearys schwarzer Diene, Hendson. Der brave Nigger meint ganz richtig, wenn Peary am Pol war, so sei er, Hendson,

.* Allerheiligen.

Allerheiligen ist 'm der kirchlichen geftorbnung an ben Schluß des Kirchenjahres gestellt unb bedünbet .laut unb feierlich bie letzte Bitte in ben Anrufungen ’ber Allerheiligen-Litanei: „Alle Heiligen unb Auser- wahlte Gottes, bittet für uns!"

i Diese Litanei gehört zu ben großen Gebeten ber heiligen Kirche, sie ist ein liturgisches Gebet, kommt bei ben bedeutungsvollsten Anlässen zur Anwenbung und wird von ber Kirche in wichtigen Anliegen em- chfoblen. Es ist darüber vor einigen Jahren eine Schrift erschienen: .Die Allerheiligen-Litanei, ge- ffchichtlich, liturgisch und ascetisch erflärt von Dr. ^Heinrich Samson. Paderborn. 265 'Seiten.', bie über das Mer und den Auflau dieses schönen kirchlichen Gebets zu ben Heiligen Gottes genaue Auskunft Kibt.

v Schon aus inneren Gründen, so heißt es barin, kann man auf ein hohes Mer ber Allerheiligen-Litanei -schließen. Abgesehen von den später aufgenommenen drei großen Ordensstistern des Mittelalters, enthält hie Litanei ja nur Namen von Heiligen, bie schon ben 'alten Zetten der Kirche angehören. Bemerkenswert ist das Vorherrschen der bedeutungsvollen Siebenzahl in 'dem Auflau der Verzeichnisse der namentlich genann- iten Heiligen. Mag es auch Zufall sein, daß bie Litanei 49 (7 X 7) Namen von Heiligen enthält, so kann man wohl doch annehmen, daß eine bestimmte Absicht unb die Rücksicht auf bie heilige Siebenzahl veranlaßt haben, von den hl. Bischöfen unb Be- jennem sieben, von ben heiligen Jungfrauen unb Wit­wen wieberum sieben Namen zu nennen unb auch die Anrufungen der hl. Märtyrer nach ber bedeutungsvol­len Siebenzahl zu ordnen. Die Namen ber hl. Apostel folgen in ber Allecheiligen-Litanei in betreiben Rechen­folge aufeinander, wie in dem Kanon der hl. Messe, i Wie bie Allerheiligen-Litanei, bie nun schon durch so viele Jahrhunderte das liturgische Gebet ber Kirche war, ehrwürdig fft durch ihr hohes Alter, so sind auch ihr Inhalt unb ihr Aufbau bewunderungswürdig. Sie ist geschrieben in der großen Sprache ber katho­lischen Kirche, betet um Abwendung aller liebel, bie das zeitliche unb ewige Heil ber Christen bedrohen, erinnert an alles, was ber Heiland zu unserem Heile getan unb gelitten hat. an das ganze große Erlösungs­werk Jesu Chrifü, sie bittet Gott um Gnaden für bie ganze Christenheit, für alle christlichen Stände, fie ge- bentt ber Lebenden und Abgestorbenen. Auch in bet Auswahl ber Heiligen, deren Fürbitte angerufen wird, zeigt sich der katholische Charakter dieses heiligen Ge­betes. TS werden darin genannt die Heiligen aller Ordnungen, die ht ihrem zeitlichen Leben ben verschie­densten Ständen angehörten. Von Rom, bem Mittel­punkt her kirchlichen Einheit, hat sich diese Litauen durch alle Länder ber christlichen Welt verbreitet unb es sinb darin ausgenommen bie Namen von Helligen aus allen HanpÜänbsrn, die in der Zett ber Ent­stehung dieses großen Gebetes für bie christliche Kirche schon gewonnen waren.

Die Feier des Festes Allerheiligen paßt schön zu ber Jahreszeit, in der eS begangen wirb, da alles abstirbt In ber Natur, die Blätter der Säume verwehen, da alles an die Bergänglichkeft der irdischen Dinge er- Innert. Auch in bem Kirchenjahre hat dieses Fest

— Europas kleinste Armeen. Ueber die größten Armeen Europas weiß heutzutage beinahe jeder Mensch Bescheid; bringen doch die Zeitungen aller Herren Länder ost genug Nachrichten über die letzten Verbesserungen und Vervollkommnungen der gegenseittgen Vernichtungsmöglichkeiten. Die kleinsten Armeen befinden sich indes, von keinem derartigen Fortschritt berührt, sehr wohl unter all­gemeinen Nichtachtung, mit der sie bedacht sind, und führen ihr kriegerisches Dasein ruhig weiter. Unter den kleinsten Armeen unseres Erdteils ist di« Republik von S. Marino die „gewaltigste"; si« weist in 9 Kompagnien eine Effektivstärke von 38 Offizieren und 950 Mann auf. Bedeutend ist, was die Zahl betrifft, der Abstand von diesem zu dem zweitgrößten Miniaturheer. Das Großherzogtum

Mldaer W Zeitung

,, titubrutftrei inMda monatrbesage: „gulbaer Geschichtsblatter" Lenssprecher «r-y.

I seine rechte Stelle. In ihrem Festkreise bringt bie Kirche bie Wahrheiten bes apostolischen Gloubcnsbe- kcnntnUes zum Ausdrucke. Wie es darin am Schluffe heißt: „Gemeinschaft ber Heiligen, Nachlaß ber Sün­den, Auferstehung des Fleisches und em ewiges Sehen," so ist auch das Fest Allerheiligen, bas an diese Wahrheiten erinnert, an das Ende des Kirchen­jahres gesetzt Ueberall gewahren wir hier bie tief­sinnige Orb nun g unb bie geheimnisvolle Bedeutung, welche dem kirchlichen Gottesdienste eigen find. Im Laufe des Jahres, dessen goldenen Reif die drei Hauptfeste: Weihnachten, Ostern unb Pfingsten wie brei glänzende Edelsteine schmücken, werben bie Feste einzelner Heiligen gefeied, besonders bie ber hl Got­tesmutter, als bes herrlichen Vorbilbes ber Heiligkett, unb zugleich ber Mutter ber göttlichen Gnade. Es schlingen sich bie Feste ber Heiligen wie liebliche Blu­mengewinde unb bebeuttmgsvlle Spruchbänder durch die ganze Festwoche des Jahres, bald in reichster Mannigfalttgkett. bald in bemerienswerter Einfachhett.

im .Ausverkauf meines gesamt. Warenlagers |

8

wegen Separation wird fortgesetzt

Die Preisermässigungen in allen Abteilungen meines Lagers bieten eine seltene Gelegenheit zu wirklich billigen Einkäufen,

iw- Sie sparen Geld, -w

Nenn Sie baldigst Gebrauch davon machen.

Simon Weilburg, niiffeistrasse lir. 16.