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Verein hab« nut solang« Existenzberechtigung, als « HanSbtsitzer.Interessen verfolgt, für andere Interessen ist er »i$t die geeignet« Vertretung, und der Verein würde sich selbst
gewordenen Befürchtungen werden in Londoner offiziellen Kreisen nicht geteilt. Die Berhandlunge« zwischen London und Brüffel nehmen ihren Fortgang.
* Tie Zahl der Katholiken bi Amerika. Einer statistischen Zusammenstellung der sehr zuverläflige« amerikanischen Wochenschrift Harper's Veekly zufolge gibt es unter den 66 Millionen Bürgern der Union 35 Millionen die einer kirchlichen Gemeinschaft an- gehören. Von diesen find 22 Millionen Protestanten aller möglichen Sekten, 11 Millionen Katho. l ike n. Von den Protestanten gehören etwa 6 Mill, zu den Methodisten, 51/* zu den Baptisten; 2,12 Mill, sind Lutheraner, 1,83 Mill. Presbyterianer. 43 Prozent der protestantischen Kirchenmitglieder sind Männer, 57 Proz. weiblichen Geschlechts. Auch unter den Katholiken überwiegen die Frauen. Als besonders auffällig in der kirchlichen Bewegung in den Vereinigten Staaten wird die starke Zunahme und das Wachstum der Römischkatholischen Kirche bezeichnet. Mit 95,5 Proz. übersteigt der Zuwachs um mehr als das Dovpelte die Zahl der neuen protestantischen Bekenner, so daß der Jankee- Artikelschreiber die Frage aufwersen kann: „Wird Amerika ein katholisches Land?"
* Sultan Mohammed in Kleinasien. Sul. tan Mohammed V., der, wie gemeldet, eine Reise nach der kleinasiatischen Stadt Jsmid gemacht hat, ist auf seiner ganzen Route von der Bevölkerung, welcher das Schauspiel eines im Lande reisenden Padischahs etwas ganz un- gewohntes ist, mit großer Herzlichkeit begrüßt worden. Er hielt in Jsmid eine Ansprache an das Volk, in der er für den Empfang dankte und sehr zutreffend die Notwendigkeit betonte, daß alle Raffen der Wohltat des Unterrichts teilhaftig würden. Der Großwesir hielt eine Rede, worin er große Anleihen für die Zwecke der öffentlichen Wohlfahrt ankündigte und an die geistlichen Oberhäupter appellierte, sie sollten an der Entwickelung der Ideen der Freiheit, des Patriotismus und der Einigkeit der Rassen Mitwirken. Auf der Rückfahrt nach Konstanti- nopel nahm der Sultan von seiner Jacht ans eine Parade über die türkische Flotte ab, die eben von einer vierwöchigen Kreuzfahrt nach dem Marmarameer zurückgekehrt war.
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Fulda, Samstag den 30. Oktober 1909.
Aur Uirche und Schule.
• Fulda, 30. Okt. 1909. Der Verein kath. deutsch«! Lehrerinnen, Bezirksverein Fulda, hält nächsten Mittwoch den 3. November nachmittags 2»/« Uhr mr Kloster der Engt. Fräulein eine Versammlung ab. Neben wichtigen geschäftlichen Angelegenheiten wird vor allem der auf der Tagesordnung stehende Vortrag über charitative Bestrebungen der Frauen in der Jetztzeit besonderes Jntereffe finden. Die Mitglieder mögen sich deshalb recht zahlreich an dieser Versammlung beteiligen.
* Ter Wirrwarr in Griechenland.
Ueber einen gefährlichen Putsch, der am Freitag vorgekommen ist, meldet der Draht aus Athen:
Der Marineoffizier Typaldos hat mit einem Torpedoboot und ungefähr 300 Mann das Arsenal von Salamis besetzt. Die Flotte liegt in der Nähe vor Anker. Die Regierung ergreift Gegenmaßregeln. Unter der Bevölkerung herrscht große Erregung. Der Militär» bund erklärte Typaldos für einen Verräter.
Gerüchte von einer geplanten Besetzung des Arsenals liefen bereits seit einigen Tagen um, wurden aber von dem Marineminister für unrichtig erklärt. Jetzt ist trotzdem ein Putsch erfolgt. Augenscheinlich handelt es sich um den Versuch eines Teiles der jüngeren Marineoffiziere, die Entlaflung verschiedener älterer Offiziere wegen angeblicher Unfähigkeit zu erzwingen. Zu ihrer Befriedigung hatte bereits das Kabinett einen Gesetzentwurf über die Herabsetzung der Altersgrenze angekündigt, durch den die älteren Offiziere entfernt werden sollten, aber Typaldos scheint den Zusicherungen nicht getraut und darum lieber den Kriegspfad beschritten zu haben.
Der Vorfall zeigt wieder, auf welche abschüssige Bahn Griechenland dadurch geraten ist, daß sein Offizierkorps begonnen hat, aktive Politik zu treiben. Jedoch scheint der Führer deS Putsches bei seinen Kameraden keine Unterstützung zu finden. Die Milttättiga veröffentlicht nämlich eine Erklärung, in der es heißt: DaS Mitglied der Liga, Marine-Kapitän Typaldos, hat unter Verletzung seines Eides von der Liga verlangt, bei der Regierung durchzusetzen, daß sie der Kammer einen Gesetzentwurf betr. die Reinigung der Marineverwaltung vorlegte. Kapitän TypaldoS hat kategorisch erklärt, daß er selbst zum Marineminister ernannt werden wolle, um die Verbesserung der Marine energisch und wirksam zu betreiben, und gedroht, daß, wenn seine Forderung nicht binnen 24 Stunden erfüllt werde, er mit dem ihm zur Verfügung stehenden Torpedoboot mit GewaÜ sein Ziel durchsetzm werde. Die Milttärliga bezeichnet di« Forderung als Narrheit und hat einmütig beschlossen, TypaldoS aus den Listen zu streichen und ihn »egen Hochverrats vor ein Kriegsgericht zu stellen.
DaS durch TypaldoS besetzte Arsenal liegt auf der Felseninsel Salamis, di« mit der gleich- sämigen Hafenstadt di« Hauptstatiou der griechi« fchen Flott« ist. Durch «inen schmalen Sund von dem FefÜand getrennt liegt fie noch keine 10 Kilometer vom PiränS, dem Haft» mm Ach« entfernt. Ihre Berühmtheit verdankt st«
fordert hat, hat die Pattei im ersten und dritten ländlichen Kreis, wo eine Stichwahl zwischen einem konservativen und einem sozialdemokratischen Kan- dldaten stattfindet, beschloffen, nicht für den konser- vatrven Kandidale« emzutreten. Im 23. städtischen Wahlkreis, wo ein Rat tonalliberaler einem Sozial- demokraten gegenübersteht, «klart d« durchgefallene freisinnige Kandidat öffentlich, er könne seinen Wählen, die Unterstützung der nationallib«olen Kandidaten nicht empfehlen. Auch in Chemnitz will die sreifinnige Parteileitung nicht für den Mittelstandskandidaten emtreten.
* Eine Demonstration des Evangelischen Bundes gegen den Kaiser. Große Entrüstung erregte es bekanntlich bei der,Rhein-Wesif. Ztg.', daß öer Provinzialschulrat Dr. Hechelmann aus Münster bei einem Festessen in Telgte sich des schweren „Vergehens" schuldig gemacht habe, daß er bei einem Hoch auf die höchsten Gewalten erst den Papst und dann den Kaiser nannte. Die Anklage beruht, wie feftgefteUt worden ist, auf einem Irrtum. Während die liberale Presse eine Etikettenfrage gewaltig aufbauschte, schwieg sie über eine Kundgebung, welche der Evangelische Bund an die Adresse des Kaisers richtete. Unter der Ueberschrift: Ein Stimmungsbild von der 22. Generalversammlung des Evangelischen Bundes zu Mannheim berichtet Krüger-Velthusen zu St. Goar in Nr. 42 der »Christlichen Freiheit, evangelisches Gemeindeblatt für Rheinland und Westfalen, also:
Es war am Ende der Tagung. Professor Baumgarten aus Kiel hatte im Nibelungensaale vor einer gedrängten Volksversammlung von vielleicht 8000 Männern und Frauen über einen starken Protestantismus — als Hort der Freiheit — gesprochen ... Da sordrtte der Vorsitzende, Kaufmann Krayer, auf, sich zu «heben, und nun folgte dem jubelnden Beifall über Baumgartens Rede die Verlesung der Drahtantwort unseres Kaisers, die tatsächlich nur eine Empfangsbestätigung des kstrußes der Generalversamm- luog war, und auf die Kai erliche Botschaft — eisiges Schweigen (gesperrt gedruckt im Wochenblatt. Auch nicht einer ließ sich verleiten, durch Klatschen oder Rufe» diese gewaltigste lautlose Kundgebung einer deutsch-evangelischen Volksversammlung zu stören, die ich wenigstens je erlebt habe. Es war mir, als ob ich in diesem Augenblick das Knacken der starken Glieder des deutschen Michels hörte, dem die Zipfelmütze von Kafferlicher Hand etwas gelockert worden ist.
d München, 29. Okt. 1909. Der bayerische Kammerpräsident Dr. Georg v. Orter er, der einflußreiche Zentrumssührer, begeht am Samstag feinen 60. Geburtstag. Dr. v. Orterer steht seit langen Jahren im bayerischen Staatsschuldienste; er ist feit 1899 Präsident des bayerischen Landtags, dem er feit dem Jahre 1883 angehört Von 1884 bis 1897 war er auch Mitglied des Reichstages.
tenFeldbaüerie» fand heute nachmittag ein etwa 20 Minuten währender Geschützkampf statt, wo- bei he» Torpedoboot Ssendeni getroffen wurde. Auch Me Panzerschiffe gaben auf die Torpedoboote Feuer ab. Das Arsenal ist in den Händen der Regierung, welche btnrauf rechnet, daß die Torpedoboote sich ergeben toreben. Die Stadt ist ruhig.
W Achen. 29. CH. 1909. (Tel.) In der Kammer gab der Ministerpräsident eine Darstellung des Sach- Verhalts der Rebellion des MattneleutnaniS T tz- b a l d o s. Glücklicherweise sei die revolutionäre Bewegung sehr beschränkt; nichtsdestoweniger ist die Lage nicht e o rm a 1. Die Regierung, die sich mit der Reform aller Zweige des öffentlichen Lebens beschäftige, fuhr der Ministerpräsident fort, konnte auch die Marine nicht vernachlässigen. Die ungerechtfertigte Ungeduld Hai aber die Lage gefchaffen, die zu dem Unrsturz der bestehenden Ordnung hinneigt, ich bin gezwungen zu erklären, daß die Regierung fest entschlossen ist, die Herffchast des Gesetzes nach jeder Richtung hin wiederherzustellen. Wenn die Offiziere durch einen Irrtum zu ihrem Vorgehen verleitet wurden, haben sie jetzt Zeit, sich wieder auf sich zu besinnen. Limbrftis verlangte, daß die Bewegung mit aller Strenge unterdrückt werde Unter großer Unruhe wurde die Sitzung aufgehoben. Nach der Kammersitzung wurde an die Abendzeitungen ein halbamtliche- Kommunique ausgcgeben, in dem erklärt wird, daß die von Thpal- dos angezettelte Bewegung sich in engen Grenzen halte und die Regierung enffchlossen sei, dem Gesetze Achtung zu verschaffen.
* Ferrers letzter Wille.
Aus dem Testamente Ferrers bringt jetzt der Parffer ,Matiw folgende Punkte zur Kenntnis: Das Testament umfaßt 8 große Folioseiten. Ferrer enterbt seine drei Töchter vollständig, indem er ihnen nur den gesetzlichen Pflichtteil von, je 2000 Peseten überläßt und fie außerdem auffor-l bett, selbst auf diese lächerlich kleine Summe zn! verzichten. Das ganze große Vermögen wird zwischen' der Geliebten des Verstorbenen Soledad Dillafranca und einem in Liverpool lebenden, bekannten Änar- chisten namens Pottet geteilt. Als Grund für d e Enterbung seiner Töchter sühtt Ferrer an, seine Tochter Trinidad brauche nichts, weil sie e?ne An. hangerin seiner Ideen sei. Die anderen Töchter seien deshalb enterbt, weil fie sich Berufen zuge» wendet hätten, die der Vater nicht gebilligt habe.
Also der eigene Vater hat feine Töchter enterbt, die in Paris zu Ehren ihres Vaters auf Kosten der Stadt unterhalten werden sollen! Der Wohltäter seines Vaterlandes, rote die Demokraten Ferrer nennen, weil er anarchistische Schulen gründete, in denen die Schüler in der Herstellung von Bomben unterrichtet wurden, hinterläßt sein Vermögen seiner Geliebten, während die eigenen Töchter in Armut' und Not leben! Das ist fürwahr ei» bezeichnender Charakterzug für den Heros, den die Demokraten mit Stolz für sich in Anspruch nehmen.
Lokales.
Fulda, den 30. ONober 1909.
*** Bei den Bischöfl. Aemter» der nächsten Woche ist, wie wir in Erfahrung gebracht haben, folgendes musikalische Programm ausgestellt: Am Feste Allerheiligen kommt im Dome bei dem Bischöfl. Amte die Preismeffe. von Stein mit Orgelbegleitung zur Aufführung. Am Gedenktage A11 e r f e«l e n beginnt das Pontifi-! kal-Requiem um 9 Uhr. Der Chor singt während desselben dar vierstimmige Requiem von Ett. Am Donnerstag f4. November) ist wiederum um 9 Uhr ein Bischöfl. Requiem im Dome für die verstorbenen Bischöfe und Domherren der Fuldaer Kirche. Hierbet wird der Chor daS vierstimmig« Requiem von Stein vortragen. Für das Kirchweihfest am Sonntag den 7. November ist im Bischöfl. Amte die Preismeffe von Witt mit Orgelbegleitung in Aussicht genommen.
* Verliehen wurde dem Herrn Bürgermeister Herr zu Petersberg das Allgemeine Ehrenzeichen.
um Der Grund- und HauSbefitzerverein hielt gestern abend eine starkbefuchte Vorstandssitzung ab, ix der auch die neugewähtte 9gliederige Wahlkommffsion vollzählig vertreten war. ES wurde u. a. beschlossen, de« BerbandSredner Stadtverordneten Fr. Paulig in Frankfurt a. O. Ende Nov. zu einem Vortrage Hierselbst zu »er« pflichten. Dann wurde der Artikel in Nr. 242 >«r ,Fuld. Ztg/ besprochen, der von der Debatte über die Stellungnahme zu den Stadtverordneten - Wahlen in der außerordentlichen General-Versammlung des Grund- und
Die heutige Ausgabe umfaßt 16 Seiten.
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Deutscher Reich.
* Berlin, 30. Okt. 1909. Der Kaiser nahm ■am Freitag an der Parforzejagd bei Döberitz teil und begab sich nach dem königlichen Schloß nach Berlin.
X Ein starkes Stück. Die offiziöse Mahnung der badischen Regierung an die bürgerlichen Parteien, sich an den bevorstehenden Stichwahlen zu gemeinsamer Bekämpfung der Sozialdemokratie zu verbünden, ist bekanntlich von der liberalen Presse brüsk abgelehnt worden. Die Antwort war der Abschluß des Großblockabkommens. Die ,Köln. Ztg/ ist nun ans den schlauen Gedanken gekommen, daß nicht nur der Liberalismus, sondern auch das Zentrum der gutgemeinten Kundgebung der badischen Staatsregierung völlig ihr Ohr verschließe. Sie meint, das Zentrum solle dort, wo Liberale und Sozialdemokraten gegenüberstehen, den Liberalen gegen deren rote Bundesbrüder beistehen! jEine solche — Unverfrorenheit ist denn doch lange «nicht mehr dagewesen. Erst bekämpft der Liberalismus das Zentrum durch die gehässigste Hetze, dann ^verbindet er sich mit den Sozialdemokraten, damit das sZentrum auch nicht ein einziges Mandat mehr in sder Stichwahl erhält und schließlich häü er noch sdas Zentrum für gut genug, die Liberalen dort, S>o sie gegen die Sozialdemokraten den Kamps uszusechten haben, herauszuhauen! Das Zentrum ■verdiente ja Prügel, wenn es diese polizeiwidrige Dummheit beginge. Die badischen Liberalen erklären [mit Wort und Tat, daß sie die natürlichen Verbündeten der Sozialdemokratie seien. Dan» dürfen sic sich auch nicht beklagen, wenn sie genau so wie diese behandett werden.
)(Die Reisekosten und Tagegelder der Beamten sollen sowohl im Reiche wie in Preußen bekannt- lich eine neue Regelung erfahren. Nach einer Berliner Korrespondenz soll anstelle der Kosten- ■erftattung die Pauschalierung, die bereits für einzelne Beamten-Kategorien (Landräte, Kreisschul- finspektoren, Oberförster, Kreisärzte, Kreistierärzte, Bergbeamte re.) besteht, auf weitere Kategorien 'ausgedehnt werden, und zwar für solche Beamte, !die häufiger oder in bestimmter Wiederkehr Dienst- 'reisen auszusühren haben, wie Richter, Gerichts- .schreiber, Landmesser, Gefängnis • Beamte und Spezial-Kommissare. Bei kurzen Reffen, die keine ,volle Tagesarbeit ausfüllen, wird der Tagegeld- Drfatz nur teilweise gewährt. Nachtquartier ist nur dann zu nehmen, wenn die Rückkehr in die Heimat am gleichen Tage unmöglich erscheint. Die Tagegelder bleiben in der alten gestaffelten Höhe .bestehen. Die Bestimmung über die Benutzung her einzelnen Wagenklaffen durch bestimmte Beamtenklaffen wird revidiert und bestimmt, daß feder Beamte Kilometer-Gelder nur für diejenige Wagen- flaffe erhält, die er in Wirklichkeit nach Ausweis benutzt hat. Die Kilometer-Gelder werden gegen die geltenden Sätze herabgesetzt und ebenfalls wie bei den Tagegeldern nach der Rangklasse gestaffelt.
(*) Die Lehren und die Berliner Landtags- tvahlen. Zu der Mitteilung, daß die Berliner Dehrer bei der Landtagswahl Obstruktion getrieben hätten, wird der Deutschen Tageszeitung" aus Lehrerkreisen geschrieben:
d »Die Erbitterung der Lehrerschaft richtet sich aus- Ichließlich gegen den „Berliner" Kommunal-Fret- in n, d. h. gegen die Herren, die im Abgeordneten- »aus für Gleichstellung der Lehrer und Sekretäre prachen, und bann in der Stadtverordnetenoersamm- ung gegen die volle Ortszulage stimmten. Darin sehen die Lehrer eine Doppelzüngigkeit und hatten solche Leut, ihres Vertrauens unwürdig. Für diese glauben sie auch nicht arbeiten zu können, und darum fehlt den Freisinnigen die akttve Arbeit der Lehrerschaft. Der Wahl selbst enthalten hat sich wohl nur ein kleiner Zeil."
v )( Ein konservativer Parteitag tritt nach hem Beschlüsse des erweiterten Vorstandes der konservativen Partei, die am Mittwoch in Berlin tagte, am 11. Dezember in der Reichshauptstadt zusammen.
x )( Die deutsche Resormpattei schmllzt immer mehr zusammen. Der Abgeordnete Bruhn, der bekanntlich in dem letzten, s» großes Aussehen erregenden Perliner Erpresserprozeß mit seinem antisemitischen Organ „Wahrheit" bloßgesiellt wurde, hat fein Hospitantenverhältnis zur Deutschen Reformpartei gelöst und ist fraktionslos geworden. Da die Abg. Bindewald uad Gäbel wegen der Zugehöttgkeft Bruhns zur Fraktion bereits früher ausgeschieden waren, so zählt die Frattion zurzeit nur drei Mitglieder: Gräfe (Sachsen), Werner und Zimmermann.
* Zur Neuregelung der Lehrerbesoldimg. Zu den Klagen aus Lehrerkreisen über mangelhafte Auszahlung des erhöhten Grundgehalts erfährt die .Information': Am 9. Ott. ist e.ne An- .roeijimg an die Oberpräsidenten ergangen, wonach Pie Verteilung der auf die Provinzen enffallenden EraänzungszuschÜffe für die Gemeinden in beschleunigter Weise vorzunehmen, ist. Die Kreis« haben einen Verteilnngsplan vorznnehmen, ben d« Regie- tiwcen festzusitzen haben. Es fft zu erwarten, daß die Kreise spätestens Anfang Riwember im Besitz« her erforderlichen Mittel sein werden. In diesem Monat werden anÄ die Ergäuzungszuschüff« ben Gemeinden rugehen tonnen, sodaß sie dann imstande sin >, allen Verpflichtungen den Lehrern gegenüber namzukomwen.
j )( Ter sächsische Freisinn will keineswegs überall für die bürgerlichen Kandidaten stimmen. Während dec Führer der sächsischen freisinnigen VolSpattei, ÄbZeord-uelcr Günther, feine Parteigenossen zur Uuierstntzung der nationalen Kandidaten aufge
Amland.
** Radauszenen im Wiener Reichsrat. Bei Beginn der gestrigen Sitzung des Reichsrats veranstalteten die tschechischen Radikalen eine lärmende Kundgebung gegen den Präsident Pattai wegen dessen Teilnahme an der vorgestern im Rathause abgehaltenen Konferenz der deutschen Parteiführer. Nachdem während der Rede des Abg. Renner über die Dringlichkeit der Anträge, betteffend die Lebensmittetteuerung, einige Ruhe eingetreten war, erneuerten die tschechischen Radikalen ihre Kundgebungen beim Erscheinen des Ministers des Innern, Haerdl, und des Ministerpräsidenten Bienerth.
S Abermals ein Unterhausmandat verloren haben die englischen Liberalen. Bei der Unter- Hausersatzwahl in London-Bermondsey für den verstorbenen liberalen Cooper wurde der Unionist DumphreyS mit 4278 Stimmen gewählt. Der Liberale Hughes erhielt 3291, der Sozialist Satter 1435 Stimmen. Die Wahl ist trotz des bekannten Angriffs einer spleenigen Frauenrechtlerin ordnungs- gemäß zustande gekommen. Ob dem Wahlausgange eine größer« polttffche Bedeutung beizumeffen ist, sei dahin gestellt. Bemerkenswert ist es, daß die Regierung und die liberale Partei äußerst be- stürzt sind, ganz besonders deshalb, weil vor kurzem auch der Süd-Londoner Distrikt Peckham zur schmerzlichen Enttäuschung der Liberalen ton« servatio gewählt hat. Im Unterhaus«, das bis 11 Uhr nachts „tagte", rief das Wahlwgebnis in de» unionistffchen Reihen beffpiellosen Jubel, bei den Liberalen die tteffie Niedergeschlagenheit hervor.
Zar Nikola«? ist gestern von seiner Reife nach Italien wieder in Livadia eingetroffen.
** Die Untersuchung in dem Moskauer Derwaltungsskarrdal, die jetzt abgeschloffen ist, gab Anlaß zu der Verhaftung zahlreicher Persönlichkette«, die im polttische» und Gesell- schastsleben in den letzt«» Jahren «im groß« Rolle spielten. Es find 24 Person«» der Mos- kauer JntendantmdepotS in Änklagezustand versetzt worden, darunter em Oberst, vier Oberleutnants, zwei Hauptmärmer nebst einigen hohen Zivilbeamten.
• Die Groqsteritigkrit« Kvffche» England tmb dem Kangostaat sind in ein neue- Stadium dadurch getreten, daß dem Grenzgebiet, wo deutscher und englischer Besitz sich mit dem Kongostaat berühren, von allen drei beteiligten Mächte» Truppe gezogen find. DaS Reutersche Bureau
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tigerr Gebiets zwischen England und dem Kongo- fiaat schließe» laste. Du m einigen Kreisen laut