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A.parzelltt'iuFulda. ho<f)tiibeiray: „Illllstriette Lonntagrzeitung
M 244
Fulda, Samstag den 23. Oktober 1909
Jahrgang
Gvftes Mcrtt.
Das ist auch unsere Ansicht; auch in an
bet monarchischen Gesinnung gedroht.
«rfcheint t8glich mit Ausnahme der §o,m- «ndZei«rtase.vierttl- jährNchttve)«grpreir ohne vringerlohn und vesleLgeld in Md-sowie aurwärtsl.somk.
Verant». Redatteurr Lark Schütter
rale Regierung zum Nachdenken darüber Bringt, wohin es schließlich in Baden kommen müsse, wenn eS so weitergeht — ob dann nicht am Ende die Fluten des „roten Meeres"alles, auch die Regierung, wegschwemmen werden. Und die Folgen diesesNachdenkens könnte dann vielleicht ein Wink „von oben" an die Nationalliberalen sein, sich, wenn sie fernerhin noch NegiemngSvartei bleiben wollen, nicht allzusehr für die roten Genossen zu engagieren.
Jdeengemeinschast zwischen Liberalen und Sozialisten führt beide zusammen und wird dasselbe zuwege bringen, wie im Oktober 1905, umsomehr, als ja b e i d e ein Geschäft dabei machen. Freilich könnte cs,.. , , , , —, ... ....
gegen Erwarten der Nationalliberalen, vielleicht I bereu Ländern hat schon der Liberalismus, wenn auch anders kommen; möglich, daß das unheimliche es nicht ihm zu Willen ging, mit der Revision Anwachsen der Sozialdemokratie die libe-i der monarchischen Gesinnung gedroht.
„staatserhaltendcn" Nationalliberalen, ohne nach oben in Ungnade zu fallen, dergleichen wohl kaum wagen. Aker wozu ein förmliches offizielles Bündnis: die
)( Glückliches Lübeck, daß seine Steuern herab setzen kann! Die Landesvertretung des Fürstentums Lübeck beschloß, infolge großer Mehreinnahmen nur 75% Einkommen» und Vermögenssteuer zu erheben. Die Regierung erklärte sich auch damit einverstanden. Wie weiter ge- meldet wird, ist das neue Lehrerbesoldungsgesetz für Lübeck nunmehr erledigt. Die Lehrer des Fürstentums, werden dadurch den preußischen
men für Sozialdemokraten. Zentrum und Konservative haben gegenüber der letzten Landtagswahl um 19 500 Stimmen, der liberale Block um rund 8500 ab-
(*) Badenweiler,22.Oft. 1909. Der Groß- Herzog von Sachsen-Weimar, der heut« zum Besuch des Großherzogspaares eingetroffen ist, fährt morgen früh nach Sigmaringen zum Besuch des Fürsten von Hohenzollern und von da nach Baden, wo auch seine fürstliche Braut /❖/reffen wird.
„So mel wird Alfonso aus der neueren Geschichte feines Landes wohl gelernt haben, um zu wissen, daß die liberale Partei schon einmal, als ihre Hoff- nmigen und Forderungen von der Monarchie nicht,er- füllt wurden, republikanisch geworden ist. Was damals geschah, kann sich wiederholen."
+ Liberalismus und monarchische Gefin nung. Zum Sturze des Kabinetts Maura äußert sich die .Franks. Ztg/ ('Jir. 239):
* München, 22. Ott. 1909. Im Befinden beS Herzogs Karl Theodor von Bayern ist eine ieichte Besierung eingetreten.
* Ueberwachung der Polen durch politische Geheimpolizei? Die polnischen Blätter ver- I öffentlichen sensationelle Enthüllungen des polnischen Schriftstellers Rakowski, der gegenwärtig in Paris lebt. Rakowstt behauptet, fahrelang in den Diensten der Posener politischen Polizei gestanden zu haben und für diese die Polen in Preußen und Rußland ausspioniert zu haben. Nach feiner Angabe unterhält die Posener politische Polizei uuter den Polen alle Länder geheime Agenturen.
* Ein Nachspiel zu der Siegener Reichstags- > ersatzwahl. In einer von Nationalliberalen ein» berufenen Versammlung zu Leimstruth war es vor der Reichstagsersatzwahl in Siegen zu erregten Auftritten gekommen. Der Landrat a. D. Heydweitler aus Lenzerheide bei Ems hatte in dieser Versammlung den christlich-sozialen Redakteur Rasslenbeul aus Essen geohrfeigt, nachdem dieser ihm „infame Verdächtigung" und „gemeine Verleumdung" zugerufen haben soll. Rasslenbeul strengte Privatklage an, und Heyd- weiller wurde vom Schöffengericht zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. In der Berufungsinstanz vor der Strafkammer in Siegen versuchte am Mittwoch der Gerichtshof einen Vergleich auf der Grundlage anzubahnen, daß Heydweiller 200 M. an den Armenunterstützungsverein zahle und di« Kosten übernehme. Hierzu erttärte sich Heydweiller Nack der ,Köln. Volksztg/ bereit.
Deutsches Reich.
** Berlin, 23. Ott. 1909. Die Entlastung des Reichskriegsgerichts, an deren Notwendigkeit nirgends Zweifel besteht, soll auf gesetzgeberischem Wege versucht werden. Da beträchtliche Vorbereitungen notwendig sind, dürfte ein ent» sprechender Entwurf erst im nächsten Jahre an die gesetzgebenden Körperschaften gelangen.
* Die Kaiserin nahm gestern im Neuen Palais die Glückwünsche der kaiserlichen Familie, owie die des engeren Hofes zu ihrem Geburtstage entgegen. — Prinzessin Viktoria Luise wurde an diesem Tage zum Chef des 2. Leib- hufaren-Regiments in Danzig ernannt.
Geheimrat Albert Mießner f. Im 73. Lebensjahre ist am Donnerstag der Korrespondenz-Sekretär und Schatullen-Verwalter des Kaisers, Geh. Ober-Regierungsrat Albert Mieß- ner gestorben. Der Verstorbene war für die Ord- j nung der gesamten Korrespondenz des Kaisers verantwortlich und hat diesen Vertrauensposten mit Takt, Treue und Verschwiegenheit 21 Jahre lang ausgefüllt. Der Kaiser hat darum auch in einer Depesche an die Witwe des Verstorbenen ihn als einen treuen, selbstlosen und ausqezeich- neten Diener bezeichnet.
X „Verwechslungen" über das Tun und Trei- k-e-n des Fürsten und der Fürstin Bülow, bie „............ vuv
gegenwärtig bekanntlich in Berlin weilen, scheinen Lehrern so ziemlich gleichgestellt, an der Tagesordnung zu sein. Zuerst mußten " — bie Berliner Blätter zu melden, daß Fürst Bülow am letzten Montag der Einsegnungsfeier der Prinzessin Viktoria Luise beigewohnt hätten. Später routtte. diese Meldung von einem konservativen Organ dementiert. Dann sollten nach der Bülow-Presse Fürst und Fürstin Bülow von der Großherzogin Lntse von Baden zum Diner geladen wordcn sein. Dazu schreibt jetzt die ,Nord. Allg. Ztg/: „Wie wir von kompetenter Seite erfahren, beruht die Nachricht, daß Fürst und Fürstin v. Bülow von der Großherzogin Luise von Baden zum Diner geladen gewesen! seien, auf einer Verwechslung. Fürst und Fürstin v. Bülow waren vielmehr auf ihre Anmeldung zur Audienz geladen, nicht zum Essen." Darüber, ob Fürst Bülow aus Anlaß des Geburtstages der Kaiserin im Palais empfangen wurde, wie die Bülow-Preffe angekündigt hatte verlautet noch nichts.
Nach den jetzt oorliegenben Meldungen ist das | läßt sich noch nicht übersehen, da ungefähr über die' Wahlergebnis des ersten Wahltages in Sachsen fol-1 Hälfte der Mandate erst die Stichwahl die Entschei- gendes: I düng bringen wird. Dazu ist zu Bemerken, daß na*
„ _ . „ I genommen; die Sozialdemokraten haben sich feit vier
O Die Landtagswahlen in Sachsen Jahren um 35 753 Stimmen, das find 71 Prozent ttith Baden. I vermehrt.
I Wie das enbgiltige Wahlresultat aussehen wird
X AM . nlA.tM AAM Ift AaS I fZCii fiX m^X utXl f. r L . ft.«- — "
W Misst Fm mit Sitelot.
Original-Roman von O. Elster.
Aber wie sollte ich diesem schlauen Fuchs beikommen? Er hatte ganz recht, wollte ich das Geheimnis bewahren, so durfte ich auch seine Gaunerei nicht an die Lefsentlichkeit ziehen. Auf andere Weise, wie es unter Ehrenmännern Sitte ist, von ihm Rechenschaft zu fordern, würde bei seinem Charakter vergeblich gewesen sein; ihn zu behandeln aber, wie er es verdiente, dazu hielt ich mich für zu gut; zu Tätlichkeiten wollte ich mich aber nicht hinreißen lassen.
So mußte man ihn denn seinem Schicksal überlassen, hoffend, daß dieses ihm schon die gebührende Strafe für all feine Gaunereien zusenden würde.
Es war ja jetzt auch einerlei, was cm3 ihm wurde. Jetzt galt es, einen Ausweg aus all den Wirrnissen zu finden, in welche seine Indiskretion uns alle gestürzt hatte. Den ganzen Tag über farm und grübelte ich darüber nach, ohne einen Ausweg zu finden. Bon der gräflichen Familie sah ich niemanden. Auch die Gräfin-Witwe ließ sich nicht sehen, obgleich ich sehr wünschte, mit chr zu sprechen und ihr, meiner mütterlichen Freundin, mein Herz auszuschütten.
So kam der Abend heran, ein dunkler, regnerischer Spätfommerabend. Ruhelos ging ich auf meinem Zimmer auf und ab. Der Wind brauste um den alten Turm und wühlte in den regennassen Wipfeln der Bäume draußen im Pack, während ab und zu ein Re- genschau^ gegen die Fenster prasselte. Wenn ich dem Grafen nicht versprochen hätte, seine Nachrichten abzn- wäre ich sicherlich noch am gleichen Tage ab- gereist, was sollte ich noch hier, wo alle meine Hoffnungen vernichtet waren?
In schmerzlichem Sinnen gedachte ich der schönen ET *®°TEec' '°o mir die Well noch ht .pvllerBwtezu stehen schien. Ich dachte an Amalgunbe, b« nur damals m harmloser Freundschaft entgegeagc kommen war, die, wie ich wohl fühlte, sich allmählich in ein wärmeres Gefühl verwandelt hatte. Ich gemachte der Abschiedsstunde an dem Grabe meines Ba-
„Jch bin gdommen, um Ihnen in Ihrem Kummer zur Seite zu stehen," sprach sie mit sanfter Stimme.
„Wie sehnte ich mich darnach. Ihnen mein Herz auszuschütten, aber ich glaubte, auch Sie hätten mich verworfen."
„Wie können Sie daran denken? Weiß ich nicht alles? Kenne ich nicht alle Ihre Gedanken? Sind Sie nicht mein lieber Sohn geworden?"
„O, meine Mutter . . ."
„Ja, nenne mich so . . . ffier wenn Du mein Sohn sein willst, dann hättest Du mir voll vertrauen sollen! Weshalb hast Du mir nichts von Deiner Liebe zu Amalgunde gesagt?"
„Wie konnte ich? Würde es nicht wie Eigennutz und Selbstsucht gellnngen haben, ja wie eine dunkle Drohung?"
Die Gräfin lächelte. „Die Dichter haben recht, wenn sie den Verliebten die klare Ueberlegung absprechen", entgegnete sie. „Wie hätte alles ganz anders kommen können! Aber jetzt komm, die arme Edith verlangt nach Dir. Laß uns zu ihr gehen."
Ich folgte ihr durch das Archiv in das alte Schloß und in die Wohnung meiner Großmutter.
Im Vorzimmer trat uns die Pflegerin entgegen. „Was macht unsere Kranke?" fragte die Gräfin.
„Sie hatte einen sehr unruhigen, bösen Tag", entgegnete die Pflegen». „Erst seitdem Komtesse Amalgunde bei ihr ist, ist sie ruhiger geworden und jetzt ist sie entschlummert."
Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. „Amalgunde ist bei ihr?" fragte ich erstaunt.
„Ja," entgegnete die Gräfin mit leichtem Lächeln, „ich habe sie selbst zu Edith geführt. Und nun tritt ein.'
Sie öffnete die Tür und ein liebllcher Anblick bot sich mir dar. Das Zimmer war durch eine Ampel sanft erleuchtet. Auf einem Ruhebett lag Edith von leichten Decken umhüllt in sanftem Schlummer. Neben ihr saß Amalgunde auf einem nichtigen Tabouret und hielt die Hand der Schlafenden in ihren beiden Händen.
Als sie uns eintreten sah, überflutete eine leichte Aöte ihr blasses Gesicht. Sie erhob sich, irtbem sie die Hond Ediths sanft auf die Decke zurücklegte und trat von dem Lager zurück.
„Weshalb verläßt Du Deinen Platz?" fragte die Gräfin.
-Weil ich dem Enkel der unglücklichen Frau den ihm gebührenden Platz nicht rauben will", entgegnete sie leise.
„Ich habe Gundokar hergeführt", fuhr die Gräfin fort, weil ich mir dachte, daß Du ihm manches zu agen haben wirst, und daß hier angesichts der Mutter fernes Vaters der richttge Ott tft".
Amalgunde senkte die Augen und eine tiefe Glut uberflammte ihr Antlitz. Dann erhob sie plötzlich die Uugen mit bittendem Ausdruck zu mir, und streckte mir die Hände entgegen.
„Verzeihen Sie mir, Gundokar . . . ich tat Ihnen bittere? Unrecht . . . Großmama hat mir alles gebest, ich bitte, verzeihen Sie mein Ungestüm. . " ■"
„Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Amalgunde" entgegnete ich bewegt. „Der Verdacht, daß ich unredlich, unaufrichtig gegen Sie und die Jhttgen gehandelt, kam nicht ans Ihrem edlen Herzen, ein unedler, rach- IUt^8^3R^'rb“ ^ine Lust an Streit und Zwie- tracht^hat, träufelte ihn in Ihre Seele."
„xtch danke Ihnen, Gundokar ... ach, ich bin jetzt m tT 7 fo Fücklich . . . jetzt werde ich Ihre arme Großmutter pflegen! Sehen Sie, wir haben schon rtteundschast mit einander geschlossen und sie liebt mich fdjonunb nennt mich ihr liebes Töchterchen. Und auch Sie find mir nicht mehr böse, Gundokar?"
„Wie könnte ich, Amalgunde?"
„Und nicht wahr", fuhr sie fort und legte in ihrer alten vertraulichen Weise die Hand auf meinen Arm, »jetzt nehmen Sie den Vorschlag meines Vaters an?"
„Welchen Vorschlag?"
„Den er Ihnen heute nachmittag machte. Dann bilden wir eine Familie und alles Unrecht, alle Schuld ist dann gesühnt. Ich werde dann ioieder einen Bruder haben, ben ich ebenso lieb haben werde, wie den armen Lothar."
dZ-wo wir beide in unserem Herzen gelesen, wo wir Abschied nahmen mit dem beglückenden Bewußtsein ae- gensettiger Liebe. Ich dachte an unser Wiedersehen a& föon der Tod am Lager des armen Lothar stand:' 4? on ihre Tranen, und doch an das sanfte freu= btge Lächeln und den innigen Druck ihrer Hand, womit fie mich begrüßte.
.,-2^ dachte an all die schönen, stillen, von den in- nigsten Gefühlen erfüllten Stunden, die ich an ihrer bÖ^Cn-; ^chte an bie traurigen vonTod^schatten umflorten Tage der letzten Wochm an bie schmerzen, an die Tränen der letzten Taae die wir gemeinsam verlebt - ich dachte an all das - an unser- Liebe, an unsere gemeinsame Trauer, an unseren gemeinsamen Schmer, - und die Tränen perlten mir brennend heiß über die Wangen.
’ Alles war jetzt vorüber. Ihre Liebe, ihr Vettrauen L Ä*00' k°inm &TSFJ ihrem Leben, da ich ihr Vettrauen verloren. Ich war ein Fremder für fie geworden, der sogar die Hand nach ihrem Namen, nach ihrem Gute ausstreckte der dem toten Bruder im Grabe noch seine Ehre, seinen Namen rauben wollte.
Selbst wenn es einen Ausweg aus diesem Labv- ttnth gab, selbst wenn ich auf alles verzichtete und die Vergangenheit ein Geheimnis bleiben sollte gingen unsere Lebenswege auseinander. Die Vergangenheit stand tote ein Gespenst zwischen uns, das immer in jenen Augenblicken fein grinsendes Haupt erheben würde, wenn fich «nfere Herzen einander wieder nähern wollten. Die Vergangenhett war die gespenstische weiße Frau, die unglückveckündend ihre Hände über unser Leben anSbretttte. Da gab es keine Versöhnung! ®i« Vergangenheit war nicht auszulöschen, die w-iße Fron fand keine Ruhe, keinen Frieden — der Fluch der alten Schuld lastete auf uns allen und erdrückte unser Glück.
In solch düsteren Grübeleien versunken hatte ich nicht bemeckt, daß die Gräfin-Witwe durch die Tür- welche in die Bibliothck führte, ein getreten war Als fit mich an redete, fuhr ich erschreck empor.
.Krau Gräfin. Sie Bier?"
Die „Germania" fleht das Großblockabkommen des gesamten L i b er a l i s m u s mit der Sozialdemokratie wiederkommen. Zu einem offenen Bündnis, wie 1905, meint sie, wird es diesmal ja s. ■ = r t 1 nicht kommen, denn die Verhältnisse sind beut- in
Es wurden tn»gefamt abgegeben 117102 Stimmen Baden andere, als vor vier Jahren da ein Minister ur Z-ntrum und Konservatives 333 für National- der Hauptmitwickende bei dem blmI-roten BündMe liberale, Demokraten und Freisinnige, 86 184 Stint-! war. Heute, nach dem Thronwechsel dürfen die
düng bringen wird. Dazu ist zu bemecken, daß nach
Es wurden gewählt 14 Konservative, I dem badischen Wahlrecht nicht nur die beiden höchst- 4 Nationalliberale, 16 Sozialdemokraten, Frei-1 bestimmten Kandidaten, sondern alle, die 15 Prozent sinnige und Mittelständler brachten keinen Kan-1 der Stimmen erhalten haben, in der Stichwahl konkur- didaten durch. An den 57 Stichwahlen Irieten können. Die Rationalliberalen kön- sind beteiligt: Sozialdemokraten 55, Rational-1 neu ihren alten Besitzstand nur unter der Bedingliberal; 29, Konservative 17, Freisinnige 7, Anti-1 ung erlangen, daß sie mit der Slyialdemokratie wie- femiten 2, Mittelständler 1. I herum ein Großblock-Abkommen treffen. Wird es
Bemerkenswert ist der gewaltige Erfolg, den die I abgeschlossen, darf es wohl als ausgeschlossen ange- Sozialdemokrati« errungen hat. 16 Sitze I [c*en werden, daß das Zentrum und die Rechte in im ersten Wahlgang errungen, in weiteren 55 Streifen j neuen Landtage die Mehrheit befltzen werden, in die Stichwahl gelangt — an einen solchen Erfolg I Das Hauptorgan des badischen Zentrums, der haben die Sozialdemokraten wohl selbst nicht gedacht. I »Bad. Beobachter" nennt die Wahlen Demonstra- Aber Sachsen heißt nicht mit Unrecht das „rote 11io nswahlen gegen die Reichsfinanzreform, wo- königreich". Wahrscheinlich werden sie auch in bet I bei die Weltanschaung oder irgend lyflche Fragen Stichwahl noch eine Reche weiterer Sitze erobern, I tion allgemeiner Bedeutung das Resultat nicht beem- venn ob die Solidarität der bürgerlichen Patteien so I flnßt hätten, smidern lediglich die Hetze, welche die stack sein wird, um in allen Streifen geschlossen der I Sozialdemokraten im innigen Verein mit ben Libe- Sozialdemokraiie entgegenzutreten, darf vorläufig noch I ralen aller Schattierungen gegen die Finanzreform ge- bezweifelt werden. Das sächsische Wahlrecht ist be- trieben haben. Das Blatt charakterisiert das Wahl- kanntlich mtt der ausgesprochenen Absicht geändett I ergebnis dahin:i roorben, den Sozialdemokraten, die nach dem alten I „Außerordentlich starke Vermehrung der radi- Wahlrecht nur ein Mandat errungen hatten, in einer kal»n Linken, d. h. der sozialistischen gewissen Anzahl wieder den Eintritt in die Stammer ®*tmmen unb demgemäß Vermehrung der sozial- zu ermöglichen. Nun, diese Absicht ist verwirklicht wor-1 demokratischen Mandate, Schwächung der Parteien, den Voraussichtlich werden die Sozialdemokraten ^Sn mit«eroirit
WS&g&g ä’ft
„ /E bürgerlichen Patteien haben in der Hauptwahl Ibis zur Ausschaltung geht, bei den National- oerhaltnismaßig wenige Mandate errungen. Dies iftMGeraten, die schon an sich auf schwachen Füßen zum Teil darauf zurückznführen, daß fast in allen I ”» ben Wahlkampf einzogen."
Wahlkreisen die verschiedenen Patteien besondere Kan-I Bon ihrem Freiburger Mitarbetter wird der „K. didaten aufgeftetlt hatten. Die Konservativen! Volksztg." gedrahtet: Wenn gegenüber dem Ansturm toerben selbst in dem günstigsten Falle, daß fie in allen I der Großblockpatteien das Zentrum zum ersten Male Stichwahlen siegen sollten, eine erhebliche Vereinger-1 von seinen 28 Mandaten 23 behauptet hat, so kann ung ihres Mandatbesitzes zu beklagen haben. Die N a-1 diesem die Anerkennung nicht versagt werden, daß es ttonairiberalen werden voraussichtlich ihren lfich wacker geschlagen hat. Es ist teilweise so- Mandatsbesitz behaupten können; daß sie im künftigen I gar auf Zentrumsseite mit einer Bravour gekämpft Landtage eine stärkere Vertretung haben werden, ist I worden, die geradezu Bewunderung erregen muß. Die nicht zu erwarten. Einen Sieg der Nationalliberalen I Nationalliberalen haben geernet, was sie gesät haben, zu verkünden, besteht danach eigentlich keine Ursache. I Vor vier Jahren hatten fie in der Hauptwahl 14 Man-
Das Wahlresultat in Sachsen wird zweifellos wie-1 b5te errungen, heute zählen sie nur noch vier. Mtt der dazu benutzt werden, um die Fehlerhaftigkeit der I Mein „Brandmarksfeldzuge" haben sie die Wähler den Reichsfinanzreform zu demonstrieren. Man T 0 1 °,c “» V ate,n kolonnenweise zugetrie-
soll darin aber etwas vorsichtig fein. Das Votum der 1101', l’w Verbindung hat sich schwer gestraft. Das Leute, die über jede Steuererhöhung erbittert ftnb, I Zentrum fyrt keine Veranlassung, wegen des nicht spricht nicht gegen die Art der Finanzreform, die im I vwrz befriedigenden Wahlresultates den Kops hängen Reichstage zur Verabschiedung gelangt ist Und auch 15U ^en; denn 1. hat Obkirchers Brandmarktmgsseld- baran ist zu erinnern, daß ja gerade die färfeftfchenl ’UÖ Zentrum nicht den Schaden zugefügt, den konservativen Abgeordntten für die Erbanfallsteuer I ™n.auJ teuer Seite erwartete, dafür sind aber viele gestimmt haben; bie Entrüstung über die Ablehnung I, Hiernbc nationalliberale Wähler zu den sozialdemo- dieser „einzig gerechten Besttzsteuer" kann also gegen I ™hJc9en Reihen abgeschwenlt, 2. hat die Wahl ge- die sächsische konservative Partei nicht wohl ausae-1JJ', Zentrumspartei keine schwankenden beutet werden. I Rohre als Wähler hat, sondern überzeugte, wohldiszi-
Auch das Wahlergebnis in Baden aeben neuere I i{i^rtcr2'ru^peninlmb•3' Bei ben badischen Land-
Meldungen etwas abweichend von den gestrigen Mel-1 a^ru’mäi erbracht worden daß die
düngen an. tZenttrumspartei bie einzige tft, welche
rea ftnh n I dem fozialbemokrattschen Ansturm einen starken Wider-
. 1 Demo-1 stand zu bieten imstande ist. Düs läßt uns fest und
Sozialdemokraten, mutvoll in die Zukunft blicken. Me führende liberale
An a Stichwahl stMzufmben. k Presse des Landes arbeitet bereits heute mit Voll-
An btefen tft das Zentrum 14 mal beteiligt. Ver-1 dampf für die Erneuerung des Großblockabkommens loren hat es den Wahlkreis Ettlingen-Rastatt. In vom Jahre 1905. B
Bruchsal fehlten ihm zum Siege nur toenige Stimmen. Die Konservativen stehen 13mal in Stichwahl zumteil mtt guter Aussicht. Die Nationalliberalen und Sozialdemokraten find je an 28 Stichwahlen beteiligt.
iP München, 22. Okt. 1909. Zum Eil,« ko MM ensteuergesetz hat die bayerische Abgeordnetenkammer am Freitag einen bemerkenswerten Beschluß gefaßt. Bei Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschasten auf Aktien, Gesellschaften m b. H., Genoffenfchaften und Bergwerksgesell« schäften sind an steuerbaren Reinerträgen 2% der eingezahlten Stammanteile, der Geschäftsanteile der Mitglieder und bei Bergwerksgesellschasten 2% des Grundkapitals und Erwerbspreiskosten der Anlagen und Erweiterung der Einrichtung bis zum Höchstbetrage von 50% dieser Reinerträge abzusetzen.
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▲ Y A . fpattige petitjeile cbet
Ak A M vCS. deren Baum 15 pfg.
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SZ j I II I I 25 Pfg., bet wieder.
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monatsbeSage: „Zllldaer Geschichisblätter'^ Fernsprecher Ur. 9.