Drittes Wtcrtt
Deutsches Reich.
läßlich eines Prozesses, der aus der von den Karthäusern geübten Wohltätigkeit entstand — sie wendeten alljährlich eine Million Franken zu Wohltätigkeitszwe- cken auf — wurde die nationale Schande des staatlichen Diebstahls bekannt. Wir finden darüber in verschiedenen Blättern folgende Angaben: Die Kar- thänser Verteilten alltäglich große Mengen Brot an di« Armen. Als sie verjagt waren, hatte die Verteilung ein Ende. Es entstand aber eine solche Unzu- riedenheit unter den Armen, daß die Brotverteilung aus den Klostermitteln von den Liquidatoren wieder eingefühtt werden mußte, auf Weisung der Pariser Zentralbehörden aber in vermindertem Umfang. Hente ist die Verteilung fast ganz wieder eingestellt. Auch ein großes Hospital hatten die Mönche gebaut. Nicht für sich, sondern für die Kranken der ganzen Provinz. Es war nach den Vorschriften der modernen Hygiene und Therapie eingerichtet und mit allem wün- chenswerten Somfort aus gestattet, sodaß sein Bau 1500 000 Franken kostete. Das Budget des Klosters tvar durch die Erhaltung dieses gewaltigen Spitals mit jährlich 80 000 Franken belastet. Im Augenblick der Liquidation hatte es jährlich 4500 Patienten be- herbergt., Bei der Liquidation wurde verfügt, auch das Hospital solle verkauft werden. Doch diesmal erhob sich sogar in den radikalen Provinzbehörden ein Protest. Man berichtete nach Paris, die Auflaffung des Krankenhauses werde zu schweren Unruhen führen. So blieb es denn bestehen. Statt 8000 Kranke, die es aus- nehmen konnte, nahm es aber nur acht auf. Im Jahre 1908 wurden insgesamt 15 Patienten im Hospital be- »andelt und dafür mußten die interessierten Gemeinen 40000 Franken aufbringen. Während die Ordensleute mit 80 000 Franken Lausende Kranke be- handelt hatten, brauchten die Liquidatoren für ein Du» !knd schon die Hälfte dieses Betrages. Die Ge- meinden tooKcn diese hohen Leistungen nicht tragen und verlangen auf dem Prozeßwege, daß die Liqut- 'ationsmaffe diese Kosten trage. Die Gemeinden fan- den bei ihrem Prozesse gegen den Staat bald Ver» undete. Die Mönche hatten allen ihren Angestellte» Benfionen und lebenslängliche Rentesi ausgesetzt. Als die Mönche vertrieben waren, hattest auch diese Renten ein Ende. Die Pensionäre gingest klagend gegen die Liquidationsmasse vor und vett langten von chr die Pensionen. Der Liquidator be-
O Die Lage in Ungarn.
Die maßgebenden Patteien im ungarischen Parlamente sind bekanntlich die Verfassungspartet, an deren Spitze Wekerle und Graf Andrafly stehen, und die Unabhängigkeitspartei mit Kos- suth als Führer. Beide Patteien, die bis vor kurzem zusammen die Ministerposten besetzt hatten und eine Koalition bildtten, haben ein grundverschiedenes Programm.
Die Verfaffungspattei will die Selbständigkeit Ungarns neben Oesterreich beibehalten und im Rahmen des Ausgleichs von 1867 möglichst viel von der Krone an national-magyarischen Konzessionen herausschlagen. Dagegen geht die Unabhängigkeitspattei, die unter Führung Koffuths steht, gleich .aufs Ganze' unter Fottsetzimg der Revolutionstradition von 1848. Ihr Ideal ist eine Personalunion, wie sie drüben ähnlich zwischen Schweden und Norwegen bestanden hat; also Oesterreich und Ungarn sollen wirtschaftlich und politisch vollständig tioneinanbet unabhängige Länder sein, nur daß sie denselben Herrscher haben.
Die Krone hat demnach Grund, beide Patteien mit Mißtrauen zu betrachten, zumal die Forderungen, die von den Patteien zuletzt gestellt wurden, eine nationale Bank für Ungarn und die Einführung der ungarischen Kommandosprache im Heere dir wirtschaftliche und politische Trennung sicherlich aubahnen würden.
Kossuth hat nun freilich versucht, zu diplomati- sieren, indem er ein weniger radikales Programm «uf- stellte als Wekette, was an sich bei einem 1848er fett» sam erscheinen könnte. Aber die Gründe sind zu durch» sichtig, als daß man sie in Wien nicht durchschaut hätte. Kossuth möchte sich zum Leiter deS Kabinetts aufwerfen in der Erwartung, daß er schon würde reiten können, wenn er erst in den Sattel gehoben sei. Anfangs wollte er dem Kaiser entgegenkommen, um nachher die Forderungen der Unabhängigkeitspattei um so stärker betonen und, wenn ihm die Wahlen die Mehrheit gebracht, event. auch durchsetzen zu können.
Die Regierung weiß genau, was ihr von Kossuth droht, sie erkennt auch die Programmpunkte der Ver- offungspattei als der Einheit Oesterreich-Ungarns zuwider, trotzdem muß sie, da eine Koalition diesmal omsgeschlossen erscheint, eine außerparlamentarische Lösung auf jeden Fall vermieden werden soll, eine der Patteien mit der Regierung betrauen, in der Vor- ausflcht, damit den Grund zur Trennung der beiden Reichshälsten zu legen.
Diese unangenehme Lage verdankt die öfter» reichische Krone der ausschlaggebenden Stellung deS MagyarentumS in Ungarn ,die durch ein ungleiches W a h l re ch t auftecht erhalten wird. Diesem jetzigen Wahlrecht gitt daher auch der Kamps der Krone, die Magyaren haben allerdings bis jetzt eine Wahlreform immer unmöglich gemacht.
Von Interesse ist im Augenblick, der die Ent- cheidung Bringen kann, ein kürzlich veröffentlichter Aufsatz des Marburger Professors Schücking der von Oestemich-UngamS Zukunft handelt. Schücking !'°lt eine Auflösung der Donaumonarchie für so be- daß er nicht glauben kann, die einzelnen Volker Oesterreich-Ungarns, mit Ausnahme der Magy» aren, wünschten eine solche Auflösung im Emile. ES geße, so meint er, eben eine „österreichisch- ^nfl£r<.tf£e,9'le<S8ibec'' die viel mächtiger sei, als der Außenstehende ahne, und in Tatsachen be-
amtlichen Apparat zur Unterstützung deS Liberalismus in Bewegung setzen, damit sie wieder eine Mehrheit der bürgerlichen Patteien o h n e das Zentrum gewinnt.
Das Zentrum wird gut daran tun, dieser Entwickelung nicht untätig entgegenzusehen oder sich von ihr überraschen zu lassen. Es muß endlich einnta Farbe bekannt werden! Die kommenden Debatten im Reichstage rmd im preußischen Abgeordnetenhause geben die beste Gelegenheit dazu.
Bis an de» Siebet hi« di« Fenster leuchtend febn
Damit der frohe Tag nicht möge untergehn:
Es war die gantze Stadt, es waren alle
Und da man eine Zett zur Tafel war gefeffen. Bis iu der Swevte» Tracht la totale NBlerbrilet
gründet fei, welche sich allezeit stärker als die Menschen erwiesen hätten. Diese Tatsachen bestehen darin, »daß die Länder deS österreichisch-ungarischen'Staates ein Wirtschaftsgebiet von «atürltzcher Einheit bflden mit Wien als dem alles überragen- den Umschlagspunkt. Dieser Umstmid ettlätt eS, daß die Bestrebungen nach einem politischen Zusammen- schluß der Donauländer bis in das neunte Jahrhun- dett zurück zu verfolgen find. Ein Wirtschaftsgebiet, dessen Einheitlichkeit schon Jahrhundette vor den Habsburgern ertannt war, teilen zu wollen in einer Zeit des UebergangeS zur Weltwirtschaft, in der die Entwickelung mehr als je auf eine Vergrößerung der Wirtschaftsgebiete hinziett, bezeichnet Schücking als „Wahnsinn'. Aus Grund dieser EttennkniS habe selbst der böhmische Historiker Palacky, der erste große Tschechenführer des hörigen Jahrhunderts, den Ausspruch getan, daß man Oesterreich erfinden müßte, wenn es nicht bestände, die Auflösung Oester- reich-UngarnS wäre also ein ebenso großer Schaden für die zugehörigen Völker wie für die europäische Zivilisation.
Ausland.
** Unrecht Gut gedeihet nicht. Bei der Säkularisation des bemhmten KarthäuserklosterS „Grand Chattreuse' hoffte der französische Staat ans der Versilberung der Biegen fdjaften und der Likör- matte 13 Millionen herauszuschlagen. Die Bilanz stelft sich aber, wie kürzlich schon mitgeteilt wurde, heute, nachdem der Staat die Katthärise 4ya Jahre im Besitz hat, folgendermaßen: An Geld und Geldeswett find vorhanden 750 000 Franken, demgegenüber stehen aber mehr als 5 Millionen Schulden! An^
Und ht die Mitten Hw ein Tafel etngerücket. Die Wände waren gantz mtt Purpur Stoff L«
Und auf dem Boden ra<i ein St e t> n i o ausaebrett.
•Öjeatro bei Lichtern vorgestellt wurde und 4 Stunden bauerte für welche beide, wie wohl große ln0ei)cernicht der mindesten lette**) Erkenntlichkeit »« "freuen „Nun aber wollen wir unS ferner noch bemühen,
Durch Pübstlichen Gewalt zum SJildjoVcott- fecriert
M wäre rem Quartier, kem Hauß noch Zimmer mehr. Auch vor das baare Gelt in Gaß' undSlraßmleer Und als der Tage selbst am Himmel kaum entftanb«/ ®° kam em solches Volk aus denen Hochstiffts Landen Bon vielen Meilen her zu allen Tboren ri» t'OTOen Daß sch'« der Stadt-Bezirk vor ^lcheS Volk zu klein. !ffe ,ej”*I“eifm'S<i6toatm zu dem gewölbten Haussen. Wo « sich lagern wM, pflegt tausenbweiS zu lausten/ So häufig kamen auch die Bürger, Unterthan, " Und was umliegend wohnt, in dieser Geaend o» Der Huf, die Stadt, daS Land war alles voller Freuden ES lobte Inna und Alt die so beglückte Reiten Ein jeder Nachbar rüff dem anbem Nachbar dar ES lebe AD«LBERT,Sott geb ihm lan^ J^
Die Winterarbeit der Parlamente.
Soweit bis jetzt bekannt geworden ist, wird der Reichstag nach ungefähr Monatsfrist zu seiner neuen Session zusammentreten. Von größeren Vorlagen find bis jetzt nur an gekündigt die Strafprozeßordnung und die Strafrechtsnovelle, beide in unveränderter Form. Dazu kommt das Arbeitskammer- geseh, das bekannttich in der letzten Tagung von der Kommission bereits vollständig durchberaten war. Leider steht nicht zu hoffen, daß die neue Vorlage die wichtigeren der von der Kommission beschlossenen Abänderungen enthalten wird. Ob die Reichsversicherungsordnung im Winter kommen wird, ist noch immer fraglich. — Auch für den preußischen Landtag, der erft Anfang Januar zusammentreten wird, sind Vorlagen von größerer politischer Bedeutung nicht angekündigt.
Danach scheint es, daß auf feiten der Regierung die Absicht besteht, die nächste parlamentarische Campagne so kurz und so rein geschäftsmäßig wie nur irgend möglich zu gestalten. Wenngleich sie nicht verhindern kann, daß — vornehmlich bei den Etatsdebatten — Auseinandersetzungen zwischen den Patteien ftatifinben werden, so will sie doch augenscheinlich alles d e r m e id e n, was dem Z w i ft zwischen den Parteien neue Nahrung geben könnte. Man könnte sich über diese menschenfreundliche Gesinnung von Herzen freuen, wenn man nicht dabei das unangenehme Gefühl hätte, daß hinter dieser Menschenfreundlichkeit eine recht statte Unfreundlichkeit gegen das Zentrum verborgen sei.
Als der Liberalismus die paar Millionen für Deutsch-Südwestafrika bewilligte, da ist ihm unverweilt in einer Reihe von Vottagen, die seinen Forderungen entgegenkamen, heißer Dank abgestattet worden, ganz abgesehen von dem reichen Ordenssegen, der au die liberalen Männerbrüste herabtaute. Die Patteien, die dem Reiche eine halbe Milliarde neuer Einnahmen schufen, gehen ohne Dank aus. Die Regiemng läßt es ruhig geschehen, daß die Mehrheitspatteien wegen jihrer Opferwilligkeit auf das maßloseste beschimpft werden, und die deutschen Katholiken, die zur Rettung des Reiches aus seiner Not einsprangen, als die Häuptlinge des evangelischen Bundes versagten, wurden auf das ärgste vor den Kopf gestoßen. Man erinnere sich nur an Breslau und Arnsberg.
Also gute Gesinnung gegen uns ist es nicht, wenn die Regierung den Streit zwischen den Parteien zu vermindern trachtet. Dann aber ist es gute Gesinnung gegen unsere Gegner, gegen die braven Liberalen. Ihnen will man keine weiteren Schwierigkeiten bereiten, ihnen will man Zeit lassen, sich langsam wieder in das Freundschaftsverhältnis zur Regierung und den Konservativen hineinzupauksn. Augenblicklich ist die Erbitterung noch zu groß, deshalb soll cs im Winter keine neuen Kämpfe geben; aber man vertraut, baß die Zeit mich über diese Schwierigkeiten Hinweghelfen werde. Deshalb dürfen im Winter keine Vorlagen eingebracht werden, welche eine Gegensätzlichkeit Mischen Konservativen und Liberalen Hervorrufen könnten.
Nachdem dann in der bevorstehenden Tagung gut vorgearbeitet worden ist, wird man im nächsten Jahre bann daran denken können, sich der alten Parteizusammenstellung wieder zu nahem. Wir glauben nicht daran, daß der Block in seiner alten Form wiederkeh- ren möchte, nein, dafür ist man doch zu schlau geworden. Viel sicherer und zweckmäßiger, eventuell auch weniger blamabel wird es sein, wenn die Politik der des Zentrums nicht mehr in anftofciger Oeffentlickkett, sondern in verschwiegenen ^bwkeln hinter den Kulissen arangieri wird. Daß es > aber so geschehen wird, daran allerdings haben wir keinen Zweifel, denn es stehen ja die Neuwahlen vor der Tur und die Regierung muß toieberum den ganzen !
auch »ach folgend« Richtung hm ihre ganze Ein- fertigtet! und Gehässigkeit. Ueberschrieben ist sie? „®te Steuern der Unbemittelten.- Storni#' soll natürlich der Anschein erweckt werden, als ob die Bier- und Branntweinsteuer, die Zölle auf Kaffee und Tee im wesentlichen von den Unbemittelten getragen würden. Das ist nun selbstverständlich in keiner Weise der Fall. Oder seit wmm ist denn der Tee das allgemeine Getränk der Arbeiter und unteren Volksklassen? Fernem find es vielleicht die Arbeiter und die diesen sozial gleichstehenden Klaffen, die all daS Bier, ben Branntwein, die Liköre, all den Kaffee und Tee konsumieren? Diese Bilderbogenmogelei ist geeignet, dem denkenden Arbeiter zu zeigen, waS ihm die sozialdemokratische Presse an Lug und Trug in der Spekulation auf seine Gutmütigkeit zu Meten wagt!
, Zimmer
Die Straßen insgesamt von vielem Lichter
Schimmer Entzündet und erklärt, eS sähe jedes HauS Als wie ein Firmament voll Lichter-Sternen aus. Man sähe überall, wohin man nur gegangen, Die artigste Gemähl und Sinnen-Bilder hangen. Erfindungsvolle Vers, Devisen und Gedicht, Die alle auf die Ehr des Fürstens eingericht;
Es waren auf dem Platz verfchiedne Ehren-Pf orten Und dieses auf Befehl des Raths erbauet worden. An denen Licht bei Licht und Lamp bei Lampen war. Die sich mit vieler Pracht den Augen stellen dar. Sie waren ausgeziehrt mit vielen Aramiden, Die alle unter sich, vnrch Mahlrrey verschieden. Es hat dies schöne Werk bey Tag sowie bey Nacht Der Gaffen und der Stadt ein rechte Zierd' gemacht. Ein Kunst- und Feuer-Werk erschiene in den Lüften Und stellte in der Höh entzünde Nahmens-Schrift Mit schönsten Farben vor, ein '
2>as Jager-SorpS |» Pferd, die Fürstliche €>olou f gn
Nebst ihren Offizier» in völligen Paraden- Und in der Refidentz könnt mau in Ordnung sehn Was zu dem Hof gehött, in Saal und Zimmern stebn Man tonte alfobatb (da kaum die AbenoS-Zeite 9 Den Damer blicken lies) im gantzen Schloß. Ge-
Bon Kunst und Artigkett den allerhöchsten Grad Den Augen hat gezeigt; es flohen die Granaden Bis in die hohe Lufft, wo sie erknallen thaten. Und stellten bey dem Fall ein Sternen-Feuer vor, DaS sich nach lang« Zett erst in d« Lufft verlohr. Man fache hundertweiS die fliegende Rageten Mit Flammenvollem Schweiff wie scheinende (Kometen Dem Himmel eilen zu, und waren anznfehn. Als tbäten sie in Streit mtt denen Sternen stehn. Es zeigten sich dabey die attigste Figuren Bon Menschen, Trachea, Ti« und andren Creatnren, Die ganze Rachen voll aus ihrem Eingeweid Zu sonderbar« Lust daS Feu« anSgespett.
MS nun d« neue Fürst dem Schloß-Hof ein» So stund di« Burgerschafft, die VeU>■®otbe ®« Schulen insgesamt ein jeglicher^StuVe*«t, DaS regulierte »oll de» Land sch af f tS Regi. DaS Jäger-Sorp» ,n Pferd, die Fü'r'stliche
± Wie Mt W-enM Ä lei KoMsliöM Adalbecl's von WslöeMff gefeiert Hal.
Von diesem denkwürdigen lokalen Ereignis am 191 Ä,1757 uns Carl Benedikt Welle eine ausführliche Schilderung in Versen hinterlassen in fernem Huldigungsgedicht, ans dem wir bereits in Rr. 226 d. Bl. ein Bruchstück veröffentlicht haben. Un,er wortreicher Rokokopoet hat wahrhaftig die »orber, nicht gespart bei seinem figurenreichen Gemä.de, und ergötzlich wir« es, wie re sich selber wirksam in den Vordergrund stellt, indem er a*7 und Sorgen des Haushofmeisters
getreulich aufzählt. Dieses Amt am Hofri) beneidete "* Dämlich, und sicherlich war der ^eingebildete, -L^"re,ste„geschästsgewandte Mann für den Posten ff?. uüe kestz,, Zweiter, -r- Die nachstehend tnttgeteuuuh gipfeln zum Schluffe in einem Glückwunsch, in dem sich die kühnsten H^bttn übrebieten. Wir werden auch diese Verse bre ^^geben, denn sie sind in
fick bk n^?rött^n-fhfd,t3 Beispiel dafür, was schwänalick>en jener Zett an übre-
M.Sollen ließen. Oder »ichten rin srwj dldalbert von Walderdorff mit $2 N^allmdaran gefunden haben?- baß er demselben nicht tMeb ?SÄe,t^ Gratulation am KonsekrattonS» re \h^i d,t' fonbetn: -kurz darauf verfertigte N-xs^brmalen eine meist wieder aus deutschen in>^.oejiandene Operette, die nachmals auf einem bem oberen Saal eigends hierzu errichteten
vonBul?ck^t-^ wohlgeneigte Fürst Amand
w* ledem an Hof fallenden ®„ib~ ß Kreuzer, welches jährlich auf 60 Gulden a«eJ>net teerten konnte, einbrachte^ Uiaen gerechner
Bey Hof war alles anf waS nur zu diesen Tagen Zu mehr« Pracht und Ehr' waS wußte beyzuttagen, ES wurde üb«all d« Anstalt vorgekehrt. Wie eS die Billigkett auf solche Tag begehrt.
Bon innen war d« Saal wie Ä6ni
**Anf ben Schnapsboykott, der vor fünf Wochen auf dem sozialdemokratischen Pattettag in Leipzig beschlossen worden ist, hat sich die Sozialdemokratie viel zu Gute getan. Nun, beschließen kann man so was leicht, eine andere Sache ist aber die Verwirklichung deS Beschlusses. Bisher ist der Boykott nicht einmal in dem Gewerkschastshaus in Berlin durchgeführt worden. In einer Veffammlung des sozialdemokratischen WtchlvreeinS für den fünften Berliner Wahlkreis wurde die Angelegenheit zur Sprache gebracht. Ein Antrag, daß tm Gewerk» fchastshaufe kein Schnaps verabreicht werden solle, wurde schließlich angenommen, aber immerhin sand sich gegen den Antrag eine starke Minderheit. In einer, sozialdemokratischen Versammlung für den sechsten Berliner Wahlkreis kam ein Beschluß über diesen Gegenstand überhaupt nicht zustande.
»I« Sozialdemokratische Steuerbilderbogen! Einen argen Volksbetrug begeht die sozialdemokratische Presse durch die Verbreitung sogenannter Steuerbilderbogen, vermittels deren sie ihren Lesern die Wirkung der neuen Steuern vor Augen demonstrieren will. Die Praxis der roten BUderbogenkünstler geht dahin, zur Beleuchtung der Wirkungen der Bier- und Branntweinsteuer rc., Bier- und Schnapsgläser, Tee- und Kaffeekannen, wie sie bisher waren und in Zukunft sein sollen, zum Vergleich nebeneinander zu stellen, und die neuen Kannen und Gläser dabei um die Hälfte zu verkleinern. Eine derartige unlautere Praxis schlägt den Tatsachen in der unversroren- ten Weise ins Gesicht. Wäre sie nämlich richtig, dann hätten durch die neuen Steuern Bier, Branntwein, Kaffee und Tee um das Doppelte im Preis gesteigert werden müffen. DaS ist aber auch nicht im allerentferntesten der Fall. In Wirklichkeit beträgt nämlich die Steuerbelastung durch die neuen Reichssteuern
1 Liter Bier.......T .... 2 Pfg.
1 Liter Branntwein (mit 33'/»"/» Alkohol) 15 P a.
1 Tasse starken Kaffee.......»/= Pfg.
1 Taffe Tee........... »/„ Pfg.
Die sozialdemokratische Prefle beziffert dagegen i. B. beim Branntwein die Belastung auf 48 Pf. Dabei verschweigt sie wohlweislich, daß diese Be- astung den lOvprozentigen Branntwein trifft, der im allgemeinen getrunkene Branntwein zählt dagegen 33 Prozent Alkohol und weniger, und demgemäß ist auch die Belastung ein Drittel von 48 Psg. oder noch geringer. Die sozial- demokratische Bilderbogen-Weisheit dokumentiert
Die ®peifen wurden all in Silber aufgetragen, Worm die Wappen-Schild des Fürsten ein» „ geschlagen,
Uno nach der neusten Att so zirelich war gemacht. Daß jed«, der eS sah, in Wunder wurd gebracht.
Der HauS-Hofrneister war in stetigen Geschäffte« Und hat gantz ohnermüd nach Möglichkeit der Kräfftew Von frühem Morgen an bis in die spate Nacht Dre Zett mtt steter Sorg und Lauffen zugebracht.
Bald war er m dem Saal, wo mau die Tafeln deckte sähe ob der Platz vor so viel Fremde gleckte.
Ob alles ordentstch, nett rein und sauber sey, Bald tief er durch die Gang zu der Conditorev; ^ald sprung « in die Hall die Frembde zu em» m w ... p fan gen,
-tson da « beS zum Saal begleidend mitgegangen. Bald gieng er dieses hier, bald jenes Zimmer ein, Bald sollt « in b« Küch, bald in dem Keller seyn. Er lieff Trepp auf. Trepp ab, und wäre ihm gerathen, Daß ihn nicht die Natur mit schwerem Leib beladen, Dan« ein« tief ihm hier, der andre tief ihm dort Rem Augenblick war Ruh, so mußt er wieder fort, Jedoch « that es gern und wäre gantz vergnüget Daß alles bis daher so glücklich sich gesüget Dann dieses legte ihm da? feste Trauen den. Daß nun fein G lückes-Stern in volle»
____ Strahlen sey.
®a nunderPaucken-Schlag sich endlich hören liefe, "nd detTtompeten-Chot zur Mittags-Tafel
so wutd die Speisen Tracht den Tafeln'auf« gestellt.
Wo alle? sich gezeigt, waS man vor köstlich hält Kem Saat kein Zimmer war, wo man nicht tonte sehen Zahlreich bedeckte Tisch mtt Speiß besetzet stehen. Es wat das gantze Schloß bis in den großen Saal Mit Menschen so «füllt, daß man derselben Zahl Ohnmöglich nennen kann: ES waren schier die Gänge Die Stiegen und d« Hof dem vielen Volk zu enge. Denn jedem warerlaubt bisin den Saal zu gehn, Um feinen Landes-Herrn und Fürsten anzu- sehn.
Erscheint täglich m». Ilurnahmt der $o-nt« und Feiertage, vierteljährliche Bezugspreis ohne vrivgeriehu und vestellgel» in znlda sowie «urwärt; l-50 -ilk. Sereniw. «edatteurr
«arlSch»"«! sfir die Antigen:
3 parzeüek iu Zulda.
J\» 244.
IteptftBt 5t» (L fpaltige Petitzeile »de» 6erte «au« zz pfg. »eklamendiepetttzckls 25 Pfa-, bei Wiede» Holungen wttd entfpr-
Rabatt gewährt
-- -A \
«olattonrdrncknnd Verlag der Fulda« Ak tieodnlckerei ht Kuld» Lernsprecher «r. 4. >
====s^
JahrgMg.
Fulda, Samstag den 23. Oktober 1909: gg
Zeitung
Manatrbellage: „Klldaer Seschichtzbläüer"
Wochenb-Ilag«:, Illustrierte Soimtagrreitung"
uldaer