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Fulda, Dienstaa den 19 Oktober 1909,

eahrgan^

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Warburg, 18. Okt. 1909. Ein überraschende- Resultat hat dn Geschäftsbetrieb der bei der städti« scheu Sparkasse eingerichteten Schulsparkasse für Bolksschulkinder ergeben. Die Kasse besteht gerade ein Jahr. Die Kinder haben in biefet Zeit 72 300 Stück Sparmarken gekauft oder insgesamt 3615 Mark gespart.

* Offenbach, 18. Okt. 1909. Die Lehrerin Steitz von der Mathilden schule, der man einen Teil der Schuld an dem U n g l ü ck des 19. August ander Offenbacher Schleuse zuschreiben zu müssen glaubte, und die nach einem längeren Urlaub mit dem Seginn des Schulsemesters ihre Lehrtätigkeit an der Mathildenschule wieder ausgenommen hatte, ist, wie der „Gen.-Anz." meldet, wiederum kurz nach chrem Dienstantritt von ihrer Lehrtätigkeit auf unbeftimmte Zeit abberufen worden, da ihre Unschuld cm dem Un- stück nicht erwiesen ist und die Schulbehörde ein Ser. uljren gegen sie eingeleitet hat. — In der letzten «tadwerordnetensihung kamen wiederum die Offenba­cher Bahnhofsverh ältnisse zur Sprache, die als unhaltbar bezeichnet wurden. An die Bürgermei- tcrei wurde das Ersuchen gerichtet, durch eine auch dem Großherzoglich hessischen Ministerium zu über­mittelnde Eingabe an die Eisenbahndirektionen Frank- surt a. M die Anfrage zu stellen, wie weit die Ange­legenheit der Verbesserung der Offenbacher Bahnhofs­verhaltnisse gediehen sei.

* Heiligenstadt, 18. Okt. 1909. Das Pro- vinzialschulkollegium zu Magdeburg hat die hiestge höhere Mädchenschule mit Fortbildungs­klassen, als höhere Schule im Sinne der Bestim­mungen vom 18. August vorigen Jahres aner­kannt.

bei seinen Angriffen auf die soziale Richtung der deutschen Rationalökonomen vorgeworsen ec.'

* München, 17. O.t. 1909. lieber das Be- finden des Herzogs Karl Theodor von Bayern wird mitgeteilt, daß der Herzog, dessen Zustand durch das Hinzutreten einer Nierenent­zündung weniger gut, wenn auch nicht bedenk- lsch, ist, eine ruhige Nacht hatte und daß sein Zustand sonst unverändert ist.

„So spricht ein evangelisch« Pfarrer, der be­rufen ist, die christliche Religion nach dem Bekenntnis der evangelischen Kirche zu lehren, und der Mann, der auf das Gewissen pocht, macht sich lein Ge­wissen daraus, in diesem Amte zu bleiben. Alle heidnischen Religionen haben keine Bekenntnisse: die Kirchenbehörde sollte diese Herren zu den Wilden nach Afrika verweiscn, dort finden sie, was sie suchen. Dort finden sie auch die Früchte und Folgen dieser Be- kenntnislofen Religionen, die sich jeder Mensch selbst macht; uns« deutsches christliches Volk ist uns aber zu gut dazu, durch diesen monistischen Unsinn in das heidnische Verderben gestürzt zu »erben*

Ganz recht. Wäre hier nicht eine Gelegenheit für den evangelischen Bund, wo er seine Auf­gabe: die Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen betätigen könnte? Er wird sich hüten! Seine Aufgabe ist, Rom zu vernichten, mag auch in der eigenen Kirche alles drüber und drunter gehen!

* Der Tendenzprofessor. Auf dem Leipziger Hochschullehrertag hatten die Professoren Weber und Binding angedeutet, eine bestimmte Jnteres- sentengruppe sei an das sächsische Kultusministerium herangetreten und habe ihm 30000 Mk. zur Ver­fügung gestellt, wenn es einen mit Namen an- geführten Professor für exakte Wirtschaftskunde nach Leipzig berufe, der in feinen Vorträgen e ne bestimmte Tendenz — natürlich im Sinne jener Vereinigung! — vertrete. Wie jetzt bekannt wird, ist jene Jnteressentengruppe der Verband sächsischer Industriellen, und sein Schütz­ling ist der Wirtschastshistoriker Prof. Ehren­berg in Rostock. Das Angebot der genannten einflußreichen Fabrikantenvereinigung wagte das Ministerium nicht offen abzulehnen, sondern steckte sich hinter die Leipziger Universität, die allein das Borschlagsrecht habe. Diese hat dann das grossmütige Angebot der Industriellen glatt zurückgewiesen. — Professor Schmoller hatte aus dem Kongresse des Vereins für Sozialpolitik in Wien am 27. September Ehrenberg u. a. das Sprachrohr aller Gegner der Sozialpolitik d. h. asier Scharfmacher in Industrie und Land- wirtschaft genannt, ihm maßlose Uebertreibung

juich aufschreiende liberale Presse, deren Pharisäismus sonst so lammfromm und staatstreu zu hm und sich an die Mächttgen heranzuschmeicheln versteht, — sie alle ein Herz rmd eine Seele vor der Mchtstätte Fn- rers, des Anarchisten, Freimaurers und Kirchenstür­mers!

So scheu wir eine internationale Kulturkampfge- meinschaft am Werke, die ihrem Haß gegen die katholische Kirche stöhnt. Der spanische Bot­schafter in Berlin hat sich gegenüber dem Vertreter des „Brrl. Lokalanz." über die Ferrersche Angelegen­heit näher ausgesprochen, und die „Rordd. Allg. Ztg." druckt diese Auslassung ab, was als eine Bestätigung ihres Ursprunges anzusehen ist. Sie Worte des Bot­schafters bestätigen, daß die G ei st l i ch k e i t und die Kirche in Spanien durchaus nicht den Einfluß haben, den die „entrüsteten" Kultuckämpfer ihr andich­ten. Wir finden es sehr bedauerlich, wenn der Botschafter feststellen muß, daß „die Revolutio­näre heute mehr Einfluß auf den freien spanischen Bürger haben, als sämtliche Mönche Spaniens ha­ben werden", aber wir müssen diese traurige Tatsache der Zurückdrcmgung dec christlichen und konservcttioen Volkskräfte verzeichnen, damit man daran die nichts­würdige Verlogenheit der Hetze gegen den „Je- suittsnnls" usw. «messen kann.

schule und ein« Normalschule für die Heranwachsende Jugend, wahrend sie Sonntags als Volkshochschule dem Publikum offen stand. Mit dieser Schule wollte Ferrer nach seinen eigenen Worten „den Gehirnen Umsturzideen einflößen und die be­gehende Gefells chaftsordnung von Grund aus zerstören, keineswegs aber daran" Anspruch erheben, tüchtige Arbeiter, Beamte und Kauf­leute heranzubilden. Die Schule wurde 1906 nach bem Attentat auf das spanische Königspaar geschlossen, weil die Untersuchung ergab, daß Ferrer mit den Bomben- werfem in engen Beziehungen stand. Ferrer wurde verhaftet, aber wegen Mangels an strikten Beweisen für feine Täterschaft später wieder entlassen. —

Und für diesen Lehrer und Führer der spanischen Mordbrenner begeistert sich jetzt die ganze liberale Welt, schreibt über Justizmord und flucht den Rich­tern, dem König und dem Klerus in Spanien. Ruß­land befindet sich bekanntlich in einer ähnlichen Not­wehrlage gegenüber b« revolutionären Schreckenswirt- schaft wie Spanien, und was die russische Regierung an abschv.-ckenden Strafen, Hinrichtungen, Depor­tationen usw. geleistet hat, ist ein Montblanr im Ver­gleich zu dem Ferrerschen Grabhügel. Ab« wenn die Entrüstung üb« die Gewalttaten der russischen Reak­tion bekundet werden sollte, so blieben die Anarchisten und Sozialdemokraten so ziemlich unt« sich, höchstens bon den nächsten radikalen Nachbarn unterstützt Aber gegen diese eine Hinrichtung eines spanischen Terroristenhäuptlmgs erhebt sich auch die große Masse des Liberalismus, der sonst als staatsechÄtend gelten will. Die Erklämng dafür braucht man nicht lange zu suchen. Rußland ist nicht katholisch, ab« S p a - nien ist katholisch. Wer gegen das katholische Spanien kämpft, fft ein „Held" und Liebling für das ganze Freidenkertum in den verschiedenen Ländern so­wie für die Kulturkämpfer in Deutschland. Es waren katholische Minister und ein katholischer König, die es zur Erhaltung des Staates und der gesellschaftlichen Ordnung für notwendig hielten, den standrechtlich verurteilten Anarchisten'nicht zu begna­digen. Darum ftürmt alles, was den Katholizism'ls haßt und bckämpst, gegen diese Staatsmänner an Ob Ferrer mitschuldig ist an den Greueltaten, die fort und fort die Ordnung in Spanien und namentlich in Barcelona erschüttert und zahllose friedliche Bür­ger dem Tode überantwortet haben, ist den kultur- kämpfettschen Fanatikern Nebensache.

Es zeigt sich in diesem Falle so recht die unheim­liche Macht b« internationalen Freimau­rerei, des organisierten Freidenkertums, deren ge- sahwolle Jnternationalttät, deren staatenbedrohenden Grundsätze und Absichten, aber auch die verblüffende Bundesgenoffenschast der großen liberalen Presse und ihrer Hintermänner und der umstürzlerischen, anarchi­stischen Organisationen der Erde. Welch erstaunliche Harmonie, welches überraschende Einerlei der Gesin­nung tritt da plötzlich vor unsere Augen. Die blut­rünstigsten, vor keiner Ruchlosigkeit zurückscheuenden Bombenmänn«, die Gesellen aus dem dunkelsten Paris, die Kirchenhass« Italiens, die Kirchen in Äsche legen, bet fanatisierte Mob in allen Großstädten der Welt, und die einmütig ob des Schusses von Mont-

Was ist denn geschehen, das den Pöbel ganz Euro­pas zu blutdürstigem Rachegeschrei veranlaßt?

Dem Führ« der spanischen Revolutionäre und Anarchisten, Francesco Ferrer, ist geschehen, was zahl­losen Rebellen vor chm paffiett ist und wohl noch man­chem Revolutionär nach ihm geschehen wird. Die Revolutionäre haben im Sommer beim Aufruhr in Barcelona gehaust wie die wilden Tiere. Vor keiner Entsehenstat, vor keinem Greuel, vor kei- n« Unmenschlichkeit schreckten sie zurück. In ihrem diabolischen Haffe gegen jede Autorität, besonders aber gegen die im spanischen Volke festwurzelnde Re­ligion und deren Diener, einem Haffe, dessen Hitzgrad nur durch jahrzehntelange systematische Aufstachelung und Anefferuuz erreicht werden konnte, vergossen sie das Blut Unschuldiger in Strömen, mar­terten qualvoll Wehrlose zu Tode, schonten weder das hilflose Alter noch die zarte Jugend, brandschatz­ten, plünderten und verwüsteten, schän­deten ehrwürdige Heiligtümer und überlieferten stolze Kulturstätten blindwütig den zerstörenden Flam­men. Francesco Ferrer war nicht nur der geistige Vater all des Jammers und Greuels, er war auch das sichtbare Ob«haupt, der anerkannte Führer der anar­chistischen und revolutionären Organisationen Sva- niens, die des Vaterlandes Not — des Landes Söhne standen eben vor Melilla am heißen, afrikanischen Rif einem starken Feinde gegenüb« — benützten, um ihre finsteren Pläne zur Tat zu machen.

Fener war von ingrimmigem Haß gegen die Kirche erfüllt: fein Programm galt dem Umsturz der bestehenden Ordnung., Zu der von ihm gegrfinbeten „modernen Schule"' hat er Gelder verwandt, welche von der Stifterin zu einem ganz an­deren Zweck beftimmt waren; seine Töchter ließ Fer­rer darben und machte ihnen weiß, daß er das Ver­mächtnis dem Willen der Stift«in gemäß anlegen müsse. Die Sache liegt aber doch wesentlich anders. Fräulein Ernestine Meunie, die ihm das Geld ver­macht hat, war von durchaus religiöser Gesinnung, wie z. B. folgender Anhang eines Testaments beweist, das sie nur einige Monate von ihrem Tod geschrieben hat:

Ich will sterben im Schoße unserer Mutter, d« Kirche. Mein Leichenbegängnis soll einfach und kirch­lich fein. Von den an meinem Todestage vorrätigen Geldern ist eine Summe von 3000 Franken zu ent­nehmen, um dafür Meflen lesen zu lassen (mit Vorliebe in Frankreich) sowohl für meine Seelenruhe als für die mein« Mutter.

Frl Meuniö hatte auf Veranlassung Ferrers, zu dessen Familie sie in freundschaftliche Beziehungen ge­treten war, die Gründung eingi Asyls für arme Kinder in Barcelona geplant. Sie wollte zu dem Zweck eine Rente von 12 000 Franken jährlich sicher tellen. Als sie nun bald starb, hinterließ sie zur Aus- ühmng ihres Planes Ferrer eia Haus im Werte von 750 000 Franken. Aber Ferrer gründete damit weder ein Kinderashl noch ein Waisenhaus, sondern seine „Scuola moderna", seine moderne Schule, die viel Zulauf hatte; sie bestand aus einer Elementar-

Am -em Nachbargebiele.

* Schenklengsfeld, 18. Okt. 1909. Uebel mit- gespielt wurde einem Landwirt in dem benachbar- ten Friedewald. Der Genannte hatte eine Kuh verkauft und den Erlös dafür im Hause aufbewahrt. Nachts wurde ihm der Betrag gestohlen.

* Friedberg, 17. Ott. 1909. Dem' Abg. Grafen Oriol a, der wegen seiner Haltung zur Reichsfinanz- rcsorm aus der nationalliberalen Fraktion ausgeschie­den ist,hat eine Versammlung feiner Wähler zu Fried- berg in Hessen ein Vertrauensvotum ausge­stellt.

* Zigenham, 18. Okt. 1909. Heute nachmittag ift das vierjährige Mädchen des Schuhmachers Haupt, das mit Feuer spielte, verbrannt.

* Naumburg (Bez. Kassel), 18. Okt. 1909, Hier fand eine zahlreich besuchte Versammlung statt, um vorbtteilende Schrille zu beraten, die langersehnteBahnverbindun g Wolfhagen- Fritzlar zur Ausführung zu bringen. Es wurden ein weiteres und ein engeres Komitee gewählt, das den Plan fördern und das Inte­resse der Behörde für das Projekt gewinnen soll, von bem man sich sür die Kreise Wolfhagen und Fritzlar viel verspricht.

* Kassel, 18. Okt. 1909. Die neu? Straßenbahn-Linie zum Königl. Theater soll möglichst beschleunigt und bis Ende Novem­ber in Betrieb gesetzt werden. Das Projekt einer nebenbahnähnlichen Kleinbahn von Bet­tenhausen nach Welkerode ist nunmehr so­weit gediehen, daß der Entwurf dieser Anlage bei der hiesigen Polizei - Direktion zur Einsicht offen liegt.

Deutsches Reich.

— Gegen den Reichstngsprüsidenten Grafen Stolberg soll sich, wie liberale Blätter trium­phierend melden, in seinem Wahlkreise Lyck- Oletzko-Johannisburg eine stark wachsende Miß­stimmung regen, die sich bereits zur Gründung einer Zeitung und eines „Patriotische Wahl- Vereins" verdichtet habe, der die Verdrängung Stolbergs energisch betreiben wolle. Auch eine Versammlung hat bereits st altgefunden, die Stolbergs Rücktritt forderte. — Es kommt da­rauf an, wie viele Wähler des Grafen Stolberg hinter der Bewegung stehen. Gewöhnlich sind es die Gegner, die jetzt in den Versammlungen der Konservativen und der Zentrumspartei Lärm und Opposition machen, Leute, die stets liberal oder sozialdemokratisch gestimmt haben. In der liberalen Presse werden sie dann aber als ent«, rüstete Konservative oder Zenlrumsangehörige hingefiellt. Merkwürdig ift es jedenfalls, daß der Veranstalter der Kundgebung gegen den Grasen Stolberg der nationalliberale Partei­sekretär in Königsberg ist.

Aufgabe für den evangelischen Bund. In Hamburg hat der dortige Pfarrer Feld en im Monistenbund einen Vortrag ge­halten, in dem er ausführte:

, »Die Welt ist zertrümmert, der Mensch ist nicht meor ’br Mittelpunkt, alle Religionen «scheinen ihm gefälscht und getrübt; darum schaue man zurück, man u ächte das Urchristentum wieder lebendig machen, bis auf seinen Stifter gehe man zurück. Aber was weiß man von ihm, von jenem Jesus, der unserer Zelt zum Problem geworden ist? Hat Jesus gelebt und wurde er hineintreten in unsere Zeit, er würde sich zu ihr in eine Unzahl von Gegensätzen stellen, und wir wurden ihn als einzige Autorität nicht aner­kennen können. Der Fehler all« aller Religionen 'st der, daß sie ihren Glaubensinhalt in Bekenntnisse gefaßt. Ab« d« Mensch unser« Zeit hält fest an der Autorität des Gewissens, er lehnt alle Reli­gionen ab, weil sie Bekenntnisreligionen find. Das Individuum hat ein Recht auf seine eigene Religion."

Dazu bemerkt der protestantiscke .Reichsbole' (Nr. 243, 16. Okt.):

— Der gefesselte Schlafbursche. Es gibt doch noch originelle Erziehuirgspraktilm. Einer feßfamen Methode, ihren Schlafburschen am Besuche des Wirtshauses zu verhindern, bediente sich eine am Sinndamm in Hamburg wohnende Stellenvermitt« lerm, in bereu Dachkammer seit länger« Zeit ein Buchhalter sein Logis aufgeschlagen hatte. Mit­bewohner des Hauses hatten schon zu wiederholten -Uialen bte Wahrnehmung gemacht, baß die Stellen« vermittlerm ihren Schlafburschen sofort nach dem Zubettgehen mit Stricken derartig an das Bett

3U erheben vermochte.

erhielt auch die Polizei von bet Praxis tet Wirtin Kenntnis. Beamte begaben sich in die S7nn,L^bfaxÖe^bLe.®crüd)te vollauf bestätigt. Wian entdeckte m der Dachkammer als eorpus delecti otet Stricke, mit denen der Hals, bet Leib die Beine des Schlafbutschen an bas Bett ge- l^^T;roUra-en' anwesende Buchhalter, ein

9er ^eund bes verstorbenen Mannes seiner bufe «&.' Klärte den Beamten, die Witim habe voraenommln6 ^ lebt8lt$ *nit seinem Einverständnis des^abendscr ,i)em Trünke ergeben sei und ins Wirtshaus wieder in Verführung komme, Sid". Aen, bas burchdie Fesselung d mtt de^7e Ä- Mit derselben Pünktlich. S 7°mme 'um SÄ des Abends in die Kam- scheine sie auch des MorgeNa^ulegen, befreien, damit er feinet Beickätto».'?" "led« zu könne. Auf Grund dies« «achgehen

Mißhandelten wurde die Fiat? die em'fo m-obnks »Mmg-mMl mtd-ckt hott., «uJn'fflÄnl

Roch tollere Sprünge vollführt das Königsberger sozialdemokratische Blatt. Es schreibt:

„Die Zeiten d« „heiligen Inquisition" sind in diesem Lan d e der Pf assen wieder erstanden. Ein ehrenhafter Gelehrt« ist grausam dahingerafft, nur weil er für die Trennung von Schule und Kirche ein« getreten war und die katholische Geistlichkeit ihn des­halb haßte. Wer der systematischen Volksverdum­mung, welche diese Heuchler au5 Egoismus fertig bringen, bekämpft, wird von der Kirche verfolgt, bis es gelingt, sein Leben zu vernichten. Wenige Tage hatte die Auflehnung des Volkes gegen die Ausbeutung und Unt«drückung insbesondere die Pfaffenherrschaft, in Barcelona gewährt. Bald gewann die Soldateska des Königs Alphonso und seiner Pfaffen wieder die Oberhand und häufte grausam unter dem geknech» ♦en Volke, durch massenhafte Hinrichtungen chren Blutdurst bekundend. Und die Kriegsgerichte, die von den Pfaffen, der geistlichen Garde des Himmels, kommandiert wurden, verurteilten automatisch ohne Prüfung, ohne Besinnung, ohne Bedenken. Und lachend sangen die Pfaffen, je mehr sich die Massengräber häuften: „Te deam lau daraus" (Herr Gott, dich loden wir").

Angesichts solch« Tollwutmisfälle ist die vernünf­tige Mahnung, die dir „Rordd. Allg. Ztg." bringt, sehr am Platze. Die deutsche Presse müsse, sagt das offi- 0 Blatt, bei Behandlung von Ereignissen im Ans- e Vorsicht im Urteil und Mäßigung in der Form beobachten. Mit Recht wird getadelt, daß ein Teil der deutschen Presse die bedauerliche Neigung zeige, Vor­gänge im Auslande, cm denen Deutschland vollkom­men unbeteiligt sei, mit einer Leidenschaftlichkeit zu behandeln, als wenn innere deutsche Angelegenheiten m Erörterung ständen. Insbesondere wird dann die „Glühhitze" getadelt, in die sich eine Anzahl deutscher »latt« wegen dec Hinrichtung Ferrers hineinredet.

vermischtes.

* Zwei deutsche Benediktiner von St. Ottilien be* München,Pater Sauer (aus der Pfarrei Oberuf- Hausen, Kr. Hünfeld) und Pater Enshöfer, haben, wie wir der ,Köln. Ztg/ entnehmen, von Koreanern unter Mitwirkung der Ssouler General- residentur, des französischen Bischofs und des beut« leben Generalkonsuls Tr. Krüger innerhalb des klemen Osttores von ©foul große, herrlich gelegen? Ländereien, insgesamt wohl 10 Hectar, käuflich er - worben, um eine landwirtschaftliche Bilbungsanstal: für Koreaner zu grünben. Nichts ist wichtiger fü: die koreanische Jugend als eine methodische Er- Ziehung zur Arbeit, und da diesem deutschen Unter­nehmen, das mit der Ssouler 1 ranzösischeu Mission im Einklang, jedoch selbständig arbeiten wird, ge­nügende Mittel zur Verfügung stehen, so kann "bet Erfolg nicht ausbleiben, zumal bte Leitung in Händen des hochgebildeten Pater Sauer liegt, der ein außergewöhnliches Organisationstalent bei itzt.

** Eine Katzenmusik mit Automobil-Huppen. In der letzten Zeit regnete es in Paris Slrafmanbate ud« die Chauffeure, die, rote überall, es lieben, mit unsinniger Geschwindigkeit durch die Straßen dahin- zurasen. Darob entstand unter den Chauffeuren große Elbttterung gegen den Richter Hameltn, b« diese Slrafmanbate verhängt hat; sie beschloffen ba- her, gegen ben mißliebigen Richter eine Kundgebung veranlaften unb fuhren, 2000 Mann stark, nach ben Camps Eiisees, roo sich bie Wohnung Hamelins befmbet. Unterwegs traten ihnen, nichts gutes ahnend, republikanische Garden und Polizisten ent­gegen, konnten aber nichts ausrichten und mußten sich auf die Trottoirs flüchten, da die Chauffeure rücksichtslos darauf los fuhren. Vor der Wohnung Hamelitis machten dann die Chauffeure mit ihren Huppen eine entsetzliche Katzenmusik. Die Polizei kam mit großer Verstärttmg an und mußte etwa 200 Verhaftungen vornehmen.

= Der Ferrer-Rnmmel

richtet im Bereich der dem direkten oder indiretten Einfluß der internationalen Freimaurerei ausgesetzten Redaktionen ganz fürchterliche Gehimverwüstungen an.

Mit am tollsten treibt es die Berliner Frei­sinns presse. Das „Berl. Tageblatt' schreibt Tag für Tag Leitartikel üb« den „Justizmord", spricht von „schamloser Gerichtskomödie", von einem „schmachvollen Schurkenstreich der Madrid« Regie- rung" usw. König Alfons, meint es, fei den „Pfas­sen" überliefert worden und die „Pfaffen" hatten sei­lten Geist geknetet «nd gedrillt; bei dem Todesurteil habe er blind den Weisungen gehorcht, die ihm sein Beichtvater erteilt habe. Geradezu blödsinnigen Fa­natismus produziert die sozialdemokratische Presse . AuS dem Breslmier roten Blatt, zitiert bas „Westpr. Volksbl." folgende Probe gelinden Wahnsinns:

„Kein Sozialdemokrat, kein Anarchist war es, der mit verbundenen Augen die Kugeln ber Soldateska er« yartete, em schlicht« Freidenker nur, ein radikal« liberal«. Moderne konfessionslose Schulen, ihnen galt seine Lebensarbeit, fie waren es, die den Haß des Klerus und des Mönchtums auslösten, die wie hunderttausend Blutegel am Marke des v«- armten Volkes saugen. Diese- Mönchtum hat in Spanien das Heft der Regierung in der Hand, König und Minister sind Spielbälle in den Händen des Klerus, sie wurden zu Ausführern des Verbrechens, das die Frommen in ihren katholischen Konven tike ln angestiftet hatten........ „Liebet Eure Feinde",

so sprechen mit heuchlerischem Augenvcrdrehen am Sonntag bte Pfaffen ganz Spaniens und die kkeri« t>"len Blutrichter und Minister beten in­brünstig mit. Und derweilen morben sie, wie sse's von den Pharisäern gegen Jesus behaupten, den Resor- mator, der ihnen unbequem wurde. Doch fie täuschen N. ™.er ihren Erfolg! Einer liegt lot im Graben, m, . l£nen Rachegestalten wachsen aus feinem ©lut. Der Mord, den Spanien am Mittwoch Morgen sah, wird furchtbare Sühne heischen. Schon zeigt sich die Wirkung des frommen Verbrechens in Frankreich, in Italien, einst die liebsten Töchter der Kirche. Ab« über ihre Grenzen hinaus erhellt das Salvengeknall der vom Klerus kommandierten Gewehre die Situation: Das ist die Kirche, wo fie n der Macht ist."

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. AparM-r tttZilda. wochenbeimge:.IllustrierteZormtagrzeckmg" Monatsbeilage: „Zuldaer Geschichtsblatter"