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Mdaer W Zeitung

^it Iba, Dienstag den 5. Oktober 1909.

2A8.

Zweites Wtcrtt

Cm Jubiläum

Deutsches Reich.

Anlagen werden verboten.

Aus dem Nachbargebiete.

hinterbracht und diese ließ den Mann, ohne -hn gehört

Er wurde von

Auf gleicher Stufe stehen die A l l e i n b e t r i e b e, welche dem Einzelnen eine selbständige in der Regel sehr bescheidene Existenz ermöglichen. Auch hier sind ,ie Frauen die Erwerb haben muffen, naturgemäß stark beteiligt Mehr als der vierte Teil aller im Handcls- gewerbr selbständigen Personen sind weibliche Perso- neu So zählen wir im Kolonialwarenhandel 49000 Alleinbetriebe, unter 234 349, im Backwarenhandel 4278 Alleinbetriebe, unter 10 739, im Zigarrenhandel 9643 Alleinbetriebe, unter 51 801 usw. Insgesamt sind von den 1088298 Handelsbetrieben 246 158 Nebenbe­triebe. 318 300 Alleinbetriebe, zusammen 564 458 Be­triebe.

Also über die Hälfte aller Betriebe sind solche in unvollkommenster Form. Der Einfluß einer solchen Entwickelung ist ohne weiteres klar. Da die Betriebs­zahl sich nicht deswegen steigerte, weil die Bevölkemng ihrer bedurfte, sondern deswegen, weil tausende einen Erwerb suchen und auch haben muffen, so erklärt sich auch, waruin sich diese Entwickelung gerade auf das Handelsgewerbe erstreckte.

)( Daß der erste Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches durch das Reichsjustizamt demnächst veröffentlicht werden wird, wird von der „Deutschen Juristenztg." bestätigt.. Die luchhändlerische Verbreitung sei jedoch bei dem großen Umfange des mit einer ausführlichen Begründung versehenen Werkes vor Ende Okto- der nicht zu erwarten.

** Die unbefriedigten Genoffen. Die Unzufriedenheit mit den 'Ergebnissen des Leip­ziger Parteitages kam in den sozialdemokratischen Parteiversammlungen in Berlin überall zum lusdruck. Jeder der Redner äußerte eine andere Ansicht. Insbesondere wurde ihnen ver- dacht, daß sie die „scharfe" Resolution des ersten Berliner Wahlkreises, die die Liberalen in Grund und Boden verdammt, nicht durchgedrückt haben. Auch gegen den Genossen Fischer von der Parteibuchhandlung, der sich eines unpassenden Tones bedient habe, wurden scharfe Angriffe ge- richtet. Wie der Delegierte Wels mitteilte, ist deshalb ein besonderes Verfahren gegen Fischer durch die Preßkommission eröffnet worden. Der Stadtverordnete Weyl rügte es, daß es nicht zu einer notwendigen Klärung der Gegensätze ge- kommen sei, sondern daß diese nur verkleistert worden seien. Auf die Bemerkung eines Red­ners im sechsten Berliner Wahlkreise, der da wünschte, daß nicht in nächster Zeit schon wieder der „Stank" losgehe, erwiderte Reichstagsabge- ordneter Ledebour, daß der .Vorwärts' doch dazu geschaffen sei, Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck zu bringen. Man darf also damit rechnen, daß die Unterhaltungen zwischen den Genossen in ihrer eigenen Tonart im.Vorwärts' weiter gepflegt werden.

* Sozialdemokratische Arbeitersürsorge. Einen be- merkenSwerten Beitrag liefert eine der letzten Num­mern der in Bochum erscheinenden „Bergardeiter-

AnderS im gegnerischen Lager.

Der Berliner liberale L o k a l a n z e i g e r er­scheint in einer Auflage von einer ViertelmiUion, die freisinnige Morgenpost druckt 300000 Exemplare, daS ebenfalls liberale Tageblatt hat 90 000 Abon­nenten und der sozialdemokratische Vorwärts prahlt damit, daß die Zahl seiner Abnehmer sich in kurzer Zeit auf 150 000 erhöht hat.

Diese Zahlen sprechen eine beredte Sprache. Sie sind O h rf e i g e n für das katholische und das Zen­trumsvolk, das seiner Preffe nicht das Verständnis und die Opferwilligkeit entgegenbringt, die in ihrem eigenen Interesse selbstverständlich wären. Darum

französisch war, geboren wurde, war er nach Ansicht der deutschen Behörde Franzose, aber er war auiy kein Franzose, denn er hatte es verabsäumt, sieh nach dem Kriege als Franzose naturalisieren zu laffen. Die fran- ,[i>rf,hT8 „.tnD(me , zösische Behörde sah ihn daher als Deutschen an und Zi W ° m- » MÄ ÄÄÄ

Heute sind es 60 Jahre her, daß das e r st e Tele- gramm in einem deutschen Tageblatte erschien. In welch' riesiger Weife inzwischen das Zeitungs­wesen sich entwickelt hat, das beleuchtet im allge­meinen schon die Tatsache, daß die Zahl der beut*

Verlag der Fuldaer Ab

Monatsdeilager SeschlchtMAter" FerufprechrrlÄ

eiferst« Meta, spaÜigePekktzelleoder bereu Raum rs pfg. keklamendieprtltzelle 25 pfg., bei Wieder­holungen wird entspr. Labatt gewährt.

votatlourdruSund

nehme. Die Frankfurter Direktion hat denn auch nunmehr dem Vere.n ein dementsprechendes Schreiben zugehen lassen.

(?) Amöneburg, 3. Okt. 19 9. Der Han­delsmann I. Schraub von hier fiel beim Ver- laden von Obst so unglücklich vom Wagen, daß ihm die Räder über die Brust gingen. Er zog sich so schwere innere Verletzungen zu, daß er nach Hause gefahren werden mußte. — Die Kartoffelernte ist hier in vollem Gange und . verspricht einen reichen Betrag. Die !Zwelschen sind durch das lang anhaltende Regenmetter aufgesprungen und infolgedessen schon am Baum teilweise in Fäulnis übergegangen.

verautw.^edattem

w-chE-M.Mstckttte Sonntagrzeitmg"

die katholische Preffe

in den letzten Jahrzehnten einen höchst beachtenswerten Aufschwung genommen. Aber dennoch — man möge dos wohl beherzigen — entspricht die Verb re : i> tungder katholischen Zeitungen nochläng st nicht der in Betracht kommenden katholischen Bevölkemng Tie katholsiche Bevölkerung Deutschlands beträgt etwa 25 Millionen, während die katholische Preffe ins­gesamt nur etwa 2 Millionen Abonnenten besitzt.

Verbandsmitglieder! Gedenkt der im Generalstreik stehenden schwedischen Arbeitsbrüder Schnelle Hilfe tut not! Wer schnell gibt, gibt doppelt.

Sollen die Arbeiter aufgehetzt werden, dann svricht die Sozialdemokratie von Hungerlohnen, sie cheut sich aber .nicht, den Arbeiter aufzufordern, den „letzten Groschen" auszugeben, wenn es sich um die Verfolgung sozialdemokratischer

«qWlckttguqM

Kurmihm« der Senn« und Feiertage, viertel­jährlicher 8e$ttg$pttls ohn vringerlohn und Beil gelb In Fuldase- U>if uuswärtS 1.50 Bit

36. Iahrssansi.

Kleines Feuilleton.

— Der Planet Mars hat bekanntlich jetzt eine un­gewöhnliche Erdnähe erreicht, wodurch die astrono­mische Wiffenschaft sich veranlaßt sieht, mehr nucy als bisher ihr Jntereffe diesem geheimnisvollen Sterne zuzuwenden. Man vermutet, wie bekannt ist, daß auf Idem Mars Menschen wohnen. Das Ziel des strebens ist eine Verständigung mit den Marsbewohnern. Der „Berliner Generalanzeiger" übernimmt aus dem „Ma­lin" eine längere Abhandlung des bekannten amerika­nischen Astronomen William Pickering von der Stern- i warte der Harvard-Universität in Cambridge, der nach- ' weist, daß eine Verständigung mit dem Mars sehr wohl '-möglich sei, und zwar glaubt der Gelehrte die Signale durch Sonnenspiegel geben zu können, die etwa einen Quadratkilometer Oberfläche haben müßten. Die An­schaffungskosten eines solchen Signalspiegels würden 50 Millionen Franks betragen. Der „Lokalanzeiger" hat daraufhin den Direktor Archen hold von der Trep- totoer Sternwarte, eine astronomische Kapazität, be­fragt, was er dazu meine. Direktor Archenhold er­klärt, daß 50 Millionen Franks keinesfalls aufgebracht zu werden branchten, daß schließlich eine Million schon genügen würde; mit dieser Summe könnte man Fern­rohre konstruieren und Verbesserungen anbringen, die es ermöglichen würden, ganz deutlich zu sehen, was auf dem Mars vorgeht. Diese eine Million wäre dann nicht, wie der fünfzigfache Betrag, weggeworfen. Es würden so tatsächlich positive Ergedniffe gezeitigt wer­den können. Aber eine optische Verständigung, wie sie der amerikanische Professor vorschlägt, sei überhaupt Unmöglich. Auch der Leiter ves Pariser Observato­riums steht den optimistischen Auslassungen Pickerings mit großer Skepsis gegenüber. Zunächst wiffm die Astronomen darüber, ob der Mars bewohnt ist, selbst nicht mehr als die Griechen zur Zeit des Philolaos 600 Jahre v. Ehr. Auch die ganze Frage der Mars­kanäle ist noch ein ganz dunkles Kapitel. ES wäre sgewagt, auch nur einen Groschen bet dem Unternehmen

Die Klaaen über den allgemeinen Zurückgang der geschäftlichen Entwicklung im Detailhandel wollen in den letzten Jahren nicht verstummen. Zwar sind eine £Sew®eÄen gut voran gekommen aber eg sind das entweder nur die bestgelntetsien Ar solch , die der Entwickelung nach sinngemäßer Spczialtzie- t-inta in einem glücklichen Moment entgegenzukommen wußten S jebesser es einer Anzahl von Geschäf­ten ging umso schärfer wirkte naturgemäß der Rück­schlag bei den andern. Man hat namentlich die K on- it m«en ossen schäften dafür verantwortlich ge- imacht und die Warenhäuser mit ihrer großen Betriebsweise. Aber man ist damit an den eigentlichen Ursachen nur vorbeigegangen.

; Eine besonders auffällige und beachtenswerte Er­scheinung ist, daß die Zahl der Betriebe im Handelsgewerbe im allgemeinen, stärker gewachsen ist, 'als die Bevölkemng und auch stärker, als ^te Betriebe 'der übrigen Berufszweige Von 1882 bij11901! Mbte Gesamtziffer der gewerblichen Betriebs um rund v400 000 zugenommen. Wir sehen, daß sich,dw Unterneh­mungslust auf diese Gewerbegruppen allem erstreckt In 4er Industrie ist die Konzentration, im Handel bte Ze.- splitterung treibendes Motiv. Hinzu tritt die andau­ernde S pr z i a l i s i e r u n g. Vor Jahrzehnten kaufte man nanientlich in den mittleren und m den kleineren Orten, ja vielfach auch heute noch, seine Zi­garren usw bei den Kolonialwarenhandlern. Diesen Zweig hat der Kolonialwarenhändler mehr und mehr vn die sich bildenden Spezialgeschäfte abgeben muffen. Der Tabakhandel ist also dem früheren Haiidelszweig verloren worden und auf Spezialgeschäfte ubergegan- aen Ebenso ist es mit dem Handel von E'senwaren, von Spirituosen usw. usw. Wir sehen also daß die Herausbildung der Spezialgeschäfte eine Entwicklung, die wahrscheinlich die äußere Form des Detailhandels in wenigen Jahren vollständig revolutionieren durste die alte Geschäftsbasis verschoben und einen Teil des bestehenden Geschäfts in eine unangenehme Sage ge­bracht hat.

Indessen, das ist nur die eine Seite der Frage. Das dritte wirksame Moment, das schon mit der star­ken Betriebszunahme, wenn auch versteckt angedeutet wurde, verdient ebenfalls besondere Hervorhebung Es ist eine alltägliche Erscheinung daß der Handel m kleinen Formen sehr häufig als Nebenbetrieb ausgeubt wird Die Berufszählung zeigt uns bekanntlich bte wachsende Zunahme der Frauenarbeit Es ist eme Tatsache, daß die Einkommensverhaltniffe der Bevolke- runa in weiten Schichten vollständig als unzureichend sind und daß demzufolge die Frau mitverdienen muß. Welch' schwere Schäden an der Famrlienentwickelung, am Erziehungswesen der Kinder dadurch gezeitigt wer- den ist bekannt. Man sieht, wie alle Fragen ineinan­der greifen vnd wie notwendig es ist, in erster Stnte auf Besserstellung der Bevölkerung bedacht zu sein, denn ohne Not entzieht sich die Frau nicht ihrer Familie. Wenn durch diese Dinge das Handelsgewerbe in be> sondere Mitleidenschaft gezogen wird, so erklärt sich daraus, daß gerade das Handelsgewerbe als Neben- betrtebssorm geeignet ist. Es handelt sich ja für die meisten nicht um eine aus dem Gewerbe sich ergebende !Existenz, sondern um einen Zuschuß zu einem be­reits vorhandenen Erwerb. Außerdem gestattet der 'Handelsbetrieb das Verbleiben der Frau im Hause, sie bedieni die Kunden und die Hauswirtschaft gleich­zeitig. Von den 1088 298 Handelsbetrieben sind nich: weniger als 246 158 Nebenbetriebe, das ist ein Viertel aller Betriebe So sind von den 234 000 Kolonialwa­renhandlungen 36 000 Nebenbetriebe, von 23 000 Bier­handlungen 6000 Nebenbetriebe, von 295 000 Zigar­rengeschäften 8000 Nebenbetriebe usw.

(ß, Die Lage i>-s »eatzch-» Detail Handels.

standen, das sich> vor- nachts 12 bis morgens v ugr Resultat war, daß

geldbedürstigen Städten neh- er wegen Bannbruchs vor den Kadi zitiert und zu acht

In manchen rheinischen und suddeutscher- L-laoi Gefängnis verurteilt wurde. Er wurde von

men die Pfandlsiheremtg g Vergnüg- [neuem nach Frankreich abgeschoben, aber von dort dt-

Pfänder mehr an, damit die Leute m lyrer ^ergnag t nieder über die Grenze zurückbugsiert. Diesmal ungssucht nicht das Notwendigste und Letzte v s tz^ | ^r deutschen Behörde wegen erneuten

Die Pariser Neuem g gi sgerfin ist das Bannbruchs vierzehn Tage Gefängnis- Er wurde zum Leichtsinn der Nachtschwärmer. ' hrtttm Male über die Grenze abgeschoben und mit der

afimuna. Dem bummelnden Berlin und der «och mehr teilte Mmryr zu » ' 'um ber Geschichte end­bummelnden Provinz würde diese Gelegenheth i^ “0® b9 • $ nach Luxemburg abgeschoben

leeres Portemonnaie noch einmal zu füllen, um sich »ch- em unoe zu m w -p.

wieder in den Strubel des Vergnügens stürzen zu I werden.

können, sehr willkommen fein. Emstere Menschen aber -------”

werden in dieser Pariser Erscheinung nur eine neue I

voUswiNschastlicher uni» Soziales. ........... .

n r- • r. hur* Kreisverwaltuna und stände ist, bann kann man ungefähr bemessen, was ein,

L-B>ü»Ä»mm«kmst»U. g-r A»«d---NS »” ^f'ben SÄ"b«“o§enWeit idngm tarn

"-'V'ch-7 Mittags- und

versichttungsanstast beachtenswerte Erfolge aufzu- Abendau gabe veranstaltete, weisen. Nach dem Abkommen mit der Landes- Nun hat gewiß auch Versicherungsanstalt werden, so schreibt, man uns, dem Kreise für diesen Zweck Geldmittel zu 3 v. H. Zinsen mit einer einprozentigen Tilgung zur -ver- fügung gestellt. Die Höhe der Darlehen schwankt zwischen 1000 und 18 000 Mark; sie werden als erste Hypotheken zu 31/* v. H. Zinsen eingetragen. Die Beleihungsgrenze ist dabei eine denkbar weite und erreicht 90 v. H. des Bauwertes. Auf diese Weise wird ein fleißiger Arbeiter m den Stand ge­setzt ein eigenes kleines Haus zu besitzen, ohne daß er außer dem Gmnd und Boden nennenswerte Mittel zu besitzen braucht. Bisher sind auf dtest Weise 150000 Mark ausgeliehen worden, die sich auf 57 Neubauten mit 125 Familtenwohnungen verteilen. Ueberwiegend wurde massives Bau­material verwendet; Baubeschränkungen oder be­sondere Bedingungen für die Errichtung der Hacher werden nicht gestellt, nur gesundheitlich unerwünschte

Zeitung" (Organ deS sozialdemorattschen Berg- arbesterverbandes). In einem Artikel, der.stchnnt Bergarbeiterlöhnen befaßt, wird die wirtschaft- liche Lage der Bergarbeiter in den schwärzesten Farben geschildert. U. a. schreibt das Blatt:

.Wir sind an der Grenze angelangt, wo die Unter­ernährung anfängt, sich in den Bergarbeiterfamtlien breit zu machen! Mit solchen Löhnen müssen bte Bergarbeiter buchstäblich verhungern."

Nichtsdestoweniger werden die „hungerleidenden" Bergleute an einer anderen Stelle des Blattes zu Geldspenden für die streikenden schwedischen Arbeiter aufgefordert. Der Aufruf lautet:

der iAatsieiegrapbie anzulegen. Demgegenüber teilt Robert Jonkheer, Direktor des neuen Observatoriums von Hem mit, er habe in diesen Tagen einen neuen Marskanal, den er Proteus taufte, entdeckt, et habe 1260 Kilometer Länge, 92 Kilometer Breite und schneide den Aequator des Planeten. Er 'gehe von einem großen Meer der Südhalbkugel aus und münde in einen großen See der nördlichen gemäßigten Zone.

— Die Furcht vor der Kulturschande. Emer der vornehmsten Schöngeister des heutigen Frankreich, Auguste Rodin, ist von Sorgen ergriffen, was nun aus den herrlichen gotischen Domen werden soll, da die Kirchenstürmerei der heutigen Republik aus diesen Gotteshäusem die feinsinnigen, gebil­deten, mit dem Geiste dieser Dome verwachsenen Pfarrherren, ihre besten Verwalter und Hüter, ver­trieben hat. Rodin fürchtet nun Barbareien für diese großen Kunstdenkmäler Frankreichs. Er sagt:

Vor diesen Domen verharrte die Menge in Schweigen, unfähig, den Glanz dieser architettonischen Riesen zu verstehen, aber nichtsdestoweniger sie bewun­dernd O, die stumme Bewunderung der Massen! Ich wollte ihnen zurufen, sie mögen sich nicht täuschen; unsere französischen Dome sind sehr schön, aber ihre Schönheit ist nicht leicht zu begreifen. Felsen, Wälder, ©arten die Sonne des Nordens, all' das ruht in diesen gigantischen Körpern, unser ganzes Frankreich ruht in unseren Domen wie ganz Griechenland im Parthenon. Leider sind wir am Abend ihrer großen Tage angelangt. Diese Ahnen sterben, und sie sterben als Märtyrer. Renan hat auf der Akropolis gebetet Das veranlaßt also niemand dazu, euch zu schützen, Rouen, Caön, französische Wunder? Besitzen wir keinen neuen Dichter, der in diesen un- feien jungfräulichen Domen betet? Ehe ich sterbe, will ich wenigstens meine Bewunderung für diese Wunder ausgesprochm haben, ich, der das Glück batte sie zu lieben, und der vor ihnen die schönsten Freuden s^nes Leb'enS genossen hat Ich will diese Steine, die von bescheidenen, wiffenSreichen Künstlern einer zarten Schönhert zugeführt wurden, feiern, triefe lieblich wie Frauenlippen geformten Simse, diese Stellen schöner Schatten, wo bte Süße in der Statt

Zwecke handelt.

* Merkwürdige „Pädagogen". Wie .geistretch" selbst auf einem humanistischen Gymnasium der Kamps gegen „Rom" geführt werden kann, zetgen folgende Begebnisse auf dem Gymnasium zu Wer- nigerode a. H., worüber der „Germ." das Folgende berichtet wird:

cs rr Professor Dr. D. erlaubt sich unter dem schallenden Gelächter der meist andersgläubigen Schuler einem katholischen Zögling den Rat zu geben, er solle gch den hl. Antonius unter das Kopfkissen legen , SaL mfirbe er tlna werden". Auch beten wlll er feine Schüler lehren und zwar so, wie „die Katholiken beten"' Heiliget Florian, beschütze unser Haus, steck

Dr. oder Oberlehrer — fragt, da er beim Unterrichte auf bie iffiorte „sfaarta^eine iHagb }u fpreeben omm e.n^ n 01e ^tlL|ulyC/ uup vlv -™

einen Schüler: „Hat Mana schon mal bei Euch reine Zeitungen auf fast e l s T a u s e n d angewachsen ä «sh« ää* vesäffsss sä ---1 eine einzige Rotationsmaschine in der Stunde bis 14 000, und eine Zwillings-Rcftationsmafchme a ar bis 260t)0 32feitige Blätter zu brüden im-

siküunnneiUs^seinen und mächtiae^ll^rv^nTdi^ verwerfliche Art der Verlockung zu bestnnungslofem echem Gewölbe zustreben und sich int Kreuzpunkt einer Vergnügungstaumel erblicken. Darum ist es bcffkt, Blüte vereinen, diese Glastosetten, der untergehenden wenn sowohl Berlin als auch die übrigen deutschen Sonne oder Morgensonne entnommen. Wenn all das Großstädte von dieser neuen Pariser „Errungenscho' verloren ist, wird das Land entehrt sein bis ocrschont bleiben. =P

in die fernsten Zeiten." — Irrfahrten eines Emigranten. Vom Abenten-

. Auguste rerbrange geplagt, verließ im Jahre 1868 ein junger

zofe. Aber seine Verbrechen Mann aus Witternheirn im Elsaß die Heimat und wan-

Harmome zugewandte Seele ahnt bte Vervrechen, Mmertta aus Er lebte dort über 40 Jahre

die an der Kultur Frankre,^ begang n wurden derte^ch Amercka aus. h, bie

als man sich an der Ktrche, der Etbamnn dteser l Sechzig bereits überschritten

Dome, ^^rgriff^Dtrte Dome sind dte Blüten bat er bon der Behörde noch

einstigen ttefchrtstltchem Volks^pfindens irgendwie behelligt werde, aber er hatte die den Amen-

Ftankretch, rote das heutrge, rotrd sie mql meyr ciflcnv, Gewohnheit, gern ein freies Wort zu schöpferisch hervorbrmgen und roahrschemltch nicht I 9@,ine Worte" wurden der Behörde einmal zu erhalten Ahem So dämmend ^^rbracht und diese ließ den Mann, ohne ,hn gehört

schon auch den der Klreye fernerpeyenoen -ntn ; lästigen Ausländer ausweisen. Da

LLN-d-m'sI d-- M*».*,u, 8dt, «B «**£,-* Führung die katholische Kirche zu erntedrtgen und zu vertreiben beschloß.

® _ Nachtbetrieb in der Pfandleihe, das ist die neueste Errungenschaft von Parts la null" Mitten im Brennvunkt des Vertehrs ist ein Leihhaus ent-

-r. Ketten, 4. Okt. 1909. Wie ertragreich ein Ob st bäum werden kann, beweist folgende , Tatsache. Ein hiesiger Landwirt erntete von einem ergeht Apfelbaum 15 Zentner, die er als Kelterobst für bet neue Appell

über 50 Mark verkaufte. Im allgememen tst d,e

Obsternte, besonders an Tafelobst, auch in der hie- unfete Freunde: Unterstützet und verbreitet in sigen Gemeinde sehr ergiebig. alter Treue und mit neubelebtem Interesse eure lang»

♦ Bebra, 3. Okt. 1909. Der hiesige Eisen- erprobte

bahnkonsumverein beabsichtigte in dem benach- Fuldaer Zeitung,

barten Weiterode EFUmstzuerrtchten. bcn bifIcn tausend Abonnenten, die sie

Daraufhin hat Handels am s befist> „och viele neue hinzuzi,gewinnen damit

gterungsbeztrk Kassel em Gesuch an mj Ulen SJ.ad)brurf unfc erfoIg eintreten kann für eure bahndirektton Frankfurt a. M. emgeretcht, tn unb bie eenicin;ame Sache des Zentrums, des Staates dem die Direktton gebeten wurde, dem Vorstand unb bec Kirche.

des EtsenbahnkonsumvereinS Bebra zu empfehlen ________

daß er von der Errichtung dieser Filiale Abstand