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Fulda, Samstaa den 2. Oktober 1909
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Drittes Matt
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vermischtes.
Nettau^tt
Ausland.
seitens der Gemeindevertretung gegen den „Eingriff in die religiöse Freiheit", ließ der Pfarrer der Schule gegenüber eine Kapelle Bauen, um das verbannte Kruzifix aufzunehmen. Der Bischof segnete unter großem Zulauf des Publikums die Kapelle ein.
** Drahtlose Telegraphie in England. Generalpostmeister Burton teilte im Unterhause mit, daß mit der Marroni-Gesellschaft ein Uebereinkommen abgeschlossen sei, wonach alle Küstenstationen der Gesellschaft in den Besitz des englischen Reichspostamtes übergehen. Alle Stationen werden, der Internationalen Radiotelegraphischen Konvention entsprechend, für alle Schisse geöffnet sein, gleichviel mit welchem Stiftern diese ausgerüstet sind
** Das englische Schlachtschiff „Neptune", das der verbesserten Dreadnoughtklasse angehört, ist am Donnerstag in Portsmouth vom Stapel gelaufen. Es hat eine Wasserverdrängung von 20250 Tonnen i und eine Geschwindigkeit von 21 Knoten. Seine Bestückung wird aus zehn 12zölligen Geschützen und einer I Antitorpedoansrüstung bestehen, deren Geschütze einen Durchmesser von 4,7 Zoll haben.
* Ein verurteilter Amtsrichter. Vom Landgericht Schneidemühl ist der Amtsrichter P. in Lobsens wegen Unterdrückung einer ihm amtlich anvertrauten Urkunde zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Ein Oberstleutnant hatte ihm Geld geliehen, erhielt es nicht zurück und sandte dann einen Zahlungsbefehl. Diesen ließ er in seiner Privatwohnung liegen bis der Gläubiger sich beim Landgericht beschwerte. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgericht verworfen.
** Zwei neue technische Institute wurden am 1. Oktober ihrer Bestimmung übergeben, und zwar das Hüttenmännische Institut in A a ch e n und das große ! chemische Institut in Hannover. Auch die Bres-
— Fernsehen. Wie eine Brüsseler Zeitschrift meldet, wird in den nächsten Tagen ein Berliner Physiker Emst Ruh wer, der schon durch seine Erfindungm auf dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie und Tele- phonie von sich reden 'machte, dem Komitee der internationalen Weltausstellung in Brüssel einen von ihm erfundenen Apparat vorführen, mit Hilfe dessen das Femsehproblem gelöst sein soll. Der neue Apparat kostet nicht weniger als 6 Millionen Fr., und er soll den Hauptanziehungspunkt, den „(Flott“ der nächstjährigen Ausstellung bilden. Obzwar die letzten Geheimnisse der Erfindung selbstvefftändlich nicht preis- gegeben werden, ist man doch in der Lage, sich einen kleinen Begriff von dem von Ruhmer angewandten System zu machen Wer irgend einen Gegenstand in der Ferne sehen will, muß an der betreffenden totelk eine Tafel mit dem Bildnis der gewollten Uebertrag^ ung aufhängen. Diese Tafel setzt sich zusammen aus 25 verschiedenen Kammern, und hinter jeder einzelnen befindet sich ein sehr empfindliches Sileniumelement. Dieses Elentent reagiert auf jeden Lichtstrahl, der es trifft An der Endstation, also da, wo sich die Wirkung des Fernsehens zeigen soll, befindet sich eine gleichmäßig zusammengesetzte Tafel, mit der gleicher Anzahl von Kammern, von denen jede einzelne rmi der entsprechenden Kammer der Anfan gs'tation in Ver Bindung stcht. Wenn man nun einen Galvanometel mit äußerst schaffen' Spiegeln, die jede Aendemng der verschiedenen Beleuchtungen wiedergeben, anwendet, dann müssen die Kammern der beiden vorhandenen Tafeln ihre Wirkung ansüben. Der Apparat jur den sich die Leitung der Weltausstellung lebhaft interessiert, wird von seinem Effinder selbst konstruiert, der von dem Gelingen dec Nebertragilngen fest überzeugt
: Wird die Praxis der Theorie recht geben, dann ff' 1 allerdings durch diese Erfindung ein Fortschritt ge ’ schaffen worden, von dessen Wirkung man sich unschwer ; einen Begriff machen kann.
volkswirtschaftlicher und Sozialer.
Aus dem Berwaltungsbericht der Hessen-Nass. Baugewerks-Berufsgenossenschaft (Arntl. Nachr. vom 5. Sept.) ist zu entnehmen, daß im Jahre 1908 an Entschädigungen und Renten 1 Million 87 568 Mark gezahlt sind. An Umlagebeiträgen wurden in 1907 ausgeschrieben rund 1 Million 346 500 Mark au rund 16 600 Heberollenauszüge, doch mußten be mehr als die Hälfte der Beitragspflichtigen (8914 Anträge auf Zwangsvollstreckung gestellt werden.
Herbst 1910 eröffnet werden. Eine Reihe von Pro efforen ist für diese Hochschule bereits Berufen worden, mit einer Anzahl weiterer Lehrkräfte wird noch verhandelt.
* Bon den Aviatikern. Einen neuen Höhen- rekkord hat duf dem Bornstedter Felde in Gegenwart der Kaiserin Owille W r ig h t erzielt. Es gelang ihm mit seinem Doppeldecker eine Höhe von 300 Metern zu erreichen. Wright versicherte, daß er ohne Gefahr 1000 Meter erreichen könne — Latham, der die größte Aussicht hat, bei der Enffernungskon- kurrenz der Berliner Flugwoche Sieger zu werden, ist mit feinem Apparat in der Dunkelheit gegen einen Hügel gerannt Der größte Teil des Apparats wurde völlig zertürnrnert.
* Bläriot, dessen Flugmaschine in Berlin gepfändet worden war, weilt in Köln und unternahm mehrere gelungene Flüge. Die Berliner Flugplatzgesell schäft hat den Flugapparat wieder f r e i g e g e B e n. was im Interesse der deutsch-französischen Beziehungen zu begrüßen ist. Bekanntlich wird Bläriot von seinen Landsleuten nicht weniger verehrt, als Graf Zeppelin von uns Deutschen.
* Hans Thoma, der bekannte Karlsrtther Maler, feiert heute, am 2. Oktober, seinen 7 0. Geburts- tag. Thoma ist 1839 in Bernau im Schwarzwald geboren. In schwerem Ringen hat er seiner Kunst, die in den iTefen des deutschen Gemütes wurzelt, Anerkennung verschafft Die efften Ausstellungen seiner Bilder brachten ihm nur Hohn und Tadel.
Eintreiben in hartes Holz desto leichter vor sich gehen zumal diese Anfettung der Spitze auf die Haltbarkeit des Nagels durchaus keinen Einfluß hat.
„Wenn das Staatsministerium eine gründliche iSBablrefom einbringt und ihre Ablehnung mit der Auslösung des Abgeordnetenhauses beantwortet, zu derselben Zeit, wo wegen der Erbanfallsteuer der Reichs
paar Glas Bier zu bezahlen und ein Nachtessen zu j geben ;
Weist man auf die großartigen Werke der chrisili- I chen Nächstenliebe bin, so heißt es in der soMdemo- kratischen Presse: „3a, dadurch hat sich das Chnsten- tum in den Dienst bet kapitalistischen Gesellschaftsordnung gestellt; es hat den Armen Bettelsuppen verabreicht, um sie nicht unzufrieden zu machen.“ Haben die sozialdemokratischen Radfahrer ein paar Arme ge= peist, so heißt es: „Seht das ist die Frucht des Klaffenbewußtseins." So wird alles und jedes in die Zwangsjacke des historischen Materialismus hineingezwängt, und dabei werden die tieferen Lebenswerte des Christentums einfach ignoriert. Es ergeht diesen historischen Materialisten ähnlich so wie den yhpnoti- fterten Hühnern, die nichts anderes sehen als den Krei- destrich vor ihrer Nase.
— Ein Queckfilbersee soll in den Bergen Mexikos entdeckt worden sein, der bei etwa einem Hektar Fläche nach vorläufiger Schatzung an 50 Millionen Liter dieser kostbaren Flüssigkeit enthalten dürfte. Ein solches Quantum entspräche einem Gewicht von fast 700 Millionen Kilogramm und einem Werte (zu dem mäßigen Werte von fünf Mark per Kilo) von ca. 35 Milliarden Mark. Die Nachricht selbst ist nicht so unwahrscheinlich, wie die Folgen uns Vorkommen, wenn wir uns ausmalen, was der Staat Mexiko mit diesem unerwarteten Geschenk der Natur anfangen fönnte Man denke nur, was es für einen Staat bedeutet ganz plötzlich ein Vielfaches feiner qualvoll zu- sammengestopvelten Budgets so mühelos zur Verfügung zu bekommen. Mexiko ist ein Land, das fast viermal so groß ist wie Deutschland und etwa ein Mertel der Einwohnerschaft des Deuffchen Reiches hat Einnahmen und Ausgaben des Staates balancieren mit etwas über 200 Millionen Mack. Wenn ein geringer Bruchtell - etwa ein Siebentel - des , Milliardensegens beiseite gelegt würde, so reichte da« aus, um bei geringer Verzinsung dem Staate M^cko ; seine jetzigen Einkünfte für alle Zeiten ficherzustellen, ; und es bliebe noch genug übrig, um - eine kluge Ber- i Wendung vorausgesetzt - dem 2anbe Einrichtungen
A. Eine Episode aus dem Leden. ’
Ort der Handlung: Altenberg bei Nürnberg.
Zeit: Gegenwart.
Ereignis: Zehn böhmische Auswanderer sind nach Essen gegangen in der Hoffnung, bei Krupp Arbeit zu finden. Nach kurzer Zeit haben sie Effen verlassen Und befinden sich auf der Rückwanderung in die Heimat 3n Altenberg kommen .sie, aller Mittel entblößt, in eine Wirtschaft, wo sich ein sozialdemokratischer Radfahrerbund verlustiert Dieser traktiert den Leuten em Gras Bier, kauft den Kindern Brot und läßt die Familie weiterziehen. Schlußfolgerung: „Also steht die selbstverständliche Hilfsbereitschaft des Klaffen bewuß.- ffeins turmhoch über der falten Moral der Mitmenschen 4m christlichen Staat." So in Nr 196 der sozialdemo- kramchen „Fränkischen Tagespost".
Das Beispiel ist typisch. ., .
So wird aus jedem, auch dem unscheinbarsten, «ot= kommnis des Levens in der sozialdemokratischen Küche ro.e Kraftbrühe gekocht. Tas Tun der Altenberger Genossen in Ehren — aber zu rühmen brauchen sie sich dc en doch wahrhaftig nicht, wenn sie nicht etwa der Wert verraten wollen, daß durch die sozialistische Verhetzung noch nicht jedes Geftihl für fremdes Leid in ihc.'n Herzen erstickr ist. Oder ist es etwa Heroismus, tr.'.i dem r.;an prahlen daff, wenn man einige Groschen für die Annen airsgewandt hat? Oder ist es bloß das Klassenöewußtsein, das diese selbstvefftändliche Hilfsbereitschaft zeitigt? Wir kennen katholische Priester, bie ihre Kleider vorn Leib für die Notleidenden dahin- gcgeben haben, die den reichen Luxus des Elternhauses mit der ärmlichen Stube des Waisenhauses vertauscht ihr.ven, katholische Arbeiter, die ihr letztes Stücklein .Brot mit den hungernden Brüdern geteilt haben — nicht aus Klassenbewußtsein, sondem aus /christlicher Nächstenliebe
Wir denken, daß der christliche Liebesgedanke und .die Erfüllung des Wortes Christi: „Was ihr dem ge- Iringften meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir (getan", doch noch ein klein wenig höher steht als das Klassenbewußtsein und auch noch zu höheren Opfern lä^g machen kann als dazu, atmen Heimatlosen ein
Deutscher Reich.
* Eine schauerliche Geschichte wird von der ,Neuen Bad. Landesztg/ an das Licht der Oeffent-1 lichkeit gezogen. Bekanntlich ist von national-1 liberaler Seite mehrfach behauptet worden, daß bei der letzten Stichwahl im Wahlkreis Neustadt-1 Landau katholische Geistliche direkt oder indirekt zur Wahl des Sozialdemokraten aufgefordert I hätten. Vor einigen Togen hat dies noch der Abg. Dr. Stresemann in einer Versammlung in Köln behauptet, allerdings ohne Beweise dafür zu erbringen. Die ,Neue Bad. Landesztg/ ist nun in der Lage zu verraten, wie diese pfarrherrliche Aufforderung vor sich gegangen sei. Sie erzählt: Der Pfarrer eines Dorfes in der Nähe Neustadts ließ am Tage vor der Stich- wähl die Mitglieder des katholischen Männervereins bezw.' des katholischen Gesellenvereins zu einer Versammlung einladen und sprach dort etwa folgendes:
„Meine Herren! Wie Sie wissen, hat die Zentrumspartei für die morgige Wahl Stimmenthaltung beschlossen. Sie wissen aber auch, meine Herren, daß das Wählen eine Pflicht ist, wer es also mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, zu Hause zu bleiben, der mag ruhig wählen. Und was den Kandidaten betrifft (bei diesen Worten griff der Herr Pfarrer in die Tasche und zog ein knallrotes Taschentuch hervor^, so mag jeder wählen, rote er will. Sie verstehen also, meine Herten (abermaliges verständnisvolles Schroencken des roten Schnupftuches, das der Pfarrer dann einsteckte), es stebt jedem frei, so zu wählen, rote er es für seine Pflicht hält."
Damit ein so schauerlicher und für die nationalliberal« Partei so folgenschwerer Vorfall in Zukunft sich nicht mehr ereignen könne, empfehlen wir der nationalliberalen Partei ein Gesetz zu beantragen, demzufolge der Gebrauch roter Taschentücher zy^. Wahlzeiten unter Strafe verboten ist.
Literarisches.
Zum Etttwuff einer Reichs-Versicherungsordnung. Bemerkungen zur Orientierung und Kritik von Direktor M e e s m a n n, Mainz. 8°. 31 S. 50 H Berlin 1909. Deutscher Verlag.
Es dürste sehr schwer sein für den Laien, sich in der Reichs-Veffichernngsordnung, d. h. in der Kodifikation der bestehenden Gesetze über Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts- und Hinterbliebenenverstcherung, zurecht zu finden, da sie den gewaltigen Umfang von 1793 Paragraphen hat. Und doch ist es gerade auch für den Laien wichtig, sich hierin auszukennen. Die vorliegende kleine Schrift versitcht es, in einfacher Sprache und klarer Einteilung einige wichtige Punkte hervorzuheben und dem Vefftändniffe des Volkes, nahe zu bringen; sehr interessant ist der 5. Abschnitt über bb Organisation der Versicherungen. - • ■ lt
Auf dem eucharistischen Kongresse wies man wiederholt auf den großen Nutzen der Sakramentsbruder schäften hin und stellte es als wünschenswert hin, daß sie bald in alle Pfarreien eingeführt würden. Um diese Bruderschaften möglichst nutzbringend zu gestalten, hat Pater Patricius Schlaget ein schönes Altarsakramentsbüchlein zusammengestellt, das in efftet Linie für die Mitglieder dieser Bruderschaften bestimmt, nlvi auch von allen anderen Gläubigen gebraucht ■ kann, und das recht geeignet erscheint, wahre :: • • • Andacht zu dem unter uns verborgenen Heilande zu wecken. Es kostet elegant gebunden in Kaliko 50 Pfg. Verlag der Alphonsus-Buchhandluno W in Münster in Bestfel--
Gegen Uns Altem
Dr. Bommel’s Haemafogen.
WARNUNG I Man verlange ausdrücklich den Namen Dr. HommeL
zu schaffen, deren kein anderes Land sich rühmen kann < Alle Not könnte zum Schwinden gebracht werden, und i die Beherrschung der Natur durch den Menschen die - »roße Quelle allen Fortschritts, könnte zu einer Vollkommenheit gebracht werden Wie nirgend sonst.
— Wie man einen Nagel ernschlagt. Viele gtau= , ben daß das Einschlagen eines Nagels äußerst leicht , ist, und doch gibt es Lehrlinge, die Wochen dazu brauchen, um diese einfache Handhabung»nach allen Regeln der Kunst zu erlernen. Ein Gelegenheitsarbeiter, der mit dem Nageln einiger Kisten beschäftigt war, war, wie ein Mitarbeiter des „Sclentific American erzählt, sehr erftaunt, als ihm ein anderer sagte daß seine Nägel viel besser halten würden, wenn er sie nicht nut so heftigen Schlägen, sondern mit einigen leichten Hieben eintreiben würde. „Warum?" fragte er.
Wenn Sie einen Nagel mit einem heftigen Schlag ein- treiben, dann Wringt er gewöhnlich nach jedem Hieb eine, wenn auch nur geringe Kleinigkeit zurück und lockert dadurch um sich das Gewebe des Holzes. Treiben Sie ihn dagegen ganz allmählich in das Holz, indem sie ihm besonders am Schluß einige leichte Schläge veffetzen, so können Sie sicher sein, daß er festhält" Es gibt Leute, die glauben, daß sie einen Nagel fest eingeschlagen haben, wenn sie von ihm nichts als den Kopf sehen. Dies ist ein großer Irrtum. Vor allem soll man nie einen Nagel senkrecht in fdne Unterlage Bineintreiben. Hat man irgend eine Orffnung mit einem Brett, Pappe oder Leinwand zu verschließen dann wird man den Nagel etwas gegen den auße- ten Rand der Ceffnung geneigt mischen, damit er, wenn er vollständig eingetrieben ist, die schließende Pappe oder Leinwand fest anspannt. Auch werden zwei auseinander genagelte Hölzer oder Bretter bedeutend fester mit einander bereinigt fein, wenn die Nagel unter verschiedenen Winkeln, nicht aber senkrecht eingetrieben sind. Hartholz zu nageln ist für viele mft großen Schwierigkeiten vecknupst, da den meisten ich b^ ; retts nach wenigen Schlägen der Nagel verbiegt. Auch । hier muß man nicht den Nagel mit Gewalt in d<S harte Holz treiben, sondem ihn durch wiederholte i leichte Hiebe einschlagen. Taucht man seine Spitze i außerdem noch in etwas Del ober Fett, so wird sein
‘bürfe, daß er
i „nur einen fremden Gedanken ausgenommen, gestaltet und durchzuführen gesucht habe".
, Das will sagen, daß am 13. Dezember 1906 geschah, was Wilhelm II. seit geraumer Zeit gewünscht Hatte, die Kriegserklärung an das Zentrum. Der Kaiser war mit Unwillen den früheren Verhandlungen des Reichstags über Kolonialfragen gefolgt:
„er hatte insbesondere an einer Rede des Zrntrums- führers Spahn gegen das selbständige Kolonialamt Mnstoß genommen, auch dem Grafen Posadorosky verdacht, daß er nicht scharf genug erwiderte als es galt, iHerrn Deimling herauszuhauen. Und bann mag dazu gekommen fein, daß der Kaiser die vielen Aufmerksamkeilen, die er Zentrumssührern, Bischöfen, Siebten gelegentlich erwiesen hatte, schlecht vergolten suhlte. Benug, psychologisch wäre es vollkommen zu verstehen, Wenn er verlangte, daß fein erster Ratgeber ihn von der Herrschaft des Zentrums befreie."
Es wird dann erinnert an bie Blockwahlen und in das Wort des Kaisers in der Wahlnacht, das dem Zentrum gegolten habe: „Die Kunst jetzt lernten wir,
♦♦ Hebet den österreichisch-ungarischen Militäretat
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SU’ »rg* auggeflaitet u.d im
Kaisers an das Staatsministerium, vom 4. Januar unganschen Kabinettskrise nach der erwaymen ^ 1R89 beifct es- Es ist mein Wille, daß sowohl in I ratung eingetreten ist. Zu dieser ^esffieuung oemerien Preußen wie in den gesetzgebenden Körpern des Reichs wir noch, daß bie Mehrforderungen im Ö^eäBubgrt sU>t9« R-». »..fön- »um w«« 8*^
liehen Leitung der Politik meiner Regierung kein durch Ausgaben verursacht find, weiche die Annexion Zweifel oelafsen 'werde" Das heißt die Politik des Bosniens und der Herzegowina mit sich buchte. E ne
Kanzler und Minister wechseln. Es ist eine neue dem Heeresvoranschlag erschien somit von vornyere.n Nummer, aber der alte Faden wirb Weiter gesponnen, ausgeschlossen ©ulturfarnnf Vor einiger
„Der Kurs bl-W bet alte." Das sollte man jetzt um * Vom so eher erwarten, je vollkommner bie Uebereinftimmung Zeit wurde
des Fürsten Bülow einerseits mit dem Kaiser, anderer-1 Zent Orne) von der Regierung aufgefordert tu SöÄ'itTÄ«? ta ÄÄ? «toortV mit ’eta« -ntW-d-n« daß 'Herr v. Bethmann-Hollweg als der Vertrauens- waltsam w^nehmen .ß. . ch ...
mann des Kaisers bie Pflicht habe, bie Blockpolitik'^-« «<™^rtretiin seines Vorgängers fortzusetzen. Dieses Verlangen ist bemerkenswert, ba es erkennen läßt, baß bie Freisinnigen gegen bie Neuetablierung des Blocks kein Bedenken tragen, vielmehr ihr heißester Wunsch bahin geht, recht bald wieder „auf dem Bock zu
taa ausge.öst würbe: bas Ergebnis dieses Doppel- walflkampscs wäre eine vollständige Umwälzung unseres Marteiwesens dergestalt, daß Krone und Regierung 'ebenso frei von der Zentrumsherrschaft wie von der Heydebrandschen Diktatur würden."
Aber damit nicht Herr v. Bethmann-Hollweg vielleicht die ablehnende Antwort geben könnte: das sei ija recht schön, aber er vermisse bie Garantie, daß der in Aussicht gestellte Effolg auch eintreten werbe, sintemalen ber so oft angefünbigte Siegeszug des liberalen Gedankens noch immer auf sich warten lasse, holt^die '^,Voss. Ztg." noch einen anderen Trumpf hervor. Sie führt aus, daß Fürst Bülow zwar als ber Vater ber Wlockpolikik gelte, daß man aber gleichwohl glauben
Q Der Wunsch nach einem liberalen Reichskanzler.
Die Liberalen, besonders die Linksliberalen, befinden sich in einem Zustande hochgra bi g e r N ei- vosität. Das ist nicht zu verwunbern, denn cmf so viele schöne Blütenträume ist em bosnReffigefallen. Wie schön war doch bie Zeit, da Fürst Bulow, der ohne bie Liberalen nicht regieren wollte, nut Erfolg bemüht war, liberale Forderungen Mr Verwirk- lichung zu bringen. Ganz natürlich ist ba bie Sorge, wie ber neue Reichskanzler es halten werde, ob auch er ber frühere Staatssekretär in ber Aera ber liberalen Macht, in seiner neuen Stellung ben liberalen Forderungen ein geneigtes Ohr und seine Unterstützung leihen werbe. Herr v. Bethmann-Hollweg hat bis setzt absichtlich vermieden, über bie von ihm beabpch- jtigte Politik sich zu äußern. Die Liberalen möchten aber wissen, wie es um ihre Sache steht, unb ungeduldig heischen sie immer wieder Antwort.
Den neuesten Vorstoß unternimmt bie „Voss. Ztg. '(Nr 458 vom 30. September). Sie wieberholt ben Appell an ben Reichskanzler, um das geschwundene Renommee der Negierung wieder herzustellen, „bie vorerst aufgegebene Position alsbald von Neuem zu besetzen", das heißt wiederum bie Erbanfallsteuer von bem Reichstage zu fordern. .
„Ein Wahlkampf um die von allen anderen Steuern losgelöste Erbanfallsteuer wäre des glänzendsten Ausganges für die Regierung und die Freunde dieser Eteiier unbedingt gewiß und müßte auch dem Zentrum einiaen Abbruch tun."
Sie verlangt weiter, daß der preußische Minister- jpräsibent bie versprochene gründliche Reform des preußischen Wahlrechts unverzüglich zur Durchführung ^Bringe, wenn nötig mit einem neuen Landtage. und verspricht ihm:
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Maer M Zeitung
Peraitta. Redakteur .
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