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Fulda, Dienstaq den 21. September 1909

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Zweites Wtcrtt

ausdrücklich anerkennt, berufen sich die Sczioldemokra-

vermischter

AusZand.

zogtum streiten sich die Leut herum wohl um den

verfechten kann. Dec Sekretär des Bischofs von Albi,

von 130 Mark gezwungen. Den Tätern ist man

auf der Spur.

len und aus der Welt zu schaffen.

* Eine Maffenvergiftunfl von ungewöhnlicher AuS-

schcs in Boesinghe in Belgien herbeigeführt. Etwa

große Kapitalien gespart haben. Der Kern des Do-

Männerwelt nach dem Muster des deutschen Volks-

Reklamen« und Anzeigenteil.

Aus dem Kachbargediele.

Kleines Feuilleton

mänengutes ist eben der alte dynastische Besitz. Hierzu kommen mannigfache Erwerbungen im Laufe der Jahre. Der Landesherr verfügte früher über die Ein­nahmen der Domänen nach freiem Ermessen, so daß hierdurch eine Scheidung von Staats- und Privatbe­sitz sehr erschwert worden ist. Unter dem Drucke des Revolutionsjahres 1848 mußte sich dec Herzog Bern­hard zu einer gesetzlichen Regelung der Domänenfrage verstehen, bei der das gesamte Domänenvermögen ein­schließlich aller Schatull- und Allodialgüter für

Gebäudesteuer, Uebernahme der Schullaften und Stca- ßenbaukosten auf den Staat, Aufhebung der unteren und Entlastung der mittleren Stufen der Gemeinde­steuer und Berücksichtigung aller Petitionen der Ge-

* Gießen. Diestädtischen Wiesen, welche 122 H. umfassen, haben in diesem Jahre infolge der guten Grummeternte rund 33 000 Mk. Pacht gebracht. Die vorzügliche Bewässerung der städtischen Wiesen er-

meisten geschmähte katholische Institution des unfehl­baren Lehramts von den Protestanten selbst, weil un­bedingt notwendig, nachgeahmt werde» soll!

sofort allerdings auch jährlich ungefähr 8000 Mk. Aus­gaben.

♦ Amöneburg bei Mainz, 20. Sept. 1909. Ein sehr flotter Geschäftsbetrieb herrscht zur-

** In den katholischen Kreisen Frankreichs wird die Frage lebhaft erörtert, ob «

läufige Auseinandersetzung des Domänenvermögens angetragen werden. Der Wert des Domänenvermögens ist im Laufe der Jahre fast um das Vierfache gestiegen. Die Ueberschüffe betragen heute rund 1 750 000 Mark. In die von den Sozialdemokraten angefttebie Aeude- rung des Doinänenabkommen werden die Mitglieder des herzoglichen Hauses und die Agnaten schwerlich willigen. Aus diesen Erwägungen heraus werden Vie bürgerlichen Parteien sich auf den Boden des Ge­setzes stellen. Das Eigentumsrecht des Fürsten muß respeftiert werden wie das jedes beliebigen Privat­mannes. Allerdings iverden auch in bürgerlichen Kreisen Wünsche und Hoffnungen gehegt, die durch ba3 ständige Wachsen der Domänenüberschüffe wach­gerufen sind. Man hätte jedenfalls nichts dagegen, daß ein erheblicher Teil der unerwartet hohen Üeber- schüfse vom Fürsten nach freier Entschließung zur För­derung gemeinnütziger Bestrebungen im Lande ver­wendet werde.

— Herbstanfang. Morgen, am 23. September, abends um 6 Uhr, tritt die Sonne aus dem Zeichen der Jungfrau in das der Wage ein: der Herbst 6 e 8 In n t Recht schnell nimmt jetzt die Tageslänge ab; immer früher senken sich die Schatten des Abends hernieder, während sich auch der Sonnenaufgang mehr und mehr verspätet. Der tiefere Sonnenstand und die lange Dauer dec Nacht machen sich auch in meteorolo­gischer Hinsicht schon recht bemerkbar, das Wetter der letzten Sommerwoche war allerdings nicht dazu ange­tan, den Abschied allzu schwer Serben zu lassen. Der beginnenbe Herbst wirb sich vor allem in den kalten Nachten und Frühstunden bemerkbar machen. Im all­gemeinen darf man im Frühherbft bei hohem Luftdruck heitere Tage erwarten.

Staatsgut erklärt wurden. Ausgenommen blie­ben die Schlöffer, ferner ein dem Herzog gehörender Domänenanteil bis zu 75 000 Gulden. Die Zivil­

liste des Herzogs wurde auf 186 000 Mark jährlich festgesetzt. " Auf dieses Gesetz, das das Eigen­tumsrecht des Herzogs auf einen Teil der Domänen

vc-eins und eine — Wahlreform, welche Wahlunge- lichtigkeit und Wahlmache verhindert.

vringerlohn und VesttllgrldmZnldaso- mie auswärts 1-50 OIL

perantw kedakteirn ran Schütte;

zum 90. Jahre langsam ein wenig wieder abzunehmen In diesem fast gleichmäßigen Verhalten des Körper

die anwesenden Dänen machte. Daß er sich uns gegen­über gleich von Anfang an der deutschen Sprache be­diente, sei noch hervorgehoben; die plastische Aus­drucksweise Tooks entspricht dem Wesen eines Mannes, der in den schwierigsten Lagen die Realität der Dinge nüchtern und scharf beurteilt und seine Maßnahmen darnach trifft; bet seinen Erzählungen brach oft ein kräftiger Humor durch, der im Gefühl des Erreichten den vielen überstandenen kritischen Situationen nur die heitere Seite abgewoiinen zu haben scheint. „Jetzt lachen toir", sagte er mehr als einmal, „aber zwei Jahre lang haben wir nie gelacht." Eooks Reise war so gefahrvoll, daß sie der Nansenschen mindestens an die Seite gestellt werden kann." — Im Gegensatz zu diesen Angaben behauptet die „Jewish World" (Jü­dische Welt), tote wir der „Franks. Ztg" entnehmen, daß Dr. Cook alias Koch aus einer bekannten Frank­furter jüdischen Familie stamme. Man braucht das auf das Zeugnis dieser Quellen hin nicht sofort zu glauben

— Die Bestimmung des Körpergewichts der Men­sche«. lieber das Körpergewicht der Menschen sind zahlreiche Tabellen aufgestellt worden. Es wechselt je nach dem Alter, Geschlecht, dem Ernährungszustand und der Größe des Menschen. Schon längst ist be­kannt, daß zwischen Körpergewicht und Körperlünge gewiße Beziehungen vorhanden sind, so daß man blos das eine Maß zu kennen braucht, um das andere be­rechnen zu können. Bis zum 25. Lebensjahr ist das Längenwachstum des Menschen einer fortwährenden Vergrößerung unterworfen. Mit dem 25. Lebensjahr gelangt es bei den Deutschen zum Abschluß. Das Körpergewicht verhält sich so, daß es ebenfalls bis zum 25. Lebensjahr allmählich zunimmt, dann vom 25. bis zum 60. Jahr ungefähr stehen bleibt, um bis

Es ist wirklich mehr als Ironie des Schicksals, Staatsgut. Wuv u« .vct^ug yicmu» uvjicyi, qi ■ .r, i ‘““ u v ‘1 1,1 u c 1 v'■> ,vu,-vt

daß gerade diese von den Protestanten unstreitig am Krondotation und geht auf Kosten des Landes. Dies: ™nj Schaden an Land gebracht

also im wesentlichen wiederholten, während eine regel­rechte Debatte den Wechsel von „Für" und Wider" beobachten müsse. Dr. Arendt stellt zunächst den Vor­schlag zur Erörterung, die Rednerzahl zu beschränken, etwa daß auf je 50 Abgeordnete ein Redner komme, ober daß für bestimmte Debatten, z. B. bei Inter­pellationen die Zahl der Redner auf vier beschränkt werde. Hierfür wäre also notwendig, daß die kleinen Fraktionen zu Gruppen sich zusammenschließen. Weiter gibt er eine Zeitbeschränkung für jede einzelne Rede zu erwägen. Auch das Justitut der General- rebner, die für ober gegen einen Beschluß sprechen, erscheint ihm erwägenswert.

Mit Recht betont Dr. Arendt, daß solche Fragen keine Parteifragen sind oder es wenigstens nicht sein sollten. Durch nichts werde das An­sehen und die Würde des Reichstags mehr beein­flußt, als durch das Sinken des Niveaus der Debatten. Je kürzer die Debatten, je lebendiger Rede und Gegenrede aufeinandersolgen, umso lebhafter die Anteilnahme des Volks. Das Ueberwuchern der Fraktionsintereflen, wie es sich auch in der jetzigen Ausgestaltung der Rednerliste zeige, sei durchaus nicht nach den Wünschen der öffentlichen Meinung. — Die Anregungen, der „Verödung der Reichstagsdebatten" entgegen« zuwirken, scheinen uns sehr beachtenswert, und wir würden es für einen großen Gewinn halten, wenn auf irgend eine Art die von Dr. Arendt mit Recht beklagten Mißstände behoben werden könnten.

) ( Die Bierbrauer suchen Schutz bei ber Regie­rung. Reichsschatzsekcetär Wermuth empfing eine Deputation des Bundes ber mittleren und kleinen Brauereien ber Norddeutschen Brausteuergemein schäft, Sitz Berlin, zur Entgegennahme von Wünschen, bie bas Braugewerbe hegt insbesondere in Bezug auf bie Schwierigkeiten, die ihm in ber Abwälzung bet Brau- fteuem auf ben Konsum erwachsen, ferner in bezug auf bie Verzollung auslänbischen Bieres unb auf bie Stunbung ber Steuern.

— Meiningen, 20. Sevt. 1909. In unferm Her-

Glschkint täglich mit Ausnahme der Zo.m- u,rdZelertagr.vlertel-

Sehnsucht, bas Reich ber Lüste durch Menschenkraft zu erobern. Schon die Sage berichtet uns, baß bie griechischen Frauen sich einen Apparat aus zwei rauch- gefüllten Säcken konstruierten ,unb- mit demselben von hohen Bergen hemnterglitten. Auch bie Priester bes Orakels von Hieropolis hoben ein Orakel empor unb ließen es frei in ber Luft schweben. Archytes, der Er­finder des Drachens, fertigte eine hölzerne Taube an, welche durch mechanische Hilfsmittel fliegen konnte; sie wurde nämlich durch ein Gleichgewicht emporge- hoben und durch einen in ihr eingeschloffenen verbor­genen Atem (aura spiritus) bewegt. Anfang des 16. Jahrhunderts konstruierte Lionards einen Fall- schirm mit mechanischen Fledermausschwingen, bie, hob man sie, bie Lust durchließen, beim Sinken aber ihre Oeffnungen schloffen. Ende des 16. Jahrhun- detts kam der Jesuitenpater Franzisko Sena auf den kühnen Gedanken, mittelst luftleerer Kugel bie Lüfte zu bewältigen. Alle diese Flugversuche regten kühne Forscher jener Zeit zu immer neuen Kombinationen an Vor nmb 200 Jahren, Ende August 1709 schwebte zum wirklich erstenmal ein Mensch hoch übet den Häuptern seiner Mitmenschen empor Es war allerdings nur ein primitiver Weidenkorb mit Papier versteht und über einem Herbe mit heißer Lust ge­füllt. Pater Battolomeö Laurenco de Gusmen war damals der Held des Tages, weil er bas „Wunder" vollbracht hatte, 200 Meter hoch in dec Luft zu schwe­ben. 7 Dezennien später entdeckte bet Englänber Ca- venbish ben Wasserstoff, dieses bedeutende Hauptmittel der mobemen Aviatik. 1783 kam aus ber französischen Hauptstabt bie Kunde von einem neuen „Wunderappa- rai", ben ein Franzose namens Moiitgolfiers kon- ftruiert hatte Es war ein 36 Meter großer Ballon aus Papier, mtt Leinewand gefüttert und mit Rauch, verbranntem feuchten Stroh unb Wolle gefüllt. Unter atemloser Spannung ber Bevölkerung stieg dieser Apparat m bie Lüfte, erreichte eine Höhe von 300 Meter unb sank bann zur Erbe.

— Spitz. Gattin: „Na, weißt du, Eduard, met» nein Hut sieht man es nicht an, daß du Vorsitzen­der vom Verschönerungsverein bift V

3 KSn Wochenbeilage: §0NlltagZMtUNg

Deutsches Reich.

Vorschläge znr Umgestaltung der Reichs- ragsdebatten macht der bekannte ReichstagSabg. Dr. Arendt im,Tagck:

Er geht von der oft gehörten und auch sicherlich nicht unberechtigten Klage ans, daß die Debatten im Reichstage immer mehr verflachen und an Interesse etnbüßen und findet den Grund dafür in der Unzweck­mäßigkeit der Rednerliste. Dreje werde durch die Be­rücksichtigung aller Fraktionen und Fraktiönchen allzu lang und die Reihenfolge der Fraktionen bringe es mtt sich, daß teils eine Reihe von „Freunden", teils eine Reihe von „Gegnern" nacheinander sprachen, sich

das Gewicht aber ein dem normalen Ernährungszu­stand entsprechendes ist. Der Franzose Broca brachte diese gesetzmäßige Beziehung in eine Formel zum Ausdruck, indem er konstatierte, daß das Körpergewicht in Kilogramm gleich ist der Körperlänge in Zentimeter, wenn man von letzterem Hundert abzieht. Einem Körpergewicht von 70 Kilogramm würde daher einer Körperlänge von 170 Zentimeter entsprechen. Dr. Debet in Niederlößnitz hat bie Formel nachgeprüft unb gefunben, daß bei 70 Prozent ber Männer bie Broca'sche Methode, die Berechnung bes Normalge­wichtes ganz zuvetläffige, unb bei 27 Prozent noch brauchbare Resultate ergiebt. -r.

— Eine spassige Jagdgeschichte, Die ben Vorzug hat, wahr zu sein, ereignete sich dieser Tage in Frank­reich Ein jeder Nimrod weiß, wie peinlich es ist, mit leerer Jagdtasche heimzukehren und zu dem beschämen­den Geständnis gezwungen zu sein, nur Löcher in die Lust geschossen zu haben. Auf welche Mittel solche vom Pech verfolgte Hubertusjünger verfallen, um sich mit Grazie aus der Affäre zu ziehen, davon liefert nachstehender Fall einen typischen Beweis. Ein gro­ßer Nimrod vor dem Herrn kehrte mit der Miene des Triumphators und geschwellter Jagdtasche ins Städt­chen zurück und erklärte auf die Frage des Ottroibe- omteti, ob er nichts zu versteuern habe, stolz: „Zwei Hasen!" Ein anderer, stets zu boshaften Streichen aufgelegter Waidmann, der die Erklärung seines Kol­legen mit vernommen hatte, flüsterte einen Augenblick später dem Steuermann ins Ohr: „Nein, drei Hasen hat er. Tun Sie Ihre Pflicht ober ich zeige Sie an!" Der Beamte rief ben Jäger zurück: „Bitte, wollen Sie Ihre Jagdtasche öffnen!" Der Jägersmann er­bleicht, öffnet und zum Vorschein kommen eine Anzahl zusammengeknüllter Zeitungsblätter, aber von einem Hasen keine Spur! „Ach, verzeihen Sie, wenn ich Sie nochmals beläfttgen mußte", erklärte ber Oktroi­beamte, ber sich das Lachen kaum verbeißen konnte. Dem wackeren Nimrod aber stieg das Blut bis in die Haarwurzeln und beschämt schlich er sich davon, «p-

— Die Vorläufer des „Zeppelin". So alt wie das Menschengeschlecht ist, so alt ist auch bie stille

Abbö Bizet, dec in diese. Debatte eingreift, lehnt eine

kathol. Partei ab. Sie wird in Frankreich allerdings * ^jer Bierflaschen behält, macht sich einer Unter- besondere Schwierigkeiten finden, zumal da früher toIagung schäbig. Das Lanbgericht in Ansbach Hal Katholizismus unb Wieberherstellung des Kaisertums, ' cine Frau, bie Bierflaschen nicht zurückgegeben unb sie also Bekämpfung ber republikanischen Staatsverfasiung 1 al8 Essigflaschen usw. im Haushalte gebraucht hatte, mit -lnander verquickt wurde Zahlreiche Politiker, wegen Unterschlagung zu 15 Mark Geldstrafe verur- halten iue Bildung einer katholischen Partei nicht für

t Der deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, über dessen 26. Jahresversammlung in Nürnberg wir wiederholt berichteten, blickt auf eine rege Tätigkeit und ein erfreuliches äußeres Wachs­tum zurück. Die Zahl der Bezirksvereine ist im letzten Jahre um 15 gestiegen und beträgt jetzt 198, die Gesamtmitgliederzahl etwa 34 000. Der Absatz der Verlagsschriften ist in ungeahnter Weise ge­stiegen (1908 : 30 020 Mk.). Allein an Belehrungs- karten, die zufolge behördlicher Empfehluung oder Anordnung im ganzen Reich zu den Impfterminen an die Mütter abgegeben werden, wurden im Früh­ling dieses Jahres 2 544 000 verbreitet. Man will jetzt an die Lehrerschaft sowohl der Volksschulen als ber höheren Schulen mit der Bitte herantreten, der alkoholfreien Jugenderziehung, in der schon überaus wertvolle Anfänge zu verzeichnen sind, immeL» höhere Beachtung zu schenken. Die Jahresversammlung 1910 soll inKiel bei Gelegen­heit des 25 jährigen Jubiläums des dortigen Be« zirksvereinsvoraussichttich in der Woche der olym­pischen 'SMie stattfinden.

• Ein weuijcher Flugtechniker, der Ingenieur Grave aus Magdeburg, hat mit seinem sinnreich keinen Erfolg erzielt.

X Eine Art unfehlbares Lehramt wollen sich jetzt auch bie Protestanten zulegen.

Der preußisch-evangelische Oberkirchenrat hat eine Vorlage über bie Entscheidungen in kirchlichen Lehr­angelegenheiten ausgearbeitet, bie ben außerordent­lichen Provinzialsynoben bes Rheinlandes unb West­falens zur Durchberatung überwiesen werben soll. Da­nach wirb für ein Spruchkollegium von 13 Mitglie- bem eingesetzt, bas in allen Lehrfragen enbgültig entscheidet.

Der liberale Pfarrer Traub aus Dortmunb, der schon zu verschiedenen Malen wegen Irrlehren mit Dem Oberkirchenrat zu tun hatte, unterzieht ben Ent­wurf in ber „Christlichen Freiheit" einer eingehenben Kritik.

Er macht gegen die Einrichtung eine Reihe ber schwersten Bedenken geltend. Grundsätzlich betont er, daß man im Protestantismus keine Irrlehren im kanonischen Sinne kennt. Darum könne es in der protestantischen Kirche auch kein Spruchkollegium geben, das ihre Lehre endgültig festzustellen imstande wäre, weil nach protestantischer Auffassung infolge des Rechtes ungehinderter theologischer Forschung in der Deutung, Vertiefung, Veränderung der Lehre kein Still­stand eintrete. Jede Annäherung an den Kreis, der mit unfehlbaren Lehrbestimmungen den Prolestantis- mus erschöpfen wolle, führe in die Nähe des unfehlbar bestimmenden Papsttums.

Vom Standvunkt ber logischen Konsequenz muß man bem Pfarrer von Dortmund zustiminen. Wenn der Protestantismus sein Fundamentalpcinzip aufrecht erhalten will, wenn er bie „freie Forschung" nicht Preisgeben will, bann muß er eben bie Folgen mit in ben Kauf nehmen. Die Reformatoren haben die Autorität ber Kirche unb bet UeberlL-ferung schon verworfen, ihre Nachfolger verwerfen bie Autorität ber Bibel. Jeder kann sich bie Offenbarung nach seiner persönlichen Auffassung zurecht legen, ohne durch irgend eine äußere Instanz beeinflußt zu werden. In Baden haben diesen Sommer bie Libe­ralen es auf der Generalsynode fertig gebracht, daß das apostolische Glaubensbekenntnis freigegeben wurde.

Den konservativen Kreisen flößt dieser grunbftür» Snbe Rabikalismus mit Recht ernste Bedenken ein. ber ob so eine Art unfehlbares Lehramt etwas hel­fen wirb, steht auf einem anbeten Blatte.

Die Katholiken erkennen in bet K i t ch e eine von Gott eingesetzte Lehrautorität an; bie Träger ober

zeit in ben hiesigen industriellen Unternehmungen. Na­mentlich bie Zementwerke sind berartig mit Aufträgen

__________z .... , ... „ bedacht, daß der Betrieb Tag und Nacht aufrecht ers­ten bei ihrem Wunsche nach einer Neuregelung des l halten werden muß.

herzoglichen Vermögens. Nun wurde aber mit Zu- \ * Nierstein. Wie ungünstig die wirtschaftli- ftimmung des Landtags das Revolutionsgefetz im chen Verhältnisse des Weinbaues zurzeit liegen, Jahre 1854 wieder aufgehoben und durch ein 1 geht daraus hervor, daß bei einer Zwangsversteigerung, Gesetz erseht, das ben Ursprung langjähriger erbittet-1 bie von Kauflustigen sehr gering besucht mar, für 6349 ter Rechtsstreitigkeiten zwischen Fürst und Volk gab. - Quadratmeter Weinberg mit Kreszenz nur 5000 Mk. Durch einen Vergleich wurde 1866 von beiden Teilen ■ erlöst wurden, ebenso erzielte ein Weinberg von 2206 anerkannt, daß das Don'änenvermögen dazu bestimmt j Quadratmeter im „Nackenheimer Loch" mit Kreszenz ist. den Aufwand für den herzoglichen Hof und bie , nur 780 Mk.

herzogliche Familie zu bestreiten Der Herzog be­zieht jährlich eine Rente von 230 000 Gulben. Außer­dem kann von beiden Seiten auf eine sofortige vor-

• ja cn/ j r - i vytuut uu» iviuyuwutß,

I«.. ult .««/> «... «.... . - r ■ ,,es nicht am Platze sei,! konstruiertenFlugapparateinen Erfolg erzielt.

Wett des Gelds — des Herzogs. Bei den Landtags-! sme k a t y o 1 r s ch e Partei zu gründen. Es sind , D;eT verschiedenen Schleifen überflog er eme Wahlkämpfen spielt das Vermögen des Herzogs eine' Bemühungen im Gange alle Poltti chen und sozialen Strecke von .2 Kilometern.

große Rolle. Die Sozialdemokraten, die im alten i Gegensätze unter ben Kaiholcken belseüezuschreben unb ; Ein Straßenraub wurde von brei Unbekannten Landtage sieben Mandate hatten, haben als Pro- i kompakte: ka hott,che Parte, zu schaffen d-e dw in Koblenz an einem Passanten verübt Er grammpunkte ausgestellt: Aufhebung der Grund- und koihott chen <,mte^ffen nachdruÄich mib erfolgreich ^urbe }Ur Herausgabe seiner Barschaft in Höhe

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Monatsbellage: „Wdaer Geschichtzblatter 8ernsprecher ur.y.

Inhaber dieser von Christus eingesetzten Lehrgewalt . .... ..

sind ber Papst unb die mit ihm Verbundenen B i - meinben um Staats;,,schösse. Die Kosten hierfür wol- schöfe. Die protestantische Lehrautorität, bie in bem | len sie aufgebracht wissen durch eine Verkürzung ber neu zu errichtenden Spruchkollegium verkörpert wer-; Einnahmen des Herzogs durch Abänderung des Do- den soll, ist und bleibt aber auch nach protestantischer mänenabkommens und Einführung einer Vermögens- wu

Auffassung ein m e n s ch l i ch e s Element, und darum steuer Das sogenannte Revolutionsgesetz vom Jahre i « £ 1 * «^ßen Preis von 25 000 Franks hat der

wird es niemals geeignet fein, „Irrlehren" festzustel- 1849, auf das sich die Sozialdemokraten stützen, erklärt i ^^-^affm w rbm Cme■ ^rt i 'n gfieger Paulhan in Ostende durch einen Flug von

“ ' allerdings bas gesamte Domänenvecmögen, als Sinne, oaß sie das ofienKche Leben ,n Frank- 47 Kilometem in 61 Minuten gewonnen. Paulhan

Was ber Herzog hieraus bezieht, ist reit^ l 9,eI^ tc™e , landete in ber See, würbe jedoch mit feinem

_ ' (L y < . y ’ J ttipn npnAlt»n hu II iff n tinpnrhnr (Vinp :srrrfpi nhor ' rw. . . > v .

— Hebet des Nordpolfahrers Dr. Cook Erschei- mnrg und Abstammung gibt ber Leiter ber beutschen Gronlanderpebrtton Stolberg be Quervain, reLk « i « 6oo,t ^sammel, an Borb des „Hans Egede in Kopenhagen eintraf, folgenbe Schilderung: „£er erste persönliche Eindmck, den wir von Cook patten, als wir ihn in Egedesminde trafen, war durch- ^Hr;^tDinn.enb- Soot' der 43 Jahre zählt, ist von kn ',6er mittelgroßer Figur. Auf brei-

sicktsinÄ?^^^ ,ein kluger Kopf, dessen frische Ge- die a e - m 'n n “W^°nbe Haare und blaue Augen, Tat stammen'ec ^Abkunft bekunden. In der Koch sein ®tern aus Deutschland: bet Arzt die sehr iuna nnL ^uS Hannover, feine Mutter, 8 ranksurt am kam, aus ber Gegenb von [tarf fübbeu F» stammt wohl bie

fließend Deutsch Vrirfu6 ön/^rnc^e ®oof8' ber gegenübertrat ün ? et un3 in Egedesminde 1 In diesem fast gleichmäßigen Verhalten des Kötper- unb Seebunb§,'tiefXmi •' grönländischen Bluse, gewichteS unb ber Körperlange trift eine Gesetzmäßig- Kopf und nn8 nüL. 'Deemannsmütze auf bem feit zu Tage, die es möglich macht, von bem einen machte er bereits hei i.^öe.'tere§. fteunblich begrüßte, auf das anbere zu schließen. Aus der Körperlänge len aetomm’nhon rex fte'? Ersten Begegnung densel- kann man daS Körpergewicht unb umgekehrt berechnen, 1 ^'"druck auf uns, ben er auch auf vorausgesetzt, daß diese Lange eine proportionierte,

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Summe belief sich 1907 auf rund iy4 Millionen Marks ^ch athol,kcn ihrc .tter.firn anvertraum konnen ; ^qieuoetgutung von ungeroogriiuyec -zxu»

somit kaum 4-5 Mark auf den Kops der Bevölkerung. , ‘'bn °.lnc ,n=fnpmfa i Mnung wurde durch ben Genuß öorborbenen Fiel-

Seiber hat die Rechnung ein Loch. Das gesamte Do-! £ m all ^ren (Sr{ Jetmmagfo men HAlle» wE,1 sch.- ... chch»!-.. ch..--

mänengnt ist nicht Staatsgut, da boch auch ber ge-1 a 3 1 100 Personen ftnb erkrankt, barunter zahlreiche schwer;

famte Fam i li e n b e s i tz des herzoglichen Hause? ein ^trt 'st bereits gestorben, währenb ein Sohn unb

in ben Domänen eni.halten ist Außer einigen Lust- n'uÄi ’ cin ®nfet yo:t in bcn letzten Zügen liegen. Das

schlöfsern besitzt ber töenoa nichts er müßte denn össngen to.rben kann, stnba^er zwei unbebingt Fjxfich stammte von verendeten Ziegen her. Die ganze