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Fulda, ^amstüsi den 21. August 1JO9
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Zweites Wtcrtt
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her immer noch nicht vermocht, einen entscheidenden Vorstoß gegen die Kabylen zu unternehmen. Diese haben sich in unzugänglichen Schlupfwinkeln verschanzt und ihre Starnmesgenossen mit Erfolg ausgefordert, am Kriege gegen die weißen Eindringlinge teilzunehmen.
stark zugenommen, sodaß Kaiser Franz Joseph auch diesmal seinen Geburtstag nicht mit ungeteilter Freude feiern kann.
AufdemFortvon Kanea ist am Dienstag die griech. Fahne heruntergeholt worden. Somit wäre also zu hoffen, daß die Kretafrage diesmal wieder gelöst worden ist Aber auf wie wie lange? Es gewinnt mehr und mehr den Anschein, daß die Flagge eigentlich nur der Vorwand der Türkei war, um die Griechen zu zerschmettern Das hat auch ein hervorragender Grieche' in London einem Berichterstatter des „Echo de Paris" erklärt. Er sagte: „Wenn sich die ganze Affäre nur um Kreta handelte, wäre es wirklich nicht der Mühe wett, so viel Tinte zu verschreiben. Die Türken haben die kretische Frage zum Vorwand genommen, um Gttechenland das Messer an den Hals zu setzen. Die Tüttei will und sucht den Krieg, sie will das griechische Volk zerschmettern." Wenn man die Dinge genauer besieht, muß man zugeben, daß der Mann so ziemlich Recht hat.
Der Generalausstand in Schweden zieht sich schleppend hin. Obschon besonders die organisierten Arbeiter von zäher Ausdauer sind, kann man doch nicht behaupten, daß sie in diesem großen wirtschaftlichen Ringen den Sieg davontragen werden. Erstens ist die Arbeiterbewegung in Schweden noch jung und verfügt demnach nicht über die nötigen Mittel, um siegesbewußt in die Zukunft zu blicken, dann ist nur ein Teil der Arbeiterschaft organisiert und drittens erfreut sich der Generalstreik nicht der Sympathie der Bevölkerung. Denn man kann es sicherlich nicht als Sympathie für die Ausständigen auffaffen, wenn Studenten und Professoren, deren Hände nur mit der Feder umzugehen wissen, sich zu landwittschaftlichen Arbeiten als Hilfskräfte anbieten Die konservativen Organe Deutschlands suchen den Generalausstand in Schweden zu benutzen, um in deutschen Arbeitgeberkreisen Stimmung gegen die Tarifverträge zu machen. Demgegenüber ist zu bemerken: Die Erfahrungen des schwedischen Generalausstandes ändern nichts an der Tatsache, daß die Tattfverträge sich wie in andern Ländern auch in Deutschland als überaus segensreich erwiesen haben. Sie sind ein untrüglicher Beweis für die zunehmende Neigung für eine friedliche Politik im wirtschaftlichen Leben.
In England scheint man wieder friedlichere Töne anschlagen zu wollen Die Opposition hat den Kampf etwas eingestellt, da ihren Forderungen betreffend die Reichsverteidigung von der liberalen Regierung sehr weit entgegengekommen wird, und die liberale Presse will den Kampf deswegen nicht abermals erneuern, um der Regierung ihre Stellung nicht zu erschweren. Diese hat jetzt sowieso schon genug zu tun, da die Kretafrage gerade England in Mitleidenschaft zieht.
Die sranzö sische Regierung braucht die Sommerstille dazu, um endlich Ordnung in den einzelnen Verwaltungsreffotts zu schaffen. Der neue Mattne- minister will das Marinebndget, das schon mal der Kammer vorgelegen hat, völlig umgeftalten, und zwar nach deutschem Muster. Millerand zeigt seine Arbei- terfreundlichkeit dadurch, daß er Mittel und Wege .rus- findig machen wird, um die wegen des Possstreiks entlassenen Beamten wieder einstellen zu können.
Spanien hat wenigstens nach außen hin die re= volutionären Aufstände unterdrückt; aber die Anarchisten wühlen noch weiter, sodaß das unglückliche Land auch fernerhin nicht zur Ruhe kommen wird. Daß das marokkanische Abenteuer dem Lande nicht nur viele Söhne, sondern auch viel Geld kosten wird, das zeigen die spärlichen Meldungen, die aus Marokko nach Europa gelangen. Die spanischen Truppen haben bis
* Auf uach Breslau!
Unsere Gegner belieben die großen, allgemeinen Katholikenversammlungen als „schwarze Parade" zu bezeichnen Und sie haben nicht so unrecht: eine große Heerschau sind die alljährlichen Katholikenversammlungen. Auf ihnen begegnen sich die deutschen Katholiken der verschiedensten Gaue und Stämme. Der Osten und der Westen, der Bayer und der Brandenburger, der Sachse und der Oesterreicher reichen sich im gemeinsamen katholischen Bewußtsein die Hand. Das allen gemeinsame Glaubensband fügt selbst die Vertreter der verschiedenen wittschaftlichen Interessen zu einem harmonischen Bunde. Die streitenden Gegensätze werden beruhigt und zusammenge- faßt in einer höheren Einheit. Dieses einheitliche Zu- fammentreten des gesamten katholischen Deutschlands zeigt jedem Gegner und jedem Freunde die ungebrochene Kraft der Kirche.
Diese Seite der Katholikenversammlungen wissen unsere Gegner zu würdigen: sie liegt ihnen ja auch am nächsten. Aber für uns Katholiken haben diese Versammlungen höhere Aufgaben, als diese äußere: vorzubereiien oder besser vorbereitet zu halten zun> Kampfe, nicht zu offensivem, wohl aber zu defensivem Kampfe gegen unsere Feinde. Unsere Katholikenversammlungen haben vor allem den Zweck innerer Weiterbildung und Stärkung des katholischen Glaubens Sie wollen sich mit den Dingen im eigenen Lager befassen, in ihnen sich zurecht finden, sie ordnen, bestimmen, wie wir Katholiken uns zu den wechselnden Zeitfragen stellen und zu ihrer Lösung beitragen sollen. Wenn wir nach innen gesund und stark sind, wenn wir auf allen Gebieten bet Kultur unsere Mitarbeit leisten aus der Tiefe unseres katholischen Bekenntnisses heraus, so kann kein äußerer Feind uns niederwerfen.
Katholikentage und katholisches Leben in Deutschland stehen also in so engen Beziehungen zu einander, ihre Wechselwirkungen sind berart, daß beide von einander nicht mehr getrennt werden können Vielleicht konnte man aber in früheren Jahren lediglich über die Notwendigkeit reden, durch die Katholikentage auf das katholische Leben in Deutschland ein zu wirken; heute darf man daneben die Katholikentage schon als Ausdruck des lebendigen katholischen Bewußtseins, des regen katholischen Lebens in Deutschlands betrachten.
Die Tagung steht auch heute wieder unter der ^evise: „In omnibus caritas!" Fürwahr, ein schöneres Losungswort kann gar nicht gewählt werden Im Geiste der Liebe, der Versöhnung, des Friedens der Eintracht werden auch die diesjährigen Verhandlungen geführt werden. Wie alle feine Vorgänger, wird auch der Breslauer Katholikentag eine R i'e s e n- demonstration für den Frieden fein, er tagt diesmal in der Diözese des Kardinals und Fürstbischofs Georg Ko p p, der während der langen Jahre feiner Wirksamkeit die Notwendigkeit des konfessionellen F r i e d en s stets betont hat Stark in der Vetteidigung ihrer eigenen Ansicht, milde gegen Andersgläubige war die Devise der Katholiken-Ber- sammlungen seit Anbeginn und wird es für alle Zukunft bleiben.
Wir werden auch aufs neue wieder bekunden, daß wir deutschen Katholiken unentwegt feststehen in Treue
wochen-Nmdichau.
[:] Fulda, 20. August 1909.
(Nachdruck verboten.)
Die Presse der Linken ist immer noch eifrig dabei, die Wirkung der neuen Steuern in den schwärzesten Farben auszumalen, um so gegen Zentrum und Konservative, die die Reichsst- nanzreform zu Wege brachten, zu agitieren. ®afj g<> robe die nationalliberale und freisinnige Parier es waren, die einen großen Teil der jetzt in Kraft getretenen Steuern mit in Vorschlag brachten und zwar in noch verschärsterer Form, geniert diese Herren wenig. Auch mit der Wahrheit nimmt man es nicht sehr genau, denn nicht selten lieft man in der liberalen ober freisinnigen Presse, daß die über die Steuer hinausgehenden von Produzenten und Fabrikanten vorgenommenen Erhöhungen einfach als die Wirkung der neuen Steuern bezeichnet werden. Dabei wissen diese Leute ganz genau, daß die von Fabrikanten und Produzenten vorgenommenen Erhöhungen mit der Steuer gar nichts zu tun haben. Ta die linksstehende Presse bet Wahrheit die Ehre nicht gibt, ist es Pflicht bet Zentrurnsprefle, ihre Wählerschaft batüber aufzuklären, wie hoch für bie einzelnen besteuerten Artikel der Steuersatz ist und was darüber hinaus von Fabrikanten und Produzenten auf die Steuer drauf geschlagen wurde, also nichts mit der Steuer zu tun hat.
Viel von sich reden macht in den letzten Tagen ter sogenannte Deutsche Verein, der angeblich in Notbschleswig Ruhe schaffen will. Nach den bis- hettgen Erfolgen kann man nicht behaupten, daß ihm dies bis jetzt gelungen ist. Wenn man sich fragt, woran bas liegt unb sich die letzten Jahre ber Tätigkeit bieses Vereins vergegenwärtigt, dann muß man sich sagen, daß die Mittel, die der Verein anwendet, um die dänisch-sprechende Bevölkerung Nardschleswigs für das Deutschtum zu gewinnen, untauglich sind. Sonderbar mutet es an, wenn dieser Verein nun behauptet, bie Maßnahmen der Regierung zur Germa- tifierung Nordschleswigs seien nicht ausreichend. In diesem Satze allein liegt schon die Begründung bafür, daß der Deutsche Verein zu schroff vorgeht, beim man kann ber Regierung sicherlich nicht nachsagen, baß sie sich t*r Entwickelung der Dinge in Nordschleswig gegenüber etwa schlapp benommen hätte. Wir sind der Ansicht, baß die Germanisierung Nordschleswigs heute einen bedeutenden Schritt weiter wäre, wenn der Deutsche Verein seine Tätigkeit dott nicht entfaltet hätte Die Germanisierung jenes Landstttches voll- ziiht sich ganz von selbst und jedwede Agitation, be- scaders wenn sie so betrieben wird, wie dies vom T rutschen Verein geschehen ist, kann bet Sache des Deutschtums nur zum Schaden gereichen.
Oesterreich-Ungarn konnte am Mittwoch den Geburtstag seines greifen Kaisers mit größerem Jubel feiern, als wie es im vergangenen Jahre der Fall war. Damals stand die Donaumonarchie wegen der Balkanwitcen auf dem Kriegsfüße, und nur dem versöhnlichen Sinne des Kaisers Franz Joseph hatte das österreichische Volk es zu verdanken, daß der Krieg doch noch vermieden wurde. Die. Kriegsgefahr auf betn Balkan ist zwar noch keineswegs gänzlich geschwunden, aber Oesterreich-Ungarn dürste, wenn es hoch noch zu einem blutigen Konflikte kommt, nicht Vicht in erster Linie daran beteiligt fein. Leider ha- hendie Nationalitätenkämpfe in letzter Zeit wieder
Markfystem übertragen ließen, wie unsere Taler- und Groschenrechnung. Wir fanden unsere altgewohnten Groschen und halbe Groschen wieder; die Süddeutschen aber kamen auf ungrade Pfennige, wenn sie ihre früheren Werte umrechneten. Einet meiner Freunde, der viel Sympathie für Malz und Hopsen hat, behauptet, das Bier habe entscheidend mitge- wirkt bei der Aufrechterhaltung der Pfennigrechnung in Süddentschland; in einem Lande, wo ein Pfennig Bieraufschlag revolutionäre Zuckungen auslösen könne, fei man zur Abrundung nach oben überhaupt noch nicht reif. Ich möchte dagegen alles Ernstes zur Er- j Wägung stellen, ob nicht der Hauptgrund darin liegt, daß die Süddeutschen viel weniger Neigung zum Protzen haben, als wir Norddeutsche Im Wirtshaus z. B. sucht und findet der Bayer sein Behagen einzig in der Güte und der Masse des tttnkbaren Stoffes; der Norddeutsche aber verlangt ein feines Lokal, eine geschniegelte Bedienung und eine Umgebung, ber er durch fein flottes Auftreten imponieren kann. Wer imponieren will, zahlt mit herablassender GleichgA- ■ I tigfeit die abgerundeten Preise und die Nickel- ober
Silbertrinkgelder; nur keine Pfennigfuchserei.
Ein Berliner Blatt sagt sehr richtig: das Verschwinden des Pfennigs aus dem Verkehr hat ganz wesentlich mit dazu beigetragen, bie ohnehin hohe Vorstellung, welche die auf eine bescheidene Lebenshaltung angewiesenen Volksschichten, vielfach von sich hoben, noch weiter zu heben." Ich möchte dazu noch ergänzend bemerken, daß nicht blos den sogen, kleinen Leuten, fonbem auch die meisten Mitglieder ber sog. höheren Kreise allen Anlaß haben, ihre Lebenshaltung bescheiden zu halten. Die Zahl bet wirklich Reichen, die nach Herzenslust mit dem Gelbe Herumwerfen können, ist sehr gering, unb gerade unter diesen findet man oft Leute, die sich von protzigen Geldausgaben fern halten.
„Zurück zur Einfachheit, zurück zum Pfennig I" Eine schöne Parole, — wenn sie nur befolgt würde! Ein erzieherischer Versuch auf diesem Gebiet ist schon von den Warenhäusern auSgegangen. Während andere Geschäftsleute ihren Votteil in ber Abrundung nach oben suchen, haben manche Waren- hausbesitzer die subtile Pfennigrechnung, bie den Eindruck der größtmöglichen Billigkeit macht, als Anlockungsmittel benutzt; die Masse soll es bringen! Dadurch ist in bet Tat das Kupfergeld wieder in manche Hände gekommen, die sich davon entwöhnt hatten. Aber eine nachhaltige Wirkung habe ich auch be
nigfuchfers! Die Welt wurde so nobel, daß schließlich ein Kellner in Norddeutschland nicht einmal ein g e- schenktes Kupsersttick entgegennahm.
Diese Entwickelung wurde noch gefördert durch den unglücklichen Einfall, zwischen unser Silber- und Kupfergeld noch die Nickelmünze einzuschieben. Bes- fer wäre es gewesen, wenn wir die alten Silbergro- >chen (als 10-Pfennig-Stück; behalten und daran gleich Kupferstücke von 5, 2 und 1 Pfg. angeschloffen hatten. Ein halber Groschen (5 Pfg.) wäre doch für die übergroße Mehrheit des Volkes immer noch unent- geblieben; der halbe Groschen in Kupfer hatte dafür gesorgt, daß überall Kupfer im Geldben. tel geblieben wäre. ’S
Dn Staat und das Reich haben auch noch in anderer Weise zur Verdrängung des Knpfcrgeldes mitgewirkt Gerade in dem gefährlichen Abrunden nach oben haben bw Behörden den Ton angegeben Wenn eine Zisenb-chmahrkarte nach der Kilometerreck- nung auf 12 Pfg kommen sollte, so nahm die Verwal- u“9 1.5 Pfg. Als man in Berlin den Stadtbahn- tarif emfuhtte, wurde sogar dem halben Groschen möglichst ausgewichen; man setzte für bie maßgebende dritte Wagenklaffe zwei Preist fest: 10 Pfg für eine Strecke von 5 Stationen, 20 Pfg. für alle weite en Strecken. Das Mittelglied von 15 Pfg. ließ mander Einfachheit halber verschwinden. Die Poftoerwal- tung verfügte: Wenn eine Sendung ungeniig-nd frankiert ist, wird das Doppelte des Fehlbetraaes abgerundet auf 5 Pfg, oder Vielfaches davon ' als Strafe erhoben. Ich habe als Vorortbewohner ost eine Stadtpostkatte mit 2-Pfg.-Marke erhalten unb mußte bafür 10 Pfg. Strafporto nachzahlen, weil nach der Postrechnung 2X 3 = 10 ist. Es ist ja begriff tid), wenn die Eisenbahn-, Post-, Steuerbeamten rc sich ihre Rechnungs- unb Kasstnführnng dadurch zu erleichtern suchen, daß sie nur in Summen rechnen die ohne Kupfer beglichen werden können. Aber diele Vereinfachung des Dienstes auf Kosten des Publikums hat die Nebenwirkung gehabt, daß die Abneigung gegen Kupfergeld sich in das Publikum stlbst verbreitet hat.
Das süddeuffche Publikum hat sich widerstandsfähiger erwiesen. Es wäre interessant, einmal genauer zu untersuchen, warum bie Süddeutschen durchweg an der Pfennigrechnung fest gehalten haben Vielleicht spielte da schon der Umstand mit, daß die Süddeutschen vor. ber Währungsreform nach Kreuzer unb Gulden rechneten, bie sich nicht so einfach in das
Unpolitische Seitlänse.
(N.) Berlin, 19. August 1909.
, ,s." pserist ein schönes Metall und hat viel Aehn- *ichrett nüt dem Gold — solange sich kein Grünspan gebildet hat. Das Nickel hat etwas gleißnerisches falsches an sich, während das Kupfer den Eindruck der terben Ehrlichkeit macht. Aber es gibt zahlreiche Leute, namentlich in Norddeutschland, die einen wahren Widerwillen gegen bas Kupfer haben, wenigstens gegen das gemünzte, und kein kleineres Geldstück kennen wollen, als den Nickel-Fünfer, den die Berliner Sechser nennen.
Für bas mißachtete Kupfergeld sind neuerdings viele Lanzen eingelegt worden, nämlich aus Anlaß der Preiserhöhungen in den neu besteuerten Artikeln. Die Abneigung gegen Kupfergelb und Pfennigrechnung veranlaßt die Äettäufer zur Abrundung, d. h. zur Ab-
knin "den. Bei manchen Artikeln wird so Irundlich obgerunbet, daß eine Null ans Ende kommt
“l'° der Käufer ober Gast mit ganzen „Groschen" AEen kann. Steigt ein Artikel aus irgenb einem SerbbeUnm« °»eC 2^ 'm Preise, so erhöht ber Ver- tjfennia'i r$lCl8 u? 5 (gelegentlich auch um 10 -weite Ab- der früheren Abmnbung noch eine fiuüferfeinbiApf/h CUnblin8 dinzukommt So Hilst die 6räSXaSnm3U E-daß wir noch höhere Ver- (uferleat bat ei"' wie das Reich uns
eignet zu Set™rfih/ derjetzige Augenblick ganz ge- Nickelaeld uÄ ”6er bie Verschwendung in die Pfennigprediat in Kupfergeld. Ob
•ungelogen"*Taffem ^ 9 mu6 freilich
Znott^ist des Tn/I'a9 ehtt, sagt ein altes Sprich- toitbütgen/maAt’s-®ci JicIetI modernen 'nen GinbmcÄ?^6 ""väterliche Weißheit gar kei- nicht, und der ^nnig kennen sie überhaupt eine'Munze ihre L'^^rt ihn-n nicht. Wenn schon von Gold sew erringen soll, muß sie die Goldwährung ^ cinem Menschenalter
fühle unb Gebi-^i Angeführt wurde, erlitten die Ge- Verfchiebung ®eIb^e« eine bedeutende
wir jetzt Bfeto ln3s6e^Un3 bem hin, daß wenigstens anstanbsbrn^ geworden seien oder doch wüßten. »ns wohlhabend stellen
Stierte, tam in den cE9^"'- 88er ,nit Kupfergeld
' m dm Geruch eines armseligen Pfen-
36. ^ahrgailZ.
zu Kaiser und Reich. Nächst dem Wohl der Kirche werden wiederum Mittel und Wege beraten werden, wie jeder einzelne oder in Verbindung mit anderen zum Nutzen des Vaterlandes arbeiten kann. Wenn man die Geschichte der Katholikentage an sich vorbeiziehen läßt, wenn man all die Anregungen verfolgt, den gefaßten Beschlüssen nachgeht, so wird einem erst recht klar, welche hervorragende Arbeit im Interesse des Vaterlandes die Katholikentage geleistet haben. Man beachte nur einmal bie Beschlüsse auf dem Gebiete der Tharitas; da findet man Fürsorge für Arme und Krüppel aller Art, für Dienstboten und Arbeiterinnen, für Auswanderer und fremde Arbeiter bei uns, für verwahrloste- Kinder unb entlassene Sträflinge. Aber nicht nur Resolutionen sind es geblieben, es sind auch Taten geworden. Oder gehen wir zu der sozialen Sektion. Alle Berufsstände sind hier vertreten; die Wünsche von allen treten hier hervor unb werden eingehend beraten. Selbsthilfe und Staatshilfe sind dann die Wege, die zur Lindenrng sozialer Not genannt werden.
Wir sind gewiß, daß der Breslauer Katholikentag, wie die bereits vorliegenden Zahlen Oermuten lassen, inbezug auf die Veteiligungszifser sich von den früheren Tagungen in nichts wird übertreffen lassen. Er soll und muß ein bleibender Merkstein für die Geschichte des katholischen Ostens werden, und darum rufen wir nochmals unseren katholischen Glaubens- brübem aus Ost und West, aus Nord und Süd zu: Kommt, kommt so zahlreich wie möglich nach Breslau; helft uns zum Gelingen des großen Tages! Besonders geht unser Appell in letzter Stunde an die Zagenden und Säumenden: Laßt Euch die Reise unb die Mühen nicht verdrießen, Ihr werdet dafür reichlich belohnt werden. Auch an die Glaubensbrüder an Orten, wo bereits früher Katholikenvetsamm- lungen ftattgefunben haben, fei die herzliche Bitte gerichtet, unsere Versammlung mit ihrem Besuch zu beehren und uns endlich die hochherzige Gaftfreund- lchast vergelten zu lassen Das schöne Land Schlesien und feine alte Hauptstadt Breslau halten die Tore offen, dos biedere schlesische Volk ist zum Empfange bereit, darum nochmals:
Auf nach Breslau zum Katholikentage!
Deutscher Reich.
[1 Die Affäre Zorn v. Bulach. In der Donnerstagsverhandlung der Preßprozesse des Studenten Zorn v. Bulach und des Staats- sekretärs Zorn v. Bulach wurde die Erklärung abgegeben, daß die Klage gegen das .Berliner Tageblatt' durch einen Vergleich erledigt sei. Dann wurde in die Verhandlung der Klage gegen die »Rheinisch-Westfälische Zeitung' und die .Straßburger Rundschau' eingetreten, indem die Klage des Staatssekretärs davon getrennt wurde. Die .Rheinisch-Westfälische Zeitung' verpflichtete sich in einem Vergleich zur Tragung der Kosten. Dw .Straßburger Rundschau' wurde zu 200 uliart Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt. Eine Verhandlung gegen den ,Lokal- anzeiger' wurde durch einen Vergleich beendet.
* Warum die Sozialdemokraten für die Erbschaftssteuer stimmten? Das Falschspiel, das die Sozialdemokratie mit ihrer Abstimmung für die Erbanfallsteuer in zweiter Lesung getrieben, wird nun allerseits zugegeben. Auch der Abg. „Genosse" Stadthagen gestand in einer letzthin stattgehabten Berliner Parteioersammlung den
merkt; wenigstens beim männlichen Geschlecht 'Hier zu Land glaubt jeder selbstbewußte Mann bas Kupfer so schnell als möglich wieder abstoßen zu müssen; wenn es sonst nicht geht, schenft er es seiner Fcau ober feinen Kindern.
Viel mehr würde zur Salonfähigkeit des Kupfer? die Festsetzung des B i e r p r e i s e s auf 12 ober 13 Vfü- Hür ein kleines Glas beitragen. Man weiß Ja noch nicht, was sich aus dem Kampfe um ben Bier- Reis entwickeln kann Aber eher, als ich sehe, glaube ich an die Beseitigung der eingewurzelten Abmnbung noch nicht.
Was sollen du und ich bafiei tun? Wir werden unsere Mitmenschen wohl von ihrer Großspurigkeit in Geldsachen nicht kurieren können; aber in unserer eigenen Wirtschaft können wir doch den Pfennig zu Ehren bringen. Nicht in ber Weise, baß wir aus Knickerigkeit wegen jedes Pfennigs Streit anfangen ober in falscher Sparsamkeit schlechte Sachen kaufen, bie verlockend billig angeboten werben. Die Hauptsache ist die Vermeidung aller überflüssigen, zwecklosen Ausgabe. Dazu gehören auch bie Aufwenbungen, die nur des Prunkens unb Protzens wegen gemacht werden. Wer sich von dieser Sucht zu imponieren frei macht, ber wirb auch ben Gebrauch des Kupfergeldes nicht scheuen, und wenn er eine Weile mit Pfennigen hantiert hat, wird er bald merken, daß die erföarten Pfennige sich in Groschen und Markstücke unb Golbstücke verwandeln können.
Ein besonderes Kapitel bildet bie Frage bet Trinkgelder. Soll man sich durch Entziehung bet Trinkgelder schadlos halten? Das könnte' doch zu ungerechten Schädigungen und sozialen Störungen führen. Soweit die Trinkgelder sich in »ernün f- tigen Grenzen halten ugb landesüblich find, soll man sich nicht vom allgemeinen Brauch ausschließen. Leben und leben lassen; aber freilich nicht verschwenden und Verschwender erziehen.
Den Pfennig zu ehren, auch im Kleinen zu sparen, das ist die Moral von der Geschichte. Wohlge- merft — auch im Kleinen Das Sparen im Großen soll keineswegs ausgeschlossen sein. Man muß bas besonders heworheben, weil es wirklich Leute gibt, bie ba glauben, sie könnten „zur Belohnung" am Sonntag einen Taler springen lassen, wenn sie an ben Wochentagen einige Dutzenb Pfennige gespart haben. Die werden aus ber „Finanznot" nie herauskommen.