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z/varzeSer in Fulda wochenbellage: Illustrierte Sonntagszeitung"
36. v
einem recht umfang- werden, es ist die Sie war schon im
wird der Bundesrat mit reichen Entwürfe fertig Strafprozeßnovelle.
-f- Neber die Arbeiten des Bundesrats teilt die ,Post' mit: Die verschiedensten Bundes- ratsausschüffe, namentlich die für Zoll- und Steuerwesen, Justizwesen ufw. haben zwar noch gegen Ende des vorigen Monats Sitzungen ab« gehalten, um die einzelnen AusführungSan- wersungen für die neuen Steuern auszuarbeiten und festzustellen, der Bundesrat selbst hat schon länger als einen Monat hindurch Plenarberatungen nicht abgehallen. Er hat, wie in dieser Zeit gewöhnlich, seine Arbeiten im Plenum vertagt und wird mit ihrer Wiederaufnahme auch noch etwa sechs Wochen warten. Ende September oder Anfang Oktober werden seine Mitglieder wieder in Berlin versammelt fein, um von neuem die notwendigen gesetzlichen und administrativen Aufgaben zu erfüllen. Zu den letztern werden in erster Zeit auch noch die ausstehenden Arbeiten zur weiteren Durchführung der neuen Steuergesetze gehören. Was auf dem Gesetz- gebungsgediete vorgelegt werden wird, wird abzuwarten fein. Ein recht umfangreicher Gesetz- entwurf,die Reichsversicherungsordnung, liegt dem Bundesrat schon längere Zeit vor. Die Aenderungen, die daran auf Grund der inzwischen von den verschiedensten Seiten abgegebenen Gutachten vorgenvmmen werden sollen, dürsten aber recht zahlreich fein, so daß immer noch eine längere Zeit an der Fertigstellung des Entwurfs für den Reichstag wird gearbeitet werden müssen. Der Reichshaushaltsetat für 1910 wird dem BundeSrate, wie gewöhnlich, Ende Oktober und Anfang November in seinen einzelnen Teilen unterbreitet werden. Da es in ihm keine Ueberraschungen geben wird, wird er sich wohl in einigen Wochen erledigen lasten, so daß der Reichstag nach der Eröffnung seiner neuen Tagung sich sofort an die Etatsarbeit dürste machen lönnen. Recht schnell dagegen
vorigen Tagungsabschnitte dem Reich-tage vorgelegt worden, von diesem aber nicht in Behandlung genommen. Arbeit wird der Bundesrat nach der Wiederaufnahme seiner Sitzungen zu Anfang des diesjährigen Herbstes in Hülle und Fülle vorfinden, und zwar umsomehr, als verschiedene der vom Reichstage nicht erledigten Ent- würfe ihm sicher wieder werden vorgelegt werden.
4~ Reichskanzler und Nordrnrrrk - Politik. Wie das offiziöse Kop.nhagener Blatt,Beriingske Tibenbe' aus Berlin erfahren haben will, würde der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg demnächst in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident eine wichtige Kundgebung über Preußens Politik in Rordfchleswig ertasten.
-*• Keine neue» Flottenforderungen? Der .Tag' schreibt:
„Von Zeit zu Zeit tauchen immer wieder Gerüchte auf, wonach unsere Marineverwnltnvg entschlossen sei, mit weiteren Forderungen für die Flotte an den Reichstag heranzutreten. So behaupten jetzt die ,Kieler Reuest. Nachr.', daß man sich insbesondere aus eine Vermehrung der Panzerkreuzer und Bildung von Reservesormalionen gefaßt machen müsse. Wir find demgegenüber in dcr Lage, seftzuftellen, daß diese Gerüchte völlig aus der Lust gegriffen sind."
Es ward uns recht freuen, wenn im Herbste wirklich keine neuen Flotlenforderungen gestellt werden. Da wir aber bereits mehrfach die Erfahrung gemacht haben, daß trotz aller Ableugnungen bis zum letzten Tage solche Forderungen
neuen Steuern und trotz der nationalliberaleu Verärgerung kaum Lebensgeflalt erhalten.
* Die bevorstehenden Neuwahlen zum Reichstag und Landtag im Wahlkreis Koblenz-St. Goar aus Anlaß der Beförderung des seitherigen Mandatsinhabers, des Oberlandesgerichtsrats Wellstein zum Senatspräsidenten in Hamm sind deswegen von besonderer Bedeutung, weil es die ersten Wahlen find, vor die ein Stammsitz des Zentrums unter der neuen politischen Konstellation und dem Einstuß der Steuergesetze gestellt ist. In der am Montag stattgehabten Vertrauensmänner Versammlung der Zentrumspartei wurde der seitherige Inhaber beider Mandate, Herr Senatspräfident Wellsteiu unter allgemeinem Beifall einstimmig wieder als Kandidat aufgestellr.
4- Aberkennung von Orden und Ehren- zeicksen. Eine vor kurzem ergangene Entscheidung des Kammergerichts gibt, wie die ,Nationalztg/ mitteilt, wichtige Hinweise, die sich auf das ehrengerichtliche Verfahren und auf die Orden und Ehrenzeichen beziehen. In dem Urteil wird deutlich bekundet, daß Orden und Ehrenzeichen durch ehrengerichtliches Verfahren nicht aberkennbar sind. Obwohl dies schon eigentlich aus den ehrengerichtlichen Bestimmungen zu entnehmen ist, da diese über solche Aberkennungen nichts enthalten, haben trotzdem öfter Aberkennungen von Orden und Ehrenzeichen stattgefunden. Der Unsicherheit auf diesem Gebiete wird jedenfalls durch die Entscheidung des Kammer- qerichts ein Ende gemacht. Es steht nunmehr fest, daß alle Ordensaberkennungen, die bisher auf ehrengerichtlichem Wege erfolgten, als unwirksam zu betrachten find.
)' Der Bericht des sozialdemokratischen Parteivorstandes an den diesjährigen Parteitag zu Leipzig wird nunmehr veröffentlicht. Interessant ist der Rückblick über das vergangene Jahr, wobei vor allem dem Fürsten Bülo» und seinem Block eine ziemlich große Besprechung gewidmet wird. Der Bericht dürste auch mit der Bemerkung Recht haben, wonach das Wirken des ExkanzlerS genügend Stoff fite die sozialdemokratische Agitation geliefert habe. Daß die wirtschaftliche Krise auch von großem Einfluß auf die Entwickelung der Sozialdemokratie im vergangenen Jahre gewesen ist, ist erklärlich. Nach dem Bericht drückt die Arbeitslosigkeit nicht nur insofern auf das Einkommen der Arbeiter, als anstelle von Ueberstundenverdienst Perioden der Arbeitslosigkeit treten, sondern auch für den vollbeschäftigten Arbeiter das Einkommen finkt. Allenthalben wurde dem Parteivorstand gesagt, daß die Arbeitslosigkeit die Organisation und den Abonnentenstand der Parteipreffe schwäche.
X Unzählige Arbeitergroschen wandern gegenwärtig ins Ausland, nämlich zur Unter- stützung des schwedischen Generalstreiks. Der Partei - Vorstand der deutschen Sozialdemokratie hat aus den Mitteln der Zentralkaffe 20,000 Mk. bewilligt. Die Sammlungen der deutschen Arbeiter haben 100,000 Mark ergeben, die von den deutschen Eisen- und Metallcabeiter - Verbände» vereinnahmten Sammlungen ergaben 150,000 Mk. Durch die Berliner Gewerkschaft- - Kommission ind dem .Vorwärts' zufolge vom 17. August 1009 bereits 17,861 Mark 18 Pfg. abgefanbt worden. In der gleichen Nummer meldet der .Vorwärts', daß die sozialdemokratische Partei- Organisation in Dresden 2000 Mark für die
Erwartungsvoll blicken Beppos schlaue, etwa» schielende Augen den „Grafen" an.
Dieser hat feinen Dolman abgelegt und den schäbigen Hut auf den Tisch geworfen. Näher rückt et an Beppo heran
„Hab' eine neue Arbeit für Dich!" raunt er ihm ins Ohr.
Der Bursche grinst.
„Freut mich, Herr Gras. Hoffentlich ist sie nicht so gefährlich, wie die damals — in der Billa Fortuna —"
„Pst —" macht der „Graf", den Finger an den Mund legend. „Auch die Kellerwände haben Ohreul"
Kurzes Schweigen. Beide trinken.
Dann flüstert Beppo leise:
„Wundert mich nach immer, daß fie uns damals nicht erwischt haben."
„Weil wir das Brillanthalsband nicht verkauften — das einzige „Corpus delicti"."
Beppo kratzt sich am Kopf.
„Schade. Das DingS liegt nun Bei Ihnen im Strohsack — für ritscht? Und ich könnt' Geld fo gut gebrauchen."
Jovial klopft der „Gras' den Kuschen auf He Schulter.
--Da hast Du zwanzig Lire, Beppo!"
Die Augen des Burschen sunkeln.
„Woher?"
„Aus einem seinen Hause. Rame ist gleichgültig."
„Eingebrochen?"
„Nee War als Gast dort Hochgeehrt."
„Verflixt!" .. . Sie find ein Genie, Herr Gras!"
Der „Graf" lacht
„Na — prost, Beppo!"
„Prost, Herr Gras!"
Wieder tun beide einen tiefen Zug. Dann fegt der „Gras" gedämpft:
„Uebrigens — das Brillanthalsband könne« wir jetzt bald losschlagen. Keine Gefahr mehr. Die Sache ist beinahe vergeffen. Hab' fchon mit dem alten Simoni gesprochen. Der macht jo was!"
„Wirklich? Heißahopsaffa!" Und Bebvo riskiert einen Lustsprung.
* Der Wechselftempel
MS letzte der Befitzsteuern (vergl. die Artikel in Br. 183, 2. Bl., Nr. 185, 2. Bl. und Nr. 187, 2. Bl.) wollen wir den Wechselstempel näher ins Auge fassen.
Eine Besteuerung des Wechsels besteht tm Deutschen Reich schon seit dessen Gründung. Gegenwärtig
tigern „Vermut di Torino" — in dem kleinen roten Ecksalon, Terefitas Lieblingsraum, Platz genommen haben. Nur, als Orlando ganz zufällig einmal Tere- sitas verstorbenen Mann erwähnt — da ist ihm, als schauere die schöne Frau zusammen.
Dies würde Orlando nur natürlich erscheinen, tcenn sie nicht bald nach dem Tode ihres Mannes eine befremdende Gleichgültigkeit zur Schau getragen hätte — eine Gleichgültigkeit gegen jene grauenvollen nächtlichen Ereignisse, die fein Empfinden tief verletzte
Doch auch heute weiß Teresiia jede unangenehme Erinnenmg rasch zu verscheuchen. Lieblicher denn je plaudert fie; strahlender denn je blicken ihre Augen; wärmer denn je klingt der Ton ihrer Stimme.
Orlando fleht die schöne Frau an, wie sie, nachlässig zurückgelehtt in den rotseidenen Sessel, mit der Zigarette spielt und dabei lächelnd, die Augen halb geschloffen, zu ihm hinüberblinzelt.
„E» wird Zeit, daß ich gehe", sagt er plötzlich die Uhr ziehend.
„Warum?"
„Es ist schon spät."
„Sind Sie meiner Unterhaltung Bereits müde fieber Freund?"
„Wie können Sie das denken Wer —•
„Nun? Aber —"
„Ich fürchte, wenn ich länger bleibe, könnten wir der Dienerschaft Stoff zu allerhand Klatschereien geben. Und das möchte ich nicht."
Er steht auf und will sich von ihr verabschieden. Länger als nötig hält fie seine Hand fest.
„Orlando!" flüstert sie mit bebender Stimme. „Haben Ne mich nicht ein bischen lieb?"
Er blickt in da» lächelnde, verführerische Antlitz, da» sich ihm entgegenneigt. Und wie eine untoiber^ stehllche Macht treibt e» ihn, den Arm um ihre Schulter zu lege# und den dunklen Kopf an seine Bösst zu ziehen.
»Jetzt gehk Geh!" nist Terestta unter Lachen und Seinen. „Ich weiß, daß Du mich liebst! , , . Geh!" —
/ViiiDa, Donnerstag Den itf. Angus: UM.
Orlando ist gegangen.
Hinter der rotseidenen Gardine verborgen, blickt Teresita seiner hohen Gestalt nach, bis fie hinter der Gartenmauer verschwunden ist
Dann sinkt sie, das Gesicht mit den Händen bedeckend, auf die Chaiselongue ... Ist Teresita Bart- letz jetzt endlich glücklich? Sie besitzt alles, wonach fie so brennend verlangte: Reichtum, Ansehen, Freiheit — und die Liebe des Mannes, dem schon seit langen- ihr Herz gehört. Weshalb freut sie sich nicht ihres Steges?
Die Erinnerung quält fie — die Erinnerung an jene furchtbare Nacht, die sie niemals verläßt; die Erinnerung, die ihr fröhliches Lachen ost zu einer Grimasse verzerrt, die sich in ihre Träume schleicht r m fie zu martern, die jetzt sogar ihre höhnische Fratze zwischen fie und den Geliebten drängt.
„Rein, ich will glücklich sein! Ich miHl!" schreit sie auf, um gleich darauf leise zu stöhnm: „John! O John!! . . . Barmherzigkeit!!!"
6.
ES ist spät am Abend. In eifrigem Gespräch eilen zwei Manner durch die Gassen Neapels — in jener Gegend, die am verrufensten ist. lieber einen kleinen finsteren Platz geht'S, ber von üblen Gerüchen mtb Miasmen jeder Art erfüllt ist . . . durch eine kaum meterbreite, schmutzstrotzende Durchgangspassage, die gewöhnlich als Schlupfwinkel für allerlei lichtscheues Gesindel dient . . . dann rechts und links, kreuz und quer — bis zu einer wurmstichigen Kellertür.
Dreimal klopft der eine der Männer leise, worauf sich die Tür öffnet. Die beiden treten ein. Der kleine Raum, dessen Wände mit Schimmel bedeckt find, enthält nichts weiter, als einen Tisch, zwei hölzerne Bänke und leere Weinfässer. Die Tür oben an der Straße ist hinter bett Eintretenden wieder zugefallen.
Ein zerlumpter Kerl bringt Wetn in großen Hum- pm und läßt die beiden nach stummem Gruß allein.
„Prost, Beppo!"
„Prost, Herr (Stof!"
Und beide tun einen langen Zug.
JM» öö
Erscheint täglich ml Ausnahme bet Sonn« und $tiertage. vierteljährlicher Bezugspreis ohne Vritigerlohn und Bestellgeld i. S«ld° sowie auswärts X-50 Bit.
Peranti». Redakteur i. v.: ». weßler;
SonnenLerrchten.
8] Roman von Erich Friesen.
„Du willst damit doch nicht sagen, daß Mirra sich wegen der leichtsinnigen Teresita opfern will?" poliert er los, während feine Finger ärgerlich auf dem Tisch Herumtrommeln.
„Terefita ist gar nicht so schlecht, wie Du glaubst, lieber Roberto!" begütigt seine Frcm.
„Schlecht nicht gerade — davor bewahre fie der Himmel!" knurrt ber Oberst in sich hinein. „Aber selbstsüchtig und impulsiv, gegebenenfalls zu allem fähig — genau, wie ihre verstorbene Mutter Ich kenne die Sorte von Frauen; sie sind nutzt alle wie TAr, mein liebes Weib!"
Frau San Martino entgegnete nichts mehr, «ber rhr liebendes Mutterherz sorgt sich um tVarra.
Deutsches Reich.
* Berlin, 18. Aug. 1909. Handelsminister Churchill ist vom deutschen Kaiser zur Teil- nähme au den diesjährigen Kaisermanövern ein- felaben worden. — Die deutsche Hochsee. lotte hat am Mittwoch ihre Herbstübung begonnen. Diese findet zunächst in der westlichen Ostsee statt.
* Der Kaiser hörte am Mittwoch auf Schloß Wilhelmshöhe den Vortrag des Chef des Militärkabinetts. Mittags fand anläßlich des Geburt-. tageS des Kaisers Franz Joseph Früh- stückStafel statt, an dem auch der österreichische Botschafter in Berlin, Reichskanzler v. Bethmann- Hollweg und der deutsche Botschafter in Kon- stantinopel, Freiherr v. Marschall teiknahmen. Die ,Nordd. Allg. Ztg / widmet dem Verbündeten des^utschen Reiches einen herzlichen Begrüßungs-
beträgt ber Wechselstempel
bei einer Wechselsumme
„ „ „ von 200
„ „ „ „ 400
„ „ „ „ 600
„ „ „ ,, 800
Von jedem weitem angefangenen Tausend weiter 50 Pfg.
Diese Steuer galt bisher für alle Wechsel ohne Rücksicht auf die Dauer ihrer Umlaufzeit. Rach dem neuen Gesetz werden nun die länger als drei Monate laufenden Wechsel abermals der Steuer unterworfen. Sind die ersten drei Monate dieser langfristigen Wechsel verstrichen, so müssen fie nach den gleichen Gmndsätzcn wie oben für die nächsten neun Monate wiederum besteuert werden. Laufen die Wechsel auch dann noch weiter, so tritt von sechs zu sechs Monaten die Besteuerung abermals ein.
Auch ber Begriff des Wechsels ist erweitert wor- jben. Es gibt Wechsel, bet denen absichtlich ein we- jsentficher Bestandteil weggelaffen wird und der Em- pfnnger von dem Aussteller des Wechsels die Vollmacht erhält, diesen fehlenden Teil bei etwaiger Geltendmachung des Wechselanspmches zu ergänzen. Solche Wechsel galten bisher rechtlich überhaupt nicht als Wechsel und waren deshalb auch von der Steuer befreit Nunmehr unterliegen auch fie der Wechselstentpclsteuer. Das ist eine nicht unwesentliche Aenderung; denn solche Wechsel werden vielfach zum Zwecke der Kaution ausgestellt. Besonders bei den Versicherungsgesellschaften ist dies der Fall. Da kommt e8 nicht selten vor, daß bloß 20 Prozent des Stammkapitals wirklich eingezahlt werden; für den West gibt der 6etreffenbe Teilhaber einen solchen Wechsel, der ost gar lange läuft. Nunmehr müssen solche Wechsel besteuert werben und werden wiederholt zur Steuer herangezogen, entsprechend dec Dauer ihrer Umlaufszeit
Durch diese Aenderung der Wechselstempelsteuer wird das Geschästsleben im allgemeinen nicht wesentlich betroffen, weil die dem intematio- nalen Zahlungsverkehr dienenden Wechsel fast durchweg nicht länger als drei Monate laufen und auch die inländischen Geschästswechsel zum weitaus überwiegenden Teil keine längere Umlaufszeit aufweisen. Die Hrecmziehung der langfristigen Kau- tionSwechsel zur wiederholten Besteuerung rechtfertigt sich aus ihrer eignen Art.
bis 200 Mk. 10 Pfg.
„ 400 „ 20 „
„ 600 „ 30 „
„800 „40 „ „ 1000 „ 50 „
wieder — an einem glühend heißen Orlando, wie aklwSchmtlich, Marstall einer gründlichen Inspektion un- {awT ,bec auffallend schönen Pferde, ein SeXerS 8tr fd”e
teresita ob fie das Tier nicht beim näch- sten Wettrennen mitlaufen lassen wolle.
beginnt CL ^cht Tnefita bei dem Gedanke«. Daun wird st- b Ji?»* »u interessieren. Und endlich bittet X 1=“« und Flamme, daß fie Orlando einer'Taffe Tee^^c^ \Wtn, damit er ihr bei feinem „Laus« ba» ©enauere wegen „Pluto" und
Odmtb/HeiM ®etitcm,en auSeinaudersetze. tat Hause bes eigentlich den Wend
gewöhnlich, kannwollte. Doch, wie Aug« nicht widerstehet 6eute $ereflta3 feurigen
«• mit Zigaretten und L
gekommen sind, so wollen wir lieber ruhig warten, was der Herbst bringen wird.
§ Baffermann mandatsmüde. Der Mitteilung des nationalliberalen Abg. Fuhrmann, daß Baffermann „aus Gesundheitsrücksichten" nicht wieder zum Reichstag kandidieren werde, ist bislang nicht widersprochen worden. Es ist in der Presse die Vermutung laut geworden, daß Baffermann nicht noch einmal auf die Suche nach einem neuen Wahlkreis gehen wolle. Seine bisherigen Erfahrungen waren allerdings nicht besonders erfreulich. Baffermann trat 1893 in den Reichstag ein als Vertreter für Mannheim. 1898 aber wurde er von dem Soz'aldemakraten, gegen den er bei ber Wah vorher gesiegt hatte, wieder aus dem Sattel gehoben. Vorsichtigerweise halte er gleichzeitig in Jena kandidiert, wo er denn auch in der Stichwahl gegen einen Sozialdemokraten gewählt wurde. Auch hier aber blieb er nur eine Legislaturperiode lang, 1903 wandte er sich nach der badischen Hauptstadt. Hier aber unterlag er in der Stichwahl gegen die Sozialdemokraten. Erst im Iahte 1904 gelang es ihm, bei der Nachwahl in Frankfurt a. O. ein Mandat zu erlangen. 1907 aber sah er sich abermals gezwungen, nach einem neuen Mandat Umschau zu hallen. In Rothenburg-Hoyerswerda wurde er mit Hilfe ber Konservativen unb ber Freisinnigen gewählt. Tie Aussichten einer Wieberwahi in diesem Kreise scheinen nicht besonders, da die Konservativen keine besondere Lust verspüren werden, Baffermann nochmals ihre Stimmen schon im ersten Wahlgang zuzitwenden. Aber auch die Freisinnigen dürften nach einer Mitteilung der „Voss. Zeitung" nicht geneigt sein, das Man- dat ohne weiteres den Nationolliberalen zu schenken.
A Der Zusammenschluß aller freiheitlichen Elemente wird nach der Sprengung des Blocks mehr als je gepredigt. Bis jetzt verstand man aber darunter nur den Zusammenschluß der 'Jlationalliberalen und des Freisinns mit der Volkspartei oder den Zusammenschluß des liberalen Elementes mit der Sozialdemokialie, unter Ausschluß der Nationalliberalen. Letztere hatten doch noch soviel Scham in sich, daß sie sich hüteten, mit den roten „Genoffen" aus gleichen Bänken zu sitzen. Jetzt aber scheint die Erbitterung über ihre Beiseuschiedung bei der Finanz- resorm auch diese Scham beseitigt zu haben. In Villingen in Baden sand nämlich dieser Tage eine Versammlung statt, die von den Vorständen der Narionalliberalen, der demokratischen und der sozialdemok« arischen Partei ein berufen war und w Reichsfinanzreform Stellung nehmen sollte. Hauptredner war ein nationalliberaler Professor aus Karlsruiie, der erklärte:
„Der Zusamincnschluß aller freiheitlichen Elemente wird allein den schw "rz-b!auen Block stürzen können, dieses Gebilde, das die Finsternis der schwärzesten Reaktion (huh!) wieder heraiifführen möchte. Diele Gedankengänge werden len end sein müssen für die Politik des Reiches, insbesondere aber auch für die vor der Tür stehenden Landtagswahlen in Baden."
Der Block von Baffermann bis Bebel soll a so Irotz aller warnenden Stimmen seilens der liberalen Politiker in Baden versucht werden. Bei den bevorstehenden badischen Landlagswahlen durfte zwar nach aller Erfahrung die Nttional- liberalen lieber rot als schwarz wählen. Wo man aber nicht vor diese Alternative gestellt wird, da wird auch der neue Block trotz ber
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vertag der Fuldaer Ak-
MoNatsbeilage: „Suldaer Seschichtzbläüer"