erfAdet »»glich mit Ausnahme bonn- und zdertage. viertel- Mrlicher Bejugspreis ebne vringerlohn und Bestellgeld in Zuldaso- wie oMS»ät,s l Sv Mi.
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Kernsprecher Rr.S.
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3t>. ^ayrqansi.
Fulda, Mittwoch Den 18. August 1909
Zweites Wtcrtt
Wetzen
240
Hamburg
Frankfurt 230
(+ 1.00) Mark ver 1000 Kilogramm.
Reklamen- und Anzeigenteil.
wie folgt:
Danzig Berlin
172
180
170
190
birgeS mit der Schneekoppe mühelos genießen. Die Bahn von Hirschberg führt durch das nieder- 'chlesische Kohlenrevier bei Dittersbach und Waldenburg. Von Dittersbach zweigt eine Linie nach Glotz ab, die ebenfalls manche Schönheiten der schlesischen Gebirge erschließt, die überhaupt von einer Mannigfaltigkeit der Bilder und einem malerischen Reize sind, die denen anderer oft vielge- riihmter deutscher Gebirge in keiner Weise nachstehen, fie vielfach sogar nach dem Urteil von Kennern übertreffen.
sollen denn die Priester pflichtvergessen werden und die ihnen andertrauten Seelen, an- tatt zur christlichen Kirche, in den Rachen der hron- und altarumstürzlcrischen Sozraldemo- i'ratie treiben?
Braut-Seide i. m. 1.35 ab
— Schon verzollt! — Verlangen Sie Minter. — G. Henneberg, Zürich.
Kurzer Getreide-Wochenbericht
per Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschafts- rats vom 10.-16. August 1909.
Unter dem günstigen Einfluß überseeischer Verkaufsbestrebungen und des hier herrschenden
bedecken und sich stellen, als wenn Sie weinen." — „Das kostet aber zwei Schilling mehr." — „Gut, die sollen Sie haben, und hier haben Sie einen' weiteren Schilling. Dafür werken Sie ihr noch einige Kußhände zu. Dann wird sie schon zufrieden sein." Damit eilte der geschäftige Kaufmann davon.
__ Heber einen Kampf unter Schatzgräbern berichtet der „Dziennek Poznanski" folgendes: Bei den Fundamentierungsarbeiten zum Dau einer Eisenbahnbrücke über die Weichsel bei Marien- wrder stieß ein 17fähriger Arbeiter auf eine noch gut erhaltene Schweinsblase, die mit etwa 500 Goldstücken gefüllt war. Der junge Mensch suchte schnell seinen reichen Fund in Sicherheit zu bringen, indessen wurde er dabei von seinen Mitarbeitern überrascht, die über ihn hersielrn und dabei den Beutel zerrissen, dessen Inhalt in dem frisch- aufgeworfenen Sande herumrollte. Bald ent- svann sich zwischen den zusammengelaufenen 50 Arbeitern ein förmlicher Kampf um die in das lose Erdreich eingetretenen Goldstiicke. Dem Finder gelang es trotz der vielen erhaltenen Stöße und Püffe nur fünf Dukaten zu erobern. Die Hebung des Schatzes gelangte bald zur Kenntnis der Behörde. Tie iofort vorgenommenen Durchsuchungen waren indessen zum g^üßten^ Teile erfolglos. Es müssen sich da noch zahlreiche Münzen befunden haben ,aber der größere Teal ist zweifellos mit den durch den Dampfbagger gehobenen Erd- und Schlammassen in die Weichsel gelangt. Von den goldenen Münzen ist inzwischen eine große Anzahl beschlagnahmt worden, es sind dies polnische Dukaten im Goldwerte von le 18 Mark.
— Teure Reifen. In Frankreich ist nach ame- rikanischem Muster unlängst die Gründung der Compagnie Göndrale Aöronautique erfolgt, die nichts Geringeres beabsichtigt, als einen regel« und fahrplanmäßigen Luftverkehr zwischen Paris und Monte Carlo zu unterhalten. „Auch in Deutschland sind Vorbereitungen für ein ähnliches Unternehm«! im Gange. Frankfurt a. M.,
Aus dem Nachbargebiele.
* Schlitz, 17. Aug. 1907. Trotz des anfäng- lich scharfen Widerstandes, den das Projekt der Lrbauung eines Elektrizitätswerkes m der hiesigen Bürgerschaft fand, scheint man sich nunmehr, nachdem seine Errichtung endgüüg beschlossen ist, damit auszusöhnen; es haben sich bis jetzt 140 Ortsbürger für den Bezug von elektrischer Kraft bereit erklärt. Auch eine große Anzahl von Handwerkern wird in Zukunft für ihre Motore diefe Kraft benutzen.
* Eltville, 17. Aug. 1909. „Corsar", der Biebricher Polizeihund, hat auch hier seines Amtes gewaltet. Im Garten der Englert scheu Besitzung hat man in der Nacht unbesugterwelse die Aprikosen- und Reineklaudenbäume ihrer edlen Früchte beraubt. „Corsar" kam, witterte und lief in ein Haus der Lehrstraße.
* Ans Göttingen - Grnbeuhagen, 17. Aug. 1909. Anstelle des zurückgegangenen Anbaues von Dabat, Flachs und (in Kleinbetrieben) auch von Zuckerrüben werd.n auf gutem Boden im Oberleine-Geblete vielfach fetzt Konserven, vorzugsweise Erbsen, ge- baut. Diese Ernte ist zum größten Telle beendd, sie war recht lohnend. Vom Morgen wurden 7o dis 80 Zentner geeintet Der weitaus größte Teil der Produktton ging als Eisenbahn-Fracht an Son« serveu-Fabriken nach außerhalb. —■■■■■■
Deutsches Reich.
** Berlin, 16. Aug. 1909. Ein Berliner Blatt teilte mit, daß eine Handelskammer beim deutschen .^andelstag beantragt habe, er möge auf die Einführung einheitlicher Postwertzeichen im Deutschen Reich hinwirken. Die Handelskammer hat inzwischen diesen Antra gwegen seiner Aussichtslosigkeit zurückgenommen und sich mit der Anregung begnügt, daß die Wertzeichen des Reichsvostaebietes und Bayerns im wechselseitigen Verehr als gültig anerkannt werden, wie dies schon bei den Postkarten mit bezahlter Antwort der Fall sei. Mit diesem Antrag wird man sich demnächst im Deutschen Handelstag beschäftigen.
* Sozialdemokraten und Priester. Es ist eine traurige Tatsache, daß die Sozialdemokraten gegen die Priester in der rohesten Weise schimpfen und revoltieren. Jeder Priester ist in den Augen der Genossen ein „elender Pfaff" .Ausnahmen dieser Ansicht sind selten zu finden — höchstens noch bei den Genossen des Auslandes. So hat der belgische Sozialdemokrat Vandervelde sein Urteil über die Geistlichkeit in folgende Worte gekleidet :
„Ich kenne mehrere Priester: Aber die so tiefe Verschiedenheit unserer Ueberzeugungen wird mich nicht hindern, ihrem moralischen und intellektuellen Wert meine Hochachtung zu sichern. Was diejenigen betrifft, die ich nicht kenne: Ich habe keinen einzigen Grund, anzunehmen, daß es unter diesen nicht ebenso viele ehrliche Männer gibt, wie unter den Aerzten und unter den Advokaten. Ich bin im Gegenteil ganz geneigt, anzunehmen, daß die Lebensweise, zu der sie sich verpflichtet haben, eine Vermutung zugunsten der Geistlichen hervorruft. Die Priester sind für un? furchtbare Gegner; furchlbarer gewiß als jene bürgerlichen Genuß- »nd Profitjäger, die in der Religion bloß ein Mittel sehen, um zu herrschen. Das Ideal der Priester steht dem unseren gerade entgegen. Ihr soziales Wirken steht im direktem Widerspruch zur Sozialdemokratie. Wir haben fie immer bekämpft und werden nicht aufhören, fie zu bekämpfe», doch haben wir keinen einzigen Grund, die Priester zu beleidigen oder zu beschimpfen."
Nicht so der in Deutschland wohnende Sozialdemokrat. Zu obigen Ausführungen Van- derveldes bemerkt die rote Nürnberger „Tagespost":
.Die Sozialdemokratie bekämpft als Partei die Kirche, soweit fie Z ns ührerin und Gelegenheitsmacherin der herrschenden Klaffen ist. Und soweit sich die Angestellten der Kirche diesen, Zweck hingeben, und fie für uns verächtliche Pfaffen, keine ehrwürdigen Priester, für die auch ein Sozialdemokrat Achtung haben muß."
das wegen seiner vielen chemischen Fabriken, tn denen Wasserstoff als Nebenprodukt gewonnen wird, der billigste Ausgangspunkt fnr eine Luft- linie zu werden verspricht, und die Schweiz (vermutlich Luzern) sollen aeronantis.h-lenkbar ver- Kunden werden. Nach den Berechnungen Liner der ersten deutschen Fachmänner im Luftschiff- fahrtwesen, dürften indessen derartige Unternehmen mindestens verfrüht und vorläufig ganz- lichunrentabel sein. Selbst wenn man annimmt, daß 200 Tage im Jahre günstig genug sind, um Fahrten unternehmen zn können, so wurden die Betriebskosten für Brennstoff, Del, Was- ierstoffüllung und Ersatzteile bei ganz günstiger Berechnung 87 000 JL pro Ballon betragen. Hmr- zu kommen die Amortisation, die Geholter für Betriebsleiter, Luftschifführer. Monteure, die Ko- sten für Ballonhallen, Versicherungs- und pnoa- lidengelder usw., ferner Beleuchtung, H^ung, Büroaelder, Reklame, so daß die Gesamtvetmeds- kosten auf 300 000 M pro Jahr oder rund 1500 Mark für jede Fahrt anwachsen. Berechnet man tr-eiter, daß die Gesellschaft doch auch verdienen will, daß aber die Gondel eines Schiffes nicht mehr als 15 Personen aufzunehmen vermag, so mutz bei einer Reiseroute Von 300 Kilometern der Fahrpreis der Einzelperson ohne jedes Gepäck 200 Mark betragen, um das Unternehmen halbwegs rentabel zu gestalten. Was wird aber sein, wenn das Jahr nicht 200 schöne Tage beschert, oder wenn infolge des hohen Preises die Teilnehmer ausbleiben? Für eine Linie, die durch das sonnige Südfrankreich geht .oder für einen mit unbegrenzten Mitteln im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten unternommenen Versuch mag die lenkbare Luftschifffunde allenfalls wert genug gediehen fein. Deutschland wird gut tun vorläufig seine Hände von solchen Plänen zu lassen.
— In guter Laune. Bettler (zum Herrn, der ihm beim Herauskommen aus dem Bahnhof em Fünfzigpfennigstück schenkt): »Gott tohn's Ihnen tausendmal, bester Herr . . Sie haben gewiß die Frau Schwiegermutter nach der Bahn gebracht?'
— Zeit ist Geld. Im Hafen von Liverpool lag jungst ein großer überseeischer Dampfer zur Abfahrt bereit Unter den vielen Anverwandten und Freunden der Reisenden, die nach dem letzten Abschied das Schiff verlassen hatten, befand sich ein älterer, seinem Aeutzeren nach dem Kaufmannsstande angehöriger Herr, der einer stattlichen Dame, scheinbar seiner Gattin, das Geleit gegeben hatte. Kaum stand er wieder auf festem Bvden, als er sich spähend nach allen Seiten Umsatz. Plötzlich trat er auf einen beschäftigungslos dastehenden Menschen heran und fragte, ob er fünf Schilling verdienen wolle. Als diese Frage bejaht wurde, entstand folgendes Gespräch: „Sehen Sie dort oben auf dem Dampfer die schwarzgekleidete Dmne?" — „Jawohl, mein Herr!" — „Es ist meine Frau. Sie reist nach Newyork und erwartet von mir, daß ich hier wenigstens noch zwanzig Minuten stehen bleibe und ihr solange nachwinke, als das Schiff in Sicht ist." — „Das ist erklärlich.« — „Es fehlt mir aber die Seit. Ich bin zu sehr beschäftigt. Deshalb möchte ich Sie fragen, ob Sie an meine Stelle treten wollen. Ich zahle dafür fünf Schilling." — „Ihre Frau Gemahlin mürbe den Tausch aber doch sofort merken?" — „Nein. Wir sind beide von derselben Größe, fhtb gleich gekleidet, tragen dieselben Hüte. Außerdem ist meine Frau sehr kurzsichtig. — Wenn sie nun aber ein Fernglas zu Hilfe nimmt? rfXnn müssen Sie mit Ihrem Tuch das Gesicht
vermischtes.
* Zeder Zug zur Krankenpflege dngerichtet. Das preußische Ministerium für öffemliche Arbeiten hat, laut der „Information", angeordnet, daß das Zugpersonal der Staaiseisenbahnen von nun ab einen gründlicheren Unterricht im Sanitätsdienst erhalten soll. Zugleich werden in jedem Zuge eigene Abteilungen als Lazarette eingerichtet werden. Für ein solches Lazarett wird ein Raum von der Große zweier Abteile erster Klaffe beansprucht in dem drei verstellbare Ruhelager ihren Platz finden. Ueberdies wird sich im Lazarett em ^nstrumenten- kaften und eine mit den nötigsten Medikamenten ausgestattete Apotheke befinden. .
* Untaten der Nirsenhntnadeln tn Pans, ^n Paris will man setzt energisch gegen die Ueber- butnadeln der Damen Vorgehen, nachdem in den letzten drei Wochen mehrere Unglück »fälle durch sie verursaa i worden sind Einem Ingenieur im Omnibus wurde durch die Hutnadel seinewNach- barin ein Auge ausgestock'.m. als das Gefährt mit plötzlichen Ruck hielt und seine Insassen gegeneinander schleuderte. Eine junge Verkäuferin wurde vor wenigen Tagen unter gleichen Umstanden von ihrer Nachbarin im Omnibus eines Auges beraubt. Einem Kind von acht Mona,?: das aus dem Schoß seiner Vdutter saß, wurde durch eine Hutnadel die Backe außwrisien. Diese und mehrere ähnlickv Unfälle haben nickt nur die Presse gegen die übergroßen Hutnadeln mobil gemacht, sondern auch die Polizei in Bewegung gesetzt. Tor Polizeipräfekt von Paris soll in der Tat mit der Absicht umgehen, das Tragen der Rte- senhutnadeln zu verbieten.
»NESTLE
^Altbewährte Nahrung fürKinder und Kranke
56. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands
Die Reise nach Breslau
ist mit den jetzigen Eisenbahnverbindungen verhältnismäßig recht bequem. Manche Besucher der Katholikentage aus dem Westen werden wohl den Weg über Berlin nehmen, den großen Eisenbahn- knotenpunkt Norddeutschlands. Aber ebenso schnell, wie üb'; Berlin und jedenfalls nicht in so drangvoll feierlicher Enge kann man über Magdeburg—Wittenberg—Falkenberg oder über Halle— Falke über g nach Breslau gelangen, ein weiterer Weg führt über Halle—Leipzig—Dresden— Görlitz, oder über Halle—Eilenburg. In Dresden hat übrigens der Katholisch-Kaufmännische Verein „Kolumbus" in der Papierhandlung von Clemens Schiller, Dresden-^, Wienerplatz 10, Eingang Pragerstraße, in dankenswerter Weise eine Auskunftsstelle über katholische Kirchen, Gottesdienst, Hotels usw. eingerichtet, die mich Führungen durch die Mitglieder besorgt. Meistens laufen „direkte" Wagen durch, so z. B. kommt einer von Basel über Heidelberg und Frankfurt a. M., in anderen Fällen ist das Um- steigen bequem, Speisewagen sind in fast allen Zügen. — Wer es nicht so eilig hat, daß er die schnellste Verbindung benutzen muß, sollte die Gelegenheit wahrnehmen, von Görlitz die schlesische Gebirgsbahn zu benutzen, die ihn über Hirschb-rg bei immer wechselnden Bildern an dem j x ® ' e n g e b i r g e entlang führt. Besonders interessant und von großer Schönheit ist die Fahrt von Dresden oder Görlitz nach Zittau und Reichenberg in Böhmen und von dort über das Riesen- aebirge selbst nach Schreiberhau und sch berg-, diese Bahn steigt auf eine Höhe bon oob Meter über dem Meeresspiegel, während die Bahn durch das Höllental im SUvarzwald 885 Meier und die Bahn über dm Böhmerwald 831 Meter erreichen, und sie läßt das Großartige Panorama de>" .^sraebiraes und des Riesmge-
München
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 220.75 (— 2.00), Dezember 215 (— 1.00), Budapest Oktober 233 05 (— 0.95), Liverpool Sept. 187.10 (+ 5.60), Chicago Sept. 153.70 (— 0.40), Roggen: Berlin Sept. 179.25 t-st 0.75), Dez. 176.25 (Z- 1.25), Has«: Berlin September 164.00 (+ 0.25), Dezember 162.50
>T< 20 Pfg. Steuer für 1000 Mark Besitz!
Eine wettere Steuer zum Zwecke der Erfassimg des mobilen Kapitals (bergt, die Artikel in .Nr. J83, 2. Bl. und Nr. 185, 2. Dl.) wurde eingesuhrt 4 t» Spt* ST „
M chon ein Wertpapier - das Volk sagt für alle- -matspapiec" — in Händen gehabt hat, der har gesehen, daß am Ende der Kupons ob.r Zins scheine ein größerer Zettel meist quer über läuft, auf dem die Bemerkung enthalten ist, daß gegen Einsendung dieses „Talons" ein neuer Kupon bogen ausgehändigt wird. Me^enZettel nennt man Talon, — auf deutsch heißt es. Ferse --Gdvöhnlich enthalten die Kuponbogen 20 halbjährige Zinsabschnitte, sodaß im allgemeinen alle 10 Jahre ein neuer Zmsabschnittbogen aus- aegeben werden muß.
So oft nun vorn 1. August dieses wahres an ein neuer Zinsbogen ausgehändigt wird, muß eine Steuer entrichtet werden nach dem Nennwert des Wertpapieres, d. h. nach der Zahl, die auf dem Papiere steht, nicht nach dem Wert den es an der Börse hat. Dort kann z. B. eine Aktie nn Werte von 1000 M einen wirklichen Wert von 1800 M
Wie hoch ist nun diese «teuer? $oreunb staune! Hat Einer ein Wertpapier von 1000 -M, und ist dies eine Aktie, so wird dafür eine «teuer von 1 Proz = 10 Mark erhoben — für 10 Jahre; also 1 M. pro Jahr; ist der Tausender aber eine Obligation oder ein Rentenbrief von inländischen Gesellschaften oder eine Schuldverschreibung von ausländischen Staaten, Gemeinden und Eiseribckhngesellfchatfen, dann wird davon nur Va Prvz., also nur 5 <M, —pro Jahr nur 50 H — erhoben. Ist der Tausender aber gar ein t n- ländischer Hypothekenpfandbrief, eine Schuldverschreibung einer Gemeinde, einer Stadt, so beträgt die Steuer nur Vä Proz., also 2 M für 10 Jahre, ober 20 Pfennig pro Iah r. — Unb da macht nun die liberale Presse ein Geschrei, als ob dadurch die Schulden versteuert,würden.
Die Hypothekenbanken haben nämlich erklärt, baß sie die Talonsteuer selbst tragen und Wertpapierenbesitzern nicht abziehen. Diesen Ausfall können sie auf dreifache Art einbringen: entweder ihre Papiere werden zu höherem Preise verkauft, z. B. kostet ein Hunderter 4 Proz. /Hypothekenbank bann statt 100,40 einfach 100,60 oK — bann ist die Steuer für 10 Jahre damit eingebracht und der Besitzer des Papieres hat sie gezahlt; oder die Aktionäre bekommen geringere Dividenden, — bann zahlt toteber ber Besitz — ober — bte Banken erhöhen den Zins für die ausgeliehenen Selber, de Hypothekenzins; dann freilich zahlt ber Schuldner bie Steuer. Aber das ist weder die Ao' ■. noch die notwendige Folge des Gesetzes; das ist nur die traurige und rücksichtslose Uebermacht des Kapitals gegenüber dem Schwachen.
Die Entrüstung müßte sich also gegen diese Volksausbeutung, nicht aber gegen die betreffende Reichssteuer richten.
Ein anderer Einwand: Manche geringe Leute haben ihr bischen Geld in einem Wertpapier angelegt und müssen nun auch dafür Steuer zahlen. — Ganz recht. Wer 1000 aK, in einem Werlpapier besitzt, zahlt lange nicht so viel Steuer, wie derjenige, ber 1000 M in einem Geschäft, Haus ober Acker stecken hat. Uebrigens kann jenen Armen geholfen werden, sie brauchen nur ein wirkliches Staatspapier, von einem deutschen Staat ober Reich zu nehmen, dann sind sie g a n 3 f r e i.
Roggen Hafer
172
(— 2 ) 200
210
200 (— 7 */»)
(— 2 ) 220
Befreit bleiben nämlich die Zinsbogen der Staatspapiere, bie Dividendenbogen von Aktien- gesellschaften mit gemeinnützigen Zwecken, die Zinsbogen, welche zugleich mit der ersten Ausgabe der Wertpapiere ausgegeben werden.
Obwohl die ©ter- nicht groß ist, bringt sie doch pro Jahr 24 - 27 Millionen ein, ein Beweis, wie furchtbar viel Wertpapiere es in Dentscklandj gibt ,
Zum Schlüße machen wir untere Xieier noch mal-j darauf aufmerksam: Gegen diese Steuer haben ebenfalls die Liberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten gestimmt. Wegen dieser eigentlich minimalen Besitzsteuer greifen die liberalen Blätter das Zentrum und die Konservativen an. — Ja, wenn auch die Besitzer von Wertpapieren keine Steuer für bie Bedürfnisse des von ihnen so hoch gepriesenen „Deutschen Vaterlandes" zahlen wollen — bann ade, deutsches Vaterland! Und wenn die Soziald,-mokraten auch gegen diese Steuern stimmen, dann sollen Sie sich nicht beklagen, wann alle Steuern auf die Konsumartikel der breiten Volksmassen gelegt werden.
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günstigen Erntewetters. machte die rückläufige ■> Keisbewegung auf dem Berliner Markte zunächst weitere Fortschritte. Zu den gebrühten Preisen chien sich aber hier und da allmählich etwas mehr lnternebmungslust einzustellen, und da die rus- stchen Weizenofferten, bie bis dahin den Haupt- anstoß zu ber allgemeinen Verstauung des Weltmarktes gegeben hatten, in den letzten Tagen eher etwas fester lauteten, während Regenmeldungen aus den Frühjahrsweizengebieten an den amerikanischen Börsen gleichfalls befestigend toirften, so vollzog sich im weiteren Verlaufe em Umschwung zur Besserung. Auch das inzwischen unsicher gewordene Wetter trug wesentlich dazu bei, bie Kauflust für Lieferung anzuregen, so baß Weizen den anfänglichen Preisverlust schließlich bis auf 2 cft wieder einzuholen vermochte, während Roggentermine gegenüber dem vorigen Schluß sogar einen Fortschritt von 1—2 <M erkennen lassen. Die Häufung der Erntearbeiten bringt es mit sich, daß die Zufuhren bon, neuer Ware vorerst klein bleiben und da sich für baS bescheidene Material, das augenblicklich vom Markte kommt, in der Provinz vorteilhafte Ver- Wendung bietet, so sahen sich die hiesigen Michlen veranlaßt, ihre Gebote für bald lieferbaren Roggen seit Wochenbeginn um ca. 3—4 Jt, zu erhöhen. Weizen ist bisher nur ganz vereinzelt zum Verkauf gelangt; sein Schnitt dürfte in größerem Umfange erst im Laufe dieser Woche einsetzen. Dagegen zeigte sich in den letzten Tagen schon ziemlich viel Angebot von neuem Hafer, und da alte Ware nur noch in kleinen Mengen vorhanden ist, so finden bi* ersten Zufuhren der neuen Ernte, zumal man mit der Qualität im allgemeinen zufrieden zu sein scheint, verhältnismäßig bereitwillige Aufnahme. Das Gerstegeschäft ent- wickelt sich diesmal sehr langsam; anfcbeinenb wollen die Käufer sich zunächst ein Bild über den qualitativen Ausfall der Ernte verschaffen. Bei den meisten bisher gezeigten Proben wurde bie Farbe ber Gerste bemängelt, während bie Größe des Korns int allgemeinen befriebi.it. Für russische Fuftergerste zeigte sich bei anziehenden For- drangen wieder mehr Interesse.
Es fteUten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei das Mehr (~H bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist