36. Jahrgang
Fulda, Samstag den 31. Juli 1909
JVS 172.
Drittes Matt
vermischtes.
kleines Feuilleton
Reklamen- und Anzeigenteil.
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werden.
Die allgemeinen Versammlungen finden im Dom statt, weil sich die ursprünglich hierfür in Aussicht genommene Jesuitenkirche als zu klein erwiesen hat. Die einzelnen Zweigverhano- lungen finden für die deutschen Teilnehmer rm Gürzenich, für die Franzosen in der Mmon en. kirche, für die Engländer in der Bürgergesell- schast, für die Italiener in der Aula des Mar- zeÜenqumnasiums und für die Spanier in der Kapelle an der Stolkgaise statt., Im Fränkischen Hof tagen die Teilnehmer, die Speziaffragen für Frauen erörtern, in der Bürgergesellschaft I diejenigen, die sich der Jugend widmen. Die eigentlichen gottesdienstlichen Veranstaltungen finden zumeist im Dom statt; sie bestehen in täglichen Pontifikal-Aemtern morgens und Seqensandachten abends. Am letzten Tage, d. i. Sonntag, den 8. August, soll Kardinal Vannutelli das Pontifikalamt halten und nachmittags 3Uhr eine große sakramentale Prozession der feierlichen Schluß des Kongresses bilden. Wegen der zu erwartenden überaus starken Beteiligung, die auf etwa 40000 Personen geschätzt wrrd, und weil schon sehr viele Abordnungen und Vereine, deren Angehörige zu Tausenden zählen, abgewiesen werden mußten, können an der Prozession außer der Geistlichkeit und den männlichen wie weiblichen klösterlichen Genossenschaften, nur Männer und Jünglinge sowie die Erstkommuni» kanten der Stadt Köln teilnehmen. Die Teilnahme an der großen Prozession hat auch eine größere Anzahl Reichs- und Landtagsabgcordne-
gefährlich, so ist dem Geldbriefträger ein Begleiter als Schuh mitzugeben. Die Beamten können hierzu einen Briefträger, den sie kennen, der der Bestellung hrnzuziehen. ,
* Wilhelm Millowitsch. Ern rm Rhernland und darüber hinaus weitbekannter Mann, der Gründer und lanqfährige Leiter der plattdeut- schon Volksbühne, Wilhelm Millowitsch, rst m El- berfeld plötzlich einem Herzschlage erlegen. Millowitsch übernahm vor Jahrzehnten von fernem Schwiegervater das sogenannte „Kölner Han- n e s s ch c-T Heater, das damals noch mrt kler- nen Puppen nach Art der bekannten Kasperle- । Theater gespielt wurde. Im Laufe der neunziger Jahre ging er dazu über,, die Pitppen dürr Schauspieler zu ersetzen und sein Theater mrt m dernen Dekorationen auszustatten. Fast sämtliche Stücke, durch die die Ereignisse der Zeit in drastr- scher und geschickter Weise verulkt wurden, verfaßte er selbst. Das Unternehmen erlangte am Rhein, aber auch in anderen Teilen Deutschlands große Beliebtheit. Vor etwa zehn Jahren mußte Millowitsch infolge eines Augenleidens das Theater in andere Hände geben. — Durch ferne Wre- derbelobung iind Derfeinerrrng des Volksftnckes, bei der er allerdings dem Zeitgeschmäcke mehr Konzessionen machte, als künstlerisch hatte geschehen dürfen, hat er sich unstreitig verdrent gemacht. Der volkskundliche Literarhistoriker wird nicht achtlos an ihm vorübergehen können und seinen Namen mit Ehren nennen.
; Eine wahrhaft tropische Hitze herrscht in ern zelnen Tellen Italiens (besonders auch m Rom An einzelnen Orten, namentlich an der Meeresküste stieg das Thermometer im Schatten bis aus 39 Grad.
erleiden.
* Ein falscher Elefant. Man schreibt der Kölnischen Volkszeitung aus Verviers, 22. Juli: Bei Gelegenheit einer Gedenkfeier, die kürzlich tn dem in der Nähe von Louvain gelegenen Orte HS- verlö stattfand, wurde» außer zwei bemannten Ballons mehrere Ballons in Tierformen losge- lassen, darunter einer, der einen Elefanten in natürlicher Größe darstellte. Dieser ging in dec Umgegend von Tiermont nieder. Ein dort auf dem Felde beschäftigter Mann bemerkte ihn Plötz- lich in der Ferne, wie er in der Richtung auf ihn in gerader Haltung sich pfeilgeschwind über den Boden bewegte, alle Hindernisse spielend über- sprang, sich von Zeit zu Zeit tändelnd ans die Seite legte, um dann mit umso größerer Schnel- ligkeit von neuem vorwärts zu streben. Starr vor Schrecken vermochte der Mann sich nicht vom Platze zu rühren. Erst als er von allen Richtun- i gen mit Heugabeln, Sensen usw. bewaffne le Bau- . ern, die sämtlich der Meinung waren, es handle sich um einen einer Menagerie entsprungenen Elefanten, zu seiner Hülfe herbeilaufen kah, faßte er wieder Hoffnung. Kurz vor ihm machte das Tier plötzlich einen gewaltigen Sprung in die Luft und legte sich bann vor einer Hecke tote tot hin. Hier wollten ihm feine Verfolger gerade den Gnadenstoß geben, als sie zur allgemer- nen Heiterkeit ihren Irrtum einfahen. Die, glna-
I lich verlaufene Jagd wurde gebührend gefeiert.
— Mißgeschick. Sonntagsreiter (der auf freiem Felde m unbekannter Gegend abgeworfen wird): „Jetzt rennt dieser elende Gaul nach Hanse, und ich sitze hier und weiß den Weg nicht."
Verieikanstalt wasserdichter Zeitdecken zu Festlichkeiten!
ter zugesagt.
Der Apostolische Legat für den 20. Eucha- nstiscken Kongreß, Kardinal Vannutelli, wurde am Mittwoch zusammen mit dem Prälat Dr. Heiner von Papst Pius X. in Abschiedsaudienz empfangen. Der Papst hat ihn ausdrücklich beauftragt, den Apostolischen Segen als linier« pfänd' des göttlichen Schutzes und zugleich als Zeichen seiner väterlichen Gesinnung allen denen, die sich für das Zustandekommen des Kongresses bemühten, den Teilnehmern und der Stadt Köln zu erteilen. Die Abfahrt von Rom erfolgt am Sonntag vormittag.
ankommen, von Kardinal Fischer empfangen und in festlichem Zuge nach dem Dom geleitet
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£1 Internationaler Euchariftgcher Kongreß.
Im Jahre 1881 sand in Lille zum erstenmale ein Kongreß von katholischen Geistlichen aller Länder statt, dessen Ziel die Hebung der Ver- ehrunq des göttlichen Heilandes, die Vertiefung des katholischen Glaubenslebens war. Seit jener Zeit hat dieser Kongreß noch 18mal in den ver- schiedensten Städten des Abend- und auch dev Morgenlandes getagt, und jedesmal war em Anwachsen der Beteiligung, eine Steigerung der Wirksamkeit feiner Arbeit, eine Hebung feiner Bedeutung im Geistesleben der Völker zu erkennen. Auch Deutschland hatte bereits einmal Ehre, den Kongreß auf deutschem Boden tagen zu sehen. Das war vor zwei Jahren, 1907, wo Metz ihn in seinen Mauern beherbergte. Im vorigen Jahre tagte der Kongreß bekanntüch in London, der englischen Hauptstadt, der größten Stadt und wichtigsten Handelsmetropole der Welt. Es war eine gewaltige Kundgebung. Wenige Veranstaltungen der letzten Jahre gibt es, über die die Londoner Presse io ausgiebig berichtet hätte, als über den Eucharistischen Kongreß. Auch die deutsche katholische Presie war vertreten, und widmete den Beratungen und den bekannten Begleitvorgängen längere Berichte und Betrachtungen. Der Kongreß zählte cw 75, 0 Teilnehmer, und bei der Prozession am Schlüsse des Kongreßes, bei der bekanntlich in letzter Stunde die Mitsührung der hl. Eucharistie verboten wurde, bildeten außer den Teilnehmern
an der Prozession 15 000 Katholiken aller Länder Spalier, abgesehen von der ungeheueren Menschenmenge, die das ganze Stadtviertel des Domes besetzt hielt. So groß war das Interesse der Katholiken der ganzen Welt an tiefer Tagung. Die Eucharistischen Kongresse sind Kongresse der Katholiken des ganzen Erdenrundes geworden, internationale Katholikentage in des Wortes
Deutscher Keich.
— Ei« gemeinsames Vorgehen der Freisinnigen und NationaNiberalen bei den säckMen Landtagswahlen scheint sich anzubabnen. Zwischen den Vertretern der oersckicdenen Richtungen fand eine Beratung statt, in der man üch über einige allgemeine Grundsätze, die für die Aufstellung der Kandidaturen maßgebend sein sollen, sowie über gewisse einzelne Wahlkreise betreffende Vorschläge verständigte.
» Tie gelben Gewerkschaften Arbeiter- fekretär Ermert in Waldenburg in Schlesien schreibt uns: „In Ihrer Nummer vom 3. ds. Ml«, veröffentlichen Sir eine Noti,, in der Sie be- hauptcn: „ich fei ein Führer b?r gelben Gewerk- schäften und früheres Mitalied sozialdemokra- tischer Verbände". Dies- Behauptimgen sind m ihrem ganzen Umfange unwahr. Zunächst habe ich einer „Gelben Gewerkschaft" noch nie m meinem Leben angehört. Ich bin vielmehr Vorsitzender des „Bundes vaterländischer Arbeitervereine", der mit den „Gelben Gewerkschaften" nicht identisch ist. Einem sozialdemokratischen
+ Erzabt Bonifaz Krug.
Es dürfte gewiß der Nachforschung wert sein, das Gckurtshaus des jüngst verstorbenen Erzadtes i Bonifaz Krug von Montecassino in Hünfeld zu ermitteln, vorausgesetzt, daß es nicht ein Opfer der I großen Feuersbrunst geworden ist. Gewiß ent- sinnen sich dort auch noch die ältesten Bewohner des Genannten als Knaben, da er ja erst im Alter von zehn Jahren den Ort verlassen hat, sowie auch seiner Eltern. Die Familie soll eine nieder- hessische gewesen sein, der Vater der Pelzmühle btt Homberg an der Efze entstammt haben. Was aber mag wohl einen kurhesfischen Gendarm un Revolutionsjahre 1848 *ur Auswanderung nach Amerika bewogen haben? Es ist jedenfalls auffallend, doch wunderbar zeigt sich auch hier das Walten der Vorsehung. Das Haupt der Familie erkrankt auf der Reise und stirbt noch vor der Einschiffung in Bremen. In Sorge und Bekümmernis zieht die Witwe mit ihren unmündigen Kindern der neuen Welt entgegen, ihre Trauer und Hilflosigkeit aber wird zur Ursache, daß sich ihrer auf dem Schiffe Ordensleute barmherzig annahmen. In Amerika bekennt sich die Familie zum katholischen Glauben; der herangewachsene Sohn nimmt 1859 zu St. Vm- cent in Pennsylvanien das Kleid des hl. Benedikt. Sechs Jahre später wird er vom Erzabt Luigi Tost, als Lehrer für Engländer und Nordamerikaner an tue Wiege des großen Ordens nach Montecasston berufen. Nachdem?. Bonifatius Krug von 1888—1895 Abt von St. Maria del Monte in Cefina und von 1895 Abt von St. Anselmo in Rom war, wurde er 1897 aus St. Benedikts Erzstuhl erhoben, den er 12 Jahre geziert hat. — Es lebt gewiß noch frisch in bet ©rinne» tun g der Leser der ,Fuw. Ztg ", wie der hochangesehene Kirhenfürst unser Bonisatiusjubiläum int Jahre IMS durch seine Anwesenheit verherrlichte. Gewiß hat ec damals auck die Stätte, wo nach des Dich
ters schönen Worten „die Sonne zuerst den Himmel vor ihm ausschloß, wo sich Mitgedorene spielend fest und fester mit sanften Banden aneinander knüpften" mit inniger Rührung begrüßt. Denn weder trennende Länder und Meere, noch lange Jahre vermögen je die Fäden zu zerreißen, die den Menschen an seinen Geburtsort knüpfen. Buch eine Schwester des Erzabtes soll der Fahne des hl. Benediktus gefolgt fein und als Oberin einer Ordensgemeinde in Chicago leben. — Als der Vollendete vor fünf Jahren m unserer Stadt weilte, hatten bekanntlich die ehrwürdigen Benediktinerinnen die hohe Ehre, ihn als Gast beherbergen zu dürsen. — Dem Benediktuterorden hat Fulda seine Entstehung wie auch die Segnungen des Christentums und der Kultur zu verdanken. Nun ist das vom hl. Bonifatius gestiftete altberühmte Kloster längst zu Grabe gegangen, aber das Fuldaer Land hat noch einmal eine Blüte getrieben, die dem gesamten Orden zur Zierde ward. Und daß dieser würdige Nachfolger St. Benedikts den bedeutungsvollen Namen Bonffatius trug, kann von uns ge- wiß auch als eine recht finnige Fügung betrachtet werden.
— Das Wetter im August. Dre Witterung im August soll sich nach dem 100jährigen Kalender (der allerdings auch nur sagen kann, es kommt s o oder es kommt —ander s), anfänglich trüb und regnerisch gestalten, vom 4. bis zum 6. hätten wir auf schöne Tage zu rechnen, dann gibt's ein Gewitter mit viel Regen und danach bunt durcheinander bald Regen, bald ^.nnen- schein. Bruiw Bürgel, der bekannte Nachfolger Rudolf Falbs, hat für den August mne große Gießkanne in der Hand. Nur vom fi. bis 16. soll es klar und schön, wenn auch windig sein, dann gibts Regen, Regen Regen. Für den 31. prophezeit Bürgel gar Vulkanausbruche, Erd- beben und Grubenkatastrophen. Das wird ja beiter. Glücklicherweise prophezeit Herr Bürgel auch nur so gut als er kann. Ob s erntrmt, was er sagt, muß er selber abwarten.
(♦) Fi« schwerer Sturm hat in der vorigen Nacht und gestern morgen in der Nord- und Ostsee mancherlei Schäden angettchtet. Auf Vogelsand iranbete der Hamburger Schoner „Haus', und bei Neuwert ist em holländischer Segler verloren gegangen. Der deutsche Schoner „Margarethe" wurde in sinkendem Zustande eingeschleppt. Durch das Rettungsboot „Walter" der Station Laboe wurden von dem auf der Kolberger Heide gestrandeten deutschen Schiffe „Theodora", 2 Personen geborgen. — Wie weitere Meldungen besagen, erlitten die Wälder und Gärten Südhannovers schweren Windbruch. In Sachsen-Altenburg knickte auf der Penizer Chaussee eine Windhose von bedeutender Heftigkeit gegen 50 Kirschdäume und ent» wurzelte sie. Ein Kirschenpflücker wurde mit der | Lester weit ins Feld geweht. Seine Frau schleuderte der Sturm in einen Ehausseegraben. — Aus der Zuidersee in Holland wurden mehrere kleinere Fischerboote von dem Sturme überrascht. Vier H0nen wurden aus größter Seenot in den Hafen von Etihuizen geschleppt, liebet das Schicksal ewes kleinen Schleppdampfers, der von den wütenden Wellen sortgettffen wurde, ist man un unge- wissen. In allen Städten und Dörfern wurden Bäume entwurzelt. In Utrecht wurde em Knabe von einem niederfallenden Baume zerfchmettert.
« quw Schutz der Geldbriefträger. Die Ueberfälle, die in letzter Zeit an verschiedenen Orten auf Geldbriefträger verübt wurden, haben das Reichspostamt veranlaßt, zur Sicherung der Geldbriefträger neue besondere Anordnungen zu treffen. Zur Bestellung von Geld sollen nur besonders kräftige, umsichtige und entschlossene Leute ausgewählt werden. Wenn es nicht zu vermeiden ist, daß auch ältere und wenig kräftige Unterbeamte als Geldbriefträger verwendet iver- den, sollen diese nur in Revieren beschäftigt wer- den, die im allgemeinen als ungefährlich geltem Erscheinen die Verhältnisse zweifelhaft oder gar
vollster Bedeutung.
Die diesjährige Tagung, die in den Tagen vom 3.-9. Aug. auf deutschem Boden, in Köln statt findet, wird an Glanz hinter der Londoner Tagung nicht zurückstehen.
i ~ Die Vorbereitungen find noch in vollem Gange. Die Beteiligung wird so gewaltig werden, daß alle Verkehrsunternehmungen besondere Maßnahmen treffen müflen, um dem Verkehr gerecht zu werden. Insgesamt haben sich bis heute angemeldet vier Kardinäle, und zwar der Kardinal Vincenzo Vanutelli, der aI5 Legat des Papstes kommt, der Kardinal Ferrari, Erzbischof von Mailand, der Kardinal Kopp, Fürstbischof von Breslau und der Kardinal Mercier, Erzbischof von Mecheln, 60 Erzbischöfe und Bischöfe (darunter auch der Hochrv. Herr Bischof von Fulda), etwa 20 Aebte, viele Domherrn und Prälaten. Namentlich zahlreich laufen die Anmeldungen vom hohen und niederen Adel ein. Ebenso wird die Teilnahme aus katholischen Laienkreisen sehr stark werden.
Nach dem Programm ist beabsichtigt, den jkndinal-Legaten Vannutelli am Dienstag den 3. August mit einem Sonderda-npfer in Koblenz abzuholen. Abends zwischen 6 und 7 Uhr wird er in Köln am festlich geschmückten Leystapel
» Ein Erdbeerkrisis ist in England entstanden Dort sind in dm letzten Jahren so zahlreiche Erdbeerpflanzungen angelegt worden, daß bi« 4$ret|e ganz fabelhaft gesunten sind und em Abernteu der Früchte sich garnicht mehr lohnt. Em Londoner Gärtner schrieb deshalb an die Blätter, er stelle feine Erdbeerplantagen armen Kindern unter Aus« sich von Lehrern zur Verfügung. Fast 10000 Km- der stelltm fich ein, aßen sich an den saftigen Beeren satt, und brachten noch je drei Kilo ihren Eltern nach Hause.
* Mr Geld kann man alles haben. In London hat sich eine Gesellschaft „zur Einführung in ti- höchsten Kreise" gebildet. Jede gewünschte Serbin« düng mit den höchsten Persönlichkeiten kann man hier erhalten. Silan muß nur entiprechend tief m I seinen Beutel greifen. In ihrem Prospekt sagt dre Direktion, der Zweck der Gesellschaft ser em „höchst moralisö^ethifcher"!
* Interessantes Experiment der englischen Marine. Bei Portsmouth wurde kürzlich em interessantes Marineexperiment gemacht. Es sollte festgestellt I werdm, ob ein Torpedobootszerstörer imstande ist, eine in einer bestimmten Tiefe unter Wasser gehaltene Kette zu sprengen. Der mglische Torpedobootszerstörer „Ferrei", deffen Schiffskörper zu diesem Zweck besondere Verstärkungen erhalten hatte, hat nun bei einem gestern früh unternommenen Versuchsangriff die vor der Hasmmündung von Portsmouth ausgelegte Schwimmsperre glatt durchgeschnitten, ohne Beschädigungen zu
Am dem Nachbargebiele.
« Hmrflkd. 28. Juli 1909. Während in den ersten Jahren des Bestehens der hiesigen Spezial- kommiffion ihre Wiederaufhebung, die für unsere I Stadt reckst unangenehm wäre, beständig erwogen wurde, scheint nun diese Gefahr auf absehbare Zeit ausgeschlossen. Die hier beantragte Verkoppelung von Steinhaus, Kreis Fulda, kann I in diesem Jahre nicht mehr beginnen, weil ine vorhandenen Arbeitskräfte stark in Anspruch genommen sind, damit im nächsten Jahre irr den aroßen Gemeinden Rasdorf und Eiterfeld die Pläne verteilt werden tonnen. Außerdem fall ein ausreichender Antrag auf Verkoppelung von Ober- und Unteruffhausen vorliegen. In diesem Jahre sind bereits in Soislinden. Griisselbach! und einem Teil von Wölf die neuen Pläne verteilt worden. ,
' Kassel, 29. Juli 1909. Auf Veranlapung der Königlichen Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, findet im Anschluß an die Sommerfcrien vom 16.—21. August tn Kassel für Lehrer des Landkreises ein Kursns zur A u §- bild trug in Tu r n- und I u gen d s p t ele n statt. Von jeder Scknle des Landkreises soll im allgemeinen je ein Lehrer teilnehmen.
* Baake, 28. Juli 1909. Einen eigenartigen Pferdehandel soll dem Vernehmen nach ein hiesi- ger Fuhrmann mit einem Zigeuner abgeschlossen haben. Er bekam für seine schon sehr bejahrte Rosinante eine goldene (?) Nhr und zwei Geigen, von denen allerdings bisher noch nicht hat sest- gestellt werden können, ob eS echte Cremoneser sind.
Verband oder Verein habe ich auch noch nie in I meinem Leben angehört." — Von den gelben Gewerkschaften und der Sozialdemokratre war m der erwähnten Notiz nur beiläufig die Rede. Sie führte den Nachweis, daß Herr E. für ferne Tätigkeit im Interesse der Arbeiter (Sekretär des , rcichslreuen Bergarbeiterverbandes") von einem Unternehmerverein mit bezahlt wird. Dagegen wendet sich Herr E. nicht.
volkswirtschaftliches und Sozialer.
= Niederelbert, 26. Juli 1909. Am Sonntag ben 25. d. M. fand hier eine gut besuchte öffentliche Versammlung statt, die sich nut tim Aussperrung der ortsansässigen christlich orgarn- Herten Maurer und Handlanger am hiesigen Kirchenbau befaßte. Sekretär Hasse aus Frank- fnrt a M vom Zntralverband chnstl. Bauhand- toerfer schilderte die Vorgeschichte der Ausioer- rung, die erfolgte, weil die Arbeiter nickt aus dem Verbände anstreten wollten. Er gab M't- tel und Wege an, auf welche Weise der Zw,e,palt in der Gemeinde wieder beseitigt werden kann. Hierauf wurde eine Resolution angenommen, tn her dein Bedauern Ausdruck gegeben toirb, über hie Entlassung der 7 Maurer und 5 .Handlanger aus Niederelbert durch den Bauunternehmer I. Schmitz, weil diese nicht aus der christlichen Organisation austreten wollten. Die Versammlung wünsche, daß Kirchenvorstaiid und Kirchen- aemeindeVertretung von dem ihnen ziistehenden Recht Gebrauch machen, für die Durchführung des Werkvertrags, der die Beschäftigung von einheimischen Arbeitern verlange, energisch emzutre- ten und die Einstellung der auSgefbcrrten Leute zu fordern. Man hoffe, daß dadurch der gestatte Friede unter den Gemeindemitgliedern und ote Erregung unter beit Arbeitern alsbalb zum Wohle aller Berufsstände in Niederelbert wieder hergestellt sein toirti