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wochenb-ikage: „Illustrierte Zonntagrzeitung" 'MBfegBs« Mmatrb-llag-: „Zuldaer Geschichtsblätter"

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üotationrdruckund Verlag der Luldaer N- tiendruckerei in Kulda

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Die Kesthalle

der diesjährigen Katholikenversammlung zu Breslau.

Die Halle wird nach den Entwürfen des Dio- zesaubaurats Ebers von der Firma Stronreyer in Konstanz unter Anwendung ihrer für zahl­reiche andere Hallenbauten bereits verwandtem und gebrauchsfähig vorhandenen Sprengwerks- koilstruktionen in schönster Lage auf einem rings­um mit waldigen Baumanlagen umgebenen freien Platze des Schleitniger Parks errichtet, den die Stadtverwaltung bereitwilligst zur Ver­fügung gestellt hat.

Sie besteht aus einem 30,0 Meter breiten, 15,0 Meter hohen Mittelschiffe, das auf jeder Seite von einem 9,5 Meter breiten Seitenschiffe begleitet wird. Ihr Inneres ist im Lichten 70,0 wa ter lang, 49,0 Meter breit und ringsum mit sehr gecaumigen Emporen versehen, zu deneq • □ i . e^?ert' jede einzelne mit einem direkt in» Freie führenden Eingang versehen, ompor- r ?üren mit zusammen 64,4 Meter

lijjk’n Tuttveiten sorgen für eine rasche und be­queme Entleerung.

Die Halle vermag über 7500 Personen zu fas. fen und erhält 5100 Sitzplätze und 2400 Steh­plätze.

, Das Podium des PräfidiumS befindet sich in der Mitte der hinteren Längsfront'auf der Süd» feth der Halle, davor etwas tiefer die Redner» bi ihne, um die stch alle Sitzplätze halb kreisför­mig. von radialen Tangen unterbrochen, grup- pteren.

Sitzplätze sowohl unten in der °uch «*«1 auf den Tribünen find so an- iS *1 V***" Purtze aus sowohl der Prastüent als cmch der Redner gut zu sehen ist. , H^.^r der Reduerbühne etwas höher ge-

t ^..Präfidenteii und der Ehrcn- N. bretet Raum für 150 Sitzplätze. Unter dem xraiidwlpodlum.und von d«n Pretzplätzen in der Ivalle leicht erreichbar befindet sich die Post mit

Telegraph und besondere Telephonzellen nebst Schaitervorraum mit Schreibstube für Postkarten und Telegramuie, daneben reihm sich zu beiden Seiten auf der ganzen süLlichsn Längsseite der .Halle noch besondere einzelne kleinere Räume für die Presse, die amtlichen Stenographen, für die Samlütswache, Feuerwache und das Lokalkomitee an, während oben auf der Präsidentenbühne hin­ter dem Sitze des Präsidenten und der Ehren­gäste ein geräumig-ä Präiidelltenziminer, sowie mehrere kleinere Räume für die Redner und Garderobe eingerichtet weroen.

Auf die Wahl des Hallenfugbodens war die Rücksichtnahme auf eine gute Akustik von.Einfluß. Daher wird der Fußboden der ganzen Halle eine vollständige, fest unterstopfte Abdielung erhalten, nicht allein mit Rücksicht auf ihre größere An- nehnilichkeit für die Besucher gegenüber einem einfachen gestampften Kiesfuhboden, sondern be- sonders auch wegen des Umstano.s, daß der Fuß­boden bei den Reden und Gesängen eine ton- reflektierende Wirkung auszuüben hat, und in dieser Hinsicht ein fester Holzfußboden dem ge- stampften Kiesfußbodeu in jeder Beziehung ent- schieden vorgkAogen werden muß.

Die nördliche Länasfront lind die westliche Giebelseite haben, weil fte dem Beschauer zunächst ins Auge fallen, eine reichere Ausbildung erfah­ren und find naturgemäß mit den Hauptein- gangen versehen worden.

Zur größeren Belebung des Ganzer, werden ferner die Emporen-Aufgänge äußerlich als sechs Türme ausgebild^.

Sämtliche Dächer, mit Ausnahme der flach­gedeckten Dorhallen, erhalten eine Abdeckung von flammensicherem, wasserdichtem Segeltuch, die Außenwände dagegen werden zunächst mit Bret- tein verschalt, daraus mit Jute verspannt und mit einem Kalkfarben-Anstrich versehen, der dann noch mit farbigen Dekorationen, einfachen Wap- panschildsn, Wappen mit Fahnentrophäen, mit Festons und Girlanden besonders gest^nückt wird.

Ein über dem Haupteingange angebrrMes, über 2 Meter im Durchmesser großes Bild der hl. Jungfrau will die Breslauer Tagung unter!

d.m ganz besonderen Schuh der hl. Jungfrau stel­len und durch feine weithin sichtbare Umschrift „In omnibus caritas" aller Welt bekundet, daß alle Reden und Verhandlungen der Katholiken- tagnng nur und ganz vom Geiste der christlichen Liebe getragen werden.

— Bon der Straußfeder. Alle Modenberichte aus Paris stimm.'» überein, daß die heutigen Herbst- und Winterdamenhüte eine Verwendung von Straußenfederschmuck aufweisen werden, wie er bisher noch nie gesehen wurde. Der Strauh- federhut des Winters wird sozusagen die Krone der aufsteigenden Entwicklung, die sich in den letzten Jahren deutlich bemerkbar gemacht hatte, sein. Bisher^war das Jahr 1907 für die süd- afrikanischn straußzuckster das beste, der Federn- empört betrug in diesem Jahre 35 Millionen Frank. Tie Züchtereien außerhalb Südafrikas sind nahezu ganz eingegangen, und die Strau- ßenzucht ist beute fast vollkommen auf die engere Heimat dieses Vogels, auf die Kapkolouie kon­zentriert. Um dieses günstige Preisverhältnis zu erhalten hat das Kapland auf den Strauhen- export einen ungeheuren Zoll gelegt: 2500 Frank für jeden Vogel und 125 Frank für jedes Ei. Tie Stoaußenzucht ist noch nicht sehr alt, sie stanrmt aus der Mitte des 19. Jahrhunderrs, bis dahin gewann man die Straußfedern nur von wiUin, auf der Jagd erlegtem Vögcsln. Im Jahre 1859 kauften einige Farmer eine Anzahl junger Strauße von Jägern und machten den Versuch, die Vögel zu zähmen. Der Versuch gab gute Erfolge, trotz der großen Schwierigkeit, die die unglaubliche Nervosität dieses hirnschwachen Vogels der Zähmung entgegensetzt. Interessant ist es, daß jede Aufregung bei diesem nerven­schwachen Vogel sich sofort in einer Verschlechte- rung seiner Federn äußert. Durch Verbesserung der Zucht hat das Gefieder des wilden Straußes, das bedeutend schlechter ist, als das des gezüch­teten, allen Wert verloren, und die ehemals so reichliche Strauhenjagd existiert kaum mehr dem Namen nach.

JV3 169.

Fulda, Mittwoch den 28. Juli 1909.

36. Jahrqanq.

Zweites Wtcrtt.

* Das neue französische Ministerium.

„Je m‘ en vais“, (ich gehe) sagte Monsieur Clemenceau nach der bekannten, für ihn ungünstig verlaufenen Abstimmung, suchte seine sieben Sachen zusammen und ging und mit ihm das übrige Kabinett. Neue Männer sind gefolgt, an deren Spitze Herr Aristide Briand, der frühere Sozialdemokrat, stehl. Die Blätter aller Schattie­rungen nehmen Herrn Briand unter die Lupe und beurteilen ihn von ihrem jeweiligen Stand­punkte auS, wobei das Urteil im allgemeinen nicht ungünstig lautet.

Unser Jnteresie an dem Personenwechsel gipfelt bekanntlich in der Frage, wer Minister des A u s w ä r t i g e n sein soll. Briand hat Herrn Stephan Pichon, den Leiter der auswärtigen Angelegenheiten, als solchen beibehalten. Theo­phil Delcasss ist nicht auf diesen Posten be­rufen worden, obwohl er der eigentliche Sieger geblieben war bei dem letzten parlamentarischen Waffengange, der mit dem Sturze Clemenceaus endete. Also haben der Präsident der Republik und seine Gehilfen bei diesem „Wahlgeschäfle" den entscheidenden Kammerbeschluß nicht dahin gedeutet, daß man die Rückkehr zu der Delcaffö- scheu Kraftpolitik wünsche, sondern haben sich für die Fortführung der besonnenen und f r i e d l i ch e n PolitikPichonsentschieden. Deutsch­land hätte sich freilich auch vor einem wieder­erstandenen Delcaflö nicht zu fürchten brauchen; aber Europa wird doch von lästigen Besorg­nissen und Geschäftsstörungen bewahrt, wenn Frankreich deutlich die Absicht bekundet, auch fernerhin von Hochpolttischen Abenteuern sich fern zu halten.

Natürlich gibt daS feine Gewähr für ewige Zetten oder auch nur eine Handrwll Jahre. Er­fahrungsgemäß dauert in Frankreich ein Mini«, ftertum durchschnittlich kaum ein Jahr; nur bei ungewöhnlichem Glück zwei bis drei Jahre, also höchstens ebenso lauge, wie bei uns zulande die Blockära des umgewandelten Bülow. Für da- neue Ministerium Briand kommt noch besonders in Betracht, daß im nächsten Jahre Neu- wählen stattfinden und nach der Erneuerung der Kammer auch ein Personenwechsel in den Ministerien einzutreten pflegt. ES ist also keineswegs ausgeschloffen, daß Herr Delcaffe, der sich mit zäher Geschicklichkeit bei jeder Ge­legenheit wieder vorzudrängen sucht, in abseh­barer Zett doch den Rückweg in daS Ministerium des Auswärtigen findet. Daraus folgt, daß die deutsche auswärtige Politik, so gern sie sich auch der freundschaftlichen Annäherung der beiden Länder widmet, doch stets auf einen Umschlag in dem wetterwendischen Paris sich gefaßt halten muß.

In dem neuen Ministerium sitzen außer dem Präsidenten Briand noch zwei ehemalige Sozial- demokraten, die sich zur Anerkennung der Staats­ordnung durchgemausert haben: Millerand und Viviani. Das sieht aus wie eine starke Neigung nach der äußersten Linken. Aber be» zeick nenderweise begrüßen gerade die a e -

mäßigten republikanischen Blätter das Mini­sterium aus Vertrauen, während von links her, von den Radikalen mit Sozialisten, sich die Gegnerschaft meldet. Im Zusammenhang mit dieser Erscheinung steht vermutlich die Ankündi- gung, daß die neue Regierung die mehrfach an­gestrebte Wahlreform bis nach den Wahlen vertagen will, sowie die Tatsache, daß der bis­herige Finanzminister Cailloux, der Vater und Vertreter deS schwebenden Entwurfs der Ein­kommensteuer, ausgeschifft worden ist. Wahr­scheinlich wird die Einkommensteuer, die in Frank­reich schon so oft versprochen und stets wieder verschoben worden ist, unter diesem halb- sozialistischen Ministerium auf der langen Bank liegen bleiben.

Und was wird aus der Kirchenpolitik? Briand ist der Vater des Trennungsgesetzes. Sein Regiment wird die Fortsetzung des Kultur- kampses bedeuten und zwar unter den vor­sichtigen Formen, die der kluge Politiker be­vorzugt und die für die gute Sache gerade recht gefährlich werden können. Von einem Auf­wachen des katholischen Volkes ist noch nichts zu spüren.

Deutsches Reich.

* Was weiter aus dem Spiel stand. — Fürst Bülow trug sich nicht nur mit der Ab­sicht, ein liberales Regiment in Preußen und im Reiche einzuführen, sondern er wollte auch unsere gesamte Wirtschaftspolitik umkrempeln; er wollte bei der Erneuerung der Handelsver­träge dem Freisinn entgegenfommen und die Zollsätze sehr ermäßigen. Die Vorarbeiten hieiz.: waren schon eingeleitet; wenigstens hat der oer- storbene Proseffor Levy von Halle sich gerühmt, daß er den Auftrag erhallen habe, alles Material gegen die Zölle zu sammeln, damit eine große Agitation gegen sie eingeleitet werden könne. Nun hat der Tod diesen rührigen Agitator weg- geriffen und der liberale Reichskanzler sitzt trauernd am Strande von Norderney. Jetzt aber ist uns auch die Trauer der freisinnigen Preffe erklärlich; sie sah schon ihren Weizen blühen, konnte aber die Frucht nicht emheimsen. Nachdem Fürst Bülow unsere gesamte Finanz- wirtschaft in Unordnung gebracht hat, würde gerade noch gefehlt haben, daß et auch die Wirtschaftsordnung, die Bismarck geschaffen hat, über den Haufen werfen würde.

* Die AuSführnngsanweisung zum neuen Lehrerbesoldungsgesetz, die der KuUusminister erlassen hat, bezeichnet als in erster Linie in Angriff zu nehmende AussührungSarbeiien die Aufstellung des Einleitung-planes der Alters- zulagekasfen für U'OS und 1909 und die Feststellung des den S ulverbänden durch das Gesetz erwachsenden Mehraufwandes. In der Anweisung heißt eS:

Die Feststellung dieses Mehraufwandes ist not­wendig, nm für die dringliche Verteilung der Er- gänzung-zuschußsondS die erforderliche Grundlage zu gewinnen. Für die Festsetzung des MietSenNchädi- gungstarifs, die im Hinblick auf di« Vorschrift im | 58, Satz 4 äußerst beschleunigt werden mit?, Haden die OberprSstdenten Sorge zu tragen. Die bisherigen Vorfchriflen über die Berechnung des Beivldungs- dienftalterS haben zugunsten der Lehrer und Lehrerinnen eine bedeutiame Erweiterung eriahreu.

Bei der Ausführung des Gesetzes wird es sich, um die Lehrperfonen tunlichst bald in den Besitz des er­höhten Diensteinkommens zu setzen, empfehlen, zunächst von dem bisher festgesetzten Bef oldungsdienstalter aus­zugehen und die Aenderungen, die nach der ander- weiten Berechnung der Dienstzeit etwa erforderlich werden, erst später auszugleichen. Die Einführung eines Normalgrundgehalts wird für die meisten der vereinigten Schul- und Kirch-nämter eine neue Regulierung erforderlich machen. Dabei ist darauf Be­dacht zu nehmen, daß die Vergütung für die kirchliche Mühewaltung, wo dies nicht bereits geschehen ist, innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens in einer Höhe sestgefetzt wird, daß sie ein auskömmliches Ent­gelt für die aus dem Kirchenamt erwachsende Mehr­arbeit bildet. Eine allgemeine Neuregelung der Ver­gütung für die kirchliche Mühewaltung kommt nicht in Frage. Eine anderweit« Regetung ist nur da vorzu- nehmen, roo Härten und Unbilligkeiten hervorgetreten sind. ___________________________

vermischtes

' Von 200 000 Litern „Wein", her in einem großen Fälschungsprozeß in Landau i. Pf. zur Vernichtung bestimmt worden lvareu, sind 48 000 Liter abhanden gekommen. Der Staatsanwalt glaubt den Liebhaber des gewässerten Weines in einem Küfer entdeckt zu haben.

'* 5 Personen sind an einem Tage in den Berliner Freibädern im Tegeler See und im Wannsee e r trun ke n.

** Nrppige Abiturienten sind diejenigen des Straubinger Lehrerseminars. Sie hatten zu ihrem Abschieds fest 50G0 ,11 gesammelt und die Jnfanterie-RegilnentZniusik aus Passau dazu kommen lassen.

'■* An Tollwut gestorben ist ein Weichensteller in A l l e n ft e i n, der vor zirka einem Jahre von einem tollwütigen Hunde gebissen und im Pa- steuer-Jnstitut in Berlin geimpft und als geheilt entlassen worden war. Schon lange versah er wieder seinen Dienst, als plötzlich die Krankheit zum Ausbruch kam. Er raste und tobte und mußte in eine Irrenanstalt eiiigeii.'fert werden, wo er nun gestorben ist.

’ Auch ein SchriSungsgruud. Natürlich in Amerika ist es passiert, daß eine Frau in der Ehescheidungsklage Recht bekam, weil der Mann eine l-artnäckige S ch w e i g f a m feit beobach­tete, nachdem ihm seine bessere Hälfte ..über ge- worden" war. Diese Schweigsamkeit sei gleich­bedeutend mit Grausamkeit.

' Tie Rialtobrücke in Venedig, eines der be- deutonsten Brückendenkmäler der Lagunenstadt, droht jetzt, nachdem man kaum mit dem Wieder­aufbau des Campanile begonnen hat, einzu- st u r z e n. Ter Bogen nach der Seite des Pa­lazzo Camerlonghi weist bereits äußerst bebenf- liche Sprunge auf. Die auf der Brücke etablier­ten Geschäftsleute werden demnächst einen an­dern Stand suck-cn müssen.

** Eine Rennbahn la tastrophe Hatto sich in ähnlicher Weise wie in Berlin am Sonntag in C b e m ni tz (Sachsen) ereignet. Es waren durch einen SchrittMacherinotor 5 Personen leicht ver­letzt worden. Jetzt bat sich ein neues, gleicharti­ges Unglück mti schlimmeren Folgen in Sem- Iin (Ungarn) zugetragen. Ein Motor geriet unter daZPublikum. Zwei Männer und ein Kind wurden schwer, mehrere Personen leicht verletzt. Der Motorfahrer selbst erlitt eine schwere Verwundung.

“ Als Zielscheibe für die italienische Fe- stuugsvrtillerie wird das starke Sperrfort V e r f ie I l o an der französischen Grenze dienen, das vor 30 Jahren erbaut wurde und heute für wertlos gilt. Es soll von Geschützen der Nachbar-

forts und von Belagerungsgeschützen zusammenge» schosien werden. Die Räumung des Forts hat bereits begonnen.

Handel und Industrie.

A. Berlin, 27. Juli 1909. Die Börse nahm am Dienstag eine abwartend« Stellung em. Immer­hin war die Haltung im großen und ganzen fest. — An der Produktenbörse gaben die Preise etwas nach. Weizen für Juli 260,75—261, Roggen für Juli 196—195.

Märkte.

* Franlsurl o. M., 26. Juli 1909. Amtliche No­tierung der Biehmarlt-Preise. Zum Verkauf standen 436 Ochsen, 35 Bullen, 866 Kühe und Junglinder, 316 Kälber, 143 Schafe und Hammel und 2003 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: ». vollfieischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes bis zu 6 Jahren 78—80 M., b. junge fleischige nicht ausgemästele und ältere ausgemästete 73—75 30t., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 62—65 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: tu vollfieischige höchsten Schlachtwertes 62—64 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 59-61 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: <u vollfieischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 72—74 Mark, b. vollfieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht­wertes bis zu 7 Jahren 60 biS 64 Mark, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 46 bis 48 M., d. mäßig genährte Kühe und Jungrinder 00—00 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 92—94 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 77—85 Pfg., c. geringe Saugkälber 60 —72 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: u. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 78—80 Pfg., b. ältere Masthämmel 68—72 Pfg., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe) 00—00. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreu­zungen im Älter bis zu l1/« Jahren 76—00 Pfg» b. fleischige 73—75 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 66—72 Pfg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg.. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Ochsen 00—00 PfV Kälber: a. 52—55 Pfg., b. 44—50 Pfg., c. 35—43 Pfg., Schweine a. 59V» Pfg., b. fleischige 58V»—00 Pfg. Geschäftsgang: Ochsen und Bullen gut, Kühe und Jungrinder mittelmäßig, Kälter lebhaft, Schafe ruhig, Schiveine gedrückt. Ueberstand in Hornvieh undeulend, in Kälbern und Schafen keiner, in Schweinen bedeutend. Aus Oesterreich-Ungarn standen 30 Ochsen zum Verkauf.

«urzer Setreide-wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschaft-« rats vom 20.—26. Juli 1909.

Der amtliche Bericht über den Feloerstaud um Mitte Juli lautete günstiger als nach der kühl« und regnerischen Witterung erwartet wurde. So­wohl beim Wintergetreide als auch in dem Stande der Sommerhalmfrüchte ist feit dem Vor­monat eine Besserung von 1—2 Punkten eingetre­ten; auch bei den Futterpflanzen sowie bei Kar­toffeln ließ sich ein ähnlicher Fortschritt feststellen. Leider war auch die abgelaufene Woche nicht ganz frei von Niederschlägen, und namentlich zum Schluß drohte die Witterung wieder einen unbe­ständigeren Charakter anzunehmen, während für die vielerorts in Angriff genommene Rozgenernte warmes und trockenes Wetter unbedingt erforder­lich wäre. Trotzdem also noch nicht alle Gefahr beseitigt erscheint und auf eine Befferung der Der» sorgungsverhäl'tnisse vorerst auch nicht gerechnet werden kann, vermochten sich die deutschen Getrei­demärkte den verflanenden Einflüssen des Aus­landes in der Berichtswoche nicht zu entziehen. Sowohl in Amerika als auch in Rußland und an der Donau haben die Erntearbeiten bei gün­stigem Wetter rasche Fortschritte geinacht, sodaß Angebote auf Abladung in letzter Zeit erheblich zunehinen. ohne bisher besonderer Kauflust zu be­gegnen. Bald greifbare Ware bedingt zwar im­mer noch hohes Aufgeld, aber die Aussicht, in kurzer Zeit billiger ankommen $u können, ver­anlaßt allgemein größte Vorsicht, und so kommt es, daß auch nahe Sichten von der allgemeine Wschwächung nicht verschont blieben. Am em- pfindinWen waren die Rückgänge indes für Heibstlieserung, indem Verkaufs- und Beylgi- chungsaufträge vom Jnlande und auch für aus­wärtige R«hnnng einen Preisdruck von über 8 Mark herbeiführten, wodurch sich die Disparität gegenüber dvm Auslande allerdings wieder er­weitert hat. Auch Herbstrogge wurde stärker iu Mitleidenschaft gezogen, während Julilieferung in dem bestehenden Warenmangel und den wieder unsicher gewordenen Witferungsvechältnisfen ein« kräftige Stüh.- fand. Hafer hat seinen Preisstand namentlich für feine Ware gut behauptet und da solche mir spärlich angeboten ist, ließen sich auch mittlere Qualitäten besser unterbringm. Für die ermäßigten Gerste,iforderunzen Rußlands zeigt sich zunchmendes Jntereffe. Mais war gleichfalls billiger käuflich, doch haben größere Umsätze in diesem Artikel nicht stattgefunden.

ES strlltrn sich bte Preis« für inländisch«- Getreide °m letzten Marktlage in Mark pro IwO Kilogr. j« nach Qualität, wobei ba8 Mehr (-(-) brzw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:

Weizen Roggen Hafer Danzig 270 193 <4- 1 ) 194 (4- 2 )

Berlin 194 (-4- 2 ) 213 (4- 1 )

Hamburg 266 (— 1 ) 197 (— 1 ) 210

Frankfurt 195 210

München 204 (— 4 ) 188 231 (+ 3 )

Weltmarktpreise: Weizen: Berkin Juli 260.00 (— 1.00), September 226.25 (— 8.50), Budapest Ott. 229.10 (— 11.70), Pari- Juli 207.20 (- 2.40), Ltver- pool Sept. 188.50 (— 9.80), Chicago Juli 166.05 (— 18.25), Roggen: Berlin Juli 195.00 (4- 1.00), Sept. 180.50 (- 5.25), Hafer: Berlin Juli 181.50 (— 0.50), September 165.50 (— 5.25) Mark per 1000 Ktloaramm.