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Die Kesthalle
der diesjährigen Katholikenversammlung zu Breslau.
Die Halle wird nach den Entwürfen des Dio- zesaubaurats Ebers von der Firma Stronreyer in Konstanz unter Anwendung ihrer für zahlreiche andere Hallenbauten bereits verwandtem und gebrauchsfähig vorhandenen Sprengwerks- koilstruktionen in schönster Lage auf einem ringsum mit waldigen Baumanlagen umgebenen freien Platze des Schleitniger Parks errichtet, den die Stadtverwaltung bereitwilligst zur Verfügung gestellt hat.
Sie besteht aus einem 30,0 Meter breiten, 15,0 Meter hohen Mittelschiffe, das auf jeder Seite von einem 9,5 Meter breiten Seitenschiffe begleitet wird. Ihr Inneres ist im Lichten 70,0 wa ter lang, 49,0 Meter breit und ringsum mit sehr gecaumigen Emporen versehen, zu deneq • □ i . e^?ert' jede einzelne mit einem direkt in» Freie führenden Eingang versehen, ompor- r ?üren mit zusammen 64,4 Meter
lijjk’n Tuttveiten sorgen für eine rasche und bequeme Entleerung.
Die Halle vermag über 7500 Personen zu fas. fen und erhält 5100 Sitzplätze und 2400 Stehplätze.
, Das Podium des PräfidiumS befindet sich in der Mitte der hinteren Längsfront'auf der Süd» feth der Halle, davor etwas tiefer die Redner» bi ihne, um die stch alle Sitzplätze halb kreisförmig. von radialen Tangen unterbrochen, grup- pteren.
Sitzplätze sowohl unten in der °uch «*«1 auf den Tribünen find so an- iS *1 V***" Purtze aus sowohl der Prastüent als cmch der Redner gut zu sehen ist. , H^.^r der Reduerbühne etwas höher ge-
t ^..Präfidenteii und der Ehrcn- N. bretet Raum für 150 Sitzplätze. Unter dem xraiidwlpodlum.und von d«n Pretzplätzen in der Ivalle leicht erreichbar befindet sich die Post mit
Telegraph und besondere Telephonzellen nebst Schaitervorraum mit Schreibstube für Postkarten und Telegramuie, daneben reihm sich zu beiden Seiten auf der ganzen süLlichsn Längsseite der .Halle noch besondere einzelne kleinere Räume für die Presse, die amtlichen Stenographen, für die Samlütswache, Feuerwache und das Lokalkomitee an, während oben auf der Präsidentenbühne hinter dem Sitze des Präsidenten und der Ehrengäste ein geräumig-ä Präiidelltenziminer, sowie mehrere kleinere Räume für die Redner und Garderobe eingerichtet weroen.
Auf die Wahl des Hallenfugbodens war die Rücksichtnahme auf eine gute Akustik von.Einfluß. Daher wird der Fußboden der ganzen Halle eine vollständige, fest unterstopfte Abdielung erhalten, nicht allein mit Rücksicht auf ihre größere An- nehnilichkeit für die Besucher gegenüber einem einfachen gestampften Kiesfuhboden, sondern be- sonders auch wegen des Umstano.s, daß der Fußboden bei den Reden und Gesängen eine ton- reflektierende Wirkung auszuüben hat, und in dieser Hinsicht ein fester Holzfußboden dem ge- stampften Kiesfußbodeu in jeder Beziehung ent- schieden vorgkAogen werden muß.
Die nördliche Länasfront lind die westliche Giebelseite haben, weil fte dem Beschauer zunächst ins Auge fallen, eine reichere Ausbildung erfahren und find naturgemäß mit den Hauptein- gangen versehen worden.
Zur größeren Belebung des Ganzer, werden ferner die Emporen-Aufgänge äußerlich als sechs Türme ausgebild^.
Sämtliche Dächer, mit Ausnahme der flachgedeckten Dorhallen, erhalten eine Abdeckung von flammensicherem, wasserdichtem Segeltuch, die Außenwände dagegen werden zunächst mit Bret- tein verschalt, daraus mit Jute verspannt und mit einem Kalkfarben-Anstrich versehen, der dann noch mit farbigen Dekorationen, einfachen Wap- panschildsn, Wappen mit Fahnentrophäen, mit Festons und Girlanden besonders gest^nückt wird.
Ein über dem Haupteingange angebrrMes, über 2 Meter im Durchmesser großes Bild der hl. Jungfrau will die Breslauer Tagung unter!
d.m ganz besonderen Schuh der hl. Jungfrau stellen und durch feine weithin sichtbare Umschrift „In omnibus caritas" aller Welt bekundet, daß alle Reden und Verhandlungen der Katholiken- tagnng nur und ganz vom Geiste der christlichen Liebe getragen werden.
— Bon der Straußfeder. Alle Modenberichte aus Paris stimm.'» überein, daß die heutigen Herbst- und Winterdamenhüte eine Verwendung von Straußenfederschmuck aufweisen werden, wie er bisher noch nie gesehen wurde. Der Strauh- federhut des Winters wird sozusagen die Krone der aufsteigenden Entwicklung, die sich in den letzten Jahren deutlich bemerkbar gemacht hatte, sein. Bisher^war das Jahr 1907 für die süd- afrikanischn straußzuckster das beste, der Federn- empört betrug in diesem Jahre 35 Millionen Frank. Tie Züchtereien außerhalb Südafrikas sind nahezu ganz eingegangen, und die Strau- ßenzucht ist beute fast vollkommen auf die engere Heimat dieses Vogels, auf die Kapkolouie konzentriert. Um dieses günstige Preisverhältnis zu erhalten hat das Kapland auf den Strauhen- export einen ungeheuren Zoll gelegt: 2500 Frank für jeden Vogel und 125 Frank für jedes Ei. Tie Stoaußenzucht ist noch nicht sehr alt, sie stanrmt aus der Mitte des 19. Jahrhunderrs, bis dahin gewann man die Straußfedern nur von wiUin, auf der Jagd erlegtem Vögcsln. Im Jahre 1859 kauften einige Farmer eine Anzahl junger Strauße von Jägern und machten den Versuch, die Vögel zu zähmen. Der Versuch gab gute Erfolge, trotz der großen Schwierigkeit, die die unglaubliche Nervosität dieses hirnschwachen Vogels der Zähmung entgegensetzt. Interessant ist es, daß jede Aufregung bei diesem nervenschwachen Vogel sich sofort in einer Verschlechte- rung seiner Federn äußert. Durch Verbesserung der Zucht hat das Gefieder des wilden Straußes, das bedeutend schlechter ist, als das des gezüchteten, allen Wert verloren, und die ehemals so reichliche Strauhenjagd existiert kaum mehr dem Namen nach.
JV3 169.
Fulda, Mittwoch den 28. Juli 1909.
36. Jahrqanq.
Zweites Wtcrtt.
* Das neue französische Ministerium.
„Je m‘ en vais“, (ich gehe) sagte Monsieur Clemenceau nach der bekannten, für ihn ungünstig verlaufenen Abstimmung, suchte seine sieben Sachen zusammen und ging und mit ihm das übrige Kabinett. Neue Männer sind gefolgt, an deren Spitze Herr Aristide Briand, der frühere Sozialdemokrat, stehl. Die Blätter aller Schattierungen nehmen Herrn Briand unter die Lupe und beurteilen ihn von ihrem jeweiligen Standpunkte auS, wobei das Urteil im allgemeinen nicht ungünstig lautet.
Unser Jnteresie an dem Personenwechsel gipfelt bekanntlich in der Frage, wer Minister des A u s w ä r t i g e n sein soll. Briand hat Herrn Stephan Pichon, den Leiter der auswärtigen Angelegenheiten, als solchen beibehalten. Theophil Delcasss ist nicht auf diesen Posten berufen worden, obwohl er der eigentliche Sieger geblieben war bei dem letzten parlamentarischen Waffengange, der mit dem Sturze Clemenceaus endete. Also haben der Präsident der Republik und seine Gehilfen bei diesem „Wahlgeschäfle" den entscheidenden Kammerbeschluß nicht dahin gedeutet, daß man die Rückkehr zu der Delcaffö- scheu Kraftpolitik wünsche, sondern haben sich für die Fortführung der besonnenen und f r i e d l i ch e n PolitikPichonsentschieden. Deutschland hätte sich freilich auch vor einem wiedererstandenen Delcaflö nicht zu fürchten brauchen; aber Europa wird doch von lästigen Besorgnissen und Geschäftsstörungen bewahrt, wenn Frankreich deutlich die Absicht bekundet, auch fernerhin von Hochpolttischen Abenteuern sich fern zu halten.
Natürlich gibt daS feine Gewähr für ewige Zetten oder auch nur eine Handrwll Jahre. Erfahrungsgemäß dauert in Frankreich ein Mini«, ftertum durchschnittlich kaum ein Jahr; nur bei ungewöhnlichem Glück zwei bis drei Jahre, also höchstens ebenso lauge, wie bei uns zulande die Blockära des umgewandelten Bülow. Für da- neue Ministerium Briand kommt noch besonders in Betracht, daß im nächsten Jahre Neu- wählen stattfinden und nach der Erneuerung der Kammer auch ein Personenwechsel in den Ministerien einzutreten pflegt. ES ist also keineswegs ausgeschloffen, daß Herr Delcaffe, der sich mit zäher Geschicklichkeit bei jeder Gelegenheit wieder vorzudrängen sucht, in absehbarer Zett doch den Rückweg in daS Ministerium des Auswärtigen findet. Daraus folgt, daß die deutsche auswärtige Politik, so gern sie sich auch der freundschaftlichen Annäherung der beiden Länder widmet, doch stets auf einen Umschlag in dem wetterwendischen Paris sich gefaßt halten muß.
In dem neuen Ministerium sitzen außer dem Präsidenten Briand noch zwei ehemalige Sozial- demokraten, die sich zur Anerkennung der Staatsordnung durchgemausert haben: Millerand und Viviani. Das sieht aus wie eine starke Neigung nach der äußersten Linken. Aber be» zeick nenderweise begrüßen gerade die a e -
mäßigten republikanischen Blätter das Ministerium aus Vertrauen, während von links her, von den Radikalen mit Sozialisten, sich die Gegnerschaft meldet. Im Zusammenhang mit dieser Erscheinung steht vermutlich die Ankündi- gung, daß die neue Regierung die mehrfach angestrebte Wahlreform bis nach den Wahlen vertagen will, sowie die Tatsache, daß der bisherige Finanzminister Cailloux, der Vater und Vertreter deS schwebenden Entwurfs der Einkommensteuer, ausgeschifft worden ist. Wahrscheinlich wird die Einkommensteuer, die in Frankreich schon so oft versprochen und stets wieder verschoben worden ist, unter diesem halb- sozialistischen Ministerium auf der langen Bank liegen bleiben.
Und was wird aus der Kirchenpolitik? Briand ist der Vater des Trennungsgesetzes. Sein Regiment wird die Fortsetzung des Kultur- kampses bedeuten und zwar unter den vorsichtigen Formen, die der kluge Politiker bevorzugt und die für die gute Sache gerade recht gefährlich werden können. Von einem Aufwachen des katholischen Volkes ist noch nichts zu spüren.
Deutsches Reich.
* Was weiter aus dem Spiel stand. — Fürst Bülow trug sich nicht nur mit der Absicht, ein liberales Regiment in Preußen und im Reiche einzuführen, sondern er wollte auch unsere gesamte Wirtschaftspolitik umkrempeln; er wollte bei der Erneuerung der Handelsverträge dem Freisinn entgegenfommen und die Zollsätze sehr ermäßigen. Die Vorarbeiten hieiz.: waren schon eingeleitet; wenigstens hat der oer- storbene Proseffor Levy von Halle sich gerühmt, daß er den Auftrag erhallen habe, alles Material gegen die Zölle zu sammeln, damit eine große Agitation gegen sie eingeleitet werden könne. Nun hat der Tod diesen rührigen Agitator weg- geriffen und der liberale Reichskanzler sitzt trauernd am Strande von Norderney. Jetzt aber ist uns auch die Trauer der freisinnigen Preffe erklärlich; sie sah schon ihren Weizen blühen, konnte aber die Frucht nicht emheimsen. Nachdem Fürst Bülow unsere gesamte Finanz- wirtschaft in Unordnung gebracht hat, würde gerade noch gefehlt haben, daß et auch die Wirtschaftsordnung, die Bismarck geschaffen hat, über den Haufen werfen würde.
* Die AuSführnngsanweisung zum neuen Lehrerbesoldungsgesetz, die der KuUusminister erlassen hat, bezeichnet als in erster Linie in Angriff zu nehmende AussührungSarbeiien die Aufstellung des Einleitung-planes der Alters- zulagekasfen für U'OS und 1909 und die Feststellung des den S ulverbänden durch das Gesetz erwachsenden Mehraufwandes. In der Anweisung heißt eS:
Die Feststellung dieses Mehraufwandes ist notwendig, nm für die dringliche Verteilung der Er- gänzung-zuschußsondS die erforderliche Grundlage zu gewinnen. Für die Festsetzung des MietSenNchädi- gungstarifs, die im Hinblick auf di« Vorschrift im | 58, Satz 4 äußerst beschleunigt werden mit?, Haden die OberprSstdenten Sorge zu tragen. Die bisherigen Vorfchriflen über die Berechnung des Beivldungs- dienftalterS haben zugunsten der Lehrer und Lehrerinnen eine bedeutiame Erweiterung eriahreu.
Bei der Ausführung des Gesetzes wird es sich, um die Lehrperfonen tunlichst bald in den Besitz des erhöhten Diensteinkommens zu setzen, empfehlen, zunächst von dem bisher festgesetzten Bef oldungsdienstalter auszugehen und die Aenderungen, die nach der ander- weiten Berechnung der Dienstzeit etwa erforderlich werden, erst später auszugleichen. Die Einführung eines Normalgrundgehalts wird für die meisten der vereinigten Schul- und Kirch-nämter eine neue Regulierung erforderlich machen. Dabei ist darauf Bedacht zu nehmen, daß die Vergütung für die kirchliche Mühewaltung, wo dies nicht bereits geschehen ist, innerhalb des gesetzlich zulässigen Rahmens in einer Höhe sestgefetzt wird, daß sie ein auskömmliches Entgelt für die aus dem Kirchenamt erwachsende Mehrarbeit bildet. Eine allgemeine Neuregelung der Vergütung für die kirchliche Mühewaltung kommt nicht in Frage. Eine anderweit« Regetung ist nur da vorzu- nehmen, roo Härten und Unbilligkeiten hervorgetreten sind. ___________________________
vermischtes
' Von 200 000 Litern „Wein", her in einem großen Fälschungsprozeß in Landau i. Pf. zur Vernichtung bestimmt worden lvareu, sind 48 000 Liter abhanden gekommen. Der Staatsanwalt glaubt den Liebhaber des gewässerten Weines in einem Küfer entdeckt zu haben.
'* 5 Personen sind an einem Tage in den Berliner Freibädern im Tegeler See und im Wannsee e r trun ke n.
** Nrppige Abiturienten sind diejenigen des Straubinger Lehrerseminars. Sie hatten zu ihrem Abschieds fest 50G0 ,11 gesammelt und die Jnfanterie-RegilnentZniusik aus Passau dazu kommen lassen.
'■* An Tollwut gestorben ist ein Weichensteller in A l l e n ft e i n, der vor zirka einem Jahre von einem tollwütigen Hunde gebissen und im Pa- steuer-Jnstitut in Berlin geimpft und als geheilt entlassen worden war. Schon lange versah er wieder seinen Dienst, als plötzlich die Krankheit zum Ausbruch kam. Er raste und tobte und mußte in eine Irrenanstalt eiiigeii.'fert werden, wo er nun gestorben ist.
’ Auch ein SchriSungsgruud. Natürlich in Amerika ist es passiert, daß eine Frau in der Ehescheidungsklage Recht bekam, weil der Mann eine l-artnäckige S ch w e i g f a m feit beobachtete, nachdem ihm seine bessere Hälfte ..über ge- worden" war. Diese Schweigsamkeit sei gleichbedeutend mit Grausamkeit.
' Tie Rialtobrücke in Venedig, eines der be- deutonsten Brückendenkmäler der Lagunenstadt, droht jetzt, nachdem man kaum mit dem Wiederaufbau des Campanile begonnen hat, einzu- st u r z e n. Ter Bogen nach der Seite des Palazzo Camerlonghi weist bereits äußerst bebenf- liche Sprunge auf. Die auf der Brücke etablierten Geschäftsleute werden demnächst einen andern Stand suck-cn müssen.
** Eine Rennbahn la tastrophe Hatto sich in ähnlicher Weise wie in Berlin am Sonntag in C b e m ni tz (Sachsen) ereignet. Es waren durch einen SchrittMacherinotor 5 Personen leicht verletzt worden. Jetzt bat sich ein neues, gleichartiges Unglück mti schlimmeren Folgen in Sem- Iin (Ungarn) zugetragen. Ein Motor geriet unter daZPublikum. Zwei Männer und ein Kind wurden schwer, mehrere Personen leicht verletzt. Der Motorfahrer selbst erlitt eine schwere Verwundung.
“ Als Zielscheibe für die italienische Fe- stuugsvrtillerie wird das starke Sperrfort V e r f ie I l o an der französischen Grenze dienen, das vor 30 Jahren erbaut wurde und heute für wertlos gilt. Es soll von Geschützen der Nachbar-
forts und von Belagerungsgeschützen zusammenge» schosien werden. Die Räumung des Forts hat bereits begonnen.
Handel und Industrie.
A. Berlin, 27. Juli 1909. Die Börse nahm am Dienstag eine abwartend« Stellung em. Immerhin war die Haltung im großen und ganzen fest. — An der Produktenbörse gaben die Preise etwas nach. Weizen für Juli 260,75—261, Roggen für Juli 196—195.
Märkte.
* Franlsurl o. M., 26. Juli 1909. Amtliche Notierung der Biehmarlt-Preise. Zum Verkauf standen 436 Ochsen, 35 Bullen, 866 Kühe und Junglinder, 316 Kälber, 143 Schafe und Hammel und 2003 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen: ». vollfieischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 78—80 M., b. junge fleischige nicht ausgemästele und ältere ausgemästete 73—75 30t., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 62—65 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: tu vollfieischige höchsten Schlachtwertes 62—64 Mark, b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 59-61 Mk., c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe und Jungrinder: <u vollfieischige, ausgemästete Jungrinder höchsten Schlachtwertes 72—74 Mark, b. vollfieischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 60 biS 64 Mark, c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Jungrinder 46 bis 48 M., d. mäßig genährte Kühe und Jungrinder 00—00 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Vollmilchmast) und beste Saugkälber 92—94 Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 77—85 Pfg., c. geringe Saugkälber 60 —72 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: u. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 78—80 Pfg., b. ältere Masthämmel 68—72 Pfg., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merz-Schafe) 00—00. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Älter bis zu l1/« Jahren 76—00 Pfg» b. fleischige 73—75 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 66—72 Pfg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg.. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Ochsen 00—00 PfV Kälber: a. 52—55 Pfg., b. 44—50 Pfg., c. 35—43 Pfg., Schweine a. 59V» Pfg., b. fleischige 58V»—00 Pfg. Geschäftsgang: Ochsen und Bullen gut, Kühe und Jungrinder mittelmäßig, Kälter lebhaft, Schafe ruhig, Schiveine gedrückt. Ueberstand in Hornvieh undeulend, in Kälbern und Schafen keiner, in Schweinen bedeutend. Aus Oesterreich-Ungarn standen 30 Ochsen zum Verkauf.
«urzer Setreide-wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirtschaft-« rats vom 20.—26. Juli 1909.
Der amtliche Bericht über den Feloerstaud um Mitte Juli lautete günstiger als nach der kühl« und regnerischen Witterung erwartet wurde. Sowohl beim Wintergetreide als auch in dem Stande der Sommerhalmfrüchte ist feit dem Vormonat eine Besserung von 1—2 Punkten eingetreten; auch bei den Futterpflanzen sowie bei Kartoffeln ließ sich ein ähnlicher Fortschritt feststellen. Leider war auch die abgelaufene Woche nicht ganz frei von Niederschlägen, und namentlich zum Schluß drohte die Witterung wieder einen unbeständigeren Charakter anzunehmen, während für die vielerorts in Angriff genommene Rozgenernte warmes und trockenes Wetter unbedingt erforderlich wäre. Trotzdem also noch nicht alle Gefahr beseitigt erscheint und auf eine Befferung der Der» sorgungsverhäl'tnisse vorerst auch nicht gerechnet werden kann, vermochten sich die deutschen Getreidemärkte den verflanenden Einflüssen des Auslandes in der Berichtswoche nicht zu entziehen. Sowohl in Amerika als auch in Rußland und an der Donau haben die Erntearbeiten bei günstigem Wetter rasche Fortschritte geinacht, sodaß Angebote auf Abladung in letzter Zeit erheblich zunehinen. ohne bisher besonderer Kauflust zu begegnen. Bald greifbare Ware bedingt zwar immer noch hohes Aufgeld, aber die Aussicht, in kurzer Zeit billiger ankommen $u können, veranlaßt allgemein größte Vorsicht, und so kommt es, daß auch nahe Sichten von der allgemeine Wschwächung nicht verschont blieben. Am em- pfindinWen waren die Rückgänge indes für Heibstlieserung, indem Verkaufs- und Beylgi- chungsaufträge vom Jnlande und auch für auswärtige R«hnnng einen Preisdruck von über 8 Mark herbeiführten, wodurch sich die Disparität gegenüber dvm Auslande allerdings wieder erweitert hat. Auch Herbstrogge wurde stärker iu Mitleidenschaft gezogen, während Julilieferung in dem bestehenden Warenmangel und den wieder unsicher gewordenen Witferungsvechältnisfen ein« kräftige Stüh.- fand. Hafer hat seinen Preisstand namentlich für feine Ware gut behauptet und da solche mir spärlich angeboten ist, ließen sich auch mittlere Qualitäten besser unterbringm. Für die ermäßigten Gerste,iforderunzen Rußlands zeigt sich zunchmendes Jntereffe. Mais war gleichfalls billiger käuflich, doch haben größere Umsätze in diesem Artikel nicht stattgefunden.
ES strlltrn sich bte Preis« für inländisch«- Getreide °m letzten Marktlage in Mark pro IwO Kilogr. j« nach Qualität, wobei ba8 Mehr (-(-) brzw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:
Weizen Roggen Hafer Danzig 270 193 <4- 1 ) 194 (4- 2 )
Berlin 194 (-4- 2 ) 213 (4- 1 )
Hamburg 266 (— 1 ) 197 (— 1 ) 210
Frankfurt 195 210
München 204 (— 4 ) 188 231 (+ 3 )
Weltmarktpreise: Weizen: Berkin Juli 260.00 (— 1.00), September 226.25 (— 8.50), Budapest Ott. 229.10 (— 11.70), Pari- Juli 207.20 (- 2.40), Ltver- pool Sept. 188.50 (— 9.80), Chicago Juli 166.05 (— 18.25), Roggen: Berlin Juli 195.00 (4- 1.00), Sept. 180.50 (- 5.25), Hafer: Berlin Juli 181.50 (— 0.50), September 165.50 (— 5.25) Mark per 1000 Ktloaramm.