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MaerM

36. Jahrgang

Fulda, Samstaa den 24. Juli 1909

M 166.

Drittes

Was der Oberst erzählte

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KEE0

ISglich mit Ausnahme bet So.nv »ab Feiertage Viertel- jährlich«Ve;«grpreir ohne vringrrlohn und Bestellgeld in Zuldaso- Wie auswärts 1-50 Hl».

Aus dem Nachbargebiete.

* Fritzlar, 23. Juni 1909. Am Dienstag nachmittag fand eine Sitzung des Vorstandes, und der im Februar gewählten AusstellungS- kommission des Obstbauvereins für den KreiS Fritzlar statt. Es wurde beschloffen, am 15., 16. und 17. Oktober im Restaurant Stadtpark hier eine Obstausstellung zu veranstalte». Bei der voraussichtlich gut ausfallenden Obsternte dürste die Ausstellung reich beschickt werden.

* Treffurt, 21. Juli 1909. Die feierliche Ueberreichung des vom Kaiser gestifteten Erin­nerungszeichens für Verdienste um das Feuerlöschwesen an vier Mitglieder der Frei­willigen Feuerwehr erfolgte gestern auf dem Rat­hause durch Bürc rm ister Bernhard.

* Duderstadt, <3. Juli 1909. Kardinal- Fürstbischof Kopp hat an den ältesten Einwohner von Duderstadt den Schlächtermeister Stockfisch, zu dessen 99. Geburtstage ein Glückwunschtele­gramm gesandt.

Dtrantw. Bebfltteurt «ar« Schütte, woch-nb-il-se: „Illustrierte Sonntagrzeitung"

lau seggen harte, durch eigene Kraft bezw. durch die Kraft des Mocks positive Arbeit ge- eistet hätten.

Die Beamten können versichert sein, daß man auch in den Kreisen des Zentrums ihre Enttäu- chung versteht, um so mehr, als das Zentrum es gewesen ist, welches z u e r st von allen Parteien und gegen den Widerstand der anderen Parteien chon vor langen Jahren gerade für die jetzt ent- täuschten Beamtenklassen eingetceten ist. Diese Beamten werden auch jetzt, wenn eininal die Nebel des Kampfes ganz verflogen sind,, erken­nen, wo wahre Freundschaft zu suchen ist, wo man ihnen mit Laten begegnet und wo mit Worten.

Pritsche lag und den Kopf auf einem kleinen Bündel ruhen harte. Auf die Frage des Beam­ten, was es enthafte, kam die Antwort, es sei feine ganze Habe. Nicht befriedigt durch diese Auskunft, öffnete der Polizeimann das Bündel, und die ersten Dinge, welche ihm zu Gesicht ka- iMi, waren zwei Broschen aus Silber und Ma­lachit. Ueberrascht von dec eigenarrigen Schön­heit der Schmuckstücke, sann er nach, wie ein so übel ausseherwer Bursche in deren Besitz gekom- men sein könne, und erinnerte sich plötzlich der Beschreibung dec bei Monnwurh geraubten Gegenstänide.

„Wie seid Ihr hierzu gelangt?" forschte er.

Ter Matrose erwiderte: „Durch Zufall. Als ich vor einiger Zeit, die Taschen voll Geld, ans Land kam, da begegnete ich einem alten Seemann, dentis gerade recht schlecht ging, und er bot mir diese Dinge zum Kaufe an, welche er von seiner Mutter ererbt habe. Ich war freigebig und be- zahfte ihm ein ordentlich Stück Geld für die Schmuckstücke, obwohl sie für mich keinen Wert hatten. Das ist Alles."

Der Polizeibeamte war aber nicht zufrieden­gestellt, sondern ließ den Mann festnebmen. Er wurde ins Gefängnis nach Monmouch geschickt, die Broschen wurden als die gesuchten erkannt, Und der Matrose wurde, des Raubes rvud Mordes angeklagt, vor das Geschwor.mengericht gestellt. „Gerade als mein Vater in den Gerichtssaal ein­trat", — so erzähste der Oberst — „hatte die Verhandlung gegen ihn begonnen."

lieber mittelgroß, mager, mit verwildertem Bart und stechendem, gelben Auge bot er, obschon er augenscheinlich durch die lange Inhaftierung viel gelitten hatte, den Anblick eines kraftvollen, furchtlosen Gesellen. Das Verhör hatte eben be­gonnen, er hatte auf die übliche Frage: ,,Be- bennen Sie sich schuldig oder nicht?" die Antwort erteilt: „Nicht schuldig, Herr", als der Eintritt eines der Gerichtsboamten in Begleitung eines Herrn die Verhandlung eine kleine Weile unter-

Ausland.

* In Griechenland will die neue Regierung sich großer Sparsamkeit befleißigen. Alle überzähligen Beamten, die bloß Gehalt beziehen, ohne beschäftigt zu sein, sollen entlassen werden. Alle Land- und Seeoffiziere, die ohne zureichen­den Grund nach dem Auslande abkommandiert sind und dort beträchtliche Bezüge erhalten, sollen unverweilt zurückberufen werden. Es find deren an 300. Auch etwa tausend junge Leute, die mit staatlichen und anderen Stipendien angeblich studienhalber im Auslande weilen, sollen nach der Heimat zurückkehren. Alle Gesandtschaften im Auslande sollen aufgehoben werden. Eine Anzahl Mittelschulen wurden bereits geschlossen. Alle höheren Offiziere, die sich bei den letzteren Prüfungen als unzulänglich erwiesen haben, werden pensioniert. Die Einnahmen der Klöster der griechischen Kirche sollen mehr als bisher für die Staatsbedürsniffe herangezogen werden. Auch werden die Gehälter der Bischöfe auf die Hälfte herabgesetzt.

Deutsches Reich.

* Die „unerträgliche Belastung". Wie man in Börsenkreisen über die Belastung von Industrie und Handel durch die neuen Steuern denkt, plaudert der Börsenwochenbericht der Frankfurter Bankfirma Ernst Henschel vom 17. Juli aus. Da heißt es:

„Selten waren der Anzeichen für eine gedeih­liche Entwickelung von Industrie und Handel so viele, wie gerade jetzt. Die Finanzreform ist unter Dach und Fach gekommen, und wenn vielleicht auch der eine oder der andere Gewerbestand wird bluten müssen, so kann doch die Allgemeinheit über das Zu­standekommen des Projektes äußerst zufrieden sein. Denn nachdem so mancher Erwerbszweia lange Zeit in der Erwartung der neuen Steuern böse Stunden der Ungewißheit durchgemacht hatte, so ist jetzt eine Beruhigung insofern eingetreten, als daß die aufzu­bringenden Summen auf eine ganze Anzahl von Gewerben gleichmäßig verteilt werden, daß also eine übermäßige Belastung des einen oder des anderen vermieden worden ist. Und gerade die Börse ist — das muß betont werden — besonders glimpflich weggekommen! Denn abgesehen von dem höheren Effektenstempel bei Neuemissionen, der überhaupt gar nicht in Betracht kommt, sind wir nur noch mit der sogenannten Talonsteuer bedacht worden. Hand aufs Her», was bedeutet denn bei den enormen Betriebsgewinnen z B. unserer Jndustriegesellschasten eine Belastung von ein Zehntel v. H. für das Jahr? Also wir haben durchaus keinen Grund zu grollen, sondern sollten uns darüber freuen, daß endlich Mittel und Wege gesunden sind, der ewigen Finanzmisere ein Ende zu bereiten."

Das hort sich anders an, als die täglichen Jeremiaden dec liberalen Presse.

(*) Schuster bleib' bei deinen Leisten! A-B-C der Schuhfabrikation, so heißt ein Fach­blatt, das sich auch einmal politisch betätigen zu müssen glaubt. Es geschieht das in der nach­stehenden plumpen und gehässigen Form: „Der Hansabund für Handwerk, Industrie und Hande ist berufen, die Interessen dieser Stände dem Adel, den Pfaffen und Agrariern gegen­über wirksam zu vertreten, damit die Zeiten des mittelalterlichen Raubrittertums, der Herrlichkeit jener edlen Menschenklasse, die sich immer wieder das andere Volk tributpflichtig zu machcn sucht, endgiltig vorübergehen." An anderer Stelle spricht das Blatt von den „Großgrundbesitzern, modernen Raubrittern ohne Burgen, die es au die Taschen der Kaufleute abgesehen haben". Daß derartige Ausfälle nicht in ein Fachblatt gehören, ist selbstoerständlich. Dem politisieren­den Fachorgan ging aus seinem Leserkreise fol­gendes Schreiben zu:

„In Nr. 14 Ihres Blalies fühlen Sie sich be­müßigt, auch das glatte Parkett der Polirik zu be­tteten. Daß Ihr erstes Debüt gerade glänzend aus­gefallen sei, wird niemand behaupten können. Aus­drücke, wie „Raubritter ohne Burgen", „Adel und Pfaffen", die das Volk tributpflichtig machen wollen",

^Liberale Beamtensreurrvlichkeit.

Wir lesen in der „Kölnischen Volkszeitung": Es ist für die Eingewechten ein gar ergötz­liches Schauspiel, zu sehen, wie der Liberalismus nach dem Fiasko, das er infolge der Unfähigkeit -u positiver Arbeit in der eben geschlossenen durch drei Jahre sich hinziehenden Legrslatuc^rrode erlitten hat, sich abmüht, die öffentliche Aufmerk­samkeit von der Blamage, der er verfallen ist, abzulenken und durch tendenziöse, mit der Wahr­heit nicht in Einklang zu bringende Darstellun­gen dem Volke Sand in die Augen zu streuen. In der unverfrorensten Weise wird von jener Seite versucht, insbesondere die Beamten gegen bas Zentrum aufzuhetzen., Gerade mrt bezug auf die Boamteri follte aber die liberale Presse etwas kleinlaut sein. ,. ,,

Die Beamtenbesoldung bezw. die Aufbesse­rung derselben kostet Geld, und das Geld muß beschafft werden. Als vor zweieinhalb Zähren die Neuwahlen vor der Türe standen, da h-tt der Liberalismus in nicht zu überbietender Werse sich um die Gunst der Beamten beworben und sie durch Versprechungen zu ködern gesucht. Das Resultat der Wahl war, daß zwar das Zentrum numerisch nicht geschwächt wurde, daß aber in­folge der neuen Parteikonstellation sein Einstich •gegen früher zurück-gedrängt wurde. Die Block­ara begann und im Block bildete gerade die natio- Nalliberale Partei den „Kern".

Nun ist wohl die Frage berechtigt: Was hat denn der Block und in chm dessen Kerntruppe, die nationalliberale Partei, für die Beamten er­reicht? Was im Jahre 1907? Was im Jahre 1908? Und was hat er erreicht im Jahre 1909?

Ohne Geld keine Möglichkeit, den Beamten die 100 Mill. Mark zu zahlen, welche die Regie- rung aus sich für die Aufbesserung der Beamten bestimmt hatte, und erst recht keine Möglichkeit, den Beamten zur Erfüllung ihrer weitergehenden Wünsche noch über diese hohe Summe hinaus Aufbesserungen zu beschaffen. Was hat denn nun der Liberalismus, insbesondere auch der Li­beralismus, der sich so gerne in besonderer Weise „national" nennt, für die Beamtenaufbesserung bewilligt? Nicht einen einzigen Pfen­nig!

Nachdem er zwei lange Jahre hindurch die Beamten enttäuscht hat und seine Versprechungen bei der Wahl im Januar 1907 nicht gehalten hat, geht er im Jahre 1909, nachdem er die Finanz­reform nicht zustande bringen konnte, dazu über, alle Steuergesetze abzulehnen, unbekümmert dar­um, daß die Beamten in Angst und Sorge ban­gen. Was scherte die verärgerten Liberalen die Beamtenschaft. Keinen Pfennig bewil­ligten sie! Und trotzdem erkannten sie die Notwendigkeit der Finanzraform durchaus an. Wie sagte doch Bassermann noch am 25. Juni dieses Jahres? „Wir stehen nach wie vor au: dem Standpunkte, daß wir bereit sind, 400 Ml- lionen indirekter Steuern, darunter 250 aus Branntwein, Bier und Tabak zu bewilligen." Dann aber kommt die eigensinnige Art der libe­ralen Politik zum Ausdruck. Weil die Besitz­steuern Nicht genau so, wie die liberale Diktatur sie wollte, zustande kamen, erklärre der Führer der „nationalen" Liberalen, daß sie die Finanz­reform im ganzen wie in ihren einzelnen Teilen ablehnen. Woher sollte denn nun die Re­gierung die Mittel nehmen, um das den Be­amten gegebene Versprechen zu halten?

Aber nicht genug damit. Trotzdem die Libe­ralen keinen Pfennig bewilligt, mit dem die Re­gierung die Wunsche der Beamten befriedigen

sehender Herr, ein „Kapitän Forsyth von der königlichen Flotte", in dem größten Hotel der Stadt cchgestiegen, um hier in der Gegend dem Fischfang obzuliegeu. Aber das Wetter war so entsetzlich schlecht gewesen, daß ec sich um eine andere Umerhaltung umsehen mußte. Er zog beim Wirte Erkundigungen ein und hörte von dieser so großes Interesse erregenden Verhand­lung. Uno so geschah es, daß Kapitän Forsyth bei Beginn der Verhandlung seine Karte an den Richter sandte, dar ihm mit großem Vergnügen die Erlaubnis erteilte, nach damaliger Sitte auf der Richterbank Platz zu nehmen.

Die Verhandlung wurde fortgesetzt. Zeugen wurden vorgerufen, um die Identität der Broschen festzustellen; die Tienstleute beschworen, daß die Gestalt des Gefangenen jener des Mörsers ähnele. Zu seiner Verteidigung trat kein einzi­ger Zeuge auf. Alles sprach für feine Schuld, und die Richter zogen sich ins Beratungszimmer zurück; in wenigen Minuten kehrten die Ge­schworenen zurück und der Obmann vrkündigie unter atemloser Erwartung des gedrängt vollen Gerichtssaales das einstimmige „Schuldig".

Sobald das Wort gesprochen war, erhob sich der Angeklagte von seinem Sitz zur vollen Höhe, hob seine beiden Arme empor, blickte nach auf­wärts und rief mit gebrochener Stimme: „Nicht schuldig! Nicht schuldig!"

Ter Vorsitzende frug ihn nun, wie es Brauch ist, ob er vor Fällung des Richtspruchs noch et­was vorzubringen habe, und der Gefangene schrie heiseren Tones: „Nicht schuldig, mein Gott, nicht schuldig! Vor Gott und den Menschen, ich bin an dem Verbrechen unschuldig. Nie sah ich den Ermordeten, ich habe nicht gemordet. O Ka­pitän, Kapitän", in seiner Erregung sprach er den Richter an, als ob er fein Vorgesetzter sei, „ich bin so unschuldig an diesem Verbrechen, wie ein kleines Kind." Er hielt inne. Tann plötz-

ind wenig parlamentarisch und erinnern an die Phraseologie gewißer sozialdemokratischer Jntelligenz- pächter. Es ist nicht einzusehen, was z. B. die „Pfaffen", die der gebildete Mensch Geistliche zu nennen pflegt, mit einem Fachblatt zu tun haben. Auch läßt sich darüber streiten, ob nicht die Bezeich­nung „Raubritter ohne Burgen" mehr zuträfe auf jene Kreise des Großkapitals und des Kohlensyndikats, die der Industrie sowohl wie dem Volke durch ihre Kohlen­preis- und Zinsfußpolitik eine Abgabe auferlegen, mit der die ganze Finanzmisere hätte behoben werden können. Ich verzichte gern auf weitere Zusendung Ihre« Blattes. Wenn ich Politik studieren will, wende ich mich zu kompetenteren Organen."

So ist's Recht!

konnte, waren sie es gerade, welche der Regierung gegenüber den „starken Mann" zu spielen belieb- len, als es sich darum handelte, für die Beamten Geld auszugeben. ti

Die Regierung hatte ihr „U n a n ne h mb a r ausgesprochen und zwar in bet unzweideutigsten Weise. Die Liberalen, welche sonst so oft es dem Zentrum verübelten, wenn es trotz des weit we­niger ausgeprägt gesprochenen „Unannehmbar" der Regierung fest blieb, welche in solche Falle von einem kaudinischen Joelle sprachen, unter welches das Zentrum die Regierung beugen wolle, diese selben Liberalen beliebten nunmehr aus agitatorischen Gründen gegenüber dem „Unannehmbar" der Regierung fest zu blei­ben. Sie waren der Meinung, daß die neue Mehrheit, welche sich der ganzen Tragweite ihres Handelns bewußt war, für die Beamten das Er­reichbare bewilligen würde, daß sie aber nicht die Verantwortung auf sich nehmen wolle, durch Festhalten an den freilich berechtigten, aber nicht erreichbaren höheren Forderungen für zwei Be- amienkategorien die ganze Vorlage der Regie- rnng samt den über die 100 Millionen jugefag- ten 17 Millionen zu gefährden und dadurch meh­rere Hunderttausende anderer Beamten nach jahrelangem vergeblichem Hangen und Bangen während der Dauer der „glorreichen" Blockära noch weiter zu enttäuschen und zu schädigen..

Beharrte aber die neue Mehrheit auf diesem vernünftigen Standpunkte und nahm das Er- reichbare, dann konnten die Liberalen — fo kal­kulierten sie — den Beamten gegenüber sich als die Tugendbolde und das böse Zentrum als die Gegner der Beamten hinstellen. Schade nur, daß das Zentrum diese wohlfeile Art der Beamten­freundlichkeit und dieses durchsichtige Manöver durchschaute und es durchkreuzte.

In der zweiten Lesung stellten die Liberalen ihre Anträge, welche höhere GeHoltsätze für die Assistentenklasse und für die Schaffnerklafse be­zweckten. Sie rechneten mit der Ablehnung die­ser Anträge durch die Mehrheit. Mas aber tat das Zentrum? Es nahm diese höheren Anträge der Liberalen an. Das kam den Liberalen unerwartet und das brachte sie in nicht geringe Verlegenheit. Mit Hilfe von meh­reren Dutzend Zentrumsstimmen erzielten die Anträge betreffend die höheren Gehälter der Unterbeamten eine Mehrheit v-m 201 gegen 132 Stimmen und die Anträge zugunsten der Assi­stentenklasse eine Mehrheit von 220 gegen 114 Stimmen. Was geschah aber daun?

Was taten die N a t i o n a l l i b e r a l e n am folgenden Tage, in der entscheidenden dritten Lesung! Hielten sie auch jetzt ihre Antrags auf­recht oder erneuerten sie dieselben? Nein! An­gesichts der strikte ablehnenden Haltung der Re­gierung stimmten sie für den Kompromißantrag, welcher die 117 Millionen für die Beamten be­willigte. die weitergehenden Forderungen für die beiden genannten Kategorien aber fallen ließ, weil ste eben nicht ducchzu sehen waren. Die Na- tionalliberalen in ihrer großen Mehrheit hand'l- ten jetzt endlich vernunftgemäß. Sie wollten die Verantwortung nicht übernehmen, daß die ganze Vorlage zu Fall^ käme und sie taten, was das Zentrum tat: Sie „fielen um." Ihr Ver­such, die Verantwortung auf das Zentrum zu schieben, war durch die Taktik des Zentrums zu­nichte gemacht.

Man muß sich diesen Hergang recht klar vor Augen halten, um zu erkennen, wie i ä in m e r - - lich der jetzige Versuch der liberalen Piesse ist, dem Zentrum eins cmsjuwischni.

Hunderttausende von Beamten hätten schon vor Jahr und Tag in den Besitz der höheren Ge- ■ Hölter kommen können, wenn die Liberalen zu ; der Zeit, da nach ihrem Willem das Zentrum nix

Himmel, dieser Mann ist hier!"

Ein Murmeln des Staunens durchlief den Gerichtssaal. Das Gefühl des Grausens, das die Gemüter in Spannung versetzt hatte, verwandelle sich in Bestürzung.

„Zeigt mir diesen Mann", sagte der Richter.

„Der Mann, der mich zu retten vermag", er­widerte der Häftling, „sitzt hier neben Euch", und er wies auf den erstaunten Kapitän Forsyth.

Der Vorsitzende wandte sich an .Kapitän For­syth und frug' „Dieser Mann scheint Sie zu kennen? Ist dies wirklich der Fall?"

„Nein, gewiß nicht!" erwiderte dieser höch­lichst erstaunt, „ich habe den Mann nie in meinem Leben gesehen."

„O, Kapitän", fiel der Häftling ein, „er­innert Euch nur, Ihr kennt mich, Kapitän For­syth. Ihr werdet doch nicht das Leben eines un- schuldigm Menschen durch eine rasche Aussage auf's Spiel setzen."

„Das ist doch seltsam, Munn", erwiderte der Kapitän, „daß Ihr meinen Namen kennt l Aber ich wiederhole, daß ich Euch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe."

„Was? Ihr kennt John Williams vom „Nep­tun" nicht, den Führer der Kriegsschaluppe Eures Kutters? "

„Ja, John Williams kenne ich wohl, aber der seid Ihr Nicht. John Williams war der munterste Junge, der je unter mir diente, und der wäre unfähig, das zu begehen, dessen Ihr hier ange­klagt seid."

„Kapitän", wiederholte der Angeklagte, „ich schwöre Euch, ich bin John Williams. Eine lange Krankheit, die Trunksucht, der Aufenthalt in dem verwünschten Gefängnis haben mich so zu gerich­tet. Und ich will's Euch beweisen, Kapitän, ich

Mitternacht war schon längst vorüber, als wir uns vom Whisttisch erhoben und rings ums Feuer setztest. Oberst Thornton sagte: „Wenn Ihr «ficht zu müde seid und noch ein halbes Stünd­chen aufbleiben wollt, so will ich Euch eine Ge­schichte erzählen."

Wir versicherten, daß wir uns nie weniger ermüdet gefühlt hatten, und Wenns nötig wäre, bis zum Morgengrauen wach sitzen wollten.

Und, der Oberst begann:

! „Mein Vater war, wie Ihr wißt, Rechtsan­walt. Die Begebenheit, welche ich Euch eben mit- (teilen will, hat sich, wie er mir erzählte, unter seinen Augen abgespielt.

Im Jahre 18 . . kam in Monmouth ein Fall zur gerichtlichen Entscheidung, dec die Nachbar­schaft, ja die ganze Gegend noch Jahre lang nach- bec beschäftigte. Mein Vater war einem nahen Gerichtshof zugeteilt; da erhielt er eines Tages nn paar Zeilen von einem Freunde, die ihn auf- forderten, zum Gerichtshöfe von Monmouth zu eilen ,wo ein Fall von außergewöhnlichem Jnrec- effe zur Verhandlung gelange. Der Tatbestand war folgender:

-.. 53°r eitriger Zeit waren vermummte Männer Ni das Haus des Pächters in der Nähe von Mon- viouth Ungebrochen, hatten den Pächter ermordet «.nL ^Ine Magd entsetzlich mißhandelt. Unter Dingen befanden sich auch zwei sSttbevbraschen, die seltsam mb Ma- ¥er waren, Familien-Erdstücke. Trotz

* ^ten Nachforschungen und der

-GenenWn^o Bekanntmachung der geraubten ' formte fein! genauen Beschreibung

bef gefunden werden.

O eincm^Lrte£e Morde fiel je- Zeines Mass ™ beim Durchschreiten

’me? SÄ -n Bristol ein herabgekom- ausHSHend<jr Matrose auf, der auf elnetj

brach. Diese Unterbrechung muß erklärt werden. I lich mit vor Rührung erstickter Stimme: „Ja,ja, Vor einigen Tagen toar ein ruhiger, elegant aus- ’ rin einziger Mann kann mich jetzt retten. Aber 'er kann es, sagt, was Ihr wollt! Dank Dir, o

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