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3.%eEe"in$utoa. wochenbeirage: „Illustrierte Sonntagszeitung

Momtrbellage: „Kildaer Geschichtsblätter"

Anjrigen: Vie ehh fpaltigepetitzeileoder bereit Raum 15 Pfg. Reklamendrepetitzeile 25 Pfg., bei Wieder­holungen wird entspr.

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Lotationrdruckund Verlag der Luldaer Ak- tiendruckerei in Zulda Zernsprecher Rr. y.

Erscheint täglich mit Ausnahme der So.m- «ndZeiertage. viertel­jährlicher Bezugspreis ohne vrkngerlohn und vestellgeld in Zulda so­wie auswärts 1.50 Mt.

Verant«. Redatteur?

Sarl Schütte;

Fulda, Mittwoch den 21. Juli 1909.

36. Jahrgang. -

M 163.

Zweites Wtcrtt.

Steuer

<) Das wichtigste aus den neuen Reichssteuergesetzen III. Besteuerung der Beleuchtungsmittel.

§. 2. Höhe der Sieuer. Die beträgt A. für elektrische Glühlampen und Brennern zu solchen: a) Kohlenfadenlampen: 1. bis zu 15 Matt 5 Pfennig, 2. bis 25 Watt 10 Pfennig, 3. btt 60 Watt 2O tzfg. 4. bis 100Watt 30 Pfg, 5. btt 200 Watt 50 Pfg.; b) Metallfadenlampen, Nernst- lampenbrenner und andere Glühlampen das Doppelte; 6. für solche von höherem Verbrauche zu a) je 25 Pfg, zu b) je 40 Pfg. mehr für jedes weitere angefangene Hundert Watt. B. Für Glühkörper zu Gasglühlicht« und ähnlichen Lampen: 10 Pfg. für das Stück. C. Für Brennstifte zu elektrischen Bogenlampen: 1. aus Reinkohle: 60 Pfg. für das Kilogramm, 2. aus Kohle mit Leuchtzusätzen und für alle übrigen Brennstifte: 1 Mark für das Kilogramm. D. Für Brenner zu Queck­silberdampf- und ähnlichen Lampen bis 100 Watt: 1 Mark für das Stück, für solche von höherem Ver­

brauche je 1 Mark mehr für jedes weitere angefangene Hundert Watt.

§ 14. Verkaufsstellen. Wer sich gewerbs­mäßig mit dem Verkauf von steuerpflichtigen Beleuch- lungsmitteln befassen will, hat dies vorher der Steuer­behörde anzuzeigen. Er ist verpflichtet, den Beamten iber Steuerverwaltung seine Vorräte an Waren der be­zeichnenden Art zum Nachweise, daß ste mit den vor- ueschriebenen Steuerzeichen versehen sind, zu den üb­lichen Geschäftsstunden auf Verlangen vorzuzeigen.

§ 16. Behandlung der Steuerzeichen. IDie Steuerzeichen sind an den Packungen solange un­verletzt zu erhalten, bis diese zur Vornahme des stück­weisen oder Kleinverkaufs geöffnet werden müssen oder san den Käufer abgegeben werden. Geöffnete, ganz !oder teilweise entleerte Packungen dürfen mit steuer­pflichtigen Beleuchtungsmitteln nicht nachgefüllt werden. Der Einzelverkauf darf nur mit oder aus den zu­gehörigen Umschließungen erfolgen. Wer als Verkäufer ^steuerpflichtige Beleuchtungsmittel empfängt, die nicht in der vorgeschriebenen Weise verpackt, bezeichnet und mit Steuerzeichen versehen sind, hat innerhalb dreier Lage der Steuerbehörde Anzeige zu erstatten.

§ 38. Uebergangs- und Schkußvorschrif- ten. Von den bestehenden Betrieben zur Herstellung öder zum Verkaufe steuerpflichtiger Beleuchtungsmittel find die nach diesem Artikel erforderlichen Anzeigen »ur Vermeidung der angedrohten Ordnungsstrafen spätestens drei Monate vor dem Inkrafttreten des Artikels zu erstatten.

§ 39. Hersteller von Beleuchtungsmitteln der im r§ 1 bezeichneten Art haben die am Tage des Inkraft­tretens dieses Artikels außerhalb der Räume des an­gemeldeten Herstellungsbetriebes vorhandenen, in ihrem Besitze befindlichen steuerpflichtigen Beleuchtungsmittel innerhalb einer Woche dem Steueramt anzumelden und, soweit sie nicht ausgeführt oder auf ein Zoll- ober Steuerlager gebracht werden, nach Maßgabe des § 2 zu versteuern. Zur Veräußerung bestimmter Be­leuchtungsmittel und anderer Vorräte von solchen, die sich am Tage des Inkrafttretens dieses Artikels außer­halb eines Herstellungsbetriebes ober einer Zollnieder­lage befinden, unterliegen, soweit sie nicht dem eigenen Haushalt des Besitzers dienen, nach näherer Bestim­mung des Bundesras der Steuer in Form eimr Nach­steuer. Die Nachsteuer kann ohne Sicherheitsbestellung auf drei Monate gestundet werden, gegen Sicherheits­bestellung ist sie auf sechs Monate zu stunden.

nicht mehr als 150 Doppelzentner Malz verarbeitet worden sind, die Steuer von den ersten ISO Doppel­zentner des in einem Rechnungsjahre verwendeten Malzes auf 12 Mark für den Doppelzentner ermäßigt. Diese Vergünstigung erlischt mit dem Ablaufe des Rechnungsjahres, in dem die Brauerei mehr als 150 Doppelzentner Malz verwendet hat.

Artikel V. Die Nr. 186 des Zolltarifs vom 25. Dezember 1909 erhält folgende Fassung: Bier aller Art, Malzextrakt in dünnflüssigem Zustand, auch mit Heilmittelzusätzen 9.65 M.

Artikel VI betrifft Bierlieferungsverträge. (Vergl. den Artikel: »Die Bierpreiserhöhung" in Nr. 162 ds. Blattes.)

Deutsches Reich.

** Die Zündholz steuer sollte nach Mitteilungen, die durch die ganze Preffe gelaufen sind, am 1. August in Kraft treten. Es wird jetzt darau hingewiesen, daß diese Steuer wie die Steuer auf Beleuchtungskörper erst am 1. Oktober in Kraft tritt. Der Irrtum ist dadurch erklärlich, daß der,Reichsanzeigeri die Steuergesetze bisher noch nicht veröffentlicht hat, authentische Gesetzes­texte also noch nicht vorliegen.

)( Die „Einigkeit" der Nationalliberalen des Reiches scheint nicht allzugroß zu sein. So geht aus dem Vertrauensvotum, das die hessi­schen Nationalliberalen in einer Versammlung in Worms am Sonntag dem Abg. Frhr. v. HeyE gaben, hervor, daß diese keineswegs mit der nationalliberalen Opposition im Reichstage gegen die Finanzreform einverstanden sind. Infolge­dessen nahm auch Frhr. v. Heyl das bereits niedergelegte Reichstagsmandat wieder an. — Die württembergischen Nationalliberalen dagegen stürmen immer noch scharf gegen den „schwarzen" Block an. Das ist leicht erklärlich, wenn man bedenkt, daß Abg. Hieber ihr An­führer ist. Eine am Sonntag in Stuttgart an­beraumte Versammlung der nationallrberalen Partei Württembergs stimmte einer Resolutio zu, wonach bei ber Reichsfinanzresorm bie Interessen bes in Württemberg besonders zahlreichen bäuerlichen unb gewerblichen Mittelstandes nicht beachtet worden wären. Die Versammlung ruft bas schwäbische Volk in Stabt unb Lanb zu energischem Kampfe gegen ben „unsere nationalen Interessen schwer schäbigenben ultramontan-konservativ-polnischen Block' auf unb er­wartet, baß alle Bezirks- und Ortsoereine der national- liberalen Partei bie Arbeit in biesem Sinne nnverzüg- lich aufnehmen.

So gefährlich wird es nun mit dieser „Ar­beit" wohl nicht werden. Abgesehen davon, daß die nationalliberale Partei sowieso in Würtem- berg nur sehr wenig Fuß gefaßt hat, werden vor allem die württembergischen Bauern und Gewerbetreibenden es nicht verstehen, daß die Nationalliberalen aus der Ablehnung der Erb- anfallsteuer eine Prinzipienfrage gemacht haben.

Ausland.

zwischen zwei Nationen bestand. Zwischen Eng­land und Deutschland sei weit weniger Veranlas­sung zu Reibungen vorhanden, als früher mit Rußland und Frankreich. Es gäbe zwischen den beiden Ländern keinen Widerstreit der Interessen. Der Handelsminister forderte die Zuhörer auf, sich doch nicht von übelwollenden oder törichten Leuten irre führen zu lassen, die behaupten, zwi­schen beiden Ländern bststehe eine fundamentale Gegensätzlichkeit der Interessen. — In Indien scheint man aus Anlaß des Dhingra-Mordes scharfe Polizeimaßregeln wieder ergreifen zu wol­len. Es ist aber wohl zu befürchten, daß dadurch die Erbitterung noch bedeutend zunimmt.

volkswirtschaftlicher und Soziales.

Für den diesjährigen sozialen Ferienkursus des Volksvereins, der wie die frühcrn eine Spe­zialfrage behandeln wird, nämlich Wesen und Aufgaben des heutigen Staates "sowie Verfassung, Gesetzgebung und Ver- waltung, liegt nunmehr das geiraue Pro­gramm vor. Der Zweck dieses Kursus ist kurz der, zunächst grundlegende Kenntnisse auf dem Gebiete der allgemeinen Staatslehre zu vermitteln, ferner soll er in die Eigenart der deutschen b u n d e s st a a t l i ch e n B e r f a s ° 1 li n g einführen. Weiterhin soll er unterrichten über Wesen und Notwendigkeit der Politik, über ibre Triebkräfte und deren Wirksamkeit, also übr das Werden der Gesetze und den Gang der Verwaltung. Und endlich soll er die Probleme kennzeichnen, welche speziell die deutsche Staats- kunst zu lösen hat. Dementsprechend werden an den Tagen vom 9. bis 14. August folgende Vor­träge gehalten werden:

Montag: Vormittags: Werdegang unb Charakter des heutigen Staates. Nachmittags: Versaffungsformen. Das Deutsche Reich als Bundesstaat.

Dienstag: Vormittags: Staatsverwaltung unb Selbstverwaltung. Nachmitlags: Volksvertretung unb Parteiwesen.

Mittwoch: Vormittags: Die heutigen Grunb- lagen ber deutschen Wirtschaftspolitik. Nachmittags: Die innere Wirtschaftspolitik des Deutschen Reiches.

Donnerstag: Vormittags: Die äußere Wirt­schaftspolitik des Deutschen Reiches. Nachmittags: Staat unb Kultur.

Freitag: Vormittags: Grunbsätze unb Geschichte der Sleuerpolilik. Nachmittags: Die heutige Steuer­belastung in Reich, Staat und Gemeinde.

Samstag: Vormittags; Notwendigkeit uub Mittel der staatsbürgerliche» Belehrung.

Für den Kursus werden sich jedenfalls alle in- dressieren, die im Dienste des Staates und der Gemeinde arbeiten sowie die große Zahl der im öffentlichen Leben tätigen Personen, insbesondere die Vertreter der Prelle und die Vorstände von sezialm Vereinen. Gebühren für dem Kursus werden nicht erhoben. Die Teilnehmer haben nur die Aufenthaltskosten zir bestreiten. Anmel­dungen, insbesondere Bestellungen von Logis in Gasthäusern oder Privatwohnungen (volle Pen­sion kann in letztem nur selten beschafft werden) sind vor dem 1. August an das Volksvereinshaus in M.Gladbach zu richten.

Aenderung des Brausteuergesetzes.

Artikel I. § 6. Die Steuer beträgt für jeden Doppelzentner des Gesamtgewichts ber in einem Brauereibetrieb innerhalb eines Rechnungsjahres steuer­pflichtig geworbenen Braustoffe

von den ersten 250 Doppelzentner 14 M. „ „ solgenben 1250 „ 15 „

„ „ „ 1500 „ 16 „

„ „ „ 2000 „ 18 „

„ bem Reste.........20 „

Für die vor dem 1. Oktober 1908 betriebsfähig hergerichteten Brauereien wirb, sofern in ihnen im Durchschnitte der Rechnungsjahre 1906, 1907 unb 1908

Kleines Feuilleton.

— Der Monat Juli und die Weltgeschichte. Wenn wir einen Blick auf die Geschichtsdaten wer­den, dann machen wir die Wahrnehmung, daß der Monat Juli ganz besonders dazu auserlesen war, in dem Geschick der Völker eine gewichtige Rolle zu spielen. Es dürfte wohl kaum einen zweiten Monat geben, in dem beispielsweise so viele Ent­scheidungsschlachten geliefert wurden wie im Juli. In der alten Geschichte fällt auf den 18. Juli (390 V. Ehr.) die für die Römer verhängnisvolle Schlacht an der A l l i a, einem Nebenflüßchen

Tiber unweit Roms, in der sie durch die Gal- llier unter Brannus eine schwere Niederlage ernt- wen. Dieser Unglückstag führte von da ab die Bezeichnung „Dies Alliensis". Im Mittelalter mben wir am 4. Juli (1187) die Schlacht bei Hattin unweit Tiberias, in welcher Saladin einen entscheidenden Sieg über die Christenheit Davonträgt, Jerusalem erobert und den unglllck- »ichen König Lusignan vom Thron stößt. Ferner fallt auf den 15. Juli (1139) die für Portugal bedeutungsvolle Schlacht bei Our rque, in der öte Araber besiegt wurden und Alfons I. Henri- wieder Herr seines Landes ward. Die neuere Zeit bringt uns für den 8. Juli (1709) spätere Macht Peters des Großen hochwichtige Schlacht bei Poltawa, durch die «s Schicksal Karls XII. besiegelt wird. Am 3.

(1799) erstürmt Napoleon I. Aljexan- f 1 »r>m V.P*3 Zehn Jahre später, am 5. und 6. Juli non et ben Oestereichern unter Erzher-

CQmi Vre schwerwiegende Schlacht bei Wag- kaü 0e bar sich Kaiser Franz gezwungen J&nQTrr,C?tSr0471 121 Juli den Waffenstillstand bei gehorch *neuesten Geschichte an- HlSßfiv -i schließlich zu nennen der 3. Juls 8>ie än/uT .?nr deut schMterreichifchen Feldzuge Diinak^dungfchlacht bei Königsg?ätz ucheint au$ §.u revolutionären Aktionen

-**cc >rulr mit Vorliebe benutzt zu sein; au-

** England. Eine abermalige Rede des deutschfreundlich gesinnten Handeisministers Churchill macht in England erhebliches Auf­sehen, weil dieser Minister sich damit in offenem Gegensatz zu der Schvarzseherei seiner Minister­kollegen stellt. Er wies darauf hin, wie der „un­ausbleibliche Krieg" mit Rußland sich ganz von selbst in ein enge-s Einvernehmen mit Rußland verwandelt habe, ebenso wie der „unausbleibliche Krieg" mit Frankreich sich in eine enge Freund­schaft verwandelte, in eine Uebeceinstimmung der Gedanken und Gesinnungen, wie sie nie zuvor

feer der bekannten Julirevolution, die am 27. Juli 1330 in Frankreich ausbrach, und die nach dem Monat ihren Namen trägt, brachte dec 17. Juli (1775) die Revolution der Vereinigten Staaten von Amerika, und der berühmte 14. Juli (1789) ist der Tag der B a st i l l e z e r st ö- rung, des Hauptereignisses der großen fran­zösischen Revolution. Wenige Jahre später, am 28. Juli (1793), fällt das Haupt Robespierres unter der Guillotine, u. am 9. Juli (1769) machte sich Katharina II. zur Alleinherrscherin aller Reußen ,indem sie ihren Gemahl vom Thron stieß.

— Das Reichskanzlerpalais. Der neue Reichs­kanzler Herr von Bethmann-Hollweg wird das Reichskanzlerpalais vorerst noch nicht beziehen. Es haben sich mehrere größere Veränderungen als notwendig herausgestellt. Sie sind so umfang­reich, daß sie vor Ablauf von vier Wochen kaum beendet fein dürften. Herr von Bethmann wird während dieser Zeit in seiner bisherigen Woh­nung verbleiben. Das Reichskanzlerpalais ist im Jahre 1875 für sechs Millionen Mark vom Deut­schen Reiche erworben worden. Im Jahre 1876 zog Bismarck darin ein, dessen erste Wohnung das Nachbarhaus, Wilhelmstraße Nr. 76, das jetzige Auswärtige Amt, gewesen war. Das Palais ge­hörte bis dahin der Familie Radziwill. Im Jahve 1795 hatte Fürst Michael Radziwill das Grund­stück mit dem Palais, dem sogenannten Schul- burgschen Palais, zum Preise von 60000 Taler erworben; es wurde vom Reich 80 Jahre später, wie erwähnt, für 6 Millionen Mark übernommen. Das Gebäude trug früher in goldenen Lettern die Aufschrift: „Hotel de Mdzivil". Einmal ist es vorgekommen, daß durch diese in Deutschland wenig übliche Bezeichnung für ein Palais tatsäch­lich ein Häuflein Fremder irregeführt wurde. Reisende kamen die Wilhelmstraße entlang, sahen das „Hotel" und verlangten Aufnahme. Es kam zu allerlei, zum Teil recht komischen Szenen, die dem Geh. Hofrat Heun, der unter dem Pseudo­nym Clauren bekannt geworden ist, den Stoff zu seinem Lustspiel „Der Wollmarkt" gabm.

vermischter.

* An der Tür des protestantischen Berliner Domes ist jetzt ein Anschlag zu lesen, eine Be­kanntmachung des Kgl. Hof- und Domministeri­ums, die ersucht, laute Unterhaltungen vor dem Beginn des Gottesdienstes zu vermeiden, damit niemand in seiner Andacht gestört werde! — Ver­nichtender als durch diesen Anschlag konnte wohl kaum das Berliner Kirchenpublikum gerichtet werden.

• Als unheilbar geisteskrank wurde vor 6 Jahren die Ehefrau eines Schuhmachecmeisters in Neustadt a. d. H. in eine Irrenanstalt gebracht. Der Meister ließ sich, da er Nichtkatholik ist, schei­den und heiratete zum zweitenmale. Jetzt aber ist feine erste Frau wieder gesund geworden und vor kurzem als völlig geheilt entlasten worden. Dem Meister wird nichts anderes übrig bleiben, als sich jetzt von der zweiten Frau scheiden zu lassen.

Handel und Industrie.

A. Berlin, 21. Juli 1909. Auch heute standen die amerikanischen Eisenbahn-Aktien im Vorder- gründ der Börsengeschäfte. In Kali- und Kolonial- papieren war die Nachfrage geringer. — An der Produttenbörse fehlte es an Nachfrage aus dem Inland. Weizen für Juli 260,75 bis 261, Roggen für Juli 195.

Märkte.

' Frankfurt, 19. Juli 1909. (® et reib emarf t) Die Stimmung des heutigen Marttes war recht fest bei mäßigen Umsätzen. Bei einigermaßen günftigem Wetter hofft man in hiesiger Gegenb noch diese Woche mit bem Roggenschnitt beginnen ,u können. Roggen leicht nachgebenb. Futtergerste anziehend, ca. 14.25— 14.75. Hafer sehr fest unb gut verkäuflich. Mais an» ziehenb. Ausländische Weizen sehr gefragt unb gut verkäuflich. Es notieren nach Qualität unb Herkunft: Weizen hies. u. Wetterauer, 00.00—00.00 Mk. kurheff. 00.00—00.00 Martz norddeutscher 00.00—00.00 Mtz, raff. 27.50—28.50 M., Redwinter 00.00—00.00 Mk Kansas 00.00—00.00 Mtz, La Plata 27.50—28.50 Mk., Rmnäm 27.50—28.50 Mark, Roggen, hiesiger, 19.50 bis 00.00 Mtz, russischer 00.00—00.00 Mtz, rumänischer 00.00—00.00 Mk., Gerste hies. u. Wetterauer 00.00-00.00 Mark, Pfälzer 00.00- 00.00 M., Rieb 00.00—00.00 M., Hafer, hies. 20.00—21.00 Mtz, hager. 20.00—21.00 2RL württbg. 00.00—00.00 Mtz, russischer 19.50—20.50 Mtz. rumän. 00.00 -00.00 Mk., La Plata 19.00—20.00 Mtz, Mais (Mixeb) 00.00—00.00 M., rufs. 00.00—00.00 Dtz, Donaumais 18.00—00.00 M., La Plata 16.75—17.00 Mk. Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. Weizenmehl Nr. 0 36.25—36.50 Martz Nr. 1 34.75 -35.00 Martz Nr. 2 33.75 -34.00 M.,

Nr. 3 32.75-33.00 Mtz, feinere Marken 0.50—1.00 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 27.00—27.50 M., Nr. 1 24.00—24.50 M., Nr. 2 19.50-20.00 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. Futtermittel: stetig. Weizenschalen 10.75-11.00 Mtz,Weizenkleie 10.50-00.00 Mark, Roggenkleie 11.75—12.00 Mark, Futtermehl 13.00-00.00 M., Biertreber, getrocknet, 12.75—13.00 Martz Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.

' Frankfurt a. M., 19. Juli 1909. Amtliche No­tierung ber Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf stauben 618 Ochsen, 66 Bullen, 942 Kühe unb Jungrinder, 434 Kälber, 267 Schafe unb Hämmel unb 1873 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Psd. Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlacht­wertes btt zu 6 Jahren 75—78 M., b. junge fleischige nicht ausgemästete und filtere ausgemästete 70—72 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 60—64 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwertes 60 —62 Mark, b. mäßig genährte jüngere unb gut genährte ältere 57—59 Mtz, c. gering genährte 00—00 Mark. Kühe unb Jungrinber: ». vollfleischige, ausgemästete Jungrinber höchsten Schlachtwertes 72—74 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlacht- wertes bis zu 7 Jahren 58 bis 60 Martz c. ältere ausgemästete Kühe unb wenig gut entwickelte jüngere Kühe unb Jungrinber 44 bis 46 M>, d. mäßig genährte Kühe unb Jungrinber 00—00 M., e. gering genährte Kühe u. Jungrinder 00—00 M. Bezahlt wurde für 1 Psd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast« (Bollmilchmast) unb beste Saugkälber 92—94 Pfg., b. mittlere Mast- unb gute Saugkälber 75—82 Pfg., c. geringe Saugkälber 62—70 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00—00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer unb jüngere Masthämmel 78—80 Pfg., b. ältere Masthämmel 70—74 Pfg., c. mäßig genährte Hämmel unb Schafe (Merz-Schafe) 00— 00. Schweine: a. vollfleischige ber feineren Raffen unb bereu Kreu­zungen im Aller bis zu ll/< Jahren 76 —77 Pfg., b. fleischige 74—76 Pfg., c. gering entwickelte, sowie Sauen unb Eber 68—73 Pfg., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) 00—00 Pfg.. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Ochsen 00—00 Pf., I Kälber: a. 52-55 Pfg., b. 43—48 Pfg., c. 36—40 " Pfg., Schweine a. 60 Pfg., b. fleischige 59—59 V» Pfg. Geschäftsgang in Hornvieh unb Kleinvieh mittel­mäßig, Ueberftanb in Hornvieh unb Schweinen unbe­deutend, in Kälbern unb Schafen keiner. Aus Oester­reich-Ungarn standen 48 Ochsen zum Verkauf.

Kurier Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen LandwirischastS« rats vom 13.—19. Juli 1909.

Der Getreidemarkt stand in der Berichtswoche hauptsächlich unter dem Einfluß der andauernd ungünstigen Witterung. Häufige Niederschläge bei meist wenig sommerlicher Temperatur lassen das Getreide nur langsam zur Reife gelangen und haben infolgedessen Neue Befürchtungen we­gen des Zeitpunktes der ohnehin schon verspäteten Ernte hervorgerufen. Vielfach werden auch Kla­gen laut, daß der Regen namentlich die Gerste gelagert habe, wodurch oie Körnerbildung beein­trächtigt werden dürfte. Vor allem aber hat die Heuernte gelitten, die an sich wenig ergibig, durch die andauernde Nässe nun auch noch an Futter- wert verloren hat. Auch im Auslande gab biü Witterung wieder vielfach Anlaß zur Ilnzufrie- denheit. Die Verzögerung, die die Ernteaäreiten allenthalben erleiden, wird umso unangenehmer empfunden, als die Vorräte überall auf ein Mttri- mum reduziert sind und man allgemein mit Un­geduld auf die neue Ware wartet. Das gilt nicht nur für Weizen und Hafer, sondern auch für Roggen, denn tvenn die letzte Ernte auch sehr er- gibig war, so ist dem gegenüber doch zu bedenken, daß sie neben bedeutenden Exportansprüchen wäh­rend dreizehn Monaten ohne fremde Hilfe d«t deutschen Bedarf zu decken hatte, so daß von grö­ßeren Restbeständen auch hierin kaum gesprochen' werden kann. Wenn sich dies bisher nicht in glei­chem Maße wie bei den erstgenannten Artikeln fühlbar machte, so ist daran wohl nur das fchlechte Mehlgeschäft schuld, das den Mühlen wenig An­laß zu Erwerbungen bietet. Dagegen besteht für Herbstlieferung mehr Interesse, zumal Rußland mit Roggenofferten keineswegs drängt und die Forderungm ungefähr 10 M über Berliner Parität lauten. Bei Weizen ist es die immer noch ca. 20 betragende Disparität gegenüber dem Auslande, die Kauflust für Herbstlieferung veranlaßt, wobei zu bemerken ist, daß ein großer Teil der diesmal in Berlin zur Ausführung ge­langten Käufe für ausländische, namentlich unga- rrsche Rechnung erfolgte. Anregend wirkten zeit- ioeise auch die festen amerikanischen Berichte. Für Juli zeigte sich mehrfach Deckungsbegehr, zumal sich zur Andienung bestimmte ruffische Ware als unkontraktlich erwies. Hafer hatte bei kleinem Angchot nach wie vor schwierigen Absatz; Nur feine Ware begegnete zuletzt wieder einigem In» teresse. Für Gerste waren die Forderungen vor­übergehend erhöht, zum Schluß aber wieder nach­giebiger, Mais sand zu wenig veränderten Prei­sen Unterkunft.

ES stellten sich die Preffe für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 Kilogr. je nach Qualität, wobei bas Mehr (-]-) bezw. Weniger (—) gegenüber ber Vorwoche ffr Klammern 0 beigefügt ist wie folgt:

Weizen Roggen Hafer Danzrg 2/0 (st- 5 ) 192 (st- 6 ) 192 (st- 2 )

Berlin 192 212 (4-2 )

Hamburg 267 198 (— 2 ) 210 (— 5 )

Frankfurt 195 210

München 308 (st- 6 ) 188 (st- 5 ) 228 (st- 2 )

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 261.00 (st- 0.50), September 234.75 (st- 2.00), Budapest Oft. 238.80 (st- 4.50), Paris Juli 209.60 (— 0,65), Liver­pool Septz 198.30 (st- 4.40), Chicago Juli 185.00 (st- 2.20), Roggen: Berlin Juli 194.00 (— 1.25), Sept. 185.75 (st- 0.75), Hafer: Berlin Juli 182.00 (st- 0.25), September 170.75 (st- 0.75) Mark per 1000 Kilogramm.

Braut-Seide 1. n. 1.35 ü

— Sahen verzollt I — Verlangen Sie Müs ter. —

G. Henneberg, Zürich.