Einzelbild herunterladen
 

I CIGARETTES

*UEBERALL

Fulda, Donnerstag den 15. Juli 1909

M 158.

. Zweites Wtcrtt

Mill.

d.

100 Mill.

der

Stauern

Weniger 90 Mill.

Par-

') Bergt. Nr. 157.

kleines Feuilleton

Reklamen- und Anzeigenteil.

Mill.

Mill.

100

70

75

5

23

Von

Zen- a u f

100 Mill

80 „

45 „

37 „

5 „

23 „

20 ,,

durch Erhöhung der Brausteuer um

„ „ „ Branntweinsteuer um

„ „ „ Tabaksteuer um

„ „ des Tee- und Kaffeezolls um

. „ „ der Schaumweinsteuer „

und durch eine Steuer aus Zündhölzer mit

volkswirtschaftliches und Zoziales.

8t. Neber das Verhältnis der christlichen Ge­werkschaften zur christlich-nationalen Arbeiter- Vewegung werden auf den, voin 18. bis 21. Juli in Köln stattfindenven 7. Kongreß der christ- lichen Gewerkschaften Deutschlands die Herren Abg. Behrens und Giesberts sprechen. Bekannt­lich habtN sich christliche Gewerkschaften und kon­fessionelle Arbeiter - Bereine auf den allgemeinen christlich-nationalen Arbeiter-Kongressen in Frank­furt a. M. 1903 und Berlin 1907 zum Zwecke der Förderung der gesetzlichen Sozialresorm zu­sammengesunden. Das Verhältnis der beider­seitigen Organisationen zu einander zu besprechen und die gegenseitigen Ausgaben abzugrenzen, er- weist sich nach Auffassung der Leitung der christ­lichen Gewerkschaften vor der breiteren Oeffent- lichkeit als notwendig. Der 7. Kongreß ter christ- lichen Gewerkschaften wird so zahlreich wie keiner seiner Vorgänger beschickt werden.

indirekte Steuern aus den Verbrauch Besitzsteuern ______

Zusammen

gegenüber dem Programm der liberalen tei 'n.

Dagegen beschlossen die Rechte und das tru:n die Aufbringung der Steuern den Besitz in folgender Weise:

1. Eine Wertzuwachs st euer auf Gewinn an Grundstücksverkäusen, die jedoch erst successive zunächst in 3 Jahren in Kiast

bett.

Die Rechte und das Zentrum haben zuerst versucht, den Bedarf an indirekten Steuern noch geringer als 310 Millionen zu bemessen, indem sie einen Kohlenausfichrzoll und höhere Börsen- steuern vorschlugen. Sie konnten jedoch hiermit nicht beim Bundesrat durchdrängst, und ent-

Aus dem Nachbargebiete.

— Petersberg, 14. Juli 1909. Noch immer werden ungenügend frankierte Briefe von Fulda nach hier gesandt. Es sei also nochmals daran erinnert, daß seit dem 1. Meri jeder Brief

Zu'ammen 310 Mill.

Gegenüber Dem Programm dec Liberalen er­gibt dies ein Weniger

Deutsches Reich­

st- Zufriedene Gemüter sind die Rational- liberalen. Aus der Absch-ev-seier der national­liberalen Re,chstagssraltion betonte der Abg. Bafsermann die Einigkeit der Partei, die sich während der Kämpfe um die Finanz- resorm und auf den, Parteitage so glänzend bewährt habe. — Man könnte glauben, Herr Bafsermann habe noch nichts davon erfahren, daß vier Mitglieder aus der Fraktion bereits ausgetreten sind. Das ist doch wohl ein bedmk- liches Zeichen scharfer innerer Gegensätze in der Auffassung des Parteiprogramms, soweit man von einem solchen bei den Nationallibet alen über­haupt reden kann. Im übrigen wollen wir aber die Freude der Llberalen über die glänzende „Einigkeit" nicht stören, im Gegenteil sogar

der Tübinger ©elefate sich im Darum geirrt habe und daß das traurige Ereignis erst für den 15. Juli 1525 zu besorgen sei. Als die Mittagszeit dieses Tages eine glühende Hitze brachte und dec Himmel eine fahle Farbe anzunehmen begann, öffneten sich die Tore des Schlosses, und der Kur­fürst nebst Gemahlin und Kindern, begleitet von den vornehmsten Hofleuten, fuhr in scharfem Trab: nach der höchsten Evhebnng der källnifchen Weinberge, dem jetzigen Kreuzberg, um auf diese Weise dec Gefahr zu entgehen. Doch nach einigen Stunden des ängstlichen Wartens kam die Sonne wieder hervor, tutb die Wolken zerstreuten sich. Der Kurfürst kehrte nach Berlin zurück. Schon wollten die vier Pferde in das Hoftor einbwg.m, da schoß aus den wieder zusammengcballten Wol­ken ein mächtiger Blitzstrahl hernieder, und bet Donner krachte, .als bräche das ganze Schloß zu­sammen. Joachim war betäubt, geblendet. Als er b-trd) den in Strömen herabsallenden Regen toieber ins Bewußtsein gerufen wurde, l.ig vor ihm die vom Blitz heradgstchleitberte Leiche des Wagenknechts; auch die vier Pferde waren er- schlagen. „Sunsten hat das Wetter keinen Scha­den nicht getan, heißt cs in Dan, Manu scriptum microchronicon Marchicuni vom Jahre 1598. Die erwartete Sündflui ist also damals nichr einge- treten. Aber das aufregetti« Er eign s vor Mit Schloß tvar doch die Ursache, daß die Rputarion des Herrn Hofsternsehers nicht allzu starken Scha­den litt.

— Die Hutinvde unserer Damen har einen neuen Erfolg zu verzeichnen, nicht in der Form, sondern im Aufputz. Dienten diesem Zwecke bis­her Federn, Blumen, Vogelbälge, Rüschen ufw., so bildet als allcrneuestes die Hutnadel den vorzüglichsten und beinahe einzigen Schmuck des Modehutes. Diese Nadeln find Schnitzwerke aus Horn, die Vögel, Hühner, Fledermäuse und, weiß Gott, was sonst noch, darstellon. Natürlich sind alle diese lieblichen Tiere naturgetreu mit höch­ster Kunst aus dem Horn herausgeschnitzi, so daß die Nadeln schr teuer sind. Und darauf kommt es ja dem modernen Geschmack hauptsächlich an.

** Hör die Nachtfahrten der Zeppclinkreuzer sollen auf eine Anregung des Kaisers bei der Beleuchtung der Bahnhöfe und der Bahnlinicm zweckdienliche Maßregeln getroffen werden. Es ist auch angeregt wordan, die großen Eisenbahnhöfe gleichzeitig als Luftschiffhallen bnauchbac zu gestalten. Nach! wie vor besteht aber bei der Luftfcküffbau-Zeppelin-Gesellfchafi die Absicht, neue Luftfchiffhallen zu bauen.

* Ein Zusammenstoß zweier Züge erfolgte aus der Bahnstrecke Aachen-Altenburg. Vier Wagen schoben sich in- und übereinander. Von den Fahr­gästen des einen Zuges — der andere war ein Leerzug — wurden 8 Personen zum Teil schwer verletzt.

* Im Ilorsuprozeß, der bekanntlich mit der Frei­sprechung aller Angeklagten endete, legte die Staats- anwalischast beim Reichsgericht gegen bas Urteil Revision ein.

♦ DaS Nachschleppm von Kleidern aus der Straße wird durch eine Polizeiverordnung, die am 1. August in Kraft tritt, in Nürnberg verboten.

* Der jüngste Sohn des Barons Albert Rothschild, der vor kurzem von einer Weltreise zurückgekehrt war, Hal sich in einem Anfall von Nervenerschütterung in Wien erschossen.

* Im Nebel stieß auf dem Oberen See (Kanada) der stählerne Frachtdampfer „Gorole", der mit 8000 Tonnen Eisenerz beladen war, mit dem unbeladenen Dampser „Scott* zusammen. „Cowie* sank binnen drei Minuten. Die ganze Besatzung von vierzig Mann ist ertrunken. „Scott* wurde chwer beschädigt.

Aus Mrche und Schule.

B Rom, 13. Juli 1909. Kardinal Merry bei Val hat im Namen des Hl. Varsis ein bedeut- somcs Schreiben an den Präsidenten des italieni­schen k a t h o l. V o I k s v e r e i n i , Profes­sor Toniolo gerichtet, worin dieser Verein be- obt und zu feinen Erfolgen beglückwünscht wird. Außerdem aber, >nnd dies ist von besonderer Wich- iigkeit werden die Biscböse und die italienischen Katholiken im Namen des Papstes aufgeforderi, mehr als bisher dem Volksverein ihre Kräfte zu widmen.

Zusammen 110 Mill.

Hst-durch werden also die Grunostticksgeschäfte mit 40 Millionen, die Bank- und Börsengeschäfte unb W-rtpapierbesitzcr mit insgesamt 70 Mill, jährlich betroffen.

Von einer allgemeinen Vermögens- ob. Befitzsteuec haben bie Rechte und das Zentrum umsomehr abgesehen, als sie einen Eingriff in bie Steuerhoheit ber BundeMaatcin gewesen märe, den -diese unter keinen Umständen zugeben wollten. , c . ...

Die Verteilung der s i u z e 1 st e u e r n

schlossen sich schließlich, bire in direkten

wie folgt aufzubringen:

Erhöhung der Brausteuer um

„ „ Branntweinsteuer um

„ „ Tabak- u. Zigarettensteuer um

„ des Kaffee- und Teezolls um

„ der Schaumweinsteuer um

durch die Zündholzsteuer

., „ Glühkörpersteuer

decken; wie die anderen 27 Millionen

Linken auf gebracht werden sollten, ist nicht offen­bar geworben, boch ist es ivahrscheinlich, baß sie auch hierfür bie Beleuchtungskörper (Glüh­strümpfe usw.) in Aussicht genommen hatten, da sie andere positive Vorschläge nicht gemacht ha-

Huslanb.

* Ein redlicher Kulturkämpfer. Man schreibt der ,Köln. Volksztg/ aus der Schweiz: „Im Kulturkampf-Kanton Aargau ftatb kürzlich der Regicrungtrat und Finanz-Direktor ein Kulturkämpser vom reinsten fr, Sr ne Erben haben eine 9! ach st euer von 70,0 0 Fran­ken (wegen hinterzogener C uet) za bezahlen. Finanz-Direklor und 70,000 F.....ttn tziachsteuer! Im radikalen Blätierivalde herrscht Schweigen in 7 Sprachen._________________________________

— Der kalte Sommer. Obwohl uns nur noch kurz - Zeit von dem Beginn der Hunbstage trennt, har bie Witterung, von vereinzelten Tagen abge­sehen, einen wirklich sommerlichen Charakter im­mer noch nicht angenommen. Der Sommer ivirb überhaupt, je weiter er borf(breitet, immer mehr ähnlich Dein kühlen und nassen Sommer 1907; denn nach ber anfänglichen Trockenheit haben sich nun schon seit mehreren Wochen int ganzen Lande sehr ergiebige Regenfälle eingestellt. Diese er­folgten beim Vorbeigang eines tiefen atlantischen barometrischen Tiefdruckgebietes, das langsam durch das Nord und Ostfeegebiet bis nach Nocd- wTstrußlanb geiuonbert ist, sich inzwischen mit etn?m zweiten, ihr gefolgten Minimum vereinigt Mtte. lieber dem Atlantischen Ozean lagert ein Hochdruckgebiet, das in Wechselwirkung mit brr Depression in ganz Deutschland stürmische Narb- toefttombe mir anhaltenden Regenfällen verur- fachte. Schönes uiti) warmes Wetter herrschte Sagen, vom äußersten Süden mw sudosten Europas abgchzljen, nur im hohen Norden, am Polarkreise und darüber hin- au^ tn Lappland und Finnland, wo Morgen- temperatuoan bi-Z zu 23 Grad registriert wurden. Glückliche Lappen und Eskimos!

L — Der Weltuntergang am 15. Juli 6a- rwn, i|cr „Hofstertziseher" des Kurfürstn ^oa-

, °on Bcandcüiburg, war ein sehr gelehrter Observatorium auf dem furfürft- n tn B-Ain hatte. Seine guten astro- S würden ihm aber nicht ge-

auch S 68 nicht verstmrdsn hätte, Len Eerglaubische Prophezeiungen und derglei- Kavitak txr 8U öii&€n' au» betten ec das nötige StNr & bcc Tüjbinger Professor .Hut bi batte, daß eine Sünd-

-mußte Gerinn tr ■xbtu21c 152-1 Heimsuchen werde, & Kurfürsten die Sache nach-

,p«hnM und konnte denn auch „feststellen ß daß

wünschen, daß sie sich auch in Zukunft ähnlich bewährt. Wir im Zentrum werden da zweifellos den durchaus neidlosen Zuschauer spielen. — Während im liberalen Lager alles in herrlichster Einigkeit dastehen soll, sehen komischerweise die liberalen Blätter in der konservativen Partei (Spaltungen über Spaltungen. Die Unstimmig­keiten, die in der konservativen Wählerschaft durch das Vorgehen der Partei entstanden, sind indes unbedeutender Natur und in der Haupt­sache auch wieder beigelegt. Sie lagen Haupt- sächlich darin, daß der vom .Reichsboten' ge­führte sog. „Pastorenflügel" der Partei ein Zu­sammengehen mit dem Zentrum aus konfessionellen Gründen nicht gern sah, sondern die Erhaltung des Blockbündnisses mit den Liberalen vorzog. Inzwischen haben sich jene Kreise aber wieder beruhigt. .

— Die Zentralvereinigung deutscher Vereine für Handel und Gewerbe (Sitz Berlin) erläßt an ihre zahlreichen über ganz Deutschland verteilten Vereine in börtert ausschließlich der kaufmän­nische und gewerblick-e Mittelstand vertreten ist, ein Rundschreiben, in Dem bie Vereine aufgefor- bert toeroen, bem Hansabunbe nicht beizu­treten. Es heißt bori:

„Gerade diese Vertreter von Handel und Industrie (nämlich die Mitglieder der linksliberalen Parteien), deren Zahl der Hansabund möglichst vermehren will, haben sich stets als die grimmigsten F ei n d e des kauf­männischen und gewerblichen Mittelstandes, als Förderer und Beschützer der Warenhäuser, der Konsum­vereine usiv., als Gegner des Unlanterkeitsgesetzes, der gleichberechtigten Vertretung des Kleinhandels usw., hervorgetan. “ Es wäre von den Interessenten des ge­werblichen Mittelstandes ein Irrtum, zu glauben, daß sie jemals von dieser Seite etwas für sie Ersprießliches zu erwarten hauen.*

Tos Rundschreiben Mir hierbei ausdrücklich fest: „Wir Dürfen nicht vergessen, baß bie Ge­setze ebniig zum Schutz be§ k a usmänuische n und gewerblichen Mitt e l sta n b e s aus- schlicßlich biu-cfi Die Unterstützung, ber politisch r. chts stehend e u Parteien zustaube ge­kommen ist." — M t Recht bemerkt bie „Krcuz- ze'tuna" dazu: „Die Spekulation bcc Macher im „.Hansabnnb" ans die Leichtgläubigkeit des Mittelstandes erweist sich immer mehr as miß- litngcn." . _ .

* Auch eine Erklärung! Dte Motmser Zeitung' erklärt, wie die ,M. N. 91/ mit Wohl­behagen mitteilen, „daß Freiherr Hehl zu Herrnsheim nur aus der nalionadiberalen Fraktion ausgeschieden sei, aber der Partei erhalten bleibe. Er sei nach wie vor national­liberaler Äbge ordne!er. — So eine Er- (iätung leuchtet nicht jedem Erdenwutm io ohne weiteres ein. Aus der liberalen Fraktion aus- treten und doch der Partei, und zwar als nalionaßibetaler Abgeordneter erhallen bleiben — wie reimt sich das zusammen?

^esBeee—-^eeel

36. Jahrgang.

von Fulda und den zu diesem Postbezirk gehörigen Nachbarorten 10 Pfennige Porto kostet. Die Absender tun gut, gewissenhaft auf diese Bestim­mung zu achten, da niemand verpflichtet ist, un­genügend frankierte Briefe anzunehmen.

* Hanau, 13. Juli 1909. Ein etwa 19- jähriger Mechaniker von hier stürzte sich gestern abend gegen 10 Uhr vom Kinzigsteg in die Kinzig und ertrank. Er unterhielt mit einem noch etwas jüngeren Mädchen ein Liebes­verhältnis, das die Billigung der Eltern nicht sand.

* Frankfurt, 14. Juli 1909. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, drei O-Zug- Diebe festzunehmen. Die Namen der Gauner sind: Baruch Schapird, Teophil Soers- butovitsch und Wilhelm Jankowitsch. Sie ar­beiteten nach einem vorher genau verabredeten Programm.

* Buhlen, 12. Juli 1909. Gestern abend gab es hier zwischen Italienern, die am Bahn­bau arbeiten, und Dorfbewohnern einen Streit. Mitglieder eines Gesangvereins aus Altwildungen, die einen Ausflug nach Schloß Waldeck unter­nommen hatten, passierten den Kampfplatz. Die Italiener, die diese ebenfalls für ihre Gegner hielten, wandten sich nun gegen die Sänger, von denen zwei Verwundungen durch Messerstiche er- ? hielten. Einer von ihnen trug lebensgefährliche Verletzungen davon.

* Hofgeismar, 14. Juli 1909. In dem von der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nassau errichteten Jnvalidenheim können noch einige , Invaliden- und Allersrenten-Empsän-! ger ausgenommen werden. Sie dürfen nichts an tuberkulösen, Krebs- oder schweren Herzkrank-! heilen leiden und müssen fähig sein, leichtere Arbeiten, insbesondere Garten- und Feldarbeiten zu verrichten. Für die Aufnahme von Renten­empfängern mit den genannten Krankheiten ist das Philippstift zu Immenhausen, Kreis Hof­geismar, bestimmt. Sie werden in diesen An­stalten auf Kosten der Landesverficherungsanstalt dauernd verpflegt, sofern sie auf den Weiterbezug ihrer Rente Verzicht leisten. i

* Kassel, 14. Juli 1909. Die 30 jährige Frau eines Arbeiters aus Malsfeld war in dein 6.20 Uhr Kassel verlassenden Zug schlafend übet ihr Reiseziel hinausgefahren. Als sie ihren Irr­tum gewahrte, sprang sie aus dem fahrenden Zuge. Sie wurde von den Rädern zermalmt.

* Büdingen (Großh. Hessen), 14. Juli 1909. Als in einer der verflossenen Nächte gegen 1.2 Uhr der Händler Beck aus Rohrbach mit seinem Fuhrwerk bei Rohrbach den Uebergang der Bahn­strecke Gelnhausen-Gießen passierte, ließ der Bahn" wärter, der in einer Entfernung von 100 Metern feinen Posten hat und wegen der Dunkelheit das Fuhrwerk nicht sehen konnte, die Schranken nieder, sodaß der Hinterteil des Fuhrwerks auf dem Gleise bleiben mußte. Der heran- brausendeEllgüterzug zertrümmerte das Fuhr- . merk vollständig. Fuhrwerksbesitzer und Pferd blieben unverletzt.

C. Die Firranzreform.*)

C Die Verteilung bet Steuerlast im einzelnen.

Wie sich bie Liberalen unb Freisinnigen bie Decteilung Ber Steuerlast im einzelnen buchten, ist nicht vollstÄibig in bie Erscheinung getreten ba sie mit ihren schließlichen Projekten nicht mehr herauZrückÄm, nachbem sie bei ber Frage ber Besitzsteuers in bcc Minbeäheit geblieben Kxiren. Festgestellt muß jedoch werben, baß bie Libeealem gegen bie ursprünglich geplante allgemeine Nach laß st en er stimmten, dagegen für eine Ausdehnung Äer Erbschafts­steuer auf Kinder unb Ehegatten in Höhe von ■55 Millionen unb für Einführung des Erbrechts Les Staates mit einem Ertrag von etwa 20 Millionen. Das nannten sie ihre „allgemeine Besitzsteuer", obwohl es feststand, daß, durch diese (steinern in ber Hauptsache nur der städtische unb ländliche Grundbesitz unb bas in ber Industrie unb im Handwerk angelegte Kapital, nicht aber bas ohnehin durch unsere ganze Steuerge­setzgebung so außerordentlich begünstigte mobile Großkapital, die Bank-, Börsen- unb Kapiial- Nstenkreise getroffen würden. Die 400 Millionen indirekter Steuern wollte die Linke

Rechten it. des Zentrums

310 Mill.

110 „

420 Mill.

20 Mill.

25 „

38 „

7

tritt und bis dahin durch einen Umsatz- stempel auf diese Geschäfte ersetzt wird, fo- wie einen Stempel auf gebundenen Groß- grundbesttz (Fideikommisse) in Höhe von 40 Mill.

2. durch Erhöhung der Börsensteuer (des Stempels auf neu auszugebende Aktien, Obligationen und ausländische Papiere) in Höhe von

3. durch einen Talonstempel (Zmsbogen- steuer auf bereits im Verkehr befindliche Wertpapiere)

4. durch einen Stempel auf Bankschecks und Banlguthabenauszahlungen i. Höhe von 13

5. durch Erhebung einer Nachsteuer auf lang­fristige Wechsel, wie solche für Banl- kautionen, Fcuerversicherungsgesellschasten und Bankkreditoperalionen üblich sind, in Höhe von 7 M'U.

n der Betastung von Branntwein mit

„ „ „ für Tabak mit

„ „ „ „ Kaffee und Teezoll

onstige Steuern ______

ergibt also:

nach d. Befchlüffen

Welche Verteilung die gerechtere, bie breiten Volksmafsen schonewöere, die leistungs­fähigen Schultern schärfer heranziohende ist. Die Vertcilung nach bem Programm ber Rechtem unb bes Zentrums oder bie Verteilung nach ben liberalen Vorschlägen, mag jeber* Unbefangene selbst beurteilen.

Tie Bank- unb Börsenkceise unb die Vertreter bes mobilen Großkapi­tals halten selbstverständlich bn3 Programm der Liberalen, bas ihren Geldbeutel schont, für das bessere unb erheben ein lautes Geschrei gegen bie Börsen- unb Wertpapiecsteuern, weil fie da­durch etwas stärker getroffen zu werben fürch­ten. Vom Sianibpunkt ber ausgleichenden Ge­rechtigkeit wird man jedoch zugeben müssen, daß bas mobile Kapital recht gut chic höhere Be­lastung tragen kann, ja daß es vielleicht bei ben endgültigen Beschlüssen des Reichstags noch zu glimpflich weggekonimen ist.____________________

E J Anzüge«: vi« et*

▼ A spMge petitzelle oder

A JA A. deren Kaum 15 psg.

■ SA M S JTW Aeklamendiepetitzeile |r| I BH ■ H ■ B 25 Psg., bei wieder- | I || Mill Holungen wird entspc.

UA H W 8eb0tt9<w5Srt

▼ ▼ ▼ ▼ ■ ” Kotationrdrucknnd

Verlag der Zuldaer Ak< .. tiendruckerei in Zulda

Monatsbellage: „Zllldaer Seschichtsblatter 5-rnfprecher m. 4.

nach den liberalen Vorschlägen

400 Mill.

75 „

475 Mill.

Erscheint täglich mir yA “WT

rt«5nahme der Som- /W. j H % AA

«ndZeiertageviertel- M M M N

tShrlicheeVezugrprelr Hl M M MM M MM W

ohne Vringerlohn und JMr 11 | |1| H Br H

» rt UlVUVl

Verantw. Redakteurr I Je

LarkSchStter

woch-nb-icage: „MMeüe Sonntagrzeitung"