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36. Jahrgang.

Fulda, Dienstag den 13. Juli 1909.

M 156,

Zweites Wtcrtt

Reklame«- »nd Zinzeigeuteil.

»1

(Nachdruck verboten.)

27]

ivw sprang beim Viktoriabrunnen m den Rhein. Trotz der gegenwärtig starken Strömung durch- 'chwaprm der Ausreißer den Strom und konnte oberhalb Capellen von seiir n Verfolgern, die mit ticm Motorboot nberseyten, an Land gebracht wer­

den

* Schmalkalden, 7. Juli 1909. Nach längerem Leiden ist gestern abend Seifanfabrikant Kar Liebang sen., Ehrenbürger der Stadt Schmalkal­den, ini hohen Alter von 75 Jahren gestorben.

* Vom Eichsfclde, 8. Juli 1909. Seinen 99. Geburtstag feierte heute in voller geistigen und körperlichen Frische der Schlächtermeister

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Sotationsdruckund

Verlag der Mdaer Ak-

. .. tiendruckerei inZulda

Monatsbellage: „zuldaer Geschichtrblatter Zernsprecher Rr. 9.

Bernhard von der Eiche.

Roman von Baronin Gabriele von Schlippenbach.

Es galt ja, armen Leidenden zu helfen, Herr Graf", versetzte Ines mit leuchtenden Augen.

Irmgard stand dem Hochofenchef von Röst­lingen gegenüber: es schimmerte feucht in ihren dunklen Sternen. „Ich werde Ihnen morgen eine größere Summe schicken, Herr Baron", sagte sie.

„Geld und immer wieder Geld. Glauben Sie, daß damit alles gemacht werden kann, was die Reichen an ihren armen Mitbrüdern sündigen?" Fast drohend rollte es in der Männerstimme; düster falbste sich die Stirn des jungen Hoch­ofen.chefs.

Da ergriff Frau Gerard feine Hand. Wie in heißer Qual und doch wieder wie von einem zwin gaben Muß getrieben, rang es sich Wer ihre Lippen.

„Sie sind ein ganzer Mann; man mutz Sie bewundern und hochstellen."

In der Erregung, in der Irmgard sich be­fand drückte sie die schlaff herabhängende Hand .Bernhards heftig. Ein leiser Schmerzonslaut entrang sich seiner Brust. Er wurde totenblatz 'und mußte sich gegen die Eisenwand einer Ge- bläsemaschine stützen. .

Ines stürzte herbei. „Havdy, mein Hardy!" rief sie. „Hast Du auch Brandwunden? Komm, laß mich sehen!"

„ Halb bewußtlos streckte er ihr die Hand hm, We einige große, verbrannte Stellen aufwies, )ünii ließ sich von der Schwester helfen. Schnell, aber jetzt mit zitternden Fingern, leistete sie dem soeli-Men Bruder Beistand. Wie unnütz kam sich Armgard Gerard vor, sie winkte ihrem Vetter. Heide verließen das Werk und fuhren nach Morr Ne Pos zurück, wo man sich unterdesssn über ihre Mfvesenheit beunruhigt hatte. Das Fest war

blC *L ijricMttß, 12. Juli 1909. Hier gibt es eine selten h o ch g e w a cb s e n e G c treidefrucht. Lwn Ilbenstadt wird mitgeteilt, das; dec Hafer durchschnittlich 1 Meter 75 Zentimeter hoch ficht bei guter Aehrenbildung. ,

* Göttingen, 11. Juli 1909. Die 50; ahrtge Doktorjubelfeier beging heute der ordent­liche Professor der inneren Medizin, Oleh. Medi­zinalrat Will). Ebstein.

* Qberlnhnstrin, 12. Jul: 1909. Ern Ochs e, der mit der Kleinbahn hier angekommen mar,

gestört. Bald entfernten sich die Gäste; dun.el ■ und still lag Las Schlößchen da. lind iniocn in Röstlingen litten und weinten Menschen, oie das Hochofenwerk als Beute gefordert hatte. Uber es wurde rastlos weitergeacbeitet. Clalt cs doch die Schäden zu bessern, die das Werk erlitten

Thea Schönhausen stand in ihrem Atelier, einem dürftigen, dreisenstrigen Raum, in dem es empfindlich kalt war. Die Malerin hatte ein Bild auf ter Staffelei, das seiner Vollendung cn.tgegengirg. Es stellte eine Herbstlaiwschaft in den Bergen bcr. Den @nrtou"i dazu hatte Thea im ^ommer auf ihrer Reise gemacht - i.‘ lu» ärgte nur der modernen Richtung; die unwaür- scheiiltickften Fa'.denlöne einten sich zu einem selt- sauieii Ganzen, dem es an Wahrheitstreue ge­brech. M'tten in diesem Gem-rc von Tinten sian'' eine hagere weiße Franengestalt im se'.es- sionisftschen Stil. Was sie dort wollte, wußte der Beschauer des Biloes ebenso wenig wie die Malerin selbst. Das Haschen nach absonderlichen Motiven war nun einmal Mode und so machte Thea sie mit. Bisher hatte sie wenig Glück mit ihren Bildern gehabt, sie wurden schwer gekauft. Es fanden sich selten Liebhaber für diese teils grotesken, teils unschönen Erzeugnisse. Aber auf dieses letzte Bild setzte die Künstlerin große Hoff­nungen. Sie hoffte, daß es auf der Ausstellung einen Platz bekonrmen würde, und dann kaufte es natürlich irgend ein reicher Kenner für einen hohen Preis. Mehrere fertige Bilder lehnten an den Wänden oder hingen im Atelier. Thea mar in ein graues, dickes Reformkleid, gchüllt, sie trug eine Schürze aus grauer Leinwand, der Wasser und Seife nicht geschadet hätten. Das Haar der jungen Malevin hing wirr um ihren Kopf. Wer konnte denn an das zeitraubende Frisieren denken; es gab Wichtigeres zu tun.

Ohne anzuklopfcn schlenderte Mandel in das Atelier. Er benutzte es ab und zu. Seine Mo­delle kamen hierher und wenn er nicht auswärts beim Porträtieren beschäftig war, so malte er

blichenem Plüschstoff bezogen waren und UÄ»st einem breiten, tückischen Sofa und einem ovalen Tisch das ganze Ameublement des Ateliers bil­deten. Die Malerin hätte sich gern etwas kom­fortabler eingerichtet, bisher aber war es ihr nie möglich gewesen. Sie hatte von Hause aus eine kleine Zulaae, und die Kunst warf nur so viel ab, um das tägliche Leben zu bestreiten, und sich ab und zu ein kleines Vergnügen in emem bil­ligen Vorstadtthsatep oder einen Ausflust M gönnen.

Mandel hatte nach manchen vergeblichen er­suchen das Feuer in Brand gesetzt. Er und Thea machten eine Weile schweigend. Alfredo wg halb auf dem türkischen Sofa ausgestreckt. Vor einem guten „Kameraden" ließ er sich gehen. Sie duldete es, denn sie hatte sich tm Laufe der Zeit an den seltsamen, kleinen Menschen gewohnt Ein­mal, als sie krank war und kein Geld hatte, hatte Alfredo ihr ausgeholfm, und sich als Freund bewährt. <$r Zwist war nie von langer Dauer; auch heute gewann die friedvolle Stim­mung die Oberhand. Frau Huber brachte den To» und Gebäck. Mantel lief im seine Stub-e und holte einen Rest Rum. Es wurde warm in dem Atelier. Eine gemütlichere Atmosphäre machte sich bemerkbar.

„Sagen Sie Frau Huber", fragte Dhep, „Frau von Randen will ausziehen?"

Die Schürze der Vermieterin fuhr iwer ihre

„Jg, schon int nächsten Monat", schluchzte sie, „sie sagt, daß sie zu weit von der Akademie ^^Glauben Sie das? Alfredo", fragte Thea, als Frau Huber hinausgegangen war.

„Bewahre, wir sind ihr mcht fein genug; e-> patzt ihr nicht, mit uns in demselben Atelier zu malen ', versetzte Mandel gereizt. „Die Modelle, die ich brauche, chokiren ihren ästhetischen Sinn.'

„Was halten Sie von ihrem Talent? Ist et- . was daran?"

(Fortsetzung folgte1

eben. 3. Preis: Th. Heer-Hersseld; derselbe; bronzene Medaille: derselbe; lodende Anerkennung: derselbe;K.Bürkle-Hersfeld -Produkte:. 1.®wi8: E Graß-Hersfeld; ff. Bürkle-Hersfeld; 2. Preis. W. Pilgram-Hersfeld; silberne Medaille:^ G. Most- Hersfeld ; bronzene Medaille: R. Ktel-salzschttrf, lobende Anerkennung: Keller-Fulda; I. Pfetffer- Fulda. —

Aus dem Nachbargebieie.

* Niederaula, 11. Juli 1909. 5Bon dem 9,11 Uhr Dornt hier fälligen Zuge Treyia-Hersfelo entgleiste zwischen Olberode und Oberaula die Maschine. Von Bebra mutzte ein Hillszug beordert werden, dessen Maschine de» Zug mit I fast dreistündiger Verspätung hierher brachte.

* Hanau, 10. Juli 1909. Die Sladtverord- nelenversammlung hat die Verlängerung des Thealerpachtvertrages mit dem Direktor Adalbert Steffter bis zum Jahre 1913 genehmigt. Ter neue Vertrag hab in verschiedenen Puntten Aenderungen erfahren. So ist bestimmt daß neben dem Gagenetat auch die mit den Buhnen- anqchörigen abzejchloffenen Verträge dem Magistrat I vormleaen sind und beider Ausnahme von Operetten in den Spielplan in einer vom Magistrat noch zu bestimmenden Weise das Personal zu ergänzen ist. In Hanau ist ein Gewinn von 1100.) Mr. in Offenbach, Homburg v. d. H. und Mrtbus, wo Dnektor Steffter ebensalls spielt, ein Ertrag­nis von zusammen etwa 5000 Mk. erzie l morden. Durch die vereinbarten stleueinnchlungen in der kommenden Spielzeit euvachsen Mehrausgaben von 8000 Rik., die den bisherigen Netngewtnn

^^o'°Rvckentecg, 9. Juli 1909. Der „Oberhess. Anzeiger" schreibt, daß die neue evan gelis w c Kirche am 29. August eingewsiht wird und be­merkt: „Der Gemeindecat, trotzdem er nur aus Katholiken besteht, stellte in dankenswerter Weite den B a u p l a tz zu einer Kirche k o st e n I o - zur Verfügung." Dieses dankenswerte Vorgehen der Katholiken ist gewiß ein schönes Zeugnis kathMi- scher Toleranz und könnte gar mancher Körper­schaft int umgekehrten Falle zur Nachahmung

vermischtes.

* Die Sorgen des Kaisers. Als Fürst Bülow nach Kiel kam, um seinen Abschied vom Kaiser zu fordern, blieb auch der Führer der Kaiser- Uackt „Meteor", Peters, krankheitshalber aus. Als der Kaiser die Nachricht von deut Ausbleiben seines Yachtführcrs erhielt, soll er gesagt haben: „Na, da hätte ich denn keinen Kanzler, keinen Skipper und keinen Wind, was fange ich nun an?" . , . „

** Ein Krüppel, dec einarmige sohn eine» Gendarmen in Eriebud, sah vier Knaben beim Baden in der Neiße in ein en gefährlichen Wirbel geraten. Rasch entschlossen stürzte er sich in den Strom und brachte zwei Knaben ans Ufer. Trotz großer Erschöpfung machte er sich nochmals an sein Rettungswerk, mit Dem ®r« folg auch die beiden anderen bergen zu können.

* Bei den Hebungen des Husarenregiments Nr. 7 in Elfenborn schoß ein Husar einem andern eine Platzpatrone in den Kopf, wodurch Oer Tod herbeigesührt wurde. Einem andern Husar, dec eine Hand auf die Mündung des Ka­rabiners gelegt hatte, wurde diese von dem los­gehenden Schüsse durchbohrt.

* Das 16. deutsche Schützenbundesfest, das gegenwärtig in Hamburg abgehalten wird, erreichte am Sonntaa mit dem großen F e st- 3 u g e seinen Höhepunkt. In einer Länge von etwa acht Kilometern entwickelte sich der Zug von einem Ende Hamburgs bis zum andern. Dem Festzuge lag in dreißig farbenprächtigen Bildwu die Idee der Entwickelung Hamburgs vorn Ft- stterdorf bis zur Welthandelsstadt zugrunde. Am Nachmittag fand am Schützenplatz das große Festesten statt, an dem etwa 4000 Personen teil- nahmen. Abends wurde im Stadttheater em Festspiel gegeben. .

♦ Ein Toppclmord wurde an zwei Fischern in der Nähe von Wittenberg verübt. Die bei­de n Ermordeten waren durch Schüsse getötet, dem einen mit einem Beil Wunden beigebracht wor­den. Der Täter ist noch unbekannt. Man ver­mutet einen Racheakt. '

* Durch Leuchtgas vergifteten sich aus UN- bekannten Gründen in Dresden zwei Töch­ter eines verstorbenen russischen Offiziers.

— Höheres Töchterchen. Die Lehrerin teilt mit, daß ein Kind maserlrank wäre. Da ruft Else wichtig: .Ja, Fräulein, die Masern hausieren jetzt , überall ganz fürchterlich." _______________________

Friedrich Stockfisch in Dudecstadt, der älteste Einwohner der Stadt. St. ist am 8. Juli 1811 geboren. Bei seiner Rüstigkeit dafff man er­warten, daß er es auf 100 und noch mehr Jahre bringen wird. — Dem Komponisten des Goethe- sch'm Liedes „Sah ein Knab ein Röslein stehn", Heinrich Werner aus Kirchhohmfeld (Kreis Worbis), wo er als Sohn des Kantors W. am 2. Oktober 1800 geiborejn wurde, will man in seinem Heimatdorfe einen Gedenkstein setzen. Der Verein für eichsfeldische Heimatkunde hat die Angelegenheit in die Hand genommen.

' * Würzburg, 12. Juli 1909. Die Burger- s p i t a l k i r ch e, in der sich das herrliche .Rie- menschneider-Kruzifix befindet, wird mit einem Kostenaufwand von 8000 Mark renoviert.

Waldbau. Goldene Medaillen: Heinrich Schröder, Kassel, (Jagdzimmer); Firma Bleul und Wögerer, | Kassel, (Tierausstopferei); Firma E. Grell und Co. in Hagnau i. Schlesien für Fangapparate; Firma Rüber und Lüer in Neustadt-Hannover für Tier­schutz. Silberne Medaille: Büttner, großherzoglich hessischer Forstwart in Langd, Kreis Gießen, für Baumwinde. Bronzene Medaillen: Eduard Schmitt in Poppenhausen; Ludwig Atzert in Dipperz, beide für Holzschnitzereien. Ehrenurkunde: Freiherr von Waldthausensche Verwaltung in Gersfeld für Aus­stellung aus dem Gebiete des Waldbaus. Ehren- preise: Gebr. Slehling in Rommersheincrmühle bei Biwers; Gebr. Stumpf in Malperts; Hettenhäuser olzindustrie, alle drei für Holzwaren. '—ä._.

5 Ehrenpreise an verdiente Forstschutzbeamte.

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und Feiertage, viertel- M <

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verantw. Redakteur- W W

Larl Schütter

rood^nbeuaee: ,^lluststeste Sonntagrzeitung"

am Mittelfenster. Ec und Thea zankten und per-1 trugen sich abwechselnd. Sie tyrannisierte ihn und beherrschte ihn vollständig..

Mein Gott, fo schließen Sie doch die Tur, Alfredo!" ttef Thea ärgerlich. „Hu, ist es kalt hier. Sie können den Ofen anheizen, in der Ecke sind Kohlen und Holz zum Anmachen."

Mandel trat näher. Die großen Hande g." stikuliecten beim Sprechen und er rief mir seiner krähenden Stimme: „Wissen Sie, daß Ihre Freunoin Herta Randen von hier auszuziehen gedenkt? Eben hat Frau Huber es mir gesagt."

„Sie scheinen sich ja sehr darüber zu alterie- ren", entgegnete Thea spitz. „Mag sie es doch in Gottes Namen tun, ich werde es mit Fassung ertragen."

„Wie wetrecwendisch Sie sind", schatt Mandel, eist waren Sie froh, Herta hier zu haben."

„Sie hat mich enttäuscht, Sie kehrt die Ba­ronin bei jeder Gelegenheit heraus. Sie, brau­chen sie übrigens nicht Herta zu nennen, Sie ken­nen ia ihrer? Familiennamen, Alfredo."

„Eifersüchtig", sagte er spöttisch. ..Nun, ich mache kein Geheimnis daraus, daß ich Her—, wollte sagen Frau Randen — schön finde. Daß ich sie gar zu gern porträtieren möchte. Lewer habe ich sie bisher vergeblich darum g^eten/;

.Vielleicht tut sie es nicht, Werl sie .zhre Bil­der 'kennt." „„

Was soll das heißen?" Mandel zitterte vor Wut. Seine Stimme schlug in Diskant über.

Thea zuckie die Schultern.

„Denken Sie was Sie wollen, lassen Sie mich arbeiten. Sie stören mich. Ich war gerade so gut im Zuge, als Sie kamen."

Mandel blickte auf die Landschaft.. Er sagte nichts er stieß nur einen verächtlichen Laut aus. Tann'ging er zu dem kleinen, eisernen Oson und versuchte ihn anzuzünden. Er pusttte und stöhnte, bis es ihm endlich gelang.

„Tie Stimmung ist weg", sagte Thea ärger­lich, Pinsel und Palette bei Sette legend. Sie warf sich in einen der Lahnftühle, die mit ver­

stärk verringern wird.

' ' Rotenburg, 11. Juli 1909. In Weiterode tritt der Keuchhusten unter den längeren Kindern epidemisch auf. Die Schule in Liche- rode mußie wegen s ch a r l-a ch s: e b e r s ge-

yeutjches Reich.

** Aba. v. Liebcrt, der bekannte ©^11^010$« I gegen das Zmtrum, hat sich oieser Tage dahm fix ri

könne" man" tewe^fftik'machm; nach Gitter Müde erhalte inan dort einen kleinen Finger, -t°r dl- »«le. triftig«

Freisinn sei in sich so uneinig, baß er auf lange I 3eit aus der positiven Arbeit ausscheiden werde. I

)( Liberale Ehrlichkeit. Ein Berliner libera­les Blatt bringte eine Zusammenstellung der ver­schiedenen Steuern, die jetzt beschloßen worden sind. Darin findet sich eine Rubrik: „Besitz-l steuern 0,00 Mk." Es soll damit dec bloten Masse, die sich täglich an der Einfalt der libera­lem Zeitungskost erbaut, gesagt werden, daß Be-1 fitzsteuern von der „konservativ-klerikal-polni- fchen" Mehrheit nicht geschaffen worden seien, Laß vielmehr alles der breiten Masse aufgebur-1 det werde. Daß das den Tatsachen direkt m- Gesicht schlägt, das weiß jeder. Auch das Blatt selber weiß es natürlich. Noch auf berf ei­ben Seit r ßüytt es in einem Artikel aus:

„Das mobile Kapital wird durch die neuen Steuern zwar nicht in dem Maße herangezogen, wie es ihm von den Großgrundbesitzern zugedacht worden war, aber es hat immerhin eine erhebliche Mehr­belastung zu tragen. Es muß den größten -r,e>l aus der Erhöhung der Matrikularbeiträge übernehmen, ihm fällt ein großer Teil des Umsatzstempels zu; dazu kommen dann 20 Millionen aus dem Scheck­stempel, 22,5 Millionen aus der Erhöhuna des Stempels auf Effekten und Kuxen und Mill, aus der Talonsteuer. Insgesamt hat das mobile Kapital etwa 100 Millionen zu tragen."

Wenn die liberale Presse lügen will, dann muß sie ttenia'ftrUi so viel Gedächtnis haben, daß sie am Ende der Seite noch weiß, was st - zu Be- ginn derselben geschrieben hat.

Werti. Lebende Bienenvölker. Preise: l < 1. Fmk-Seiserts. 2. Gutberlet-Fulda. 3. ®ünlel« I Wistels. 4. von Brack-Neuenberg. 4. Reinhard- ।

Heimbach. 6. Kreis-Johannesberg. 7. Ham, Post- । vermalter, Großenlüder. 8. Haney-Fulda. 9. Meister-Fulda. 10. Günther-Fulda. 11. Becker- . Fulda. 12. Öberstationsvorsteher Bub-Dietershan.

13. Bickert-Weyhers. Die Preise bestehen m Geld­gewinnen und in Gegenständen. Außerdem erhielt I der Jmkerverein einen Ehrenpreis für das Arran-1 gement der Sonderausstellung. I

Erzeugnisse. Goldene Medaille: Wachs­industrie Fulda, Adam Gies. — Silberne Medaille: Fabrikant Becker-Vacha; für ausgestellten Homg: O. Müller-Fulda; Dr. med. Stegmeyer - Fulda; Schmitt-Neuhof. — Geldpreise: Bahnmeister a. D. Quirin-Fulda; Franz Nians-Dermbach; Saner- Lanneshof; Damian Mans-Dermbach.

Kaumcheuzucht. B e lg is ch e R i es enr am ml er. 2. Preis: F. Dietrich, Bedra; W. Pilgram, Hers- felb; I. Pfeiffer, Fulda; I. Kümmel, Fulda. 3. Preis: F. W. Otto, Kalkobes. Lobende Anetten- nung: G. Keller, Fulda. — Belgische Riesen- Häsinnen ohne Jungen. Ehrenprewi G. Keller, Fulda. 1. Preis: W. Pilgram Hersseld. Bronz. Medaille: I. Pseisfer, Fulda. Lob. Anerk : I. Kümmel, Fulda; A. Schmitt, Fulda. — Vel- qische Ries en-Häsinneu mit Jungen. 2. Preis: G. Diost, Hersfeld; I. Pfeiffer; derselbe; K. Baier; G. Keller. Silberne Medaille: N. Ge- I fang; I. Mantel. Bronz. Medaille: I. Mantel;

K. Baier; G. Keller, alle in Fulda.— Belgische Landkaninchen (Deutsche Riesenschecken). 3. Preis: A. Wiegard, Fulda. — Französische I Widder-Rammler. Ehrenpreis: F. Dietrich, Bebra. — Französ. Widder-Häsinnen. 1. Preis: F. Dietrich, Bebra. 3. Preis: I. ,Pfeiffer;

I derselbe. Bronz. Medaille: G. Stock, alle in Fulda. — Englische Widder. Bronz. Medaille: K. Bornträger, Salzschlirf. — Blaue Wiener Häsinnen. Ehrenpreis: ff. Krumme. 3. Preis: J.Sippel; ff. Baier, alle in Fulda. Lobende An-

I ertennung: W. Pilgram, Hersfeld. — Japaner. 2. Preis: W. Pilgram, Hersseld. Lobende An-

I ertennung: B. Bieder, Hersseld. Öa‘ tanineben. Lobende Anerkennung: R. Kiel, Salzschlirf. — Angora. Ehrenpreis: H. Menget, Bebra. 2. Preis: B. Bieber, Hersseld. B:onz Medaille: G. Arend, Bronzell. Lobende Anerken- nuna: B. Bieder, Hersfeld. — S i l d e r - N a m m l e r (grau). 2. Preis: R. Kiel, Salzschlirf. 3. Preise I. Brehm; G. Most, beide in Hersseld. Bronz. Medaille: I. Otterbein, Hersseld. Lobende An­erkennung: P. Schütrumpf; W. Pilgram; ff. Bürkle; I. Brehm, alle in Hersseld; C. Heß; G. Ritter, beide in Fulda. — Silber-Rammler (braun). 2. Preis: I. Pfeiffer, Fulda. Lodende Anerkennung: derselbe. — Silber - Hal innen (grau). Ehrenpreis: ff. Seidenfaden, Bedra. 1. Preis: derselbe. 2. Preis: derselbe. 3. Preis : I. Brem, Hersseld; R. Kiel, Bad Salzschlirf. Lobende Anerkennung: ff. Krumme; C. Heß; -j- Pfeiffer alle in Fulda; F. W. Otto-Kalkobes - ! S i l d e r - H ä s i n n e n (braun). 2. Preis: I. Plelffer- Fulda; silberne Biedallle desgl 1 der mit dec «leinnaon Pier angeiummvu

--U- Schlachtocu-k gefichcf zu werten, enthef

K. Bürkle-Hersfeld; A. Wiegard-Fulda. — Russen lobende Anerkennung: O. Backe-Äedra; I. Brehm- Hersfeld. — Holländer, lobende Aiiettemiung: K. Bürkle-Hersfeld. — Black and t an Ramm­ler. Bronzene Nledaille: H.Bug-Bronzell; lodende Anerkennung: ff. Bürkle-Hersfeld. — 2^ Preis: I. Kümmel-Fulda; 2. K. Bürkle-Hersfeld; R Preis: I. Kümmel-Fulda; H. Bug-BronzellF. W. Otto- Kalkobes; lobende Anerkennung: I. ffuinmel-Fulda, I. Schweitzer-Bebra; derselbe; H. Bartholomaus- :m,uu|Cl Sebta; derselbe; I. Otlerbein-Hersfeld. - Cha' Weitere m 0 i s - ff a n i n ch e n. Ehrenpreis: ff. Bürklc-Hers- felb; 2. Preis: derselbe. — Hermelin-Kanm-

NESTLE

Altbewährte Nahrung N'si rürKinderundKrankel

;w!kswir1schastliche§ und 5oziale§.

‘ Die Seife wird teurer. In einer Versamm­lung in (Stuttgart, in der ter größte Teil dec süddeutschen Seifeii-Jndüstriellen vertreten war, wurde mit Rücksicht auf das verteuerte Rohmate­rial beschlossen, die Preise um 2—1 Mark pro 100 Kilogramm zu erhöhen. Nach dem Vorschlag der norddeutschen uni) mitteldeutschen Seifm-Jn- dustriellen ist eine weitere Preiserhöhung tn Aussicht genommen.

o Die Ausstellung des landwirt­schaftlichen Kreisvereins Fnlda.

Die Preise. (Schluß).