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Maer W Zeitung

Vochendeilatzrr .Mustckrte SonntagrzMng"

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36. Jahrgang

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Sentsches Reich

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Ltteiues Feuilleton.

Ofches, die Halttmg t>K Unterarmes, all das ist

Razri-e«: Vie et» spaltige Petitzeile ober bereit Rau« 15 Pfg. Netlamendiepelitzellt 25 pfg., bei Witter» hoinugen wird entspr. Rabatt gewährt.

üotationsdruckunb Verlag der Fuldaer Ak» üendruckerei in Fulda Fernsprecher Nr. 9.

mußte einige Fußtritte über sich ergehen lassen, Signor Faicioni ist im Gesicht furchtbar zerkratzt. Es war die blutigste Schlacht, die seit Jahren in der italienischen Kammer geschlagen rourbe.

Ser Wan« bestallet ist, versammeln sich die An­verwandten bei der Witwe, die dann mir präch­tigen Gewändern iunb Juwelen geschminkt wird. Aus einer Sänfte, ähnlich der, die sie am Hoch- -eitZtage benutzte, bringt man sie an die Opfer- stelle, uÄ> hier werde» ihr nun die Juwelen, Blu­men und Seidenkleider vom Leibe gerissen. Ihr Haar wird abgrschnitten: der Kopf rasiert und das Eheseichen, das sie am Halse trägt, zerrissen: erst darm ist sie wirklich Witwe. Von dieser Stunde an aber ist ihr Leben nur noch das der untersten Magd im Hause. Die Mutter mutz selbst daZ Lächeln ihrer Kinder entbehren, denn ihre Söhne betrachten sie als die Schuldige am Tode ihres Vaters. De« Gläubigen ist sie ein Abfchgu und alles wendet verachtungsvoll den Blick vo« der Unglücklichen. Viele Frauen haben dies furchtbare VLarthrium nicht errragen fon- neu uni) freiwillig dm Tod vorgezogen: sie be­gehen Selbstmord. 1907 zahlte man in Indien nicht weniger als 21 Millionen Witwen, darunter 700000 junge Geschöpfe, die noch nicht großjährig waren urrd so in der Blüte .ihow Jugend lebendi: als tot erklärt und einem bitteren Dass« vol Demütigungen und Derachrungen preisgegeben sind.

— Wie vermeidet man de« Schreibkrampf? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein französischer W in einem interessanten Aufsatz, den er in der „Nature" veröffentlicht. Es scheint. daß der Schreibkrampf immer häufiger wird. Die Uitrer- fuchungen über die Entstehung dieser Krankhait haben gezeigt, daß bei der Udtermüdung und UebevanftrenMNg der Handmuskeln auch der seelische Zustand des Schreibeirdsn «ne wesent­liche Rolle spielt. Die Hast, die rasch dahinglei- tenban Gedanken schriftlich zu fixieren, treibt den Schreibenden dazu, die Bewegungen der Hand immer mehr zu beschleunigen und damit ver­ändert er die Bedingungen, unter Lenen die Muskeln beim Schreien ihren Dienst berschen. Jeder Mensch bringt je nach seiner Handschrift eine bestimmte Muskelgvuppe der Hand in eine

Erscheint täglich «N Ausnahme btt $o.m= ,ad Feiertage, viertel- Mr8ch«SeMspreir ohne Vftn-erlvh« «nd Veftckseldi« Md« so- Wie agsroStts 1-50 HU-

Verantt». Rebatteurr Carl Schütter

monatsbeUage: „Fuldaer Eeschlchtsblätter"

werben müssen. Weshalb ist das nicht geschehen? 11. A. w. g.

Das sind ja greuliche Zustände in Ohmstede. Evangelischer Bund wache auf! Wenn, wie es in o viele« Fällen geschieht, katholische Kinder von irotestantischen Lehrern unterrichte werben, so st das n-üürlich ganz in Ser Ordnung; aber bei oroteswntischM Schulkindern darf ein Katholik nicht mal die Schulstubsn reinigen l

6* Landau (Pfalz), 8. IM 1909. Der Reichs- tagswahlkreis Land au-Neustadt ist der einzige Wahlkreis, den der Liberalismus in der Pfalz noch behauptet hat. In dem AugsiÄick, wo er aber dm Bund der Landwirte gegen sich hat, ist der Wahlkreis aller Wahrscheinlichkeit nach verloren. Daher stellten die Naüoualliberalen iir die dsmnächstige Ersatzwahl als Kandidaten Buhl auf, der sich mit einer Resolution einver­standen erklärt hatte, die die Anerkennung des wirtschaftlichen Programms des üandwirtebundes VM ihm forderte. Die Resolution, die der Denk- woise Buhls durchaus entspricht, war eine fürch­terliche Ohrfeige für den Liberalismus. Nachdem 'nun der nationalliberale Parteitag in Berlin die Partei auf die Erbschaftssteuer verpflichtet hat, fyxi Buhl auf die Kandidatur verzichtet, weil er diese Forderung nicht annchmen wollte und kannte. Dam ■ Erkandildaisn kansu man dicksen Schritt nicht verdenken, denn im eigenm Lager hagelten die Angriffs auf diesen „norionallibera- len" Kandidaten nieder, der im tiefsten Herzen gut brindlerisch gesinnt ist. Als Nachfolger Buhls haben die Nationallibeualen nun dem junglibera­len Dr. O e h l e r t in Naustadt ausgestellt. Auf dem Lande, vornehmlich in Bündlerkreisen, hat diese Kandidatur herzlich wenig Fremde cmsge- löst. Ob die Nationalliberalen damit den ge- siihrdchvn Wahlkreis retten, mutz man abwarten.

Vermischtes.

* Stellt ist als Luftschiff-Zentralstation Von der Milstärbehörde in Aussicht genommen. In der Lusifchifshalle worden ständig drei Luftschiffe, und zwar ein Ze p p e l i n», ein Pa r s e v a l- und ein Groß- Ballon stationiert werden. Die Gar­nison erhält ein entspre^entes Detachement der Luftschi ffertruppe.

* Zu den Keftspielen des Schiklerbnndrs sind etwa 1000 Schuler und Schülerinnen in W et • mar eingetroffen. Zur Eröffnung wurde Wil- Hel m T e 11 nn Hoftheater von Den jugendlichen Mimen trefflich aufgeführt.

* Der rollende Soldat. Die Heeresvechval» titng beschäftigt sich wie die „Verl. N. N." mel­den, z. Zt. damit, r: j Vorrichtung zur Erleichto- rung der K r i ech 5 -w-e g n n g im Gefecht aus- zuvrobieren. Diele Vorrichtung besteht aus ainan Rahmen mit Rädern, Rollen oder Kufen, die sich der Soldat unter die Brust legt, worauf er durch entsprechende Hand- oder Futzbeweguugqn sich leicht fortbÄvegen kann. Schon oft sind solche Verbesserungen in der Ausrüstung unserer Sol­daten durckprobisrt worden. Die meisten müssen aber deshalb fallen gftassen werden, weil sie eine Beschwerung des Gepäcks bewirken.

von einem Mitarbeiter, einem LandAmaltn, aus ihrem verschlossenen Koffer gestohlen. Der Dieb entkam.

* Obermöllrich, 8. Juli 1908. Ein unan­genehmer Besuch rourbe dahier der Kasseler Allgem. Zig.' zufolge vorgestern abend in später Stunde zugeführt. Mehrere Gendarmen brachten einen Transport von 50—60 Zigeunern und ließen sie im Obermöllricher Wäldchen öbernach» teu. Die Gesellschaft erschien nun in frühester Morgenstunde im Orte, bettelte und stahl, was zu haben war. Dann zogen sie weiter, ehe die Gendarmen ankamen, um nicht weiter „belästigt zu werden".

* Frankfurt a. M., 7. Juli 1909. Die ame­rikanischen Schützen, die zum deutschen Bundesschietzm nach Europa herübergekommen find, mutzten eine arge Unannehm­lichkeit erleben. Von Amerika hatten sie eine größere Zahl goldener und silbsr- ner Medaillen und sonstige Geschenke, wohlver­wahrt in einer Kiste, bis nach Mainz mitgebracht. Noch am Samstag wurde die Kiste vou dort aus zur Eisenbahn gebracht, um nach Nierstein ver­sandt zu werden: die Kiste traf auch in Nierstein ein, und am Sonntag sollte ein Teil der Me­daillen zur Verteilung gelangen. Als aber der Schatzmeister der ST" erifeiner die Kiste öffnete. War sie bis auf drei f willen vollständig ansgeplün- tert, und nur die Verpackung, _ Holzt volle usw. war noch in der Kiste. Wo die Kiste aufgebrochen und ihres Inhaltes beraubt worden ist, toar nicht ftstmstellen, da sie am Sonntag zum erstenmal« in Nierstein geöffnet wurde. Ob sie auf ihrer Seereise bereits geplündert worden ist oder in Europa, bleibt Nxchrscheinlich unaufgeklärt.

* Kassel, 8. Juli 1909. Für die von dem Be- zirksverband Vaterländischer Frmuenveofine tut Hessen-Nassau veranstaltete e>amntlung zu­gunsten der bei dem Hochwasser im Februar Geschädigte,: sind insgesamt 208 090 =*. einge-

gangen. i

* Eisenach, 7. Juli 1909. Kurz vor der ®tin- fflbrt des hier 9,58 ein troff en den O-Zuges in den hiesigen Bahichof gab ein Unbekannter efinen scharfen Schuß auf den Zug ab. Die Kugel zer­schmetterte die Scheibe eines Abteils, in dem sich der Zugführer befand. Der Beamte blieb unver­letzt.

* Mainz, 8. Juli 1909. Im hiesigen Gymna­sium, wo dieser Tage die schriftliche: Prüfungen für das McuuritätsexameA ihren Anfang nah­men, wurden auf Anordnung dec obersten Schul- bobörte all; Abiturienten eindringlich vor dem Studium der Rechtswissenschaft und des Jnge- nieurfachs gewarnt. Der Andrang zu diesen bei­den Studienzivei-gen sei in den letzten Jahren so enorm gewesen, daß schon jetzt auf lange Jahre hinaus ein so starker Ueberschnh an Anwärtern vorhanden sei.

* Sindlingen (Nassau), 9. Juli 1909. W e- gen der Glockenseile droht zwischen , der hiesigen kathol. Kirchengemeinde und der Zivil­behörde ein Prozeß auszubrecheu. Die Glocken­seile und der Glockenstuhl find defekt, und der Pfarrer verlangt Ersatz durch die Zivilgemeinte die dazu durch ein Gesetz von 1816 und eine nas­sauische Verordnung von 1862 verpflichtet sei. Die Gemeinde will das Seil beschaffen, behäü sich ober vor, die Kosten später zurückzufordern.

* Heiligraftadt, 7. Juli 1999. In der entschei­denden Abstimmung über die Einführung deS 8 Uhr-Ladenschlusses stimmten 101 für und 44 gegen den 8 Uhr-Schluß. Da die gesetzliche Zweidrittelmehrheit zustande gekomiuen ist, kann die Einführung als gesichert gelten.

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Fulda, Samstag den 10. Juli 1909.

] — Die Lebensdauer der „Zeppeline". Anlaß-

'«ch des gewaltigen Planes des Grafen Zeppelin, mit seinem Luftschiff ben Nordpol zu erreichen, 'wird ein« fachmännische Berechnung von Jnter- i esse sein, di« der Korrespondenz „Heer und Po- Wik" über die Lebensdauer der Luftschiffe vom - Typ „Zeppelin" gemacht wird. Daß das Lust- fctfiff für ehre selbst 3-4 Jahre währende Expe- Mtionsreise nach dem Nordpol tauglich ist, dar- Wer kann ein Stosst nicht bestehen, selbst wenn (man die ungeheuren Strapazen eines Luftjchtf- ftS in solche,: Fallen in Betracht zieht. Man kann hi« Aktionsfähigkeit eines Luftschiffes ungefähr sauf 10—15 Jahre berechnen. In erster Reihe werden dir Ballonhüllen unter den Strapazen (einer Rorbpolexpedition zu leiden haben, da der /Stoff durch den Tempevatzuttvechsrl sehr zu lei- uben hat und es schon jetzt als fichr angenoautton werden kann, daß Ersatzteil: für die Ballonhülle ' unter allen Umständen 4 Jahre halte«. Das (wäre aber schon eine sehr hohe Zeitspanne. Un­ter den obengenannten Umständen wird ihre Le- bsnsdanrr sicherlich kürzer jein. In zweiter Li­nie kommt die Lebensdauer der Motore des Luft- schrffes in Betracht. Darüber hat man jetzt 'schon genaue Kenntnis und weiß, daß z. B. Fab- (rif- und Autmnobilmotote in 6—8 Jahren einer Erneuerung bedürfen. Einen gleichen Zeitraum iteirb man dem Aluminiumgerippe zubillig rn kön- neu, aus dem das Luftschiff hergeftellt ist.

— Der „neue Tod" der indischen Witwe. Tank dec energischen Maßnahmen der englischen Re- , Meneng in Jndim ist die Witwuuverbrennunz .ntettt) unten, aber ein »neuer Tod" ist an die «Stelle des Scheiierhaufns getreten. In einer ttal:enrschen MissionZzeiffchrift gibt ein in In« Missionar eine erschütternde .Erniedrigungen und Demütt- ö:e üft»ische Witwe heute an Stelle des Scherterhaufens erdulden muß. Der Glaube Mr Iudter beschuldigt die überlebende Witwe, teilt Tod des Mannes verursacht zu haben. Wenn

Literarisch«;.

Bibliophoros vonTr. E. Schmitz nnb Dr.I. Sastill- Rom 1909. Verlag von W. Bretschneider.

Tieft neue DeröffenUi chung, von der bereits 2 Num­mern erschienen sind, bietet zum jährlichen Press« von 2 Mark 50 Pfg. ein ausführliches Verzeichnt der neuen Werke religiösen, philosophischen, ihrolo« gischen ic. Inhaltes; doch wird nicht nur eine em« fache Titelauszählung gegeben, sondern auch zugleich m lateinischer Sprache eine kurze Inhalts»Angabe und kritische Bewertung der Werke beigesügt. Dar Unternehmen ist freudigst zu begrüßen, es wird manche Ce Dienste etroc r m der Orimnerungs»Arbeit

Iglich so vieler . .euerscheinungen. Dr. St.

Ausland.

* Zwischenfall im französischen Senate. Der chemalige Deputierte Bos stellte im Hose des Senates den Finanzmimfler Cailloux wegen einiger abfälliger Aeußerungen, die dieser über die Haltung des Exdeputierten m der Frage der Uebereinkommen mit den Schiffahrls-Gesellschasten getan halte, zur Rede. Ts kau, zu einer heftigen AuS«inaud«setzung, in deren Verlauf der Ab­geordnete dem Finanzminister zweiOhrseigeo gab. Emlloux hat feinen Gegner darauf, wie daS so üblich ist ia Franfteich, zum Duell gefordert. Das Duell sand bereits gestern mittag statt. Es wurden indes nur Löcher in die Lust geschossen.

* In der italienischen Kammer hatte e$ dieler Tage eine solenne Prügelei gegeben, als der Republikaner Colajauni auf den Post- Minister Ächanzer außerordentlich scharfe An­griffe richtete und ihm ziemlich unverblümt Ver­gehen 1 la Nasi vorroarf. Trotzdem (Lotaja n i in der letzten Kammersitzung feine Anschuldigungen gegen dm Postminister zurücknahm und erklärte, feine Worte hätten sich nur ans die politische Verantroortlichkrtt, nicht aber auf die persönliche Ehrenhastigkst Schanzers bezogen, hät Lieser Colajauni dennoch zum Duell gefordert. Bei der Prügelei warm mehrer« Personen verletz worbe«. Die genaue „Verlustliste" ist jolgmde: Premierminister Gwlitti erhielt eine Wunde am Zeigefinger der rechten Hand, Marineminister Admiral Mirabells bekam ein Tintenfaß an den Kopf geworfen, der Pvsiminister Schanzer, der während des Gefechtes zu Boden geworfen wurde.

X Die Reichsfinanzreform eine „prokestan- ischc Sache". Dies« Entdeckung bleibt dem lweva- en Pfarrer Traub-Dortmund vorbchaften, E uega: öffentlicher Leugnung der Gotihert Chrrs» neuerdings wieder von feinem Konstfwrtum tn Untersuchung gezogen fit- . ^" Et cmßmortent- „lidten Tagung des „Rhsrntsch-weftfälrfchen Ver­bandes der Freunde evangelischer Frerheft" bat Xraub bei Erörterung der Frage: Warum blerben wir in der evangelischen Kirche? über Las pro­testantische BewuWein u. a. gesagt:

„Wenn wir als ernste Männer und als ernste Frauen, alS die ZukunftSprotestanten dastehe«, wissen wir, daß unser Werk dem Baterkaud gehört, und da kommt der Jammer über so erbärmliche Stunden, wie wir sie in den letzten Tagen in unserem Baterlande erlebe» mußten. (Stürmischer Beifall.) Wenn ich begreiflich machen darf, daß das auch protestantische Sache ist, so weift ich aus folgendes hin: Die Partei, die uns in die heutigen Verhältnisse geführt hat, ist dieselbe Partei, die uns in kirchlichen Nöten Kreuz und Qual auftrlegt, die kon­servative Partei, die uns immer von Osten her in unsere kirchlichen Verhältnisse hineinspriugt. Und diese Lage wird nie klarer und besser »erden, wenn 'wir nicht sagen: Wir danken recht schön, daß das > konservative Christeutum das evangelische Christentum sein soll. Wir wollen in diesem Sinne versuchen, mit- zuarbeiten in dem großen Bund, der von Luther dem deutschen Volle geschenkt worden ist." (Stürmischer

Hiernach scheint ter liberale Protziger Tvaub nicht Übel Lust zu haben, bie Erbschaftssteuer als i ehre protestantische, dagegen die Börsensteuer als 1 eine Mrproteftantifche Sach» zu bezeichnen.

❖ Großartig schön muß es nach dem Bericht dsr „Braunschweigrr Landesztg." auf beim Par­teitage ter Nationalliberalen ge­wesen sein. Dieses natioNalliberale Blatt schreibt Über tzen Redner Geheimrat Dr. Kahl:

s „Wie herabrollende Felsblöcke donnerten seine Wotte: ^Heiliger Zorn, Treubruch der lBlockgmoffen, Verrat au den Bedingungen auf Treu )md Glaube-, von Anfang an mit halbem, kaltem fftrzrn dabk: gewesen, Bundesrat — Schamröte nS Antlitz — mögen sie sich in der neuen Gemein­schaft wohl fühlen!• So blitzte und krachte es, aI8 ob Sichen zerspittert würden. Jede? Wott fein Fanfarenstoßi"

lbnb über Bassormann:

.Jei.eS markierte Wort schlug wie eine Granate und «rr-eckte leidenschaftliches Echo. Oft mußte der Redn« den imposanten Strom seiner ®e» ' b an Ian unterbrechen, da die Wogen mtt ihrem Rau­schen die Worte zu verschlingen drohten. Ein Orkan ; von Zustimmungsbeweisen raste durch den Saal, der , die Wände erzittern ließ und selbst die Damen i fortciß. Sie ließen von ihren Mienen den tiefen Ein» vri ck dieser ehernen Worte ableseu." . ..

„Nachbarin, Euer Fläschchen!"

* Oldenburg, 7. Juki 1909. In ter Nachbar- gemeinte Ohmsted« ist «ine neue evangelische

!Schule errichtet Worten, und der Schulausschuß hat für die Schulreinigung einen Katho- jliksn augestsllt. Das soll nun schon iwch den ! liberalen Ükachrichten für Stadt und Land (Nr. 1183) die evangelischen Interessen verletzen:

Merkwürdigerweise ist der Posten einem Mitgliede der katholischen Kirche übertragen worden. An sich mag die Konfession mit der Schulreinigung nichts zu tun

• haben, aber man sollte in solchen Sachen doch vor­sichtig fein. Die Evangelischen tragen di« Schullasten, i und deshalb hätte auch einem Angehörigen der lutherischen Kirche die Arbeit des Reinigens übertragen HJIU1—■■ I illlMMIM»! II lllll Illi—im ■■■ II ■rra—nwi • —

Am Mrche und Schule.

♦ Abt Bonifaz Krug von Montecaffino. Die gesamte italienische Presse, auch die nicht katho­lische, widmet unserm Fuldaer Landsmann, tem am 4. Juli verstorbenen Abie von Montecassino sehr sympathische Nachruf:. Dabei wird mH be- unterem Muhdnrck hervorgchobsn, welchen Aa­chens sich ter Abt Krug bei Kaiser Wilhelm II. erfreute, ter wiederholt die Abtei besuchte und bei seiner Anwesenheit in Neapel den Abt auf «ine Jacht eingetaten habe. Ehe Bonifaz Krug, ter 1838 in Hünfeld geboren toar, Erzabr von Monte Cassmo wurde, war er Abi von St. Maria bei Monte in Cefena (1888—95) «nd von St. Af-elmo in Nom (bis 1897). Monte Cassino, tzie- ses alte, nn Jahre 529 vom hl. Benedikt gegrün­dete Bollwerk tes Christentums und des monasi:- fcheu Geistes verdankt dem Abt Krug viel.. Der Versioitbene war nicht nur ein Ma.rn tiefster Frömmigkeit, sondern auch mit erlesenem künst­lerischem Empfinden sowohl tote historischem Ver­ständnis begabt; und irtbem er die künstlerische Erneuerung der uralten Abtei einleitete und Monte Cassino zu einer Stätte ernster wisseu- schaftficher Stiddien machte, hat er die großen Ueterlieffrungen von Montecassino würdig wer- tergeführt. Der „Osservatore Romano", das an- gesehenste katholische Blatt in Rom schreibt, sein Tod bedeute für de:: berühmten Benediktiner- orten und für die Kirche einen scheren Verlust. „Pater Bonifaz Krug toar ein vollkommener Mönch, ter in erstaunlicher Wesse sich nach dun ruhmvollen Beispiel seines großen Patriarchen geformt hatte, dessen Frömmigkeit, Arbeitfamkeft, Offenheit wib Genialität in hervorragender Weife auch fess: Teil waren. Ein lauterer unb erleuchteter Seelenhirt, ein Iveilfch Lenker ter Gewissen war er zu gleicher Zeit ein Künstler im höchsten und vielfeirigstei: Sinne des Wortes. Musiker und Maler, Architekt und Sprachenken­ner, Philosoph und Ascet, alle Eigenschaften die­ser vielgeftaliigcn Zusammenfassung des Schönen und des Wahren waren dem Abt Krug in vollem Maße eigen. Er wurde deshalb mit liebevoller Verehrung umgeben und wird mit Recht beweint werden." Auch die literale „Köln. Ztg." widmet ihm einen sehr schmeichelhaften Nachruf; sie nennt ihn „eine der rnartanresten kirchlichen Per­sönlichkeiten Italiens", er habe „sehr Beachtens­wertes geleistet" und „unablässig Sorge getragen, die zerrten künstlerischen ttnb literarischen Schätze Des Erzklosters ter Forschung zu erschließen, und temgeu:ätz gegenüber Gelehrten jedes Bekenntnis­ses und jeder Nation eine vornehme Gastfreund­schaft geübt." Ein „trefflicher Manu und fetnge- btlteter Geistlicher sei mit ihm dahingegangm, ter feinen: Vaterland, so viel er nur fönte, Dienste geleistet unb unter denkbar schwierigsten Verhältnissen im Ausland ssiu Deutschtum hochgehaftei: habe."

Am dem Kachdürgedrele.

' Motzlar bei Geisa, 9. Juli 1909. Einer aus Palm stamme ntei: am Bahn bau Geisa Tann be­schäftigten Fr-au, bie Witwe und Mutter von 5 noch unmündigen tiintern ist, wurden ihre säml- lichn: Barnftttel in Höhe von ungesähr

von wesontlichen: Einfluß darauf, welche Sorte knöchel und Armmuskel angestrengt w-erdur. Um nun das Schreiben weniger anstrengend zu ma­chen, kommt alles darauf au, die Arbeit unter ben verschieder^n Mnskelir foD: ' als möglich zu verteilen unb zu wechseln, te: •; jeder Austreu- gnng auch eine Ruhepause folgt. Daß dies nicht gesch'chr. das ist die Ursache des Schreibkrampfcs. Und daraus erklärt sich auch, daß alle Mittel gegen den Schreibkrampf, Massage, Elektrizuät usw., nie dauernde Abhttss schaffen. „Wckiig, lairgsam, rund, groß, steil", tzas sind die fünf Worte, die jeder im Auge baten soll, tem sein Beruf dazu, zwingt, täglich längere Zeit zu schrei­ben. Wer unter dem Schreibkrampff zu leiten bat, soll wenig schreiben, d. h. nach einer Weile eine kleine Paule machen, un: teu Muskeln Er­holung zu gönnen. Das ra.te Schreite» wird oft zum Anlaß des Krampfes, weil di« hastigen Berveglülgen gewaltsame Muskelkontraftlouen herbeiführc::. Mit tem .Worte ..rund" ist ge­meint, daß mau scharfe Ecken in ter Schrift so viel als möglich verrneiten soll. In offen eckigen Schriften zeiget: die Schriftzeiche:: eine viel ge­nauere unb größere Aebiftichkeit als in den ante- ren: tz. h., daß die Muskelbewegung stets die gleiche bleibt. Groß schreiten soll man deshalb, weil die Muskeln umsomehr ausruhm, je größer die Buchstaben sind. Ue>ber die Vorzüge ter Steilschrift ist in letzterer Zeit biet gesprochen wordem Bei ihr liegt die Hand etwas emwärts aebcugt, während sie sich bei ter Schrägschrift nach außen abbiegt: zahlreiche Versuche haben gezeigt, daß die Em:värtsstellu:tg ter Haiü> un- gleich wmigec anstrengend ist als di« andere Haltung.

— 700 Millionen Spiel- und Wettumsatz sol­len, nach einer Schätzung des bekannten A:fthro- pologen Bertiffon alljährlich in Frankreich zu verzeichnen sein. Auf das „Kleine Pferdchens- Spiel allein entfallen während der Sommersai- fon über 37^4 Millionen Francs Umsatz. Die in bat sogenannten gefchlosi n Klubs von Paris und der Provinz getoor »n uni) tecloraw enormen Summen entziehen sich pollständtg ter Kontrolle.