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36. Jahrgang

Fulda, Samstag den 10. Juli 1909

M 154.

Die öcMhmg »«

Kongresse. Gnadsnstromes zu fassen, der von dieser religiö-

Arrittes WtcrLL

Eine Wette.

Erscheint täglich mit Aurnahme »er So.m= und,Feiertage, viertel- jöhrUcherveVsrprei, vh»« vchl-ertoh« und veitNl-ettinZuldafo- wie«mr«»ärt»r.SvM.

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Sakramente.

So ist die festliche Seronftaliimfl, der wir mt- gcgengeben, ihrem innersten Wesen nach eine fei­len: katholische Freudenfeier; so ge­staltet sich der Schlutztag des Kongresses mu sei­ner sakrcunentalen Prozession zum erhöhten Fron­leichnamsfest, zum eucharistischer ^uveltag.

ihn bat, einen Augenblick zu warten, indem sein Herr gerade mit dem Ankleiden beschäftigt sei.

Pantabee trat in den Salon und begann so­gleich, nachdem er den Diener fortgeschickt hatte und er sich unbeobachtÄ glaubte, die Tische zu messen und die Matze in sein Notizbuch einzu­tragen. Als er mit dieser Arbeit fertig ivar, trat er ans Fenster und sah gleichgültig auf die Mraßen hinab. So traf ihn Gordon, der ihm mit Herzlichkeit entgegeneilte, ihn mit Fragen über seine letzten Erlebnisse bestürmte und ihn dann endlich zu dein festlichen Mahle einlud, das ec femm Freunden diesen Abend geben wollte. Pantabee nahm mir Freuden die Einladung an und entfernte sich bald, um Geschäfte zu besor­gen. Nachdem er gegangen, befahl Gordon fei­nen Dienern, jeden weiteren Besuch abzuweisen, da er mft Vorbereitungen zu dem Feste beschäf­tigt sai. —

Bald versammelten sich die Geladenen, unter ihnen Pantabee. Das Diner fand bei allen den lebhaftesten Beifall, und mit heiterer Laune setz- ten sich die Herren zu dem Wein und rauchten, daß es eine Lust war. Auf die ungezwungenste Weife wußte unser Pantabee das Gespräch auf die neuen Möbel zu bringen, die bereits die Auf- merksamkeir vieler der anwesenden Gäste erregt hatten.

„Auch mir”, begann Pantabee, „gefällt die Arbeit, nur finde ich die Tische etwas zu hoch."

„Das scheint mir nicht der Fall zu sein", er- widerte Gordon, „ich meine, >cher seien sie noch etwas zu niedrig."

„Da irrst Du Dich aber gswalng, Freund", rief Pantabee. „Ein Tisch, der höher als 20 Zoll ist, ist zu hoch; aber diese hier sind, wenn mich mein Augenmaß nicht täuscht, wenigstens um einen Zoll hoher."

„Dein Augenmaß täuscht Dich, meine Tische haben nur eine Höhe von zwei und einem hal­ben Fuß."

— Die Böller als Saffeetrinker. Wer trinkt den meisten Kaffee? ..Das ist eine Frage, die be-

„Wettest Du, daß sie mehr haben?" fragte Pantabee; „doch nein, werte , lieber nicht, denn ich bin meiner Sache zu gewiß."

„Warum sollte ich eine Wette nicht anneh­men?" rief Gordon. „Ich habe die Tische selbst bestellt, ich werde doch wohl am sichersten ihre Höhe wissen. Aber eben darum kann ich keine Wette annehmen, sonst würde ich sofort ein Lak Rupien (das sind 10000 Pfd. Sterling, 200000 Mark) daranfetzen."

„Ich bin dabei, wenn es so rst", sagie Paula- bee. „Meine Herren, Sie sind Zeugen, ich be­haupte, diese Tifche sind 31 Zoll hoch."

„Ich nehme die Wette an", rief Gordon.

Das Reister der Weiten wurde gebracht, die Wette eingetragen und von den Beteisigren und den betreffenden Zeugen unterzeichnet.

„Nun, meine Herren", sagte Pantabee, nach­dem diese Formalitär erfüllt war, „ich habe die Wette gewonnen." ' m

Er erzählte jetzt lachend, was er diesen Mor­gen getan hatte.

„Und dennoch hast Du sie verloren", erwiderte Gordon lachend. „Als Du diesen Morgen mei­nen Salon berratest, stand ich eben in meinten Zimmer, um mich zu rasieren. Die Türe des Salons stand halb offen, sodaß ich im Spiegel Dein ganzes Treiben mit ansehen konnte. Du warst so eifrig bei der Arbett, daß Du mich gar nicht bemerktest. Kaum warst Du fort, so ließ ich sämtliche Tische um einem Zoll kürzer machen. Ich wußte also, was ich sagte. Ueberzeuge Dich selbst ob ich recht oder unrechr habe, wenn Du nicht glauben willst, daß Du in die Grube gefal­len bist, die Du für mich bestimmt hattest."

Alle lachten und Pantabee war um ein Lak Rupien leichter gemacht worden, was ihm gerade nichts geschadet hat. Er zog hierauf beschämt von bannen.

«ar» Schütter

ÄÄ ro^wase:«Wttafe Soslltagrzeltung"

Denn diese Parteien bertreten immer noch vor­wiegend das mobile Kapital, und für dieses ist die Erbschaftssteuer vielfach die Steuer, die ein anderer bezahlt. Nachdem nun die Zeittrums- jariei durch Ablehnung der Erbschaftssteuer die Verantwortung für den Abschluß der Finanzresvrm mit übernommen hat, liegt ihm auch die Pflicht ob, diese Finanzreform zu Ende zu führen, d. h. genügend neue Steuern zu bewilligen. Hilst es dabei nicht ernstlich mit, so hört das Zentrum auf, bundnis- ähig zu sein. Die Konservativen ständen allem und waren dann gezwungen, sich mit den Libera­len über die neuen Steuern zu verständigem. Das bedeutete aber !öie Wiederher st ellung der Herrschaft Liberalismus. Die Liberalen verweigern jetzt ihre Mithilfe, weil ihr Plan, zur Herrschast zu kommen, durch das Zusammengehen des Zentrums mit den Konser­vativen zerstört worden ist. Läßt das Zentrum die Konservativen nun im Stich, so würde *a7 also Wiederherstellung der Herrschaft des Libera­lismus bedeuten.

— Politik in Kriegerveremen. ^n Nr 34C der „Wiesbadener Zeitung" (Rheinischer Kurier, vom 7. Juli befindet sich ein Bericht von Essicrs- bausen, Ä. d. 4. Juli, über eine Fahnenweihe 6er der ein Herr Oberst v. Winter berg aus Weilburg gegen die Kons e rv at iv-rn wegen ihrer Ablehnung der Erbanfallsteuer zu Felde gezogen ist. — Der Herr Oberst mag über die Erbansilllstener persönlich denken wie er will, aber eine Fahnenweihe in einem Kriegerverem ist gewiß nicht die passtmde Gelegenheit, zur Er­örterung politischer Fragen. Politik ist nichtt Kriegervereine. Wann endlich werden die Mit­glieder der Krieg'rvereine sich aufraffen und der­artige politische Bevormundung mit aller Ent­schiedenheit zurückwsisem? Oder ist die Fahne des Kriegervereins zu Essershausen vielleicht auf das Blockprogramm geweiht worden?

.•. Warum kam der nationalliberale Divi­dendensteuerantrag nicht? Die Antwort gibt die ,Kreuzztgck in folgendem:

„Im nationaUiberalen Lager hat man eine gute Witterung von dem, was „populär" ist, und da man ja gegenwärtig doch nur Agitationspolilik tre>bt und von großen Mandatsgewinnen bei den nächsten „hoffentlich" sehr nahen Reichstagswahlen träumt, kann man an der allgemeinen Forderung das n. etile Ka­pital in angemeffener Weise zur Deckung deS gestec- gerten Reichsbedarss heranzuziehen, nicht vorubergehen. Aber diesmal hat die nationalliberale Unternehmungs­lust scheinbar sich doch zu weit vorgewagt. Bon dem Einbringen des Dividendensteuerantrages ist Abstand genommen worden. Schade! Wir hätten den Abg. Weber gern auch einmal für die Belastung der Börsen­papiere reden hören. Aber — die durch di« Kieler Reise des Reichskanzlers veränderte Lage! Da konnten die Liberalen nun doch an dem Anträge nicht iesthalten. Sie, die sonst festzustehen pflegen rote der Fels im Meer.'

Mit anderen Worten: Als die National» liberalen den Antrag antünbigten, rechneten sie mit der Auflösung deS Reichstages; da­für wollten sie ein Agitationsmittel haben. Als die Reichstagsauflösung inS Wasser fiel, wurde auch der Antrag nicht eingebracht; das nennen die Nationalliberalen aber sachlich« Politik!

)( Sozialdemokratie und Landarbeiter. Die Sozialdemokraten lassen sich die Gewinnung bet Landarbeiter neuerdings wieder stärker angelegen fein. Der offenbare Tiefstand, auf den die Par­tei in den festen Fahren gesunken ist, soll also durch die Bearbeitung neuer JntzwesseingilbietzO überwunden werden. Man hat soeben ein Blatt „Der Landarbeiter" geschaffen, das die landwirt­schaftlich tätigen Arbeiter für die Partei erziehen soll. Viel Glück wird man damit wohl wicht haben. ________

Bei den Engländern ist das Wetten eine wahre Leidenschaft. Manche sogen. Jndustrierttter beu­ten daher diesen Umstand aus, um sich einen un­erlaubten Gewinn zu verschaffen. Daß die Jn- buftrieritter dabei zuweilen aber auch gründlich „hereinfallen" und überlistet werden, ist erklär­lich. Hier ein Beispiel, dessen Schauplatz Cal- kutta in Indien ist.

Major Pantabee gehörte zu jenen Mämrern, ine wegen ihrer gesellschaftlichen Talente gern gesehen sind, welche aber unter ihrer Liebenswür- digkeit einen spekulativen Geist verbergen, der Wie Schwächen seiner Mitmenschen zu seinem eigenen Vorteil benutzt. Man konnte geradezu sagen,et lebe nur von Wetten, zu denen er an­dere zu bewegen wußte, nachdem et sich ielbst gegen jeden unvorteilhaften Wechsel gesichert hatte. Der Hauptmann Gordon, einer {einet sogenannten Freunde, gehörte zu seinen gewöhn- lichm Opfern. Gordon war ein grttmütiger Mann, der 'eine Näbemnenschen meist nach sich ■beurteilte. Er hatte schon öfters an Pantabee bedeutende Summen auf die bezeichnete Art ber­klären und dadurch seineVermögensumstände nicht wenig zerrüttet. Indes waren beide auseinander 'gekommen.

Gordon, welcher bald eine lehr einträgliche Stelle in Calkutta erhallen hatte, lebte dort in angenehmen Verhältnissen, während, sein vorgeb­licher Freund Pantabee im Norden Indiens mit feinem Regiment« verweilte. Endlich kam er toie- ^er( narf) Kalkutta, und als er vernahm, unter r u!. zünftigen Umständen sein Freund Gordon beschloß er, denselben wieder um einige tau- 1 r ^erling ärmer zu machen. Er er- ‘Wr- «tag dieser ein ganz neues Mahagoni- Meublement erhallen batte, und hierauf baute St. nun fernen Plan. Den folgenden Tag nach jsern-er Ankunft tn der Hauptstadt begab er sich in die Wohnung seines Freundes, wo der Diener

Tas Wort „Eucharistie", dem altchristli­chen Griechisch entlehnt, bedeutet Danksagung und bezeichnet nach dar Art und Weise der göttlichen Einsetzung (Matth. 26, 26) das hochheilige Al- iatSfaframent, die wahrhafte, wirkliche und toe- ßmtliche Gegenwart Jesu Christi auf dem Altäre.

Mir tiefster Ehrfurcht, gläubigster. Hingabe imd anbetender dankbarer Liebe hat die Kirche tckts diese Gegenwart gefeiert und im Laufe der Zeit dieser Feier, namentlich in dem Fronleich­namsfeste, öffentlichen hochfestlichen Ausdruck ver­liehen. Unserer Zeit war es Vorbehalten, dreien öffentliche» Feiern einen erhöhten und tocltum- fassenden Charakter zu geben in den Eucharistt- scheir Kongressen. Darf es wunoernehmsn, daß im Zeitalter der Kongresse, wo zur Pflege der höchsten Kultur- und Zeitideale die Führer des nationalen Lebens in gemeinsamen internattona­nalen Vereiniaungen sich zusammenfinden, arrch die Katholiken aller Zungen und Nationen, der öffentlichen Feier des zentralen Geheimnisses ihres religiösen Glaubens und Lebens ein erhöh­tes internationales Gepräge geben, sie, für welche der Glaube an dieses Geheimnis die unverrück­bare Grundlage aller des Namens werten Ge­sittung und Kultur ist, sie, für welche die welt- toeiie Einheit in Lehre, Kultus und Verfassung eines der sichtbaren Merkmale der wahren Kirche Christi ist?

In solchen internationalen, ausschließlich reli­giösen Vereinigungen haben die Eucharistischen Kongresse bem erhabenen Merkmale der Kirche in ihrer Katholizitat einen neuzeitlichen, ein­zigartigen Ausdruck geschaffen, der mit anderen, nicht minder großartigen Erscheinimgen des ka­tholischen Lebens der OegennKtrt nicht verwechselt werden darf. Wenn die Katholiken einzelner Na­tionen auf jährlichen G e ne r a l v e r samm­ln n g e n — die der deutschen haben ja Weltruf errungen — in gern einsam en BeraruncM die wichtigsten ihrer sittlich-religiösen und öffentlichen Interessen besprechen, wenn hier die Lösung von Sulturauf gaben und Beit fragen im Sinne der katholischen Welt- und Lebensanschauung erstrebt wird, so haben die Eucharistischen Kon­gresse, obschon sie den Kreis ihrer Teilnehmer und Mitglieder weit über die nationalen Grenzen hinaus erweitern, dennoch für ihr gesamtes Wir­ken die engere Schranke ausschließlich religiö­ser Belehrung nnb Betätigung gezogen und zwar von dem einzigen Zentralpunkte der Er- kenittnis, Liebe und Verehrung/des HenlaNoes und Erlösers in der hl. Eucharistie aus; sie k.mnen für ihre Beratungen nur einen Gegenstand, nur ein Ziel für ihre Veranstaltungen, nur einen Mittelpunkt ihrer ganzen Tagung in deren reicher Ausgestaltung: die hl. Eucharistiie, tiefere Erkenntnis, echöhte Andacht und einmü­tiges Bekenntnis dieses Glaubensgeheimnisses. _

Darin zeigt sich eben der ermineint feierlich ernste religiöse Charakter der Euchari- stischetr Kongresse, ihre Berechtigung, ihr Segen, ihre nähere und entferntere Wirksamkeit. Sie wollen vorab und zumeist eine Erhöhungdes eucharistischen Lebens in den Kreisen der ska t h o l i k e ii. Wie im hochheiligen , Altars- sa'kramente gewissevmatzsn die unerforschliche gött­liche Weisheit und die unergründliche göttliche LiÄ>e miteinander zum Heile der Seelen und der Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes wett­eifern, so regen die enchavistischen Kongresse den Wetteifer der ganzen katholischen Welt ht allen ihren Teilen an zur Verherrlichung des euchari­stischen Christus und zur Gewinnung größerer Gnaden für das eigene Seelenleben. Wer ver­mag den Segen, die Aussaat rcltgiöser An-

veutsches Reich.

(*) Was würde geschehen, wenn die Reichs- finnnzreform scheiterte? Die „Augsb. Postztg." beantwortet diese Frage wie folgt: Die erste Folge wäre, datz zunächst ein großer Trümmer­haufen entsteht und das Reich ein Jahres- Defizit von 500 Millionen hat. Dte- ses muß bann, wenn man nicht wieder eine An­leihe machen will, zunächst von den Einzelstaaten übernommen werden. Wie diese es aufbringen, ist ihre Sache: sie werden es wohl auf die direkten Staatssteuern legen müssen. Das bedeutet für bie meisten Staaten eine kolossale Steuererhoh- unj. Tas Scheitern der Reform würde aber auch eine politische Folge haben: Die Zentrums- Partei hat die Ausdehnung der Eübschafvs- fteuer auf die Kinder und Ehegatten abgelehnt, hauptsächlich weil diese Steuer den liegenden Besitz, die Bauern, das Gewerbe und die Jn- drrstrie, die doch alle mit liegenden Gütern arbei­ten müssen, weit stärker belasten, wie das beweg­liche Kapttal. Dieses kann sich der Steuer in hohem Grade entziehen /und zcvar in um so grö­ßerem Maße, je mehr Kapital vorhanden ist. Da­her begeisterten sich die Nattonalliberalen und Freisinnigen so sehr für die Erbschaftssteuer.

sonders die Damenwelt lebhaft interessieren wird. Der Türke, so wird man zunächst vermu­tet. Das fft jedoch. wie ein französischer Statisti­ker angibt, falsch; der Türke trinkt im Gegentet! nur wenig Kaffee. Am meisten Kaffee trinken — die Deutschen. Ihnen folgen die Belgier, d« Amerikaner, die Schveizer, die Norweger, Schwe­den, Dänen und Äieäerlhabet. In all diesen Ländern kommen jährlich etwa drei Kilo Kaffe« auf den Kopf der Bevölkerung. Ein Verbrauch der zwischen 1 und 3 Kilo jährlich auf den Kops der Bevölkerung betragt, haben Frankreich, das englische Südaftika, Argentinien, Uruguay und Oesterreich-Ungarn aufoutoeifen. , In Australien, Spanien, .Kanada, Italien, Griechenland, Eng­land, Rußland unü der Türkei bleibt dagegen der Durchschnittsverb nauch in einem Fahre hinter einem Kilogramm zurück. ’P-

— Berliner Rollschuhe. Wenn der gute alle Kloppstock noch lebte, er würde jetzt zweifellos nach Berlin ziehen. Denn wo könnte er feinen Lieb­lingssport, das Schlittschuhlaufen so gut ausüben als in Berlin? Künstliche Eisbahnen in einer großen kühlen Halle sind gewiß im Sommer recht angenehme Tinge, aber erstens taften sie viel Geld, zweitens ist es denen, die dort laufen, mehr um anderlls als um Schlittschuhlaufen zu tun und drittens ist» eben in einer verdeckten Halle. Da ist doch ein draußen ausgeübter freien Sport viel schöner, und so hat man denn Schlittschuhe erfunden, die nicht nur auf Eis gleiten, sondern auf einer schön und ebm gepflasterten Asphall- strvße. Diese Rollschuhe werden genau wie Schlittschuhe! unter die Stiess gchchnallft ^mir haben sie keine gleitende Stahlschiene, sonwmtt vier außerordentlich leicht drehbare Röllchen. Aber wie gesagt: brauchbar sind sie nur an entern Orte, der so ebenes Asphaltpfläster hat tote ba» westliche Berlin. So kann man denn auch schon die Fremden im westlichen Berlin daran erken­nen, ob sie einem Rollschuhläufer nachschcmen ober nicht. Nur einen Fehler hat der neue Sport in den Augen von Berlin W.: er ist zu billig! p.l

ien Feier über die wüten Scharen der Teilnehmer und durch sie über Welt und Kirche sich ergießt?

Ohne allen Zweifel tritt uns hier die wahr­haft providentielle Bedeutung der Eucharistischen Kongresse für unsere Zett nahe. Gegenüber der vielfachen Seugnung alles! llzbernatürlichen ut unseren Tagen stellen sie laut und feierlich da» Bekenntnis an den persönlichen, uberweltltchen, ewigen, aber doch in der h. Euchartstte „unter uns wohnerwen" Gott dar, der Quelle aller ttber- natürlichen Wahrheit und Seligkett. Gegenüber dem Uebermaß religiöser Lauchell unid Gletch- gultigkttt, dem Streben nach religiöser Verwell- lichunig und Erniodriguwg erhebt sich> m den Eucharistischen Kongressen feierlich chnhettltch, fest und treu trotz aller Verschiedenheit der Sprachen und Rassen der P r o t e st d e s G laub e ns und des gläubigen Denkens. Hier tmtt auch gegen dte überhanonehmende Zucht- und Sittenlosigkeit, dte bittere Frucht des Unglaubens und oes Wwer- christentums, die notwendige weltweite Abbitte und Sühne in feierlichster Weise uns entgegen.

Man übersehe dabei nicht bie machtvolle Stär­kung oes religiösen Gemeinsamfett--- gesühls, der kirchlichen Einhett und Zusam- mengehörigkett, die aus der gleichen Liebe und Verehrung Aller ohne Unterschied des Alters, des Volkes, des Standes, des Reichtunis, der Bildung, wie aus gemeinfamem, starkem Brunnguell, zu deut höchsten Gut der Christenheit aufftetgt. Welch ein Schauspiel, wenn alle Glieder der Kirche ohne irgendeine Amtahme, Laien, Priester, Ordens- leute, Bischöfe und der Papst selbst m fernem Le­gaten und den chn aus dem höchsten Rate de» Papstes umgetben-den Kardinälen in Gemeinsam­keit, Liebe und Treue sich als die Kruder des hochheiligerr Sakramentes so friedlich, fo_ freudig und so treu wie Kinder einer Familie zwammen- finden in gemeinsamer, sinn- und herzer­greifender Huldigung vor dem hochheiligen

8. Die Reichsbeamtenbesols«ng»

Die letzten Beschlüsse der Budgetkommission des Reichstages sind für manckte Beamtmkattgo-

SefTe S ötten der Kommission ge- bot so zu handeln, wie sie gehandelt hat.

Fn ähnlicher Weise, tote das in der in diesem Blatt schoit mngeteitten Auslassung des parla­mentarischen Mitarbeiters der „Köln. Vztg. ge­schehen ist, äußert sich hierüber folgende uns au- Berlin zugehende Zuschrift:

Die Kommission stand vor einem Entweder - oder, als ihr der Reichsschatzsckr-tär wiederholt äxifj bet $iinbc5r<ii inftini5 mig'befchlofs en habe, unter kein en 11 r.iit ä n £>en über jene Sätze hinaus- zn gehen Die jetzt bewilligt worden sind. Wenn der Bundesrat etwas Derartiges in einer solchen Situation beschließt, bann darf man annehmen, das, es ihm ernst damtt gemeint ist. Sonst hätte er nicht das schwere Geschütz der hefondereu Be­schlußfassung tn derartigen E^nzelfragen aufge- fahren. Es mußte also mit Sicherheit dar­auf gerechnet werden, daß ein Fest hallen an den Höheren Sätzen eine SB er schleppung Der R e- ■f 0 r m mindestens um ein Jahr herbetfuhren chütde. "

Da war die Frage: W a s i st s ü r d i e B e - amten günstiger, eine erneute Verschlep­pung ober die Annahme trotz dieser Differenzen? Die Frage war nicht schwer z>il beantworten. Das, was man später vielleicht mehr heransgeholt haben würde, wenn man die von den Beantten langersehnte Reform auf die lange Bank hätte geratan lassen, das wäre den Beamten bis dahin an Vorteil entgangen. Das mußte den Ausschlag •geben.

Hinzu kam aber noch, daß man auch für das nächste Jahr keinerlei Wahrscheinlichkeit für die Erlangung der höheren Sätze sprach. Ter Reichstag allein macht in dieser Sache denn doch Nicht, auch die Regierung hat mitzusprechen; die Art und Weise aber, wie sich die Regierung gegen bie den Beamten günstigere Beschlüsse der Reichs- 'tagskommission in erster Lesung gewehrt hat, Nrußte jedem klar werden lassen, daß sie ihr letz­tes Wort gesprochen hatte. Bei solcher Lage der Dinge konnte & für die Mehrheit der Kommis­sion keinem Zweifel unterliegen, daß sie zwar Unter Einsetzung des ganzen Einflusses des Par- laments für die Beamten einzutreten habe, oatz sie aber •nachzugeben habe, als selbst der einftim- imig gefaßte Beschluß der Kommission in zweiter Lesung über die Postschaffner be: der Regierung keinerlei Eindruck machte.

! Die neue Mehrheit hat ihre Pflicht int Interesse der Beamten getan, vollauf. Sie hat das für die Beamten her- Vusgohott, was nach Sage bei Sache zu erreichen war unter Vermeidung jeder Gefährdung der Beamteninteressen, die eine auch an sich wirkungs­lose Verschleppung mit sich gebracht haben würde. So wird es den Mehrhettspatteien nichi schwer werden, die verleumdecksche Hetze, die jetzt von der enttäuschtcm und verbitterten Linken gegen 'sie inszeniert werden wird, bei allen gerecht Venkenden, politisch einsichtigen Beamten zu über­winden; es wird ihr das um so leichter gelingen, als die Linke sich toeigen, Steuern für die Be- «mtengehaltserhöhung zu bewilligeir.

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