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MaerW

36. Jahrgang

^ulda, Donnerstag den 1. Juli 1909.

M 146

Zweites ’gätatt

Aus -em Nachbargebiete.

Kleines Femlleton.

Weizen

195 (— 5 ) 210

wie folgt: Danzig

unt getötet.

♦ Im Fieberwahns»«« stürzte sich tm Kranken­hause in Essen ein als typhuskrank etngeltefer- tes junges Mädchen in Gegenwart der Kaanken- schwestern, die vergebens die ntft Riesenkräften sich wehre,»de Kranke feftzuhalten versucht«», aus dem Flurfenster. Der Tod trat auf der Stelle ein.

** Ein Nebengebäude der Kieler Poudreiten-' sabrik wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von ten. streikenden in Brand gesteckt. In den Trümmem wurde einverkohlterLeichnam gefunden. Das Gebäude diente zur einstweiligen, Unterbringung von Arbeitswilligen. Der Kaiser forderte ausfichrlichen Bericht über den Brand ein.

* Ein Studentenstreik ist am Montag an der Universitäts-Zahnklinik in München ausgebrochen. Das Studium soll nicht eher wieder ausgenommen werden, als bis bündige Zusicherungen gegeben sind, daß die gegenwärtigen absolut unzulänglichen Räume erforderlich erweitert werden.

Landsburg statt.

△ Marburg. 29. Juni 1909. M-Marburg hatte heute Feiertag. Von den Zinnen des Land­grafenschlosses sowohl, wie in den Straßen.und

Ö Anonhme Wühlereien und Treibereien.

krschNut täglich «Ä Ausnahme der $orti= undZeiettsge vierte jährlicher Semgrpreis ohne Vringettohn und vefteSgeld in 8ulda so­wie amwSrtrl.s»Nt.

verant« itedatteur»

* Ullendorf, 29. Juni 1909. Am Sonntag, Öen 27. d. M., fand die Feier dar Gruudstemle- " sicht sturmes auf der

Sommer gesammelt, getrocknet und pulverisiert ousgehoten. Im Bedarfsfälle laßt man von dem Ausguß zweimal tiMch eine große Tasse Tee, gnit je einem Kaffeelöffel des Pulvers bereiter,

— König»» Wilhelmina als Friedensstlsierrn. Eine reizende Geschichte wird auS der ^ugend ter Königin Wilhelmina erzählt. Wie bräunt, war ihr Baker ein Mann von schwer lenkbarem Cya- ttificr, und wenn er sich über etwas geärgert hatte, war es nicht fcidjt, mit ihm »n Ruhe zu verhandeln. Gmes Tages war er über den Art:- Jti einer holländischen Zeitung wütend, der einige jfeiner Handlungen abfällig beurteilt harte. Er toeigeite sich, seine Minister zu emvfaagen. und istörmte erregt durch die Zimmer des Papstes. Die Minister waren verzweifelt,, da sie den Son»g ,M einer wichtigen Angelegenheit driagsad st-re- chen mußten. In ihrer Rot wand'ren sie sich an eine der Hofdamen, die das Gemüt des KomO, beruhigen sollte. Diese sandte wwderum die da­mals fünfjährige Prinzess in Wilhelmina rn das Zimmer, in dam der König erregt auf und ab ging, eine Zeit lang schaute die kleine Prinzessin ifcem Baker stumm zu. Dann stemmte sie ihre kleinen Fäuste in die Hüften und ging, indem sch dne zornige Miene aufzustecken versuchte, neben dem erregten König hin und her. Als ihr Bater di^s sah, blieb er stehen und brach in rin helles Gelächter aus. Eine halbe ^stunde darauf fand der Ministerpräsideat de« König vollkommen be- 'ruhigt, wie er auf dem Boden des Zimmers mit 'seiner Tochter, die er über alles liebte, spielte, -p. [ . _ Dirkcublättrrtee bei Nieren- und Sfcmlet- den hat nach de« langjährigen Berfuchen von

von Köln, der am 15. Ium b. I. in seiner Ansprache an den Vorsitzenden und die Angestellten des Volks- verems in M.-Gladbach ausdrücklich hervorhob - „Der Volksverein nennt sich nicht bloß emen kathoüschen Verein — er »st es. — Er will tm steten Anschluß an die Kirche tätig sein. Der Erzbischof von Köln, der stolz darauf ist, daß der Sitz deS Vereins tn feiner Diözese liegt, hält ja fortdauernd Fühlung mit ihm. Lassen Eie sich von jenen Angriffen nicht beeinflussen, und fahren Sie ruhig fort, in der bisherigen guten, gediegenen, katholischen Weise zu arbei­ten, zum Segen des katholischen Volkes und des gan­zen deutschen Vaterlandes.'"

Mit dieser autoriativen Erklärung des zuständigen Bischofs dürfte die Frage für jeden katholischen Mann erledigt fein."

So die Zuschrift von parlamentarischer Seite. Wir schließen uns ihrm Inhalte in allen 7-eiten an. Damit können wir die Angelegenheit al-, abgetan betrachten, wenn, nicht die gegnerische Preffe uns zu weiterem Eingehen auf ste zwingen wird. ________________—

Marktberichte.

» Frankfurt, 28. Juni 1909. (Getreidemarkt.) Am heutigen Markte herrschte bei sehr fester Stimmung wenig Geschäft. Landweizen ist nicht mehr offeriert, ausländischer Weizen im Einklang mit den höhere»» Forderungen sehr fest. Roggen »st etwas stärker offeriert und leicht abgeschwächt. Hafer sehr knapp bei urroer, änderten Preisen. Futtergersle zirka 14.2a Mark. Mais knapp und fest. Mehl stetig. - Die heutige« Notierungen stellen sich je nach Qualität und Herkunft. Weiten dies u Wetterauer, 09.00— 00.00 Mk. kurhess. Ä-OOO6 Mmk, norddeutscher 00.00-00.00 Mk, ruft 27.60-28.00 Di, Redwiuter 00.00—00.00 Mk, Kansas 00.00—00.00 Mk., La Plata 27.50—28.00 Mk, Numän. 27.50-28.00 Mark, Roggen, hiesiger, 19.50 bis 20.00 Mk, russischer 00.00-00.00 Mk., rumänischer 00.00-00.00 Mk, Gerste hies. u. WetterauerOO.M-Od)O Mark, Pfälzer 00.00- 00.00 M, Ried 00.00—00.00 2K, Hafer bief. 20.00—21.00 Mk, hager. 20.00—21.00 Mk, roürttbg9 00.00-00.00 Mk., russischer 19.50—20.50 Mk, rumän. 00.00 - 00.00 Mk, La Plata 19.00—20 00 MI, Mais (Mixed) 00.00 —00.00 M, russ. 00.00—00.00 M, Donanmais 18.00-18.10 M, La Plata 17 00-00.00 Mk. Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. — Mehl: fest. Weizenmehl Nr. 0 36.00-00.00 Mark, Nr. 1 34 50 -00.00 Mark, Nr. 2 33.50 - 00.00 M, Nr. 3 32.50—00.00 Mk, feinere Marken 0.50—1.09 M. höher. Roggenmehl Nr. 0 27.50—28.00 M, Nr. 1 24 50—25 00 M, Nr. 2 20.50 —21.00 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. . Futtermittel: fest. Weizenschalen 11.50-12.00 Mk, Weizenkleie 1L00—11.25 Mark, Roggenkleie 11.75-12.00 ^«1, fjuttermebl 13.00—13.50 M , Biertreber, getrocknet, 13.00—00.09 Mark. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.

Kurier S etkeide-ivochenbericht der Preisberichtsstelle des deutschen Landwirlschasts- rats vom 22.—28. Juni 1909.

vermischter.

♦ Der Maler und Dichter Arthur Fitger ist in Bremen im Atter von 68 Jahre« an den Folgen einer Atfluenza gestorben. Er hatte tn München seine Studien gemacht und vertrat den von Piloty abstammenden historischen Stil, gelegentlich mit stark romantischen Zutaten. Literarisch war er vor allem als Kritiker tätig. Aber auch auf dem Gebiete der Epik und Lyrik hat er sehr Bedeutendes geleistet. Weniger glücklich war er als Dramatiker, obwohl eines seiner Dramen, „Die Hexe", ziemlich bekannt geworden ist.

*♦ Als sie ihre Hühner vom Vahngleis treiben wollte wurde eine schwerhörig« Fwm von dec Lo­komotive der Kleinbahn Haspe-Borde erfaßt

Man follie glauben, daß allmählich volles Ein­verständnis unter allen Anhängern der Zen­trumspartei darüber gewonnen Ware, daß te- Zentrum keine katholifche Part -t ist, wndecn eme politische Partei, die.LilleLöiNgp, wte die Verhältnisse es einmal mit sich gebracht he^en, im katholischen Volke und lewer fast ausschließ­lich imkatholischen Volke ihre Wurzeln hat. Ebe« wird man aber wieder daran erinnert, oaß im­mer noch der Charakter der Zentrumspartei al» einer politischen Vereinigung verteidigt werden muß Seit einigen Tagen ist unter dem oben vorgesetzten Titel in der befreundeten ur^> gegn^ rischen Presse von einem Vorgehen die Rede, da» zunächst auf eine geheime Konfere ’n 3 zu- rückzuführen ist, die Osterdiensiag zehn Herren in Köln abgehalten hoben. Diese Konferenz hatte sich zum Zwecke gesetzt, über Mittel und Wege-zu beraten,

„rote einer übertriebenen Jnterkonfejsionalisterung der politischen und sozialen Einrichtungm im kathou- ’schen Deutschland (Zentrum, Bolksverein, Gewerkschas- ten) vorMteuge« fei"

mit anderen Worten: wie man für das 8^u - t r u m und die christlichen G e w e r k f ch a f t en k a t h 0 l i s chvk 0 n f e f s i 0 n e l l e S ch r a n k en errichten urck> dm katholischen Charakter des VKksvereins sichern könnte.

Veranlaßt durch eine Veröffentlichung dec Reiss. Ztg.", die auf die Treibereien schart ver­urteilend hinwies, hat dann die „Köln. Volk->- ztg " nähere Mitteilungen über tue geheime Zu- sammeukunft der zchn Herren gemacht. Danach befanden sich unter den Herren zw« Mitgliedec der Zentrunisfraktion des Deutschen Reichstage- (Roaren und Bitter), ein Mitglied der Zentrum-,- fraktion des preuß. Abgeordnetenhauses lUuder- berg), ein Domherr einer norddeutschen Diözese, ein literarisch sehr tätiges Mitglied des ^esutten- ordens (H. Pesch», ein rhei,iisck)er Religion«- und Oberlehrer, zwei Redakteure voa Ze.ttrumsblar- chern und zwei weitere geistliche Herren, deren einer der Herausgeber der „Apologetischen Rund- Ifchau" (Dr. Kausmann) ist, der andere, ein ganz junger Kleriker, der schon vor Monaten einmal eine in gleicher Richtung sich bewegende gerausch- wolle Tätigkeit in Zeitmigsariikeln und Fmg- blltttem entfalt, t hat, und „bec auch als Etnbe- rufet der Zusammenkunft tätig An jenem Ostcrdtenstag hat man nun in Köln so etwas wie in oberstes Wächteramt über den Katholizismus in Deutschland einge­richtet, den jene zehn Herren für bedroht erach­ten. Der Episkopat, der Klerus und die Dolts- »ncffen sollen über diese angebliche „Äesäbrdung des Katholizismus und seiner Reinheit Vurch Wort un Schrift aufgeklärt werden. Em be­zügliches Artwnsprogramm unter ^en Herren wurde festgestellt: die Rollen für die Ausfüh­rung für die Tätigkeit in Verfainmlmigen und in der Presse wurden verteilt. Für die Verbreitung der Ideen wurden zwei Zeitschriften (die Htsto- rijch-Polttischcii Blätter" und die „Apologettsche Rundschau'), und eine Anzahl Tagesblatter tn Aussicht genommen, von denen jedoch einige tn ’d«t Augen der zehn Herren als unsicher gelten.

Die „Köln. Boltsztg." hat dann die gepsloge- ’.nen Verbandinngen noch dahin gekennzeichnet, daß sie sehr bertoorrai gewefen feien, baß ljiber eine Definition des Begriffes Zentrum tviel hin und her geredet worden fei und daß man eine große- Scheu vor der Des. sentlichkeit verraten habe. Die Beernfluf- sfung der offenklichen Meinung im Sinne der

Weizen Roggen Hafer 275 (+ 3 ) 193 (— 1 ) 198 (— 1 )

T 195 215

Studenten in Säcke und Tücher, sodaß das Ganze bald wie ein lustiger Karneval anmutete. Gegen 7 Uhr, als der Waldboden grundlos wurde, zogen die Masten in aufgelöster Ordnung । mit Musik in die Stadt zurück. — Em vom Studenlensestk heimkehrendes Mitglied der Wa­lia" ettitt in der vergangenen Nacht schwere Ver­letzungen dadurch, daß er in seiner Wohnung eine Kerze umstieß. Di« auf die Hilferufe herbeigeeilten Hausbewohner befreiten den jungen Mann, der einer Feuerfäule glich, und sorgten für seine Uebersühnung in die Klinik.

♦ Gittmgr«, 25. Juni 1909. Eiu hiesiger Kellner hatte bei einer Festlichkeit durch sein« Erfolg« bet der dörflichen Damenwelt bett Reid der jungen Banernburschkn erregt Als er sich nachts aus den Heimweg begab, wurde er von einer Rotte junger Leute überfallen und so entsetzlich zugerichtet, daß er bewußtlos zusammenbrach. Morgens fanden ihn Vorübergehende hilflos in feinem Blute liegend und veranlaßten seine Uebersnhruug in die Göttinger

längere Zett nehniM. Die Wirkungen waren stets sehr günstig.

— Die ,^>utnadelgefahr. Bei den letzten aufregenden Szenen auf dem Rennplatz von Aw teuil sind im ©ebränge zahlreiche Personen durch die Weir hervorstahenben großen moderne« Hut­nadeln nn Gesicht mehr oder minder schwer ver­letzt wordem Im Pariser Publikum wächst jetzt die Entrüstung gegen dies gemeingefährliche Schmuckstück, dem viele Menschen entstellende Nachen in den Gesichtern zu .tervanken" habe«. — Die Fälle, in denen durch die Hutnadeln Ver­wundungen hervorgecufen wurden, beschränken sich keineswegs auf Hütern! und mehren sich von Tag zu Tag. In -der letzten Woche wurde tu der Berliner Untergrundbahn bei dem Rucke des An- fahrens nn Bahetbeamder durch die Hutnadel einer Passagierin schwer am Auge verletzt. Am folgenden Tage wurde eine Modistin, die einet eleganten Dame einen Schleier an probierte, bet einer Kopfbewegüng der Kundin von der Hut- nab«! ins Auge getroffen; wahrscheinlich wird das Auge nicht erhalten werden können. Kurz tatmif tourte genau derselbe Fall von einer anderen Verkäuferin berichtet.

— Bülow Aus Hebrar,ch. Der Reichskanzler soll dieser Tage von einem Professor der orien­talischen Sprechen gefragt worden fein, ob er hoffe, die Finanzreform zustande zu bringen. Er antwortete auf Hebräisch : „Bu low , das heißt auf deutsch: .Durch mich nicht" !

— 6«e Xaümnerkwürdigkeit ist der Wunderbaum mm Volkenroda int Gotheuschen. Der Rinde nach £Turtrilen, hat man eine starke Eiche vor sich die Borke hat die für die Eiche charakteristische Nar­bung, auch einige Zweige weisen sie auf. Die ganze Krone prangt aber im Schmuck der schonst«« Buchenblätter. Am Stamm ist nichts wahrnehmbar, wa§ auf eine etwa frühere erfolgte Verwachsung von Eiche und Buche schließen läßt.

Zehn" sollte unauffällig, unter der Hand ge- ] schehen; im Juli wollte man in Koblenz wieder zufammenkomimn. , .

■ Bald nach dieser Publikation hat sich banst ter Wests. Mer k.", bezw. in demselben der oben" erwähnte junge Kleriker gemeldet; er meinte gegenüber einer Bemerkung ter „Köln. Volksztg.", daß die „ganze Aktion bedeutungslos" sei, „bedeutungslos" sei sie nicht, denn

„unser katholisches Volk wartet schon lange daraus, daß ter katholische Gedanke, ter durch die langiabrtgtn Bestrebungen der Jnterkonfessionallsteru«g auf den verschiedensten Gebieten systematisch zuruckgedrängt ist, wieder mehr in den Vordergrund geruckt werte.

Gleich daraus meldete sich dann auch der Vor- sitzend« ter „Zchn", der Reichstagsabg Tr B i t- t e r, in einer in der „Germania" veröffentlichten Erklärung,'M-dor er u. a. mitteilt, daß die Köl­ner gehsime Konferenz sich auf folgende zwei Leitsätze geeinigt habe:

1 Das Zentrum ist eine politisch« Parlci, welche sich zur Aufgabe gefetzt hat, die gesamten Jntereffen bei Volkes auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Im Einklänge mit den Grundsätzen ter katholischen Weltanschauung zu vertreten.

2. Der Bolksverern für das katholische

Deutschland bebarf wegen seiner großen Bedeutung für .... Qr „

das kttholische Leben eines engeren Anschlusses an den gung de-, neuen Au»

__ ___ y . ' i h 'initrrt itrtrr

Der Umstand, daß nicht nur die in ter Vor- Woche eingetroffenen Weizenladmigen schnell Auf­nahme gsfunden haben, fondern daß England zu steigenden Preisen weiter zu kaufen bestreDl war, temirtie gleich zu Beginn der Woche eine ^er­liche Befestigung, die später weitere Fortschritts niachke, als Amerika wegen ungünstigen Ernte- Wetters ürtö auf die Meldung, daß ter Mmter- anbau in Argentinien 30 Proz. betrage, eine Er­höhung der Forderungen für Abladung neuer Ernte eintreten ließ. Die amerikanischen Weizen- offeiten beginnen allmählich eine umso großer« Bedeutung für den Weltmarkt zu gewinnen, ai3 russische und argeniinisch« Weizenangckoota nur noch vereinzelt Vorkommen, eine Milderung dec in der Uebergangszeit zwischen dec alten und ! neuen Ernte zu befürchtenden Warenknappheit fo- nach nur von Amerika in Aussicht genommen werden kann. In Deutschland brachte sich die feste Stimmung namentlich für Herbstliefecung zum Ausdruck Zwar lauten die Durchschnittszifsern für tes Reich infolge des günstigeren Staates, dessen sich Süddeutschland im allgemeinen erfreut, etwas bester als die in der Vorwoche veröffentlich.

I ten preußischen Noten, aber die vielfach gehegte Hossuung, daß die seit der amtlichen Erhebung h-rrschende günstige Witterung die Aussichten ge­bessert haben dürfte, fcheint sich bisher nur bei Roggen in sichtbarer Weise erfüllt zu haben, rreh- rend Weizen nach wie vor zu wünschen übrig laßt; namentlich aus Sachsen lagen in der letzten Woche wieder lebhafte Klagen vor. Infolgedessen und mit Rücksicht auf die gegenüber den ausländischen Forderungen bestehende Disparität verhalten sich Verkäufer neuer Ernte sehr reserviert, während sowohl vom Jnlande als auch von Böhmen und Däneinark, namentlich aber vom Rhsin, lebhaste Frage für Abladung hecdortrat und mchrfach zu Abschlüssen fiihtte. Aus dem Termin-Markte ha­ben die geschilderten Verhältnisse den Wert der Herbstlieferung feit acht Tagen um ca. 7 ge­steigert, während Juli nur um 4 Mark anzog, fo daß sich der Tepott etwas verringert hat, immer­hin aber noch zirka 24 Mark beträgt. Roggen konnte sich im Einklang mit Weizen gl^chfallS besestigen, trotzdem der Warenabsatz angesichts des

I unbefriedigenden Mehrgeschäftes andauernö> zu wünschen übrig läßt. Andererseits ist das Ange­bot ziemlich beschränkt und läßt sich tn der Pro- vinz besser als in Berlin verwerten. Die hiesigen Mühlen haben sich auf Käufe vom hiesigen Ratet beschränkt, wogegen im Liefernngsmarki^ Jul, gebest wurde. -Haier blieb fest, aber das Geschäft darin war sehr stL, da die von dec Provinz ge- forderten Preise beim Konsum nicht zu erzwlon

Btt der Beschlußfassung ist d'« Frage nach dem konfessionellen oder »nkonsefsionellen Charakter der Ge­werkschaften ausdrücklich ausgeschlossen worden."

Diese Leitsätze b ejtä tigert leiter dw Auf-1 reellen dle Fahnen und Flaggen, meistens ! V fEÄS SÄffA wd.n m*. woo

Ärttfassuna wird auch durch die übrigen Bemer- als die alma mater Philippioa Ehr als UlU kunzen in ter Erklärung des Abg. Dr. Bitter Studenten zahlte, so galt die heutige Feier dem nicht korrigiert, oöichon ter Abg. Dr. Bitter Einzug des 2000sten Studenten Um für feine ..Anschauung" die „überwiegende Mehr- 3 ft hx stellt« sich der Festzug, an dem fast bte zahl des katholischen Volkes" und die „Sympa- gQtlse Studenienschaft teilnahm, am Kämpsrasen thie des gesamten deutschen Episkopates" in An- QUc un|j ^0 unter den Klängen von sieben spruch nimmt, lieber die geheinw Konferenz, Musikkapellen durch die mit dichten Menschen- ihre Urheber und ihre Beratungen^ konam wir ' tz^kten Slraßc« nach dem Kaiser-Wil- Unser Urteil dahin zusammenfaffen: Inn ölig, J ’ Spiegelslust. Trotzdem em leichter ""berufen, unnütz, M sch ad l ich! ^^n" eine Völkerwanderung nach

den "die Smmen ten^Tinge sii^r vollauf bestäti- der waldbedeckten Vergeshö he, wo sich bald em

— Ebenso fachlich ruhig wie f.harf zutref- seucht-sröhl,ches Treiben entwickelte, -er Fest' - ....... " ----1 akt am Turme ging bei heftigem Regen vor sich.

Ansprache hielten Oberbürgermeister Troje, Um- versitätsrektor Geh. Rat Prof. Vogt und stuck, phil. Hoors. Es wurde auch ein Huldigungs-

Klinik.

* Wiesbaden, 28. Juni 1909. Anläßlich des Einsturzes der Maschinenhalleder Aus­stellung durch den Wirbelsturm am 5. Februar j hatte die Staaisanwaltschast. Untersuchung gegen ten bauleitenden Architekten und den bauaus­führenden Zimmermeister eröffnet, um festzustellen, ob ein Verschulden derselben an dem Zusammen- floß nothege. Das Verfahren Hai jetzt fernen gerichtlichen Abschluß gesunden. Auf Grund des übereinstimmende« Urteils der Sachverständigen find Herr Architekt Korn hier und Zimmermeftter Heuß-Erbeuheim von jedem Verschulden freige­sprochen worden.

• Pößneck (Thür.), 25. Juni 19^. An Fleisch- Vergiftung aestorden ist bte «Rentiere Auguste Schmidt, bie Witwe bes Stifters bes „Rodert- Schmidt-Krankenhauses", hier. Die Frau WU am Sonntag Kalbfleisch genoffen, das sie ewige Wochen vorher getauft und in Milch eingelegt hatte.

find.

Es stellten sich die Prttfe für inländifcheS Getreide am letzten Marktlage in Mark pro 1000 Kilogr. )« nach Qualität, wobei das Mehr (-}-) bezw. Weniger (—> gegenüber der Vorwoche in Klammern 0 beigefügt ist

'euö schreibt man' zu ter Bitterschen Erklärung von parlamentarischer Seite der „Germania" (Nr. 144 vom 27. Juni 1909):

Es ist uns nicht bekannt, welche Tatsachen etwa __ ---------- =

die Kölner Konferenz veranlaßt haben. Für em Mit- s j an den Kaiser abgesandt. Um sich

s» ”ä.ä ä« iW w..» ä Zentrumsfraktion bezw. ihrem Vorstand zu unterbreiten. Den Charakter der Zentrum Partei zu definieren, sind doch zunächst die Zentrumssraklionen des Rttchsiages «nd der ttnzttnen Landtage berufen, oweit man überhaupt ein Bedürfnis dafür anerkennen I wlll Durch de« Kölner Leitsatz wird die Frage weder geklärt noch weniger autoratro en!schieden.

Was ten Leitsatz über de« BolkSverein für das katholische Deutschland irnd besten Begründung betrifft, fo ist die Anführung, daß katholische Vereine | «ach katholischen Grundsätzen eingerichtet und geleitet 1 fein muffen, ein Satz, der wohl kau« als ein geistiges Sondergut der Kölner „Versammlung" angesprochen werte« kann. Die Ueberwachung und Entscheidung darsiber, ob der Volksverein diese Grundsätze verletzt, obliegt -ter den Bischöfen, und «rt den zehn Serie', welche auf ter Kölner .Versammlung" unter tem Vorsitz des Herr« Dr. Bitter getagt habe«. D»e Männer, welche als Mitglieder des engeren mW weiteren Vorstandes an der Spitze des Volksu«re,ns Heben, die vielen Geistlichen und Laien, welche >n gan, Deutschland zür den Bolksverein in ausopfeintei Wege atbeUe« »md kämpfen, die vielfachen und rühmlich^ Anerkennungen und Empfehlungen des hl. Vaters, des Herrn Kartenal Fischer, in teste« Erzdiözese 8««‘ ualftelle des Bolksvereins domiziliert rft, und zahlrerchre anderer deutscher Bischöfe könnten übrigens wohl auch den Herren der Kölner .Versammlung" genügende Garantien bieten, daß ter Volksverem sich „nicht von de« Grundsätzen der katholischen Lehre entferne.

Wenn es noch eines Beweises bebarf, so nehmen wir Bezug auf die Erklärung des Kardinals Fischer

Sar^chü^e;

Ä’Ä „Avsttterte SmntagMitung"

Berlin — - ... „„„

Hamburg 265 (-s- 3 ) 199 (st- 1 ) 209

Frankfurt 195 (— 5 ) 210

München 292 (st- 2 ) 186 (-2) 210 <+72

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin JuU 26(X2a (st- 4.00), September 234.00 (st- 7.25), Budapest Dtt 232,85 (- 2.40), Paris Juni 218.30, Liverpool Mi 203.45 (st- 6.25), Chicago Juli 178-25 (st- 4,60). Roggen: Berlin Jul» 194.75 <4-3-2»)-

(-+- 2.75), Haser: Berlin Juli 189.00 (— 1.75), Sep- tembet 174^50 (+ 0.25) Mark v« 1000 Kilogramm.

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