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Momk-eSage: »LuldlM

Juli 1909.

36. Jahrgang.

Aairigr«: v«e et* sP«ltig«PetitzeUeo»er »«en Vau» ,S Pfg. M M M MI ReklamenLrrpelitzeile

O g 25 Pfg., bet Witter« 8 W W ho-'ungen wird entspr.

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Rotattonrdruckuni Verlag der Lutoner X!« .. timürrukerei in Zirtda i^tsbldtfct44 Zerusprecher Rr. 9.

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Frrlda, Donnerstag

trscheint täglich mit Ausnahme der So.au MbZetertaAe viertel- ,ehrlicher SeMgrpreir cTjue BÜLgerlahk und SesteLgeldmzuldasü- gie auswärts 1.50 Ulf.

'erantw Redattem?

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fSrMAszetzeur

Z.ParzeSer Si Lulda.

M 146.

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würde Loch die ErledigmNg der Airranzoeform um gut ein ganzes Jahr hinmtsMgern.

Wie derlanwet, waren gestern vormittag die Mitglieder des Bundesrats irrt Beisein zahl­reicher einzelstaatlicher Mirrisier W einer vertrau­lich«» Besprechung versammelt, am. zu der netten Lage um) der dadurch bodingten Gestaltung der Fumnzreform Stellung zu nehmen. Es wird rmS versichert, Latz, bei dieser Besprechung sehr scharfe Worte gefallen sind über Sie Mühle, die nun zwei Jahre mahlt, aber noch Lein Mehl ge­geben hat, und Latz die Mehrheit Les Bundes­rates für eine Verständigung, mit den M eh r h. e its P a r t e ien Les Reichstags eiürrÄt, damit dem Reich« endlich öte notwendi­gen neuen Einnahmen verschafft werden.

Tas Bayerische Vaterland berichtet auf Grund eigener Informationen, Laß der bayerisch« Miaisterrat die Verständigung mit Lar neuen Reichstagsmehrheit beMossui und die bayerischen Vertreter beim Bundesrat entspre­chend instruiert habe. Der Ministerpräsident von PoLewils und der Fmanzminifter von Pfaff hät­ten dem Prinz-Regenten darüber Vortrag gehal­ten und alsdann habe der entscheidende Minister­rat statkgefuüden. In Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt usw. wird man gewitz nicht weniger vernünftig handeln wollen, als in München.

Wer unbefangen die Lage Les Reiches betrach­tet, kann sich in Wahrheit der Erkenntnis nicht verschließen, daß es jetzt höchste Zeit zu p r a k t i s ch e m H a n L e l n gewardeu ist. Daß hier eine na! tonale Gefahr droht, sicht aber na­türlich ter Liberalismus, der sich so gerne als allein national rühmt, nicht ein, oder aber er steht es ein, ist aber „Patriotisch" genug, das Ge­deihen des liberalen Gedankens üöer das Wohl des Baterlandes zu stellen.

Erstes Matt.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 30. Juni 1909.

Auf der Tageoidnmrq steht die foztalLrmokratische * »terpeUation betreffend

LebenSmittelSerteneru«,

und Vorlegung eines Gesetzentivurfes auf zeitweilig« Aufhebung der Getreidezölle cmf Futtermittel sowie des § 11 des Zolltarikgefetzes. (Erteilung von Emfuhrscheineu).

i Staatssekretär v. Bethmanu-Hollweg erklärte sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit.

Abg. Molkrnbuhr (Saz.) begründet» die Interpel­lation und führte aus: Die Getreidepreise habe« eine bisher unbekannte Höhe erreicht und dabei kann von einem Stillstand auch heute nicht die Rede sein. Bon den Erträgnissen des Zolltarifs sollte ein wesentlicher Teil für die Versorgung der Widven und Waffen reserviert werden. Wo find diese Millionen? Mit den Einsuhrscheiren wird großer Unfug getrieben. Auch finanziell wird das Reich schwer geschädigt. Auf Kosten der Steuerzahler verkaufe« die Agrarier daS Getreide im Auslande billiger als im Inland«. Die Behauptung, daß Deutschland ein Agrarstaat ist, ist eine fixe, aber falsche Idee. Obwohl in der Laudwicffchast nur !8 Prozent der Bevölkerung beschäftigt werden, im handel, in der Industrie und im Verkehr aber 56 Proz., wird Deutschland doch vom Bunde der Landwirte re­giert. Fürst Bülow wird dasselbe Schicksal ereilen wie einstens Caprivi, obgleich er sich selbst rühmt, ein agrarischer Kanzler zu sein. Der schöne Block- Iraum ist zu Ende. Das Volk jedoch muß unter der Herrschaft der neuen Mehrheit leiden. Aber einmal wird es zur Auflösung des Reichstags kommen müsse» mit der Parole: Für oder wider die Agrarier. Ein­mal muß die Regierung diesen Schritt tun, wenn sie sich nicht zu einem bloßen Werkzeuge der Agrarier herabwürdigen will. (Best. bei den Soz.)

Staatssekretär v. Bethmanu-Hollweg: Bezüglich der Einfuhrscheine hat die Budgetkommffswu heute den Beschluß gefaßt, dem Plenum vorzuschlagen, die Ver­bündeten Regierungen um die Vorlage einer Denk- i schrfft zu bitten; falls das Plenum dem Wunsche statt­geben sollte, werden die Verbündeten Regierungen dem i Wunsch« nachkommen. Interpellationen wie die vor- , liegende pflegen von Zeit zu Zeit stets wiederzukehren ; ich kann darauf nur erwidern, daß. die Verbündeten ‘ Regierunae» nach wie vor an der bewährten und von. der Mehrheit des Reichstags gebilligten Wirtschafts­politik sesthalten. (Beifall rechts und im Zen­trum.) Würden die Zölle aufgehoben, so würde nicht nur die Landwirtschaft darunter leiden, sondern unser ganzes Wirtschaftsleben würde unheilvoll beeinflußt werden. Die Behauptung, die man so oft von sozial­demokratischer Seite hört, daß unsere Getreidepreife abnorm hoch feie«, ist nicht richtig, desgleichen ist auch nicht richtig, daß durch die Aufhebung der Ge- treiöezälte ein Sinken der Preis« bewirkt würde. Der Preis für Roggen hat noch nicht einmal die Höhe von 1907 erreicht und dabei ist. der Roggen das Haupt­brotgetreide des deutschen Volkes. Auch hat sich die Roggenproduktion ganz gewaltig gehoben, sodaß die Einfuhr ausländischen Getreides dauernd gefunkelt ist. Der Preis für Weizen ist allerdings ainto.ta: hoch und niemand wünscht dringender als ich, daß di« Preise heruntergehen mögen. Bei Beurteilung der Frage, ob wirklich ein Notstand vorlrege, müsse man zu dem Resultat kommest, daß een einem solchen keine Rede feie könne. Uebrigens fet bei bett Fleisch und Kartoffelpreiseu eine sinkende Tendenz zu bemerken. Eine allgemeine Verteuerung derLeb ensmittel müsse mau ja zugeben, aber das gelte nicht nur für Deutschland, sondern sirr die ganze Knltnrwekt. Eine Aushebung 2er GAreideMe würde unter diesen Um­ständen fernen Erfolg haben, sie würde vielmehr eine Unsicherheit in unser ganzes Wirtschaftsleben hinein- tragen.

Abg. Dr. Pieper (Z): Meine politischen Freunde stehe« ber Jnterpeüatn» gegenüber auf dem Staitte punkt, de» sie beim Abschluß' der jüngsten Handelsver­träge eingenommen haben: daß die Landwirt schäft Anspruch auf den Schutz des Staates in Form einer mäßige« Erhöhung der Getreidezölle hat. Di« Enckmickelimg der Getreidepreffe feit 1879, also

Bernhard von der Eiche. Roman von Baronin Gabrieke von Schtippenbach. 18] (Nachdruck verboten.l

Ines war so entzückt vom (Sorten, ter in oo^ ler, hochsEmerLcher Pracht blühte, Latz sie tote angewurzelt stehen blrdb. „DaS ist großartig, Hardyf" rief sie. „Ach und Ler schöne, prächtige Hund. Gehört er Dir?"

Ein weiß und gelb gestreifter Becnterrdiuer var auf fernen; Herrn Wgeeilt.

^Ja, Kleines", versetzte Eiche. Jto ich Sera- hars heiße, habe ich mir einen Namensvetter w flelegt. Er heißt Barry und stammt von dem tapferen Hunde gleichen Nrnuens ab, der ia Len <□ Bergen Mehreren Menschen Las Leben rettete. Leider dermi glückte er selbst Sei einem solche« ed­len Werk. Mein Barry ist Großsohn; er hat feine Stammtafel als richtiger Aristokrat unter dem Hrrwdwolk. Ich möchte. Laß ar dich in Z»- kunst ans Zeinen Spagrergän^Mn bssilertet, Lei« wi r hoben viele Italiener unter inrferen 8r6et- ta st, und betten ist nicht zu trauen. St» Beinen sitz leicht etwas herciuL."

Eine neue, freudige tleüerratz^tng erwartete i Ines beim Eintritt irr ihr naies Herrn. Ihr ' Bruder hatte ö« Möbel «ms Sem Etteruhcutse kommen lassen und sie aufgestellk. Neben dem Speisezimmer war Astes Stübchen. Es hatte einen französischen Kamin. Aste ifjn» sieben Räd- chenerrnrteruwgen ßcmö sie wies«, Kntzr einige nette hübsche stücke batte Berichmch ru Suran- burg Lazu gekauft. Ifeter dem Reinen Rußhokz- schreMisch hing Las MD des Mrrfors und bdS feiner Frau. Sie waren nach ten Photographien, die der Sshn besaß, vergrößert worden. Ines wußte gar nicht, wie fie dem Bruder Smrfent sollte. Sie lachte und war doch Len Dränen nahe beim Anblick 'der vertrautest Gegenstände, Sie fo viele Jugenderirmerungen wachriefen.

Netzer Herta sprachen die Geschwister sich for- . LeNvoll aus. .Selten schrieb sie ih.ren; ihre Briefe

seit dem Beginn der SchutzzoltgesetzMbung hat gezeigt, daß die Getreidepreise bet steigenden Zöllen mehrfach heruntergegangen sind. Die Getreidepreise werden in erster Ssttie bestimmt durch Angebot und Nachfrage, und dann erst kommt der Einfluß der Schutzzölle zur Geltung. Eine nicht gering« Rolle spielt auch die Spekulation. Durch den Einfluß von Angebot und Nachfrage find denn auch nach Ansicht meiner politische» Freund« die gegenwärtig anormalen Werzen- preife bestimmt worden "und wir haben es atls diesem Grunde mit einer internationalen Erscheinung zu tu«. Eine Aufhebung der Getreidezölle küuule für uns nur in Frage kommen, wenn es sich mcht um vorüber­gehende, sondern um Lauernde Verhältnisse handelte. Davon kann aber im vorliegenden Falle fern: Rede fein, denn die hohen Preise find noch gar nicht so alt und wir können heute noch gar nicht abfehetr. wie die nächste Ernie ausfallen wird» die doch schließlich Len maßgebenden Einfluß auf bre dauernde Ge­staltung der Getreidepreife ansübsn wird. Jetzt ro-ürbe sie eine groß« Spekulation entfeffehtr von der di« Verbraucher durchaus keinen Nutzen und die Reichs- kaffe nur Schaden hätte. Sollte sich aber her ans- ft eilen, daß diese anormalen Verhältnisse über dienächsteZeit h inausdauern, wärdeir wir «Ilerbitt gS eine Suspendierung der Getreidezölle für berechtigt halten. Was die Eiiffuhrscheine anlangt, so, hat der Abg. Speck be- reits am 22. April darauf hingewiesen, daß die Ein- suhrfcheine notwendig sind. Meine politischen Freunde fireb der Ansicht, daß es sich vorläufig nur um einen norübergehenden Ausnahmezustand bandelt und wir 'von der Regierung daher vorderhand die Aushebung ' der Zölle nicht fordern können.

Abg. Dr. Arendt (Rp.f erklärt, daß die Ansicht । des Staatssekretärs sich mit der ihrigen decke und eine , auch nur zeitweise Aushebung der Zölle mcht not­wendig sei.

Abg. Kämpf (freis. Vp.): Von einer vorüber­gehenden Preissteigerung kann, keine Rede sein, denn wir haben die Teuerung bereits feit mehreren Jahren. Die Regierung sollte 'daher fetzt auf Maßnahiwen sinnen, die geeignet find, der Preissteigerung entgegen­zuwirken. Wir verlangen daher Herabsetzung der Ge­treidezölle.

Abg. Graf Schwemn-Löwit» (kowsisr (S§ ist durch­aus m»zulässig» die Ursache Ler hohe« Getreidepreise ausschließlich oder aM> zciin Überroiegendeu Teile auf die Getreidezölle zruAckzrtführen, denn die Spannung zwischen dem Weltmarktpreis und dem Preis in Deutsch­land bleibt ein gut Stück Stiriex Lsm Zollbelrage zurück. Di« Hauptursache an dem hohem Weizrupreis trägt zweifellos die knappe Weizen«nre der gauzeu Welt. Es handelt sich aber voraussichtlich nur um eine vor­übergehende Notlage, und da sie sich in der Hauptfachs aus den Weizen deziekst, so ist das feine Ursache, die die Aufhebung der GetreiSezölle berechtigt erscheinen ließe.. Die Einfrchrscheine tragen, nicht zur Verteuerung, ssvndrcu zur VerbWigurig des Getreides Lei.

Abg. Pansche (ntl.) erklärt, daß sie es nicht für zweckmäßig erachten, eine Erhöhung der Geireidezöv« eintreten zu lassen; auch seien n® nicht geneigt, an den Einfuhr scheinen zu rüttel«. (Ms der konservative Abg. Dr. Hahn Herrn Paaschs darauf ostentativ die Hand, schüttelt, bricht das ganze Haus in stürmische Heiter­keit ans.)

Abg. Fcgter (frf. Bgg.i hofft nickt, daß ihm L« gleich« Ehre zuteil werde, wie HerruPaas.che. Reduer fordert Aufhebung der Getreidechlle» wenigstens «eutra die Zölle ans ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Der Redner uolswinerk geg<Hsttzie „Agstationsmethode^ des Bundes der Landwirte. M;

AbK Unterski (Pots) spriM^äu Nun« der Jntcr- pellation.

Abg. SüdskUm (Soz): Wo ist Fürst Bükow? Er müßte hier sein, wenn, er sich nicht schon als Kanzler auf Abbruch füchltL Die Politik des Brvi- wuchers läßt sich das Volk suf die Dauer nicht ge- fallen. Der Kampf gegeu die 'ttgrarpotilik hat uu Volke eingesetzt und er wird mcht ruhen, bis diese PvkiM von der Bildfläche hinmeggiff egt ist. Schon Hal der SaMjter gmvagtz Jl«c (»ach rechts) Baffwerk. das preußlsch« Wahlrecht, als referrubedsirftig zu: bezeichnen. Aber Sie dürfen versichert sein, es ist der letzte Muster, den Sie über di« Klinge frrmgen lassen. Zum Schluß richte ich an die Regierrmg und an die agrarischen Parteien das Ersuchen, ei-rznlMttim mit ihrer votE» verwüstenden Pokitck.

Abg. Dr. Heim iZkr.): Wenn man in Süddeuisch- land und fpczfekk in Bayer«, sich »nfäugkich gegen die

Hangen so, Latz man keinen. Einblick m ihre Ge- füHk« erfyteft; fie beftrchte fkefßifl Stz» MakercckaZe- mie. Eine vsKe DefrieHiMitg sprach sich aber nicht in beni kurz uro» oberflächtich EhMitMen Zeilen a«s». Angenfcheirttich bermiefc Aras von ‘•ll&rüen es, liefe® in ihr Sehen hmeinbückLt zu Taffen.

, Ich fürchte, Herta iffcht erst fetzt -in, Latz es ' nicht leichr ist, sich auf eigene Füße zu stellen, Ler Weg zum Ruhm ist voller Dornen," fagfe Sem- harL. „Herta hielt Las Glück in der .HanL" fie hat es kefchtfimlig von sich gastotzen."

„Ich hoffe nach immer, Latz sie es einsieht mS zu ihrem S« zurückkechtt," «rtgegnete

,.6t tsttL sie wiche sarÄisstrrwwa. KlÄneZ, toe- ' ntgfiens» täte ich es an feiner Stelle nicht!" rief Bernhard. Rauben hat feiner Frau fein MiMZ 9er$ entseMagickracht» sie hat es, ihm schlecht ge­lohnt. So etoaä läßt sich nicht vergessen."

streng Du nrfeilft, HcrrSy. Könntest Du Ler Frau, tzir Dich enttcrufchk, nie vergeben?"

„Vergeben vielleicht, aber Las Seist, Sos fie mir zrgefnflk Hot, Las wäre terte mit gkühenLeir Ersen ts meine. Seele gebrannt. Es ist ja ein iuLi- btimeffe3 EmpfiitiLen; fsder Menffch. Senft uns fLtzL im sotchne Lrugsr verMeLerr."

„Gott »eBe Dich d« EELufchmg bewahre», mein lieb« Satter," sagte Ines hörig.

»Zch habe überhaupt nicht stie Lbsicht zu. hei- raten, bemerkte Bernhmch lachend. „Wir beide genügen tm3,, nicht wahr, KleiwiS?"

Sie umarmten: sich. „Ich mutz noch aufs Werf, mmngen nehme ich Dich mir. Am acht btn ich bei Dir."

Bernhamd gin«. Seins Schwester begleitete ihn bis Mm MngWg Les Gartens, sie schaute ihm liebevoll »ach. „Wie schttlich nutz vorwchrw er aussieht trotz Les schlichten, grauen Luzuges, und tote adel und gur et ist. Ist es eiu Wunder, toerat Luise ihn Hebt? Er ahnt cs nicht, unL ich werde Las. keusche Geheimnis der FrUmLiu hüben. Las ich ahne Mr Wissen erriet." —

Eiufuh«schei«e gemehrt hat, 1° lag das an den eigen­artig gelagerten wirifchocstlicheu VerhälMisscn Bayerns. Aus der Verminderung der Entfuhr ausländffchen Stogueus können di» Herren der äußersten Stiften bw koloffale Bedeutung bet Produktion im Inland« er­kennen. An der gegenroartigen Preissteigerung ist die Landwirtschaft gänzlich unbeteiligt, sie hat zar keinen Vorteil davon. Neben der Speklstation ist auch di« Zurückhaltung des Auslandes, das nicht in Le« frühere» Maße e xvortfähig gewesen ist, mit- bestimmend gemelen. Aber je weniger das Ausland exportfähig ist, desto mehr müssen wir dafür Sorge wagen, die Produktion des Inlandes zn be- günflig«n und zu stärken. (Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Glauben Sie (nach^ links) nur nicht, daß ein Aufheben der Zölle ein Sinken der Preise zur Folge haben würde. Stellen Sie die Sache doch, nicht immer so dar, als ob die Lmdwirffchast nur aus Junkern bestäube. Ich brauch« bi« Junker nicht zu verteidigen, das besorgen sie selbst, sie haben auch ihren Hatzn, der kräht. lHeilk.) Aber die Landwirte find doch nicht lauter Junker. (Sehr richtig!) Wegen den 24 000 Junkern rennen Sie uns die fimseinhakb MMo- nen Bauern um. (Heitk.) Wenn di« Landwirtschast wirklich fo rentabel wäre, wie Sie von der Linken es immer hinstellen, weshalb bemächtigt sich dann nicht das Großkapital der Landwirtschaft? Ein Aufheben der Getreidechlle würde nur ein Mkllionen- gefcherrk an den Handel bedeuten. Die Inter­pellation ist ganz unangebracht. Der Konsument hat nichts davon, der Produzent wird geschädigt, dem Händler aber wird der Hase in den Stall gejagt. (Beifall im Ztr. und rechts!)

Donnerstag: Bier-, Tabak- und Branntweinsteuer.

+ Gegen Äerr Bundesrat

wird von der liberalen Presse der Kampf eröffnet. ' Das Signal zm» Sturmangriff hat die,Köln. Ztg/ gegeben, die unter der lMerschrift „Der Umfall der verbündeten R eg ierungen" fcfyrei'bt:

„Der Kommentar der kaiserlichen Kundgebung, den die ,Nordd. Allg. Ztg.' gestern für nötig gehalten hat, um kein« Mißverständnisse aufkommen »u. lassen, hat klar zu erfemten gegeben, daß die jetzig« Krise i einzig und allein dem llmfalle der verbündeten Regie­rungen entspringt. Sie haben das „positive Ergebnis" der Reichstagsverhandlungen gar nicht erst abgekartet, sondern schon voraus erklärt, daß sie die Reform mit her neuen Mehrh eit machen und nur zufeheu würden, das mißgestaltete Gebilde des schwarzen Blacks soweit zu veredeln, daß ihm wenigstens die schädkichsten Auswüchse — Kotierungssteuer, Mühlen- uuffatzstruer und Kohlenansfnhrfeü — ausgeschnitten miirden. Bei dieser Neigung des Bundesrats, vor dem : konsirvaiiv-klerikal-poirNschen Bunde zu kapitulieren, angesichts eines Umfalls, der nach den großen Worten, U:Ü Lenen die Vertreter:de» Emgelftitaten sich gegen dir Steuemerschkechtung durch diese Mehrheit gewehrt Haden, schier für unmöglich gehalten wurde, konnte freilich Fürst Bülow die Geschäfte nicht weiter sühren, wenn er nicht mit dem Bundesrat seine ganze Repukatioir aufs Spiel fetten wollte .... Wir mi«verholen, Laß die verbündeten Regierungen noch a a 18. Juwi durch den Reichskmizler haben erklären lasses-, es müsse eine gleichartige, die verschiedenen Skrtew Les Besitzes treffende Steuer gefunden werden; sie seien aber der Ueberzeugung, daß eine solche Steuer mitt gleichem. Ertrage nicht gesunden werden könne. Wir fürchten, daß vcm der Ueberzeugung Ser verbünde- len Regierungen nur diese letzte Wahrheit übrig bleiben wird; mit Spannung wirb man vernehmen, rote der BuuLesrat feinen Umfall begründe», wie er es moti­vieren wird, daß er nun dem deutschen Volke uimutet, uüd;t nur Sie schlechte Gesetzgebung des schtvarzen Blacks zu fchkuckeui, sonders a-uch die natürlicheir Folgen Ler politffchen Reaktion auf sich zu u sh tuen, dir jetzt nsietzt."

Der MWe Unwild über ten Bundes rat scheint Larin feine Wurzel zu haben., Latz der BrmLes- rat dem Liberalismus nicht Len Gefallen getan nkid Len Reichstag aufgelöst Hatz Wir können es aber sehr gut verstehen, wenn Ler DuirLeZrat baraitf verzichtet, die Geschäfte Les LiberalismuZ zm bffcrrgen, scmdern hr erster Sirrte Wert barmif kegk, Latz Sie Frmm§reform zu einem cstrickkicherr Ende geführt wird. Eine ReichStagsawflbsmrg

[] Ein neuer Drrettskandal

B-oc u«gefähr 14 Tag-etl ist Las Städtchen Blankenburg a. H. Zeuge einer erfchüttern- i i'en Tragödie aewvrd-m. WreLer ist ein jrmgeS MenschWleben dem Mokoch eines unftmrfgen Ehr- i begriffe, dem Tnellwahnsirktfe geopfert worden.

Neber Len Hevgang bei Liesem Duell und über feine V e r a u l a s f rr n g werden geradezu ungflheAerkiche Mitteistmgeu gemacht. Die Ur- fache Les ZwerkampfeZ bestasid darin, Laß der geforderte Oberleutnant Zwrtzer die Braut LeS ForLernderr, Oberleultnant Granier beleidigt hatte. Zwrtzer hatte nach der Kaifer-Geburts- tagsfrier feiner KompaMte die betreffende Dame nach Hanse begleitet. Er war an. diesem Tage zum Cbrlemnant beförSert Warden und war in- folgeLeffen in etwas ausFelasseuer, ftbernriitt- gur Stimmnng.: In dieser Stimmung hatte er versucht, die Dame zu küssen. Sie hatte ihn zu- riirfgetoiefen, ihm aber das Versprechen gegeben, gegen niemand aber die Sache zu sprechen. Als ihr Verlobter, Oberleutnant Granrer, zu Pfing­sten falsa 17 Wochen nach dem Vorfalls Loch noch von ihr die Angelegenheit erfuhr, forderte er Z-, und Liese Forderung wurde vom Ehrenrat ge­billigt. Die Bedingimgen waren die schwersten, 10 Schritte, gezogene Pistolen, 30 Sekunden .pelzest, abwechse Indes Schietzen bis gut Kampfunfähigkeit eiu-es Ler Gegnerr Artch niese außerorderrtlrch Mveren Bedrrr- gungeir har Ler Ehrenrat Mrekmrrgt. Zwitzer tomie in Sie Lunge getroffen, er startz in Ler nächsten Rachfl. Er war funy derherratet, Vater eines etwa zwei fahrigen Krudes wnd hin- terläht eine Witive, die ihr zweite Kind erwartet, dtach dem. „Berl. Tagebl." war der Schcarpkatz des Duells irr großem Umkreis vanzwerSeftio- n eu SakLaren gefp rrt Worten. Auf dem

Sie ivurLe übriAens demnächst im Man Repos Äcchiir setzte Eiche feine beste Kraft ein, nie die ihm erwartet. , anvectraute ArrfgoLe zu löfett.-----

Znes fand baß) Gelegenheit, ihre Kenottniffe Li, der Krankenpflege M verwerten. MLckem

war ganz Wey. tote ihr Vater neckte. Sagar Las Witz Krau Gerards tret in Leu Hintergrund.

Müller Ltg mit einem ihrer öfter teiederfehr«- Len tratraftheniseheu Anfälle barrri-eöer. Sie kitt da tüt sehr unö bedurfte Ser Pflege. Ines widmete ihr feSe Stuuöe. Sie verfuchfle ein neues Mittel, das bei ähnlichen Kallen in Stetnu augÄMmLt uud es ging der Kranken besser.

Mtt dem größten Interesse betrat Ines xedes Mal Las Acheitsfeld ihres Bruders. Sie bekam einen gewaltigen. Rrspeü Var seiner Tüchkigkett. als sie die vielen hundert Arbeiter faß die tote

BenchmÄ hatte weitefehenite Wäne. Rach jhäife sich Sie GeueraLireLtion dagegen, aber ter Hochofaichef hoffte sie mit der Zeit von ter Lichfligkeii ferner Beimuptiraq jb überKngar. M-s

Bienen durcheinander liefen j die Werkmeister, die Affisteuten, Las große Kontorperfoeral, Sa» alles bildete eine Welt für sich, über Ser ein Mann stanh. Sein Befehl war mahgebsrd, auf ein Wort vau ihm gehorchten alle. Wie in einem künftlicheu Uhrwerk griff eins ins andere, fette Stockung komwr utrbecechekrbaren Schades brrngsu. Wenn Lurchs Fahrlässigkeit oder bösen Willen das M fchimÄzenLe Erz in Leu Hochöfen erkaltete, fo brachte das cmstreugenLe, tage lange Arbeit für Len Chef mit sich. Er fchonte sich nicht, aber er vcwsiMUte auch birf von Len anteren, von Len chnr nuterßeNen. S» jung Bernhard von der Eiche war, er hatte es verstanden, sich überall in Re­spekt zu setzen. Er toeBte a»ch hier in Rößtin- yfett. bei Len Stisembttraet», die ein schwer M tenLuLes, halsstarriges Volk sind. Die Ze-it war noch zu. Kuttz, um etwas cmf tete Werk assMirich- ten. Die beiden neuert Oefe» wurden nach ter Sregste Veruhards gebaut. fie_ würden ihren Zweck besser erfüllen, als die srsiherea. Mshsr touren Rcchnze imd Kohlen ans Luxemburg selbst bezogen. Beide langten mchr Erie!; der Erzgehalt war gerrnK, die Kohlen hatten wenig .Heizfvast. Me fnSten La günstige Äefwönte erzielt werte»?

Der Lärm Les Werkes tönte herüber, Ines horchte hoch auf. Sie war anf die Veranda ge­irrten. Die hohen Schlotsz die mächtigen Eifere- zyliilLer ragten «upor. Jetzt ertönte ein gellendes Pfeifen, Sann wieder zischte und hämmerte es, die LokoMstivea fuhren hin und her, die ScUa- ckemuageu entleerten sich am Ende Ser hohen graue» Berge, die immer tiefer ins Land hiueiu- wuchfen und von Jahren harter Arbeit sprachen. We glütente Lava floß es hinmner, langsam er- kalkend teir Schkackenberg allmählich vergrötzerred. Am Bunffen Abend war es ein herrlicher Anblick. Der Himmel rötete sich, wie eö Riefeirfenerwerk sich «s aus. Und drüben im FcanzoWchen in Ml- ieruPt, im Elfäffifchen Deutsch. Lth bot sich tei3= feite Schansfxel. FloMmeud erstrahlte ter Rucht- hrmmetz wie eine Feuersbruust auzusehen, bis ter Schein allmählich verblatzre und alles wieder Luu- kei wurde.

Bericharo machte mtt Ines bei Sen Familien Visiten, bei denen er verkehrte. Beim General­direktor gefiel es beiden am besten. Wt imitier- kicher Herzlichkeit kam Fran Terese dem fnngen MKche» enrgegen.

„Fast tote Tante Emma," meinte Ines.

Der Generaldirektor scherzte wnd kwhte mit der Schmester Bernhards, und Fräittttir Elfrirde

Zeeiherr Bernharb Vs» ter Eiche, Leutnant ter Reserve.

Hochostmches in Zksßllugen-Lnrernburg Freifräulein Jwas van ter Siche.

Dies« beiten Mstteirka rien fand Jmngard vor, «Is fie an einem koftlicheu Oktstert-age b»e einem weiten Spanierriit durch Wald wnd Fd« htimkehrte. Seit einige« Tagen inar das weitze SLEcheu auf ter Höhe von ihr und ihrer Ge­sellschafterin, Fräulein Hulda Körr«r. bewohnt.

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